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Tag: 23. Juni 2026

Auszeichnungen im Wettbewerb „Schüler staunen“

Schwerin – Sieben Schulen aus der Region Rostock wurden heute für ihre Arbeiten im 21. Wettbewerb „Schüler staunen“ des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg und seiner Partner aus Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Bildung ausgezeichnet. Insgesamt wurden 14 Projekte prämiert. Zu gewinnen gab es Geld und Sachpreise im Gesamtwert 5.000 Euro.

Untersuchungen von Laichgewässern von Meerforellen, Beobachtungen von Fledermäusen und Wasser im Winter, Modifikation von Drohnen und 3D-Modelle von historischen Bauwerken – dies ist nur eine Auswahl der eingereichten Projekte, die von den SchülerInnen bei der Auszeichnungsveranstaltung im Landesbehördenzentrum präsentiert wurden.

Der Schirmherr der Veranstaltung, der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV, war terminlich leider verhindert. Aber er gratulierte allen Beteiligten sehr herzlich. „Die Projektarbeiten zeigen, wie groß und wie vielfältig das Interesse bei unseren Schülerinnen und Schülern an dem Projektwettbewerb ‚Schüler staunen‘ und damit generell am Klimaschutz in unserem Land ist.

Klares Ziel des Wettbewerbes ist es, die Nachwuchswissenschaftler zu motivieren, eigene Projekte auf die Beine zu stellen. So werden sie spielerisch an Themen wie Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung herangeführt. Außerdem leistet jeder Teilnehmer einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich gemeistert.“

Den traditionsreichen Wettbewerb gibt es seit 1994. Es standen folgende Themenbereiche zur Auswahl:

  • Lebensraum Natur,
  • Zukunftsfähig mobil,
  • Unsere Ostseeküste,
  • Lebenselixier Wasser & gesunde Ernährung,
  • Energie, Rohstoffe und Abfälle sowie
  • Nachhaltige (Land-)Wirtschaft & Digitalisierung.

Innovationsfondsprojekt „NAHVERSORGT – Na©hversorgt“

Im Projekt wird insbesondere die bestehende Praxis des sogenannten Entlassmanagements in Mecklenburg-Vorpommern systematisch evaluiert. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob in ihrer Würdigung des bis September 2026 laufenden Projekts hervor, dass dadurch wichtige Erkenntnisse vor allem für die Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Räumen des Landes gewonnen werden.

„Eine gute Versorgung endet nicht an der Krankenhausgrenze. Gerade in strukturschwachen Regionen treten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei der Organisation der Anschlussversorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt auf. Das kann zur Folge haben, dass Menschen länger im Krankenhaus bleiben als medizinisch nötig, in Reha- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen vermittelt werden, die weit entfernt von ihrem Wohnort liegen oder auch ohne ausreichende Anschlussversorgung nach Hause entlassen werden “, betonte Drese.

„Nur durch eine strukturierte Vernetzung und Zusammenwirken aller beteiligten Akteure – wie Kliniken, Hausärzte, Pflegeheime, Kranken- und Pflegekassen kann eine gute möglichst lückenlose medizinische, pflegerische und soziale Versorgung garantiert werden“, wies Drese auf ein Hauptergebnis des Projekts hin.

Ein weiteres zentrales Mittel sei laut Forschungsteam der stärkere Einsatz von telemedizinischen Lösungen. Ministerin Drese sieht darin eine Bestätigung des landespolitischen Kurses: „So erproben wir gerade zum Beispiel eine gemeinsame tele-neurologische Versorgung im ambulanten Bereich gemeinsam mit Brandenburg. Und auch bei geriatrischen Patientinnen und Patienten, die meist nicht mehr gut mobil sind, sammeln wir gerade Erfahrungen in der interprofessionellen Therapie“, erklärte die Ministerin.

Als Best-Practice-Beispiel hob die Ministerin die Zusammenarbeit mit dem Praxisnetz „HaffNet“ in Vorpommern-Greifswald hervor, das seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung von Versorgungsstrukturen einnimmt. „Im Osten unseres Landes zeigen einige Akteure schon äußerst vorbildlich, wie Kooperation über Versorgungsstrukturen hinweg funktioniert“, so die Ministerin weiter.

Parallel brauche es aber auch den Ausbau niedrigschwelliger Strukturen, die im Alltag greifen. Dazu gehören laut Drese etwa die mittlerweile mehr als 1.900 ausgebildeten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer im Land, die zum Beispiel Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen oder Begleitung zu Arztbesuchen bieten. „Denn, wer sich zusätzlich zum Entlassmanagement auch auf solche Angebote verlassen kann, weiß sich wie mit einem doppelten Boden auch zuhause gut umsorgt“, erklärte die Ministerin.

Alle Ergebnisse des Projektes fließen nun in den „Pakt für Pflege M-V“, so die Ministerin. „Nahversorgt wirkt aber bereits auch jetzt. So haben sich erste Kooperationen entwickelt, zum Beispiel mit dem Projekt „MV gesund vor Ort“. Deshalb feiert das Projekt heute auch keinen Abschied, sondern den Start von etwas Neuem“, so Drese abschließend.

Landesregierung erhöht Förderung für Jüdische Gemeinden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Juri Rosov haben heute im Anschluss an die Kabinettssitzung eine Gemeinsame Erklärung unterzeichnet.

Sie regelt die finanzielle Unterstützung des Landes für die Jüdischen Gemeinden im Land. Die Zuwendungen werden von aktuell 765.000 Euro in diesem Jahr auf 1 Million Euro im Jahr 2027 deutlich angehoben. In den Jahren steigen sie kontinuierlich weiter an, auf 1,025 Mio. Euro im Jahr 2028, 1,050 Mio. Euro im Jahr 2029, 1,075 Mio. Euro im Jahr 2030 und auf 1,100 Mio. im Jahr 2031 Euro.

„Die Landesregierung sieht in der Arbeit der Jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock eine Bereicherung für unser Land. Für die Kultur und auch für den sozialen Zusammenhalt. Die Landesregierung hat deshalb sehr unterstützt, dass der Schutz und die Förderung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in unsere Landesverfassung aufgenommen worden ist. Diesen Verfassungsauftrag setzen wir mit der Gemeinsamen Erklärung um“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Unterzeichnung.

„Im Namen des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bedanke ich mich bei der Landesregierung ausdrücklich für die 30 Jahre der großartigen Unterstützung. Nur so konnten unsere Gemeinden leben, funktionieren und aufblühen. Die politischen Kräfte, die die Streichung der Finanzierung von religiösen Organisationen anstreben, wollen eigentlich das Jüdische Leben im Land auslöschen. Nicht zum ersten Mal übrigens“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Juri Rosov.

Die Landesregierung setzt damit den zwischen dem Land und den Jüdischen Gemeinden im Jahr 1996 geschlossenen Staatsvertrag fort. Dieser regelt neben der Anerkennung jüdischer Feiertage und der Friedhofs- und Denkmalpflege auch, dass die finanziellen Leistungen des Landes an die jüdischen Gemeinden alle 5 Jahre einer Überprüfung unterzogen werden müssen.

Spargelsaison: Gute Qualität trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Schwerin – Mit dem Johannistag am 24. Juni endet traditionell die Spargelsaison. Die Bilanz der Spargelerzeuger in Mecklenburg-Vorpommern fällt in diesem Jahr insgesamt positiv aus. Trotz eines verspäteten Saisonstarts und anhaltend hoher Produktionskosten zeigen sich die Betriebe mit den Erträgen zufrieden. Besonders erfreulich: Die Qualität des heimischen Spargels war durchgängig sehr hoch.

„Die Spargelsaison 2026 war kein Selbstläufer. Nach einem kühlen Frühjahr mussten die Betriebe Geduld beweisen. Umso erfreulicher ist es, dass die Erzeuger am Ende eine insgesamt positive Bilanz ziehen können. Die Verbraucherinnen und Verbraucher konnten sich auf hervorragende Qualität und besten Geschmack verlassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Saison begann aufgrund anhaltend kalter Nächte im April verhalten. Erst Ende April beziehungsweise Anfang Mai setzte das Spargelwachstum richtig ein. Warme Temperaturen rund um die Pfingsttage sorgten anschließend für hohe Erntemengen. Das seit Anfang Juni wieder kühlere Wetter bremste die Entwicklung jedoch erneut.

Gerade das langsamere Wachstum erwies sich für die Qualität als Vorteil. Die Spargelstangen entwickelten ein besonders ausgewogenes Aroma. Gleichzeitig hielten sich Angebot und Nachfrage über weite Teile der Saison die Waage.

„Die Witterung hat den Betrieben zwar nicht immer in die Karten gespielt, den Spargelgenießern aber durchaus. Viele Erzeuger berichten von einem besonders harmonischen Geschmack und einer sehr guten Produktqualität“, sagte Backhaus.

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für die Betriebe bleiben jedoch erheblich. Besonders die stark gestiegenen Lohnkosten belasten die Erzeuger. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit diesem Jahr bei 13,90 Euro pro Stunde und damit rund 8,5 Prozent höher als im Vorjahr. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro pro Stunde. Der Anteil der Lohnkosten für Ernte und Aufbereitung liegt inzwischen bei deutlich über 50 Prozent der Gesamtkosten.

Hinzu kommen Schwierigkeiten bei der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften. Viele Erntehelfer erreichen ihr persönliches Einkommensziel aufgrund der gestiegenen Stundenlöhne deutlich früher und reisen vorzeitig ab. Für die Betriebe bedeutet dies zusätzliche organisatorische Herausforderungen während der laufenden Saison.

Auch der Wettbewerbsdruck bleibt hoch. Der durchschnittliche Erzeugerpreis bewegte sich in dieser Saison zwischen 9 und 10 Euro pro Kilogramm und lag damit auf Vorjahresniveau beziehungsweise leicht darüber. Nach Einschätzung der Branche reicht dieses Preisniveau jedoch kaum aus, um die gestiegenen Kosten vollständig auszugleichen.

„Regionaler Spargel ist ein hochwertiges, arbeitsintensiv erzeugtes Produkt. Unsere Betriebe stehen unter einem erheblichen Kostendruck. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst zu heimischer Ware greifen und damit die regionale Landwirtschaft unterstützen“, betonte Backhaus.

Die langfristige Entwicklung zeigt, dass die Spargelbranche in Mecklenburg-Vorpommern vor einem Strukturwandel steht. Im Jahr 2025 bauten noch 14 Betriebe auf einer ertragsfähigen Fläche von 132 Hektar Spargel an. Geerntet wurden 550 Tonnen. Zehn Jahre zuvor waren es noch 22 Betriebe mit 219 Hektar Anbaufläche und einer Erntemenge von 811 Tonnen.

Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung, Hofläden und eigene gastronomische Angebote. Gleichzeitig wird über neue technische Lösungen wie Ernte- und Sortierroboter nachgedacht, um die Abhängigkeit von steigenden Lohnkosten zu verringern.

„Unsere Spargelbetriebe beweisen Jahr für Jahr Qualität, Durchhaltevermögen und Innovationskraft. Damit das auch künftig so bleibt, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen und eine starke Wertschätzung für regionale Lebensmittel“, so Backhaus.

Der Minister dankte abschließend den Spargelerzeugerinnen und Spargelerzeugern sowie den zahlreichen Saisonarbeitskräften für ihren Einsatz: „Sie sorgen mit viel Engagement dafür, dass heimischer Spargel frisch vom Feld auf die Teller kommt. Dafür gebührt ihnen Anerkennung und Dank.“

Im Jahr 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf 132 Hektar ertragsfähiger Fläche 550 Tonnen Spargel geerntet. Gegenüber dem Jahr 2015 entspricht dies einem Rückgang der Anbaufläche um rund 40 Prozent und der Erntemenge um rund ein Drittel. Bundesweit verringerte sich die Spargelanbaufläche im gleichen Zeitraum um rund 13 Prozent.

Zweiter Landesfachtag Niederdeutsch

Impulse, Austausch und neue Perspektiven für die niederdeutsche Sprachbildung in Kita und Schule

Stavenhagen – Unter dem Motto „Un lacht un lücht un schimmert – 150 Johr Martha Müller-Grählert/Und lacht und leuchtet und schimmert – 150 Jahre Martha Müller-Grählert“ findet am 24. Juni 2026 der 2. Landesfachtag Niederdeutsch in Stavenhagen statt. Lehr- und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Schulen haben die Gelegenheit sich zu vernetzen und neue Impulse für den Einsatz der niederdeutschen Sprache in Kitas und Schulen zu gewinnen. „Plattdüütsch ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Die Sprache verbindet Menschen über Generationen hinweg und gehört fest zur Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Unser Ziel ist es, Niederdeutsch nicht nur als Kulturerbe zu bewahren, sondern als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen des Landes weiterzugeben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld der Veranstaltung.

Das Programm bietet einen Mix aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops für den Einsatz in Kitas und Schulen sowie vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Zudem werden aktuelle Maßnahmen zur Stärkung des Niederdeutschen vorgestellt, darunter neue Informations- und Unterrichtsangebote.

Darüber hinaus wird die Niederdeutschbotschafterin Jette Bolz in Stavenhagen den Wettbewerb zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres 2026“ ausrufen. Das Gewinnerwort wird auf dem 3. Landesfachtag Niederdeutsch im November 2026 ausgezeichnet.  Im vergangenen Jahr wurde „Dösbaddel“ zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres“ gewählt. „Wir wollen möglichst viele junge Menschen für das Plattdeutsche begeistern. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler sich aktiv mit der plattdeutschen Sprache auseinanderzusetzen und eigene Ideen mit einzubringen“, so die Bildungsministerin.

Niederdeutsch ist eine anerkannte Regionalsprache Deutschlands und wird durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie durch Artikel 16 Absatz 2 der Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns geschützt. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Förderung der niederdeutschen Sprache bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Seit dem ersten niederdeutschen Abitur im Jahr 2017 ist Niederdeutsch fest im Bildungssystem verankert. Im laufenden Schuljahr lernen 1.063 Schülerinnen und Schüler die Regionalsprache. An 35 Schulen gibt es entsprechende Angebote.

Der Landesfachtag Niederdeutsch findet am 24. Juni 2026 von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Schloss Stavenhagen statt. Er wird durch das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. unterstützt.