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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

3. Akademischer Abend des Sanitätsunterstützungskommandos

Grimm: „Gesundheitsversorgung muss auch in der Krise funktionieren“

Neubrandenburg – Die Gesundheitsversorgung muss auch unter außergewöhnlichen Bedingungen handlungsfähig bleiben. Darauf hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm beim 3. Akademischen Abend des Sanitätsunterstützungskommandos in Neubrandenburg hingewiesen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Bundeswehr und weiteren Akteuren für die Versorgung in Krisen- und Gefahrenlagen.

„Die veränderte geopolitische Lage, hybride Bedrohungen und Cyberangriffe, wie wir sie zum Beispiel schon in Greifswald, Hagenow und Ludwigslust erfahren mussten, aber auch Pandemien, Stromausfälle und Naturkatastrophen stellen das Gesundheitswesen vor wachsende und häufiger werdende Herausforderungen“, hob Grimm hervor. „Darauf müssen wir uns vorbereiten, denn im Notfall zählt jede Minute. Deshalb entwickeln wir zügig Pläne weiter, um die Versorgung auch dann aufrechtzuerhalten, wenn die regulären Strukturen an ihre Grenzen kommen. Resilienz entsteht nicht auf dem Papier, sondern dort, wo Menschen, Strukturen und Verantwortlichkeiten bereits vor der Krise zusammenfinden“, so die Staatssekretärin.

Der regelmäßige Austausch aller Beteiligten trage hierzu bei, zeigte sich Grimm überzeugt. Denn die Krisenvorsorge sei äußerst vielfältig und müsse die gesamte Versorgungskette im Blick behalten. „Dazu gehören neben der primären Versorgung, an die viele reflexartig zuerst denken, natürlich auch Aspekte wie Logistik und Lieferketten, Labore, Apotheken, der öffentliche Gesundheitsdienst und Dienstleister etwa für Pflege, Rehabilitation und Sanitätsmittel“, so Grimm.

Zuallererst gefordert sei hierbei der Bund, z.B. mit dem angekündigten Gesundheitssicherstellungsgesetz, das die Versorgung in Krisen- und Verteidigungslagen gewährleisten soll.

„Krisen halten sich nicht an Ländergrenzen. Deshalb hoffen wir, dass das Gesetz Regelungen zu klaren Zuständigkeiten enthält, Schnittstellen definiert und Strukturen zur Vorsorge ermöglicht, die die Länder auch praktisch umsetzen können. „Auch die Finanzierung wird zu klären sein, denn ein Plan in der Schublade macht allein noch kein System resilient“, unterstrich die Staatssekretärin.

In Mecklenburg-Vorpommern habe sich das Land im Gesundheitsbereich bereits auf den Weg gemacht, verwies Grimm auf das seit knapp einem Jahr geltende neue Landeskrankenhausgesetz. Es enthält erstmals einen eigenen Abschnitt zu Notfallversorgung und besonderen Gefahrenlagen und verpflichtet Krankenhäuser zu einer umfassenden Vorsorge.

„So müssen Krankenhäuser ihrem Versorgungsauftrag entsprechend Krankenhausalarm- und -einsatzpläne erstellen und regelmäßig fortschreiben“, verdeutlichte Grimm. Die Pläne müssen unter anderem Szenarien wie einen Massenanfall von Verletzten und Erkrankten, CBRN-Gefahrenlagen, Naturgefahren, den Ausfall der Informationstechnik oder kritischen Personalmangel berücksichtigen. Vorgeschrieben sei zudem die Abstimmung mit Katastrophenschutzbehörden, Gesundheitsämtern, Rettungsleitstellen, Polizei und benachbarten Krankenhäusern.

Darüber hinaus sieht das Gesetz Vorsorge für den Ausfall zentraler Versorgungsstrukturen vor, unter anderem eine Stromversorgung mit einer Versorgungsgarantie von 72 Stunden sowie Regelungen zur Bevorratung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und gegebenenfalls Sanitätsmaterial.

„Wir haben damit einen wichtigen Schritt gemacht: Krankenhäuser sollen nicht erst reagieren, wenn die Krise da ist, sondern sich systematisch auf besondere Gefahrenlagen vorbereiten. Jetzt kommt es darauf an, diese Vorgaben gemeinsam umzusetzen und die Zusammenarbeit über Zuständigkeits- und Ländergrenzen hinweg weiter zu stärken“, so Grimm.

Woche der Demenz

Drese zum Auftakt der Woche der Demenz: „Demenz geht uns alle an – wir müssen hinschauen und handeln“ / Neuer Landes-Demenzplan als gemeinsame Grundlage

Schwerin – Was passiert, wenn der vertraute Alltag Schritt für Schritt schwieriger wird? Wenn Erinnerungen verblassen, Selbstverständliches plötzlich Fragen aufwirft und nicht nur ein Mensch, sondern eine ganze Familie ihr Leben neu organisieren muss? Zum Welt-Alzheimertag hat Sozialministerin Stefanie Drese heute bei der Auftaktveranstaltung der Woche der Demenz in Schwerin dazu aufgerufen, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

„Hinter jeder Demenzdiagnose steht ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte, mit Wünschen, Hoffnungen und dem Recht auf Teilhabe. Und hinter jedem betroffenen Menschen stehen oft Angehörige, Freunde und Nachbarn, die mittragen, helfen und auffangen. Wir dürfen Menschen mit Demenz nicht allein lassen – sie gehören mitten in unsere Gesellschaft“, sagte Drese.

Das diesjährige Motto des Welt-Alzheimertages „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ macht zugleich deutlich: Demenz betrifft nicht ausschließlich hochbetagte Menschen. Zwar sind die meisten Erkrankten älter als 65 Jahre, Demenzerkrankungen können aber auch in jüngeren Jahren auftreten. Zudem sind Angehörige und das soziale Umfeld über alle Generationen hinweg mitbetroffen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft stellt deshalb in diesem Jahr ausdrücklich die Vielfalt der Lebenssituationen und die gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt.

In Mecklenburg-Vorpommern leben bereits mehr als 40.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. „Wir müssen heute die Weichen dafür stellen, dass Menschen mit Demenz auch morgen möglichst lange selbstbestimmt und würdevoll leben können. Dazu gehören gute Pflege und medizinische Versorgung, aber genauso Beratung, passende Wohnformen, Teilhabe und ein Umfeld, das Demenz versteht und mitdenkt“, so Drese.

Mit dem im August vorgestellten ersten Demenzplan Mecklenburg-Vorpommern hat das Land dafür eine gemeinsame Grundlage geschaffen. Der Plan umfasst zehn Handlungsfelder – von Aufklärung, Prävention und gesundheitlicher Versorgung über Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige bis hin zu Wohnen, kommunaler Teilhabe, Netzwerkarbeit und einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung. Erarbeitet wurde er unter Beteiligung zahlreicher Fachleute sowie von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

„Der Demenzplan ist kein Papier für die Schublade. Er ist ein gemeinsamer Auftrag. Wir wollen vorhandene Angebote besser miteinander verknüpfen, Lücken erkennen und neue Lösungen entwickeln. Vor allem aber wollen wir, dass Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wissen: Ihr seid nicht allein“, betonte Drese.

Ein wichtiger Teil dieser Unterstützung sind die regionalen Netzwerke und Beratungsangebote. In Schwerin steht dafür seit mehr als zehn Jahren das Zentrum Demenz, das Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen berät, informiert und passende Hilfen vermittelt. Die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September bringt zahlreiche Akteure aus Beratung, Pflege, Medizin, Kultur und Ehrenamt zusammen. Mit Begegnungen, Information und Veranstaltungen soll sie dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und Demenz stärker als Teil des gesellschaftlichen Miteinanders zu begreifen.

„Eine demenzfreundliche Gesellschaft zeigt sich nicht nur in Gesetzen und Strukturen. Sie zeigt sich vor allem darin, wie wir miteinander umgehen: ob wir Geduld haben, ob wir helfen, ob wir Menschen weiterhin einbeziehen und ihnen etwas zutrauen“, betonte Drese.

Die Ministerin dankte insbesondere den haupt- und ehrenamtlich Engagierten in Pflege, Medizin, Beratung und Betreuung sowie den Kommunen, Vereinen, Initiativen und Helferkreisen. „Sie sorgen jeden Tag dafür, dass Menschen mit Demenz nicht nur versorgt, sondern gesehen werden. Dafür verdienen sie Anerkennung und unseren Respekt.“

Drese: Jetzt an Piks gegen RSV denken

Schwerin – Für Säuglinge, die im April 2026 oder später geboren wurden, empfiehlt das Robert Koch-Institut eine Immunisierung gegen das Respiratorische Synzytial-Viren (RSV). „Dafür ist jetzt die richtige Zeit“, erklärte heute Gesundheitsministerin Stefanie Drese am Wochenende zum bevorstehenden kalendarischen Herbstbeginn, der die Grippe- und damit auch RSV-Saison einläutet. Auch Kinder, die im vergangenen Winter oder Frühjahr auf die Welt gekommen sind und bisher keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, können diese noch bis zum ersten Geburtstag nachholen.

„RSV-Infektionen sind bei Säuglingen der häufigste Grund für Krankenhauseinweisungen. Gerade in den ersten sechs Monaten sind sie besonders gefährdet, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Deshalb kann es auch bei zuvor gesunden Kindern schneller zu gefährlichen Verläufen kommen“, betonte Drese.

Eine Infektion beginnt in der Regel mit Symptomen wie Schnupfen und trockenem Husten. Auch Halsschmerzen und Fieber können auftreten. Die Infektion kann außerdem auf die unteren Atemwege übergreifen, was den Husten verschlimmert, Atemnot kann die Folge sein. Bei besonders jungen Patientinnen und Patienten können sich zudem die feinen Äste der unteren Atemwege entzünden oder gar eine Lungenentzündung entstehen. Bei Frühgeborenen kann das bis zu Aussetzern der Atmung führen.

„Wie bedrohlich das sein kann, haben wir in den vergangenen Wintern bei regelrechten RSV-Wellen immer wieder gesehen“, hob die Ministerin hervor. „Die gute Nachricht ist, dass die seit 2024 von der STIKO empfohlene, einmalige RSV-Prophylaxe dazu beigetragen hat, schwere Verläufe und Aufenthalte auf der Intensivstation deutlich zu verringern. In diesem Jahr steht erstmals sogar ein zweiter monoklonaler Antikörper zur Vorbeugung zur Verfügung“, so Drese.

Sie bat Eltern mit Säuglingen, die noch keine RSV-Prophylaxe erhalten haben, das Gespräch mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zu suchen, um sich zu einer möglichen RSV-Prophylaxe beraten zu lassen.

Die Kosten für die RSV- Prophylaxe werden dabei von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Auch die meisten Anbieter privater Krankenversicherungen kommen für die RSV-Prophylaxe auf.

500.000 Euro für das Gesundheitsland M-V

Neues Projekt soll gute Gesundheitsangebote besser zusammenbringen und besonders Menschen im ländlichen Raum erreichen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist Gesundheitsland – und das ist auch wirtschaftlich messbar: Rund 152.000 Menschen arbeiten in der Gesundheitswirtschaft des Landes. Im Jahr 2023 steuerte die Gesundheitswirtschaft 7,8 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns bei – das entspricht einem Anteil von 14,3 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes. Diese Stärke soll künftig noch stärker für die Gesundheit der Menschen genutzt werden. Das Gesundheitsministerium fördert deshalb ein neues Projekt bei der BioCon Valley® GmbH mit insgesamt 500.000 Euro.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern eine starke Gesundheitswirtschaft. Jetzt wollen wir noch besser nutzen, was daraus für die Gesundheit der Menschen entstehen kann“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Wenn Unternehmen, Kommunen und Akteure der Prävention enger zusammenarbeiten, können gute Ideen schneller in die Fläche kommen – gerade dort, wo Menschen nicht auf ein dichtes Netz von Angeboten zurückgreifen können.“

Genau hier setzt das neue Projekt an. Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, Kommunen, Sport, Suchtprävention, Gesundheitsförderung und weitere Fachpartner sollen dauerhaft miteinander vernetzt werden. Gute Ideen sollen schneller zusammenfinden, innovative Projekte etwa zu Bewegung, psychischer Gesundheit, Suchtprävention und Gesundheitskompetenz auf den Weg gebracht und bei der Suche nach Fördermitteln unterstützt werden. Auch bestehende Angebote sollen für die Menschen besser auffindbar werden. Mindestens 30 neue Präventionsangebote sollen dafür in einem landesweiten Präventionskompass erfasst werden.

„Wir haben viele gute Angebote und engagierte Akteure im Land. Was manchmal fehlt, ist der kurze Weg zueinander. Genau diesen Weg wollen wir schaffen“, so Drese. „Aus vielen guten Einzelideen soll mehr gemeinsame Wirkung entstehen.“

Besonders wichtig ist das für ländliche und strukturschwache Regionen. Denn Prävention wirkt nur, wenn die Angebote die Menschen tatsächlich erreichen. Das Projekt soll deshalb auch Kommunen bei der Entwicklung eigener Vorhaben unterstützen, Fördermöglichkeiten erschließen und erfolgreiche Ansätze aus Mecklenburg-Vorpommern sowie aus dem Ostseeraum und anderen Ländern miteinander verbinden.

„Gesundheit darf keine Frage des Wohnortes sein. Gerade in einem Flächenland müssen wir deshalb dafür sorgen, dass gute Prävention nicht nur dort stattfindet, wo ohnehin viele Angebote vorhanden sind“, sagte Drese. „Wir wollen die vorhandenen Kräfte im ganzen Land besser miteinander verbinden und so die Gesundheitschancen der Menschen stärken.“

Drese: „Jede verhinderte Erkrankung ist ein Gewinn – für den einzelnen Menschen und für unser Land. Prävention ist deshalb kein Zusatz, sondern ein wichtiger Teil unserer Gesundheitsstrategie.“

Das Projekt „Koordinierung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention an der Schnittstelle zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ läuft von September 2026 bis Ende Dezember 2027. Es setzt die Landesstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention im Zusammenspiel mit dem Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2030 um. Zu den Kooperationspartnern gehören unter anderem die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV, der Landessportbund MV, die Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung, kommunale Akteure sowie Unternehmen der Gesundheitswirtschaft.

Neustart für die Seniorenarbeit in Tessin

Drese überreicht Fördermittel an Heimatverein Tessin und Umgebung e.V.

Tessin – Spieleabende, Lesungen, das Rentnercafé und vor allem Zeit miteinander: Der Treffpunkt Am Neuen Markt in Tessin (Landkreis Rostock) soll auch künftig ein Ort bleiben, an dem Seniorinnen und Senioren zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam aktiv sein können. Damit das gelingt, hat Sozialministerin Stefanie Drese in dieser Woche einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 31.000 Euro aus dem Bürgerfonds des Landes an den Trägerverein überreicht.

„Als zum Ende des vergangenen Jahres der ursprüngliche Träger des Treffpunktes die Arbeit eingestellt hat, hat der Heimatverein Tessin und Umgebung nicht lange überlegt sondern hat kurzerhand selbst Verantwortung übernommen um die Seniorenarbeit im Ort nicht abreißen zu lassen. Das ist nicht selbstverständlich und auf Grund der kurzen Vorlaufzeit auch nicht einfach gewesen“, betonte die Ministerin bei ihrem Vor-Ort-Besuch. „Deshalb wollen wir den Heimatverein jetzt dabei unterstützen, die Infrastruktur zu verbessern und das benötigte Mobiliar anzuschaffen, damit die fehlende Ausstattung den Neustart nicht ausbremst“, so Drese weiter.

Mit den Fördermitteln soll so etwa eine funktionale Küche eingerichtet werden, Tische und Stühle angeschafft und Ausstattung für Lesungen, Spiele- und Filmabende erworben werden. Mit Blick auf die Zielgruppe soll zudem in die Barrierefreiheit und die Instandsetzung der Außentreppe investiert werden.

„Für die Seniorinnen und Senioren in Tessin ist ein solcher Treffpunkt ein enormer Zugewinn. Schließlich wollen wir alle so lange wie möglich gut im gewohnten Umfeld alt werden und dazu gehören auch Teilhabe und Begegnung“, hob Drese hervor.

Dass der Heimatverein diese Aufgabe übernommen habe, sei daher ein wirklicher Glücksgriff für die Stadt. „Das zeigt aber auch, wie tief das Ehrenamt hier verwurzelt ist und dass Hilfe und Zusammenhalt in Tessin ganz selbstverständlich gelebt werden. Dafür gilt den Vereinsmitgliedern und allen, die beim Umbau mithelfen, mein Dank“, sagte die Ministerin.

Welttag der Patientensicherheit

„Sicherheit beginnt damit, Patientinnen und Patienten wirklich in den Mittelpunkt zu stellen“ / Modernes Landeskrankenhausgesetz stärkt Patientenrechte, Qualität und Sicherheit in den Kliniken

Schwerin – Was zählt, wenn Menschen im Krankenhaus besonders verletzlich sind? Nicht nur die richtige medizinische Behandlung, sondern auch ihre Würde, ihre Selbstbestimmung und das Recht, mit ihren Sorgen und Bedürfnissen gehört zu werden. Genau hier setzt Mecklenburg-Vorpommern mit dem neuen Landeskrankenhausgesetz an: Es stärkt die Patientenrechte und macht Beteiligung und Schutz zu einem festen Bestandteil der Krankenhausversorgung. Zum Welttag der Patientensicherheit am 17. September hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese deshalb auf die neuen Regelungen des seit Ende Oktober 2025 geltenden Gesetzes hingewiesen.

„Unser neues Landeskrankenhausgesetz ist ein modernes Gesetz, weil es die Perspektive der Patientinnen und Patienten konsequent ins Zentrum stellt. Wer sich in die Obhut eines Krankenhauses begibt, soll dort nicht nur medizinisch gut versorgt werden. Die eigene Würde, Selbstbestimmung und die persönlichen Bedürfnisse müssen ebenso zählen“, sagte Drese.

Das Gesetz stärkt dafür ganz konkrete Rechte. So wird die Selbstbestimmung der Frau während der Geburt ausdrücklich berücksichtigt. Der Kinderschutz im Krankenhaus wird gestärkt. Menschen mit Behinderungen erhalten ein stärker abgesichertes Recht auf die Mitaufnahme einer Begleitperson. Und auch für Menschen am Lebensende schreibt das Gesetz eine Behandlung vor, die ihrer Würde entspricht und einen selbstbestimmten Abschied ermöglicht.

„Wir wollen eine Krankenhausversorgung, in der Menschen nicht auf ihre Diagnose oder ihre Behandlung reduziert werden. Es geht auch darum, ob jemand verstanden wird, ob die eigenen Bedürfnisse berücksichtigt werden und ob man Unterstützung bekommt, wenn man sie braucht“, so Drese. „Das ist für mich moderne Patientensicherheit.“

Eine wichtige Neuerung ist die Möglichkeit, unabhängige Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher einzusetzen. Landkreise und kreisfreie Städte können sie für die Krankenhäuser in ihrem Gebiet bestellen. Sie dürfen nicht beim Krankenhausträger beschäftigt sein und sind bei ihrer Tätigkeit keinen Weisungen unterworfen. Auf Wunsch nehmen sie Anregungen, Bitten und Beschwerden auf und können sich unmittelbar an die Krankenhausleitung oder andere zuständige Stellen wenden.

„Wenn es im Krankenhaus ein Problem gibt, darf niemand das Gefühl haben, allein dazustehen. Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher schaffen eine unabhängige und niedrigschwellige Anlaufstelle. Das stärkt die Rechte der Patientinnen und Patienten ganz praktisch“, sagte Drese.

Auch Qualität und Patientensicherheit werden verbindlicher in den Krankenhausstrukturen verankert. Jedes Krankenhaus muss mindestens eine Qualitätsbeauftragte oder einen Qualitätsbeauftragten bestellen. Zu den gesetzlichen Aufgaben gehört ausdrücklich die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und Patientensicherheit sowie die Information der Beschäftigten über geltende Qualitätsstandards. Auffällige Qualitätsergebnisse müssen zudem der zuständigen Behörde angezeigt werden.

„Patientensicherheit darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn etwas schiefgegangen ist. Sie muss Bestandteil der täglichen Arbeit im Krankenhaus sein. Deshalb verbinden wir in Mecklenburg-Vorpommern mit unserem neuen Gesetz starke Patientenrechte mit verbindlichen Strukturen für Qualität und Sicherheit“, verdeutlichte Drese.

Pflegesymposium an der Unimedizin Greifswald

„Pflege braucht Kompetenz – und den Mut, Verantwortung zu übernehmen“

Greifswald – Pflege ist mehr als die Umsetzung ärztlicher Anordnungen: Sie ist eine eigenständige Profession mit eigener Expertise und wachsender Verantwortung. Das betonte Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm beim Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald, das in diesem Jahr gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock ausgerichtet wurde. Unter dem Motto „Kompetenz trifft Haltung“ kamen Fachleute aus Wissenschaft, Lehre und Praxis zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und neue Netzwerke zu knüpfen.

„Eine starke Pflege braucht nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern auch mehr Möglichkeiten, ihre Kompetenz einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wer pflegt, muss auch mitentscheiden können. Genau dahin muss sich die Pflegeprofession weiterentwickeln“, sagte Grimm.

Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Seit dem Wintersemester 2021/22 bietet die Universität den Bachelorstudiengang „Klinische Pflegewissenschaft“ an, der einen akademischen Abschluss und die Berufsqualifikation als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann verbindet. 51 Studierende haben sich zuletzt für den Studiengang eingeschrieben – mehr als doppelt so viele wie im ersten Jahrgang. Darüber hinaus bietet die UMG zahlreiche staatlich anerkannte Weiterbildungen an, unter anderem in Intensivpflege und Anästhesie sowie seit Herbst 2025 auch in der Onkologie.

„Wir brauchen attraktive Bildungswege, wenn wir junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen und ihnen langfristige Perspektiven eröffnen wollen. Akademische Ausbildung, spezialisierte Weiterbildungen und neue Rollen in der Versorgung machen Pflege anspruchsvoller – und zugleich attraktiver“, so Grimm.

Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen in der Pflege verwies die Staatssekretärin auch auf die geplante Pflegefachassistenzausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land arbeite derzeit an der entsprechenden Umsetzungsverordnung. Ein klareres Rollenverständnis zwischen den unterschiedlichen Qualifikationsniveaus könne die Zusammenarbeit verbessern und damit auch die Versorgung stärken.

„Die Herausforderungen sind groß: Der Pflegebedarf steigt, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Wir werden diese Herausforderungen nicht lösen, indem wir Pflege nur verwalten. Wir müssen Kompetenzen weiterentwickeln, Verantwortung neu verteilen und gute Ideen schneller in die Praxis bringen“, sagte Grimm.

Das gemeinsame Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald und der Universitätsmedizin Rostock bot dafür ein breites Forum. Neben Fachvorträgen und Diskussionsformaten richteten sich Sessions gezielt an pflegepädagogische Expertinnen und Experten, Praxisanleitende, Lehrende in den Gesundheitsberufen sowie junge Pflegefachpersonen.

Interkulturelle Woche 2026 in Stralsund

„dafür!“ – für Vielfalt und ein gutes Miteinander  / 32 Veranstaltungen laden zu Begegnung, Austausch und gemeinsamem Erleben ein

Stralsund – Vom 16. September bis 14. Oktober findet in Stralsund die Interkulturelle Woche 2026 statt. Unter dem Motto „dafür!“ laden in unserer Hansestadt insgesamt 32 kunterbunte Veranstaltungen dazu ein, die Vielfalt der Hansestadt zu entdecken, neue Menschen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Motto steht für eine klare Haltung: für Demokratie, für Menschenrechte, für Vielfalt und für ein respektvolles Zusammenleben aller Menschen.

Organisiert wird die Interkulturelle Woche von der Migrationsbeauftragten der Hansestadt Stralsund, Anja Schmuck, gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Hansestadt.

„Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen und Einrichtungen diese Interkulturelle Woche mitgestalten, und lade alle Stralsunderinnen und Stralsunder herzlich ein, dabei zu sein“, sagt Anja Schmuck. „Das Programm ist so vielfältig wie die Menschen, die in unserer Hansestadt leben.“

Die Angebote reichen von kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsformaten über Seminare, Workshops und Filme bis hin zu Mitmachangeboten – auch für Kinder und Jugendliche. Die meisten Veranstaltungen sind kostenfrei.

Zu den Highlights gehören unter anderem internationale Stadt- und Begegnungsfeste mit landestypischen kulinarischen Köstlichkeiten, der Blaulichttag der Polizei, kreative Mitmachangebote, ein Mahl- und Backtag im Zoo, interaktive Führungen im Museumshaus sowie Konzerte, spannende Seminare, Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen.

Das vollständige Programm ist unter www.stralsund.de/ikw2026 zu finden. Programm-Flyer liegen zudem an verschiedenen Orten in der Stadt aus.

Die Interkulturelle Woche bietet viele Gelegenheiten, gemeinsam ein Zeichen zu setzen: dafür! – für ein respektvolles Miteinander in der weltoffenen Hansestadt Stralsund.

„Ein herzlicher Dank gilt allen Engagierten, die mit ihrem Einsatz und ihren Ideen dieses vielfältige und abwechslungsreiche Programm zur Interkulturellen Woche 2026 in Stralsund möglich machen“, so Anja-Isabelle Schmuck, Migrationsbeauftragte der Hansestadt Stralsund.