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Kategorie: Gesellschaft / Gesundheit / Pflege / Ehrenamt

Erster Landes-Demenzplan für Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat erstmals einen Demenzplan. Sozialministerin Stefanie Drese hat den Plan am Dienstag (11. August) gemeinsam mit Lars Krychowski, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband M-V, in der Landespressekonferenz vorgestellt. Darin sind die zentralen Herausforderungen im Umgang mit Demenz gebündelt und zehn Handlungsfelder für eine bessere Unterstützung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Nahestehenden benannt.

„Mehr als 40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern leben bereits mit einer demenziellen Erkrankung. Ihre Zahl wird aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten weiter deutlich steigen. Deshalb müssen wir heute die Weichen für eine Gesellschaft stellen, in der Menschen mit Demenz selbstverständlich dazugehören und möglichst lange selbstbestimmt und würdevoll leben können“, sagte Drese.

Der Landes-Demenzplan wurde im Rahmen des Pakts für Pflege initiiert und unter Koordination des Sozialministeriums und der Landesfachstelle Demenz Mecklenburg-Vorpommern (angesiedelt bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft MV) gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus Gesundheit und Pflege, den kommunalen Landesverbänden, dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, dem wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz und dem Landesseniorenbeirat erarbeitet. Auch Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wurden in den Prozess einbezogen.

Im Zentrum des Demenzplans stehen zehn miteinander verbundene Handlungsfelder:

  1. Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit
  2. Gesundheitsförderung und Prävention
  3. Ganzheitliche Versorgung
  4. Informations-, Beratungs- sowie Hilfs- und Unterstützungsangebote
  5. Unterstützung für Nahstehende von Menschen mit Demenz
  6. Wohnen
  7. Teilhabe von Menschen mit Demenz in der Kommune
  8. Demenz und Netzwerkarbeit
  9. Menschen mit Demenz in stationärer Krankenhausbehandlung
  10. Monitoring, Grundlagen- und Versorgungsforschung

„Die zehn Handlungsfelder machen deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen rund um Demenz sind. Es geht nicht allein um medizinische oder pflegerische Versorgung. Wir müssen ebenso über Prävention, Beratung, Unterstützung für Angehörige, Wohnen, kommunale Teilhabe und eine demenzsensible Krankenhausversorgung sprechen“, sagte Drese. Der Demenzplan führt diese Bereiche zusammen und schafft damit eine gemeinsame Grundlage für die weitere Arbeit.

„Menschen mit Demenz können wir nur dann gut begleiten, wenn wir Versorgung gemeinsam denken. Dazu gehören ihre An- und Zugehörigen als größter Pflegedienst unseres Landes ebenso wie die professionell Pflegenden, die Ärzteschaft, Krankenhäuser, Kommunen, Wohnungswirtschaft und das Ehrenamt. Unser Demenzplan bringt diese Perspektiven zusammen und schafft die Chance, Angehörige spürbar zu entlasten und Versorgung besser miteinander zu verzahnen“, hob Lars Krychowski hervor.

Ein wichtiger Bestandteil des Demenzplans ist die Prävention. Denn das Risiko für eine Demenz kann durch die Beeinflussung bestimmter Risikofaktoren gesenkt werden. Insbesondere in der mittleren Lebensphase kommt der Gesundheitsförderung und Prävention eine wichtige Bedeutung zu.

Drese verdeutlichte, dass der Demenzplan auf zahlreiche bereits bestehende Aktivitäten im Land aufbaut. „Mecklenburg-Vorpommern verfügt beim Thema Demenz über eine große fachliche Expertise und zahlreiche gute Strukturen. Dazu gehört das bundesweit vorbildliche Demenzmonitoring innerhalb des Landespflegeplans. Die Daten sind eine wichtige Grundlage für die kommunale Pflegesozialplanung“, sagte die Ministerin.

Auch der Demenzkompass, der die Angebotsstrukturen für Menschen mit Demenz sichtbar macht, soll nach Angabe von Drese ausgebaut werden. Weitere Bausteine sind der Runde Tisch gegen Einsamkeit im Alter, der Geriatrieplan sowie der wissenschaftliche Expertenbeirat „Herausforderung Demenz“.

„Gleichzeitig können wir in Mecklenburg-Vorpommern stolz auf eine außergewöhnlich starke Forschungslandschaft sein: Mit dem DZNE-Doppelstandort Rostock/Greifswald verbinden wir universitätsmedizinische Forschung mit klinischer Forschung und Versorgungsforschung“, betonte Krychowski. Hinzu komme die wissenschaftliche und anwendungsnahe Expertise der Hochschulen in Neubrandenburg und Stralsund.

„Genau diese Verbindung brauchen wir: Erkenntnisse aus der Forschung müssen bei den Menschen ankommen – und die Erfahrungen von Menschen mit Demenz, ihren Familien und den professionell Versorgenden müssen wiederum unsere Forschung prägen“, sagte Krychowski. „Wenn es uns gelingt, Wissenschaft, professionelle Versorgung, Ehrenamt und die Lebenswirklichkeit der Familien konsequent miteinander zu verbinden, kann dieser Demenzplan weit mehr sein als ein Papier – dann kann er für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich etwas verändern“, so der Demenz-Experte weiter.

Drese: „Unser Demenzplan hat einen sehr hohen gesellschaftlichen und praktischen Wert, weil er konkrete Hilfe für Kranke und deren Familien bündelt. Gerade angesichts knapper werdender Mittel ist Vernetzung eine Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Demenz und ihre Familien verlässlich unterstützt und Schritt für Schritt Verbesserungen dort umgesetzt werden, wo sie gebraucht werden.“

Der Demenzplan Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Pressemitteilung beigefügt und kann auf der Website des Sozialministeriums heruntergeladen werden.

Dritte Orte schaffen Begegnung

Erster Zuwendungsbescheid für Seniorentreff in Kühlungsborn

Kühlungsborn – Mit dem neuen Förderprogramm „Dritte Orte“ unterstützt das Land Mecklenburg-Vorpommern Ideen für mehr Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort. Den ersten Zuwendungsbescheid des Programms mit dem zusätzliche, öffentliche Gemeinschaftsorte geschaffen werden, die für alle Bevölkerungsgruppen leicht zugänglich sind, überreichte Sozialministerin Stefanie Drese heute an den Seniorentreff in Kühlungsborn.

„Mit dieser Förderung kann der Seniorentreff sein Angebot ausbauen und leistet damit einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Einsamkeit und Isolation. So sollen unter anderem Pavillons angeschafft werden, die neue Begegnungsformate auch draußen oder für größere Gruppen witterungsunabhängig möglich machen. Zudem soll eine Musikanlage den passenden Schwung in die Kinder-, Familien- und Seniorenabende bringen und den Weg für moderne Kultur- und Gemeinschaftsangebote freimachen“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese bei der Übergabe der Fördermittel in Höhe von 2.000 Euro.

Drese hob hervor, dass das Schaffen von lebhaften Begegnungs- und Gemeinschaftsorten nicht kompliziert sein muss. „Im Kern geht es darum, Menschen zusammenzubringen und ihnen einen Ort zu geben, an dem sie sich willkommen fühlen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas erleben können. Dafür braucht es manchmal gar nicht viel“, so Drese.

Dass der Bedarf nach solchen Treffpunkten und mehr Miteinander besteht, zeigt nach Aussage von Drese das große Interesse am Förderprogramm. Die Nachfrage ist bereits so hoch, dass das zur Verfügung stehende Fördervolumen binnen kurzer Zeit ausgeschöpft war. Neue Anträge können deshalb derzeit nicht mehr gestellt werden.

„Das zeigt, wie viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern etwas gegen Einsamkeit tun und wie viele gute Ideen für Begegnung es in unseren Städten und Gemeinden gibt. Ich freue mich daher sehr über alle neuen Projekte, die wir unterstützen können und danke allen Antragstellern für den Willen, vor Ort etwas gegen Einsamkeit zu tun. Denn wir können Freundschaften zwar nicht verordnen, sehr wohl aber Orte schaffen, an denen sie entstehen“, unterstrich die Ministerin.

Das Land hatte das Förderprogramm „Dritte Orte“ Ende Juni gestartet und dafür rund 700.000 Euro zur Verfügung gestellt. Gefördert werden unter anderem die Gestaltung von Begegnungs- und Verweilorten. Auch die Förderung von Sachkosten für die Erst- oder Ersatzausstattung (z. B. Mobiliar oder technische Geräte) ist möglich, wenn sie einen spürbaren Mehrwert für die Allgemeinheit bietet.

Gefahren von Alkohol in der Schwangerschaft

Drese überreicht Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro an FASD-Fachstelle

Rostock – Schätzungen zufolge werden in Deutschland jedes Jahr bis zu 10.000 Kinder mit irreversiblen Entwicklungsstörungen geboren, die auf den Alkoholkonsum der Mutter zurückgehen. „Diese fetale Alkoholspektrum-Störung, kurz FASD, ist damit die häufigste nicht-genetische Behinderung und eine, die tragischerweise in Gänze vermeidbar wäre. Darüber müssen wir noch viel stärker aufklären und für die Risiken des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft sensibilisieren. Gleichzeitig brauchen Betroffene und ihre Familien verlässliche Unterstützungsangebote“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese diese Woche bei ihrem Besuch der FASD-Beratungsstelle in Rostock.

Mit im Gepäck hatte sie einen Zuwendungsbescheid des Landes in Höhe von rund 100.000 Euro, der die Arbeit der Beratungsstelle auch für die Jahre 2026 und 2027 sicherstellen soll. „Die Fachstelle der Rostocker Stadtmission ist für ganz Mecklenburg-Vorpommern ein unverzichtbarer Anlaufpunkt. Ob mit allgemeinen Fragen, familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe: Das Team unterstützt Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder Fachkräfte in jeder Hinsicht“, erklärte Drese.

Vor dem Hintergrund, dass Menschen mit FASD häufig ein Leben lang auf individuelle Unterstützung angewiesen sind, sei das eine enorme Entlastung für die Betroffenen. „Umso wichtiger ist es, dass sie und ihr Umfeld kompetente Ansprechpartner finden, die sie beraten und begleiten. Das unterstützen wir mit den Fördermitteln des Landes natürlich gern“, so die Ministerin.

Dass die Fachstelle darüber hinaus auch in der Öffentlichkeitsarbeit rund um das Diagnosebild FASD aktiv ist, ist aus Sicht der Ministerin ebenfalls ein enormer Zugewinn. „Zum einen ist FASD in der Öffentlichkeit oft noch wenig bekannt. Zum anderen ist es zu tiefst erschreckend, dass rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft Alkohol konsumieren. Knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt“, unterstrich Drese. Teilweise sei Unwissenheit über die Folgen des Konsums der Auslöser, zum Teil seien es aber auch bestehende Abhängigkeitserkrankungen.

„Ich würde mir daher wünschen, dass wir gesamtgesellschaftlich ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, dass es während der Schwangerschaft keine vermeintliche Grenze für einen sicheren Alkoholkonsum gibt und jeder Tropfen schädlich ist. Ich kann deshalb nur appellieren, sich bei Bedarf frühzeitig Unterstützung bei unseren Sucht- und Schwangerschaftsberatungsstellen zu holen, die Betroffene auch in schwierigen Lebenssituationen kompetent und vertraulich unterstützen“, betonte Drese. Es gehe dabei ausdrücklich nicht darum, Schuld zuzuweisen, sondern frühzeitig Hilfe anzubieten und damit gesundheitliche Schäden für Kinder zu verhindern. Eine Beratung sei oft auch anonym möglich.

„Gleiches gilt für die FASD-Fachstelle, die vor Ort, telefonisch, per Chat, Videokonferenz oder Email berät“, erklärte Drese. Alle Informationen finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v .

Grundstein für moderne Spitzenmedizin gelegt

Ersatzneubau für Hämatologie und Onkologie an der Universitätsmedizin Greifswald startet

Greifswald – Mit der feierlichen Grundsteinlegung hat heute der Bau eines neuen Klinikgebäudes für die Hämatologie und Onkologie an der Universitätsmedizin Greifswald einen wichtigen Meilenstein erreicht. Der Ersatzneubau vereint künftig die Hämatologie und Onkologie, eine Palliativstation, Tageskliniken, ambulante Funktionen sowie weitere medizinische Bereiche unter einem Dach. Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert gemeinsam mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) rund 104,3 Millionen Euro in das Bauvorhaben.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue sagte: „Mit dem Neubau investieren Land und EU rund 104 Millionen Euro in die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Wir schaffen nachhaltig beste Bedingungen für Patientinnen und Patienten, für Spitzenmedizin sowie für Forschung und Lehre an der Universitätsmedizin Greifswald. Der Neubau unterschreitet die gesetzlichen Anforderungen an die Energieeffizienz deutlich. Mit dem durch die Photovoltaikanlage erzeugten Strom sparen wir jährlich rund 86 Tonnen Treibhausgasemissionen ein. Seit 2002 hat das Land mehr als 343 Millionen Euro in den Campus der Universitätsmedizin Greifswald investiert. Mit dem heutigen Grundstein setzen wir diesen Weg konsequent fort und stärken den Gesundheits- und Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig.“

Wissenschaftsministerin Bettina Martin erklärte: „Das Land investiert weiter in die Entwicklung der Universitätsmedizin in Greifswald. Wir verbessern damit sowohl die medizinische Versorgung als auch die Bedingungen für eine Top-Ausbildung des Ärzte- und Pflegenachwuchses. Der Neubau, für den wir heute den Grundstein gelegt haben, sorgt mit modernster Technik und Ausstattung für die beste Versorgung. Gerade für schwerstkranke Patientinnen und Patienten ist dies von großer Bedeutung. Stationäre und ambulante Therapien wegen zukünftig hier nach neuesten medizinischen Standards möglich sein. Gleichzeitig wird der Neubau für Ärzte, Pflegepersonal und Studierende ein hervorragendes Arbeitsumfeld bieten.“

Der Neubau entsteht im südlichen Bereich des Klinikums auf einer bislang als Parkplatz genutzten Fläche. Auf rund 5.500 Quadratmetern Nutzfläche werden künftig unter anderem die Stationen der Hämatologie und Onkologie, die Knochenmarktransplantation, eine Palliativstation, ambulante Behandlungsbereiche, Tageskliniken sowie ein ambulanter OP-Bereich untergebracht. Das Gebäude wird über einen Tunnel direkt mit dem bestehenden Klinikum verbunden und ermöglicht so kurze Wege für Patientinnen und Patienten sowie das medizinische Personal.

Besonderes Augenmerk wird auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt. Das Gebäude erfüllt einen energetischen Standard, der deutlich über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Eine Photovoltaikanlage mit 324 Modulen wird künftig einen Großteil des erzeugten Stroms direkt vor Ort bereitstellen und jährlich rund 86 Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen.

Der Ersatzneubau ist Teil der kontinuierlichen Investitionen des Landes in die Universitätsmedizin Greifswald. Seit 2002 wurden auf dem Campus Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 343 Millionen Euro realisiert. Damit stärkt das Land die Universitätsmedizin als leistungsfähiges Zentrum für Krankenversorgung, Forschung und Lehre und schafft die Voraussetzungen dafür, dass Patientinnen und Patienten auch künftig auf höchstem medizinischen Niveau versorgt werden können.

Mit der Grundsteinlegung beginnt nun die nächste Bauphase. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2027 vorgesehen. Bereits seit 2025 laufen umfangreiche vorbereitende Arbeiten auf dem Baufeld, darunter der Rückbau bestehender Gebäude, die Erschließung des Areals sowie anspruchsvolle Spezialgründungsarbeiten unter laufendem Klinikbetrieb.

RKI-Zahlen zu Hitzetodesfällen

Drese sieht Hitzeschutz als wichtige Daueraufgabe

Schwerin – Angesichts der heute vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Schätzung von bundesweit rund 9.800 hitzebedingten Todesfällen seit Jahresbeginn hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines konsequenten gesundheitlichen Hitzeschutzes hervorgehoben. „Diese Zahlen erschrecken und machen deutlich, dass es längst nicht mehr um einzelne Wetterphänomene geht, sondern Hitze ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko ist. Unsere Aufgabe muss es daher sein, den gesundheitlichen Hitzeschutz konsequent weiter auszubauen und gleichzeitig auch das Bewusstsein für Hitzegefahren in der Bevölkerung zu schärfen“, so Drese.

So seien laut Angaben des RKI bereits jetzt mehr Menschen infolge hoher Temperaturen gestorben, als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. „Es wäre dabei ein Irrglaube zu denken, dass wir nur aufgrund unserer geografischen Lage als nördlich gelegenes Bundesland von dieser Entwicklung verschont bleiben“, mahnte Drese. Schon jetzt seien längere Hitzeperioden wie gerade erst zu Pfingsten oder Ende Juni, tropische Nächte und Temperaturen über 30 Grad in Gebäuden keine Seltenheit mehr.

Mecklenburg-Vorpommern sei in diesem Fall sogar besonders betroffen, betonte die Ministerin. „Denn zu den Risikogruppen gehören neben Schwangeren, Stillenden, Kindern und Beschäftigten, die schwer körperlich arbeiten, nämlich vor allem auch Ältere und chronisch Kranke, die einen großen Teil unserer Bevölkerung ausmachen“, so Drese.

Mecklenburg-Vorpommern habe sich deshalb schon vor mehreren Jahren auf den Weg gemacht, um die Hitzeprävention zu stärken. „Zuletzt haben wir als eines von nur wenigen Bundesländern etwa einen eigenen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan erarbeitet. Als praxisnahe Handreichung soll dieser Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Akteure dabei unterstützen, gesundheitliche Gefahren zu minimieren“, erklärte die Ministerin.

Kernelemente seien unter anderem die zentrale Koordinierung und die Nutzung von Hitzewarnsystemen, Hinweise zur Kommunikation mit den besonders vulnerablen Gruppen sowie langfristige Maßnahmen im Bereich der Städteplanung und des Bauwesens. Hinzu kommen Empfehlungen für die Arbeitsumgebung sowie die allgemeine Bevölkerung, etwa in den Bereichen Ernährung, Aktivitäten, Medikamente und UV-Schutz.

Erstmalig habe es in diesem Jahr zudem ein landesweites Hitzeschutzsymposium gegeben, bei dem sich rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden sowie aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wissenschaft zum Thema ausgetauscht haben. „Es hat sich in den vergangenen Jahren also viel getan beim Hitzeschutz und ich freue mich, dass die Akteure im Land gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Drese.

Das langfristige Ziel müsse es aus Sicht der Ministerin aber sein, Hitze deutschlandweit auch systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. Eine Forderung, die sie zuletzt auch mit dem Bündnis „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ in Berlin platziert hatte. „Denn eines ist klar: Hitze ist eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des Klimawandels und auf diese Daueraufgabe müssen wir uns einstellen.“

Mit der Rikscha zu mehr Lebensqualität

Drese dankt Verein „Radeln ohne Alter“

Neubrandenburg – Hochbetagte und stark mobilitätseingeschränkte Menschen aus verschiedenen Pflegeheimen in Neubrandenburg können dank des Vereins „Radeln ohne Alter Neubrandenburg e.V.“ an fünf Tagen die Woche einen ganz besonderen Dienst in Anspruch nehmen. Eine Rikscha ermöglicht Erlebnisfahrten für Menschen, die das Heim aus eigenen Mobilitätsgründen sonst nicht mehr oder kaum noch selbst verlassen könnten. Möglich machen das besonders geschulte ehrenamtlich Engagierte, denen Sozialministerin Stefanie Drese heute anlässlich eines Besuchs des Vereinsvorsitzenden Gernot Kunzemann in Schwerin dankte.

„Für viele Pflegebedürftige bedeutet der Einsatz der ehrenamtlichen Rikscha-Pilotinnen und -piloten, endlich mal wieder Wind im Gesicht zu spüren, rauszukommen in die Natur und die eigene Umgebung erkunden zu können. Das bringt Lebensfreude und Freiheit auch im hohen Alter zurück“, unterstrich Drese. Positive Rückmeldungen gebe es dabei nicht nur von den Pflegebedürftigen selbst, sondern auch von den Beschäftigten in den Pflegeheimen, die gerade auch bei Menschen mit Demenzerkrankungen von Verbesserungen der seelischen Gesundheit berichten.

„Ein Projekt, das aus meiner Sicht sehr lebensnah zeigt, wie viel ein ehrenamtlicher Einsatz bewirken kann“, unterstrich Drese. Zudem sei das Radeln ohne Alter ein hervorragendes Lehrbeispiel dafür, wie Teilhabe auch bei Mobilitätseinschränkungen gelingen kann. So haben allein seit dem vergangenen Jahr rund 2.500 Passagiere das Angebot genutzt.

Sie freue sich deshalb, dass es im vergangenen Jahr durch die Förderung des Landes in Höhe von 28.000 Euro aus dem Bürgerfonds gelungen sei, neben einer zusätzlichen Rikscha auch ein Lastenrad anzuschaffen. „Bis dahin konnten nämlich nur Radlerinnen und Radler befördert werden, die noch selbstständig in die Rikscha einsteigen konnten. Nun ist auch eine Ausfahrt im Rollstuhl kein Problem mehr und wir erweitern die Kapazitäten auch insgesamt deutlich“, so die Ministerin.

So werden nunmehr acht Standorte regelmäßig angefahren und auch Sonderfahrten zu Jubiläen wie zur Eisernen Hochzeit oder runden Geburtstagen werden möglich. „Das alles gelingt natürlich nur dank der mehr als 30 Pilotinnen und Piloten, die sich mit großem Engagement einbringen und mit ihrer Zeit besondere Erlebnisse schaffen. Dafür gebührt ihnen mein großer Dank“, so Drese.

Wer selbst Pilotin oder Pilot werden möchte, kann sich direkt an den Verein wenden. Alle Informationen finden Interessierte unter https://radelnohnealter-nb.de/mitmachen.

Einblick in den Pflegealltag

Ministerin Drese absolviert Frühschicht und mahnt Reformen an

Rostock – Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat heute die Frühschicht des ambulanten Pflegedienstes Ostsee Ambulanz im Rostocker Westen begleitet. Dabei erhielt sie einen unmittelbaren Einblick in den Arbeitsalltag der Pflegekräfte, unterstützte bei der Versorgung von rund 20 Patientinnen und Patienten im Alter von 55 bis 91 Jahren und bekam einen praxisnahen Einblick in Dokumentation, Organisation und Tourenplanung.

Eine eindrückliche Erfahrung, wie die Ministerin im anschließenden Auswertungsgespräch betonte. „Mitzuerleben, wie die Pflegekräfte den Menschen mit großer Wertschätzung und Empathie, mit Geduld und Professionalität begegnen und dabei oft weit mehr leisten als die reine pflegerische Versorgung, hat mich nachhaltig beeindruckt. Es ist förmlich zu sehen, wie viel den Pflegebedürftigen ein einzelnes Gespräch bedeuten kann und wie viel Unabhängigkeit der regelmäßige Besuch eines Pflegedienstes zurückgeben kann“, erklärte Drese nach dem Ende der Tour.

Trotzdem sei auch aus Sicht der Ministerin erneut deutlich geworden, dass die Pflege zunehmend unter Druck steht. So stellen der steigende Pflegebedarf infolge des in Mecklenburg-Vorpommern schon weit vorangeschrittenen demografischen Wandels, der anhaltende Fachkräftemangel, teils lange Anfahrtswege und auch der anhaltend hohe bürokratische Aufwand den ambulanten Pflegebereich zunehmend vor große Herausforderungen.

„Die Beschäftigten wünschen sich vor allem mehr Zeit für die Menschen und weniger wertvolle Minuten für Papierarbeit. Diese Botschaft nehme auch ich aus dem heutigen Tag mit. Denn unser Ziel muss es sein, die Rahmenbedingungen langfristig so zu verbessern, dass Pflegekräfte ihre Kompetenz dort einsetzen können, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Nämlich bei den Patientinnen und Patienten“, unterstrich Drese.

Vor diesem Hintergrund habe Sie mit den Mitarbeitenden auch viel über die anstehende Pflegereform des Bundes gesprochen. Diese ist unter anderem nach deutlicher Kritik aus den Ländern, darunter auch aus Mecklenburg-Vorpommern, auf den Herbst verschoben worden. „Klar ist aus meiner Sicht, dass wir dringend eine umfassende Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung brauchen. Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Beschäftigten in der Pflege dürfen nicht länger mit Unsicherheit über die Zukunft unseres Pflegesystems leben müssen“, erklärte sie.

Zu den bereits bekannt gewordenen Überlegungen aus dem Bundesgesundheitsministerium zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) äußerte sie sich jedoch kritisch. „Was wir bisher sehen, ist ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern mit erheblichen Mehrbelastungen für die Pflegebedürftigen. Dass die Schwächsten die Zeche zahlen sollen, kann und darf nicht das Ziel der Reform sein“, bekräftigte Drese ihre Hoffnungen auch in Richtung des neuen Bundesgesundheitsministers Carsten Linnemann.

Auch mit Blick auf den ambulanten Pflegebereich hätte der bisher bekannte Gesetzesentwurf negative Auswirkungen. „Die im PNOG enthaltene Aussetzung zentraler Regelungen zur tariflichen Entlohnung und deren Refinanzierung in der Pflege steht unserem Ziel entgegen, den Pflegeberuf attraktiv zu gestalten und Fachkräfte angemessen für die Arbeit zu entlohnen, die sie am Patienten und für die Gesellschaft insgesamt leisten“, so die Ministerin. Sie appellierte daher weiterhin an die Bundesregierung, zügig einen tragfähigen Reformvorschlag vorzulegen, der diesen Namen auch verdient.

Abschließend dankte sie dem Team des Pflegedienstes Ostsee Ambulanz noch einmal für die heutige Erfahrung. Deren Geschäftsführer, Benjamin Vormeyer, hatte die Sozialministerin dazu eingeladen, eine Frühschicht im Pflegedienst zu absolvieren. „Es war uns eine große Ehre, Frau Ministerin Drese einen authentischen Einblick in den Arbeitsalltag der ambulanten Pflege geben zu dürfen. Ich wünsche mir, dass dieser Tag dazu beigetragen hat, die tatsächlichen Herausforderungen der ambulanten Pflege noch besser zu verstehen und Impulse für eine praxisnahe Weiterentwicklung der Pflegepolitik zu setzen. Gleichzeitig freuen wir uns, zeigen zu können, mit wie viel Herzblut und Professionalität unsere Mitarbeitenden jeden Tag arbeiten,“ so Vormeyer nach dem Besuch der Sozialministerin in Rostock.

Meilenstein für die Ehrenamtskarte MV

15.000ste Karte geht an die Seenplatte

Hinrichshagen – Nach der Einführung der landesweiten Ehrenamtskarte im Jahr 2020 ist in der vergangenen Woche die nunmehr 15.000 Bonuskarte für besonders ehrenamtlich Engagierte ausgegeben worden. Sozialministerin Stefanie Drese freute sich über diesen neuen Meilenstein und bezeichnete diesen als Spiegel dafür, wie viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sich dauerhaft und verantwortungsvoll für andere einzusetzen.

„Dass wir nunmehr bereits 15.000 Karten ausreichen durften, darf uns zurecht stolz machen. Schließlich steht eine Karte immer für ein besonders herausragendes Engagement, von dem wir alle profitieren: Ob durch Sport- und Kulturangebote, durch offene Treffpunkte oder auch die Freiwillige Feuerwehr im eigenen Dorf, die nur existieren, weil Menschen sich in ihrer Freizeit einbringen“, erklärte Drese.

Dazu gehört auch Mario Kuntzsch aus Hinrichshagen, der die 15.000 Karte nach der Nominierung durch die Bürgermeisterin des Ortes erhalten hat. Er gehört zu einer zehnköpfigen Gruppe, die sich bereits vor vielen Jahren zusammengefunden hat und mit viel Herzblut die Pflege und Gestaltung des Dorfplatzes samt Radlerrast übernimmt. So lädt der Dorfmittelpunkt immer zum gemütlichen Verweilen ein.

„Ein tolles Beispiel das zeigt, wie vielfältig Engagement sein kann und wie es auch direkt vor der eigenen Haustür Wirkung entfaltet“, erklärte Drese und dankte Herrn Kutzsch und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, in dessen Vertretung er die Ehrenamtskarte entgegennahm.

Mit ihr erhielten engagierte Bürgerinnen und Bürger zahlreiche Vergünstigungen bei mittlerweile vielen Akzeptanzstellen in Mecklenburg-Vorpommern. „Unser Ziel ist es, die Wertschätzung für das Ehrenamt im Alltag erlebbar zu machen und das Netzwerk der Partner kontinuierlich weiter auszubauen. „Darin, dass wir da auf einem guten Weg sind und die Ehrenamtskarte mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Anerkennungskultur des Landes geworden ist, können wir uns angesichts des neuen Meilensteins auch bestätigt sehen“, freute sich Drese.

Zusätzlich arbeite das Land daran, ehrenamtlich Interessierte noch leichter mit Vereinen und Verbänden zusammenzubringen. „Dabei helfen natürlich unsere MitMachZentralen beziehungsweise Freiwilligenagenturen vor Ort. In Zukunft wollen wir aber auch digitaler werden und bauen derzeit ein Enagagementportal für Mecklenburg-Vorpommern auf“, erklärte die Ministerin. Wer also selbst aktiv werden möchte oder Mitstreiter sucht, kann sich und seine Bedarfe bereits jetzt unter freiwilligendatenbank.aktion-mensch.de/admin registrieren. Eine Anleitung steht auf den Seiten des Sozialministeriums zur Verfügung.

Wer mehr über die Ehrenamtskarte, ihre Voraussetzungen und die damit gewährten Vorteile erfahren möchte, findet hingegen alle Informationen unter https://www.ehrenamtskarte-mv.de/.