Tierzuchtpreis 2021 vergeben

MeLa: Preise für langjährige und engagierte Zuchtarbeit

Mühlengeez – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung die diesjährigen Preise für hervorragende Verdienste in der Tier- und Pflanzenzucht in Mecklenburg-Vorpommern an Harald Schewe (74) und Andreas Prelwitz (61) überreicht.

Den Tierzuchtpreis 2021 erhielt der studierte Landwirt und Schweinezüchter Harald Schewe. Harald Schewe hat sich seit den 70er Jahren unter Fachleuten einen Namen besonders in der Ferkelerzeugung gemacht.

„Harald Schewe war nie ein Mann, der Pläne am Reißbrett erstellt hat, sondern jemand, der unter den Rahmenbedingungen in der DDR eine realistische Sichtweise für das Machbare hatte. Er sicherte einen kontinuierlichen Zuchtfortschritt bei Schweinen, Rindern und Schafen, vom Haff bis in die Uckermark, von der Oder bis in die Mecklenburgische Schweiz“, unterstrich Backhaus.

Bei der Umstrukturierung der Tierzucht ab 1990 war Schewe maßgeblich an der Erhaltung der züchterischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte beteiligt. Er war Mitgestalter beim Aufbau des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern eG und des Leistungskontrollverbandes für Milchleistungsprüfung e.V. sowie bei den Verhandlungen zur Privatisierung der Besamungsstationen für Rinder in Woldegk und für Schweine in Malchin.

Mit der Übernahme der Geschäftsführung in Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost e.V. im Jahr 1993 begann die wohl größte Herausforderung in seiner beruflichen Laufbahn, erinnerte Backhaus. Der Verband stand wegen massiver Steuernachzahlungen vor dem Konkurs „Um den Verband aus den roten Zahlen zu holen, hat Harald Schewe Entscheidungen vorangebracht, die sich als richtig erwiesen und dem Verband die Wirtschaftlichkeit sicherten.

Aus der Umstrukturierung der Besamungsstation Malchin in eine GmbH und durch den Neubau der Schweineleistungsprüfstation in Jürgenstorf konnte er zusätzliche Erlöse generieren. Auch schaffte Schewe es, die Zuchtbetriebe im Land zu Höchstleistungen zu motivieren. Ihm ist es maßgeblich zu verdanken, dass die Prüfstation in Jürgenstorf Zuchteber der Mutterrassen Deutsches Edelschwein und Deutsche Landrasse anbieten konnte, die in ganz Deutschland nachgefragt waren.“

Im Frühjahr 2006 übergab Harald Schewe die Geschäftsführung und einen wirtschaftlich stabilen Verband an Renate Schuster; 2007 ging er in Rente. Mehrere Jahre unterstützte er noch Zuchtbetriebe als Berater.

Den Pflanzenzuchtpreis 2021 erhielt der gebürtige Brandenburger Andreas Prelwitz. Herr Prelwitz war zunächst im Pflanzenzuchtunternehmen Limagrain für den Bereich Mecklenburg-Vorpommern tätig und wechselte dann 1994 in das Unternehmen Nordkorn AG in Schwerin als Leiter für die Bereiche Saatgut, Pflanzenschutz und Düngemittel.

„Von 1998 bis 2018 war Andreas Prelwitz ununterbrochen Geschäftsführer der Nordkorn-Saaten GmbH in Güstrow. Unter seiner Leitung hat sich das Unternehmen zu einem leistungsfähigen Betrieb in der Saatgutwirtschaft unseres Landes entwickelt. Zu seinen bedeutendsten Erfolgen zählt die Entwicklung und großtechnische Einführung der physikalischen Beizung von Getreide mittels Elektronenstrahlen. Schon als Geschäftsführer der Nordkorn-Saaten GmbH und jetzt als leitender Fachberater der Ceravis AG Rendsburg legt er einen großen Wert auf die Nutzung des züchterischen Fortschritts durch einen erhöhten Einsatz von zertifiziertem Saatgut (Z-Saatgut). Unter Landwirtinnen und Landwirten, Geschäftspartnern sowie bei den zuständigen Behörden genießt Herr Prelwitz aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und seiner Bereitschaft zur Zusammenarbeit ein großes Ansehen“, betonte Backhaus.

Prelwitz ist seit mehr als 15 Jahren ehrenamtlich im Saatgut-Verband Mecklenburg-Vorpommern tätig und wurde im Februar 2020 zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Auf Bundesebene arbeitet er im Bundesverband der VO-Firmen mit und setzt sich auf allen Ebenen für den Erhalt einer wettbewerbsfähigen Saatgutwirtschaft in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern ein.

Erläuterung: Der BVO – Bundesverband der VO-Firmen e.V. – ist die berufsständische Interessenvertretung der VO-Firmen in Deutschland. Aufgabe des BVO ist die Förderung der allgemeinen, ideellen und wirtschaftlichen Interessen der an der Erzeugung und dem Vertrieb von Saatgut beteiligten Handelsfirmen.

Coastal Cleanup Day

Nehlsen engagiert sich für eine saubere Ostsee

Insel Rügen – Die Nehlsen MV GmbH & Co. KG beteiligte sich in diesem Jahr am internationalen Coastal Cleanup Day auf Rügen. Als Partner einer Müllsammelaktion im Mukran Port übernahm das Unternehmen die kostenlose und fachgerechte Entsorgung der mehr als 500 Liter Verunreinigungen, die zum „Küstenputztag“ Mitte September aus dem Hafenbecken gefischt wurden.

Die Schäden durch die Verschmutzung an Küsten und in der Meeresumwelt sind enorm. Laut einer Schätzung des WWF gelangen jährlich allein bis zu 13 Millionen Tonnen an Plastikmüll weltweit in Meere und Ozeane. Auch die Ostsee bildet hier keine Ausnahme. Sichtbar wird dies nicht nur an den Stränden, sondern auch im Hafenbecken des Mukran Port. Der Mülleintrag in den Hafen erfolgt vor allem durch die offene See sowie den Strand in der Prorer Wiek. Der Mukran Port wirkt mit seiner Mole wie ein natürliches Fangbecken; Abfall sammelt sich durch Wind und Strömungen insbesondere in den Ecken der Hafenbecken.

Am 14. September sammelte darum ein dreiköpfiges Helfer-Team in einer mehrstündigen Aktion von Bord des Bereitschaftsbootes „Mücke“ aus den im Hafenbecken treibenden Abfall ein. Sie nutzten dabei ein günstiges Wetterfenster, was die Sammelaktion erleichterte. Insgesamt beförderten sie mit Keschern und Bootshaken rund 50 Kilogramm Unrat, vor allem Verpackungsmaterial, Plastikbeutel und Leinenreste, aus der Ostsee.

Dies ist nicht die erste Müllsammelaktion an deutschen Küsten, die Nehlsen unterstützt. „Wir möchten damit unseren Beitrag im Kampf gegen die Meeresverschmutzung leisten“, sagt Olaf Friedrichs, Vertriebsmitarbeiter der Nehlsen MV GmbH & Co. KG, und ergänzt: „Der Coastal Cleanup Day ist eine gute Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen und auf das Thema öffentlich aufmerksam zu machen. Mit der sehr erfolgreichen Sammelaktion ist es darüber hinaus gelungen, das Abfallaufkommen im Hafenbecken des Mukran Port deutlich zu verringern.“

Der Coastal Cleanup Day findet seit fast vierzig Jahren an jedem dritten Samstag im September statt und soll auf das Thema Vermüllung der Meere aufmerksam machen. Er geht auf eine Initiative von Umweltschützern an der texanischen Küste zurück.

Klimafreundliche Betriebe ausgezeichnet

Mühlengeez – In Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen sich immer mehr Betriebe mit der Frage, wie soll, kann und muss Landwirtschaft in Zukunft aussehen, um möglichst umwelt- und klimaverträglich zu sein und gleichzeitig ein auskömmliches Einkommen für die Beschäftigten zu generieren. Auf der 30. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus sechs Vorreiter-Betriebe in zwei Kategorien ausgezeichnet. Dafür hat sein Ressort eigens den Wettbewerb „Klimafreundlicher und innovativer Landwirtschafts­­betrieb“ ins Leben gerufen, an dem sich insgesamt 10 Betriebe beteiligt haben.

„Mit dem Wettbewerb möchten wir das vielfältige Engagement der Betriebe im Land sichtbar machen und honorieren. Es ist klar, dass die Preisgelder nur einen Symbolcharakter haben können. Vielmehr dient die Auszeichnung dazu, den Betrieben zu signalisieren, dass wir ihre Leistungen wahrnehmen und wertschätzen, denn am Ende profitieren wir alle vom Klimaschutz. Der Wettbewerb macht aber ebenso deutlich, dass die Betriebe die gesellschaftlichen Anforderungen an eine zukunftsfähige Landwirtschaft bereits sehr ernst nehmen und nach Lösungen suchen, um ihnen gerecht zu werden. Ich hoffe, die Ehrung trägt auch zu einem besseren Branchenimage bei. Dies hat in den vergangenen Jahren u.a. durch Polemik, aber auch durch neue Essgewohnheiten und Lebensmitteltrends stark gelitten“, sagte Backhaus.

In der ersten Kategorie „Landwirtschaftliche Betriebe mit besonders klimafreundlichen Konzepten“ durch die vor Ort schon jetzt eine nennenswerte Emissionsminderung erreicht wird, machte der Landwirtschaftliche Familienbetrieb Kühling aus Bentzin (LK Vorpommern-Greifswald) das Rennen; gefolgt vom Ostsee-Bauernhof-Hocke in Kalsow bei Wismar und dem Hof Karp in Rastow (LK Ludwigslust-Parchim). „Alle drei Betriebe überzeugen durch eine Präzisionslandwirtschaft und die besondere Beachtung des Bodens und seines Humusgehaltes; das heißt der Einsatz moderner Technik ermöglicht eine zielgerichtete Feldbewirtschaftung und Nutztierhaltung, so dass Pflanzen und Tiere genau die Behandlung erhalten, die sie gerade benötigen. Darüber hinaus steht im Fokus dieser Unternehmen eine regenerative Energieproduktion und die effiziente Energienutzung“, betonte Backhaus.

Familie Kühling sicherte sich den ersten Platz gerade durch sein „beachtliches Energiemanagement“: „Mit der durch den Betrieb erzeugten Bioenergie kann rechnerisch der gesamte Amtsbereich ganzjährig rund um die Uhr mit elektrischem Strom versorgt werden. Die Abwärme wird zur Beheizung in Nahwärmenetze eingespeist. Auf diese Weise werden die gesamten öffentlichen Gebäude der Gemeinde Tutow beheizt. Zusätzlich sind etwa 50 Privat- und Einfamilienhäuser angeschlossen. Dadurch wurden rein rechnerisch etwa 673.000 Liter Heizöl eingespart. Allein in 2020 wurden etwa 7.000 Tonnen CO2 durch die Bioenergie eingespart“, so Backhaus.

In der zweiten Kategorie wurden „Landwirtschaftliche Betriebe mit besonders innovativen Ideen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung“ ausgezeichnet, die zukunftsweisend eine große Bedeutung für Klimaschutz und Klimaanpassung haben können. Hier belegte die Solidarische Landwirtschaft Lebendiger Landbau aus Upahl (LK NWM) den ersten Platz; gefolgt vom Gut Greifswald in Weitenhagen (LK Vorpommern-Greifwald und der Landwirtschaft Eisel in Behren-Lübchin (LK Vorpommern-Rügen). „Diese drei Betriebe beschreiten bei Thema Klimaschutz völlig unterschiedliche Wege, sind aber alle drei auf ihre Weise beispielhaft“, sagte Backhaus.

Durchgesetzt hat sich die Solidarische Landwirtschaft aus Upahl wegen ihrer ökologischen und besonders ressourcenschonenden Verfahren im Sinne einer regenerativen Landwirtschaft. Dazu gehören u.a. lange Fruchtfolgen mit langen Grünbrachen, ein intensiver Zwischenfruchtanbau mit Fokus auf die Humusmehrung zur dauerhaften Bindung von Treibhausgasemissionen sowie eine ausgeprägte Kompostwirtschaft. „Der Aufbau und die Pflege des Humusgehaltes in unseren Böden ist zum einen eine wirkungsvolle CO2-Senke. Auch können wir durch eine gezielte Humuswirtschaft die Ertragsfähigkeit unserer Böden erhalten und verbessern, da Wasser und Nährstoffe im Boden länger gehalten werden“, unterstrich Backhaus. Gepunktet hat die Solidarische Landwirtschaft Lebendiger Landbau auch durch die verpackungsfreie regionale Vermarktung der eigenen Produkte.

Eine unabhängige Jury bestehend aus Vertretern der Landgesellschaft MV, der Landesforschungsanstalt, dem Bauernverband, dem BUND, dem Greifswald Moorzentrum/der Universität Greifswald und dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt hat die eingereichten Bewerbungsunterlagen nach den Gesichtspunkten der Innovation, des Vorbildcharakters, der Effektivität, der praktischen Umsetzbarkeit sowie der möglichen Übertragbarkeit auf andere Unternehmen ausgewertet. Die Erstplatzierten erhalten 2.000 Euro, die Zweitplatzierten 1.000 Euro und die Drittplatzierten 750 Euro. Die Preisgelder wurden vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Landgesellschaft bereitgestellt.

Auf dem MeLa-Forum am Donnerstag um 14:00 Uhr im Forum-Cafe vor Halle 2 werden die 6 Siegerbetriebe ausgezeichnet und drei Sieger-Konzepte konkret vorgestellt, um einen Eindruck von dem breiten Spektrum von Klimaschutz in der Landwirtschaft zu vermitteln.

Schwesig eröffnet Jubiläums-Mela

Mühlengeez – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Mühlengeez die 30. Mela des Landes eröffnet.

„Herzlich willkommen auf der 30. Mela unseres Landes. Sie ist DIE Leistungsschau für Unternehmen aus der Landwirtschaft und der Ernährungsbranche bei uns im Land und ein Besuchermagnet für Fachbesucher und Familien. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jubiläum nachholen können, nachdem es im letzten Jahr coronabedingt ausfallen musste.“

Die Regierungschefin dankte den Organisatorinnen und Organisatoren, Helferinnen und Helfern dafür, „dass wir heute die 30. Mela feiern können, mit Ausstellungsständen, mit der Landtechnik, mit rund 1000 Tieren und auch wieder einer tollen Kinder-Mela.“ Gleichzeitig nutzte sie die Gelegenheit, um den Landwirten und Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Ernährungsbranche ihren Dank auszusprechen.

„Mit ihrer Arbeit sorgen Sie alle täglich dafür, dass wir Brot und Butter und vieles andere mehr auf dem Tisch haben. Auch während der Corona-Pandemie gab es keine Engpässe. Viele Menschen verstehen nun etwas besser, wie wichtig, wie systemrelevant die Landwirtschaft für uns alle ist.“

In den vergangenen Jahren hätten die Bauern immer wieder mit schweren Bedingungen zu kämpfen gehabt: Dürre, Fröste in der Blütezeit, Geflügel- und Schweinepest. Schwesig.

„Aber die Landwirte haben trotz allem immer wieder bewiesen, wie leistungsstark und anpassungsfähig die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern sind. Die Land- und Ernährungswirtschaft sind Schlüsselbranchen in unserem Land. Es bleibt dabei: Die Landesregierung steht an der Seite der Landwirte und der Ernährungswirtschaft. Und jetzt freue ich mich auf die Jubiläums-Mela und wünsche den Ausstellern gute Geschäfte und einen spannenden Austausch. Den Besucherinnen und Besuchern wünsche ich viel Spaß und tolle Eindrücke.“

Neue Steganlage mit Aussichtsplattform

Ribnitz-Damgarten – In Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist mit Vertretern der Stadt feierlich die neue Steganlage mit Aussichtsplattform an der Boddentherme eingeweiht worden.

„Ribnitz-Damgarten ist um eine touristische Attraktion reicher. Die neue Steganlage lädt Gäste und Einheimische ab sofort zum Flanieren und Verweilen ein. Insbesondere die zahlreichen Radfahrer und Wanderer werden dieses neue Angebot gerne nutzen. Mit der neuen Steganlage wird das touristische Gesamtangebot vor Ort weiter aufgewertet“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Steganlage besteht aus einem 56 Meter langen Zugangssteg (2,40 Meter Breite), einer 108 Quadratmeter großen Aussichtsplattform und einer Stegverlängerung von nochmals 10 Metern. Im Landbereich erfolgte der Ausbau eines vorhandenen Weges als verkehrsberuhigter Zufahrtsweg mit einer Länge von 227 Metern und einer Breite von 3,50 Metern.

„Die öffentliche Investition ist mit einer privaten Maßnahme gekoppelt. Es wurde mit dem neuen Steg ein neues Angebot geschaffen, um insbesondere auch Gästen einen weiteren Mehrwert während ihres Aufenthaltes anzubieten“, erläuterte Glawe weiter. In der Verlängerung des Seesteges sind zwei private Schwimmstege für 15 schwimmende Ferienhäuser und der Ersatzbau eines Anlegerstegs mit 20 Liegeplätzen angehängt.

Die Gesamtinvestition für das Vorhaben Steganlage mit Aussichtsplattform an der Boddentherme beträgt rund 953.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Bau der Steganlage aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 658.000 Euro.

„Das Land wird auch künftig die Städte und Gemeinden bei ihren Vorhaben unterstützen und in die touristische Infrastruktur investieren, damit die Gäste einen erholsamen Urlaub verbringen und gern wiederkommen. Das stärkt den Tourismus als wichtigen Wirtschaftstreiber im Land, schafft und sichert Arbeitsplätze in der Branche“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Tollwutverdacht

Schwerin – Zu Wochenbeginn erreichte das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern eine Meldung aus Bremen über den Tollwutverdacht bei einem Hund. Über das Tierseuchennachrichtensystem meldeten die zuständigen Behörden in Bremen diesen Verdacht bei einem Anfang September illegal verbrachten Straßenhund aus Süd-Ost-Europa.

„Gerade in Zeiten, in denen man vermehrt zuhause ist, tragen sich viele Menschen mit dem Gedanken, ein Haustier aufzunehmen. Entschließt man sich dazu, ein Tier aus dem Ausland aufzunehmen, ist eine umfangreiche Vorab-Information, Planung und Umsetzung von noch größerer Wichtigkeit, da Informationen zur Situation vor Ort nicht in jedem Fall prüfbar sind. Auch bei der Verbringung von Heimtieren aus Mitgliedstaaten der EU sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist dabei eine wirksame Tollwutimpfung“, betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Wie wichtig die Schutzimpfung gegen die Tollwut ist, zeigt die Meldung aus Bremen Anfang dieser Woche. Bei der Tollwut handelt es sich um eine Infektion mit dem Rabiesvirus (RABV), das die klassische Tollwut verursacht und in Deutschland anzeigepflichtig ist. Die Tollwut ist über infizierten Speichel vom Tier auf den Menschen übertragbar (Zoonose) und kommt weltweit vor. Eine Infektion mit dem Rabiesvirus beim Tier verläuft in den allermeisten Fällen tödlich.

Deutschland ist seit 2008 frei von Tollwut, Mecklenburg-Vorpommern bereits seit 1996. „Dennoch müssen wir unsere Haustiere und uns selbst schützen, da auch nach Tilgung dieser hochansteckenden Infektionskrankheit immer wieder Fälle nach Deutschland eingeschleppt werden können“ , sagte Backhaus weiter. Sein Appellrichtet sich an alle Hunde-, Katzen- und Frettchenhalter: „Eine Impfung kann Leben retten!“, denn die Behandlung der Tollwut bei verdächtigen Tieren ist nach der Tollwut-Verordnung verboten.

Im Fall des illegal verbrachten Hundes wurde am 10. September 2021 der Verdacht auf Tollwut der zuständigen Behörde in Bremen gemeldet. Das betroffene Tier war in der Nacht zum Vortag in einer Tierklinik im niedersächsischen Umland verstorben. Nach aktuellem Erkenntnisstand hat sich das Tier nicht in Deutschland infiziert und konnte auch keine weiteren Tiere anstecken. Dies ist der 4. Fall dieser Art in Deutschland seit Anerkennung der Tollwutfreiheit. Alle notwendigen Maßnahmen wurden von den zuständigen Behörden in Bremen eingeleitet und die Kontaktpersonen ermittelt. Der Abschluss der Untersuchungen im Nationalen Referenzlabors für Tollwut beim Friedrich-Loeffler-Institut steht noch aus.

Waldstiftung M-V arbeitsbereit

Jatznick – Bestandteil der Landesinitiative „Unser Wald in MV“ ist die Gründung einer Waldstiftung mit einem Stiftungsvermögen von 2 Mio. Euro. Nachdem am 13.08.2021 die Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern ihre Rechtsfähigkeit erlangt hat, hat heute in Jatznick das Kuratorium die Gründung der neuen Stiftung vollzogen.

Satzungsgemäß gehören dem Kuratorium Forstminister Dr. Till Backhaus und Bildungs­ministerin Bettina Martin an. Als drittes Mitglied wurde der Geschäftsführer der Fachagentur für nachwachsende Roh­stoffe (FNR), Dr. Andreas Schütte, berufen.

Hauptzweck der gemeinnützigen Stiftung ist der Flächen­erwerb für Neuaufforstungen und Bildungsangebote zu Wald- und Klimaschutz. Um entsprechende Synergien nutzen zu können, ist eine enge Anbindung an die Landesforstanstalt vorgesehen. So wird laut Stiftungssatzung der jeweilige Vorstand der Landesforstanstalt gleichzeitig der Geschäftsführer der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern sein.

„Damit die Stiftung ihre Arbeit noch in diesem Jahr auf­nehmen kann, hat das Kuratorium heute die Geschäfts­führung beauftragt, die Arbeitsfähigkeit der Stiftung her­zustellen und für den Herbst die erste ordentliche Sitzung des Kuratoriums vorzubereiten“, nannte Backhaus als Ergebnis der Gründungssitzung.

Als erste Projekte sind vorgesehen, Neuaufforstungen von Schulwäldern und die Begleitung deren ökologischen Entwicklung im Schulunterricht zu ermöglichen sowie ein landesweites Angebot für Ganztagsschulen zur Ausbildung von Juniorförstern nach dem Vorbild eines erfolgreichen Pilotprojekts auf Rügen zu entwickeln.

Polder Eisenhammer

Streit um Renaturierung beigelegt

Greifswald – Das Land Mecklenburg-Vorpommern und der BUND MV haben bislang strittige Punkte bei der derzeit laufenden Renaturierung des Polders Eisenhammer geklärt und wesentliche Punkte in einer Vereinbarung festgeschrieben. Diese wurde heute am Sperrwerk in Greifwald von Umweltminister Dr. Backhaus und von der Vorstandsvorsitzenden des Landesverbandes des BUND MV, Frau Baier unterzeichnet. Damit ist der Weg für eine zwischen Land und BUND abgestimmte Renaturierung des etwa 62 Hektar großen Gebietes mit Salzwiesen nördlich des Rycks nun geebnet.

Entsprechend den Planunterlagen werden der am Kohlgraben sowie am Ryck gelegene Sommerdeich sowie der östliche Teil des Rosentaldeichs zurückgebaut und die umliegenden Gräben mit dem Ryck verbunden. Somit ist das Ein- bzw. Ausströmen von Wasser in die Fläche des derzeitigen Polders Eisenhammer wieder möglich.

Der westliche Teil des Rosentaldeiches bleibt, wie in den Planunterlagen vorgesehen, erhalten. Allerdings wird nach Hinweisen des BUND auf die Schlitzung des Rosentaldeiches verzichtet. Grund dafür ist, dass sich der Deich in den vergangenen Jahren zu einem wertvollen Lebensraum von geschützten Biotopen und Lebensraumtypen entwickelt hat. Das hat eine umfassende Kartierung des Umweltverbandes ergeben.

Umweltminister Dr. Backhaus begrüßt das Übereinkommen im Interesse des Artenschutzes: „Ich bin froh, dass sich meine Fachleute mit dem BUND konstruktiv ausgetauscht und eine Lösung erarbeitet haben, die Artenschutz und Hochwasservorsorge gleichermaßen berücksichtigen. Auch wenn die Verhandlungen sicher nicht immer einfach waren, am Ende zählt das Ergebnis.“

Auch haben sich das Land und der Umweltverband darauf verständigt, im Rahmen der Baumaßnahme abgetragenen Oberboden nicht mit gebietsfremden Pflanzen zu bestücken, sondern der natürlichen Selbstbegrünung zu überlassen. Spätestens bis Ende Februar 2022 wird einmalig ein Teil der vorhandenen standortuntypischen Bäume wie z.B. Hybridpappeln entnommen. Mittelfristiges Ziel ist eine für Salzwiesen typische Öffnung der Landschaft. Dazu wird es noch gemeinsame Abstimmungen vor Ort mit der unteren Naturschutzbehörde geben.

Der BUND hat zur Verbesserung wertvoller Lebensraumtypen eine Reihe weiterer Maßnahmen vorgeschlagen, die jedoch nicht Teil der aktuell laufenden Maßnahmen des Landes sind. Sie sollen mit Begleitung des Ministeriums zu einem späteren Zeitpunkt in enger Abstimmung mit der Hansestadt Greifswald, dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern und privaten Dritten diskutiert werden.

Die Bewirtschaftung des Polders Eisenhammer wird zukünftig in Verantwortung der Hansestadt Greifswald neu geregelt. Zu den Details der künftigen Bewirtschaftung soll es noch Abstimmungen zwischen der Hansestadt und dem Land M-V unter Einbeziehung des BUND geben.

Nach Ende der Diskussionen zum Renaturierungsvorhaben des Landes verfolgen nun alle Beteiligten gemeinsam das Ziel, die Lebensgrundlagen für gefährdete und geschützte Arten im Polder Eisenhammer und seiner Umgebung zu verbessern.

Landwirtschaft in der Schule

Bauernverband Uecker-Randow wird Partner beim ganztägigen Lernen

Schwerin – Zukünftig werden Schülerinnen und Schüler in der Schule in Mecklenburg-Vorpommern mehr über die Bedeutung der Landwirtschaft erfahren können. Der Bauernverband Uecker-Randow e. V. hat sich der Kooperationsinitiative für ganztägiges Lernen angeschlossen und wird mit Projekten im Ganztagsschulbereich landwirtschaftliche Fragestellungen in den Schulalltag einbringen.

Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages fand heute im Beisein von Bildungsministerin Bettina Martin in Pasewalk statt. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hatte die Initiative 2018 ins Leben gerufen, um beim ganztägigen Lernen stärker mit außerschulischen Partnern zusammenzuarbeiten und Ganztagsangebote abwechslungsreicher zu gestalten.

„Gerade in einem stark landwirtschaftlich geprägten Bundesland wie unserem ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche einen guten Zugang zu landwirtschaftlichen Themen erhalten und mehr über diesen gesellschaftlich so wichtigen Bereich lernen können. Über die Kooperation mit dem Bauernverband Uecker-Randow können die Schülerinnen und Schüler auch mehr über die beruflichen Perspektiven, die die Landwirtschaft bietet, erfahren. Es ist deshalb ein großer Zugewinn, dass die Kooperationsinitiative für ganztägiges Lernen diesen Partner gewonnen hat“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin. „Mit dem Bauernverband Uecker-Randow ist der wichtige Bereich der Landwirtschaft vertreten. Kindern und Jugendlichen kann auf anschauliche Weise vermittelt werden, dass Gemüse, Fleisch oder Honig nicht aus dem Supermarktregal kommen, sondern in der Region produziert werden. Das prägt auch den Umgang mit unseren Lebensmitteln“, betonte Martin.

„Wir möchten Kindern und Jugendlichen die Landwirtschaft näher bringen“, sagte der Vorsitzende des Bauernverbandes Uecker-Randow, Emanuel Reim. „Das geht am besten, wenn wir mit den Schulen intensiver zusammenarbeiten. Mit unserem Lernpfad, den wir kürzlich eröffnet haben, können wir den Schulen auch etwas bieten. Kinder und Jugendliche können ganz praktische Erfahrungen im Bereich der Landwirtschaft machen. Die Kooperationsinitiative ist eine gute Grundlage für weitere Aktivitäten. Zugleich ist der Beitritt eine Wertschätzung unserer Arbeit und macht die Zusammenarbeit mit den Schulen einfacher“, so Reim.

Mit dem Bauernverband Uecker-Randow sind insgesamt 18 Partner in der Kooperationsinitiative vertreten. Zu den Partnern gehören u. a. der Landessportbund, der Landesfußballverband, der Landesfeuerwehrverband, die Fachstelle für Kulturelle Bildung, der Landesjugendring, weitere Sportverbände, die beiden Kirchen und die Bundesagentur für Arbeit.

Über die Online-Plattform www.kooperation-mv.de der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ in Waren können Schulen und Kooperationspartner in Kontakt treten. Jede ganztägig arbeitende Schule erhält ein Grundbudget in Höhe von 2.500 Euro, um Kooperationspartner in den Schulbetrieb einbinden zu können. Darüber hinaus haben Schulen die Möglichkeit, das Finanzbudget für Kooperationspartner zu erweitern.

Im Schuljahr 2021/2022 gibt es 349 ganztägig arbeitende Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Für 74.846 Schülerinnen und Schüler ist damit die Teilnahme an Ganztagsangeboten gewährleistet. Verglichen mit dem Schuljahr 2014/2015 – vor Beginn des forcierten Ausbaus des ganztägigen Lernens – sind das 13.339 zusätzliche Schülerinnen und Schüler.

Pferde hautnah erleben

Redefin – Am Sonntag werden die Redefiner Pferdetage fortgesetzt. Am vergangenen Sonntag hatten rund 1.600 Besucher diese neue Form der Hengstparaden erlebt. „Ich freue mich, dass das neue Konzept aufzugehen scheint und kann jedem nur empfehlen, die Gelegenheit wahrzunehmen, in Familie Pferde hautnah zu erleben“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der als Schirmherr erneut teilnimmt.

Das Programm ist dasselbe wie vergangenen Sonntag. Am Vormittag steht alles unter dem Motto „Alles rund ums Pferd – einfach, interessant, verständlich, spielerisch!“ Und am Nachmittag präsentieren die Redefiner Gestüts­mitarbeiter ihre Hengste und Nachwuchspferde, in den von den traditionellen Hengstparaden bekannten Schaubildern. Mittendrin laden größere und kleine Sitz-Inseln zum Verweilen und Picknicken ein.

Highlights sind die Kaltblutshow der Titanen der Rennbahn, bekannt aus Brück sowie die Greifvogelvorführung der Falknerei Walter, bekannt von den Störtebeker Festspielen. Die Voltigierer tragen ihre Landesmeisterschaften, und auch die Norddeutschen Meisterschaften aus.
Der Verein „IG Lewitzzüchter MV“, der in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen dieser in MV beheimateten Sportponyrasse feiert ist dabei ebenso wie die IG Shetland MV mit einer freilaufenden Herde.

„Lassen Sie sich verzaubern von der Atmosphäre hier in Redefin, dem Zeitzeugnis herausragender Pferdezucht und erfolgreichen Pferdesports, und vom Pferdeland Mecklenburg-Vorpommern“, wünscht Backhaus einen schönen Aufenthalt in Landgestüt.

Seit Übernahme des Landgestütes durch das Land wurden mit Stand 31.12.2020 insgesamt 32 Mio. Euro investiert, davon 5,87 Mio. Euro ELER-Mittel. Das klassizistische Gebäudeensemble ist inzwischen weitgehend saniert.

Das Landgestüt hat 30 Mitarbeiter- und 15 Azubistellen.

Für das Zuchtjahr 2021 bieten 29 Hengsten, davon 23 Reitpferdehengste, eine breite, sehr attraktive Genetik. Dabei bleibt auch weiterhin eine Rassenvielfalt erhalten. Die Reitpferdehengst gehören zum Beispiel 9 Rassen an.

Von den 29 Hengsten stammen 6 aus der gestütseigenen Junghengstaufzucht. Jährlich werden ca. 17 Hengstfohlen angekauft, die 3-jährig angeritten werden und je nach Eignung nach der Körung in den Deckhengstbestand übernommen, als dreijährige oder mit Turniererfahrung später verkauft oder als Lehrpferde in die Landesreit- und Fahrschule übernommen werden.

Für die Landesreit- und Fahrschule stehen 22 Lehrpferde (3 Hengste und 19 Wallache) zur Verfügung. 16 Pferde gehören der Rasse Mecklenburger an.

30 Jahre Biopark

Dalwitz – Der ökologische Anbauverband Biopark e.V. feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Der Verband wurde am 28. Juni 1991 gegründet. Auf der Festveranstaltung heute Abend auf dem Gut Dalwitz (LK Rostock) beglück­wünscht Agrar­minister Dr. Till Backhaus den Verband zum Jubiläum.

„Der Biopark e.V. hat maßgeblichen Anteil an der erfolg­reichen Entwicklung des ökologischen Landbaus in Meck­lenburg-Vorpommern. Er ist nicht nur zu einer starken Interessenvertretung seiner Mitglieder, sondern auch zu einem wichtigen Partner der Landesregierung gewachsen. Ich bin immer wieder begeistert, mit wieviel Engagement und Enthusiasmus sich der Verband für die Ökologisierung der Landwirtschaft, den Schutz der Natur und die Belange seiner Mitglieder stark macht.

Was 1991 ganz klein mit 16 engagierten Landwirten und Wissenschaftlern in Mecklenburg-Vorpommern begann, hat sich weit über die Landesgrenzen hinaus zu einer ab­soluten Erfolgsgeschichte entwickelt. Heute zählt der Ver­band allein in Mecklenburg-Vorpommern 240 Mitglieder, davon 225 Landwirtschaftsbetriebe mit einer Fläche von etwa 50.000 Hektar. Deutschlandweit sind weit mehr als 500 Mitglieder im Biopark e.V. organisiert, darunter 450 Land­wirtschaftsbetriebe, die rund 115.000 Hektar nach den strengen Vorgaben des Verbandes bewirtschaften. Darauf kann der Biopark wirklich stolz sein, denn er ist damit beim Flächenvergleich mittlerweile der drittgrößte ökologische Anbauverband Deutschlands.

Der ökologische Landbau genießt in der Agrar- und Umwelt­politik unseres Landes einen hohen Stellenwert. Die ökologi­sche Wirtschaftsweise trägt maßgeblich zum Erhalt der Artenvielfalt bei, sie ist klimaschonend, wirkt sich positiv auf unsere Gewässer und das Grundwasser aus und setzt hohe Anforderungen an die Standards in der Tierhaltung. Nicht zuletzt leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer regionaltypischen Kulturlandschaften sowie zur sozioökono­mischen Entwicklung der ländlichen Räume.

Unser erklärtes Ziel ist die zukunftsfähige Entwicklung des ökologischen Landbaus auf hohem Niveau. Wir sind dabei in Mecklenburg-Vorpommern auf einem guten Weg. Immerhin werden bereits fast 190.000 Hektar ökologisch bewirtschaf­tet – das sind 14 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes und der Trend zur Umstellung hält ungebrochen an. Das Land wird daher auch in der kommenden neuen Förderperiode umfassende finanzielle Mittel zur Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise und damit zur Hono­rierung der gesellschaftlichen Leistungen bereitstellen.“

Landeswald als Dauerwald-Prinzip

Schwerin – Im Vorfeld des Festaktes zu Ehren der Ivenacker Eichen, die zum „Waldgebiet der Jahre 2020 und 2021“ ernannt werden, hat sich Agrar-, Umwelt- und Forstminister Dr. Till Backhaus mit Vertretern des Bundes Deutscher Forstleute ausgetauscht. Ergebnis des Gesprächs ist eine gemeinsame Erklärung, wonach der Landeswald in Mecklenburg-Vorpommern perspektivisch nach den Grundsätzen des Dauerwalds entwickelt werden soll.

„Hier an einem historischen Ort – den Ivenacker Eichen, wo mit dem ersten Nationalen Naturmonument Deutschlands bereits Geschichte geschrieben wurde, schreiben wir ein neues Kapitel in der Geschichte unseres Waldes.  Ich werde die Landesforst beauftragen, ein Konzept zu entwickeln, wie der landeseigene Wald zukunftsfähig gemacht werden kann. Dazu sollen neue Wege beschritten werden, die auf einer fast 100 Jahre alten Idee fußen. Aber die Idee ist heute immer noch gut, wenn wir sie den aktuellen Bedingungen anpassen. Ich rede daher von einem Dauerwald 2.0.

Ziel ist, unseren Wald und seine vielfältigen Funktionen für zukünftige Generationen dauerhaft zu erhalten. Dafür brauchen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ja aus der Forstwirtschaft. Diesen Begriff passen wir nun an die gesellschaftlichen Bedürfnisse und die klimatischen Herausforderungen an. Der Wald ist ein Multitalent, liefert Rohstoff, Atemluft, Kühlung aber auch Erholung und Heilung und er ist Lebensraum für viele Arten und Garant für sauberes Wasser. Damit wird klar, wir dürfen ihn nicht auf eine dieser Leistungen reduzieren.

Dauerwald ist der Inbegriff einer biologisch nachhaltigen Waldwirtschaft. Mit dem heutigen Schritt gehen wir konsequent einen Weg weiter, den wir lange vorbereitet haben. 70 Prozent des Landeswaldes sind bereits zu Laubmischwäldern umgebaut worden. Schon heute erfolgt in großen Teilen eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Mit der Ausweisung von Kur- und Heilwäldern betonen wir den gesellschaftlichen Nutzen dieses wichtigen Lebensraumes. Waldkindergärten und Wald als außerschulischer Lernort sind längst keine Fremdwörter mehr. Wir müssen also nicht alles neu erfinden, nur konsequent voranschreiten. Nicht der wirtschaftliche Nutzen des Waldes soll im Vordergrund stehen, sondern der gesellschaftliche Nutzen.

Ich bin sicher, dass wir unter anderem mit Waldumbau durch Naturverjüngung und dem Verzicht auf Kahlschläge sowie der Erhöhung des Totholzanteils erreichen können, dass unser Wald besser mit den Herausforderungen des Klimawandels fertig werden wird.

Ich bedanke mit beim Bund Deutscher Forstleute, der mich in dieser Absicht bestärkt. Und ich danke ihm für die Ehre, die unseren Ivenacker Eichen mit der Ausrufung als „Waldgebiet der Jahre 2020 und 2021“ zuteilwird.

Im Schatten der Eichen saßen bereits unzählige Generationen und heute dürfen wir sie bewundern. 120.000 Besucher jährlich mit steigender Tendenz bezeugen die Schönheit und Attraktivität dieses Ensembles von Uralt-Eichen, die seit 2017 auch aus der Höhe des Baumwipfelpfades erlebbar sind. Das erfüllt uns mit Stolz und Verantwortung. Dieser Verantwortung werden wir mit der Ivenacker Erklärung heute gerecht“, so Backhaus.

Kiestagebau Pinnow Nord

Messungen zu Lärmschutzmaßnahmen werden jetzt ausgewertet

Stralsund – Im Kiestagebau Pinnow Nord (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erfolgten in der vorletzten Woche Schallpegelmessungen im Auftrag des Bergamts Stralsund nach vereinzelten Beschwerden von Anwohnern über ein Dieselaggregat, das zur Energieerzeugung im Bergbau eingesetzt wird. Ein unabhängiges Ingenieurbüro überprüft damit, ob Schallschutzmaßnahmen des Tagebaubetreibers zur gewünschten Lärmminderung führen. Das Büro wertet die Messungen jetzt aus. Das Ergebnis wird dann dem Bergamt und von diesem dem für Immissionsschutz zuständigen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (LUNG MV) vorgelegt. Auch die Gemeinde Pinnow wird vom Bergamt informiert.

„Ich gehe davon aus, dass innerhalb der kommenden Wochen die abschließende Beurteilung vorliegt“, sagt Christian Pegel als Minister des dem Bergamt übergeordneten Energieressorts. Er betont, dass alle bisherigen Messungen im Pinnower Tagebau und im benachbarten Wohngebiet nach der Errichtung einer Schallschutzwand im Frühjahr gezeigt haben, dass die Grenzwerte eingehalten werden.

„Selbstverständlich nehmen wir Beschwerden aus der Nachbarschaft sehr ernst. Aus diesem Grund hatten wir das Unternehmen zu zusätzlichen Schutzmaßnahmen aufgefordert. Der Kiesgrubenbetreiber hat sich bereitwillig darauf eingelassen und einen zusätzlichen Schalldämpfer installiert sowie eine aus Betonelementen bestehende Schallbarriere errichtet. Mit den Messungen jetzt wird überprüft, ob diese Maßnahmen den Schallpegel wie prognostiziert weiter mindern“, sagte der Minister weiter.

Das zur lokalen Energieerzeugung eingesetzte Aggregat entspreche dem Stand der Technik solcher Anlagen. Alle erforderlichen Nachweise über die Einhaltung europäischer Normen und Richtlinien sowie ein gültiger TÜV-Nachweis liegen dem Bergamt vor.

„Der Tagebaubetreiber hat aber dem Bergamt und auch der Gemeinde Pinnow gegenüber geäußert, dass das Dieselaggregat eine vorübergehende Lösung sein solle. Er wolle eine zur Eigenbedarfsdeckung konzipierte Photovoltaikanlage auf Flächen des Tagebaus errichten. Die Landesregierung unterstützt dieses Vorhaben“, so Pegel.

Der Minister verweist darauf, dass es den Tagebau Pinnow Nord bereits seit den 1970er Jahren gebe und deshalb, so wie im Einigungsvertrag geregelt, Bestandsschutz genieße bei gleichzeitigem Unterfallen unter das Bergbaugesetz des Bundes. Der Bestandsschutz beinhalte auch die Gewinnung von Rohstoffen im Grundwasserschutzgebiet. „In der Wasserschutzgebietsverordnung Pinnow sind Veränderungen und Aufschlüsse der Erdoberfläche für die Gewinnung von Sand und Kies in den Bergbauberechtigungen Pinnow Nord ausdrücklich zugelassen, da bei Inkrafttreten dieser Verordnung der Tagebau bereits zugelassen und errichtet war“, erklärt Pegel.

Das Gesamtvorhaben in den Grenzen des Bergwerkseigentums Pinnow Nord nördlich der Bundesstraße 321 ist bis einschließlich 31.12.2035 zugelassen.

Wandern auf dem Naturparkweg MV

Schwerin – Unter dem Titel „Europa im ländlichen Raum entdecken. Wandern auf dem Naturparkweg MV“ hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt jetzt drei weitere Wander­broschüren herausgegeben. Sie thematisieren die Natur­parks „Sternberger Seenland“, „Nossentiner/Schwinzer Heide“ und „Am Stettiner Haff“.

Minister Dr. Till Backhaus hat den Naturparkweg MV im Mai mit einer mehrtägigen Wanderung eröffnet. „Über den Na­turparkweg freue ich mich sehr. Denn er verläuft auf rund 907 Kilometern quer durch alle sieben Naturparks, durch das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee und den Müritz-Nationalpark. Wir wollen damit die Nationalen Naturland­schaften (NNL) noch besser erlebbar machen und eine naturnahe, ressourcenschonende Nutzung ermöglichen. Der Naturparkweg MV bietet Chancen zur Belebung und zur Entwicklung strukturschwacher ländlicher Räume. Damit schließt er eine wichtige Lücke im Bereich des Tourismus“, so der Minister.

„Natur erleben steht für Gäste in Mecklenburg-Vorpommern ganz oben auf der Liste der Reisemotive. Viele potenzielle Besucher interessieren sich folglich auch für den neuen Na­turparkweg. Das sehen wir unter anderem an den Zugriffs­zahlen im Online-Bereich. Seit der Eröffnung haben sich mehr als 3.000 Menschen dessen Verlauf sowie Hintergrund­informationen auf der Seite www.auf-nach-mv.de/natur­parkweg angesehen. Wir freuen uns, wenn das hohe In­teresse ins tatsächliche Reisen überführt wird“, sagt der Präsident des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpom­mern, Wolfgang Waldmüller.

Mit dem Naturparkweg wurde ein wichtiges Projekt der landschaftsgebundenen Erholung in unserem Bundesland umgesetzt. Denn nur durch gemeinsames Wirken der Land­kreise, von Ämtern und Gemeinden, des LUNG, der Landes­forst und der Verwaltungen der NNL sowie zahlreicher Privatpersonen konnte der Wegeverlauf abgestimmt werden. Mit Fördermitteln für Wegweiser und Wegemarken aus dem Wirtschaftsministerium wurde der Naturparkweg MV beschildert. Insgesamt waren in den vergangenen Jahren mehr als 1.000 Personen in den Prozess eingebunden.

Für eine Wanderung eignen sich die neuen, handlichen Broschüren im A6-Format besonders gut. Sie zeigen beispiel­hafte Streckenabschnitte und verweisen auf Projekte, die aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) finanziert wur­den. „Dieser Fonds, der durch mein Haus verwaltet wird, trägt wesentlich zum Schutz der NNL bei. Rund 1,7 Milliar­den Euro hat das Land zwischen 2007 und 2020 in 46.000 Projekte investiert. Ich möchte Gästen und Einheimischen aller Altersgruppen Lust machen, die einzigartige Natur aktiv zu erkunden“, sagt Backhaus.

Wanderer haben zudem die Möglichkeit, eine browser­basierte App zu nutzen, die auf das GeoPortal des Landes zurückgreift. Unter www.naturparkweg-mv.de zeigen zoom­fähige Karten den Wegeverlauf an. Über eine Positions­bestimmung kann man seinen Standort erfragen und sich orientieren. Das funktioniert dank der progressiven Web-App-Technologie auch mitten in der Natur ohne Mobilfunk­empfang. Entlang des Weges werden touristische Attrak­tionen und Projekte angezeigt, die aus Mitteln des ELER finanziert wurden. Durch ein responsives Designs funktio­niert die Anwendung auf allen Endgeräten. Bisher gab es rund 3.600 Zugriffe.

In der Reihe „Europa im ländlichen Raum entdecken. Wandern auf dem Naturparkweg MV“ erschienen bereits Broschüren zu folgenden Gebieten: „Biosphärenreservat Schaalsee“, „Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kumerower See“, „Naturpark Flusslandschaft Peenetal/ Naturpark Insel Usedom“ sowie „Naturpark Feldberger Seenlandschaft/ Müritz-Nationalpark“. Aufgrund der hohen Nachfrage mussten die Broschüren bereits nachgedruckt werden.

Die Wanderführer sind download- und bestellbar unter
www.lm.mv-regierung.de/wandern
www.auf-nach-mv.de/naturparkweg
www.naturparkweg-mv.de
und sind natürlich auch in den Informationszentren der Naturparks erhältlich.

Moorschutz ist Klimaschutz!

Neukalen – Anlässlich des jährlich stattfindenden Feldtages „Paludikultur“, veranstaltet durch das Greifswalder Moor Centrum und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV, haben sich Dr. Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, und Dr. Arif Havas Oegroseno, Botschafter Indonesiens in Deutschland, über die hiesige Moorforschung auf einer 10 Hektar große Versuchsfläche bei Neukalen (LK Mecklenburgische-Seenplatte) informiert.

Flasbarth hat zudem einen Förderbescheid in Höhe von 12,6 Millionen Euro für ein Moorschutz-Pilotvorhaben übergeben. Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und die Universität Greifwald wollen in diesem Verbundvorhaben zwei bisher entwässerte Moorflächen, den Poldern Bargischow Süd bei Anklam und Sandhagen bei Friedland, wiedervernässen und Paludikulturen (Anbau von Sumpfpflanzen wie Rohrkolben oder Schilf) als eine klimaverträgliche landwirtschaftliche Nutzung etablieren und erproben. Ziel ist es, weiterführende Erkenntnisse aus der großflächigen Umsetzung zu gewinnen und für die landwirtschaftliche Praxis nutzbar zu machen. Im Fokus steht insbesondere die Entwicklung tragfähiger Konzepte, wie sich Klimaschutz mit einer ökonomisch sinnvollen und nachhaltigen Bewirtschaftung von Moorböden verbinden lässt.

„Ein wirkungsvoller Schutz der Moorböden ist ein wichtiger Beitrag zu ambitioniertem Klimaschutz. Dabei wissen wir sehr wohl, dass mit der dafür erforderlichen Umstellung der Bewirtschaftung große Herausforder­ungen für die landwirtschaftlichen Betriebe verbunden sind. Wir setzen daher auf Freiwilligkeit, Dialog und eine möglichst zielgenaue Unterstützung der betroffenen Betriebe,“ sagte Backhaus.

Er begrüßte den Vorstoß des Bundesumweltministeriums Moore in Deutschland besser schützen und wiederherstellen zu wollen. Eine nationale Strategie hatte Umweltstaatssekretär Flasbarth diese Woche in Berlin vorgestellt. Flasbarth betonte, dass aktuell 90 Prozent der bundesweiten Moorflächen degradiert und entwässert seien. Laut Moorkundler Prof. Dr. Dr. hc. Hans Joosten, der bis vor kurzem an der Universität Greifswald forschte und im Oktober dieses Jahres den Deutschen Umweltpreis erhält, sind die Treibhaugas-Emissionen aus diesen Flächen für sechs bis sieben Prozent der gesamten deutschen Emissionen verantwortlich, mehr als der gesamte in Deutschland startende Flugverkehr.  Für eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Flächen stünden laut Flasbarth deshalb im Bundeshaushalt neben anderen Förderpro­grammen nun 100 Millionen Euro zur Verfügung, so Flasbarth.

„Ich bin dankbar, dass Herr Flasbarth bei der Umsetzung der Moorstrategie auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Ländern setzt und wiederholt nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen ist, um sich von den Fortschritten in der Moorforschung zu überzeugen und konkrete Projekte voranzu­bringen“, erklärte Backhaus.

Der Kontakt zu Indonesien geht auf die Forschungsreisen von Prof. Joosten zurück. Indonesien ist eines der moorreichsten Länder der Erde und weist die weltweit höchsten moorbedingten Emissionen aus.  Es gibt zwischen dem Greifswald Moor Centrum und Indonesien seit 2018 regelmäßige Kontakte. Paludikulturen sind in Indonesien ein zentrales Thema, weswegen die Menschen an Erfahrungen aus anderen Ländern interessiert sind.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Moorböden die größte Treibhausgasquelle, obwohl sie nur 13 Prozent der Landesfläche einnehmen. Sie emittieren ca. 6 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. „Das ist rund ein Drittel der Gesamtemission des Landes und mehr als das Dreifache der Menge, die wir aktuell durch die Windkraft an Land und auf dem Wasser derzeit einsparen. Wir müssten also die derzeitige Windkraftnutzung verdreifachen, wollten wir nur die Emissionen aus den Mooren damit kompensieren“, betonte Backhaus. Weil das Land frühzeitig erkannt hat, wie wichtig die Renaturierung von Mooren ist, um die Klimaziele zu erreichen, wurden bereits 33.000 ha Moore in MV wiedervernässt.