Die Waldbrandgefahr steigt

Schwerin – Der Hochsommer hält in den nächsten Tagen weiterhin Einzug. „Die Hitze breitet sich über das gesamte Land aus. Auch in der kommenden Woche ist nicht mit Niederschlägen zu rechnen. Damit spitzt sich die Lage zu. Für das gesamte Bundesland steigt die Waldbrandgefahr“, mahnt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern.

Die Waldbrandgefahr hat sich im Laufe der Woche bereits erhöht. Mecklenburg-Vorpommern ist laut Gefährdungslage dreigeteilt. Im gesamten Westen des Landes besteht eine mittlere Waldbrandgefahr (WGST 3). Im westlichen Teil Vorpommerns ist die Lage mit einer geringen Waldbrandgefährdung (WGST 2) noch verhältnismäßig entspannt, während jetzt im Osten des Landes die höchste Waldbrandgefahr (WGST 5) besteht.

„Gerade jetzt läuft die Ernte auf Hochtouren. Die Landwirte müssen alle erforderlichen Brandschutzmaßnahmen treffen“, appelliert der Minister. Sie müssen unter anderem Wasserwagen mit der Zugmaschine bereitstellen, alle an der Ernte beteiligten Maschinen mit Handfeuerlöschern ausstatten, alle Maschinen besonders gründlich auf Schäden und Defekte prüfen, die zu Funkenschlag führen könnten und diese ggf. beseitigen. Weiterhin sind die Landwirte dazu angehalten, notwendige Reparaturarbeiten an den Maschinen auf besonders vor Brandgefahr gesicherten Flächen auszuführen, deutlich höhere Abstände zu benachbarten Flächen durch das Beernten breiterer Vorgewende einzuhalten und einzelne Flächen durch Tellern oder Schälen schwer entflammbar zu machen, um ein Übergreifen auf andere Teilflächen bzw. den ganzen Schlag zu verhindern. An Feldrandgebieten ist ab Waldbrandgefahrenstufe 4 ein sechs Meter breiter Wundstreifen anzulegen, wenn der Abstand zum Wald weniger als 50 Meter beträgt.

Die Waldbrandbereitschaftsdienste der Forstbehörden sind aktiviert. Bei akuter Gefahr kann die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen durch die untere Forstbehörde zur Gefahrenabwehr nicht ausgeschlossen werden. In diesem Jahr gab es bereits 37 Waldbrände auf einer Gesamtfläche von rund fünfeinhalb Hektar.

„Dass der Schaden nicht größer ausgefallen ist, liegt unter anderem an der Waldbrandzentrale in Mirow. Von dort aus werden etwa die Hälfte der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern und gleichzeitig die besonders waldbrandgefährdeten Gebiete durch 22 hochmoderne Kamerasysteme überwacht, so dass eine schnelle Früherkennung und Bekämpfung von Waldbränden gegeben ist“, sagt der Minister.

In den kommenden Tagen ist der Aufenthalt in der Natur mit besonderer Vorsicht zu verbinden. Alle Bürger und Touristen, die den Wald wegen seiner kühlenden Wirkung besuchen, sollten sich unbedingt an die gängigen Verhaltensregeln halten.

  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto!
  • Im und am Wald (Mindestabstand 50 Meter) darf kein Feuer entzündet werden!
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Waldparkplätzen! Trockene Bodenvegetation an Waldrändern kann sich am Katalysator entzünden und einen Waldbrand verursachen. Ermöglichen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Lösch- und Rettungskräften eine rasche und ungehinderte Zufahrt zum Brandherd, indem Sie die Waldwege freihalten!
  • Melden Sie alle Brände unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110)!

Rekordstrecke im Jagdjahr 2019/20

Schwerin – Im Jagdjahr 2019/20 wurde mit 96.559 Stück Schwarzwild ein Rekordergebnis erzielt. Die hohen Streckenergebnisse des Jagdjahres 2017/18 mit 85.949 erlegter Wildschweine und 2018/19 mit 73.177 Stück wurden weit übertroffen.

„Dieses Ergebnis ist angesichts der zurzeit herrschenden Absatzprobleme umso erfreulicher. Somit zeigt die 2017 eingeführte „Pürzelprämie“ deutlich Wirkung. Ich bedanke mich bei allen Jägerinnen und Jägern für dieses Ergebnis zum Wohle der Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, so der Minister. Die Jägerinnen und Jäger hätten damit deutlich ihren Anteil zur Verringerung des Risikos für einen Eintrag des ASP-Virus geleistet.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden im vergangenen Jagdjahr (1. April 2019 bis 31. März 2020) insgesamt 181.439 Stück Schalenwild erlegt. Das Streckenergebnis liegt damit um ca. 25.300 höher als im Vorjahr.

Beim Rotwild wurden im abgelaufenen Jagdjahr 8.004 Stück erlegt. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (7.537 Stück). Es zeigt sich in den vergangenen sechs Jahren eine deutliche Streckenzunahme.

Beim Damwild wurde ein Streckenergebnis von 14.614 Stück erzielt; das sind rd. 750 Stück mehr als im vergangenen Jagdjahr. Die Streckenergebnisse beim Damwild in den letzten fünf Jagdjahren zeigen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend in den Abschusszahlen.

Muffelwild spielt in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor eine nur untergeordnete Rolle. Nach dem Streckenanstieg der vergangenen fünf Jahren ist jedoch ein deutlicher Rückgang der Jagdstrecke zu verzeichnen. Es wurden 253 Stück erlegt.

Die Rehwildstrecke mit 62.009 Stück weist eine Steigerung von rd. 2000 Stück im Vergleich zum Vorjahr auf und zeigt ein steigendes Niveau der Vorjahre.

eim Raubwild wirkten sich die Krankheitsverläufe von Räude, Staupe und Parvovirose in den Jahren von 2009 bis 2012 deutlich aus. Die Streckenergebnisse von 2011/12 mit den geringsten Strecken beim Fuchs, Waschbär und Marderhund sind im Jagdjahr 2019/20 wieder deutlich gestiegen.

So wurden beispielsweise mit 20.982 Füchsen, 7.261 Marderhunden und 20.773 Waschbären wieder zum Teil deutlich höhere Strecken als in den vergangenen Jahren erzielt.

Beim Waschbär ist ein stetiger Anstieg der Strecke zu verzeichnen. In den letzten Jahren gab es hier von Jahr zu Jahr einen überdurchschnittlichen Streckenanstieg. Vor 10 Jahren wurden ca. 1.000 Waschbären in Mecklenburg-Vorpommern zur Strecke gebracht.

Die Strecke beim Feldhasen (1.139 Stück) ist leicht gestiegen. Beim Wildkaninchen (52 Stück) liegt die Strecke unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre. Die Bestände bewegen sich insgesamt auf sehr niedrigem Niveau.

Die Zahlen der erlegten Wildgänse (3.306 Stück) und Wildenten (6.342 Stück) liegen auf ca. gleichem Niveau des letzten Jahres.

Zum 1. September 2017 wurden weitere Tierarten dem Jagdrecht unterstellt. Auf dieser Grundlage wurden acht Nilgänse, 585 Nebelkrähen, 854 Rabenkrähen, 766 Elstern und 5.522 Nutrias erlegt.

Tiere als Therapeuten

Auszeichnung für Zoo Stralsund

Stralsund – Umweltminister Dr. Till Backhaus hat den Zoo Stralsund für sein Projekt „Tiergestützte Intervention – Einsatz von Tieren in sozialen Diensten“ ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ der UN-Dekade Biologische Vielfalt.

„Es freut mich sehr, dass ich heute ein vorbildliches Projekt an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen auszeichnen darf. Das Projekt ist bundesweit einzigartig. Es lenkt den Blick besonders auf die Chancen, die Natur und biologische Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten“, sagt Backhaus.

In Kooperation mit der Volkshochschule, dem Veterinäramt, dem Förderverein und zahlreichen Institutionen ist der Zoo unter der Leitung von Dr. Christoph Langner in den letzten Jahren zu einem Zentrum bei der Vermittlung von Wissen und bei der praktischen Anwendung von Verfahren der tiergestützten Intervention geworden.

Der Tierpark organisiert unter anderem Besuchsdienste mit Tieren, beschäftigt Menschen im Rahmen der Ergotherapie oder berät in der Wohlfahrt tätige Einrichtungen in Fragen der Tierhaltung. „Wissenschaftliche Studien haben den positiven Effekt von Tieren auf Menschen mehrfach nachgewiesen. Die Nutzung von Tieren in sozialen Diensten, als Co-Therapeuten, zur Unterstützung in Schulen oder Pflegeeinrichtungen erlebt einen starken Aufschwung“, so der Minister.

Der Zoo Stralsund bietet, gemeinsam mit dem Förderverein und der Volkshochschule Stralsund, eine umfassende Weiterbildung an. „Diese Form der Organisation eines Weiterbildungskurses ist bisher einmalig und hat auch in Fachkreisen große Resonanz gefunden“, sagt Backhaus.

„Damit Projekte und Angebote zur tiergestützten Therapie Erfolge bringen, sind fundiertes Wissen und praktisches Können notwendig.“

Kritik an den Regeln für Kampfhunde

Verordnung hat deutlich mehr Sicherheit gebracht

Schwerin – Nach Auffassung des Innenministeriums hat sich die Hundehalterverordnung bewährt. Sie ist ein Gewinn für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern. Die erweiterten Kontroll- und Eingriffsmöglichkeiten der Behörden sowie die restriktiven Haltungsvoraussetzungen haben den Effekt, dass die Bereitschaft, sich als gefährlich eingestufte Hunde zuzulegen, erheblich abgenommen hat. Gleichwohl lässt die Hundehalterverordnung unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen die Haltung derartiger Hunde zu, da sie kein absolutes Verbot bestimmter Hunderassen oder -gruppen enthält.

„Eine wichtige Erfahrung ist, dass die in der Hundehalterverordnung gelisteten Hunde – auch wegen der für diese Hunde durch die Gemeinden veranlassten höheren Hundesteuern (bis zum dreifachen Satz) – von Hundehaltern erst gar nicht mehr angeschafft werden“, so Thomas Lenz, Staatssekretär im Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern. „Deshalb haben wir auch von diesen Hunden in den letzten Jahren deutlich weniger Beißvorfälle, als vor dem Erlass der Verordnung. Daraus dann aber zu schließen, dass die Listenhunde offenbar harmlos und die Hundehalterverordnung insoweit überflüssig sei, ist vor diesem Hintergrund ein gefährlicher Irrtum.“

Natürlich steht bei allen Hunden häufig das Problem am Ende der Leine. Aber auch daraus den Schluss zu ziehen, dass es richtig wäre, gewisse Hunde-Züchtungen einschließlich Querzüchtungen, für die sich häufig auch ein bestimmtes Klientel von Hundehaltern besonders interessiert, als grundsätzlich nicht mehr gefährlich einzustufen, wäre künftigen möglichen Opfern gegenüber absolut unverantwortlich. „Und ob die besonderen Gefahren, die von diesen Züchtungen und manchen Hundehaltern ausgehen, allein mit der Einführung eines Hundeführerscheins gelöst werden können, darf auch sehr bezweifelt werden. Ich erinnere nur an die Erfahrungen, die wir mit dem Kleinen Waffenschein machen“, so der Staatssekretär.

Nach der fünften Verordnung zur Änderung der Hundehalterverordnung vom 23. Juni 2020 (GVOBl. M-V S. 43) tritt die Verordnung über das Führen und Halten von Hunden (Hundehalterverordnung) vom 4. Juli 2000 (GVOBl. M-V S. 295) am 31. Juli 2022 außer Kraft.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat am 18. Oktober 2019 einen Antrag zur Einführung einer Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen angenommen (Drucksache 7/4210 vom 25. September 2019). Danach ist die Erarbeitung und die Vorlage eines formellen Gesetzentwurfes zu einem Hunde(halter)gesetz beabsichtigt. Dieses Gesetz soll die Hundehalterverordnung ablösen und zugleich Regelungen über Kennzeichnungs- und Registrierungspflichten von Hunden zum Gegenstand haben.

Die Hundehalterordnung war insbesondere zu verlängern, weil weiterhin bis zum Inkrafttreten eines Gesetzes im obigen Sinne ein erhebliches öffentliches Interesse an einer solchen Regelung besteht. Sie dient der Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, soweit diese durch Hunde hervorgerufen werden und soll auch weiterhin das Verhalten der Hundehalterinnen und Hundehalter im Sinne der Gefahrenabwehr steuern.

Nach dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG, Urteil vom 15.10.2014, Az.: 9 C 8.13) ist ein erhöhter Steuersatz für gelistete Hunde, die abstrakt als gefährlich angesehen werden – sogenannte Kampfhunde – zulässig. Die Gemeinde darf bei ihrer Hundesteuererhebung neben fiskalischen Zwecken auch den Lenkungszweck verfolgen, als gefährlich eingestufte Hunde aus ihrem Gemeindegebiet zurückzudrängen. Selbst dann, wenn ein individueller Nachweis fehlender gesteigerter Aggressivität erbracht wurde.

Welt-Ranger-Tag

Naturschützer in Uniform auch für MV wichtig

Schwerin – Zum heutigen Welt-Ranger-Tag hat Umweltminister Dr. Till Backhaus in Boizenburg das Engagement der Rangerinnen und Ranger Mecklenburg-Vorpommerns gewürdigt. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur­schutz unseres Landes“, sagte er bei einem Treffen mit Mitarbeitern aus den staatlichen Großschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns. Während jedoch in anderen Teilen der Welt die Ranger bei ihrer originären Aufgabe mitunter ihr Leben riskieren, erlebt der Beruf hierzulande einen Wandel. „Bei uns sind Sie wichtige Ansprechpartner vor Ort, wenn es darum geht, die Mitmenschen für das Thema Umwelt- und Naturschutz zu begeistern.“

Diese Einschätzung wurde von den Mitarbeitern der Nationalen Naturlandschaften demonstrativ bestätigt. An sieben Stationen stellten sie dem Minister ihr Arbeitsfeld vor. Das reicht von der Besucherbetreuung und Bildungsarbeit, über die Beratung von Partnern des Vertragsnaturschutzes und die Pflege der Natur sowie der Besuchereinrichtungen bis hin zur Datenerfassung für Monitoringprogramme. Aber auch die ursprüngliche Aufgabe der Kontrolle der Einhaltung der Schutzbestimmungen gehört weiterhin zum Arbeitsfeld.

In Mecklenburg-Vorpommern sind insgesamt 125 Ranger bei den drei Nationalparks, den drei Biosphärenreservaten und den sieben Naturparks angestellt. Die jährlichen Personalkosten betragen 6,2 Mio. Euro. Dazu kommen Sachkosten wie die Ausstattung mit dem markanten Rangerhut und Arbeitsschutzkleidung.

In allen Nationalen Naturlandschaften des Landes sind zudem als Zusatzangebot Nachwuchs-Ranger unterwegs, um die Naturbesonderheiten vor ihrer Haustür kennenzulernen. Die Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren nennen sich stolz Junior-Ranger. Das Bundestreffen der Junior-Ranger sollte Mitte Juni in Boizenburg stattfinden. Nun wird das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe M-V erst im nächsten Jahr Gastgeber von Junior-Rangern aus ganz Deutschland sein.

Als Ranger wurden ursprünglich die Nationalparkwächter in den USA bezeichnet. Heute erfasst der Begriff weltweit die Naturwächter und Wildhüter in Schutzgebieten. Um auf ihre wichtige Arbeit aufmerksam zu machen und derer zu gedenken, die während ihres Dienstes für den Naturschutz getötet wurden, hat die International Ranger Federation (IRF) den 31. Juli zum Welt-Ranger-Tag erklärt, der jährlich begangen wird.

Vertreter Deutschlands bei der IRF ist der 1995 gegründete Bundesverband Naturwacht e.V.. Mit Carsten Wagner, Ranger im Nationalpark Vor­pommersche Boddenlandschaft, ist ein Mitarbeiter aus Mecklenburg-Vorpommern Vorsitzender des Bundesverbandes Naturwacht. Ehrenamtlicher Geschäftsführer ist mit Martin Gehrke ebenfalls ein Vertreter Mecklenburg-Vorpommerns.

Ökologische Anbauverbände

Schwerin – Anlässlich der Sommerreise der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Anbauverbände MV weist Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf die Bedeutung des Ökolandbaus hin. Motto in diesem Jahr sind die Leistungen des Ökolandbaus für die Artenvielfalt. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft ging bekanntermaßen ein erheblicher Verlust an Landschaftsstrukturen und ihrer Artenvielfalt einher. Dem wolle das Land nun entschieden entgegenwirken, so Minister Backhaus:

„Bezüglich des Flächenbewirtschaftung landeseigener Flächen habe ich entschieden, dass die Verpachtungskriterien künftig auch an ökologischen Erfordernissen ausgerichtet werden. Damit möchte ich der Artenvielfalt und Entwicklung ökologisch wertvoller Landschaftsstrukturen im Lande mehr Raum geben. Diese Entscheidung dient auch der Umsetzung der EU-Verpflichtungen, die in der FFH- und Vogelschutzrichtlinie sowie in der Wasserrahmenrichtlinie verankert sind. In der Bereitstellung von attraktiven spezifischen Förderprogrammen, die einen Mehrwert und damit eine echte Anreizkomponente besitzen, sehe ich ein wesentliches Instrument zur Steuerung der Landnutzung. Das muss allerdings erst noch Eingang finden in die EU-Agrarförderung. Sie kennen meinen Grundsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen.“

Der ökologische Landbau trage bereits heute in besonderem Maße zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Förderung regionaltypischer Kulturlandschaften bei, so der Minister weiter.

„Mit gezielten Förderungen schaffen wir eine starke Basis für den Ökolandbau im Land, wie das Projekt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ zeigt. Seit 2011 wird dieses Projekt mit dem WWF, dem Biopark e.V., dem Leibnitz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und dem Handelsunternehmen EDEKA gemeinsam gelebt. Landnutzer, Landschützer und Lebensmitteleinzelhandel fühlen sich zusammen der Natur verpflichtet. Die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten soll in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen nachweislich erhöht werden.

Mecklenburg-Vorpommern war mit diesem Projekt Vorreiter in Deutschland. Der Landwirt kann anhand des Kataloges von 70 konkreten Naturschutzmaßnahmen seine bereits vorhandenen Naturschutzleistungen beurteilen und auswählen, welche Maßnahmen für seinen Betrieb am sinnvollsten sind. EDEKA-Nord garantiert die Abnahme der Projekt-Produkte und zahlt den Mehraufwand an die Landwirte. Aktuell sind 72 Biopark-Betriebe mit rund 38.000 ha für den Naturschutz-Standard „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ zertifiziert. Mein Haus unterstützte das Projekt in Höhe von ca. 35.000 Euro im Rahmen des Konzeptes. Praxisbezogene Naturschutz-Standards wurden erarbeitet, publiziert und sind heute die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung. Der Trend zu mehr ökologischem Landbau wird an den Flächenzuwächsen in MV sichtbar. Dies kann ich mit Stolz berichten:

Nach ca. 30.000 ha Zuwachs in den Jahren 2018 und 2019 liegen erste Zahlen für 2020 vor. Der Umfang der ökologisch bewirtschafteten Fläche ist im Jahr 2019 von 169.033 ha bis zum 30.06.2020 auf 173.648 ha erneut gewachsen.

Diese Fläche wird von 1.070 biozertifizierten Landwirtschaftsbetrieben bewirtschaftet, 50 Betrieben mehr als in 2019. Auf ca. 12,9% der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird damit ökologisch gewirtschaftet. Damit liegt unser Land deutlich über dem Bundesschnitt von 9,7 Prozent. Zusätzlich sind 222 biozertifizierte Verarbeitungsbetriebe z.B. als Mühlen, Bäcker, Schlachtbetriebe, Metzger, Molkereien und Mostereien und Bio-Gastronomen in Mecklenburg-Vorpommern tätig. Diese Entwicklung wollen wir weiter vorantreiben.

Betriebe, die auf Ökolandbau umstellen wollen, können zum 31.12.2020 Antrag auf Förderung ökologische Wirtschaftsweise stellen.“

Klimaschutz nur mit Moorschutz

Schwerin – Im Rahmen der Landespressekonferenz hat Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gemeinsam mit der Leiterin des Greifswalder Moor Centrums, Dr. Franziska Tanneberger, die Faktensammlung „Moore in Mecklenburg-Vorpommern im Kontext nationaler und internationaler Klimaschutzziele – Zustand und Entwicklungspotential“ vorgestellt. Eine fachlich fundierte Klimaschutzpolitik in Mecklenburg-Vorpommern werde ohne die Berücksichtigung der Moore nicht funktionieren, schlussfolgert der Minister aus dem Faktenpapier.

„Die trockengelegten Moore in Mecklenburg-Vorpommern emittieren ca. 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Das ist rund ein Drittel der Gesamtemission des Landes und mehr als das Dreifache der Menge, die wir aktuell durch die Windkraft an Land und auf dem Wasser derzeit einsparen. Wir müssten also die derzeitige Windkraftnutzung verdreifachen, wollten wir nur die Emissionen aus den Mooren damit kompensieren“, so Backhaus einleitend.

Klimaschutz müsse selbstverständlich in allen Sektoren stattfinden, der Ausbau der erneuerbaren Energien und eine Reduzierung der THG-Emissionen aus Mooren seien die Vorgaben für die Zukunft, so der Minister weiter.

„Die internationalen Klimaschutzziele, wie sie im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart wurden, bedeuten große Herausforderungen: Die durch den Menschen verursachte Erderwärmung soll maximal 2 Grad betragen, besser noch deutlich darunter bleiben. Das bedeutet, dass ALLE CO2-Emissionen bis 2050 – also in 30 Jahren – nahezu auf null sinken müssen, also auch die aus den Mooren,“ erklärt Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern habe als eines der ersten Länder überhaupt die beiden Themen Moor- und Klimaschutz zusammengeführt. Insbesondere das im Jahre 2009 veröffentlichte „Konzept zum Schutz und zur Nutzung der Moore“ greife diese Aspekte auf. Im Jahre 2011 wurde mit den MoorFutures ein alternatives Finanzierungsinstrument „made in Mecklenburg-Vorpommern“ auf den Markt gebracht. Ende 2017 sei die „Fachstrategie Paludikultur“ veröffentlicht worden, welche nasse, d. h. torferhaltende, Nutzungsformen der Moore systematisch auf Anwendbarkeit, Kosten und Einsparpotentiale untersucht. Ende 2018 sei es dann gelungen, gemeinsam mit dem Bildungsministerium die Moorprofessur an der Universität Greifswald zu verstetigen.

„Dennoch müssen wir angesichts der in dem Faktenpapier zusammengefassten Zahlen zur Kenntnis nehmen, dass all diese Anstrengungen bei weitem nicht ausreichen. Weitere und schnellere Schritte sind dringend erforderlich, gerade auch wenn man sich den in dem Faktenpapier vorgeschlagenen Transformationspfad ansieht“, mahnt der Minister. Dazu zählten laut Faktenpapier:

Schrittweise Wiedervernässung des entwässerten Waldes (50% bis 2030, je weitere 25% bis 2040 und 2050).

Ausstieg aus der Ackernutzung auf Moorböden bis 2030.

Schrittweise Wasserstandsanhebung auf Grünland, dabei

  • bis 2030 auf 85% aller landwirtschaftlich genutzten Moore auf Wasserstände von ca.30 cm unter Flur und auf 15% auf Wasserstände in Flur
  • bis 2040 auf weiteren 50% der in 2030 nur bis 30 cm unter Flur vernässten landwirtschaftlich genutzten Moore auf Wasserstände in Flur
  • bis 2050 vollständige Vernässung auf 100% der Moorfläche

„Diese Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, sondern orientieren sich an dem genannten Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Dennoch werden bei der konkreten Umsetzung sicher auch Abweichungen nötig sein, es handelt sich hier nicht um einen starren Ablaufplan. Insbesondere die Zielstellung „Ausstieg aus dem Ackerbau auf Moorböden bis 2030“ stellt eine enorme Herausforderung dar. Entscheidend hier wird auch sein, wie lange für diese Nutzung noch Flächenprämien gezahlt werden und wie gut es uns gelingt, alternative Nutzungskonzepte zu entwickeln,“ stellt Backhaus fest.

„Das heißt nichts anderes, als dass in den kommenden Jahren ganz entscheidende Weichen zu stellen sind. Weichen zu mehr Klimaschutz, zu mehr Moorschutz, zu Wasserrückhalt in den Flächen und zu nachhaltiger Wertschöpfung. Aus dem Faktenpapier muss eine Strategie entstehen, eine Strategie wie wir mit Klimaschutz regionale Landwirtschaft langfristig umsteuern und Wertschöpfung steigern können. Es wäre grundfalsch, die Landwirtschaft zum allein Schuldigen zu erklären. Im Gegenteil: Sie kann ein wichtiger Teil der Lösung sein. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der viele Akteure zusammenspielen müssen (Landwirte, Forstwirte, Wasser- und Bodenverbände um nur einige zu nennen). Und es braucht die Unterstützung aus Brüssel und Berlin“, so der Umweltminister abschließend.

Neue Broschüre zum Thema Stallklima

Schwerin – Die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Landwirte auch in der Tierhaltung vor große Herausforderungen. Gekennzeichnet durch steigende Temperaturen und langanhaltende Wärmeperioden in den vergangenen Jahren verändern sich die Umgebungsbedingungen für die Tiere deutlich.

„Es ist wichtig, wissenschaftlich fundiert nach Anpassungsstrategien zu suchen und den Tierhaltern Antworten zu geben, wie man im Stallbau, in der Haltung und im Management Verbesserungen für Mensch und Tier erreicht“, so Minister für Landwirtschaft und Umwelt MV, Dr. Till Backhaus.

„Es freut mich, dass unter Federführung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern Mitarbeiter des Institutes für Tierproduktion in Dummerstorf in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern einer Arbeitsgruppe „Stallklima und Emissionen“ eine Broschüre unter dem Titel „Beiträge zum Thema Stallklima in der Tierhaltung 2020“ erstellt haben“, so Dr. Backhaus weiter. „Nur in Abstimmung zwischen den Einrichtungen in Deutschland, die Kapazitäten auf diesem wichtigen Arbeitsgebiet besitzen, lassen sich konkrete Ergebnisse erzielen.“

Die genannte Arbeitsgruppe ist aus einer länderübergreifenden Kooperationsvereinbarung zwischen den Landeseinrichtungen für Landwirtschaft und der daraus resultierenden Koordinierungsgruppe Tierproduktion hervorgegangen. Aktuelle Themen z.B. zum Hitzestress bei Milchrindern als auch Problemfelder wie Emissionen in der Schweinehaltung oder aus diffusen Quellen der Rinderhaltung werden aufgegriffen und mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen untersetzt.

Minister Dr. Backhaus begrüßt die Zielstellung der Wissenschaftler aus der angewandten Forschung, die Tierhalter in ihrer Arbeit auch unter künftigen Herausforderungen zu unterstützen.

Greenpeace-Aktion am Adlergrund

Insel Rügen – Seit dem Wochenende ist Greenpeace mit seinem Schiff „Beluga II“ auf dem Adlergrund etwa 40 Kilometer östlich von Rügen unterwegs und versenkt dort Granitsteine von 300 bis 1.000 Kilogramm Gewicht in der Ostsee. Das angestrebte Ziel der Umweltorganisation sei es, damit die Schleppnetzfischerei im Gebiet zu erschweren. Zugleich will man darauf hinweisen, dass die in der dortigen AWZ Deutschlands befindlichen Vogelschutz- und FFH-Gebiete nicht hinreichend geschützt würden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus kritisiert das Vorgehen der Aktivisten: „Es ist schon fast als makaber zu bezeichnen, wenn Greenpeace einen Berufsstand, der quasi vor der Auflösung steht, zum Sündenbock macht für die gesamte Misere der Ostsee. Von den 1390 Fischern im Haupterwerb im Jahr 1989 sind noch 211 geblieben. Weitere Betriebsaufgaben sind angekündigt.

Man kann trefflich über „Henne und Ei“ streiten – aber dass zum Beispiel der Hering Probleme hat, ist nicht allein auf Überfischung zurückzuführen. Hier haben andere Umweltfaktoren, wie die Erderwärmung, erheblichen Anteil. Als Umweltminister ist mir die Situation in der Ostsee natürlich sehr wichtig. Wir haben große Anstrengungen zu leisten, um für eine Verbesserung des Zustandes zu sorgen. Das betrifft auch den Einfluss der Landwirtschaft auf die Gewässerqualität.

Sicher ist: Wir können nicht einfach so weitermachen wie bisher. Dennoch ist es unseriös, wenn Greenpeace den Eindruck zu erwecken versucht, Meeresschutzgebiete seien von jeder Nutzung ausgeschlossen. Im Gegenteil: Natura 2000-Gebiete umfassen viele traditionelle Kulturlandschaften, die durch menschliche Nutzung erst so wertvoll geworden sind. Schutz durch Nutzung ist das Motto. Deshalb würde ich vorschlagen, auf solche PR-Maßnahmen zukünftig zu verzichten. Sie stellen eine Verzerrung der Realität dar und helfen niemandem weiter. Wichtig ist, dass wir gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, nicht nur in den Schutzgebieten günstige Erhaltungszustände für Tiere und Pflanzen zu erlangen. Weniger Populismus stünde uns dabei gut zu Gesicht.“

Digitalisierung im Kuhstall

Mehr Tierwohl und Arbeitskomfort

Dummerstorf – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat sich auf dem Gut Dummerstorf über den aktuellen Stand des Einsatzes modernster Melktechnik informiert.

Die Gut Dummerstorf GmbH hat in ein automatisches Melksystem mit 6 Melkrobotern der neuesten Generation investiert, mit dem 410 Milchkühe gemolken werden. Die Investitionskosten betrugen 1,3 Mio. €.

„Melkroboter werden schon länger eingesetzt. Und die damit verbundene Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter im Stall ist bekannt,“ so Minister Backhaus. „Neue Technologien sorgen jetzt jedoch für eine weitere Verbesserung der Arbeitseffizienz. Zusätzlich werden Informationen zum Gesundheitszustand und zur Kondition der Tiere erfasst.“

Mit dem neuen Melksystem vom Typ VMS (Voluntary Milking System) V300 von De Laval werden über vernetzte Sensoren zahlreiche Daten über die Milch und den Gesundheitszustand der Tiere gewonnen. Dazu gehören Milchmenge, Leitfähigkeit und Farbeveränderungen der Milch, Überwachung der Eutergesundheit. Eine zusätzlich installierte Kamera bestimmt vollautomatisch die Körperkondition jedes Einzeltieres. Auch die Gewichtsüberwachung findet in dem System statt. Die Daten können direkt am Touchscreen-Monitor des Melkroboters eingesehen werden oder am PC im Büro des Herdenmanagers oder auf jedem hierfür eingerichteten Smartphone der Mitarbeiter. Über Datenleitungen erfolgt auch ein Austausch mit den Wissenschaftlern der Landesforschungsanstalt.

Das neue System löst den 20 Jahre alten Fischgrätenmelkstand ab, der hohe Unterhaltungskosten verursachte und schwere körperliche Arbeit nötig machte. „Man kann also von einem Dreiklang aus einem Mehr an Tierwohl, Wirtschaftlichkeit und Arbeitskomfort sprechen,“ so der Agrarminister.

Seit 1999 gehört das Gut Dummerstorf dem Land MV. Seitdem arbeitet der Wirtschaftsbetrieb Gut Dummerstorf als Tochter der Landgesellschaft mbH und Pächter der Landesflächen. Heute werden auf Gut Dummerstorf gut 1.000 Hektar ha Acker- und Grünland nachhaltig und umweltgerecht bewirtschaftet.

Vordringliche Aufgabe des Gutes ist die Förderung und Unterstützung der landwirtschaftlichen Forschung und Lehre in unserem Land. Dazu arbeitet die Gut Dummerstorf GmbH von Beginn an eng mit zahlreichen agrarwissenschaftlichen Einrichtungen des Landes und in Deutschland zusammen.

Wissenschaftliche Partner sind:

die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei,
die LMS,
das Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN),
Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. Potsdam (ATB)
Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL)

Der Universität Rostock mit ihrer Agrarwissenschaftlichen Fakultät dient das Gut seit jeher als Kooperationspartner und Forschungsstandort.

Landeszootag

Stralsund – Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat sich am Mittwoch anlässlich des Landeszootages im Zoo Stralsund informiert. „Die Anlage an der Barther Straße trägt wesentlich zur touristischen Entwicklung und Attraktivität der Hansestadt Stralsund bei. Dank der attraktiven Gestaltung des Zoos, der interessant aufbereiteten Wissensvermittlung in der Zooschule und den rund 1.000 Tieren ist der Zoo ein beliebtes Ausflugsziel“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Unter dem Motto „Vom Bauernhof bis in den Dschungel“ bieten sich den Besuchern unter anderem Löwen, Schimpansen, Wölfe, Bären und Bisons in naturnah gestalteten Anlagen. Vor dem historischen Ackerbürgerhaus und der Windmühle leben Hühner, Enten, Gänse, Esel und Pferde. Zudem befinden sich im Park eine Zooschule, ein Schaubauernhof und gastronomische Einrichtungen. „Dem ganzjährig geöffneten Zoo ist es gelungen, den Besuchern zu jeder Jahreszeit einen attraktiven Angebotsmix zu bieten. Entscheidend ist, Anlagen und Aktivitäten so zu gestalten, dass für neue und wiederkehrende Gäste stets überraschende Ideen geboten werden. Daran arbeitet die Zooleitung derzeit“, sagte Glawe.

Der Zoo entwickelt derzeit ein Konzept, um die Voraussetzungen für die nachhaltige Verbesserung der touristischen Infrastruktur der Region zu schaffen. Ziel des Vorhabens ist es, das Profil der Freizeiteinrichtung zu schärfen, Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen und daraus konkrete Umsetzungsmaßnahmen zur Modernisierung und Zukunftsfähigkeit des Zoos Stralsund abzuleiten. Die Gesamtkosten des Plans betragen 75.000 Euro; das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 56.250 Euro.

Der Zoo hat in den vergangenen Jahren seine Anlagen modernisiert. So wurde beispielsweise ein Spielplatz mit Bühne und Steganlage errichtet. Der Spielplatz ist in die Bereiche Bauernhof und Dschungel unterteilt. Weiterhin ist eine Freilichtbühne entstanden, auf der Vorführungen stattfinden können. Das Wirtschaftsministerium hat die Baumaßnahmen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 96.000 Euro unterstützt. Die Gesamtkosten betrugen rund 160.000 Euro.

Zudem ist die Südamerikaanlage modernisiert und erweitert worden. Die Gesamtkosten in Höhe von knapp 161.000 Euro hat das Wirtschaftsministerium in Höhe von rund 132.000 Euro unterstützt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE).

Run auf grüne Berufe nutzen

Güstrow – Das Landwirtschafts- und Forstministerium investiert 1,7 Mio. Euro in Ländliche Räume für die Ausbildung von Forstwirten.

„Junge und gut ausgebildete Fachkräfte sind eine wichtige Säule für eine zukunftsfähige Forstverwaltung hier bei uns im Land“, so Forstminister Backhaus beim heutigen Richtfest der neuen Lehrwerkstatt für Forstwirt-Azubis im Forstamt Güstrow.

Landwirtschaftsministerium und Landesforstanstalt entschlossen sich, der steigenden Nachfrage auf grüne Berufe gerecht zu werden. Die im ganzen Land dezentral angebotenen 60 Stellen werden durch eine Ausbildungsoffensive auf 90 erhöht. Dazu bedarf es auch baulicher Erweiterungen. So wird in Güstrow mit 1,7 Mio. Euro in eine moderne Ausbildungsstätte investiert.

„Statt etwa 140 Bewerbungen in 2016 sind dieses Jahr sage und schreibe 250 Interessenten auf die Ausbildungsbetriebe zugekommen“, erläutert Dr. Backhaus.

Den Bauherren ist es zudem wichtig, den nachhaltig produzierten Baustoff Holz zu nutzen und somit etwas gegen den Klimawandel zu tun.

„Die Lehrwerkstatt in Güstrow ist ein Holz-Neubau der Landesforst M-V und speichert dadurch langfristig Kohlenstoff. Obendrein vermeiden wir energieintensivere Stoffe wie Beton und Stahl“ schwärmt der Forstminister.

Das Land M-V unterstützt die Forstwirt-Ausbildung jährlich mit etwa 2 Mio. Euro. Die praktische Lehrzeit wird in Forstämtern der Landesforst M-V oder privaten Betrieben absolviert. Hinzu kommen für jeden Auszubildenden Berufsschul- und überbetriebliche Abschnitte in Güstrow-Bockhorst.

Beginn der Waldzustandserhebung 2020

Schwerin – Am 20.07.2020 startet die diesjährige Waldzustandserhebung in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns. Im Vorfeld geschulte Mitarbeiter der Forst- und Nationalparkverwaltung werden bis zum 20.08.2020 im Zuge der Außenaufnahmen etwa 2.500 Bäume hinsichtlich ihres Vitalitätszustandes, eingeschätzt über den Nadel-/Blattverlust, sowie Schäden durch Insekten, Pilze und andere Einflüsse begutachten.

„Um die vielfältigen Aufgaben unserer Wälder für die Zukunft sichern zu können, müssen wir wissen, wie es um sie steht. Die Erhebung und damit ständige Überwachung des Waldzustandes ist daher eine wichtige Aufgabe unserer Forstleute“, so Forstminister Dr. Till Backhaus.

„Bereits 2019 konnten wir feststellen, dass rund ein Drittel der untersuchten Bäume als deutlich geschädigt gilt“, so Backhaus. Im Jahr 2020 ist zu erwarten, dass sich die anhaltende Belastung der Waldbäume aufgrund der trockenen Witterung der vergangenen zwei Jahre deutlich im Ergebnis der landesweiten Vitalitätsansprache zeigen wird.

Für die Großrauminventur wurden 105 dauerhaft eingerichtete Stichprobenpunkte systematisch über die Waldfläche Mecklenburg-Vorpommerns verteilt. Die an diesen Punkten nach einem international abgestimmten, einheitlichen Verfahren erhobenen und durch Forstwissenschaftler ausgewerteten Daten ermöglichen einen repräsentativen Überblick zum Waldzustand im gesamten Land.

Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den jährlichen Waldzustandsbericht Mecklenburg-Vorpommerns. Des Weiteren fließen sie auch in die Waldzustandsberichte der Bundesregierung und der Europäischen Union ein.

Biosphärenreservat Schaalsee

Schwerin – Am Mittwoch hat Umweltminister Dr. Till Backhaus gemein­sam mit dem Schweriner Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier und dem Leiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe Klaus Jarmatz in Schwerin eine Outdoorausstellung über das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee eröffnet. Die 31 großformatigen Bildtafeln mit brillanten Natur- und Landschaftsaufnahmen wurden gemeinsam vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, der Stiftung Biosphäre Schaalsee und der GDT – Gesellschaft für Naturfotografie erstellt. Sie wird bis zum 30. Oktober 2020 an der Fußgängerpromenade am Bertha-Klingberg-Platz in Schwerin gezeigt.

„Ganz sicher wird so mancher Besucher der Ausstellung hier in Schwerin überrascht sein, welche Naturschätze es quasi gleich vor der Haustür zu erkunden gibt“, sagte Backhaus. „Ich bin überzeugt, dass unser Biosphärenreservat mit dieser Ausstellung noch bekannter gemacht wird und zu einem Besuch der faszinierenden Schaalsee-Region einlädt.“

Backhaus erinnerte daran, dass das heutige Biosphären­reservat zu den fünf großflächigen Naturlandschaften gehört, die Mecklenburg-Vorpommern 1990 aus dem Nationalpark­programm der DDR übernahm. „Das war die Geburtsstunde unserer heutigen Nationalen Naturlandschaften. Auch daran soll diese Ausstellung erinnern.“ Damals hatte die Schaalsee-Region noch den Status eines Naturparks. Im Juli 1998 wurde sie als Biosphärenreservat ausgewiesen und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee gebildet. Im Januar 2000 folgte dann die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee.

„Wir wissen um den unermesslichen Wert unserer Natur­ausstattung und haben frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist, unsere Natur zu schützen und so für die kommenden Generationen zu erhalten“, sagte Backhaus. Die Nationalen Naturlandschaften Mecklenburg-Vorpommern, also die drei Nationalparks, drei UNESCO-Biosphärenreservate und sieben Naturparks des Landes, machen mit 545.700 ha fast 18 Prozent der Landesfläche aus. Zusammen mit den Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten komme das Land insgesamt auf fast 1 Mio. ha Schutzgebietsfläche, das sind 32,1 Prozent der Landesfläche.

Die wunderbare Naturausstattung zu schützen, sei die zentrale Aufgabe eines Biosphärenreservates. Doch gingen dessen Aufgaben darüber hinaus. Es gehe darum, den Naturschutz mit wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aspekten der Region, insbesondere den Tourismus, zu verknüpfen. „Es ist den Akteuren im Biosphärenreservat Schaalsee auf beeindruckende Weise gelungen, die Region vom touristischen Niemandsland in eine gefragte Urlaubsregion zu entwickeln, ohne dabei die Belange des Naturschutzes aus den Augen zu verlieren“, würdigte Backhaus die Arbeit des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, das auch für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist.

Bereits 100 Partner des Biosphärenreservats werben für ihre Angebote mit der Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee – Für Leib und Seele“. Mehr als 150 km aus­geschilderte Wander- und Radwege führen durch das Biosphärenreservat. Drei Aussichtstürme und ein Steg durch das Zarrentiner Kalkflachmoor ermöglichen es dem Besucher, die Schaalseelandschaft auch aus einer anderen Perspektive zu erleben. Das Informationszentrum PAHLHUUS hat im vergangenen Jahr insgesamt 35.000 Besucher gezählt.

Für die Fotoausstellung waren die Mitglieder der Regional­gruppe der GDT ein Jahr lang in der Region unterwegs. „Es ist ihnen auf beeindruckende Weise gelungen, die ganze Vielfalt und Schönheit einer durch den Menschen gestalteten Kulturlandschaft einzufangen.“, sagte Backhaus nach dem Rundgang. Zu den Motiven gehören blühende Obstbäume, Weidelandschaften und natürlich die Seen der Region. Zahlreiche Tiere wurden porträtiert – nicht nur Adler und Kranich, sondern auch „Alltagstiere“ wie Wildschwein und Fuchs. In der Ausstellung wird natürlich auch der Aspekt der Wildnis thematisiert. Sechs Prozent der Fläche im Biosphärenreservat sind als sogenannte Kernzonen ausgewiesen. Dort ist der Mensch nur Beobachter und die Natur kann sich frei entfalten.

Verhinderung der ASP in MV

Linken – Heute hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus den Startschuss für den Bau einer ASP-Wildschutz­barriere entlang der deutsch-polnischen Grenze gegeben. Der Knotengeflecht-Drahtzaun soll der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine aus Polen vorbeugen.

„Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf Grund des Heranrückens der ASP in Richtung Deutschland schon seit Monaten intensiv darauf vor, den worst case zu verhindern“, sagte der Minister. Er verwies auf die beschleunigte Ausrüstung der Trasse der A11 mit Wildschutzzäumen. „Nun erfolgt durch den Wildschutz­zaun an der Grenze ein weiterer wichtiger Baustein unserer Präventionsmaßnahmen“, so Backhaus.

Der Bau der Wildschutzbarriere bedurfte langer Vor­bereitung. Denn die etwa 62 km lange Trasse an der Festlandsgrenze zur Wojewodschaft Westpommern verläuft rund 20 km auf Bundes- bzw. DBU-Flächen und rund 15 auf Landesflächen. 27 km sind im Besitz von 60 Privat- und 9 Kommunaleigentümer. Diese müssen formal zustimmen. Denn ein nach Tiergesundheitsgesetz angeordneter Bau ist derzeit nur in Restriktionsgebieten nach ASP-Ausbruch möglich, nicht für einen vorbeugen­den Schutz. Das Verfahren zur Klärung der Eigentümer­einwilligung läuft noch.

„Der ASP-Zaun wird zwar vollständig auf dem Hoheitsgebiet Mecklenburg-Vorpommerns errichtet, aber selbstverständlich haben wir dennoch nicht eigenmächtig gehandelt“, sagte Backhaus. Der Trassenverlauf wurde mit dem Bundesministerium des Innern sowie dem Auswärtigen Amt abgestimmt. Die polnische Seite wurde im März über die Baupläne informiert. Entsprechend dieser Absprachen wird ein Mindestabstand von 5 Metern zur deutsch-polnischen Grenzlinie eingehalten. „Damit ist der Vertrag zwischen Deutschland und Polen über die Vermarkung und Instandhaltung der gemeinsamen Grenze in jedem Fall gewahrt.“

Auch die Öffentlichkeit in der Grenzregion zu Polen wurde frühzeitig informiert. Die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe und die Jägerschaft Uecker-Randow sind beteiligt worden. Über das Wirtschaftsministerium wurde außerdem der Tourismusbereich über die geplante Baumaßnahme informiert.

Aus bau- und naturschutzrechtlichen Gründen sei die Standzeit des Zauns auf maximal fünf Jahre befristet. Mit der Errichtung und Unterhaltung wurde die Landesforst­anstalt beauftragt. Sie hat 70 km Knotengeflecht-Draht bereits beschafft und in den Forstämtern der Grenzregion eingelagert. Etwa 30 km wird die Landesforst in Eigen­regie bauen, für den Rest wurden Rahmenverträge mit acht Unternehmen geschlossen. Munitionsbelasteten Flächen an dem Trassenverlauf wurden durch den Munitionsbergungsdienst vorrangig und bis Ende Juni beräumt.

Die Gesamtkosten belaufen sich nach jetzigem Stand auf rund 1,2 Mio. Euro, auf die Materialbeschaffung entfallen davon rund 305.000 Euro. Für die Errichtung und Unter­haltung des Zaunes sind Dienstleistungskosten in Höhe von knapp 790.000 Euro vertraglich gebunden.

Bei dieser Gelegenheit wies Backhaus erneut darauf hin, dass die ASP nicht nur durch Wildschweine eingeschleppt werden könne. „Ich möchte nochmals eindringlich auf die Einhaltung grundlegender Biosicherheitsmaßnahmen hinweisen. Diese gelten nicht nur für Tierhalter und Jäger, sondern gehen uns alle an“, sagte der Minister. „So sind Gefrierfleisch und Wurstwaren häufig Träger der Tierseuchenerreger.“ Entsprechend sollten aus dem Ausland keine Fleisch- und Wurstwaren mitgebracht werden und nur in verschließbaren Müllbehältern entsorgt werden.