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Tag: 26. Juni 2026

Schwesig: Ehrenamt hält unser Land zusammen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigte in ihrer Rede zur Verleihung des Ehrenamtspreises das vielfältige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern im Land: „Das Ehrenamt hält unser Land zusammen. Ehrenamtliche sind im Brand- und Katastrophenschutz dabei. Sie kümmern sich um Ältere und besuchen Menschen, die einsam sind. Sie organisieren dörfliches Gemeinschaftsleben, trainieren Kinder im Sport oder machen Kultur. Ohne das aktive Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger gäbe es keine lebendige Demokratie.“ Ehrenamtlich Engagierte seien bereit, Zeit und Kraft zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dafür danke sie ausdrücklich allen ehrenamtlich Aktiven.

Es sei eine wichtige Aufgabe des Landes, das vielseitige Engagement zu fördern. „Deshalb haben wir eine Ehrenamtsstrategie für das Land. Wir haben dazu alle an einen Tisch geholt: Akteure aus Vereinen, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft. Unser wichtigster Anker für die Ehrenamtsförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist unsere Ehrenamtsstiftung.“ Das Land fördere sie mit fast 2 Millionen Euro pro Jahr.

„Zum Glück ist Mecklenburg-Vorpommern ein Land von Engagierten. Eine Auswertung des Freiwilligensurveys für Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Über alle Altersgruppen hinweg engagieren sich die Menschen hierzulande“, begeisterte sich die Ministerpräsidentin. Damit Mecklenburg-Vorpommern ein Land des Engagements bleibe, gäbe es unter anderem den Ehrenamtspreis für außergewöhnliche Engagement-Projekte.

Der Ehrenamtspreis wird zum siebten Mal durch die Ehrenamtsstiftung verliehen. Um den Pokal und das Preisgeld von 3.000 Euro hatten sich 125 Projekte beworben. Preisträger in den fünf Kategorien sind:

Kategorie A: Verbinden,

Preisträger: Lebenshilfe Güstrow e.V. für das Projekt „Black Tiger-Alle in einem Boot“

Kategorie B: Verändern,

Preisträger: Tauchsportclub Walfisch Wismar e.V. mit dem Projekt „Ostsee schützen – Bergung, Wiederherstellung und Umweltbildung durch ehrenamtliche Sporttaucher in der Wohlenberger Wiek“

Kategorie C: Bewahren,

Preisträger: TSV Friedland 1814 e.V. mit dem Projekt „Von klein auf gemeinsam stark – Verantwortung und Beständigkeit im Verein“

Kategorie D: Anstoßen,

Preisträger: Glücksbote e.V. mit dem Projekt „Wi sünd dor vom Glücksbote e.V. – ein solidarisches Netzwerk für ältere Menschen in Neukloster und ländlichem Umland“

Kategorie E: Junges Ehrenamt,

Preisträger: Feuerwehrförderverein Wismar Altstadt e.V mit dem Projekt „Jugend aktiv – Wettkampfbahn für junge Ehrenamtliche“

Land fördert nachhaltige Energieversorgung des Sportzentrums Miltzow

Ines Jesse: „Sportvereine wie die SG Reinkenhagen stehen für Ehrenamt, Sport und ein aktives Dorfleben. Das unterstützen wir als Landesregierung.“

Miltzow – Energiestaatssekretärin Ines Jesse hat heute in Vertretung von Sozial- und Sportministerin Stefanie Drese einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 50.000 Euro an die SG Reinkenhagen e.V. übergeben. Mit den Mitteln aus dem Bürgerfonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Sportzentrums Miltzow ermöglicht.

„Vereine und ihre ehrenamtlichen Mitglieder leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land. Sie schaffen Orte für gemeinsame Aktivitäten und Begegnungen für Jung und Alt und stärken damit den ländlichen Raum. Mit der Förderung der Photovoltaikanlage unterstützen wir die SG Reinkenhagen dabei, ihre Infrastruktur zukunftsfähig aufzustellen, Energiekosten zu senken und diesen Ort für Sport, Gemeinschaft und Zusammenhalt nachhaltig zu sichern. Hier zeigt sich, wie die Menschen in unserem Land von einer klugen Nutzung der erneuerbaren Energien profitieren“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Mit dem Vorhaben wird eine Photovoltaikanlage auf dem Hauptgebäude des Sportzentrums installiert. Die Anlage soll dazu beitragen, die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten und die laufenden Kosten des Vereins zu reduzieren. Aufgrund der wachsenden Mitgliederzahl und des kontinuierlichen Ausbaus der Infrastruktur stellen insbesondere der Betrieb der Flutlichtanlage, die Beheizung des Dartszentrums, die Duschen, der reguläre Vereinsbetrieb sowie die Abwasserpumpstation den Verein vor steigende energetische Herausforderungen.

Die SG Reinkenhagen e.V. hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Treffpunkt in der Gemeinde Sundhagen entwickelt. Der Sportplatz wird von Vereinen, Familien, Jugendlichen und Besuchern genutzt. Neben dem Trainings- und Spielbetrieb bietet insbesondere das neu entstandene Dartszentrum zusätzliche Möglichkeiten für Begegnungen und Veranstaltungen über die Vereinsgrenzen hinaus. Geplant sind unter anderem Kooperationen mit ortsansässigen Kindertagesstätten und dem Schulzentrum Sundhagen.

Mit der Förderung aus dem Bürgerfonds unterstützt das Land ehrenamtliche Vorhaben, die das Zusammenleben vor Ort stärken und einen Beitrag zu attraktiven und lebenswerten Regionen leisten. Das Projekt der SG Reinkenhagen verbindet dabei nachhaltige Energieversorgung mit der Sicherung eines wichtigen sozialen Anlaufpunkts in der Gemeinde Sundhagen.

Schwesig: Straßenbahnnetz in Schwerin wird grunderneuert

Schwerin – In den kommenden fünf Jahren wird das Schweriner Straßenbahnnetz nach über 20 Jahren für mehr als 30 Millionen Euro grunderneuert. Die Hälfte der Baukosten wird durch Bundesmittel über die VMV-Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern gefördert, so z.B. die bereits 2025 abgeschlossene Teilmaßnahme „Grundinstandsetzung Haltestelle Kieler Straße zur Kreuzung Grevesmühlener Straße in Höhe von über 768.284,77 Euro.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig übergab dazu heute einen Zuwendungsbescheid an den Geschäftsführer der Nahverkehr Schwerin GmbH, Thomas Schlüter. Gleichzeitig informierte sie sich in der Franz-Mehring-Straße über den aktuellen Baufortschritt: Denn zu den insgesamt 24 geförderten Maßnahmen im Schweriner Straßenbahnnetz gehört auch die Grundinstandhaltung in der Franz-Mehring Straße/ Platz der Freiheit.

Die Ministerpräsidentin erinnerte daran, dass die Straßenbahn in Schwerin bereits seit dem Jahr 1908 für die Mobilität der Schwerinerinnen und Schweriner sorgt: „Die letzte größere Erneuerung des Schweriner Liniennetzes war 2004/2005. Seitdem sind die Gleise und Gleisbetten, die Leitungen, Haltestellen und Überfahrten viel benutzt und stark beansprucht worden. Weichen, Steuerung und Zugsicherungsanlagen können heute mit modernerer Technik betrieben werden. Deshalb ist es gut, dass der Nahverkehr Schwerin in den kommenden Jahren eine Grundinstandsetzung in Angriff nimmt“, so Schwesig.

Carsten Werfel, Geschäftsführer der VMV-Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern betonte, dass durch die Grunderneuerung der Gleisanlagen auch zukünftig eine hohe Betriebsqualität gewährleistet werden kann: „Insgesamt stellt der Bund für die Grunderneuerung des Schweriner Straßenbahnnetzes gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Mittel in Höhe über 15,6 Millionen bereit und beteiligt sich mit 50 % an den Baukosten. Alle geförderten Baumaßnahmen werden bis 2030 an unterschiedlichen Stellen im gesamten Schweriner Straßenbahnnetz durchgeführt.“

Für NVS-Geschäftsführer Thomas Schlüter steht fest: „Die Grundsanierung der Gleisanlagen sichert langfristig den Erhalt des Straßenbahnnetzes und trägt zur Einhaltung der technischen und betrieblichen Anforderungen bei. Die Förderung ermöglicht die Realisierung der erforderlichen Maßnahmen.“

Und Schwerins Verkehrsdezernent und stellvertretender Bürgermeister Bernd Nottebaum betont, dass die Landeshauptstadt seit Jahrzehnten auf einen umweltfreundlichen Verkehrsmix setzt, bei dem die Straßenbahn als Vorreiter der Elektromobilität eine zentrale Rolle spielt. „Die planmäßige Grunderneuerung unseres Straßenbahnnetzes sichert die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des ÖPNV in Schwerin insgesamt. Dass sich Land und Bund an der Förderung dieser Investitionen beteiligen, entlastet uns als Kommune finanziell und ermöglicht trotz des steigenden Zuschussbedarfs weiterhin sozialverträgliche Ticketpreise in Schwerin.“

Im Zuge der Sanierung sind 24 Maßnahmen in den kommenden fünf Jahren geplant.

In diesem Jahr werden folgende Teilmaßnahmen umgesetzt:

  • Grundinstandsetzungsmaßnahmen an den Wendeschleifen Hegelstraße und Neu Pampow,
  • Grundinstandhaltung Franz-Mehring-Straße/Platz der Freiheit, inkl. Weichensteuerung und Gleiswechsel Goethestraße
  • Grundinstandsetzung Platz der Jugend (Weichenanlage),
  • Grundinstandsetzung Gleisanlage Platz der Freiheit (stadtauswärts),
  • Grundinstandsetzung Wismarsche Straße von Bürgermeister-Bade-Platz bis Möwenburgstraße.

Im Jahr 2027 sollen folgenden Teilmaßnahmen realisiert werden:

  • Grundinstandsetzung Wismarsche Straße von Hauptbahnhof bis Bürgermeister-Bade-Platz
  • Grundinstandsetzung Wismarsche Straße von Möwenburgstraße bis Kliniken,
  • Schienen- und Schwellentausch Brücke Plater Straße,
  • Grundinstandsetzung Kreuzung Arsenalstraße (einschl. Weichenanlage).

Ab 2028 soll die Haltestelle Hauptbahnhof barrierefrei ausgebaut werden.

Neuer Pakt für den Rechtsstaat kommt

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Ein großer Erfolg für die Länder und ein wichtiges Signal für eine starke Justiz.“

Schwerin – Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt begrüßt die Einigung von Bund und Ländern auf einen neuen Pakt für den Rechtsstaat.

„Ich freue mich sehr, dass der neue Pakt für den Rechtsstaat nun endlich kommt. Dafür haben wir Länder uns über einen langen Zeitraum gemeinsam eingesetzt und immer wieder Druck gemacht. Die frühere Bundesregierung hatte einen neuen Pakt zwar angekündigt, eine Umsetzung blieb jedoch aus. Umso wichtiger ist es, dass jetzt gehandelt wird“, sagt Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

„Gerade unsere Staatsanwaltschaften arbeiten seit Jahren unter einer hohen Belastung. Deshalb ist es ein entscheidender Schritt, dass der Bund die personelle Stärkung der Justiz unterstützt. Nur mit ausreichend Personal können Strafverfahren und die Justiz insgesamt zügig betrieben und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in einen leistungsfähigen Rechtsstaat dauerhaft gesichert werden“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Mecklenburg-Vorpommern hatte sich gemeinsam mit weiteren Ländern wiederholt für einen neuen Pakt für den Rechtsstaat eingesetzt. Auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns hatte sich auch die Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister im Juni 2025 für eine erneute Beteiligung des Bundes ausgesprochen.

„Dass der Bund nun die Anschubfinanzierung für zusätzliche Stellen und Investitionen in die Digitalisierung der Justiz übernimmt, ist ein großer Erfolg für die Länder. Wir haben dieses Thema immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt und deutlich gemacht, dass ein starker Rechtsstaat nur als gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern gelingen kann“, sagt Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Neben der personellen Stärkung sei der Pakt auch für die weitere Digitalisierung der Justiz von großer Bedeutung. „Gemeinsame Projekte wie die Justizcloud zeigen, dass wir die Justiz nur gemeinsam zukunftsfähig machen können. Einheitliche digitale Lösungen erleichtern die Zusammenarbeit der Länder, beschleunigen Verfahren und entlasten die Beschäftigten. Der neue Pakt setzt deshalb an den richtigen Stellen an“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Nationalparkamt Müritz sagt Empfang wegen Waldbrandes ab

Schwerin – Vor 15 Jahren wurden fünf wertvolle alte Buchenwaldgebiete in Deutschland in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – darunter Serrahn im Müritz Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses schöne Jubiläum hätte morgen in Neustrelitz gefeiert werden sollen, erklärt Forstminister Dr. Till Backhaus. Doch die Veranstaltung werde nun abgesagt, so der Minister.

„Mit Sorge schauen wir seit Mittwoch auf den Waldbrand bei Neustrelitz. Es wäre nicht verantwortbar, einen Festakt zu begehen, während praktisch nebenan Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr im Einsatz sind, um unseren Wald vor weiteren Schäden zu beschützen.

Schon jetzt haben wir bei Adamsdorf 131 Hektar Sukzessionsfläche an die Flammen verloren und das Feuer ist noch nicht gelöscht. Zwar gibt es kein offenes Feuer mehr auf der Fläche – aber es gibt noch immer mehrere Rauchnester. In der Nacht wurde intensiv weitergearbeitet und die Verteidigungslinie an die voraussichtliche Windlage angepasst. Die Landwirtschaft wurde gebeten, den Wassertransport zu bzw. auf die Fläche zu unterstützen.

Es bleibt heiß und wir rechnen damit, dass der Wind zeitweise auffrischt und auf Norden dreht. Alle Kräfte sind motiviert und wir sind guter Dinge, dass wir das Feuer in Zaum halten können. Es ist aber davon auszugehen, dass weitere Waldbereiche innerhalb der gesicherten Fläche abbrennen werden.

Als Dankeschön für das große, kräftezehrende Engagement haben wir beschlossen, das für morgen bestellte Catering an die Einsatzkräfte an der Waldbrandfläche zu liefern. Ich denke, das ist das Mindeste, was wir tun können“, so der Forstminister.

Sirenenförderung: M-V erreicht bedeutenden Meilenstein

Schwerin – Im Rahmen des Sirenenförderprogramms treibt das Land Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Bund durch die Bereitstellung von Fördermitteln weiterhin den Ausbau einer modernen Sireneninfrastruktur zur Warnung der Bevölkerung in unserem Land voran.

Dank einer engen Kooperation zwischen der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sowie dem Land Mecklenburg-Vorpommern ist es nunmehr gelungen, das Vorhaben zur Errichtung von 33 Sirenen für die Warnung der Bevölkerung vor Gefahren im gesamten Stadtgebiet der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg mittels hälftiger Förderung durch das Land auf den Weg zu bringen.

Dazu übergab heute Innenminister Christian Pegel in Neubrandenburg an den Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller sowie an Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg, Nico Klose einen Förderbescheid in Höhe von 300.000 Euro für den Sirenenausbau der Stadt Neubrandenburg.

„Mit dem Aufbau der modernen Sirenen in Neubrandenburg wird ein bedeutender Meilenstein zur Verbesserung der Sireneninfrastruktur im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern erreicht“, sagt Innenminister Christian Pegel und führt weiter aus: „Nach erfolgreicher Umsetzung des Vorhabens in der Vier-Tore-Stadt werden alle kreisfreien und großen kreisangehörigen Städte in unserem Land über moderne Sirenen für die Warnung der Bevölkerung verfügen.“

Übergeordnetes Ziel bleibt es weiterhin, den Bevölkerungsanteil, der mittels Sirenen auf drohende Gefahren aufmerksam gemacht werden kann, in unserem Land stetig zu erhöhen. „Daher freue ich mich sehr, dass durch das gemeinsame Engagement der Akteure auf kommunaler und Landesebene solche Vorhaben wie hier in Neubrandenburg auf den Weg gebracht und verwirklicht werden.“, so Minister Pegel.

Es gibt deutliche Signale des Bundes zur Fortsetzung des Sirenenförderprogramms ab 2027. Die genauen Modalitäten und Höhe der zur Verfügung gestellten Bundesmittel sind aktuell aber noch nicht bekannt. Gleichwohl besteht ein starkes Interesse des Landes an der weiteren Teilnahme an dem Förderprogramm. Die dafür erforderlichen Landesmittel sind vorausschauend für das kommende Jahr im Landeshaushalt bereits eingeplant.

Der Ausbau des vorhandenen Sirenennetzes ist ein wichtiger Bestandteil im Warnmix zur effektiven Warnung der Bevölkerung. Für den Ausbau des Sirenennetzes in Mecklenburg-Vorpommern haben Bund und Land im Zuge der Sirenenförderprogramme seit 2022 in Mecklenburg-Vorpommern die Errichtung von insgesamt 215 Sirenen gefördert.

Rostocker KI-Unternehmen ausgezeichnet: Hidden Champion in MV

Rostock – Das Rostocker Unternehmen PLANET AI hat mit seinem System Luna + IDA die renommierte DocVQA 2026 Challenge gewonnen und sich damit gegen die weltweit führenden KI-Modelle internationaler Technologiekonzerne durchgesetzt. In sieben von acht Wettbewerbskategorien belegte das Unternehmen den ersten Platz und verwies damit unter anderem die Systeme von Google und OpenAI deutlich auf die weiteren Plätze.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue gratuliert dem Unternehmen zu diesem außergewöhnlichen Erfolg: „Der Erfolg von PLANET AI zeigt eindrucksvoll, dass Spitzen-KI nicht ausschließlich in den großen internationalen Technologiekonzernen entsteht. Mitten in Mecklenburg-Vorpommern werden Lösungen entwickelt, die weltweit Maßstäbe setzen. PlanetAI ist ein hidden champion. Das ist ein starkes Signal für unseren Digitalstandort und ein Beleg dafür, welches Innovationspotenzial in unserem Land steckt.“

Die DocVQA Challenge gilt als einer der weltweit anspruchsvollsten Wettbewerbe für maschinelles Dokumentenverständnis. Erstmals mussten die teilnehmenden Systeme Dokumente aus unterschiedlichsten Bereichen – darunter Geschäftsberichte, wissenschaftliche Poster, Karten, Infografiken, Comics und technische Zeichnungen – analysieren und komplexe Zusammenhänge erkennen. Gefordert war nicht nur das Auslesen von Informationen, sondern ein tiefes Verständnis komplexer Dokumente.

Für die öffentliche Verwaltung eröffnet diese Technologie erhebliche Potenziale. Moderne KI-Systeme können Beschäftigte künftig bei der Bearbeitung umfangreicher Dokumente unterstützen, Informationen schneller erschließen und Verwaltungsprozesse effizienter gestalten.

„Gerade für die Digitalisierung der Verwaltung sind leistungsfähige und vertrauenswürdige KI-Anwendungen von großer Bedeutung. Wenn intelligente Systeme Dokumente nicht nur lesen, sondern tatsächlich verstehen, können sie Mitarbeitende gezielt entlasten und Verwaltungsverfahren beschleunigen. Voraussetzung bleibt dabei stets ein verantwortungsvoller, transparenter und datenschutzkonformer Einsatz der Technologie“, erläutert Minister Dr. Geue.

Besonders bemerkenswert ist, dass PLANET AI dabei einen eigenständigen technologischen Ansatz verfolgt. Statt ausschließlich auf immer größere KI-Modelle zu setzen, kombiniert das Unternehmen verschiedene spezialisierte Systeme miteinander und erreicht dadurch eine deutlich höhere Qualität bei der Dokumentenanalyse.

„Deutschland braucht eigene technologische Stärken und innovative Unternehmen, die unabhängige Lösungen entwickeln und so zur digitalen Souveränität beitragen. Der Erfolg von PLANET AI zeigt, dass es dabei nicht auf die Größe des Unternehmens ankommt, sondern auf kluge Ideen, exzellente Forschung und den Mut, neue Wege zu gehen“, ergänzt Dr. Geue.

PLANET AI wurde 2015 in Rostock gegründet und arbeitet eng mit der Universität Rostock zusammen. Die offizielle Preisverleihung findet im Rahmen der ICDAR-Konferenz vom 30. August bis 4. September 2026 in Wien statt.

Gegen Einsamkeit

Neues Förderprogramm „Dritte Orte“ stärkt Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern verstärkt seine Bemühungen im Kampf gegen Einsamkeit und Isolation. Mit einem neuen Förderprogramm für Begegnungs- und Gemeinschaftsorte („Dritte Orte“) sollen zusätzliche, öffentliche Begegnungsräume geschaffen werden, die für alle Bevölkerungsgruppen leicht zugänglich sind. Das gab Sozialministerin Stefanie Drese heute in Schwerin bekannt.

„Bis Ende 2027 stehen dafür insgesamt rund 700.000 Euro zur Verfügung. Anträge können ab sofort gestellt werden“, sagte Drese.

„Einsamkeit betrifft sowohl immer mehr ältere als auch jüngere Menschen. So fühlen sich rund ein Drittel aller Erwachsenen im Alter von 21 bis 54 Jahren zumindest teilweise einsam, davon sind 16 Prozent stark und 18 Prozent moderat betroffen. Diese neusten Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigen, dass Einsamkeit längst kein Randphänomen mehr ist “, erklärte Drese. Vor allem junge Erwachsene geben an, sich stark einsam zu fühlen (21 Prozent der 21- bis 30-Jährigen).

„Diese Ergebnisse müssen uns alle aufrütteln. Wir sind als Gesellschaft insgesamt gefordert, Maßnahmen zu entwickeln, um Einsamkeit und Isolation wirksam zu begegnen, Unsere Antwort in MV darauf ist, die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“, verdeutlichte Drese.

Mit einem Runden Tisch gegen Einsamkeit habe sich das Land schon 2023 auf den Weg gemacht, um die Situation zu analysieren und mit mehr als 60 Akteuren, Maßnahmen und Strategien zu diskutieren. Ein Punkt, der sich dabei herauskristallisierte, sei die Schaffung sogenannter Dritter Orte gewesen, die auch im Abschlussbericht des Runden Tisches eine Schlüsselrolle spielen, so die Ministerin.

„Es braucht wieder viel mehr dieser einfachen, gesellschaftlichen Treffpunkte, die anders als zum Beispiel ein klassisches Café nicht an eine Konsumerwartung und damit auch nicht an den Geldbeutel geknüpft sind. Orte, an denen man ungezwungen zusammenkommen kann, eine gute Zeit verbringen und Wege zueinander finden kann“, erklärte Drese. „Manchmal kann das schon eine gut platzierte Plauderbank sein, die einlädt, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Mit dem neuen Förderprogramm des Landes soll genau das künftig noch besser unterstützt werden. „Dabei setzen wir bewusst auf eine unkomplizierte Förderung. Entscheidend ist, dass letztlich gute Ideen für Begegnung und Gemeinschaft direkt vor Ort umgesetzt werden können“, unterstrich die Ministerin.

Antragsberechtigt sind deshalb gemeinnützige, eingetragene Vereine mit Sitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie kommunale Körperschaften. Förderfähig können dabei zum Beispiel Renovierungen, Umbauten oder Sanierungen von Gemeinschaftshäusern, Nachbarschaftstreffs oder Funktionsräumen sein, die Unterstützung für Trimm-Dich-Pfade sowie die Gestaltung von Verweilorten, wie Pavillons und Sitzbänke.

Gefördert werden auch Sachkosten für die Erst- oder Ersatzausstattung (z. B. Mobiliar oder technische Geräte), wenn sie einen spürbaren Mehrwert für die Allgemeinheit bietet. „Grundsätzlich gilt: die Angebote müssen für die Öffentlichkeit offen, leicht zugänglich und regelmäßig nutzbar sein“, so Drese. Sie sollen das Miteinander stärken und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern. Nicht gefördert werden dagegen Anschaffungen, die nur dem laufenden Betrieb oder hauptsächlich vereinsinternen Zwecken dienen.

Die Antragstellung erfolgt über das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV/. Dort finden Interessierte auch alle weiteren Informationen sowie die notwendigen Antragsunterlagen.

„Mit dem Förderprogramm erfüllen wir eine wesentliche Forderung des Runden Tisches. Mein Wunsch ist, dass so aus vielen guten Ideen neue, lebendige Treffpunkte entstehen, die dauerhaft gegen Einsamkeit wirken und den Zusammenhalt in unseren Gemeinden stärken“, so Stefanie Drese.