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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Fit für die Zukunft

Krankenhaus Crivitz baut mit Förderprogramm des Landes Kurzzeitpflege aus

Crivitz – Um pflegende Angehörige stärker zu entlasten hat das Land zum Ende des vergangenen Jahres ein neues Förderprogramm mit einem Volumen von 4,4 Millionen Euro für die Kurzzeitpflege aufgelegt, von dem nun auch das Krankenhaus Crivitz profitiert. So soll am LUP-Klinikum am Crivitzer See eine neue Kurzpflegeeinrichtung mit 16 Plätzen geschaffen werden. Den entsprechenden Fördermittelbescheid in Höhe von 1,54 Millionen Euro übergab Sozialministerin Stefanie Drese heute persönlich.

„Kurzpflegeplätze sind besonders dann wichtig, wenn Menschen, die regulär zu Hause gepflegt werden, für eine begrenzte Zeit professionell versorgt werden müssen. Das kann etwa bei der Überbrückung nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall sein, wenn die Wohnung barrierefrei umgebaut werden muss, aber eben auch, wenn pflegende Angehörige eine Auszeit brauchen“, erklärte Drese.

Sie betonte, dass sich viele der Angehörigen aufopfernd um die Betroffenen kümmern, oftmals auch über die eigenen Kapazitäten hinaus. „Auch weil sie fürchten, dass eine gute Betreuung nicht gewährleistet wäre, wenn sie sich selbst für ein paar Tage herausnehmen würden. Für sie sind die neuen Kurzzeitpflegeplätze also eine handfeste Hilfestellung und Entlastung“, so Drese weiter.

Aber auch für das Crivitzer Krankenhaus sei diese Entwicklung aus Sicht der Ministerin ein wichtiger Schritt. „Mit der Krankenhausreform haben wir die Chance, das Standort in Crivitz als sektorenübergreifendes Versorgungszentrum mit einer Spezialisierung im Bereich der Altersmedizin zu positionieren. Das bildet die Bedarfe vor Ort deutlich besser ab und bedeutet, dass wir das Klinikum nachhaltiger und in Zeiten des demographischen Wandels vor allem auch zukunftssicherer aufstellen können. Die neue Kurzzeitpflege ergänzt dieses Konzept hervorragend“, so die Ministerin.

Dazu erklärte auch Stefan Sternberg, Landrat des Landkreis Ludwigslust-Parchim: „Der Aufbau einer Kurzzeitpflege im LUP-Klinikum am Crivitzer See zeigt unseren Schulterschluss mit dem Land: Wir halten Wort und den Krankenhaus-Standort Crivitz am Leben. Als Träger unterstützen wir zukunftsfähige Konzepte, die sowohl zu einer guten medizinischen Versorgung als auch pflegerischen Begleitung im ländlichen Raum beitragen. Rund 20 Arbeitsplätze entstehen allein bei diesem Projekt, welches gleichermaßen den Gästen der Kurzzeitpflege als auch ihren Angehörigen zugute kommt.“

Alexander M. Gross, Geschäftsführer LUP-Kliniken ergänzte: „Wir freuen uns, mit dem Aufbau der Kurzzeitpflege einen entscheidenden Beitrag zur Entlastung pflegender Angehöriger und zur Unterstützung der Pflegebedürftigen leisten zu können. Ein besonderer Dank gilt allen Beteiligten, die den Aufbau der Kurzzeitpflege möglich machen, insbesondere dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport für die Förderung.“

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dankt allen Pflegenden

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat zum „Tag der Pflege“ die Leistungen und das Engagement aller Pflegenden gewürdigt: „Zum heutigen Tag der Pflegenden möchte ich allen Danke sagen, die pflegen. In unseren Pflegeheimen, in ambulanten Pflegediensten, in Tagesstätten, in der Intensivpflege und in Familien. Wir brauchen sie alle. Gute Pflege braucht genau diesen Mix von guten Angeboten.“

Erstmals wurde als Zeichen der Wertschätzung und Würdigung im Rahmen einer Festveranstaltung im Goldenen Palais in Schwerin die Pflegemedaille an pflegende Angehörige verliehen. „Wir wollen mit der Pflegemedaille die enorme Leistung aller Pflegenden sichtbarer machen. Menschen, die sich um ihre pflegebedürftigen Männer, Frauen, Väter, Mütter, Geschwister oder Kinder kümmern, fühlen sich oft übersehen. Einige Menschen reden die eigene Sorgearbeit klein. Ist doch selbstverständlich, sagen sie.

Einige empfinden vielleicht sogar Scham über die Erkrankung von Eltern, Partnern oder Kindern. Ich möchte ganz deutlich sagen: Es ist keine Selbstverständlichkeit, es ist eine enorme Leistung, sich selbst hinten anzustellen und Angehörige zu pflegen“, so die Regierungschefin. Es brauche mehr Aufmerksamkeit für pflegende Angehörige, für die Menschen, die ihre Lebenszeit anderen widmen, die sich zum Teil neben beruflichen und privaten Verpflichtungen in ihrer Freizeit aufopfern und immer wieder über persönliche Grenzen hinweggingen.

Bärbel Neumann pflegt ihre Tochter seit 53 Jahren, da diese seit ihrer Geburt geistig beeinträchtigt ist und an einer Epilepsie leidet. Frau Neumann, die inzwischen 76 Jahre alt ist, hat für die Pflege ihrer Tochter ihren Beruf als Krippenerzieherin aufgegeben. Sie wird für diese jahrzehntelange Pflegearbeit mit der Pflegemedaille des Landes geehrt.

Der Ehemann von Kathrin Meyer ist an Frontotemporaler Demenz und Parkinson erkrankt. Sie pflegt ihn seit sechs Jahren, obwohl sie selbst an Multipler Sklerose leidet. Vor der wertvollen Pflegearbeit war Frau Meyer ehrenamtlich beim Schiedsgericht Grabow tätig. Frau Meyer erhält die Pflegemedaille des Landes.

Katharina Storm pflegt ihre schwer kranke Tochter seit sieben Jahren. Die kleine Tochter ist schwer chronisch erkrankt und lebt mit erheblichen körperlichen Einschränkungen. Trotz einer eigenen Erkrankung pflegt sie ihr Kind. Dafür erhält Frau Storm die Pflegemedaille des Landes.

Die Regierungschefin sagte: „Ich bin dankbar, dass es viele Menschen gibt, die sich für Pflegebedürftige engagieren. Sie tragen damit auch zu einem Gemeinschaftsgefühl bei, das uns nicht verlorengehen darf. Wir setzen mit der Verleihung der Pflegemedaille ein Zeichen für Solidarität, Verantwortung und Wertschätzung.“

Auch Sozialministerin Stefanie Drese hob die Bedeutung der häuslichen Pflege hervor: „Pflegende Angehörige tragen eine Verantwortung, die oft im Verborgenen bleibt. Sie sind da, wenn Menschen Unterstützung brauchen. Sie reichen die Hand, spenden Trost, hören zu und geben Halt, selbst dann, wenn die eigene Kraft längst an ihre Grenzen stößt.
Dieses Engagement verdient unsere höchste Anerkennung. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir heute erstmals die Landespflegemedaille verleihen konnten.“

Die Jury hatte sich nach Sichtung der eingegangenen Vorschläge entschieden, die Landespflegemedaille in diesem Jahr gleich dreimal und damit in der höchstmöglichen Anzahl zu vergeben.

Landespflegekongress 2026

„Sorgende Gemeinschaften“ stärken – pflegende Angehörige in den Mittelpunkt rücken

Schwerin – Der 12. Mai ist der Internationale Tag der Pflegenden. Während an diesem Tag häufig die beruflich Pflegenden im Fokus stehen, richtet die diesjährige vom Sozialministerium ausgerichtete Landespflegekonferenz den Blick bewusst auf pflegende Angehörige und sorgende Gemeinschaften.

Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm hob bei der Eröffnung des Pflegekongresses heute in der Landeshauptstadt Schwerin hervor, dass rund 86 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden – getragen von Angehörigen, Nachbarn, Ehrenamtlichen und professionellen Unterstützungsstrukturen.

„Pflegende Angehörige bilden damit das Fundament der Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf“, betonte Grimm. Ohne pflegende Angehörige ist Pflege nicht vorstellbar und nicht leistbar. „Ziel muss deshalb eine Pflegepolitik sein, die die Menschen in ihrer Lebensrealität unterstützt und insbesondere die häusliche Pflege nachhaltig stärkt“, sagte Grimm.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Landespflegekongress mit dem Aufbau und der Weiterentwicklung von „Sorgenden Gemeinschaften“. Die Leitidee ist dabei nicht neu: Sorgearbeit wurde schon immer in Familien, Nachbarschaften, Freundeskreisen, Religionsgemeinschaften und durch gesellschaftliches Engagement geleistet. Unterstützt wird dies vielerorts durch Gemeinwesen- und Quartiersarbeit in den Kommunen.

Angesichts des demografischen Wandels, sich verändernder Familienstrukturen und des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt die Sorgefähigkeit örtlicher Gemeinschaften nach Aussage von Grimm jedoch immer stärker an Bedeutung. „Sorgende Gemeinschaften setzen weit vor der Pflegebedürftigkeit an. Sie schaffen lokale Netzwerke, in denen Nachbarn, Ehrenamtliche, Kommunen, lokale Wirtschaft und professionelle Dienste gemeinsam Verantwortung übernehmen“, sagte die Staatssekretärin.

„Wenn die eigene Familie weit entfernt lebt, brauchen Menschen vor Ort andere verlässliche Strukturen“, so Grimm weiter. „Sorgende Gemeinschaften fördern Lebensqualität, soziale Teilhabe und Solidarität. Sie entlasten Angehörige, wirken Einsamkeit entgegen und ermöglichen vielen Menschen trotz Pflegebedarfs ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung.“

Am Nachmittag wird im Rahmen der Landespflegekonferenz erstmals die Landespflegemedaille verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt das Sozialministerium Menschen, die sich mit außergewöhnlichem Engagement um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern. Stellvertretend für alle pflegenden Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern erhalten drei Personen die Landespflegemedaille. Die Auszeichnung wird gemeinsam durch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese vorgenommen.

15. Jahre Hospiz am Aubach

Schwesig: Jeder Mensch hat das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat in ihrem Grußwort zum 15. Jubiläum des Hospizes am Aubach die dortige Arbeit gewürdigt: „Jeder Mensch hat das Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen. Das steht in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Dazu gehört, dass die Vorstellungen, Werte und Wünsche von Sterbenden respektiert werden. Diesem Ziel fühlt sich auch das Hospiz am Aubach verpflichtet. Die Menschen, die im Hospiz tätig sind, sind Tag und Nacht für die Sterbenden und ihre Angehörigen da.“

Sie danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die nicht auf die Uhr schauten, wenn zum Ende ihrer Arbeitszeit noch jemand etwas brauche. Sie danke für die Fachkunde, das Einfühlungsvermögen und die gute Zusammenarbeit im Team. Schwesig würdigte ebenso die Verdienste von Pflegedienstleitung, Katy Nülken, die sie als engagierte Hospizleiterin kennen- und schätzen gelernt habe. Sie habe mit ihrem Engagement das Hospiz am Aubach 15 Jahre lang nachhaltig geprägt.

„Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Ehrenamtlichen im Hospiz. Die Hospizbewegung hat ihre Wurzeln im Ehrenamt. Ehrenamtliche sind im Hospiz tätig, unterstützen die Gäste und ihre Familien. Sie hören zu. Sie geben Zeit. Ehrenamt im Hospiz ist anspruchsvolles, intensives Ehrenamt, das den ganzen Menschen fordert“, so die Ministerpräsidentin weiter. Für dieses Engagement danke sie sehr.

Sie ergänzte: „Das Hospiz am Aubach ist auch finanziell auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Fünf Prozent seiner Kosten muss das Hospiz aus Spenden und ehrenamtlicher Hilfe aufbringen.“ Daher gelte auch allen Unterstützerinnen und Unterstützern ein ganz herzliches Dankeschön. „Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Hospiz am Aubach und alles Gute“, wünschte sie zum Abschluss.

Drese würdigt Arbeit des BerufsBildungsWerkes Greifswald

 Niederschwellige Hilfe zum Berufseintritt

Greifswald – Anlässlich des heutigen Frühlingsfestes des BerufsBildungsWerkes (BBW Greifswald) hat Sozialministerin Stefanie Drese die wichtige Arbeit der Einrichtung für junge Menschen mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf gewürdigt. „Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten erhalten hier die Chance, ihren eigenen Weg in Ausbildung, Beruf und ein selbstbestimmtes Leben zu finden“, betonte sie in ihrem Grußwort.

Das BBW Greifswald wurde als spezialisierte Einrichtung für die Berufsvorbereitung und Erstausbildung junger Menschen mit Handicaps bereits im Jahr 1990 gegründet und ist die einzige Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern. Sie bietet insbesondere Menschen mit Lern-, Körper- und Sinnesbehinderungen, psychischen Erkrankungen oder Mehrfachbehinderungen vielfältige Möglichkeiten der Berufsvorbereitung und Ausbildung.

Mehr als 50 Ausbildungsberufe stehen zur Auswahl – unter anderem in den Bereichen Agrarwirtschaft, Hauswirtschaft, IT, Elektrotechnik, Gastronomie und im Bereich der Bürotätigkeiten. Dabei begleitet das BBW junge Menschen individuell und auf Augenhöhe dabei, ihre eigenen Fähigkeiten auszubauen und den Sprung auf den Arbeitsmarkt zu schaffen,

„Durch die engagierte Arbeit der Mitarbeitenden werden den jungen Menschen hier oftmals ganz neue Perspektiven eröffnet“, erklärte Drese. Hilfreich sei hierfür insbesondere eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Durch Kooperationen mit Unternehmen und das Lernen im realen Arbeitsprozess würden die Auszubildenden ganz lebensnah und entlang der eigenen Potentiale auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet.

„Auch die unterschiedlichen Wohnangebote und Freizeitmöglichkeiten auf dem Gelände des BBW tragen dazu bei, die Selbstständigkeit zu fördern und das Vertrauen in sich selbst zu stärken“, so die Ministerin weiter.

Sie unterstrich, dass Handicaps hier nicht als Hindernis, sondern vielmehr als Startpunkte verstanden werden. „Denn echte Teilhabe bedeutet, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, die eigenen Stärken zu entdecken und einzubringen – unabhängig von individuellen Einschränkungen oder persönlichen Voraussetzungen“, sagte die Ministerin. Einrichtungen wie das BerufsBildungsWerk Greifswald leisteten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag.

Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Drese ruft zur gelebten Inklusion auf

Schwerin – Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Sozialministerin Stefanie Drese rief deshalb heute zu mehr Rücksicht, Solidarität und Teilhabe auf.

„Allein in Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit rund 400.000 Menschen mit einer Behinderung, sichtbar oder unsichtbar. Das ist immerhin ein knappes Viertel unserer Landesbevölkerung und eine Zahl die sehr eindrücklich zeigt, dass Inklusion kein Nischenthema ist, sondern die Mitte unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens betrifft“, betonte die Ministerin anlässlich des Aktionstages.

Sie verwies in diesem Zuge aber auch auf die vielfältigen Hürden, die Menschen mit Beeinträchtigungen noch immer überwinden müssen. „Das beginnt manchmal schon damit, dass nicht jede Behinderung etwa an einem Rollstuhl oder Blindenstock zu erkennbar ist. Viele chronische Erkrankungen, psychische Erkrankungen oder Spektrumstörungen bleiben unsichtbar, schränken die Betroffenen im Alltag jedoch genau so ein“, erklärte sie.

„Ich würde mir wünschen, dass wir gesamtgesellschaftlich dafür noch ein besseres Verständnis für diese Vielfalt entwickeln und Barrieren nicht nur dort abbauen, wo sie aus Beton sind, sondern vor allem in unseren Köpfen. Gerade diese sind es, die ein vorurteilsfreies Miteinander erschweren und dafür sorgen, dass Betroffene noch immer und viel zu oft strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren“, unterstrich die Ministerin.

Sie hoffe, dass das diesjährige Motto dahingehend eine klare Botschaft an alle sende, sich gegen Diskriminierungen zu wenden und sich für das Recht auf ein freies, friedliches und selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen einzusetzen. „Schließlich sind das Grundrechte und keine Zugeständnisse“, betonte Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern fließen die Erfahrungen und Expertise der Betroffenen deshalb in Form des Inklusionsförderrates (IFR) auch direkt in die politischen Entscheidungen mit ein. „Aus meiner Sicht müsste das absolut selbstverständlich sein, miteinander statt übereinander zu reden. Dennoch ist unser Inklusionsförderrat deutschlandweit das einzige Gremium dieser Art. Darauf sind wir stolz, denn niemand kennt die Lebensrealität so gut, wie die Betroffenen selbst“, führte die Ministerin aus.

Deshalb werde der IFR, der vor wenigen Tagen für die neue Amtsperiode berufen wurde, bei allen neuen Gesetzesentwürfen und Rechtsvorschriften der Landesregierung angehört, wann immer die Belange dieser Zielgruppe berührt werden. Er hat außerdem das Recht, der Landesregierung Initiativen vorzuschlagen. „Genau so setzen wir in MV konsequent das Recht auf Partizipation um und sorgen dafür, dass Mitbestimmung und Mitgestaltung gelingen“, hob Drese hervor.

Abschließend rief die Ministerin dazu auf, den Protesttag nicht nur als symbolischen Anlass zu verstehen, sondern als dauerhaften Auftrag: „Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die uns jeden Tag begleiten muss. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir eine Gesellschaft schaffen, in der Vielfalt als Stärke verstanden wird und alle Menschen die gleichen Chancen erhalten.“

Cannabis-Escaperoom-Projekt gestartet

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern gibt es ein neues Projekt zur cannabisbezogenen Aufklärung und Prävention. „Mit ‚Cannabis Alarm‘ haben weiterführende Schulen des Landes nunmehr die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen auf spielerische Art und Weise über die verschiedenen Risiken des Cannabiskonsums aufzuklären“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Start des interaktiven Suchtprävention-Projekts.

„Cannabis Alarm“ stammt aus dem Nachbarland Schleswig-Holstein und wurde von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST) MV weiterentwickelt. Finanziert wird es im Rahmen der vom Land bereit gestellten Mittel zur Stärkung der Cannabissuchtprävention.

„Wir haben immer betont, dass wir parallel zum vor zwei Jahren in Kraft getretenen Cannabisgesetz die Maßnahmen zur cannabisbezogenen Aufklärung und Prävention, insbesondere für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, intensivieren. Dafür haben wir in MV zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt, um eine verstärkte Präventionsarbeit vor allem in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu leisten“, verdeutlichte Drese.

Ähnlich wie bei einem klassischen Escaperoom-Event müssen bei „Cannabis Alarm“ mit kreativem Geschick verschiedene Rätsel und Aufgaben gelöst werden. Dabei werden die Jugendlichen mit verschiedenen Aussagen und Informationen rund um Cannabis konfrontiert, die zu Gruppendiskussionen und einer aufgeklärten Haltung führen sollen.

„Das neue Cannabis-Präventionsprojekt begeistert mich sehr. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger und auf Augenhöhe werden die Jugendlichen unterhaltsam und spielerisch aufgeklärt, um ihre Schule als drogenfrei zu retten. Ich freue mich, wenn möglichst viele Schulen bei uns im Land das Programm nutzen“, zeigte sich Drese erfreut.

„Das Cannabis-Escaperoom-Projekt ist letztes Jahr erfolgreich in Schleswig-Holstein gestartet. Die verschiedenen Elemente sind sehr hochwertig. Ohne die finanzielle Förderung des Landes wäre es nicht möglich gewesen, jeden Landkreis und die beiden kreisfreien Städte mit mindestens zwei Klassensets auszustatten. Interessierte Schulen können uns ab sofort ansprechen. Wir vermitteln dann an die jeweiligen Fachkräfte in der Region, die dann vor Ort sind“, sagte LAKOST-Geschäftsführerin Birgit Grämke.

Drese: Neues Filmprojekt zeigt Wege in den inklusiven Arbeitsmarkt

Schwerin – In Schwerin feierte heute ein besonderer Film im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese seine Vorpremiere. Unter dem Titel „Ein Tag im Leben – Alltag und doch nicht alltäglich“ erfuhren Gäste im Schweriner Capitol, wie sechs Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen ihren Alltag erleben und auf individuelle Weise den Weg auf den Arbeitsmarkt geschafft haben.

Ministerin Drese lobte das Filmprojekt heute als wichtigen Beitrag zur Inklusion und betonte: „Aus der Perspektive der Protagonisten erleben wir eindrucksvoll, wie viel Potential aber auch Engagement in der beruflichen Inklusion stecken. Der Film macht zudem deutlich, dass gerade die Teilhabe am Arbeitsleben kein abstraktes, weitentferntes Ziel ist, sondern gut gelingen kann – sofern die Rahmenbedingungen stimmen“, so die Ministerin weiter. So begleitet der Kurzfilm Menschen etwa bei der Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, zu Hause, an Außenarbeitsplätzen sowie beim Übergang auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

„Bezogen auf den Arbeitsmarkt gilt: Es gibt noch viele Menschen, die den Sprung auf einen Außenarbeitsplatz oder sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können. Wir benötigen dazu aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber und Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen eine echte Chance zu geben“, betonte Drese in der Podiumsdiskussion, die sich an die Filmpremiere anschloss.

„Noch immer bestehen unbegründete Vorbehalte und Barrieren, vor allem im Kopf. Dabei machen auch die Beispiele im Film deutlich, dass Inklusion für alle Seiten ein Gewinn sein kann“, erklärte sie. „Ganz wichtig ist es deshalb aus meiner Sicht, dass wir Unternehmen Sorgen und Ängste nehmen. Dass wir sie begleiten und fördern bei der oftmals gar nicht so schwierigen Ausstattung von inklusiven Arbeitsplätzen, sie beraten und nicht zuletzt in Zeiten des Fachkräftemangels auch zur Inklusion ermutigen“, so Drese weiter.

Die Ministerin nahm dabei Bezug auf das Landesprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“, das insgesamt Mittel in Höhe von 11 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe umfasst und Unternehmen auch mit finanziellen Anreizen hierbei unterstützt. „Außerdem haben wir mit den vier Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, kurz EAAs, einen neuen Lotsendienst geschaffen. Bei allen Fragen rund um die Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung stehen dort Ansprechpartner bereit, die nicht nur beraten, sondern auch bei der Antragstellung für die passenden Fördermittel unter die Arme greifen“, hob die Ministerin hervor.

Drese: „Trotzdem braucht es manchmal praxisnahe, bildliche Beispiele die uns vor Augen führen, was genau es eigentlich heißt, ein inklusives Arbeitsumfeld zu gestalten. Dem Team der Vielfalter gGmbH, die das Filmprojekt gemeinsam mit TV Schwerin umgesetzt haben, gilt dafür mein großer Dank. Danke, dass Sie auch andere motivieren indem Sie zeigen: Ein gemeinsames Miteinander kann so einfach sein, wenn Beeinträchtigungen als Stärke und nicht als Hindernis für eine Beschäftigung wahrgenommen werden“.