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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Telemedizin-Netz für die Gesundheitsversorgung

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bauen gemeinsames Telemedizin-Netz auf

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen gemeinsam ein länderübergreifendes Telemedizin-Netz für die Gesundheitsversorgung aufbauen. Einen entsprechenden Letter of Intent haben Gesundheitsministerin Stefanie Drese aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holsteins Gesundheitsministerin Prof. Dr. Kerstin von der Decken gemeinsam mit den Krankenhausgesellschaften beider Länder sowie der Universitätsmedizin Rostock und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein unterzeichnet.

Das „Telemedizin-Netz Nord-Ost“ (TENNO) soll zunächst die Krankenhäuser beider Länder digital miteinander verbinden und perspektivisch auch ambulante Versorgung, Rettungsdienst und weitere Gesundheitsbereiche einbeziehen, teilten Drese und von der Decken in der Landespresskonferenz am Dienstag mit.

„Telemedizin überwindet Entfernungen. Mit TENNO schaffen wir die digitale Infrastruktur dafür, dass medizinische Kompetenz nicht an Landesgrenzen oder am Standort eines Krankenhauses endet. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein mit ihren ländlichen Räumen ist das ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähige und zukunftsfeste Gesundheitsversorgung“, betonte Drese.

„Wir wollen nicht zwei parallele Systeme aufbauen, sondern einen gemeinsamen digitalen Versorgungsraum im Norden schaffen“, sagte von der Decken. „Wenn medizinische Expertise nicht überall unmittelbar vor Ort verfügbar sein kann, müssen wir sie digital dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. Davon profitieren Patientinnen und Patienten ebenso wie die Beschäftigten in unseren Krankenhäusern. Das Netzwerk soll zudem dazu beitragen, die Zusammenarbeit der Kliniken zu stärken.“

Im ersten Schritt sollen die stationären Leistungserbringer beider Länder miteinander vernetzt werden. Geplant sind unter anderem Telekonsile und Televisiten. Erste konkrete Anwendungen hierfür können insbesondere in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Not- und Unfallversorgung liegen. Damit können Ärztinnen und Ärzte unabhängig vom Standort schnell zusätzliche Expertise hinzuziehen.

Das gemeinsame Netz soll allen Krankenhäusern offenstehen – unabhängig von Trägerschaft, Versorgungsstufe oder Standort; und mehr noch, alle Krankenhäuser beider Länder sollen verbindlich in das Netzwerk einbezogen werden. Bereits vorhandene telemedizinische Angebote sollen gebündelt und weiterentwickelt, neue Insellösungen oder parallele Einzelsysteme vermieden werden.

„TENNO ist kein Netz einzelner Universitätskliniken, sondern ein Netz für die gesamte Krankenhauslandschaft in beiden Ländern“, machte Drese deutlich. „Deshalb ist uns wichtig, dass alle Krankenhäuser gleichberechtigt Zugang erhalten und die Interessen der gesamten Krankenhauslandschaft berücksichtigt werden.“

Die Universitätskliniken Schleswig-Holstein und Rostock sollen eine koordinierende und operative Rolle beim Aufbau übernehmen. Die Krankenhausgesellschaften beider Länder werden von Beginn an einbezogen. Ziel ist eine transparente Steuerung, die eine offene und neutrale Infrastruktur gewährleistet.

„Die geplante telemedizinische Verbindung zwischen den Krankenhäusern kann ein Gamechanger für die stationäre Versorgung in M-V werden. Weniger Fachärzte können mehr Patienten betreuen. Der Meinungsaustausch zwischen den Spezialisten kann schneller und sogar Live unter Beteiligung des Patienten erfolgen, auch wenn dieser weit entfernt ist. Wir müssen TENNO daher schnellstmöglich an den Start bringen“, so der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft M-V, Uwe Borchmann.

„Der Ansatz, das gemeinsame Telemedizin-Netz nicht als Einbahnstraße zu verstehen, ist richtig und wichtig. Um in unseren Flächenländern medizinische Kompetenz möglichst überall und jederzeit verfügbar zu machen, muss neben der Expertise in der Universitätsmedizin auch auf Kompetenzen in Krankenhäusern anderer Versorgungsstufen zurückgegriffen werden können“, betonte Patrick Reimund, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft S-H.

Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, verdeutlichte: „Die Universitätsmedizin Rostock ist bereit, gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein die Planung und Umsetzung von TENNO aktiv voranzutreiben. Dabei ist entscheidend, dass ein leistungsfähiges länderübergreifendes Telemedizin-Netz mit den Partnern vor Ort aufgebaut und betrieben wird. In Mecklenburg-Vorpommern werden wir deshalb besonders mit unseren Partnern der Universitätsmedizin Greifswald sowie den Maximalversorgern in Neubrandenburg und Schwerin eng zusammenarbeiten. So können wir deren unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen nutzen, um TENNO an den tatsächlichen Anforderungen der Versorgungslandschaft auszurichten.“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzer (CEO) Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH): „Am UKSH ist Telemedizin im Rahmen unserer Strategie als digitaler Vorreiter bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil im Klinikalltag. Gemeinsame Standards können insbesondere im ländlichen Raum den Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung verbessern und den professionellen Austausch zwischen Ärztinnen und Ärzten stärken. Wir freuen uns daher, bei diesem Projekt eine aktive Rolle einzunehmen. Von TENNO können Patientinnen und Patienten hier im Norden profitieren.“

Der Aufbau des gemeinsamen Netzes fällt in eine Phase grundlegender Veränderungen der Krankenhauslandschaft. Die Krankenhausreform wird Strukturen und Aufgaben neu ordnen. Gerade auch Kooperationen kommt künftig eine deutlich gewachsene Bedeutung zu. „TENNO schafft die digitale Infrastruktur, damit diese neuen Strukturen auch funktionieren können, indem Expertise geteilt und Versorgung über Standorte hinweg organisiert wird“, so Drese.

Auch von der Decken sieht in der länderübergreifenden Zusammenarbeit einen wichtigen Zukunftsschritt: „Wir müssen Versorgung nicht mehr ausschließlich vom einzelnen Standort aus denken. Wir können Kompetenzen digital miteinander verbinden und damit Qualität sichern, auch wenn nicht jede medizinische Leistung an jedem Ort vorgehalten werden kann.“

Für den Aufbau des Netzes wollen beide Länder Mittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds für länderübergreifende Projekte nutzen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bereiten gemeinsam mit den Universitätskliniken und den Krankenhausgesellschaften einen entsprechenden Antrag vor. Die Antragstellung beim Bundesamt für Soziale Sicherung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

In den kommenden Monaten sollen die technischen und organisatorischen Voraussetzungen konkretisiert, erste Anwendungsfälle festgelegt und die künftige Governance des Netzwerks aufgebaut werden. Wird das Vorhaben für den Krankenhaustransformationsfonds angenommen, soll die Umsetzung ab 2027 beginnen.

Beide Ministerinnen betonten, dass TENNO nicht bei einzelnen Pilotprojekten stehen bleiben soll. Das Netzwerk wird von Beginn an so angelegt, dass weitere Bereiche und Leistungserbringer integriert werden können.

„Wir wollen vorhandene gute Lösungen zusammenbringen und so skalieren, dass sie allen zugutekommen“, verdeutlichte Drese. „Unser Ziel ist ein gemeinsames, verlässliches und dauerhaft tragfähiges Netzwerk – nicht eine Sammlung einzelner digitaler Insellösungen.“

Von der Decken sagte: „Die Herausforderungen unserer beiden Länder sind ähnlich: große Flächen, unterschiedliche regionale Strukturen und begrenzte personelle Ressourcen. Darauf gibt es keine rein digitale Antwort – aber Telemedizin kann ein wichtiger Teil der Antwort sein. Deshalb ist es sinnvoll, unsere Kräfte zu bündeln.“

Mit dem Letter of Intent legen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die gemeinsame Grundlage für den weiteren Aufbau von TENNO. Aus einer länderübergreifenden Kooperation soll so Schritt für Schritt ein gemeinsamer digitaler Versorgungsraum im Nordosten entstehen.

Woche des bürgerschaftlichen Engagements

„MV ist ein Land des Ehrenamtes“ – Drese lädt zur Teilnahme an der Woche des bürgerschaftlichen Engagements ein

Schwerin – Bis zum 20. September steht Deutschland im Zeichen des Engagements. Die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ macht die ganze Bandbreite des Ehrenamtes sichtbar, von kleinen lokalen Initiativen bis zu größeren Vereinen, Organisationen und Projekten. „Interessierte können sich über Mitmachangebote in ihrer Nähe informieren und die Vielfalt des Engagements auch selbst aus erster Hand erleben“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese am Wochenende in Schwerin.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land des Ehrenamtes, auch wenn wir das oftmals gar nicht sehen, weil wir Angebote wie das Fußballtraining des Kindes, der Bingo-Abend der Oma im Begegnungszentrum oder Institutionen wie die Freiwillige Feuerwehr schon fast als selbstverständlich wahrnehmen“, betonte Drese. Dabei leben all diese Angebote von Menschen, die sich mit viel Herzblut für andere einsetzen um das Leben in MV besser, bunter und vielfältiger zu machen.

Die Ministerin sieht die bevorstehende Aktionswoche deshalb auch als gute Gelegenheit, um allen ehrenamtlich Engagierten im Land zu danken: „Sie übernehmen Verantwortung, bringen ihre Zeit und ihre Ideen ein und sind für andere da – oft ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben. Gerade deshalb dürfen wir nicht vergessen, wie viel Herzblut und persönliches Engagement dahintersteckt. Das verdient unser aller Anerkennung und Unterstützung“, so die Ministerin.

Um die Rahmenbedingungen des Ehrenamtes zu verbessern, soll auch das neue Engagement-Portal des Landes beitragen. „Wir wissen, dass die Nachwuchsgewinnung eines der dringendsten Probleme unserer Vereine und Initiativen ist. Wir wollen es deshalb als ein Ergebnis des Prozesses zur Erarbeitung der Landes-Engagementstrategie leichter machen, Mitmachangebote und Interessierte zusammenzubringen“, machte Drese deutlich. Das neue Onlineportal befindet sich gerade im Aufbau. Vereinen, Organisationen und Initiativen können sich aber bereits anmelden und vorstellen.

„Eine umfassende Anleitung hierfür finden Interessierte auf der Seite des Sozialministeriums. Gerne helfen aber auch unsere MitMachZentralen beziehungsweise Freiwilligenagenturen in den Landkreisen und kreisfreien Städten“, so Drese weiter.

Wer Veranstaltungen innerhalb der Aktionswoche des bürgerschaftlichen Engagements sucht, wird unter https://www.engagement-macht-stark.de/mitmachen/ fündig.

Welt-Sepsis-Tag: Drese warnt vor Mythen über Blutvergiftung

Schwerin – Der 13. September ist der Welt-Sepsis-Tag. Er soll darauf aufmerksam machen, dass Schätzungen zufolge jährlich rund 230.000 Menschen an der im Volksmund als Blutvergiftung bekannten, Sepsis erkranken. Sie ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion und endet unbehandelt immer tödlich. „Obwohl die Sepsis zu den häufigsten medizinischen Notfällen gehört, werden die Warnzeichen oft erst zu spät erkannt“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese im Vorfeld des Aktionstages.

Das liege unter anderem an Mythen zum Krankheitsbild, die sich hartnäckig auch bei den Patientinnen und Patienten halten. „Viele von uns denken nur bei offenen Hautwunden an eine mögliche Blutvergiftung. Dabei kann grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen, also auch Infektionen der Lunge, des Bauchraumes oder auch der Harnwege“, hob die Ministerin hervor.

Auch der weitverbreitete Glaube, es reiche auf einen roten Strich auf der Haut zu achten der sich von einer Wunde in Richtung Herz zieht, um eine Sepsis zu erkennen, sei daher falsch. „Eine Sepsis ist dadurch nicht immer zu erkennen. Ein viel wichtigeres Alarmzeichen ist deshalb die Kombination aus einer Infektion und einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands“, klärte Drese auf.

Deshalb ist er nach Angaben von Drese wichtig, mögliche Symptome im Blick zu behalten. Wenn eine Infektion etwa mit Schüttelfrost und möglicherweise auch Fieber einhergeht und zudem ein oder mehrere Symptome wie starke Schmerzen, ein nie gekanntes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, Wesensveränderung, Atemnot, Kurzatmigkeit, Herzrasen oder niedriger Blutdruck auftreten, sollte nicht abgewartet werden. Das Gleiche gelte, wenn die Haut kalt, feucht und fleckig wirkt.

„Sepsis ist ausdrücklich immer ein medizinischer Notfall. Bei einem entsprechenden Verdacht muss sofort die 112 gewählt werden, denn mit jeder Verzögerung der Therapie steigt die Sterblichkeit“, unterstich die Ministerin. „Es kann außerdem helfen, wenn der Rettungsdienst über möglicherweise bestehende chronische Erkrankungen der betroffenen Person informiert wird. Denn Menschen mit chronischen Erkrankungen, zum Beispiel der Lunge, Leber oder des Herzens sind besonders gefährdet“.

Zur Risikogruppe gehören außerdem z.B. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen über 60 Jahre, Schwangere Frauen und Mütter nach der Geburt, Menschen bei denen eine Operation noch nicht lange her ist sowie Personen, die schon einmal an einer Sepsis erkrankt sind.

„Und auch wenn es keine Impfung gegen eine Sepsis gibt, so können Impfungen dabei helfen Infektionskrankheiten zu vermeiden, die eine Sepsis hervorrufen können“, betonte Drese. Dazu gehören etwa die Pneumokokken- und die Grippeschutzimpfung. Gerade für Menschen mit einem erhöhten Risiko ist es wichtig, den eigenen Impfschutz regelmäßig überprüfen zu lassen und empfohlene Impfungen wahrzunehmen.

Drese: „Wir können Sepsis nicht immer verhindern. Aber wir können dafür sorgen, dass sie schneller erkannt und behandelt wird. Wissen um das Krankheitsbild ist dabei das beste Mittel, um uns und unsere Angehörigen zu schützen.“

Weiterführende Informationen stellt unter anderem die Kampagne #DeutschlandErkenntSepsis, an der auch die Universitätsmedizin Greifswald mitwirkt, unter  www.deutschland-erkennt-sepsis.de bereit.

Dort stehen auch dezidierte Informationsmaterialien für Patientinnen und Patienten sowie für pflegende Angehörige, Schwangere und Eltern und auch für medizinisches Fachpersonal zur Verfügung.

Drese: „Pflege ist wichtiger Wirtschaftsfaktor“

Sozialministerin besucht PflegeMesse in Rostock und hebt Pflege als dynamischen Teilbereich der Gesundheitswirtschaft hervor

Rostock – Sozialministerin Stefanie Drese hat heute bei ihrem Besuch der PflegeMesse in Rostock die hohe gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Pflege hervorgehoben. Bei einem Rundgang über die Messe informierte sie sich über aktuelle Entwicklungen, innovative Angebote und die Arbeit der Unternehmen und Beschäftigten in der Pflege.

„Wenn über Pflege gesprochen wird, geht es viel zu häufig nur um Kosten. Das greift deutlich zu kurz. Pflege ist ein Grundpfeiler unserer solidarischen Daseinsvorsorge – und zugleich ein wichtiger und dynamischer Teil der Gesundheitswirtschaft. Sie schafft Arbeitsplätze, die mittlerweile fair entlohnt werden, Wertschöpfung und Innovation und ist damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unser Land“, betonte Drese.

Die Ministerin hob hervor, dass die Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung ist. So betrage die Bruttowertschöpfung nach aktuellsten Zahlen 7,8 Milliarden Euro. Davon komme der medizinische Bereich als Teil der Gesundheitswirtschaft allein auf eine Bruttowertschöpfung von 4,4 Milliarden Euro.

„Mit rund 152.000 Beschäftigten entfallen gut 20 Prozent aller Arbeitsplätze im Land auf die Gesundheitswirtschaft. Das ist bundesweit der höchste Wert“, so Drese. Einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung habe dabei die Pflege. Die Zahl der Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Rund 30.000 Menschen arbeiten allein in ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen in Mecklenburg-Vorpommern.

„Die Pflegewirtschaft ist in den vergangenen Jahren trotz aller Herausforderungen dynamisch gewachsen. Das zeigt auch die Pflegemesse in Rostock: Pflege ist nicht nur eine gesellschaftliche Aufgabe, sondern auch ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsbereich. Wer über die Zukunft der Pflege spricht, muss deshalb auch über Fachkräfte, gute Arbeitsbedingungen, Innovation und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen sprechen“, so Drese.

Die Ministerin verband ihren Messebesuch zugleich mit einem erneuten Appell für eine nachhaltige Finanzierung der Pflegeversicherung. Die Leistungsverbesserungen und die höheren Löhne in der Pflege seien richtig und notwendig gewesen. Gleichzeitig seien die Kosten für Pflegebedürftige und die soziale Pflegeversicherung erheblich gestiegen.

„Wir dürfen die Pflege nicht kaputtsparen, aber wir dürfen auch nicht sehenden Auges in eine finanzielle Überforderung laufen. Gute Pflege braucht gute und verlässliche Finanzierung. Die nachhaltige Zukunftssicherung der Pflegeversicherung ist deshalb eine der großen sozialpolitischen Aufgaben der kommenden Jahre“, sagte Drese.

Ausbau der Frauenschutzhäuser in M-V kann beginnen

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt informierte die Träger über die Beantragung der Investitionsmittel aus dem Sondervermögen.

Schwerin – „Die Situation für die Frauenschutzhäuser und Beratungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern soll sich sehr bald weiter verbessern. Maßgeblich haben wir uns für das bundesweit geltende Gewalthilfegesetz eingesetzt. Das Landesausführungsgesetz ist beschlossen. Ab 2027 kann der Bund mehr als zwei Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern geben. Die Beteiligung steigert sich jährlich auf bis zu 5,6 Mio. Euro ab 2030.

Dazu kommen fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes für den barrierearmen Ausbau der Frauenschutzhäuser. Ab sofort können die Mittel aus dem Sondervermögen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales beantragt werden. Das haben wir den Trägern nun mitgeteilt. Die Träger planen viele unterschiedliche Investitionen, die für Betroffene und auch für die Mitarbeiterinnen spürbare Verbesserungen geben werden.

Es sollen zum Beispiel zusätzliche Unterbringungskapazitäten geschaffen werden. Die Sicherheit der Schutzeinrichtungen und auch der Fachberatungsstellen soll erhöht werden. Der digitale Ausbau wird ebenso vorangebracht“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt. Sie hatte die Träger ins Ministerium gebeten, um die Investitionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Per Klick finden Sie hier das Formular für den ->Antrag.

„Wir haben in den letzten Jahren so viel wie nie zuvor in das Beratungs- und Hilfenetz investiert. Denn der Schutz und die Hilfe für Frauen, Mädchen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, ist uns wichtig. Wir schauen nicht weg. Wir handeln. Neben unserem Einsatz für das bundesweite Gewalthilfegesetz haben wir mit dem Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm einen Maßnahmenkatalog geschaffen, der auch den Schutz und die Teilhabe aller beinhaltet.

Wir haben endlich die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf den Weg gebracht. Vor wenigen Tagen haben wir einen Staatsvertrag der Länder gezeichnet, um den Einsatz der elektronischen Aufenthaltsüberwachung bei Gewaltschutzdelikten von dort auch in Mecklenburg-Vorpommern kontrollieren zu können“, erklärte Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Mecklenburg-Vorpommern sichert zusammen mit den Kommunen neun Frauenschutzhäuser mit 153 Plätzen ab. Im Jahr 2025 bekamen hier 228 Frauen mit insgesamt 256 Kindern Hilfe.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Die Evaluation des Beratungs- und Hilfenetzes zeigt: Beim barrierefreien Zugang zu Schutz und Beratung besteht in Mecklenburg-Vorpommern noch Handlungsbedarf. Nur 12,5 Prozent der Frauenschutzhäuser sehen sich derzeit als für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet. Gleichzeitig sind an vielen Stellen bereits gute Voraussetzungen geschaffen.

Darauf wollen wir aufbauen und gezielt dort nachbessern, wo noch immer Barrieren bestehen. Mit den Mitteln des Sondervermögens nutzen wir die Möglichkeit, den Zugang zu Schutz und Beratung für alle Frauen im Land zu erleichtern“, so die Landesbeauftragte.

Tag des alkoholgeschädigten Kindes

„Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben“

Schwerin – Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“

So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.

„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.

Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.

„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.

„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.

Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.

Drese: „Die Pflegereform muss endlich die großen Probleme lösen“

Ministerin fordert Begrenzung der Eigenanteile, faire Finanzierung und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Rostock – Bei einer Podiumsdiskussion des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ im Rahmen der Pflegemesse Rostock hat Sozialministerin Stefanie Drese eine zügige und grundlegende Pflegereform gefordert. „Eine Pflegereform darf aber nicht darin bestehen, immer neue Belastungen auf Pflegebedürftige, Angehörige und Versicherte zu verteilen. Sie muss ihren Namen verdienen und die großen Probleme tatsächlich lösen“, betonte Drese.

Im Mittelpunkt müsse dabei die zukunftssichere Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung stehen. Drese formulierte drei zentrale Forderungen:

Erstens: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner begrenzen.

„Wer pflegebedürftig wird und einen Pflegeplatz braucht, darf nicht vor der Frage stehen, wie er immer weiter steigende Eigenanteile bezahlen soll. Die pflegebedingten Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Wir müssen die Kostenspirale stoppen und Pflegebedürftige finanziell besser schützen.“

Zweitens: Pflegeversicherung nachhaltig und solidarisch finanzieren.

„Versicherungsfremde Leistungen gehören aus Steuermitteln finanziert und dürfen nicht länger die Pflegeversicherung belasten. Gleichzeitig muss auch die Einnahmeseite in den Blick genommen werden. Der Bund sollte deshalb prüfen, ob Beamtinnen und Beamte in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen werden können. Wenn wir sagen, dass starke Schultern mehr tragen müssen, dann gilt das selbstverständlich auch für uns Politikerinnen und Politiker.“

Drittens: Pflegende Angehörige stärker unterstützen.

„Die meisten Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu Hause bleiben. Wer Angehörige pflegt, braucht deshalb mehr Flexibilität, fachliche Unterstützung und unbürokratische Hilfe.“ Dazu gehörten eine stärkere Prävention, gezielte Beratung und Begleitung, Rehabilitationsangebote sowie ein Notfallbudget für Randzeiten. Entsprechende Vorschläge habe die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bereits Ende 2025 vorgelegt.

„Wir dürfen Pflege nicht nur als Kostenproblem betrachten. In den vergangenen Jahren sind wichtige Fortschritte erreicht worden – auch bei der Qualität und bei der Bezahlung. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen inzwischen im Durchschnitt mehr als 4.000 Euro im Monat. Das ist angesichts der Verantwortung und der Anforderungen richtig und wichtig“, sagte Drese. Gleichzeitig müssten die finanziellen Herausforderungen jetzt gelöst werden, damit die Versorgung nicht gefährdet werde.

Auch Mecklenburg-Vorpommern handelt bereits. Im „Pakt für Pflege MV“ wurden unter anderem Empfehlungen zu Ausbildung, Fachkräftegewinnung, Digitalisierung, Bürokratieabbau und einer besseren Vernetzung der Beratungsangebote entwickelt. Der Landespflegeausschuss will im Sommer 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Mit dem Landesinvestitionsprogramm zur Förderung der Kurzzeitpflege und der Kofinanzierung von Modellprojekten unterstützt das Land zudem konkrete Verbesserungen vor Ort.

„Wir arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern miteinander und nicht gegeneinander – auf Augenhöhe. Aber die entscheidenden Stellschrauben liegen beim Bund. Wir brauchen deshalb jetzt eine nachhaltige und generationengerechte Finanz- und Strukturreform. Ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern ist keine Pflegereform“, so Drese.

M-V zeigt 128 Stunden lang Herz

Schwerin – „Ein wahnsinniger Erfolg der zeigt, was für herausragende Rettungsorganisationen wir im Land haben und wie viele Menschen im Notfall bereit sind, als Lebensretter mitzuwirken.“ Mit diesen Worten gratuliert Sozialministerin Stefanie Drese dem Gemeinschaftsprojekt von NOFiAS e.V. und DRK-Kreisverband Schwerin e.V. zum neuen Weltrekord im Wiederbeleben. Seit Mittwoch wurde 128 Stunden nonstop durch Einzelpersonen und Teams aus Organisationen, Vereinen, Firmen oder Schulen eine Wiederbelebung simuliert.

„Damit konnte das ursprünglich bereits ambitionierte Ziel von 80 Stunden Wiederbelebung durch den Einsatz und unglaublichen Zuspruch vieler Hundert Menschen deutlich übertroffen werden“, so Drese. Bereits am Sonntag waren es mehr als 800 Menschen, die sich im Laufe des Rekordversuchs am an der Reanimationsaktion beteiligt haben. Darunter waren zahlreiche Mitglieder der Blaulichtfamilie, Beschäftigte aus Gesundheitsberufen, aber auch viele Menschen, die nicht beruflich mit Notfallversorgung zu tun haben. Einige von ihnen haben sogar eine Anreise von 30 Kilometern auf sich genommen.

„Ganz besonders hervorheben möchte ich die Freiwilligen Feuerwehren, die mit ihren Kameradinnen und Kameraden oftmals die Nachtstunden überbrückt haben. Und besonders engagiert waren auch die rund 250 Schülerinnen und Schüler des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums Schwerin aus dem Bereich Gesundheit und Sozialwesen, die trotz strömenden Regens in einem Flashmob auf die Aktion hingewiesen haben“, betonte Drese.

„Der große Zulauf unterstreicht, wie viele Menschen bereit sind, im Notfall zu helfen und Verantwortung zu übernehmen“, zeigte Drese sich beeindruckt. „Ich glaube wir brauchen noch viel mehr dieser niedrigschwelligen Möglichkeiten, um mit der Ersten Hilfe in Kontakt zu kommen. Denn die Hürde, für sich selbst einen Auffrischungskurs zu buchen, ist oftmals hoch. Aber wenn es die Chance gibt, das eigene Wissen in nur wenigen Minuten beim Einkaufsbummel zu reaktivieren, dann fällt das natürlich deutlich leichter. Und wer sich in den Handgriffen sicher fühlt, greift im Notfall dann auch viel eher ein“, zeigte sich die Ministerin sicher.

Sie dankte deshalb dem Verein NOFiAS und dem DRK Schwerin, für Idee und Begleitung des Weltrekordversuchs. „Sie haben über viele Tage hinweg auf die große Bedeutung der Ersten Hilfe aufmerksam gemacht und gezeigt, dass Wiederbelebung keine Angst machen muss. Herzlichen Glückwunsch zu diesem außergewöhnlichen Weltrekord und vor allem: Herzlichen Dank für 128 Stunden, in denen Schwerin Herz gezeigt hat“, so Drese abschließend.