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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Schwesig: Modernisierung der Unimedizin Rostock und ELKI kommen!

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich heute in Rostock über Maßnahmen zur Modernisierung der Unimedizin in Rostock und zum Aufbau des Eltern-Kind-Zentrums von Unimedizin und Südstadt-Klinik informiert. Symbolisch wurde der Start für die vorbereitenden Maßnahmen zum Bau des Bettenhauses 1 auf dem Campus Schillingallee gegeben. Die Modernisierung und Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Rostock ist das größte Infrastrukturprojekt des Landes in den nächsten zehn Jahren.

„Es ist beeindruckend, was hier in den nächsten Jahren entstehen soll. Mit der Weiterentwicklung des Campus Schillingallee investieren wir in eine moderne und leistungsfähige Gesundheitsversorgung für die Menschen in unserem Land. Gleichzeitig stärken wir Rostock als bedeutenden Standort für Spitzenmedizin, Forschung und Lehre. Die erste Schritte sind bereits getan. Das Universitäre Notfallzentrum und das Biomedicum sind in Betrieb. Hier wurden in den vergangenen Jahren über 200 Millionen Euro investiert. Das neue Bettenhaus ist das nächste große Vorhaben. Weitere sollen folgen wie zum Beispiel der Bau eines OP-Zentrums und die Sanierung und Erweiterung der Kinder- und Jugendklinik“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Letzteres sei auch wichtig für den Aufbau des gemeinsamen Eltern-Kind-Zentrums. „Die Landesregierung hat den Aufbau des ELKI  immer unterstützt. Ich freue mich, dass sich die Akteure auf ein gemeinsames Konzept verständigt haben. Das Eltern-Kind-Zentrum wird durch den Neubau am Südstadt-Klinikum und die hier geplanten Baumaßnahmen auf den Weg gebracht. Wir wollen, dass die Kinder in unserem Land die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten und in dieser Zeit nahe bei ihren Eltern sein können.“

Schwesig: Ehrenamt hält unser Land zusammen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigte in ihrer Rede zur Verleihung des Ehrenamtspreises das vielfältige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern im Land: „Das Ehrenamt hält unser Land zusammen. Ehrenamtliche sind im Brand- und Katastrophenschutz dabei. Sie kümmern sich um Ältere und besuchen Menschen, die einsam sind. Sie organisieren dörfliches Gemeinschaftsleben, trainieren Kinder im Sport oder machen Kultur. Ohne das aktive Mitmachen der Bürgerinnen und Bürger gäbe es keine lebendige Demokratie.“ Ehrenamtlich Engagierte seien bereit, Zeit und Kraft zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Dafür danke sie ausdrücklich allen ehrenamtlich Aktiven.

Es sei eine wichtige Aufgabe des Landes, das vielseitige Engagement zu fördern. „Deshalb haben wir eine Ehrenamtsstrategie für das Land. Wir haben dazu alle an einen Tisch geholt: Akteure aus Vereinen, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft. Unser wichtigster Anker für die Ehrenamtsförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist unsere Ehrenamtsstiftung.“ Das Land fördere sie mit fast 2 Millionen Euro pro Jahr.

„Zum Glück ist Mecklenburg-Vorpommern ein Land von Engagierten. Eine Auswertung des Freiwilligensurveys für Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Über alle Altersgruppen hinweg engagieren sich die Menschen hierzulande“, begeisterte sich die Ministerpräsidentin. Damit Mecklenburg-Vorpommern ein Land des Engagements bleibe, gäbe es unter anderem den Ehrenamtspreis für außergewöhnliche Engagement-Projekte.

Der Ehrenamtspreis wird zum siebten Mal durch die Ehrenamtsstiftung verliehen. Um den Pokal und das Preisgeld von 3.000 Euro hatten sich 125 Projekte beworben. Preisträger in den fünf Kategorien sind:

Kategorie A: Verbinden,

Preisträger: Lebenshilfe Güstrow e.V. für das Projekt „Black Tiger-Alle in einem Boot“

Kategorie B: Verändern,

Preisträger: Tauchsportclub Walfisch Wismar e.V. mit dem Projekt „Ostsee schützen – Bergung, Wiederherstellung und Umweltbildung durch ehrenamtliche Sporttaucher in der Wohlenberger Wiek“

Kategorie C: Bewahren,

Preisträger: TSV Friedland 1814 e.V. mit dem Projekt „Von klein auf gemeinsam stark – Verantwortung und Beständigkeit im Verein“

Kategorie D: Anstoßen,

Preisträger: Glücksbote e.V. mit dem Projekt „Wi sünd dor vom Glücksbote e.V. – ein solidarisches Netzwerk für ältere Menschen in Neukloster und ländlichem Umland“

Kategorie E: Junges Ehrenamt,

Preisträger: Feuerwehrförderverein Wismar Altstadt e.V mit dem Projekt „Jugend aktiv – Wettkampfbahn für junge Ehrenamtliche“

Weltdrogentag 2026: Alkohol gefährlichste Droge in M-V

Schwerin – Anlässlich des Internationalen Weltdrogentages am 26. Juni hat Sozialministerin Stefanie Drese vor den weiterhin dramatischen Folgen von Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt.

„Wenn wir über Drogen sprechen, denken viele zuerst an Cannabis oder synthetische Substanzen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Alkohol ist mit großem Abstand die Droge Nummer eins in unserem Land – und die mit den schwerwiegendsten gesundheitlichen und sozialen Folgen“, erklärte Drese.

Nach aktuellen Schätzungen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 38.200 alkoholabhängige Menschen. Damit weist das Land mit einem Anteil von 2,35 Prozent der Bevölkerung bundesweit den höchsten Wert auf. Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern etwa 56 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

Auch die Zahl der Menschen, die alkoholbedingt Hilfe benötigen, bleibt auf hohem Niveau. Nach Angaben der Krankenkasse BARMER befanden sich zuletzt mehr als 42.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer Alkoholsucht in medizinischer Behandlung – darunter fast 33.700 Männer und mehr als 8.800 Frauen. Besonders häufig betroffen sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

„Diese Zahlen machen deutlich: Alkohol ist und bleibt eine der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Landes“, betonte Drese. Dies zeige auch die Entwicklung in den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Nachdem die Zahl der betreuten Menschen mit Alkoholabhängigkeit über mehrere Jahre rückläufig gewesen war, steigt sie nun wieder an. Wurden 2023 noch 4.978 Betroffene beraten, waren es 2024 bereits 5.223 und im Jahr 2025 sogar 5.287 Menschen.

„Hinter jeder Zahl steht ein persönliches Schicksal – Familien, Partnerschaften und Arbeitsverhältnisse, die durch eine Suchterkrankung belastet oder zerstört werden. Deshalb dürfen wir die Alkoholproblematik nicht verharmlosen“, sagte die Ministerin. Vor allem Kinder in suchtbelasteten Familien seien betroffen und benötigen Hilfe und Unterstützung, wie etwa durch die neu aufgebauten KipsFam-Beratungsstellen, die es in allen Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten des Landes gibt.

Dass Alkohol auch bei jungen Menschen weiterhin eine große Rolle spielt, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Studie der Universität Greifswald. Demnach haben bereits 61,5 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liegt bei lediglich 13,1 Jahren. Besonders alarmierend: Vier von zehn befragten Jugendlichen weisen Hinweise auf einen riskanten oder problematischen Alkoholkonsum auf.

„Wer mit 13 Jahren erstmals Alkohol trinkt, entwickelt früh problematische Konsummuster. Deshalb müssen Prävention und Aufklärung deutlich früher beginnen als bislang“, so Drese. Die Ministerin verwies darauf, dass Alkohol unter Jugendlichen wesentlich weiterverbreitet sei als illegale Drogen. Während knapp 30 Prozent der Jugendlichen in den vergangenen 30 Tagen Alkohol konsumierten, lag dieser Wert bei Cannabis bei lediglich 5,2 Prozent. Andere illegale Drogen spielen nach den Ergebnissen der Studie nur eine untergeordnete Rolle.

Drese spricht sich deshalb zum Weltdrogentag für eine konsequente Stärkung der Präventionsarbeit aus. „Kinder und Jugendliche brauchen klare Orientierung und Schutz. Dazu gehört auch, kritisch zu hinterfragen, welche Signale wir als Gesellschaft aussenden. Alkohol gehört vielerorts selbstverständlich zum Alltag, zu Familienfeiern, Vereinsfesten oder öffentlichen Veranstaltungen. Gleichzeitig wissen wir um die enormen gesundheitlichen Risiken. Diese Widersprüche müssen wir offen ansprechen, um Verhaltensmuster aufzubrechen.“

Sommer, Sonne, Spaß

Tipps für das Badevergnügen bei Hitze und besten Schutz vor Vibrionen-Infektionen in der Ostsee

Schwerin – Bei anhaltenden Temperaturen von über 30 Grad lockt am Wochenende wieder der Sprung in das kühle Nass. „Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut: Unsere Badegewässer haben auch in diesem Jahr wieder eine hervorragende Qualität, denn 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in auch in diesem Jahr wieder das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut““, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute.

Einem gelungenen Sommertag an unseren Seen oder am Meer stehe damit nichts im Wege. „Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen sorgen dann auch dafür, dass das auch bei Hitze gelingt“, so die Ministerin. Dazu gehöre, sich an See, Fluss oder Küste möglichst schattige Orte zu suchen, sich und Kinder ausreichend mit Sonnencreme zu schützen und auf Kopfbedeckungen zu achten.

„Gerade am Wasser unterschätzen wir die tatsächliche Temperatur schnell. Wind und Wasser auf der Haut können über die Hitze hinwegtäuschen, es gilt also genug zu trinken und auf sich und andere zu achten“, bat Drese die Badelustigen. Beim Plantschen sollte der Körper außerdem langsam an kaltes Wasser gewöhnt werden.

Für die Ausflugsplanung empfiehlt sie außerdem die Badewasserkarte des Landes. „Dort finden Sie nicht nur die nächstgelegene Badestelle samt wesentlicher Daten zur Badewasserqualität, sondern auch Informationen zur Infrastruktur vor Ort. Damit wird ganz leicht sichtbar, an welchen Badestellen es auch einen Kiosk für ein Eis oder ein kaltes Wasser gibt, wo eine Badeaufsicht vor Ort ist und wo Bäume oder Sitzgelegenheiten Schatten spenden.“

Gerade bei besonders heißen Temperaturen steigt außerdem das Risiko für Vibrionen-Infektionen. Diese Bakterien kommen natürlicherweise in der Ostsee vor und können sich bei Wassertemperaturen über 20 Grad gerade in flacheren Gewässerabschnitten und im Brackwasser (Bodden) stärker vermehren.

Für gesunde Menschen besteht beim Baden in der Ostsee grundsätzlich kein Anlass zur Sorge. Zum eigenen Schutz wird jedoch empfohlen, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem und offenen Wunden den Kontakt mit Meerwasser meiden, um eine Vibrionen-Infektion zu vermeiden. „Es geht nicht darum, die Freude am Baden zu trüben. Sondern darum, gut informiert zu sein und Gefahren zu minimieren“, erklärte Drese.

Höhere Steuerfreibeträge für das kommunale Ehrenamt

Schwerin – Die steuerfreien Freibeträge für ehrenamtlich Tätige in den Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns werden erhöht. Hintergrund ist das Steueränderungsgesetz 2025, mit dem der steuerfreie Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nummer 26 Einkommensteuergesetz von 3.000 Euro auf 3.300 Euro jährlich angehoben wurde. Im Gleichklang werden auch die steuerfreien Mindestbeträge für kommunale Ehrenamtsträger in den Lohnsteuer-Richtlinien angepasst.

Durch die Anhebung der steuerfreien Mindestbeträge können höhere Aufwandsentschädigungen künftig in größerem Umfang steuerfrei ausgezahlt werden. Das betrifft nicht nur ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sondern auch Mitglieder kommunaler Vertretungen, Kreistagsmitglieder, Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sowie weitere kommunale Ehrenamtsträger.

Die Erhöhung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Damit werden aufwendige Korrekturen bereits durchgeführter Lohnabrechnungen vermieden. Die formelle Anpassung der Lohnsteuer-Richtlinien steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesrates.

Die Landesregierung passt nun die Verwaltungsvorschrift zur steuerlichen Behandlung von Entschädigungen an, die ehrenamtlichen Mitgliedern kommunaler Vertretungen sowie ehrenamtlich in der kommunalen Verwaltung tätigen Bürgerinnen und Bürgern gewährt werden. Inhaltliche Änderungen sind damit nicht verbunden, angepasst werden ausschließlich die steuerfreien Beträge.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue erklärt: „Unsere Kommunen leben vom Engagement tausender Ehrenamtlicher. Wer Verantwortung in Gemeindevertretungen, Kreistagen oder als Ortsvorsteherin oder Ortsvorsteher übernimmt, verdient Anerkennung und gute Rahmenbedingungen. Deshalb ist es richtig, dass die steuerfreien Freibeträge erneut steigen. So kommt die höhere Aufwandsentschädigung auch tatsächlich bei den Ehrenamtlichen an und wird nicht durch zusätzliche Steuerbelastungen geschmälert.“

Gemeinsam feiern, gemeinsam aufpassen

Ministerin Drese warnt vor extremer Hitzewelle und sendet dringenden Appell an Fusion-Gäste

Lärz – Mecklenburg-Vorpommern steht ein extremes Sommerwochenende bevor. Nach aktuellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden am Freitag bis zu 35 Grad im Binnenland erwartet, vor allem am Sonnabend könnte es noch heißer werden – selbst in Küstenregionen werden die Temperaturen deutlich über 30 Grad steigen.

Angesichts dieser Extremwetterlage verbindet Gesundheitsministerin Stefanie Drese die medizinischen Warnhinweise mit einem dringenden Appell an die Solidarität im Land – und richtet sich dabei ganz besonders an die Zehntausenden Festivalgäste der „Fusion“ in Lärz.

„Die Fusion steht für Freiheit, Gemeinschaft und das Aufpassen füreinander. Genau dieses aufeinander Achten ist an diesem Wochenende überlebenswichtig“, betont Ministerin Drese mit Blick auf das heute startende Großevent. „Tanzen, Feiern und extreme Hitze verlangen dem Körper alles ab. Ich bitte alle Fusion-Besucherinnen und -Besucher eindringlich: Seid füreinander da, schaut nicht weg und schützt eure Gesundheit!“

Die Kombination aus intensiver UV-Strahlung, Pollenflug, Feinstaub und teils erhöhtem bodennahen Ozon belastet das Herz-Kreislauf-System massiv. Drese warnt explizit vor den Gefahren auf dem Festivalgelände: „Alkohol und Hitze sind eine gefährliche Kombination. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und stört die Temperaturregulation. Das führt extrem schnell zu Kreislaufzusammenbrüchen oder Hitzeschäden. Bitte trinkt über den Tag verteilt reichlich Wasser – auch ohne Durstgefühl!“ Außerdem seien regelmäßige Schattenpausen, Kopfbedeckungen, Sonnencreme und gute Belüftung in Zelten von enormer Wichtigkeit.

Die wichtigsten Hitzetipps für den Alltag und das Festivalgelände:

  • Trinken, trinken, trinken (mindestens 2 bis 3 Liter Wasser, lauwarm oder leicht gekühlt sowie leichte Kost wie wasserreiches Obst und Gemüse). Auch kaltes Wasser über die Handgelenke kühlt den Körper, da die Haut an den Handgelenken dünn ist und dadurch die darunter liegenden Blutgefäße schnell abkühlen.
  • Warnsignale ernst nehmen: Stark erhöhte Körpertemperatur, Schwindel, Erbrechen, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen sind medizinische Notfälle! Auf der Fusion sollten sofort die Sanitätskräfte aufgesucht bzw. informiert, im Alltag der Notruf gewählt werden.

Neben den Festivalbesuchern erinnert Ministerin Drese auch an die klassischen Risikogruppen im Land: Ältere, Pflegebedürftige, Schwangere und Kleinkinder. „Ältere Menschen spüren Durst oft gar nicht. Bitte schauen Sie an diesem Wochenende nach Ihren Nachbarn, Verwandten und Mitmenschen und bringen einen Kasten Wasser mit“, so Drese.

Innovationsfondsprojekt „NAHVERSORGT – Na©hversorgt“

Im Projekt wird insbesondere die bestehende Praxis des sogenannten Entlassmanagements in Mecklenburg-Vorpommern systematisch evaluiert. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob in ihrer Würdigung des bis September 2026 laufenden Projekts hervor, dass dadurch wichtige Erkenntnisse vor allem für die Gesundheitsversorgung in ländlich geprägten Räumen des Landes gewonnen werden.

„Eine gute Versorgung endet nicht an der Krankenhausgrenze. Gerade in strukturschwachen Regionen treten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei der Organisation der Anschlussversorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt auf. Das kann zur Folge haben, dass Menschen länger im Krankenhaus bleiben als medizinisch nötig, in Reha- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen vermittelt werden, die weit entfernt von ihrem Wohnort liegen oder auch ohne ausreichende Anschlussversorgung nach Hause entlassen werden “, betonte Drese.

„Nur durch eine strukturierte Vernetzung und Zusammenwirken aller beteiligten Akteure – wie Kliniken, Hausärzte, Pflegeheime, Kranken- und Pflegekassen kann eine gute möglichst lückenlose medizinische, pflegerische und soziale Versorgung garantiert werden“, wies Drese auf ein Hauptergebnis des Projekts hin.

Ein weiteres zentrales Mittel sei laut Forschungsteam der stärkere Einsatz von telemedizinischen Lösungen. Ministerin Drese sieht darin eine Bestätigung des landespolitischen Kurses: „So erproben wir gerade zum Beispiel eine gemeinsame tele-neurologische Versorgung im ambulanten Bereich gemeinsam mit Brandenburg. Und auch bei geriatrischen Patientinnen und Patienten, die meist nicht mehr gut mobil sind, sammeln wir gerade Erfahrungen in der interprofessionellen Therapie“, erklärte die Ministerin.

Als Best-Practice-Beispiel hob die Ministerin die Zusammenarbeit mit dem Praxisnetz „HaffNet“ in Vorpommern-Greifswald hervor, das seit Jahren eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung von Versorgungsstrukturen einnimmt. „Im Osten unseres Landes zeigen einige Akteure schon äußerst vorbildlich, wie Kooperation über Versorgungsstrukturen hinweg funktioniert“, so die Ministerin weiter.

Parallel brauche es aber auch den Ausbau niedrigschwelliger Strukturen, die im Alltag greifen. Dazu gehören laut Drese etwa die mittlerweile mehr als 1.900 ausgebildeten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer im Land, die zum Beispiel Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen oder Begleitung zu Arztbesuchen bieten. „Denn, wer sich zusätzlich zum Entlassmanagement auch auf solche Angebote verlassen kann, weiß sich wie mit einem doppelten Boden auch zuhause gut umsorgt“, erklärte die Ministerin.

Alle Ergebnisse des Projektes fließen nun in den „Pakt für Pflege M-V“, so die Ministerin. „Nahversorgt wirkt aber bereits auch jetzt. So haben sich erste Kooperationen entwickelt, zum Beispiel mit dem Projekt „MV gesund vor Ort“. Deshalb feiert das Projekt heute auch keinen Abschied, sondern den Start von etwas Neuem“, so Drese abschließend.

50 Jahre Nierentransplantation und 30 Jahre Lebertransplantation

Jubiläumssymposium beleuchtet Erfolge und diskutiert Herausforderungen der Nieren- und Lebertransplantation in Rostock

Rostock – Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet eine Organtransplantation eine neue Perspektive, mehr Lebensqualität und nicht selten eine zweite Chance auf Leben. Anlässlich von 50 Jahren Nierentransplantation und 30 Jahren Lebertransplantation hat die Universitätsmedizin Rostock bei einem Jubiläumssymposium am Samstag, 20. Juni 2026, die Entwicklung ihres Transplantationszentrums gewürdigt und mit Fachleuten sowie Gästen über aktuelle Herausforderungen und zukünftige Perspektiven der Transplantationsmedizin diskutiert.

Als einziges Transplantationszentrum in Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Universitätsmedizin Rostock eine besondere Rolle in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Organversagen ein. Das Symposium bot Gelegenheit, die medizinischen Meilensteine der vergangenen Jahrzehnte nachzuzeichnen und zugleich den Blick auf die zukünftige Ausrichtung des Standorts zu richten.

Sylvia Grimm, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern, hob die besondere Bedeutung des Transplantationszentrums für die Gesundheitsversorgung im Land hervor. „Die Transplantationsmedizin umfasst nicht nur die Transplantation selbst, sondern auch die oftmals aufwendige Vor- und Nachsorge. Das Transplantationszentrum der UMR ist damit für viele Menschen mit ganz besonderen Genesungswegen und Erinnerungen verknüpft. Das doppelte Jubiläum würdigt nicht nur medizinische Erfolge, sondern auch den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten für schwer erkrankte Menschen. Gerade für die Mitarbeitenden sind die Ansprüche dabei hoch, denn in der Transplantationsmedizin gibt es keinen noch so winzigen Spielraum für Kompromisse bei Patientensicherheit, Qualität und Verantwortungsbewusstsein.“

Mit Blick in die Zukunft betonte Grimm: Vor allem angesichts der starren Mindestmengen-Vorgaben, die für ein dünn besiedeltes Flächenland nur schwer erreichbar sind, ist die Neuausrichtung als interdisziplinäres Transplantationszentrum genau die richtige Antwort, die vom Landesgesundheitsministerium begleitet und unterstützt wird.“

Die Geschichte der Transplantationsmedizin in Rostock begann am 14. Oktober 1976 mit der ersten Nierentransplantation an der Urologischen Klinik und Poliklinik. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Programm kontinuierlich ausgebaut. Bis heute konnten 1.873 Nierentransplantationen sowie 205 kombinierte Nieren-Pankreas-Transplantationen durchgeführt werden. Mit der ersten Lebertransplantation am 8. März 1996 wurde das transplantationsmedizinische Spektrum am Standort erweitert. Seither haben die Rostocker Transplantationsmedizinerinnen und -mediziner 244 Lebertransplantationen vorgenommen und damit die Bedeutung des Standorts für die überregionale Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Organversagen weiter gestärkt.

Auch Steffen Bockhahn, Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, betonte die Bedeutung des Zentrums für die Region. „Transplantationen gehören zu den anspruchsvollsten medizinischen Behandlungen. Solche Höchstleistungen in Rostock anbieten zu können, bedeutet viel für den Standort. Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte von Innovationen in diesem Bereich in die Zukunft fortzuschreiben. Das dient der Sicherung des Standortes auch für Wissenschaft und Ausbildung – vor allem aber den Betroffenen, die transplantiert werden müssen.“

Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock, verwies auf die Leistung vieler Generationen von Beschäftigten. „Seit fünf Jahrzehnten schenken wir Menschen mit einer Nierentransplantation und seit drei Jahrzehnten auch mit einer Lebertransplantation neue Lebensperspektiven. Dieses Jubiläum steht für medizinische Spitzenleistung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und das außergewöhnliche Engagement vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Dr. Stehle. „Gleichzeitig ist es unser Anspruch, die Transplantationsmedizin auch unter anspruchsvollen Bedingungen nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Dass dieser Anspruch mit erheblichen strukturellen Herausforderungen verbunden ist, machte Prof. Dr. Sebastian Hinz, Sprecher des Transplantationszentrums der Universitätsmedizin Rostock, deutlich. „Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegten Mindestmengen stellen uns kontinuierlich vor große Aufgaben. Dennoch sind wir zuversichtlich, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen in Mecklenburg-Vorpommern und der Landesregierung weiter eine tragfähige Perspektive für unser Transplantationszentrum sicherzustellen“, erklärte Prof. Hinz. „Unser Ziel bleibt es, Patientinnen und Patienten im Land auch künftig eine hochqualifizierte transplantationsmedizinische Versorgung anzubieten.“

Die Vorträge und Diskussionen auf dem Jubiläumssymposium spannten den Bogen von den Anfängen der Nieren- und Lebertransplantation in Rostock über aktuelle medizinische und gesundheitspolitische Fragestellungen bis hin zu den künftigen Anforderungen an die transplantationsmedizinische Versorgung. Dabei wurde deutlich, dass die enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin Rostock, den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern sowie den Partnerinnen und Partnern im Gesundheitswesen eine wesentliche Grundlage für die langfristige Sicherung des Transplantationsstandorts bildet.