25 Jahre Stiftung Umwelt und Naturschutz M-V

Schwerin – „Unser Land ist mit einer einzigartigen Naturausstattung und einer wunderschönen Kulturlandschaft gesegnet. Diesen natürlichen Reichtum für die Zukunft zu bewahren, dem hat sich die Stiftung für Umwelt und Naturschutz (StUN) seit ihrer Gründung im Jahr 1994 verschrieben und ist zu einer unverzichtbaren Säule des Natur- und Landschaftsschutzes gewachsen“, würdigte der Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Rahmen der Festveranstaltung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Schweriner Schloss die Verdienste der StUN.

„Nachhaltiges Wirken für den Naturschutz hängt vor allem von engagierten Akteuren und der Flächenverfügbarkeit – sprich dem Eigentum an Flächen ab. Genau dafür steht die StUN“, betont der Minister.

Seit Stiftungsgründung habe die Stiftung in insgesamt über 100 Naturschutz-, Großschutz- und Projektgebieten aktiv zum Naturschutz, aber auch zum Klimaschutz und Schutz der natürlichen Ressourcen in Mecklenburg-Vorpommern beigetragen. So besitzt und verwaltet die Stiftung mittlerweile eine über das gesamte Land verteilte Flächenkulisse von rund 8.500 Hektar.

„Bei der Bündelung der landeseigenen Naturschutzflächen in einer Hand und vor allem bei deren naturschutzfachlicher Weiterentwicklung sehe ich auch langfristig den Schwerpunkt des Handels unserer Landesstiftung. Zu diesem Zweck haben wir 2012 auch die Flächenagentur M-V als 100%-ige Tochter der StUN gegründet“, sagte der Minister.

Neben der nachhaltigen Flächenentwicklung setze die Stiftung Renaturierungsmaßnahmen und Projekte zum Schutz gefährdeter Lebensräume und Arten um. Auch in Sachen Umweltbildung sei die StUN ein unverzichtbarer Partner, so Backhaus und verwies zudem darauf, dass der StUN mit der Übernahme der Betreuung und Pflege von Kompensationsflächen ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet anvertraut werden konnte, an das in den Jahren ihrer Gründung wahrscheinlich noch niemand gedacht hat.

Abschließend würdigte er die Gründung der Stiftung nochmals als einen wichtigen Meilenstein für den Naturschutz und hob die Bedeutung der Stiftung als Partner der Umwelt- und Naturschutzpolitik des Landes Mecklenburg-Vorpommern hervor.

„Deshalb werde ich mich auch zukünftig dafür einsetzen, dass weitere Flächen an die Stiftung übertragen werden und eine entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung sichergestellt bleibt“, bekräftigte der Minister.

Nothafen Darsser Ort

Zufahrt zum Nothafen Darsser Ort wird ab heute wieder ausgebaggert

Darßer Ort – Für das Ausbaggern der Zufahrt sind umfangreiche Arbeiten nötig. Das Baggerschiff der Deutsch-Dänischen Wasserbau GmbH wird im Auftrag des Landes die Fahrrinne ausbaggern und das Baggergut in ein temporäres Unterwasser-Sanddepot im Nothafen bringen. Dort wird es zwischengelagert. Der Sand soll nach Fertigstellung des Inselhafens Prerow und Schließung des Nothafens für die Renaturierung des Hafenbeckens genutzt werden.

Wegen dieser umfangreichen Arbeiten kann ein ungehindertes Ein- und Auslaufen in den bzw. aus dem Nothafen nicht gewährleistet werden. Der Seenotkreuzer „Theo Fischer“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit Heimathafen Darßer Ort liegt deshalb während der Arbeiten in Barhöft. Auch andere Boote müssen nach Barhöft oder Warnemünde ausweichen.

„Bis zur Inbetriebnahme des Inselhafens Prerow müssen wir die Funktionalität des Nothafens in bewährter Weise sicherstellen“ sagt Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Da mit der Strömung regelmäßig Sediment in die Fahrrinne gespült wird und sich dort ablagert, muss diese immer wieder freigebaggert werden.Wie groß die Sandmenge und die daraus resultierenden Kosten sein werden, wird eine Peilung nach Abschluss der Maßnahme ergeben.

MeLa: Preise in Anerkennung für langjährige und engagierte Zuchtarbeit

Mühlengeez – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat die diesjährigen Preise für hervorragende Verdienste in der Tier- und Pflanzenzucht in Mecklenburg-Vorpommern an Dr. Edgar Coym und Hartmut Giermann überreicht. Beide Ausgezeichneten sind Geschäftsführer von Agrarbetrieben und gleichzeitig verdienstvolle Verbandsfunktionäre, die Mecklenburg-Vorpommerns auch auf Bundesebene vertraten bzw. noch vertreten. Coym ist Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz und Giermann ist Vorsitzender des Vorstandes des Saatgutverbandes MV.

Den Tierzuchtpreis 2019 erhielt mit Coym ein Brandenburger. Der Geschäftsführer der Agrarprodukte Dedelow GmbH (Landkreis Uckermark) prägt jedoch als Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz auch die Rinderzucht in Mecklenburg-Vorpommern. Die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist als Betrieb im ehemaligen Bezirk Neubrandenburg von Anfang an Mitglied des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Coym übernahm 1979 die Leitung der Milchrind-Zucht in Dedelow. Mit der Umstrukturierung der ZBE Milchproduktion Dedelow in die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist sein Name untrennbar mit den Fortschritten der Zucht der Milchrindrasse Deutsche Holstein verbunden.

„In der Person von Dr. Edgar Coym verbinden sich wirtschaftliches Betriebsmanagement mit gelebter, kenntnisreicher Züchterpassion zur modernen Rinder­zucht“, sagte Backhaus in der Laudatio. „Oberste Prämisse war hierbei das Streben nach einer wirtschaftlichen Landwirtschaft mit gesunden, leistungsstabilen und langlebigen Tieren.“ Mit Nachdruck betrieb Coym seit 2005 das so genannte Testherden­programm, das deutschlandweit anerkannt ist. Vereinfacht gesagt werden hier Gesundheitsdaten der Kälber und Kühe der teilnehmenden Herden gesammelt, um Rückschlüsse auf genetisch bedingte Anfälligkeiten zu ziehen und Zuchtwerte zu erreichen, die stärker auf Gesundheit und Fitness der Hochleistungskühe ausgerichtet sind.

Den Pflanzenzuchtpreis 2019 erhielt mit Giermann ein bodenständiger Landwirt aus der Region Jarmen, der sich von Anfang mit der Saatgutvermehrung befasst hat. „Seit über 25 Jahren leitet er den Landessaatgutverband, dessen Entwicklung zu einem leistungsfähigen Verband der Agrarwirtschaft er entscheidend mitgeprägt hat“, betonte Backhaus. „Auch seiner persönlich engagierten Arbeit ist es zu verdanken, dass die Saatgutwirtschaft in unserem Land einen hohen Stellenwert hat und hier etwa 15 Prozent der Saat für Mähdruschfrüchte und 20 Prozent der Pflanzkartoffeln Deutschlands erzeugt werden.“

Der Geschäftsführer der Benziner Ackerbau GmbH baut auf rund 60 Prozent der Betriebsfläche Mähdruschfrüchte und Pflanzkartoffeln an, die anderen Landwirten Mecklenburg-Vorpommerns und Deutschlands gesundes Saat- bzw. Pflanzgut sichern. Unter Giermanns Leitung wurde unter anderem das deutschlandweit einmalige Projekt des Landessaatgutverbandes „Pro Z-Saatgut“ durchgeführt. Ziel war es Gesundheit und Qualität des Erntegutes zu sichern, indem die Landwirte Saatgut aus kontrolliertem Anbau bei Vermehrungsbetrieben verwenden statt es selbst zu gewinnen. „Dadurch ist in Mecklenburg-Vorpommern ein hoher und stabiler Saatgutwechsel von fast 70 Prozent erreicht worden, das sind 2 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt“, würdigt Backhaus die Initiative.

Keine Lebensmittel tierischer Herkunft aus dem Ausland mitbringen

Mühlengeez – Vor einem Jahr platzte mitten in die Mela eine Nachricht, die insbesondere die schweinehaltenden Betriebe erschreckte und die Veterinärdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzte. Nur rund 70 Kilometer westlich der deutschen Grenze wurde in Belgien bei einem toten Wildschwein das ASP-Virus (Afrikanische Schweinepest) nachgewiesen.

Während sich die Seuchensituation in Belgien derzeit stabilisiert zu haben scheint, dringt die Afrikanische Schweinepest im Osten der Europäischen Union langsam aber stetig nach Westen vor. Deshalb warnt das Landwirtschaftsministerium erneut vor dem Einschleppen von Tierseuchenerregern durch Mitbringsel und Reiseproviant.

„Ich möchte nochmals eindringlich auf die Einhaltung grundlegender Biosicherheitsmaßnahmen hinweisen. Diese gelten nicht nur für Tierhalter, sondern gehen uns alle an“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Die Viren, die für die ASP verantwortlich sind, mögen die Kälte“, so Backhaus weiter. „Gefrierfleisch und Wurstwaren sind somit besonders häufig Träger von solchen Tierseuchenerregern.“

Entsprechend streng sind die Vorschriften, die das Mitbringen von Fleisch- und Wurstwaren sowie von Milch-produkten aus dem Ausland regeln. Jedoch werden bei Stichprobenuntersuchungen an Flughäfen in regelmäßigen Abständen ASP-Viren in mitgebrachtem Reiseproviant nachgewiesen.

Da der Reiseverkehr innerhalb der EU- Mitgliedstaaten jedoch nicht mehr der Einfuhruntersuchung an Grenzkontrollstellen unterliegt, ist das Risiko des Einschleppens, insbesondere entlang des Fernstraßennetzes, durch Fahrzeuge oder Personen nach wie vor hoch.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger des Landes daher eindringlich darum, keine Fleisch- oder Wurstwaren aus den Gebieten mitzubringen, die von der Afrikanischen Schweinepest betroffen sind. Auch die Menschen, die von dort zu uns nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, bitte ich um entsprechende Achtsamkeit“, sagte Backhaus.

20 Jahre Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung

Lübstorf – „Umweltschutz und nachhaltiges Handeln beginnen vor der eigenen Haustür. Viele finden den Klimawandel schlimm, im Alltag verändern nur wenige etwas. Aber genau dort können wir einen Unterschied machen. Nur wenn wir eigene Gewohnheiten durchbrechen, können wir in Summe auch regional, national oder global etwas bewegen. Hier setzt seit nunmehr 20 Jahren die Arbeit der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung an. Sie fördert die regionale Umsetzung von Projekten im Sinne der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen; Projekte, die sonst kaum eine Chance gehabt hätten. Damit trägt sie dazu bei, dass die Regionen unseres Landes ihre Vielfalt besser sichtbar machen und bewahren können. Dieses Engagement verdient Respekt und Anerkennung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus auf Schloss Willigrad in Lübstorf, wo die Stiftung ihr 20-jähriges Jubiläum beging.

Seit Stiftungsgründung seien in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg über 4.400 Projekte mit einem Fördervolumen von über 38 Millionen Euro unterstützt worden, informierte Backhaus. Davon habe Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 2.400 Projekten maßgeblich profitiert. Allein in 2018 seien hierzulande über 100 Projekte mit insgesamt knapp 1,3 Millionen Euro gefördert worden. Davon 75 im Natur- und Umweltschutz und 27 Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung sei aber nicht nur Geldgeber: „Sie ist auch ein unverzichtbarer Dienstleister, was Beratungen und Projektbegleitungen angeht“, betonte Backhaus. Auf diese Weise könnten auch solche Initiativen unterstützt werden, die nur über geringe Erfahrungen hinsichtlich Projektarbeit und Fördermittelbeantragungen verfügen. Das seien unverzichtbare gesellschaftliche Leistungen, die die Verwaltung in dieser Tiefe nicht mehr anbieten könne.

Die Fördermittel der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung stammen im Wesentlichen aus den Zweckerträgen der Lotterie „BINGO – Die Umweltlotterie“ und auch aus Spenden. Kofinanziert werden die Mittel aus Förderbereichen des Landes, des Bundes oder der EU und nicht zuletzt auch aus Mitteln lokaler Akteure.

Waldarbeitermeisterschaften

Mühlengeez – Umrahmt von Ausstellern aus den Bereichen Wald-, Forst- und Landtechnik befindet sich im Block E des Messegeländes in Mühlengeez die Aktionsfläche Forst. Sie macht ihrem Namen alle Ehre. Denn alle drei Messetage über kann der Besucher hier viel Aktion erleben: jeweils von 9 bis 17 Uhr finden die Waldarbeitermeisterschaften statt.

„Die Waldarbeitermeisterschaften stellen den Zuschauern unter Wettkampfbedingungen sehr praxisnahe Tätigkeiten vor und regen die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch untereinander an“, erklärt Landwirtschafts- und Forstminister Dr. Till Backhaus. Beispielsweise gehe es um das präzise Beherrschen und sichere Handhaben der Motorkettensäge. Sie sei trotz der rasanten Technisierung der Holzernte durch Vollerntemaschinen wie Harvester das bestimmende Werkzeug der Forstarbeiter bei der Waldpflege und Holzeinschlag.

Den Anfang machen heute die Nachwuchs-Meister­schaften (U24) mit 22 Auszubildenden, darunter drei Frauen. Am Samstag wetteifern 12 Profis um den „Mela-Pokal“ und den Abschluss bildet am Sonntag die Forwarder-Meisterschaft. Die Siegerehrungen sind jeweils unmittelbar nach Abschluss der Wettkämpfe gegen 18.00 Uhr (Freitag) bzw. 16.30 Uhr (Samstag) vorgesehen.

Die Teilnehmer der Waldarbeitermeisterschaften messen sich in den Disziplinen Sägekettenmontage, Zielbaumfällen, Präzisions- und Kombinations­holzschnitt und Entasten eines Stammes.

Bei der Forwarder-Meisterschaft steuern Maschinen­führer ihre Schlepper durch einen engen Parcours und bauen mit dem Kran einen Turm aus sieben Holzklötzen.

Ergänzt wird das Programm der Waldarbeitermeister­schaft durch das Waldmobil. Hier werden anschaulich und praxisnah die Berufsinhalte des Forstwirts und des Försters dargestellt und für den forstlichen Nachwuchs geworben. Auch für Kinder ist mit dem „Baumklettern“ unter Anleitung versierter Baumsteiger der Landesforstanstalt für Abwechslung gesorgt.

MeLa öffnet ihre Pforten

Mühlengeez – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Mühlengeez bei der Eröffnung der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) die große Bedeutung der Messe hervorgehoben.

„Diese Leistungsschau hat sich inzwischen zur größten Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau im Norden Deutschlands entwickelt. Die MeLa bietet vor allem einem breiten Fachpublikum neueste Informationen auf allen Gebieten der Land- und Ernährungswirtschaft. Aber gleichzeitig ist sie offen für alle und ein echter Publikumsmagnet im Herbst. Hier in Mühlengeez schlägt ab heute wieder das „Herz der Landwirtschaft“ mit mehr als 1000 Ausstellern aus dem In- und Ausland.“

Die Jahre 2017 und 2018 waren für die Landwirtinnen und Landwirte sehr schwierige Jahre. „Nach den letzten beiden schlechten Jahren können wir sagen, die vorläufige Erntebilanz gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Die Erträge fallen in diesem Jahr deutlich besser aus als im Vorjahr. Bei meiner Erntebereisung in diesem Sommer konnte ich mich von der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft, auch unter schwierigen Bedingungen, überzeugen. Unsere Landwirtschaft ist gut aufgestellt und leistungsstark – das gilt für konventionelle als auch für ökologische Betriebe“, sagte die Ministerpräsidentin.

Die Landwirtschaft habe eine wichtige Funktion für den ländlichen Raum. „Wo starke landwirtschaftliche Betriebe sind, da ist das Leben vielfältiger und die Gemeinden lebendiger“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Die Landwirtschaftspolitik werde stark durch die Politik auf europäischer Ebene bestimmt. „Wir haben im letzten Jahr eine Kabinettsklausur in Brüssel abgehalten. Dort haben wir uns auch mit der finanziellen Ausstattung der Betriebe in der kommenden Förderperiode beschäftigt. Unsere Landwirte brauchen dringend Planungssicherheit und eine angemessene Finanzausstattung für den Zeitraum von 2021 – 2027. Dafür werden wir uns weiter einsetzen“, so die Regierungschefin.

Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft

Mühlengeez – Anlässlich der 29. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (kurz: MeLa), die morgen (12.09.2019, 10 Uhr) in Mühlengeez eröffnet, forderte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus einen neuen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft.

„Landwirtschaft betrifft uns alle. Jeden Tag, bei jeder Mahlzeit. Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen davon, wie unsere Landwirtschaft aussehen sollte. Sie basieren häufig auf einer unübersichtlichen Faktenlage, die unterschiedliche Interessengruppen ganz unterschiedlich interpretieren und für ihre Argumentation verwenden. Deshalb ist es wichtig, dass wir miteinander reden und gemeinsam Projekte und Ideen entwickeln, wie Landwirtschaft und Umweltschutz Hand in Hand gehen können oder dies heute schon tun. Die MeLa ist die zentrale Veranstaltung im Land, bei der Branche, Politik und Verbraucher dazu ins Gespräch kommen können.“

Im Mittelpunkt der diesjährigen MeLa steht die Frage, welchen Beitrag Landwirtschaft zum Klimaschutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen für nachkommende Generationen leisten kann.

„Für mich muss die Landwirtschaft ganz klar als Teil der Lösung betrachtet werden. Alles andere wäre widersinnig. Die Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlagen und ist damit ein zentraler Wohlstandsfaktor. Lebensmittel in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung zu stellen, hat auch etwas mit nationaler Sicherheit zu tun. Wir alle sind vor diesem Hintergrund von einer intakten Natur abhängig. Ohne gesunde Böden, sauberes Wasser und Biodiversität gibt es auf Dauer keine gute Ernte. Um bestehende Probleme angehen zu können, braucht es deshalb eine neue kooperative Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern“, positionierte sich Backhaus

Im Zusammenhang mit dem Ressourcenschutz sei die Umsetzung der Düngeverordnung eines der Themen, das die Gemüter des Berufsstandes, aber auch die Agrarverwaltung derzeit am meisten erhitze, so der Minister.

„Wir müssen leider feststellen, dass Bund, Länder und Berufsstand in dieser Frage gemeinsam versagt haben. Anstatt auf die Vorgaben von 2012 mit Konsequenz und mit glaubhaften Maßnahmen zu reagieren, wurde erst versucht, das Problem auszusitzen, dann wurde taktiert und klein geredet und schließlich vom Bund nahezu kopflos agiert“, kommentierte Backhaus. Fakt sei. Die Düngeverordnung werde kommen und sie werde Landwirte zum Umdenken und zur Suche nach alternativen Fruchtfolgen für ihren jeweiligen Standort zwingen. Auch Pflanzenschutzmittel müssten künftig noch zielgenauer eingesetzt werden. „Um innovative Technologien, die dies ermöglichen auch bei uns im Land noch mehr einsetzen zu können, brauchen wir schnelles Internet an jeder Milchkanne – und nicht nur dafür“, sagte er weiter.

Backhaus warb in diesem Zusammenhang auch für eine Allianz für Wasser, die nicht nur die Landwirte allein in die Pflicht nimmt, sondern die Gesamtverantwortung deutlich macht, das gesellschaftliche Ziel beschreibt und die konkreten Maßnahmen zum Erreichen dieses Zieles aufzeigt.

Wie wichtig es ist, dass die Landwirtschaft, aber auch andere Wirtschaftsbereiche, wie Industrie und Verkehr, klimaschonend produzieren, sei uns in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich vor Augen geführt worden, so der Minister. Nach drei schlechten Erntejahren, könnten die Landwirte in diesem Jahr aufatmen. Dennoch seien die Erträge aufgrund von Hitze und Trockenheit regional sehr unterschiedlich ausgefallen und der Berufsstand nach wie vor dazu angehalten, sich auf Klimaveränderungen einzustellen. Besonders schlecht sei die Ernte auf den grundwasserfernen Sandstandorten rund um die Müritz, im Süden des Landkreises Ludwigslust-Parchim und im Uecker-Randow-Kreis ausgefallen. Auch die Futtersituation bleibe weiterhin angespannt. Eine Reihe von Futterbaubetrieben habe die Winterfutterversorgung noch nicht absichern können.

Auch die Verbraucherinnen und Verbraucherinnen seien gefragt, wenn es um den Klima- und Ressourcenschutz geht, unterstrich Backhaus. Am Messestand des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt erfahren Gäste mehr über den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. „Wir geben zum Beispiel ganz konkrete Tipps, wo und wie Lebensmittel am besten aufbewahrt werden müssen“, erklärte er.

Ökologische Schäden nach Waldbrand Lübtheen

Schwerin – Im Vorfeld der morgigen Dankesfeier für die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Brandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen spricht auch Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus noch einmal allen Einsatzkräften seinen ausdrücklichen Dank und seine größte Anerkennung für ihren aufopferungsvollen Einsatz aus. „Für mich zählt nach wie vor, dass es uns gelungen ist, das verheerende Feuer unter Kontrolle zu bringen und die Ortschaften vor den Flammen zu schützen, sodass am Ende kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Ja, ihr seid Helden“, sagt der Minister.

Als Umwelt- und Forstminister gehe es ihm aber ebenso darum, die ökologischen Folgen des Brand­geschehens aufzuarbeiten und Schlussfolgerungen zu ziehen, um die Waldbrandgefahr und die Gefahren für die Menschen in den angrenzenden Ortschaften künftig einzudämmen, erklärte Backhaus.

Der Minister informierte, dass der Brand bei Lübtheen eine Fläche von rund 950 Hektar Wald erfasste. Betroffen gewesen seien vor allem hohe mittelalte und alte Kiefernbestände. „Da wir es überwiegend mit einem Bodenfeuer zu tun hatten, sind vor allem Wurzelbereich und Rinde in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Forstleute gehen deshalb davon aus, dass fast alle Bäume in den nächsten Jahren noch absterben werden“, prognostizierte Backhaus. Die Abwehrkräfte der Bäume seien so geschwächt, dass künftig zudem mit einen stärkeren Insektenbefall zu rechnen sei. Die Zerstörung des Bodenbewuchses habe außerdem die Wasserspeicherfähigkeit des Waldbodens verringert.

Die Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lübtheener Heide sind vollständig als Nationales Naturerbe und in weiten Teilen auch als Kernzone des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe MV ausgewiesen. Eine Wiederbewaldung erfolge deshalb überwiegend durch die natürliche Rückkehr der typischen Pflanzen-und Tierarten (Sukzession). Forstexperten gehen davon, dass sich der überwiegende Teil des betroffenen Gebietes innerhalb eines Jahrzehnts wieder regeneriert hat. Auf den Sandstandorten könne es allerdings auch Bereiche geben, die zunächst für einen längeren Zeitraum nur mit anspruchslosen Gräsern und Zwergsträuchern besiedelt werden.

„Klar ist, dass sich so ein Ereignis nicht noch einmal wiederholen darf“, sagt Backhaus abschließend. Bereits im März 2019 habe er ein Waldbrandschutzkonzept für die Lübtheener Heide vorgelegt, dieses müsse unverzüglich umgesetzt werden. Im Kern sieht es vor, Flächen in einem Radius von 1.000 Meter um die Dörfer von Munition zu befreien und mit feuerhemmenden Laubbäumen, wie Roteichen oder Buchen neu zu bewalden. Ergänzt werden sollen diese Maßnahmen durch Tiefbrunnen als Löschwasser­entnahmestellen und einen Waldbrandriegel an der auf dem Truppenübungs­platz befindlichen Ringstraße. So könnten Waldbrände aus dem Innenbereich des ehemaligen Truppenübungs­platzes bereits an der Ringstraße wirksam gestoppt werden.

Zudem habe das Brandgeschehen in Lübtheen einmal mehr deutlich gemacht, dass eine nationale Strategie der Brandvorsorge und -bekämpfung munitionsbelasteter Wälder erforderlich ist. Auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns wird sich deshalb die kommende Agrarministerkonferenz Ende September mit einen Antrag zum Thema Waldbrandbekämpfung in munitions­belasteten Wäldern befassen.

An der Bekämpfung des Waldbrandes in Lübtheen waren insgesamt rund 3.000 Personen beteiligt. Eingebunden waren neben Feuerwehrkräften aus MV, Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein auch Kräfte der Bundeswehr, Landes- und Bundespolizei, Technisches Hilfswerk, DRK, Munitionsbergungsdienst MV, Bundesforst, Landesforst MV sowie privater Organisationen und Unternehmen.

Der ehemalige Truppenübungsplatz Lübtheener Heide ist für die Öffentlichkeit weitgehend unzugänglich. Etwa 5.300 Hektar der ca. 6200 ha großen Bundesliegenschaft sind wegen der Einordnung in die Kampfmittelkategorie 4 seit 2016 durch die zuständigen Ordnungsämter gesperrt.

Vertiefung des Seekanals Rostock

Rostock – Das Vorhaben zur Vertiefung des Rostocker Seekanals geht in die nächste Runde: Vom 23. September bis 22. Oktober 2019 werden die Planfeststellungsunterlagen öffentlich ausgelegt.

Infrastrukturminister Pegel zeigt sich über das Voranschreiten des Verfahrens erfreut: „Wir haben sehr lange für die Vertiefung der seewärtigen Zufahrt zum Seehafen Rostock geworben und für die Aufnahme der Maßnahme in den Bundesverkehrswegeplan gekämpft. Diese war zwingende Voraussetzung, damit überhaupt mit der Planung der Seekanalvertiefung begonnen werden konnte.“

Der etwa 15 Kilometer lange Seekanal, der die Ostsee mit dem Hafen Rostock verbindet, soll auf 16,5 Meter Tiefe ausgebaggert werden. Schiffe mit einem Tiefgang von 15 Metern sollen ihn dann sicher befahren und den Hafen Rostock anlaufen können. „Angesichts zunehmender Schiffsgrößen, die mit mehr Tiefgang einhergehen, wird die Leistungsfähigkeit des Hafens Rostock mit der Seekanalvertiefung auf 16,5 Meter noch weiter verbessert. Das stärkt auch den Logistikstandort Mecklenburg-Vorpommern insgesamt“, so Minister Pegel.

Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), Außenstelle Kiel als Planfeststellungsbehörde legt die Unterlagen vom 23. September bis 22. Oktober 2019 während der Dienststunden

in der Hansestadt Rostock (Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft),
im Amt Bad Doberan Land für die Gemeinden Börgerende-Rethwisch,
Nienhagen, Kühlungsborn und Wittenbeck,
im Amt Rostocker Heide für die Gemeinden Bentwisch, Gelbensande, Mönchhagen und Rövershagen,
im Amt Warnow-West für die Gemeinden Elmenhorst/Lichtenhagen, Kritzmow und Lambrechtshagen,
in der Gemeinde Bad Doberan,
in der Gemeinde Ostseeheilbad Graal-Müritz und
in der Stadt Ostseebad Kühlungsborn

sowie ab dem 23. September 2019 im Internet unter https://www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Planfeststellungsverfahren/DE/100_AusbauSeekanalRostock.html

aus. Nach Ende der Auslegungsfrist sichten die Mitarbeiter der GDWS in Kiel die eingegangenen Stellungnahmen und wägen sie ab.

Die Kosten für die Vertiefung sind mit ca. 110 Millionen Euro veranschlagt, die der Bund trägt.

„Die Seekanalvertiefung ist eine wichtige Investition in die Zukunft des Rostocker Überseehafens“, sagt Christian Pegel. Er verweist darauf, dass die Landesregierung den bedarfsgerechten Ausbau der Hafeninfrastruktur seit vielen Jahren mit Fördermitteln unterstützt, um die Weiterentwicklung der Seehäfen im Land zu leistungsfähigen Logistikdrehscheiben und modernen Gewerbestandorten zu begleiten.

„Auch für Mecklenburg-Vorpommerns zweitgrößten Hafen, den der Hansestadt Wismar, forcierte der Bund die Aufnahme der Vertiefung der seewärtigen Zufahrt in den Bundesverkehrswegeplan 2030. Hierfür sind wir dankbar und unterstützen dies nach Kräften“, so der Landesinfrastrukturminister.

Verpachtung von Agrarflächen

Umwelt und Junglandwirte im Fokus

Schwerin – Zu den jüngsten Vorwürfen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), das Land Mecklenburg-Vorpommern benachteilige kleine Betriebe bei der Vergabe von Staatsflächen, nimmt der zuständige Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wie folgt Stellung:

„Es ist schon erstaunlich, dass sich der BUND Einzelheiten aus einer AFD-Anfrage herauspickt, um Fehlinterpretationen zu streuen. Fakt ist: Kein anderes Land beschäftigt sich so intensiv mit Bodenfragen wie Mecklenburg-Vorpommern. Dabei haben wir vor allem die Belange des Umweltschutzes, die Bedürfnisse von Junglandwirten, die ökologische Bewirtschaftung und die Sicherung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum im Blick. Andere Bundesländer lassen hier den Markt unbeeinflusst regieren“, betonte der Minister.

Er wies darauf hin, dass bei der Pachtvergabe 2019 die kleinen ökologisch wirtschaftenden Tierhaltungsbetriebe eindeutig favorisiert wurden. Im Rahmen der Vergabe wurden Landesflächen in zehn Losen (Teilgebiete) mit einer Gesamtfläche von 240 Hektar zur Verpachtung ausgeschrieben. Davon gingen sieben Lose an Betriebe mit ökologischer Bewirtschaftung (Rinder- und Geflügelhaltung) und drei Lose an konventionelle Milchviehbetriebe. Nur drei dieser zehn Betriebe verfügten über eine Betriebsfläche zwischen 250 bis 1000 Hektar.

„Grundsätzlich müssen wir auch immer die historische Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion bei uns im Land berücksichtigen. Das Land verfügt hauptsächlich über landwirtschaftlichen Grundbesitz in den ehemaligen Staatsdomänen. Dort sind vor allem die sogenannten LPG-Nachfolgebetriebe ansässig. Da die pachtbaren Böden an die Ortslage gebunden sind, ist es nur logisch, dass in diesen Gebieten eher größere Betriebe zum Zuge kommen“, erklärte Backhaus.

Der Minister räumte ein, dass das Land beim Auslaufen von Pachtverträge an die Vorgabe gebunden ist, Landesflächen vorrangig an Unternehmen mit Tierproduktion oder anderen arbeitsintensivem Produktionsprofil zu verpachten. Dies seien – wie beschrieben historisch bedingt –vor allem die LPG-Nachfolgebetriebe, die traditionell als Gemischtbetriebe (Acker/Milch) weitergeführt werden. In der Regel verfügen diese Betriebe über mehr als 500 bis 1000 Hektar Betriebsfläche. Allerdings hätten auch kleinere Betriebe mit einer maximalen Größe von 300 Hektar bei 40 Bodenpunkten bislang einen Anschlusspachtvertrag erhalten, auch wenn sie ohne Tierhaltung oder arbeitsintensiven Feldfrüchten gewirtschaftet haben.

„Wir sind sehr an einer Gleichbehandlung der Betriebe interessiert. Wer Großbetriebe aber per se verteufelt, dem sei auch gesagt, dass dahinter nicht selten 10 bis 20 Familien stehen, die mit der landwirtschaftlichen Produktion ihr Einkommen und ihre Existenz sichern müssen. Diese Betriebe sorgen in Größenordnungen für Beschäftigung und Wertschöpfung im ländlichen Raum“, betonte Backhaus.

Neue Forst-Förderrichtlinie

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat begrüßt, dass der Landtag zur Unterstützung der privaten Waldbesitzer bei der Schadholzbeseitigung und Wiederaufforstung berät. Angesichts der Bilder von den Waldbränden in Lübtheen oder im Amazonas sowie der Nachrichten über Dürreschäden und Käferkalamitäten sei die Bedeutung des Waldes vielen nachdrücklich bewusst geworden. „Die Wälder erfüllen eine Vielzahl von Nutz‑, Schutz‑ und Erholungs­funktionen. Sie sind unsere grüne Lunge und vereinen dabei Kultur- und Naturgüter, die generations­übergreifend geschützt werden müssen“, betonte Backhaus.

Seit Jahren verfolgt Mecklenburg-Vorpommern das Ziel, die Funktionsfähigkeit der heimischen Wälder durch nachhaltige Bewirtschaftung zu sichern, erklärte Backhaus. Das werde durch den Klimawandel und die stetig steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an die Forstwirtschaft erschwert. „Die Schadholzmenge infolge von Extremwetterereignissen betrug in MV für das Jahr 2018 380.000 m³. Dies entspricht 19,5% des durchschnittlichen Jahreseinschlages“, berichtete Backhaus. Etwa 63% des Kalamitätsholzes fielen im Privat- und Kommunalwald an. Für 2019 lägen noch keine Zahlen vor, aber es werde eingeschätzt, dass die Kalamitätsholzmenge auf dem Niveau des Vorjahres liegt, so Backhaus.

Der Minister unterstrich in diesem Zusammenhang, wie wichtig es deshalb sei, kleine private Waldbesitzer bei der Beseitigung des Schadholzes und der Wiederauf­forstung zu unterstützen. Dieses Anliegen hat das Landwirtschaftsministerium bereits umgesetzt. Zum 13. August dieses Jahres sei eine neue Förderrichtlinie des Landes für forstwirtschaftliche Maßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) in Kraft getreten, die erstmals Maßnahmen zur Beseitigung witterungsbedingter Schäden im Wald finanziell mit Festbeträgen je ha unterstützt.

Der Fördersatz für Wiederaufforstungen sei mit der neuen Förderrichtlinie auf 80 Prozent erhöht worden (max. 5.000 Euro je Hektar), informierte Backhaus. Auch die Kulturpflege nach der Wiederaufforstung werde bis zu fünf Jahren gefördert. Zudem können Forstbetriebsgemeinschaften Zuwendungen einfacher beantragen. Damit helfe die Landesregierung die Produktions- und Absatznachteile von Kleinprivat­wäldern durch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse zu überwinden.

Die Forderung nach einer Förderung der energetischen Verwertung und einen Fördersatz von 100 Prozent für Wiederaufforstungen lehnte Backhaus jedoch ab. Holz sollte zunächst stofflich verwertet werden, erst in zweiter Linie energetisch. Eine Förderung der energetischen Verwendung selbstgeworbenen Holzes würde diesem Grundsatz widersprechen. „Eine Aufstockung der Förderung der Wiederaufforstung auf 100 Prozent erscheint vor dem Hintergrund, dass die Waldbesitzer zur Wiederaufforstung gesetzlich verpflichtet sind und dass sie Einnahmen durch den Holzverkauf haben, nicht gerechtfertigt“, so Backhaus.

Aktionsprogramm Insektenschutz und Agrarpaket

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus bewertet das gestern im Bundeskabinett beschlossene Agrarpaket in weiten Teilen als positiv und lobt darüber hinaus den Vorstoß des Bundesumweltministeriums für mehr Insektenschutz.

„Mit dem zusätzlichen Geld für die Zweiten Säule können wir bestehende Agrarumweltprogramme ausfinanzieren und die zunehmende Umweltorientierung der Landwirte unterstützen“, sagte der Minister. Zwar habe sich Mecklenburg-Vorpommern bei der letzten AMK dafür ausgesprochen nur 4,5 % der Mittel von der ersten in die zweite Säule umzuschichten und in der neuen Förderperiode neu zu entscheiden. Die Nachfrage in den Agrarumweltprogrammen sei aber derart hoch, dass ein schnelleres Handeln erforderlich war. „Die Umschichtung ist in meinen Augen ein moderater Kompromiss“, so Backhaus. Er kritisierte jedoch, dass bislang nicht bekannt sei, wie sich der Satz in den kommenden Jahren verändert und forderte mehr Planungssicherheit für die Branche.

Lob gibt es von Backhaus auch für das vom Bund gestartete Aktionsprogramm Insektenschutz. „Verbindliche Vorgaben für alle Bundesländer durch ein Insektenschutz-Gesetz ist längst überfällig. Insekten sind sehr mobil und Maßnahmen zu ihrem Schutz können letztlich nur wirksam werden, wenn sie flächendeckend umgesetzt werden“, so der Minister. Auch die finanzielle Förderung der Insektenforschung sei ein wichtiger Bestandteil des Programms: „Nur wenn wir wissen, wie es tatsächlich um die Bestände bestellt ist und welche Ursachen der Insektenschwund hat, können wir sinnvoll gegensteuern“, unterstrich Backhaus.

Bereits im April 2018 stellte Minister Backhaus die Grundzüge der Insektenschutzstrategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ vor, mit der sich das Land für eine bundesweite Abstimmung der Forschung und die bessere Vernetzung vorliegender Forschungsergebnisse ausspricht und einsetzt. Entsprechende Beschlüsse seien 2018 auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns sowohl durch Agrarminister- als auch Umweltministerkonferenz verabschiedet worden. Das Aktionsprogramm des Bundes sei deshalb auch maßgeblich von den Ideen und dem Engagement Mecklenburg-Vorpommerns beeinflusst. Auch sehe die landeseigene Strategie vor, den Schutz der Insekten ausdrücklich in die Landnutzung zu integrieren. „Die großflächigen Strukturen der Landwirtschaft müssen aufgebrochen, mehr Hecken, Brachen und breite Feldränder angelegt werden. Mecklenburg-Vorpommern muss nach und nach von einem flächendeckenden Nektarband durchzogen werden“, forderte Backhaus.

Im Sommer 2018 hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt M-V darüber hinaus den Bienenweidekatalog Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Er soll Land- und Forstwirten, Haus- und Kleingärtnern, Bewirtschaftern von öffentlichen Flächen, aber auch einzelnen Bürgern helfen, Bienenweiden so anzulegen, dass vom Frühjahr bis in den September hinein für Bienen und andere Insekten kontinuierlich Tracht zur Verfügung steht.

Auch strengere Vorgaben zum Einsatz von Pflanzenschutzmittel kämen dem Insektenschutz entgegen, ist sich Backhaus sicher. Laut Bundesumweltministerium soll es in einem Großteil der Schutzgebiete ein vollständiges Verbot für den Einsatz von Herbiziden und biodiversitätsschädigenden Insektiziden geben. „Für den Insektenschutz ist das zweifelsohne eine gute Nachricht. Welche Konsequenzen sich für die Landwirtschaft ergeben, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen. Klar ist aber, dass die Belange der Branche berücksichtigt werden müssen und abwägend vorgegangen werden muss“, kommentierte Minister Backhaus.

Kritisch blickt er auf das von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner initiierte Tierwohlsiegel: „Ein Siegel, dass auf Freiwilligkeit setzt, nur die Tierart Schwein betrachtet und neben vielen weiteren Label existiert, ist nur bedingt aussagekräftig und für die Verbraucherinnen und Verbraucher keine echte Entscheidungshilfe.

Wolfsnachwuchs in drei neuen Rudeln in MV

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es drei neue Wolfsrudel. Das Wolfsmonitoring des Landes hat für drei bekannte Wolfsvorkommen im Müritz-Nationalpark, Torgelow und Jasnitz erstmals Welpen bestätigt. Damit leben hierzulande gegenwärtig 7 Wolfsrudel (Jasnitz, Kaarzer Holz, Retzow-Jännersdorfer Heide, Nossentiner Heide, Müritz-Nationalpark, Torgelow, Ueckermünder Heide) und zwei Wolfspaare (Lübtheen, Billenhagen).

„Ich habe den deutlichen Anstieg der Wolfspopulation prophezeit, insofern sind die neuen Welpennachweise für mich wenig überraschend. Dennoch nehme ich diese Entwicklung sehr ernst. Sie zeigt, dass wir hier in Mecklenburg-Vorpommern über weitläufige, bisweilen menschenleere Naturräume verfügen, die den Wölfen ideale Lebensbedingungen bieten. Sie zeigt aber auch, dass wir dem Schutz der Menschen und der landwirtschaftlichen Nutztiere weiterhin oberste Priorität schenken müssen. Vorsorge ersetzt aber nicht eine langfristige und bundesweit abgestimmte Strategie zum weiteren Umgang mit dem Rückkehrer. Hier müssen wir deutschlandweit endlich zu einer gemeinsamen Herangehensweise kommen“, sagte der zuständige Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mit Blick auf den neuen Wolfsnachwuchs.

Für den Müritz-Nationalpark konnte mit dem Fotofallenmonitoring ein Welpe und somit die erfolgreiche Reproduktion des in der Gegend bereits bekannten Wolfspaares belegt werden. Ob es noch weitere Welpen gibt, muss das fortgeführte Monitoring zeigen. Für die Fähe des Wolfspaares ist bekannt, dass diese aus dem Nieskyer Rudel in der Lausitz stammt.

Ebenfalls mittels Fotofallen wurden durch das Forstamt Torgelow in Kooperation mit dem Naturpark „Am Stettiner Haff“ mindestens zwei Welpen im Bereich des Wolfsvorkommens „Torgelow“ erfasst. Auch hier ist somit in diesem Jahr ein neues Wolfsrudel entstanden.

Das Monitoring des Forstamts Jasnitz ergab auch erstmals den Nachweis von mindestens einem Welpen für das Wolfsvorkommen „Jasnitz“. Die Elterntiere sind hier eine Wölfin, die aus dem angrenzenden Kalißer Rudel stammt, und ein Rüde, der aus dem Rudel „Storkow“ aus Brandenburg zuwanderte.

Erste Fotofallenbilder der Nossentiner Wölfin mit deutlichem Gesäuge bestätigt auch im dortigen Rudel nach 2018 wieder eine Reproduktion.

Nach aktuellen Monitoringergebnissen des Bundesforstbetriebes Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat sich in der Lübtheener Heide scheinbar die im November 2017 durch die TU Dresden besenderte Wölfin „Emma“ mit einem Partner angesiedelt. Der Status des vorher dort lebenden Kalißer Rudels ist aktuell unklar.

Das Forstamt Billenhagen konnte ebenfalls in den letzten Monaten ein neues Wolfspaar in seinem Zuständigkeitsbereich bestätigen. Genetische Analysen zeigen, dass die Wölfin aus dem Rudel „Knappenrode“ aus der sächsischen Lausitz stammt.

Für die im Jahre 2018 noch als Rudel geführten Wolfsvorkommen Kaliß und Löcknitz muss der aktuelle Status mit „unklar“ angesprochen werden.

Für mehrere andere Wolfsvorkommen mit Wolfsnachweisen (Bereiche Schildfeld, Grabow, Wokuhl, Anklam und Jägerhof) ist der Status ebenfalls noch unklar und soll durch das weitere kontinuierliche Monitoring geklärt werden.

Sichtungen oder andere Hinweise auf den Wolf können unter der Nummer 0170-7658887 oder auch über die Online-Eingabe unter dem Schlagwort „Monitoring“ auf der Internetseite www.wolf-mv.de gemeldet werden und stellen für das Wolfsmanagement einen wichtigen Baustein dar, um das Vorkommen und das Verhalten der Wölfe einschätzen und in geeigneter Weise reagieren zu können. Die genannte Nummer fungiert auch als Schadens-Hotline zu Meldung von aufgetretenen oder vermuteten Rissvorfällen.

Eine Beratung der Tierhalter zu den Präventionsmaßnahmen von Weidetieren und einer damit verbundenen möglichen Förderung ist im Rahmen eines Vor-Ort-Termins kostenlos möglich und wird seitens des Landes unbedingt empfohlen. Unter folgenden Telefonnummern können Beratungen vereinbart werden: 0157-75063085 (für die Regionen der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald) sowie 03847-43500 oder 0171-7270624 (für alle anderen Regionen).

Dezentrale Strukturen und junge Führungskräfte

Schwerin – Der Verwaltungsrat der Landesforstanstalt hat heute auf seiner 56. Sitzung über die künftige Organisationsstruktur und den Zustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern beraten.

„Die Landesforstanstalt ist ein Erfolgsmodell, um das uns andere Bundesländer beneiden. Mit über 1.000 Mitarbeiter und fast 660 Mio. Euro Bilanzvermögen ist sie das größte Wirtschaftsunternehmen der Landesregierung. Um ihrer Hauptaufgabe – dem Schutz und die Mehrung des Waldes – gerecht werden zu können, ist wichtig, vorhandene Strukturen mit Blick auf die sich stetig ändernden Rahmenbedingungen immer wieder neu zu hinterfragen“, sagte Agrarstaatssekretär und Verwaltungsratsvorsitzender der Landesforstanstalt Dr. Jürgen Buchwald im Anschluss an die Sitzung.

Insbesondere die Witterungsextreme der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass es innerhalb der Landesforst flachere Hierarchien geben muss, um auf solche Ereignisse schneller reagieren zu können. Das bedeute konkret, dass beispielsweise Forstamtsleitern mehr Verantwortung übertragen werden soll.

Um die Landesforst zukunftsfähig aufzustellen, sollen mittelfristig auch mehr junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Führungsämter kommen, erklärte der Staatssekretär. Altersbedingt würden in den kommenden Jahren einige Führungspositionen frei. Diese gelte es qualifiziert zu besetzen. „Uns ist bewusst, dass die geplanten Umstrukturierungen für Verunsicherung in der Belegschaft sorgen. Ich gehe aber davon aus, dass wir es schaffen werden, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass wir sie brauchen und dass wir auch künftig qualifiziert miteinander arbeiten“, zeigte sich Buchwald zuversichtlich.

Neben den organisatorischen Herausforderungen innerhalb des Unternehmens, arbeite das Umweltministerium ebenso inhaltlich-strategisch an Konzepten, um die hiesigen Wälder an den Klimawandel anzupassen, betonte Buchwald. Das Land habe die alarmierenden Hinweise der Klimaforscher frühzeitig aufgegriffen und bereits 2010 ein umfassendes Maßnahmenkonzept erarbeitet, unterstrich er.

Mit Blick auf die klimabedingten Waldschäden bestätigte der Verwaltungsrat heute die vom Vorstand eingeleiteten Schritte. „Priorität haben jetzt die Beseitigung von Waldschäden, die schnelle Aufarbeitung von Insekten befallenem Holz sowie die Sicherstellung einer anschließenden Aufforstung und Naturverjüngung, vorrangig mit standortsangepassten Laubhölzern“, erklärte Buchwald.

Der Staatssekretär kündigte an, dass es auf Einladung von Umweltminister Dr. Till Backhaus auch ein Gespräch mit den Forst- und Naturschutzverbänden zum Einfluss des Wildes auf die Naturverjüngung geben soll. „Wir freuen uns, dass die Verbände in einem abgestimmten Brief an uns herangetreten sind. Der Brief zeigt die hohe Erwartungshaltung der zuständigen Verbände an die Landesregierung. Wir nehmen die vorgetragenen Argumente sehr ernst und sind selbstverständlich bereit, verschiedene Ansätze gemeinsam zu diskutieren“, sagte er abschließend.

Allein im Landeswald mussten in 2018 380.000 Festmeter Holz aufgrund von Schädigungen der Bestände außerplanmäßig geerntet werden. Rund 80 Prozent davon sind Fichten, die durch Borkenkäfer befallen wurden. Auch wenn die Schäden damit nicht so dramatisch sind, wie in fichtenreicheren Bundesländern, so stellen sie die Waldbesitzer doch vor besondere Herausforderungen. Deutschlandweit fielen in 2018 35 Millionen Festmeter Schadholz an.