Wer bietet mehr?

800 Festmeter Laubwertholz sind im Angebot

Malchin – Insgesamt 800 Festmeter Laubwertholz kommen am 23. Januar 2020 in Malchin unter den Hammer. Das Angebot des 29. Wertholztermins des Landes Mecklenburg-Vorpommern umfasst 11 verschiedene Baumarten. Den Hauptanteil des Holzes stellt mit 623 Festmeter erneut die Baumart Eiche, aber auch Esche, Buche und Ahorn sind mit teils nennenswerten Mengen vertreten. Hauptanbieter ist die Landesforstanstalt. 295 Festmeter stammen aus 15 Kommunal- und Privatforsten des Landes. Unter ihnen befinden sich die Forstwirtschaftliche Vereinigung, die Universität Greifswald sowie die Städte Rostock, Teterow und Greifswald.

„Beim letztjährigen Wertholztermin konnten die beteiligten Waldbesitzer unseres Landes einen Erlös von nahezu 500.000 Euro erzielen“, so Minister Dr. Till Backhaus. „Die Spitzenpreise vieler Baumarten konnten sich bundesweit sehen lassen.

Aufgrund der guten Qualitäten werden die angebotenen Hölzer überwiegend in der Furnier- und Möbelindustrie Verwendung finden. Sie lagern derzeit auf dem Wertholzplatz Nossentiner Heide und konnten seit dem 02. Januar 2020 besichtigt werden. Der Submissionskatalog wurde an Kaufinteressenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland gesandt und steht zudem auf der Homepage der Landesforst­anstalt unter www.wald-mv.de als Download zur Verfügung (direkter Link zum Katalog)

In diesem Jahr findet der Termin erstmals als Submission (Verkauf nach schriftlichem Meistgebot) statt. Mit dieser Verkaufsform reagiert der Veranstalter auf entsprechende Kundenwünsche, die sich aus einem geringeren Organisationaufwand gegenüber der bisher üblichen Versteigerung ergeben. Die Öffnung der Gebote erfolgt am 23.01.2020 ab 09.30 Uhr in der Zentrale der Landesforstanstalt.

MV-Halle auf der IGW eröffnet

Berlin – Für eine bunte Mischung aus regionalen Produkten steht das Angebot der Mecklenburg-Vorpommern-Halle auf der 85. Internationalen Grüne Woche (IGW) in Berlin. Kein anderes Bundesland hat so viele Klein- und Kleinstunternehmen an Bord geholt wie wir, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute Vormittag bei der offiziellen Halleneröffnung. Insgesamt 62 Unternehmen und Verbände präsentieren die kulinarischen und touristischen Besonderheiten aus allen Landesteilen bis zum 26. Januar auf 1.800 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

„Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Vergleich verhältnismäßig Einwohner hat, so mangelt es nicht an Menschen, die unser Land mit Unternehmergeist, kreativen Ideen und Leidenschaft voranbringen. Davon können sich die über 400.000 Messebesucher aus aller Welt in den kommenden zehn Tagen in Halle 5.2b selbst ein Bild machen“, so der Minister.

Backhaus würdigte die Land- und Ernährungswirtschaft als eine der wichtigsten Branchen in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Landesregierung sei es daher selbstverständlich, die eher kleinstrukturierten Firmen insbesondere bei der Vermarktung ihrer Produkte gezielt zu unterstützen. Die Unterstützung der IGW-Teilnahme sei dabei ein wichtiger Bestandteil der Strategie des Landes. „Auf der IGW können die Unternehmen nicht nur testen, wie ihre Produkte beim Publikum ankommen, sondern auch mit ihrem Image spielen. Ein interessantes und positives Image ist für den Unternehmenserfolg inzwischen ebenso wichtig wie das reine Leistungsangebot“, erklärte Backhaus.

Erstmals auf der IGW mit dabei sind in diesem Jahr die Unternehmen Elephant Gin aus Wittenburg, die Schokoladenmanufaktur Biedenweg aus Wolgast, die Gourmet Manufaktur Klepelshagen (Uckermark), die Rösterei Rostock, das Schloss Gut Ulrichshusen, die Region Mecklenburger ParkLand (Mecklenburgischen Schweiz), die Käsemanufaktur Müritz aus Bollewick und die Eiswerkstatt Rostock.

Backhaus sprach allen Austellern sowie den Helfern hinter den Kulissen für ihr Engagement seinen ausdrücklichen Dank aus. Im Anschluss an die Eröffnung startete der Minister seinen traditionellen Rundgang durch die Länderhalle, um jeden Aussteller persönlich zu begrüßen.

Am Nachmittag trifft sich Minister Backhaus mit Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. „In dem Gespräch möchte ich noch einmal deutlich auf die angespannte Lage in der Landwirtschaft hinweisen und mit Blick auf das Agrarpaket für Regelungen werben, die die Unternehmen auch wirtschaftlich mitgehen können“, so der Minister.

Warnung vor Kürzung des EU-Agrarbudgets

Berlin – Um die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik nach 2020 an den aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen auszurichten, braucht es rechtliche, finanzielle und planerische Sicherheit auf allen Seiten. Darin waren sich die AgrarministerInnen der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen heute bei einem Treffen in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin einig. Es war das fünfte turnusmäßige Treffen der Minister zur Vorbereitung der neuen Förderperiode und nach den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen das erste in neuer Zusammensetzung. Mit dabei waren auch die Präsidenten der Landesbauernverbände der ostdeutschen Bundesländer.

„Es ist wichtig, dass die EU nun endlich den Mehrjährigen Finanzrahmen, also den eigenen Haushaltplan, festlegt und dabei im Hinterkopf behält, worauf es in Europa und der Welt ankommt. Dazu zählen für mich ganz klar Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz, den Ressourcenschutz, den Tierschutz und das Tierwohl sowie in die Entwicklung der ländlichen Räume; konkret heißt das Investitionen in Kitas, Schulen, medizinische Versorgungseinrichtungen, Dörfer und Infrastruktur“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister und Gastgeber Dr. Till Backhaus.

Vom Bund erwarten die MinisterInnen und Bauernpräsidenten einen entsprechenden finanziellen Ausgleich, sollte die EU zur Bewältigung der genannten Herausforderungen nicht ausreichend Geld über die einzelnen EU-Fonds zur Verfügung stellen. Mit Blick auf den von der EU angekündigten eine Billion Euro schweren „Green Deal“ und das dicke Plus im Bundeshauhalt müsse sichergestellt werden, dass die Landwirtschaft und die ländlichen Räume im Falle von Finanzhilfen ausreichend berücksichtigt werden. Dafür müsse sich Deutschland im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr dieses Jahres stark machen. Das Geld müsse den Unternehmen und Kommunen zu Gute kommen, die sich für Umwelt und Gesellschaft engagieren. „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen!“ – so das Credo der ostdeutschen Bundesländer. Eine Absenkung der finanziellen Ressourcen würde alle Ziele, die man sich im Bereich Umwelt- Klima- und Ressourcenschutz gesetzt habe, konterkarieren.

Darüber hinaus bekannten sich die Ost-AgrarministerInnen und Bauernpräsidenten bei ihrem Treffen in Berlin dazu, die seit Jahren gepflegte konstruktive Zusammenarbeit fortzusetzen. Aufgrund der ähnlichen Agrarstrukturen gebe es gemeinsame Interessen.

„Wir wollen keinen Konflikt zwischen kleinen und großen Betrieben konstruieren. Uns ist jeder Hektar gleich viel wert. Entscheidend ist die Leistung die der Landwirtschaftsbetrieb für die Umwelt und die Gesellschaft erbringt“, betonte Minister Backhaus im Hinblick auf die Diskussion zu Kappung und Degression der Direktzahlungen und die besonderen Zahlungen für kleine Betriebe.

Im Hinblick auf den drohenden Ausbruch der ASP in Deutschland forderten die Minister und Bauernpräsidenten den Bund erneut auf, sich intensiv mit Fragen des Ertragsschadenausgleich für Landwirtschaftsbetriebe zu beschäftigen, die aufgrund von Restriktionen in den Risikogebieten Einbußen hinnehmen müssen. Hier wäre ein einheitliches Vorgehen wichtig. Aufgrund der geringen Dichte von Schlachthöfen in den ostdeutschen Ländern appellierten die Minister an Bundesagrarministerin Julia Klöckner in den Gesprächen mit der Fleischwirtschaft darauf hinzuwirken, sich solidarisch mit dem Osten zu zeigen. Es dürfe nicht sein, dass gesunde Schweine nicht abgenommen und vermarktet werden können.

Waldbesitzerempfang

Schwerin – „Der Klimaschützer Wald steht selbst im Kreuzfeuer des Klimawandels. Borkenkäfer, Trockenheit, Stürme machen den Forstbeständen in Mecklenburg-Vorpommern und deutschlandweit schwer zu schaffen. Mit waldbaulichen Anpassungsstrategien allein werden wir dieser Entwicklung nicht effektiv begegnen können. Wir benötigen schnell und konsequent weitreichende umweltpolitische Maßnahmen um die Veränderungen des Klimas auf ein für den Wald verträgliches Maß einzuschränken. Das Ziel muss sein, dass unsere Wälder ihre Funktionen auch künftig in ganzer Breite erfüllen können“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Forstminister Dr. Till Backhaus heute in Berlin. Dort findet am Abend im Vorfeld der Internationalen Grüne Woche der Empfang der Waldeigentümer statt. Ausrichter ist in diesem Jahr das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesweit seien seit 2018 auf einer Fläche von 180.000 Hektar mehr als 100 Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen, sagte der Minister. Eine derartige Menge sei in Deutschland zuletzt 1990 mit 75 Mio. Festmeter Schadholz ausgelöst durch Sturm Vivien angefallen. Mecklenburg-Vorpommern sei dabei vergleichsweise glimpflich davongekommen. 2018 seien hierzulande ca. 0,4 Millionen Festmeter (19,5 Prozent des durchschnittlichen Jahreseinschlages) Schadholz angefallen. Deutschlandweit seien die Angebotsmengen insbesondere beim Nadelholz sehr hoch. Das führe zu einem massiven Preisverfall. Durch das Überangebot bei einzelnen Holzarten seien die Durchschnittspreise seit Januar 2018 um 22,5 Prozent gesunken – Tendenz steigend.

Mecklenburg-Vorpommern hat im September 2019 ein 10-Punkte-Programm für zukunftsfähige Wälder vorgelegt. Dies sei allerdings eine Aufgabe, die nicht von den Bundesländern allein bewältigt werden könne, betonte Backhaus. Die finanziellen Hilfen des Bundes und der Länder in Höhe von 800 Millionen Euro seien ein erstes wichtiges Signal, dass die Politik um die Bedeutung der Wälder weiß und bereit ist, zu unterstützen. Doch nicht nur Waldmehrung und Waldumbau müssen laut Backhaus weiter vorangetrieben werden. Auch Umweltleistungen von Waldbesitzern müssen künftig stärker honoriert werden. Einer aktuellen Studie der Universität Greifswald zufolge produziert allein der Landeswald MV Öko-Werte von rund 65 Millionen Euro – eine Summe, die 1,3 Mal höher liege als der Ertrag durch Holzeinschlag. Dieses Geld fließe bislang an den Waldbesitzern vorbei und könne nicht für den Erhalt und Schutz der Wälder eingesetzt werden.

Auch richtete Minister Backhaus seinen Blick auf die weltweit wütenden Waldbrände und bezeichnete diese als „eine Katastrophe für uns alle“. Als Klimaschützer, Sauerstoffproduzent, Holzlieferant, Lebens- und Erholungsraum sei der Wald systemrelevant. Auch wenn Länder wie Australien und Brasilien mit ganz anderen Ausmaßen zu kämpfen hätten, so habe der Waldbrand in Lübtheen gezeigt, dass auch MV sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen muss.

Der Wald in Deutschland umfasst mit 11,4 Millionen Hektar 32 Prozent der Gesamtfläche des Landes. In den deutschen Wäldern wachsen rund 90 Milliarden junge und alte Bäume mit einem Holzvorrat von insgesamt 3,7 Milliarden Festmeter.

MV hat davon rund 558.000 Hektar Wald, was einem Flächenanteil von rund 24 Prozent der Landesfläche umfasst und damit das zweit niedrigste Bewaldungsprozent in der Bundesrepublik von den Flächenländern.

40 Prozent des Waldes (220.600 Hektar) stehen im Privateigentum. Es gibt im Land etwa 45.000 Waldbesitzer mit ca. 35.000 Forstbetrieben. Die durchschnittliche Privatwaldfläche 4,9 Hektar pro Privatwaldeigentümer.

Rund 10 Prozent der Waldfläche (57.700 Hektar) sind im Eigentum von Körperschaften. Das sind im Wesentlichen die Kommunen.

Im Vergleich zu anderen deutschen Bundesländern ist der Anteil des bundeseigenen Waldes hoch und der Anteil des Kommunalwaldes eher gering.

Sturmflutschutzwand in Warnemünde

Warnemünde – Heute hat Mecklenburg-Vorpommerns Küstenschutzminister Dr. Till Backhaus im südlichen Bereich des Alten Stroms von Warnemünde eine neue Sturmflut­schutzwand in Betrieb genommen. Symbolisch setzte er zusammen mit Vertretern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) und des Bauunternehmens aus Ribnitz-Damgarten an einem der vier Durchgänge durch die Schutzwand einen Dammbalkenverschluss ein, womit er demonstrierte, dass das System ab sofort seine Schutzfunktion übernehmen kann. Bei Vorhersage einer Sturmflut werden diese Durchgänge, die ein Erreichen der Promenade und der Bootsliegeplätze im Alten Strom ermöglichen, künftig von der Wasserwehr Warnemünde mit solchen Dammbalken verschlossen.

„Nach etwa 10 Jahren Planungs- und Bauzeit wird die neue Sturmflutschutzwand nun zusammen mit den Küstenschutz­anlagen am Strand den Schutz der Ortslage Warnemünde vor Überflutung in den nächsten Jahrzehnten sicherstellen“, sagte Backhaus. „Vor dem Hintergrund des Meeresspiegel­anstiegs in den nächsten Jahrzehnten ist es aber besonders wichtig, dass die Wand zukünftig noch erhöht werden kann“, so der Minister. Dies sei durch die modulare Bauweise möglich. Auch seien dadurch größere Sichtbehinderungen verhindert worden, denn die Wand ist nicht wesentlich höher als die alte Schutzwand.

Mit einer Höhe von 2,75 Meter über Normalhöhennull (NHN) schützt die etwa 500 Meter lange Sturmflutschutzwand in der ersten Ausbaustufe vor Wasserständen bis zu 2,50 Meter über NHN. Um die Erlebbarkeit des Alten Stroms für Einwohner und Touristen zu erhalten und die Akzeptanz des Bauwerks zu erhöhen, ist eine Promenade für Fußgänger in das Bauwerk integriert, die über vier schnell verschließbare Durchgänge erreicht werden kann. Die neue Promenade wird voraussichtlich Anfang März für die Öffentlichkeit freigegeben.

Damit sich vor allem Touristen vorstellen können, wie hoch die Wasserstände in Warnemünde steigen können, wurde eine Informationstafel aufgestellt, auf der die Wasserstände vergangener Sturmfluten – sogenannte Sturmflutmarken – dargestellt sind. Über einen QR-Code auf der Tafel können Besucher über ihr Smartphone weitere Informationen über die Sturmflutschutzwand und den Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern abrufen.

Das Land investierte etwa 9,25 Mio. Euro in das Sturmflut­schutzbauwerk. 70 Prozent der Kosten werden mit Mitteln des Bundes aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) finanziert. 30 Prozent der Kosten trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern selbst. Insgesamt wurden sogar etwa 11 Mio. Euro in das Vorhaben investiert, da die Hansestadt Rostock auch verschiedene Anschlussbereiche erneuert hat.

Schutzwald Zarrentin

Rodung ist Ergebnis eines sauberen Verfahrens

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus weist den Vorwurf, er habe die Rodung eines Schutzwaldes bei Zarrentin zugunsten einer Wohnbebauung in Person oder über sein Ministerium unterstützt, vehement zurück.

Die Genehmigung des B-Plan Nummer 19 „Schaalseehof“ sei Sache der Stadt Zarrentin in Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Eine Einflussnahme auf Stellungnahmen durch das Ministerium habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben, unterstrich Backhaus. Im Rahmen der Erstellung des B-Plans sei die Forstbehörde ordnungsgemäß beteiligt worden. Es habe eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen zwischen Gemeinde, Biosphärenreservat, Bürgerinitiative, Forstamt Radelübbe, Landesforstanstalt und Landwirtschaftsministerium gegeben. Alle Bedenken wurden einer Abwägung unterzogen und weitgehend im Bescheid berücksichtigt.

„Der Vorwurf der Investor sei durch mein Ressort bewusst bevorteilt worden, ist völlig aus der Luft gegriffen. Es hat ein geordnetes Verfahren mit sauberen Entscheidungen gegeben, dessen Ergebnis alle Beteiligten akzeptieren müssen“, betonte Backhaus. Natürlich sei ein solches Verfahren immer mit Abwägungen verbunden. „Dinge von unterschiedlichen Seiten zu betrachten, gehört zu meiner täglichen Arbeit als Minister. In diesem Fall geht es um folgende zwei Seite einer Medaille: den Umweltschutz und die Entwicklung der ländlichen Räume. Hier gilt es im Rahmen des gesetzlich Zulässigen eine für alle beteiligten tragbare Lösung herbeizuführen. Als Naturschutzorganisation hat man es da besser. Man kann eindimensional denken, fleißig draufhauen und muss am Ende des Tages keine Verantwortung für das große Ganze übernehmen“, sagte Backhaus mit Blick auf die Äußerungen des BUND, er würde seiner Verantwortung als Umweltminister nicht nachkommen.

Die Waldumwandlung auf einer Fläche von 8.000 Quadratmeter am Schaalsee in Zarrentin sei wie es das Gesetz verlangt, nur unter der Prämisse genehmigt worden, dass der Eingriff des Investors an anderer Stelle ausgeglichen wird. Im Rahmen des Verfahrens sei die Waldumwandlungsfläche sogar noch reduziert worden.

Auch von der Bürgerinitiative, die sich seit vielen Jahren gegen die Bebauung des Areals ausspricht, zeigte er sich enttäuscht: „Die Initiatoren – von denen im Übrigen ein Großteil weder aus Zarrentin stammt, noch dort wohnhaft ist – sind im Dezember 2016 auf mich zugekommen. Als Minister, der zu keiner Zeit den direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern scheut, habe ich Gesprächsbereitschaft signalisiert und alle Beteiligten (u.a. Stadt Zarrentin, Bürgerinitiative, Projektentwickler und Biosphärenreservatsamt) an einen Tisch geholt. Mir im Nachgang Einflussnahme vorzuwerfen, ist für mich kein guter menschlicher Umgang“, so der Minister.

Aktuelle Geflügelpestfälle in Polen

Schwerin – Das Landwirtschaftsministerium wurde über den Nachweis von hochpathogenen aviären Influenza-A-Viren des Subtyps H5N8 in Hausgeflügelbeständen in Polen informiert. Minister Dr. Till Backhaus nimmt dies zum Anlass, Geflügelhalter und Bevölkerung zur erhöhten Aufmerksamkeit aufzurufen.

„Die aktuellen Fälle in Polen zeigen, dass Geflügelpesterreger weiterhin kursieren und jederzeit mit neuen Fällen auch in Mecklenburg-Vorpommern gerechnet werden muss“, sagt Backhaus. „Um ein Einschleppen des Erregers in Hausgeflügelbestände zu verhindern, ist in den Geflügelhaltungen die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen notwendig.“ Als Reservoir und Verbreiter des Virus gelten insbesondere Wildvögel. Deshalb appelliere er gleichzeitig an die Bevölkerung, Funde mehrerer toter Wildvögel, vor allem gehäufte Funde unverzüglich den Veterinärämtern der Landkreise und kreisfreien Städte zu melden, damit diese die Tiere untersuchen und gegebenenfalls schnell Maßnahmen anordnen können, so der Minister.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde letztmals ein Geflügelpestvirus im September 2018 nachgewiesen. Dabei hat es sich um ein Virus des Subtyps H5N6 in einem Hausgeflügelbestand gehandelt.

Das letzte große Geflügelpestgeschehen war im Winter 2016/2017. Von November 2016 bis Anfang März 2017 wurden in 15 Hausgeflügelhaltungen, Zoos und ähnlichen Einrichtungen des Landes sowie in 102 Fällen bei Wildvögeln die Geflügelpest amtlich festgestellt.

Insbesondere Halter von Geflügel, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, haben eine große Verantwortung bei der Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen. Hierzu gehört insbesondere, das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter, Einstreu und Gegenständen gewährt und Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben.

Bei der Freilandhaltung von Enten und Gänsen hat der Geflügelhalter die Tiere vierteljährlich virologisch auf hoch pathogenes Geflügelpest-Virus untersuchen zu lassen. Alternativ dürften Enten und Gänse auch zusammen mit einer definierten Zahl von Hühnern oder Puten gehalten werden, die als so genannte „Sentinel-Tiere“ der Früherkennung dienen. Entscheidet sich der Tierhalter für diese Art der Überwachung, muss allerdings jedes verendete Stück Geflügel zur Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei eingesandt werden.

Bei den in den letzten Monaten im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock durchgeführten Überwachungsuntersuchungen gab es keinerlei Hinweise auf das Vorkommen eines hochpathogenen aviären Influenzavirus in Mecklenburg-Vorpommern.

Umweltleistungen von Waldbesitzern

Schwerin – Waldbesitzer, die in ihren Wäldern Gutes für die Gesellschaft oder die Umwelt tun, sollen künftig – ähnlich wie Landwirte – entsprechende finanzielle Unterstützung erhalten. Die finanziellen Anreize sollen helfen, um die gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen an den Wald und dessen Nutzung besser abzugelten und den Erhalt der Wälder langfristig zu sichern.

„In der Vergangenheit konnten zahlreiche Ökosystemleistungen durch den Holzverkauf finanziert werden. Dies ist heute so nicht mehr möglich. Konnten 1969 aus dem Erlös eines Festmeters Holz noch acht Stunden Arbeitslohn finanziert werden, so sind es heute gerade noch zwei Stunden, die sich daraus bezahlen lassen. Wir müssen also gemeinsam nach anderen Instrumenten suchen, um die stark nachgefragten Waldfunktionen zu finanzieren“, sagte Forstminister Dr. Till Backhaus heute in der Landespressekonferenz im Schweriner Schloss.

Gleichwohl betonte er, dass es weiterhin ein freies Betretungsrecht für den Wald geben wird. „Wer mit seinem Hund spazieren geht oder durch den Wald joggt, wird nicht zur Kasse gebeten“, so Backhaus. Mögliche Vergütungsmechanismen sollen sich ausschließlich auf besondere Nutzungen beziehen, zum Beispiel in Kur- und Heilwäldern, in denen Waldbesitzern durch komplexere Wegenetze, ausreichend Ruhestätten oder spezielle Therapieplätze Mehrkosten entstehen. An diesen Kosten sollten zum Beispiel die Kurkliniken fairerweise beteiligt werden.

Die Schweriner Erklärung „Wald neu denken – Wald neu lenken“, die der Minister heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Waldbesitzerverbandes M-V, Dr. Ulrich Ivo von Trotha, und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Kommunalwald beim Städte- und Gemeindetag M-V, Jörg Harmuth, in Schwerin vorstellte, trägt diesem Ansatz Rechnung. Darin verständigen sich Forstministerium sowie kommunale und private Waldbesitzer darauf, die Ökosystemleistungen des Waldes bei dessen Entwicklung künftig noch stärker in den Blick zu nehmen.

Zentrale Ökosystemleistungen des Waldes seien neben der Holzproduktion vor allem der Arten- und Biotopschutz, die Sauerstoffproduktion, der Klimaschutz, der Lärmschutz, der Erosionsschutz, der Küsten- und Hochwasserschutz, der Trinkwasserschutz sowie der Naherholungswert, präzisierte Backhaus. Eine vom ihm in Auftrag gegebene und in Deutschland bislang einmalige Studie über den Landeswald M-V beziffert den Wert dieser Leistungen jährlich auf etwa 65 Millionen Euro. Das entspricht rund 350 Euro pro Hektar. Das ist das 1,3-Fache der jährlichen Einkünfte aus dem Holzverkauf (ca. 50 Millionen Euro). „Dieses Geld fließt an den Waldbesitzern weitestgehend vorbei. Es lohnt sich also, in den kommenden Jahren intensiv zu diskutieren, wie die Ökosystemleistungen zukünftig für die Forstbetriebe in Wert gesetzt und für den langfristigen Erhalt unserer Wälder eingesetzt werden können“, so der Minister.

Laut der Schweriner Erklärung sollen deshalb in einem ersten Schritt Ökosystemleistungen einvernehmlich definiert und anschließend bewertet werden. Auf Basis dieser Inwertsetzung soll eine breite öffentliche Diskussion über die Bedeutung der einzelnen Ökosystemleistungen angeschoben werden. Die Honorierung einzelner Ökosystemleistungen kann dem Minister zufolge im Bereich Naturschutz zum Beispiel über die Ökokonto-Regelung bzw. die Natura 2000-Erschwernisausgleichregelung erfolgen. In den Bereichen Erholung, Tourismus, Wasser, und CO2-Speicher müssten entsprechende Vergütungsmechanismen noch erarbeitet werden.

Was sind Ökokontomaßnahmen?

Wer in Natur und Landschaft eingreift, ist gesetzlich verpflichtet, nicht vermeidbare erhebliche Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes oder des Landschaftsbildes durch geeignete Maßnahmen zu kompensieren (Eingriffsregelung). In der praktischen Umsetzung dieser Regelung hat sich gezeigt, dass es zunehmend schwieriger wird, zum Zeitpunkt des Eingriffes, geeignete Flächen und Maßnahmen für die Kompensation zu finden. Durch die Ökokontierung soll diesem Problem begegnet werden. Ökokontierung bedeutet, dass Kompensationsmaßnahmen zeitlich vorgelagert und ohne konkreten Eingriff durchgeführt, anerkannt und in ein Ökokonto eingebucht werden. Damit wird auch für den Waldeigentümer eine Einnahmequelle geschaffen. Er kann zum Beispiel von der Bewirtschaftung ausgenommene Flächen an Kompensationspflichtige veräußern.

Was ist der Natura-2000-Erschwernisausgleich?

Das Land gewährt seit 2016 als erstes Bundesland überhaupt jährlich Zuwendungen zum Ausgleich von naturalen oder wirtschaftlichen Einschränkungen bei der Bewirtschaftung und Nutzung von Waldflächen innerhalb von Natura 2000-Gebieten von bis zu 200 Euro je Hektar.

Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes

Schwerin – Am 19. Dezember 2019 erfolgte die abschließende Lesung und Abstimmung zur Änderung des Bundesnaturschutz­gesetzes (BNatSchG) in Bezug auf den Umgang mit Wölfen. Umweltminister Dr. Till Backhaus begrüßte den gefassten Beschluss. „Das ist eine richtige und überfällige Entscheidung, die wir im Interesse der Nutztierhalter und der Sicherheit der Menschen schon lange gefordert haben.“

Die Änderung des BNatSchG entspricht in wesentlichen Punkten den Zielstellungen des Antrags, den Mecklenburg-Vorpommern im April 2019 in den Bundesrat einbrachte. Sie regelt im Kern, dass eine Ausnahme vom allgemeinen Tötungsverbot bereits bei ernsten wirtschaftlichen Schäden erteilt werden kann, soweit weitere Übergriffe nicht durch zumutbare Herdenschutzmaßnahmen verhindert werden können. Vorher war der Nachweis einer Existenzgefährdung des betroffenen Betriebes oder der jeweiligen Person Voraussetzung für eine Entnahme eines Wolfes aus der Population. Neben der Änderung der Schadensdefinition wurde auch ein Fütterungsverbot für Wölfe sowie das Gebot zur Entnahme von Hybriden aus der Wolfspopulation festgeschrieben.

Ebenfalls wurde klargestellt, dass von der gesetzlichen Neuregelung auch Konflikte im Zusammenhang mit Hobbytierhaltungen sowie Nebenerwerbshaltungen erfasst werden. Zudem wurde eine Regelung für den Fall getroffen, dass sich Nutztierrisse keinem bestimmten Wolf eines Rudels zuordnen lassen oder dieser sich im Gelände nicht mit hinreichender Sicherheit von anderen Wölfen unterscheiden lässt. So kann im räumlichen und zeitlichen Zusammenhang zu einem Rissereignis auch ein Abschuss von einzelnen Rudelmitgliedern erfolgen, allerdings nur solange bis die Nutztierrisse aufhören.

„Es besteht nun deutlich mehr Klarheit und Rechtssicherheit. Das wird den Umgang mit dem Wolf in Konfliktfällen erleichtern und wesentlich zum Schutz der Menschen und der Nutztierhaltungen beitragen. Damit wird es hoffentlich gelingen, zukünftig populistischen Forderungen nach dem Abschuss von Wölfen den Nährboden zu entziehen“, sagte Backhaus. Er betonte, dass der Wolf trotz der erleichterten Abschussvoraussetzungen nach wie vor einen hohen Schutzstatus genieße und Wölfe weiterhin nur nach Erteilung einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde entnommen werden dürfen.

Zum Abschluss appellierte er erneut an die Nutztierhalter, die verbesserten Förderbedingungen der Wolfs-Richtlinie zu nutzen, um die Sicherheit für ihre Tiere zu erhöhen.

ASP 160 Kilometer vor M-V

Schwerin – Die letzten Nachweise der Afrikanischen Schweinepest in Westpolen liegen inzwischen nur noch etwa 160 Kilometer (Luftlinie) und die äußere Begrenzung der Restriktionszonen etwa 120 km von der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern entfernt.

„Nach Einschätzung von Experten des Friedrich-Loeffler-Institutes befindet sich die Seuche in Westpolen in einer Phase des maximalen Wachstums. In den nächsten Wochen müssen wir daher mit stetig steigenden Fallzahlen sowie mit einer weiteren und vor allem schwer abzuschätzenden Ausbreitung des Geschehens rechnen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute im Rahmen seiner Jahresabschlusspressekonferenz.

Letzten Donnerstag trafen sich Landestierarzt Dr. Dirk Freitag, Vertreter des Veterinär- und Lebensmittelüber-wachungsamtes des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit den zuständigen Veterinären der Woiwodschaft Westpommern in Szczecin, um sich mit den polnischen Kollegen über Krisenstrukturen und Bekämpfungsstrategien auszutauschen.

„Im Ergebnis können wir sagen, dass in diesem Verwaltungsbezirk unseres Nachbarn die Vorbereitungen auf eine mögliche Einschleppung der ASP in gleicher Weise wie bei uns auf Hochtouren laufen und vergleichbare Krisenstrukturen bestehen wie hierzulande“, erklärte Backhaus. Bei dem Treffen einigten sich die Fachleute beider Länder im engen Kontakt zu bleiben und die Maßnahmen für den Fall eines grenzüberschreitenden Geschehens abzustimmen, um ein konzertiertes Vorgehen zu erreichen.

Um einen Eintrag der ASP nach Mecklenburg-Vorpommern möglichst schnell zu erkennen, werden im gesamten Landesgebiet Untersuchungen zur Früherkennung der ASP durchgeführt. Die Landesbehörden stehen zudem in engem Austausch mit den Landräten der Landkreise und den Oberbürgermeistern der kreisfreien Städte.

Im Falle eines Seuchenausbruchs bei Wildschweinen werden die Restriktionsgebiete und die darin umzusetzenden Maßnahmen und Verbote von den örtlich zuständigen Veterinärämtern festgelegt. Im Unterschied zum ASP-Ausbruch bei Hausschweinen gibt weder das europäische noch das nationale Tierseuchenrecht Mindestradien für die einzurichtenden Restriktionszonen vor. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen wird zur Errichtung des gefährdeten Gebietes ein Radius von ca. 10 Kilometern um die Abschuss- oder Fundstelle empfohlen.

Zusätzlich kann die zuständige Behörde innerhalb des gefährdeten Gebietes ein Kerngebiet (empfohlener Radius um die Fundstelle: 3 bis 5 km) einrichten. Um das gefährdete Gebiet muss zudem eine Pufferzone (empfohlener Radius um das gefährdete Gebiet: 10 km) eingerichtet werden. Somit entstehen große Restriktionsgebiete mit einem Gesamtradius von ca. 20 km um den Fundort eines positiv getesteten Wildschweins. Diese Gebiete müssen intensiv überwacht und regelmäßig entsprechend der sich entwickelnden Seuchenlage angepasst werden.

Für den ASP-Fall hat das Land bereits im Sommer 2018 einen 50 km langen Elektrozaun angeschafft. „Ob der Einsatz des Zaunes zur lokalen Begrenzung des Seuchengeschehens eine sinnvolle Handlungsoption darstellt, hängt unter anderem vom betroffenen Gebiet, der Wildschweindichte in diesem Bereich sowie vom generellen Ausbreitungsgeschehen ab“, erklärte Minister Backhaus.

Im Sinne der Früherkennung hat das Land zudem eine verstärkte Fallwildsuche angeordnet, die von den lokalen Behörden organisiert und durchgeführt wird. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 141 Indikatortiere und bis Ende Oktober 2019 125 Indikatortiere auf ASP untersucht. Alle bisherigen Untersuchungen blieben ohne Nachweis. Die Bergung von Fallwild im ASP-Fall erfolgt durch das zuständige Veterinäramt oder durch mit diesen Aufgaben entsprechend geschulte und beauftragte Personen. Proben von verendeten Wildschweinen sind im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) zu untersuchen.

Nach amtlicher Feststellung der ASP in einem Hausschweinebestand wird die sofortige Tötung und unschädliche Beseitigung der Schweine des Ausbruchsbetriebes durch das örtlich zuständige Veterinäramt angeordnet, informierte der Minister. Um den betroffenen Betrieb werden ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens 3 km und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens 10 km festgelegt. Im Sperrbezirk sind alle Schweine haltenden Betriebe innerhalb von sieben Tagen auf ASP hin zu überprüfen. Im Beobachtungsgebiet erfolgt ebenfalls eine Untersuchung und Probenahme in Beständen, in denen Schweine verendet oder erkrankt sind.

„Ich hoffe sehr, dass uns ein solches Szenario erspart bleibt“, betonte Backhaus. Neben dem Leid der Tiere, dem emotionalen Verlust für den Tierhalter, sei ein Übergreifen der ASP auf Hausschweinbestände auch mit enormen wirtschaftlichen Schäden verbunden. Drittländer würden sofort ein Importverbot auf Schweine und Schweinefleischprodukte aus ASP-betroffenen Gebieten/Ländern verhängen, die auch noch Jahre nach einer erfolgreichen Bekämpfung anhalten könnten.

Laut Deutschem Bauernverband bewegten sich die Einnahmeverluste für die Schweinehalter sowie für die vor- und nachgelagerten Bereiche der Futter- und Lebensmittelherstellung in Deutschland in zweistelliger Milliardenhöhe. Für Mecklenburg-Vorpommern sei bei ca. 830.000 Hausschweinen mit einem Schaden von 980 Millionen Euro pro Jahr für Handelsausfälle, Tierverluste und Entschädigungszahlungen zu rechnen.

„Entschädigt wird der gemeine Wert eines Tieres, der nach Schätzgrundsätzen der Tierseuchenkasse vom zuständigen Amtstierarzt geschätzt wird. Die Entschädigung wird von der Tierseuchenkasse erstattet, sofern der Tierhalter nicht schuldhaft gegen einschlägige Rechtsgrundlagen, z.B. gegen das Tiergesundheitsgesetz, die Schweinepest-Verordnung oder die Schweinehaltungshygieneverordnung verstoßen hat. Vor diesem Hintergrund kann ich immer wieder nur auf die Wichtigkeit der Einhaltung der Biosicherheit und somit des Seuchenschutzes in den Schweinehaltungen hinweisen,“ so Minister Backhaus.

Zusätzlich zur Entschädigung erstattet die Tierseuchenkasse dem Tierhalter auch die bei der Tötung und Beseitigung der Schweine entstandenen Kosten. Das Land beteiligt sich an all diesen Kosten zu 50 Prozent.

Zugriff auf „Problemwölfe“

Minister Backhaus: Wir können auf „Problemwölfe“ zugreifen!

Schwerin – „Wir haben Möglichkeiten auf „Problemwölfe“ zuzugreifen und wir werden dies auch tun, sofern Gefahr für Leib und Leben besteht oder unsere Nutztierbestände trotz vorhandenem Grundschutz und der Umsetzung zumutbarer Alternativen, wie insbesondere Herdenschutzmaßnahmen, nachweislich durch einen Wolf gefährdet sind.“, stellte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Rahmen seiner Jahresabschlusspressekonferenz in Schwerin klar.

Gleichwohl wies er darauf hin, dass es wie im Fall des Problemwolfes GW924m Konstellationen geben kann, die einen Abschuss erschweren. „Bei diesem Tier handelt es sich um einen durchziehenden Wolf, der innerhalb weniger Tage hundert Kilometer zurücklegen kann und bislang kein zweites Mal im Land angetroffen wurde. Das liegt in der Natur der Sache.“, so der Minister. Hinzu komme, dass das Tier über kein Wiedererkennungsmerkmal verfügt, welches eine Individualisierung auf Distanz ermöglichen würde. Auch könne im Gebiet um Grambow (LK Nordwestmecklenburg), wo „GW924m“ im Zuge eines Rissvorfalls erstmals als Schadensverursacher nachgewiesen wurde, das Auftreten anderer Wölfe nicht ausgeschlossen werden.

Ähnliche Problemlagen seien aus anderen Bundesländern bekannt, sagte Backhaus. In Schleswig-Holstein wäre ein Abschuss von „GW924m“ insoweit zweifelsfrei möglich gewesen, weil sich im fraglichen Gebiet seinerzeit nur ein einziger Wolf, nämlich ohne Zweifel „GW924m“ aufhielt und eine Verwechslungsgefahr somit weitestgehend ausgeschlossen war.

„Im Fall Grambow war das nicht mehr so möglich gewesen, zumal wir kurz darauf Hinweise darauf hatten, dass auch ein Rissvorfall auf Usedom im Zusammenhang mit GW924m stehen könnte und damit ein Abschuss des durchziehenden Wolfes GW 924m bei Grambow nicht mehr möglich erschien. Das muss man ganz klar so feststellen, anstatt falsche Erwartungen zu wecke.“ sagte Backhaus.

Mit Blick auf den Rissvorfall, der sich Mitte November Usedom ereignete informierte er, dass die Erstprobe und eine Rückstellprobe leider keine für eine Individualisierung verwertbare DNA enthielten. Daher gebe es bisher keine eindeutigen Rückschlüsse zum Aufenthalt von GW924m auf Usedom. „Wir haben nun die Analyse aller Rückstellproben beauftragt, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen eine Individualisierung des Verursachers zu erhalten“, sagte er weiter.

In 2019 gab es zum jetzigen Zeitpunkt 42 Rissvorfälle, bei denen 151 Tiere getötet und 54 verletzt wurden. Zum Vergleich: 2018 waren im kompletten Jahr 23 Risse mit 120 getöteten und 42 verletzten Tiere. Von den aktuellen Rissvorfällen sind Backhaus zufolge alle Landkreise betroffen, zudem die Stadt Rostock. In 14 Fällen war kein Grundschutz gegeben, in 15 Fällen wurden Mängel am Grundschutz festgestellt. Daher appellierte der Minister nochmals an alle Tierhalter, ihre Tiere den Empfehlungen entsprechend zu schützen. „Sicherlich gibt es keinen 100%igen Schutz, aber man kann es den Wölfen schwer oder leichtmachen“, unterstrich er.

Die vom Land beglichene Schadenssumme beläuft sich seit 2007 auf etwa 96.000 Euro, für das Jahr 2019 auf etwa 10.000 Euro. Für Präventions- und Akzeptanzmaßnahmen wurden seit 2013 (Veröffentlichung der FöRi Wolf) etwa 576.000 Euro ausgereicht (2018: etwa 100.000 Euro, 2019: etwa 169.000 Euro).

Minister Backhaus betonte, dass der Wolf keine „blutrünstige Bestie“ sei, eine Bauernhofidylle wie im Bilderbuch aber ebenso wenig möglich sein. „Insofern bin ich froh, dass wir in diesem Jahr auf Bundes- und Landesebene wichtige Weichen gestellt haben, um die Konflikte zwischen Mensch und Tier weiter zu minimieren“, sagte er Zum einen arbeite der Bund aktuell an einer EU-rechtskonformen Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes, wonach die zuständigen Behörden für Naturschutz und Landschaftspflege nicht erst bei existenzbedrohenden landwirtschaftlichen Schäden Ausnahmen vom Tötungsverbot zulassen können. Dies sei maßgeblich von MV vorangetrieben worden. „Unser Vorstoß ist insbesondere für den Erhalt der Weidetierhaltung von zentraler Bedeutung“, so Backhaus.

Die Förderrichtlinie Wolf Mecklenburg-Vorpommern sei ebenfalls novelliert worden und tritt ab morgen in Kraft, verkündete der Minister. Sie regelt die Förderung von Präventions- bzw. Schadensausgleichsmaßnahmen. Mit der neuen Förderrichtlinie können Fördermittel auch außerhalb der De-minimis-Regelungen ausgereicht werden. Auch wird die mögliche Förderhöhe von Präventionsmaßnahmen von bis zu 75% auf bis zu 100% erhöht. Die Förderung kann u. a. für Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren erfolgen, die über einen Grundschutz hinausgehen, zum Beispiel Zaunerhöhungen und Herdenschutzhunde.

Ostseefischerei

M-V und Schleswig-Holstein wenden sich an Klöckner

Schwerin – Mit einem gemeinsamen Positionspapier zur Zukunft der Ostseefischerei und der Bitte ihren Einfluss auf EU-Ebene geltend zu machen, haben sich die Fischereiminister der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein heute an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gewandt.

„Die Kutter- und Küstenfischerei ist ein integraler Bestandteil unserer maritimen Wirtschaft und Kultur. Er prägt die Küstenregionen und trägt maßgeblich zur touristischen Attraktivität unseres Landes bei“, erklärte Dr. Till Backhaus, zuständiger Fachminister in Mecklenburg-Vorpommern.

Die dramatische Lage und die schlechten Zukunftsaussichten der Ostseefischerei waren bereits Thema auf der letzten Agrarministerkonferenz in Mainz, auf der erste Eckpunkte zur Bewältigung der schwierigen Situation formuliert wurden. Das Positionspapier trägt dem Beschluss der Agrarministerkonferenz Rechnung und greift die vorgelegten Vorschläge des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei sehr weitgehend auf.

Es enthält vier Maßnahmenkomplexe:

  1. Fortsetzung der Prämienzahlung bei befristeter Stilllegung von Fischereifahrzeugen
  2. Geförderte endgültige Stilllegung von Fischereifahrzeugen:
  3. Private endgültige Stilllegung von Fischereifahrzeugen
  4. Konzentration von Erzeugerorganisationen

Mit Freude nehmen die beiden Länder zur Kenntnis, dass im Entwurf der finnischen Ratspräsidentschaft der Vorschlag der EU-Kommission zur Änderung der EMFF-Verordnung und zum Mehrjahresplan in der Ostsee bereits so verändert wurde, dass nun auch für Betriebe, die gezielt auf Westdorsch und westlichen Hering gefischt haben, die Möglichkeit einer endgültigen Stilllegung geschaffen werden soll.

Leider sehe der Kompromissvorschlag keine Änderung bezüglich der aktuell bestehenden Regelung in der EMFF-Verordnung vor, dass alle während der Förderperiode gewährten Prämien zur befristeten Stilllegung bei Erhalt einer Prämie zur endgültigen Stilllegung gegengerechnet werden müssen. Damit gehe der Anreizeffekt eines Programms zur endgültigen Stilllegung verloren, und das Ziel der Anpassung der Flotte an die wahrscheinlich dauerhaft verminderten Fangmöglichkeiten wäre nicht erreichbar.

Es sei einem aufgabewilligen Fischereibetrieb auch nicht zu vermitteln, warum Prämien für eine in den vergangenen Jahren bereits erbrachte Leistung für den zusätzlichen Schutz von Dorsch und Hering im Fall der endgültigen Stilllegung zurückgezahlt werden müssen.

Detektive am Meeresboden

Forscher sammeln Daten über die Ostsee

Warnemünde – Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) untersuchen im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern den Meeresboden in der 12-Seemeilenzone (Küstenmeer) der hiesigen Ostseeküste. Die Daten sollen neben den bereits vorhandenen Daten helfen weitere Kenntnisse über die verschiedenen marinen Lebensräume zu erhalten. Diese sollen nicht zuletzt bei der Umsetzung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie berücksichtigt werden.

Das sogenannte ATLAS-Projekt ist im Sommer gestartet. Ziel ist herauszufinden, welche Lebensräume sich wo befinden und in welchem Zustand diese sind. Dazu werden vorhandene Daten aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengeführt und bisher nicht oder schlecht untersuchte Meeresbodengebiete neu kartiert. Hierzu zählen insbesondere die äußere Wismarbucht, die Darsser Schwelle und der Plantagenetgrund. Dazu werden hydroakustische (Seitensichtsonar, Fächer­echolot), sedimentologische und biologische Methoden (Greiferproben, Unterwasser-Video) eingesetzt.

In der diesjährigen Herbstkampagne wurde das Gebiet östlich von Warnemünde bis zum Schutzgebiet Darsser Schwelle untersucht. Es umfasst neben dem Warne­münde-Riff weitere kleinere Riffflächen und zwei kleinere Sandbänke. In diesem Bereich wurden an 42 Stationen unter anderem Bodenfauna- und Sedimentproben genommen sowie Unterwasser-Videoaufnahmen gemacht, die derzeit im Labor ausgewertet werden. Zusätzlich konnten mit den hydroakustischen Verfahren bislang flächenhafte Daten zur Analyse der Eigenschaften des Meeresbodens auf einer Fläche von 50 km² erhoben werden.

Soweit das Wetter es zulässt, sind weitere Tagesfahrten im Dezember 2019 geplant.

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben wird vom Land und aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) finanziert. Es läuft über drei Jahre und wird fachlich vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern betreut.

In Schleswig-Holstein und in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) laufen vergleichbare Kartierungsarbeiten. Ein wichtiges Projektziel ist daher, fachliche, methodische und technische (GIS) Übereinstimmung mit den dortigen Arbeiten und Ergebnissen zu erreichen, damit Brüche an der Landesgrenze vermieden werden und ein einheitliches Kartenwerk für die deutsche Ostsee entsteht.

Kinder beobachten das Leben der Insekten

WEMAG überreicht im Rahmen ihrer Kita-Aktion mit Sozialministerin Drese ein naturnahes Geschenk

Pampow – Die Bremer Stadtmusikanten erhalten spätestens im nächsten Frühjahr tierischen Zuwachs. Dafür sorgt das neue Insektenhotel, das Dr. Diana Kuhrau von der WEMAG zusammen mit Sozialministerin Stefanie Drese zum Auftakt der diesjährigen Kita-Aktion des Energieversorgers der Kindertagesstätte „Bremer Stadtmusikanten“ in Pampow überreicht hat. Passend dazu gab es eine Broschüre „Siene – die Wildbiene“, die in Zusammenarbeit der Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschaft Elbe entwickelt wurde. Darin wird anschaulich das Leben der Wildbienen und deren Gewohnheiten beschrieben. Mit leuchtenden Augen nahmen die Kinder die Geschenke entgegen und bedankten sich mit einem Adventslied.

In dem etwa einen Meter hohen Insektenhotel finden neben den Wildbienen auch kleine Wespenarten, Spinnen und Ohrenkneifer einen geeigneten Platz für ihre Nester. Es wurde detailreich aus Holz gebaut und liebevoll bemalt von Mitarbeitern der Lewitz-Werkstätten gGmbH aus Parchim, einem langjährigen Partner der WEMAG. Hier fertigen Menschen mit Behinderungen jedes Jahr praktische und langlebige Holzprodukte für die Kita-Aktion des kommunalen Energieversorgers an. „Damit unterstützen wir die heimische Wirtschaft und geben den Kindertagesstätten in der Region ein hochwertiges Geschenk mit Mehrwert“, sagte die Pressesprecherin der WEMAG-Unternehmensgruppe, Dr. Diana Kuhrau. Das Insektenhotel sei auch ein symbolisches Zeichen für das Engagement des Öko-Energieversorgers im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

Sozialministerin Stefanie Drese und WEMAG-Pressesprecherin Dr. Diana Kuhrau (v.l.) beschenken die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte „Bremer Stadtmusikanten“ in der Gemeinde Pampow. Foto@WEMAG/Anne Jüngling

Sozialministerin Stefanie Drese, die bereits zum vierten Mal in Folge diese Aktion mit eröffnet, lobte die sinnvolle Auswahl der Geschenke. „Im vergangenen Jahr haben wir ein Vogelhaus geschenkt. Dieses Mal ist es ein Insektenhotel. Die Kinder können hier jeden Tag das Leben im Hotel beobachten. So lernen sie, dass die Natur unsere Hilfe braucht“, erklärte Drese. „Dieser Zugang zur frühkindlichen Bildung in der Kindertagesförderung ist sehr wichtig. Damit die Teilhabe nicht am Einkommen scheitert, bezahlen Eltern in Mecklenburg-Vorpommern daher ab 2020 keine Beiträge mehr in Krippe, Kita, Hort oder Kindertagespflege.“

Die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte „Bremer Stadtmusikanten“ sind themenbezogen gestaltet. Hier werden die Kinder zu kleinen Forschern, Bauherren, Künstlern, Schauspielern und Athleten. Und wenn es drinnen langweilig wird, geht es nach draußen auf das weite Gelände. Schutz bietet dabei der Laubengang – ganz gleich ob es regnet oder die Sonne scheint.

Wie bereits in den vergangenen Jahren, führt die WEMAG auch in diesem Dezember ihre Tradition fort und beschenkt im Rahmen der Kita-Weihnachtsaktion fast 200 Kindertagesstätten in der Region mit hochwertigem Holzspielzeug. Dazu schwärmen in der Vorweihnachtszeit zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energieversorgers aus und verteilen die Geschenke. Die Aktion jährt sich zum 23. Mal.

Mehr Frische geht nicht

Landesforst M-V startet Weihnachtsbaumverkauf

Schwerin – Weihnachtsbäume vom Förster können ab Samstag, dem 7. Dezember 2019, in allen 29 Forstämter der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern erworben werden.

„Nahezu in jedem Forstamt besteht die Möglichkeit den Weihnachtsbaum nicht nur selbst auszuwählen, sondern auch selbst zu schlagen. Die Weihnachtsbäume aus den Forstämtern punkten durch ihre Frische und Regionalität. Auch die die zugelieferten Weihnachtsbäume stammen aus M-V und werden einer strengen Qualitätskontrolle durch die hiesigen Förster unterzogen“, betonte Agrarstaatssekretär Dr. Jürgen Buchwald.

Die Nordmann-Tanne sei der Spitzenreiter unter den Weihnachtsbäumen, sagte er weiter. Es folgten im weiten Abstand die Küstentanne, Fichte und Kiefer. Was die Form des Weihnachtsbaumes angeht, variierten die Meinungen. Sowohl der etwas lichtere als auch der dichte Weihnachtsbaum fänden ihre Liebhaber. Auch der Grünton werde ganz unterschiedlich als schön empfunden. Entscheidend sei die Größe: Am beliebtesten seien Bäume zwischen zwei und 2,5 Metern.

In 2018 hat die Landesforst M-V rund 25.000 Weihnachtsbäume verkauft, informierte Buchwald. Sie seien je nach Baumart und Größe in der Regel liegt das Alter zwischen 8 und 15 Jahren alt. Deutschlandweit würden jährlich rund 23 Millionen Weihnachtsbäume verkauft.

Viele Menschen fragen sich, ob es ökologisch überhaupt vertretbar ist, sich einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zu stellen. Dazu Buchwald: „Neben zertifizierten Öko-Weihnachtsbäumen ist ein Baum vom nächstgelegenen Forstamt die beste Alternative. Die meisten Weihnachtsbäume wachsen auf Plantagen oder in dafür vorgesehenen Gattern und werden somit nicht der Verjüngung des Waldes entrissen. Weiterhin speichert auch ein so kleiner Baum erhebliche Mengen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid. Dieses bleibt auch im Holz gebunden, wenn der Baum bei den Menschen zu Hause steht.“

Viele Forstämter bieten Besuchern neben dem Weihnachtsbaumverkauf auch ein vorweihnachtliches Rahmenprogramm, sagte der Staatssekretär. Auf eigens organisierten Weihnachtsmärkten können Schmuckreisig, Brennholz oder kulinarische Besonderheiten erworben werden. So vermarkte die Landesforst MV Wildbret von Reh, Wildschwein, Rot- und Damwild – küchenfertig vorbereitet oder weiterveredelt.

Generell könnten verarbeitete Wildprodukte stetig in den Forstämtern Torgelow, Schildfeld, Neu Pudagla, Bad Doberan und Stavenhagen/ Ivenacker Eichen erworben werden, unterstrich Buchwald. Ganze Wildtiere würden – solange der Vorrat reicht – in jedem Forstamt verkauft. Jedes Stück Wild werde durch den extra dafür geschulten Jäger begutachtet. Alle verarbeiteten Wildprodukte die unter dem Siegel „Wild vom Förster“ verkauft werden, würden zuvor einer amtlichen Fleischbeschau durch die zuständige Veterinärbehörde unterzogen. Bei Schwarzwild erfolge gleichzeitig auch die sogenannte Trichinen- Untersuchung.

„Die Nachfrage an Wild steigt, vor allem in den Städten. Dennoch bleibt es ein exklusives Lebensmittel, das nicht jeden Tag verzehrt wird. Somit ist es perfekt für das besondere Weihnachtsmahl“, sagte Buchwald abschließend.