Menü Schließen

Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern

Versorgung in der Fläche sichern, Qualität stärken

Güstrow – Die Krankenhausreform geht in Mecklenburg-Vorpommern in die entscheidende Phase. Bei der 4. Kommunalen Krankenhauskonferenz am Montag in Güstrow hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm vor Bürgermeistern und weiteren kommunalen Amts- und Mandatsträgern über den Stand der Umsetzung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und die anstehende Zuweisung der Leistungsgruppen informiert. Ziel des Landes ist es nach Angabe von Grimm, die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung zu sichern, die Behandlungsqualität zu verbessern und alle 37 Krankenhausstandorte zu erhalten.

„Wir wollen einen Strukturwandel mit Verantwortung: eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung, die für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch im Notfall gut erreichbar bleibt. Gleichzeitig müssen wir spezialisierte Behandlungen dort bündeln, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung vorhanden sind. Beides gehört zusammen: gute Qualität und verlässliche Versorgung in der Fläche“, sagte Grimm.

Mit dem im Oktober 2025 in Kraft getretenen Landeskrankenhausgesetz, dem neuen Krankenhausplan und den ergänzenden Rechtsverordnungen hat das Land wichtige Grundlagen für die Reform geschaffen. Die Krankenhausplanung berücksichtigt künftig systematischer, welche medizinischen Leistungen regional benötigt werden, wie gut Krankenhäuser erreichbar sind und wie sich die Versorgung angesichts des demografischen Wandels entwickeln wird, so Grimm.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die erstmalige Zuweisung der Leistungsgruppen. Sie legt fest, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhausstandort künftig anbieten darf. Grundlage sind sowohl der regionale Versorgungsbedarf als auch die Erfüllung der Qualitätsanforderungen, etwa bei Personal, Fachabteilungen und technischer Ausstattung.

Grimm betonte, dass die Leitlinie der Zuweisung klar ist: 22 Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung decken rund 80 Prozent aller vollstationären Fälle in Mecklenburg-Vorpommern ab. Die übrigen 37 Leistungsgruppen betreffen spezialisierte Leistungen, auf die rund 20 Prozent der stationären Fälle entfallen. Die Zahl der Leistungsgruppen allein sage deshalb wenig darüber aus, wie wichtig ein Krankenhaus für die Versorgung seiner Region ist. „Nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede beantragte Leistungsgruppe erhalten. Entscheidend ist aber, was die Menschen tatsächlich brauchen und wie wir die Versorgung insgesamt regional absichern“, erklärte Grimm.

Eine besondere Bedeutung hat für Mecklenburg-Vorpommern die im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerte gesetzliche Ausnahmeregelung für Flächenländer. Danach können Leistungsgruppen auch dann zugewiesen werden, wenn einzelne Qualitätskriterien nicht erfüllt sind – sofern dies für die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich ist.

Das Land will diese Möglichkeit gezielt nutzen, um insbesondere die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung nicht durch starre Vorgaben zu gefährden. Bis zum Jahresende können solche Ausnahmen im Benehmen mit den Krankenkassen erfolgen. Ab 2027 ist dafür grundsätzlich deren Einvernehmen erforderlich. Die Ausnahmen sollen befristet eingesetzt werden, damit notwendige Qualitätsstandards perspektivisch erreicht werden.

„Wir dürfen die Versorgung im ländlichen Raum nicht allein nach starren Zahlen organisieren. Wenn eine Leistung für die Menschen vor Ort unverzichtbar ist, müssen wir die besonderen Bedingungen unseres Landes berücksichtigen. Diese von uns gegenüber dem Bund hart erkämpften Ausnahmen sind ein gezieltes Instrument, um Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Qualität weiterzuentwickeln“, so Grimm.

Die Staatssekretärin erklärte, dass das Land die Anträge der Krankenhäuser entgegengenommen hat und die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst abgeschlossen sind. Nach den Abstimmungen mit den Krankenkassen und weiteren Planungsbeteiligten beginnt Mitte November die Anhörung der Krankenhäuser. Anschließend sollen die Entscheidungen finalisiert und die Bescheide noch im Dezember versandt werden. Die neuen Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Grimm: „Die Entscheidungen werden die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern langfristig prägen. Deshalb prüfen wir sorgfältig, wo Leistungen gebraucht werden, welche Qualitätsanforderungen erfüllt sind und wo Ausnahmen notwendig sind. Die Reform muss am Ende zweierlei leisten: bessere Behandlungsqualität und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im ganzen Land.“

Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates

Landes-Demenzplan gibt Orientierung für eine demenzfreundliche Gesellschaft

Schwerin – Alle drei Sekunden erkrankt in Deutschland rein rechnerisch ein Mensch an Demenz. Schon jetzt leben Schätzungen zufolge mehr als 40.000 Betroffene in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz steigend. Mit den Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt und mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft darauf einstellen kann, hat sich heute auch die zweitägige Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates befasst.

Aus dem Sozialministerium wurde dabei insbesondere der neue Landesplan Demenz vorgestellt, der in zehn Handlungsfeldern erstmals eine umfassende und gemeinsame Grundlage schafft, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern systematisch zu verbessern.

„Gemeinsam mit zahlreichen Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und ihren Angehörigen selbst haben wir uns dabei verschiedensten Bereichen gewidmet, die für die Teilhabe und eine gute Versorgung wichtig sind. Angefangen von einer guten Aufklärung und Prävention über Beratungs- und Unterstützungsangebote bis hin zu Themen wie dem Wohnen, einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung und der Netzwerkarbeit auch im eigenen Wohnumfeld“, erläuterte die geschäftsführende Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Der Demenzplan verstehe sich dabei als gemeinsamer Handlungsrahmen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft. Er solle dazu beitragen, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken zu erkennen und die Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auch auf zukünftige Bedarfe auszurichten, so Drese weiter.

„Wichtig ist uns dabei gewesen, das Leben in möglichst allen Facetten abzubilden. Denn Menschen mit Demenz brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Hilfe, sondern auch ein Umfeld, das Sicherheit gibt und die Teilhabe am Alltag lange erhält“, betonte sie und äußerte den Wunsch, dass Demenz deshalb auch noch viel stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werde, statt als individuelle medizinische Diagnose.

Dafür sei der Demenzplan ein erster wichtiger Schritt. „Aber auch darüber hinaus haben wir im Land neue Strukturen geschaffen, um Expertise hinzuzuziehen. Denn schon jetzt ist klar, dass sich die Folgen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern besonders deutlich zeigen werden und wir vorausschauend die Weichen für eine Zukunft stellen müssen, in der demenzielle Erkrankungen noch deutlich häufiger auftreten werden“, hob Drese hervor.

Deshalb habe das Land im vergangenen Jahr auch erstmals einen wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz gegründet, der Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Medizin zusammenbringt. „Das unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Versorgung und Politik und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse zur Demenz direkt berücksichtigt werden können, etwa auch in der Weiterentwicklung des Demenzplanes. Denn dieser ist kein abgeschlossenes Papier, sondern soll mitsamt den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Immer mit dem übergeordneten Ziel, Betroffene zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer demenzfreundlichen Gesellschaft zu ermöglichen“, schloss Drese.

Am 24. Oktober ist Welt-Polio-Tag

Drese bezeichnet Polio-Impfung als große Errungenschaft der Präventionsmedizin

Schwerin – Am (morgigen) 24. Oktober findet seit 1988 der Welt-Polio-Tag statt. Er soll das Bewusstsein für Poliomyelitis (im Volksmund auch Kinderlähmung genannt) stärken und führt zugleich den großen Erfolg von Impfungen vor Augen. Für die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist der Polio-Impfstoff heute eine der größten Errungenschaften der Präventionsmedizin.

„Noch bis in die 1950er Jahre gehörte die Kinderlähmung zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Regelrechte Infektionswellen des hochansteckenden Poliovirus führten zu schweren Lähmungen an Beinen, Armen und Atmungsorganen und damit zu bleibenden Beeinträchtigungen oder gar bis zum Tod. Dass diese Krankheit heute als zurückgedrängt gilt, ist ein enormer Erfolg, den wir umfassenden und jahrzehntelangen Impfprogrammen und hohen Impfquoten zu verdanken haben“, betonte Drese.

Seit der Einführung des flächendeckend verfügbaren Impfstoffes im Jahr 1962, ein Jahr nach einer besonders schweren Epidemie, die in Deutschland 306 Menschen das Leben kostete, konnten so bereits in den 80er Jahren kaum noch Infektionen festgestellt werden. Die letzte einheimische Infektion wurde 1990 verzeichnet, seit 2002 gilt ganz Europa als poliofrei.

„Eine hohe Impfquote ist dabei der beste Schutz vor erneuten Ausbrüchen, gerade wenn genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) immer mal wieder in Abwasserproben nachgewiesen werden können“, hob Drese hervor. „Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polio-Impfquote von 94,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen zur Spitzengruppe in Deutschland gehören, ist daher eine äußerst erfreuliche Nachricht“, so Drese.

Während MV so fast punktgenau die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zielmarke von 95 Prozent für einen sicheren Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreicht, liegt der bundesweite Durchschnitt bei den Erstklässlern nur bei rund 88 Prozent.

Das zeige, dass MV im historischen und aktuellen Vergleich eine der effektivsten Strukturen bei der Nachverfolgung und Wahrnehmung von Impfterminen habe, so Drese. „Während weite Teile Deutschlands die 95-Prozent-Marke aus den Augen verloren haben, schafft es MV durch den starken Aufholeffekt bis zum Schulstart fast bis auf den Punkt genau perfekt, dieses Sicherheitsnetz zu halten. Auf diesen Werten dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, appellierte Drese.

So gebe es die Tendenz, dass die letzte nötige Impfstoffdosis im zweiten Lebensjahr verschleppt wird. „Im Alter von 24 Monaten sind bundesweit im Schnitt erst 76,9 Prozent der Kinder vollständig gegen Polio grundimmunisiert. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Quote mit 79,2 Prozent zwar etwas höher, ist aber für eine Minimierung der Risiken ausbaufähig“, so Drese.

Noch besser wäre aber eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter (insgesamt 3 Impfstoffdosen im ersten Lebensjahr: nämlich im 2., 4. und 11. Monat). Die Ministerin bittet Eltern deshalb, den Aktionstag als Anlass zu nehmen, das Impfheft ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen zeitnah in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachholen zu lassen. „Denn jede vollständige Impfung hilft, Polio-Fälle oder Fälle mit Folgeschäden zu vermeiden“, sagte Drese.

Einsamkeit bekämpfen, Zusammenhalt stärken

Schwerin – „Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode wichtige Grundlagen geschaffen, um Einsamkeit wirksamer zu bekämpfen. Jetzt müssen wir diesen Weg konsequent fortsetzen: mit mehr Möglichkeiten für Begegnung, besseren Mobilitätsangeboten, niedrigschwelliger Unterstützung und mehr Chancen, sich ehrenamtlich einzubringen.“ Die geschäftsführende Sozialministerin Stefanie Drese hat am Donnerstag bei der Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte das Thema Einsamkeit in den Mittelpunkt gerückt.

„Unser Ziel muss sein, dass Menschen leichter Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können“, sagte Drese in Banzkow. Denn Zusammenhalt entstehe nicht von allein. Er brauche politische Priorität und Menschen, die ihn vor Ort mit Leben füllen. Den Seniorenbeiräten komme dabei eine Schlüsselrolle zu, so Drese.

Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist die Aufgabe nach Aussage der Ministerin besonders wichtig: Große Entfernungen im ländlichen Raum, eine geringe Bevölkerungsdichte und viele alleinlebende Menschen erschwerten soziale Kontakte. „Ein bezahlbares Seniorenticket ist deshalb mehr als eine Frage der Mobilität. Es ermöglicht Besuche, stärkt das Ehrenamt und hilft Menschen, aktiv am Leben teilzunehmen“, so Drese. Ebenso wichtig seien Begegnungsstätten, Nachbarschaftstreffs, Vereine und andere Orte, an denen Menschen ohne große Hürden miteinander ins Gespräch kommen können.

Drese verdeutlichte, dass das Land den Kampf gegen Einsamkeit frühzeitig zu einem politischen Schwerpunkt gemacht hat. Am Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter haben mehr als 60 Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wissenschaft, Kommunen, Wohlfahrtspflege, Wohnungswirtschaft und Zivilgesellschaft rund zweieinhalb Jahre gearbeitet. Das Ergebnis: mehr als 100 Handlungsempfehlungen, unter anderem zu altersgerechten Wohn- und Lebensumfeldern, digitaler Teilhabe, ehrenamtlichem Engagement, dem Übergang in den Ruhestand und psychischer Gesundheit. Mecklenburg-Vorpommern ist zudem der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit als Erstunterzeichner beigetreten.

Auch bei der Umsetzung setzt das Land auf konkrete Möglichkeiten für Begegnung und Beteiligung. Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte“ werden zusätzliche öffentliche Begegnungsräume geschaffen oder bestehende Treffpunkte aufgewertet. Die Prävention von Einsamkeit ist außerdem in der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention verankert und mit Fördermitteln ausgestattet.

Drese würdigte ausdrücklich den Beitrag des Landesseniorenbeirats und der Kreisseniorenbeiräte. Rund 30 schriftliche Stellungnahmen habe der Vorstand zuletzt erarbeitet und sich unter anderem am Runden Tisch gegen Einsamkeit, an der Engagementstrategie des Landes und an der Arbeit zum Thema Demenz beteiligt. „Sie geben den Anliegen älterer Menschen in unserem Land eine starke Stimme. Und Sie wissen aus Ihrer Arbeit vor Ort am besten, wo Begegnungsmöglichkeiten fehlen und was Menschen brauchen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, sagte Drese. Die gesetzlich verankerte Seniorenmitwirkung sei dafür ein wichtiger Rückhalt. Das Land fördert den Landesseniorenbeirat in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 103.000 Euro.

„Einsamkeit ist kein unausweichliches Schicksal“, sagte Drese. „Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen in jedem Lebensalter dazugehören und mitgestalten können. Dafür brauchen wir starke Kommunen, verlässliche Begegnungsorte und ein Ehrenamt, das Menschen zusammenbringt. Die Seniorenbeiräte leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag: Sie geben älteren Menschen eine Stimme und machen Zusammenhalt vor Ort konkret.“

Grippeimpfung schützt auch das Herz

Schwerin – Die Grippesaison steht bevor. Gesundheitsministerin Stefanie Drese ruft deshalb dazu auf, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und sich gegen Influenza impfen zu lassen. Ein bislang wenig beachteter Vorteil: Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Grippeimpfung auch das Risiko für Herzinfarkte und andere schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen senken kann.

„Viele denken bei der Grippeimpfung zuerst an Husten, Fieber und ein paar Tage im Bett. Dabei geht es um deutlich mehr: Eine Influenza kann den ganzen Körper belasten – auch das Herz. Die Impfung ist deshalb nicht nur Infektionsschutz, sondern kann sogar Leben retten“, sagte Drese.

Wie wichtig dieser Zusammenhang ist, unterstreicht eine gemeinsame wissenschaftliche Empfehlung europäischer Herzmedizin-Fachgesellschaften, die im Fachjournal *European Heart Journal* veröffentlicht wurde.

Darin haben Expertinnen und Experten die Ergebnisse klinischer Studien, großer Datenauswertungen und weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen und bewertet. Ihr Fazit: Die Grippeimpfung kann das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse messbar verringern. Besonders profitieren können Menschen mit koronarer Herzkrankheit, nach einem Herzinfarkt oder mit Herzschwäche.

Der Grund: Bei einer Grippeinfektion löst das Immunsystem starke Entzündungsreaktionen aus. Diese können auch Herz und Blutgefäße belasten, bestehende Gefäßablagerungen destabilisieren und die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen. Eine Impfung kann helfen, diese zusätzlichen Risiken zu reduzieren.

„Wer bereits eine Herzerkrankung hat, sollte diesen zusätzlichen Schutz unbedingt mitdenken. Blutdruck, Blutfette und Blutzucker im Blick zu behalten, ist wichtig – ebenso kann die Grippeimpfung ein Baustein der Herzinfarkt-Vorsorge sein“, betonte Drese.

Besonders empfohlen wird die jährliche Grippeschutzimpfung Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Infektionsrisiko, etwa im Gesundheits- und Pflegebereich.

Für ältere Menschen stehen spezielle Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die eine stärkere Immunantwort fördern und so den Impfschutz im Alter verbessern können. Da sich der Impfschutz erst nach etwa zehn bis 14 Tagen aufbaut, ist eine Impfung im Oktober oder November sinnvoll. Auch später kann sie während einer laufenden Grippewelle noch einen Nutzen haben.

„Warten Sie nicht, bis die Grippewelle da ist. Prüfen Sie Ihren Impfschutz und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein kleiner Piks kann mehr bewirken, als viele denken – für die eigene Gesundheit und für die Menschen, die uns wichtig sind“,   so Stefanie Drese, Gesundheitsministerin

Drese: Kinder dürfen im Hilfesystem nicht durchs Raster fallen

Schwerin – Kinder, die Gewalt oder sexuellen Missbrauch erlebt haben, brauchen Schutz, Hilfe und Menschen, die ihnen zuhören. Sie dürfen nicht zusätzlich darunter leiden, dass Behörden und Einrichtungen nebeneinander statt miteinander arbeiten. Der Bundesrat hat heute auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern unter Beitritt von Brandenburg und Hamburg eine Entschließung für den flächendeckenden Ausbau multiprofessioneller Kinderschutzstrukturen beschlossen. Sozialministerin Stefanie Drese sieht darin einen wichtigen Schritt zu einem besseren Schutz betroffener Kinder und Jugendlicher.

„Wenn ein Kind Gewalt erlebt hat, darf es nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden und seine schrecklichen Erlebnisse immer wieder erzählen müssen. Wir müssen alles dafür tun, dass Hilfe schnell, abgestimmt und so kindgerecht wie möglich erfolgt. Genau dafür brauchen wir bundesweit verlässliche Kinderschutzstrukturen“, betonte Drese.

Wie das gelingen kann, zeigt das Childhood-Haus in Schwerin. Dort arbeiten Fachkräfte aus Medizin, Rechtsmedizin, Polizei, Justiz, Jugendhilfe und Psychologie eng zusammen. Betroffene Kinder und Jugendliche erhalten an einem geschützten, kindgerecht gestalteten Ort medizinische Versorgung, psychosoziale Unterstützung und rechtliche Fallabklärung. Untersuchungen und Befragungen werden koordiniert, damit zusätzliche Belastungen und erneute Traumatisierungen möglichst vermieden werden.

„Die Erfahrungen aus Schwerin zeigen, wie wichtig es ist, dass die verschiedenen Professionen Hand in Hand arbeiten. Das Kind und seine Bedürfnisse müssen im Mittelpunkt stehen – nicht die Zuständigkeitsgrenzen der beteiligten Stellen. Was sich vor Ort bewährt, muss auch andernorts möglich werden“, so Drese.

Mit der Entschließung fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern ein bundesweites Konzept für den Aufbau und die dauerhafte Sicherung solcher Einrichtungen zu erarbeiten. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll dafür verbindliche Qualitätsmaßstäbe und konkrete Ausbauziele entwickeln. Bestehende Strukturen in den Ländern sollen berücksichtigt werden, damit der Ausbau am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden kann.

Entscheidend ist für Drese auch die Finanzierung: „Kinderschutz darf nicht von befristeten Projekten oder unsicheren Finanzierungszusagen abhängen. Wer flächendeckend bessere Hilfe verspricht, muss auch dafür sorgen, dass sie dauerhaft bezahlt werden kann.“ Dazu gehört auch eine auskömmliche und nachhaltige Finanzierung ambulanter medizinischer Leistungen von Kinderschutzambulanzen an geeigneten Krankenhäusern.

„Jedes Kind hat das Recht, vor Gewalt geschützt zu werden und nach schlimmen Erfahrungen die bestmögliche Unterstützung zu bekommen. Dafür müssen Bund und Länder gemeinsam Verantwortung übernehmen. Mecklenburg-Vorpommern hat diese Initiative mit auf den Weg gebracht, weil wir wollen, dass aus guten Beispielen verlässliche Strukturen werden – überall dort, wo Kinder sie brauchen“, sagte Drese.

Recht auf „Vergessenwerden“ nach Krebs

Schwerin – Der Antrag sieht vor, dass Krebserkrankte nach vollständiger Genesung ihre vorherige Krankheit nicht mehr angeben müssen, wenn beispielsweise Versicherungen abgeschlossen werden. „Ich weiß aus eigener Erfahrung: Eine Krebserkrankung wirft einen kräftig aus der Bahn.

Aber in vielen Fällen ist Krebs heilbar. Wir wollen, dass Betroffene ihre Erkrankung nicht mehr angeben müssen, wenn die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Es ist wichtig, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung unsere Initiative aufgreift“, sagte Ministerpräsidentin Schwesig im Anschluss an die Sitzung.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung: Eine Krebserkrankung wirft einen kräftig aus der Bahn. Aber in vielen Fällen ist Krebs heilbar. Wir wollen, dass Betroffene ihre Erkrankung nicht mehr angeben müssen, wenn die Heilung vollständig abgeschlossen ist. Es ist wichtig, die Krankheit hinter sich zu lassen. Ich hoffe sehr, dass die Bundesregierung unsere Initiative aufgreift“, so eide Ministerpräsidentin.

Drese begrüßt Ausweitung des Mammographie-Screenings

Schwerin – Künftig können Frauen bereits ab dem 45.Lebensjahr das kostenfreie Mammographie-Screening nutzen, bisher ist dies als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erst ab dem 50. Lebensjahr möglich. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßte diese Entscheidung: „Rund 2,5 Millionen Frauen können so zusätzlich von dieser wirksamen Möglichkeit zur Früherkennung profitieren“, hob sie hervor.

Drese betonte, dass Brustkrebs nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen darstelle. Rund 75.000 Neuerkrankungen werden deutschlandweit jährlich erfasst. „Eine von sechs betroffenen Frauen erhält die Diagnose bereits vor ihrem 50. Geburtstag. Gerade diese Gruppe wird von der Ausweitung also enorm profitieren“, so Drese.

Ein wesentlicher Vorteil der Mammographie ist es dabei, dass Tumoren bereits entdeckt werden können, bevor sie tastbar sind oder Beschwerden verursachen. In diesem Fall sind oft schonendere Therapien möglich. “Auf eine Chemotherapie kann dann häufig verzichtet werden. Das zeigt, wie wichtig eine frühe Diagnose ist und unterstreicht den Nutzen der Mammographie“, erklärte die Ministerin.

Der Beschluss zur Ausweitung des Angebots wird nun noch von der Rechtsaufsicht des G-BA, dem Bundesministerium für Gesundheit, geprüft. Werden die Beschlüsse rechtlich nicht beanstandet, treten sie am 1. August 2027 in Kraft. Ab diesem Stichtag können dann die neu anspruchsberechtigten Frauen am Screening teilnehmen und können sich für einen Termin in den sogenannten Zentralen Stellen anmelden. Nach der Umstellung des Systems sollen ab voraussichtlich Januar 2028 dann auch persönliche Einladungen per Post verschickt werden.

Erst kürzlich war zudem bereits die obere Altersgrenze angehoben worden: Statt wie zuvor bis zum Alter von 69 Jahren können Frauen inzwischen bis zum Alter von 75 Jahren am Programm teilnehmen.

Drese: „Dass das Screening-Angebot nun sowohl jüngere als auch ältere Frauen einschließt, bedeutet für viele Frauen letztlich mehr Chancen auf ein gesundes Leben.“