Beitragsfreiheit in KiTa’s

Land übernimmt die Kosten für die vollständige Beitragsfreiheit der Eltern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Land, das die Eltern vollständig von den Elternbeiträgen in der Kindertagesförderung entlastet. Wenn der Landtag am 4. September abschließend dem Gesetzentwurf des Sozialministeriums zustimmt, kommt es zu einer Beitragsfreiheit in allen Förderarten (Krippe, Kindergarten, Hort und Kindertagespflege) und im vollen Förderumfang (bis zu zehn Stunden täglich).

„Das Land übernimmt selbstverständlich die Kosten für die vollständige Beitragsfreiheit der Eltern“, betonte Sozialministerin Stefanie Drese anlässlich der heutigen abschließenden Beratung des Gesetzes zur Einführung der Elternbeitragsfreiheit, zur Stärkung der Elternrechte und zur Novellierung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG MV) im Sozialausschuss des Landtages.

Dafür sind rund 145 Millionen Euro jährlich im Entwurf des neuen Landesdoppelhaushaltes veranschlagt. Drese: „Die Ausgaben des Landes für die Kindertagesförderung gehen aber weit darüber hinaus. Das Land wird ab 2020 insgesamt pro Jahr über 350 Millionen Euro in die Kindertagesförderung investieren.“

Die Ministerin verdeutlichte, dass mit dem neuen Gesetz das bisherige komplizierte Kita-Finanzierungssystem komplett umgestellt und deutlich entbürokratisiert werde. „Die prozentuale Beteiligung des Landes steigt als Ergebnis intensiver und partnerschaftlicher Verhandlungen mit der kommunalen Ebene von 43,43 Prozent auf 54,5 Prozent. Die Gemeinden beteiligen sich mit 32 Prozent und die Landkreise/ kreisfreien Städte mit 13,5 Prozent an den Gesamtkosten für die Kindertagesförderung“, so Drese.

Diese drei Partner tragen auch gemeinsam die Kostensteigerungen in der Kindertagesförderung. Drese: „So übernehmen wir als Land z.B. auch deutlich mehr als die Hälfte der Kosten für die ausdrücklich von mir politisch gewollte bessere Bezahlung des Kita-Personals. Ich gehe fest davon aus, dass auf kommunaler Ebene das Ziel einer tarifgerechten bzw. tariforientierten Bezahlung ebenfalls verfolgt wird. Und auch die Kita-Träger sollten nicht zuletzt aufgrund des großen Fachkräftebedarfs bestrebt sein, Tarifverträge mit ihren Beschäftigten zu vereinbaren“, so Drese.

Eine deutliche Entlastung erfahren die Kommunen durch die Vereinfachung der Finanzierungsstruktur im KiföG. „Die bisherigen aufwendigen Verwaltungsverfahren entfallen“, verdeutlichte Drese. „Damit werden Personalkapazitäten insbesondere in den Jugendämtern für fachliche Aufgaben frei. Das ist mir sehr wichtig.“ Durch Einführung einer landesweit einheitlichen Kind bezogenen Pauschale in Höhe von rund 150 Euro schafft das Land zudem Planungssicherheit und Klarheit für die Gemeinden bei deren Beteiligung an den Kosten der Kindertagesförderung.

Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“

Schwerin – Kinder und Jugendliche sollen besser vor sexueller Gewalt und sexuellem Missbrauch geschützt werden. Mit einem Fachtag  in Schwerin ist der Startschuss für die bundesweite Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ in Mecklenburg-Vorpommern gefallen. Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter von Landkreisen, Kommunen, Vereinen, Verbänden und Fachstellen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schulverwaltung sind zu einem fachlichen Austausch in den Goldenen Saal des Neustädtischen Palais gekommen. „Schule gegen sexuelle Gewalt“ ist damit erfolgreich in allen 16 Bundesländern gestartet. Die Initiative verfolgt das Ziel, dass alle Schulen in Deutschland, davon 610 in Mecklenburg-Vorpommern, Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt entwickeln.

„Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt erlebt haben, brauchen Personen, denen sie sich anvertrauen können“, betonte Bildungsministerin Bettina Martin. „Um Verdachtsmomente wahrzunehmen und richtig zu handeln, ist der Schutzort Schule ein geeigneter Ort, denn dort erreichen wir nahezu alle Kinder und Jugendlichen. Mit einem Schutzkonzept sollen unsere Schulen gewährleisten, dass Schülerinnen und Schüler den Weg zu den Vertrauenspersonen finden. Den Lehrerinnen und Lehrern soll das Schutzkonzept Handlungssicherheit geben und Leitfaden sein für eine richtige Begleitung und Hilfestellung. Wenn wir damit auch nur einem Kind in Not helfen können, haben wir schon viel erreicht“, sagte Martin.

Präventions- und Interventionshandeln in pädagogischen Institutionen ist seit 2010 durch die Berichte von Opfern sexueller Übergriffe in Institutionen immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Mit der Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ können Schulen einerseits zu Orten werden, an denen betroffene Schülerinnen und Schüler Hilfe finden, und gleichzeitig dafür sorgen, dass Missbrauch in der Schule selbst keinen Raum hat. Kernelement einer effektiven Prävention ist dabei die Erarbeitung eines für die jeweilige Schule passgenauen Schutzkonzeptes vor sexueller Gewalt einerseits und dem Zugang zu verlässlicher Hilfe für Betroffene andererseits.

Auf den Weg gebracht wurde die Initiative vom Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig: „Heute ist ein besonderer Tag für ‚Schule gegen sexuelle Gewalt‛. Mit Mecklenburg-Vorpommern haben sich jetzt alle 16 Bundesländer unserer Initiative angeschlossen. Dies ist aber kein Schlussstrich, sondern erst der Anfang! Damit Konzepte für Schutz und Hilfe bei sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche an Schulen jetzt auch flächendeckend umgesetzt werden können, brauchen Schulen dringend die Unterstützung ihrer Bundesländer. Mit der Herausforderung, Schülerinnen und Schüler besser vor sexueller Gewalt zu schützen, dürfen Schulen nicht alleine gelassen werden. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Einführung schulischer Schutzkonzepte würde den ernsthaften politischen Willen einer Landesregierung bekunden und diejenigen stärken, die sich tagtäglich für den Kinderschutz in Schulen einsetzen.“

An der Initiative Schule gegen sexuelle Gewalt zur Umsetzung von Schutzkonzepten an jeder Schule in Deutschland hat Hjördis Wirth als Mitglied im Betroffenenrat beratend mitgewirkt. Sie fordert: „Kinder haben ein Recht darauf, dass wir Erwachsenen sie schützen. Schutz vor sexualisierter Gewalt an Schulen bedeutet, dass Kinder und Jugendliche, die diese Erfahrungen machen mussten, in der Schule auf Menschen treffen, die bemerken, dass sie in Not sind. Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reagieren nicht mit Panik, Ablehnung oder Verunsicherung, sondern wissen, was zu tun ist – sie sind da und kümmern sich.“

Die bundesweite Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ wurde durch den Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, im September 2016 gestartet. Alle Bundesländer haben sich zur Umsetzung der Initiative verpflichtet. Die Initiative unterstützt Schulleitungen und Lehrerkollegien fachlich und ermutigt sie, sich mit diesem komplexen und emotionalen Themenfeld auseinanderzusetzen. Grundlage und Ausgangspunkt für „Schule gegen sexuelle Gewalt“ sind die „Handlungsempfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Vorbeugung und Aufarbeitung von sexuellen Missbrauchsfällen und Gewalthandlungen in Schulen und schulnahen Einrichtungen“ sowie die Empfehlungen des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch“.

Das Bildungsministerium hat die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Schreiben über den Start der Initiative informiert. Die Schulen haben eine „Blaue Mappe“ des Unabhängigen Beauftragen für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs erhalten, in der sie Informationen und Hinweise zum Thema sowie zur Entwicklung von Schutzkonzepten finden, damit die Prävention gelingen kann.

Neue Prognose: Einwohnerzahl sinkt

Schwerin – „Die Zeiten, in denen Mecklenburg-Vorpommern deutlich Einwohner verliert, liegen hinter uns“, sagte Christian Pegel heute (20.8.2019) bei der Vorstellung der neuen Bevölkerungsprognose für den Nordosten der Republik. Die 5. Bevölkerungsprognose gibt einen Ausblick auf die Bevölkerungsentwicklung bis 2040.

„Prognosen sind keine sicheren Zukunftserkenntnisse. Aber alle Zeichen deuten darauf, dass wir allenfalls noch moderat sinkende Einwohnerzahlen haben werden“, fuhr der Landesentwicklungsminister fort. Es gebe einen Entwicklungskorridor zwischen einem minimalen Bevölkerungswachstum von knapp 2.000 Menschen bis 2040 in der optimistischen Prognose und einem Sinken um knapp 116.000 Menschen in der pessimistischen Variante. Die sogenannte Standardvariante geht von knapp 80.000 Menschen weniger in Mecklenburg-Vorpommern bis 2040 aus. Danach würde die Einwohnerzahl von 1,61 Millionen Menschen im Jahr 2017 auf ca. 1,58 Millionen im Jahr 2030 und bis 2040 auf ca. 1,53 Millionen Einwohner sinken. Das sind minus zwei Prozent bis 2030, minus fünf Prozent bis 2040, beides im Vergleich zu 2017.

Christian Pegel betonte bei der Vorstellung der neuen Landesprognose der Abteilung Landesentwicklung im Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, die das Kabinett heute (20.8.2019) beschlossen hat, dass diese zwar als Grundlage für künftige Planungen der Landesverwaltung diene, aber nicht unverrückbar sei. „Die tatsächliche Einwohnerentwicklung kann durch verschiedene Ereignisse, Entscheidungen und Handeln auf allen Ebenen von der Prognose abweichen – im Guten wie im weniger Guten.“

Dies zeige auch ein Vergleich der aktuellen Prognose mit den Annahmen der vorhergehenden vierten Landesprognose. Nach den neuen Berechnungen werde bis 2030 in der Standardvariante von einem um 70.000 Menschen geringeren Einwohnerverlust ausgegangen als noch 2012. Ein Faktor dabei sei auch das Hinzukommen von Flüchtlingen bis zum Jahr 2017. Dieser war in der aktualisierten vierten Landesprognose, die auf Zahlen von 2010 basierte, nicht abzusehen. Die aktuelle Berechnung beruht auf Angaben des Statistischen Landesamtes bis 2017.

Heruntergebrochen auf Landkreise und kreisfreie Städte werden sich die Einwohnerzahlen zum Teil gegensätzlich entwickeln: „In den beiden größten Städten unseres Landes werden sie weiter steigen, am stärksten in Rostock“, nennt der Minister ein Ergebnis der Berechnungen. In den Landkreisen hingegen werden sie sinken – von um 0,5 Prozent im Landkreis Rostock in der Standardprognose bis zu um mehr als zwölf Prozent in den Kreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald.

Bestehen bleibt die Aussage, dass sich die Altersstruktur im gesamten Land stark verändern wird. „Die Geburtenziffer wird bis 2040 voraussichtlich von 1,54 auf 1,59 Geburten je Frau weiterhin leicht ansteigen. Für den Erhalt des Bevölkerungsbestands reicht das jedoch, wie in allen anderen Bundesländern, nicht aus“, erläutert Christian Pegel. Die Lebenserwartung wird in den nächsten 20 Jahren um ca. vier Jahre auf knapp 81 Jahre bei den Männern und um ca. drei Jahre auf gut 86 Jahre bei Frauen steigen. „Die Wanderungen – vor allem jüngerer Menschen – hinzugenommen, wird dies alles dazu führen, dass sich die Bevölkerung unseres Landes im Jahr 2040 aus weniger Erwerbsfähigen und deutlich mehr lebenserfahrenen Menschen als im Jahr 2017 zusammensetzen wird“, so der Minister weiter.

Der Anteil der über 67-Jährigen an der Bevölkerung wird überall im Land zunehmen – in den Landkreisen allerdings deutlich stärker als in den kreisfreien Städten.

Im Rahmen der fünften Bevölkerungsprognose werden erstmals offizielle Prognosen unterhalb der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte angeboten. „Dafür gibt es einen großen Bedarf in den Ressorts der Landesregierung, aber auch in den Kommunen“, begründet Christian Pegel.

Die kleinteiligeren Voraussagen konzentrieren sich auf die 22 Mittelbereiche der Zentralen Orte im Land. Diese, im Landesentwicklungsprogramm (LEP) 2016 festgelegt, bestehen jeweils aus einem Ober- oder Mittelzentrum als Schwerpunkte des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens und deren Einzugsbereichen. Die Zentren nehmen für die Gemeinden des Verflechtungsbereichs übergemeindliche Versorgungsfunktionen wahr.

„Die für das Land und seine Teilregionen unterschiedlichen Ergebnisse der fünften Landesprognose spiegeln sich verstärkt auf Ebene der Mittelbereiche wider. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Berechnungen aufgrund der kleineren Raumeinheiten mit geringeren Einwohnerzahlen mit erheblich größeren Unsicherheiten behaftet sind“, so der Minister.

Ähnlich wie auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte besteht auch bei den Mittelbereichen ein West-Ost-Gefälle bei der Bevölkerungsentwicklung. Eine höhere Einwohnerzahl als im Ausgangsjahr 2017 werden 2040 lediglich die drei Mittelbereiche im Umkreis der Städte Rostock, Schwerin und Greifswald haben. Diese Zunahme beruht auf Wanderungsgewinnen, die das Geburtendefizit mehr als ausgleichen.

In den übrigen Mittelbereichen wird die Bevölkerung mittel‐ bis langfristig zurückgehen, in zwölf davon um voraussichtlich mehr als zehn Prozent.

In den vergangenen Monaten führte der Bereich Landesentwicklung im EM umfassende Berechnungen zur Bevölkerungsentwicklung bis 2040 durch. Auf Grundlage der Daten für die Jahre 2016/17, die das Statistische Landesamt Ende 2018 vorgelegt hatte, wurde die Bevölkerungsprognose 2019 noch einmal aktualisiert. Damit wurde sichergestellt, dass die starken Wanderungsausschläge der Jahre 2015/16 in der Bevölkerungsstatistik auf Grund der Flüchtlingszuwanderungen mit realistischer Perspektive in die Berechnungen der Prognose einflossen.

Für die Vorhersage wurden – wie auch in den vorhergehenden Prognosen – drei Varianten berechnet: eine optimistische, eine Standard- und eine pessimistische Variante. Die hier genannten Zahlen entsprechen der Standardvariante.

Interkulturellen Woche

Rostock – „Die Interkulturelle Woche im Landkreis Rostock ist eine sehr gute Gelegenheit für Alt- und Neu-Bürgerinnen und -bürger sich zu begegnen, einander kennenzulernen und sich über andere Kulturen zu informieren. Die vielfältigen Veranstaltungen setzen damit ein besonderes Zeichen für ein starkes Miteinander vor Ort, für Empathie und Engagement“, sagte Sozial- und Integrationsministerin Stefanie Drese zur Eröffnung der Interkulturellen Woche am (heutigen) Montag in Bad Doberan. Die Feierlichkeiten stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“.

Die Ministerin zeigte sich von der Vielzahl der in den nächsten Tagen und Wochen geplanten Aktivitäten beeindruckt: „Mehr als 25 verschiedene Akteure haben ein tolles und abwechslungsreiches Programm mit 31 Veranstaltungen organisiert, das weit über den zeitlichen Rahmen der Interkulturellen Woche hinausgeht.“

Sie dankte den zahlreich engagierten Akteuren, Netzwerken und Verbänden wie u.a. den Malteser Werken Migrationsbetreuung Bad Doberan, dem Migrationsnetzwerk, den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Walkenhagen sowie dem Landkreis Rostock für die Organisation und die finanzielle Unterstützung des Eröffnungsfestes.

Drese: „Für ein gelingendes Zusammenleben ist eine gute und nachhaltige Integration unerlässlich. Ein Grundpfeiler der Integration ist dabei die Integration in den Arbeitsmarkt. Und hier können wir eine sehr erfreuliche Entwicklung registrieren. Die Erwerbstätigkeit von Ausländerinnen und Ausländern in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten sechs Jahren beinahe verdreifacht.“

Die Ministerin kündigte in ihrem Grußwort die Fortsetzung des Integrationsfonds des Landes in Höhe von einer Million Euro jährlich an. Er unterstützt Initiativen und Kommunen finanziell bei Integrationsprojekten und bezieht dabei Zugewanderte wie Aufnahmegesellschaft mit ein. „Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, dieses bewährte Instrument auch in den Jahren 2020 und 2021 in den Haushaltsplanentwurf des Landes zu verankern“, betonte Drese.

DEICHMANN-Förderpreis für Integration in M-V

Rostock – Der Verein IN VIA Rostock e.V. ist diesjähriger Landessieger des DEICHMANN-Förderpreises für Integration in Mecklenburg-Vorpommern. Zusam­men mit Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Integration und Gleichstellung, zeichnet der Schuh­händler DEICHMANN den Verein aus.

IN VIA Rostock e.V. wurde 1997 gegründet und begleitet als anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe insbesondere junge Menschen mit körperlichen und geistigen Behin­derun­gen oder einer sozial-emotionalen Beeinträch­tigung auf ihrem Weg zu einem eigenverantwortlichen Leben. Sie erhalten die Chance, Einblicke in die für sie realistischen Berufsfelder zu bekommen, damit sie bestärkt an der Gestaltung des gesellschaft­lichen Lebens mitwirken können. Rund 100 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren wurden im letzten Jahr unterstützt. Ministerin Stefanie Drese freut sich über das außerordentliche Engagement und überreichte zusammen mit Silke Janssen vom DEICHMANN-Förderpreis für Integration das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Bereits zum 15. Mal zeichnet DEICHMANN Unternehmen, Vereine und Schulen aus, die sich in herausragender Weise für benachteiligte Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshinter­grund einsetzen. Der Schuhhänd­ler hat den DEICHMANN-Förderpreis für Integration 2005 ins Leben gerufen, um benachteiligte Kinder und Jugendliche bei der Eingliederung in Gesellschaft und Beruf zu unterstützen.

Das Projekt „Lebens- und Berufsorientierung für benachteiligte Jugendliche“ ermöglicht das Lernen in einem geschützten Umfeld. Je nach individuellen Voraussetzungen und Interessen können sie unter­schiedliche Arbeits­bereiche kennenlernen, darunter die Garten- und Grünpflege sowie die Hauswirtschaft als auch allgemeine Hausmeistertätigkeiten. Sie haben oftmals umfangreiche soziale Problemlagen oder Lern­schwierigkeiten, suchterkrankte Eltern und bekommen kaum oder wenig Aufmerksamkeit zu Hause. Pünktlichkeit, gesunde Mahlzeiten sowie einen gere­gelten Tagesablauf und strategische Heran­gehens­weisen kennen die meisten von ihnen nicht.

Der Verein bietet ein weitläufiges Außengelände, auf dem sich die Jugendlichen bei der Gartenarbeit ausprobieren können und lernen Hilfe von anderen anzunehmen. Ministerin Stefanie Drese lobt die Arbeit: „Junge Menschen mit Behinderungen oder einer sozial-emotionalen Beeinträchtigung bekommen bei IN VIA Rostock e.V. die Möglichkeit, in Ruhe herauszufinden, welchen Beruf sie in Zukunft ausüben möchten. Sie werden dahingehend unterstützt, ihre Fähigkeiten zu entdecken und ihren Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Dieses Engagement verdient eine besondere Auszeichnung.“

Im Hauswirt­schafts­bereich kochen die Jugendlichen ge­sunde Mahlzeiten nach eigens herausgesuchten Rezepten. Hierbei erlernen sie sowohl Alltags-kompetenzen für ihr eigenes Leben als auch notwendige Fähigkeiten für ihren jeweiligen Berufszweig. Im Hausmeisterbereich führen die Jugendlichen Arbeiten am und im Haus durch und stellen dabei oftmals fest, wie selbstständig sie diese bewältigen können. Diese Erfolgserlebnisse zusammen mit dem gesam­mel­ten Selbstvertrauen können sie anschließend in ihren Alltag übertragen.

Ausbildung in MV

Schwerin – Mit dem gemeinsamen Besuch von drei Ausbildungsbetrieben in MV rückten heute Bildungsministerin Bettina Martin und die Präsidenten sowie Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern zum Start des Ausbildungsjahres am 01.09.2019 die hervorragenden Perspektiven in den Unternehmen des Landes in den Fokus. Neben der Dockweiler AG in Neustadt Glewe und der Mecklenburger Metallguß GmbH in Waren stand auch der Besuch der Neptun Werft GmbH & Co.KG in Rostock auf Programm.

Bildungsministerin Bettina Martin war es wichtig, mit den Betrieben und den Auszubildenden ins Gespräch zu kommen und sich vor Ort ein Bild vom praktischen Teil der Ausbildung zu machen.

„Wer sich heute für eine berufliche Ausbildung entscheidet, eröffnet sich hervorragende Perspektiven für den späteren Berufsweg. Gute Fachkräfte werden überall gesucht, und die Unternehmen in unserem Land bieten die besten Voraussetzungen für eine gute Ausbildung. Die duale Ausbildung ist ein großes Pfund unserer Bildungslandschaft – mir ist es sehr wichtig, gemeinsam mit den Vertretern der Wirtschaft dafür zu werben, damit sich noch mehr Jugendliche für eine berufliche Ausbildung entscheiden“, sagte Martin.

„Wichtig ist, dass die angehenden Auszubildenden sich mit dem Inhalt ihrer Ausbildung und den Anforderungen des späteren Berufs schon im Vorfeld genau auseinandersetzten, um die für sie richtige Wahl zu treffen. Deshalb stärken wir die berufliche Orientierung an unseren Schulen. Auch an den Gymnasien haben wir mit diesem Schuljahr eine fundierte Berufsorientierung eingeführt, um aufzuzeigen, dass eine Ausbildung eine lohnenswerte Alternative zum Studium sein kann. Ab dem kommenden Schuljahr wird an den Gymnasien und Gesamtschulen im ersten Jahr der Qualifikationsphase Berufliche Orientierung sogar Schulfach werden“, erklärte sie.

Ihr liege sehr daran, gemeinsam mit den Arbeitgebern Wege zu finden, die Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu verbessern: „Die duale Ausbildung kann nur dann gewinnen, wenn die Beteiligten sich als Partner verstehen.“

Erste Station war die Dockweiler AG, wo der Präsident der IHK zu Schwerin, Matthias Belke, betonte: „Die Dockweiler AG ist nur eines der zahlreichen Unternehmen in Westmecklenburg, die in Fragen der Aus- und Weiterbildung beispielgebend sind. Es gibt viele interessante Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die in unserer Region beschritten werden können. Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt sind für unsere Jugendlichen noch nie so groß gewesen. Die Wirtschaft sucht dringend engagierten und wissbegierigen Nachwuchs. Für bislang noch Unentschlossene gilt es jetzt, sich für eine Ausbildung in unserer Region zu entscheiden.“

In Waren bei der Mecklenburger Metallguß GmbH (MMG) unterstrich Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, das große Engagement des Unternehmens für seine Auszubildenden: „TOP-Ausbildungen brauchen jedoch auch TOP-Rahmenbedingungen“, sagte er und nutzte den Besuch der Ministerin, um sie auf das Thema Berufsschulen anzusprechen: „Ein Ende der Konzentration der Berufsschulstandorte im östlichen Mecklenburg-Vorpommern ist notwendig. Hierbei müssen wir die Digitalisierung an den Berufsschulstandorten vorantreiben und die Infrastruktur, die Lehrer sowie die Lehr- und Lernkonzepte rasch und umfassend darauf vorbereiten“. Auch die Situation der Ausbildung von Berufsschullehrern wurde gemeinsam besprochen und gute Ansätze für die Zukunft erörtert. „Wir freuen uns über das Engagement der Ministerin für die duale Berufsausbildung hier im östlichen Mecklenburg-Vorpommern und heißen sie jederzeit wieder gern willkommen“ so Haasch.

Die Rostocker Neptunwerft besuchte Martin gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK zu Rostock, Jens Rademacher, der die Attraktivität der Ausbildungsberufe hervorhob: „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land zum Leben und zum Arbeiten. Unsere Region bietet hervorragende Chancen in der dualen Ausbildung. Völlig zu Unrecht hat die berufliche Bildung während der vergangenen Jahre an Wertschätzung verloren. Dieser Entwicklung steuern wir gegen. Wer die herausragende Ausbildung bei der Neptun Werft sieht, würde sich am liebsten gleich für eine Ausbildung hier entscheiden. Hier werden Schiffe gebaut, die überall unterwegs und damit ein Botschafter für Mecklenburg-Vorpommern sind. Wir haben viele TOP-Ausbildungsbetriebe in der Region, die jungen Menschen hervorragende Ausbildungschancen und Entwicklungsperspektiven bieten. Wesentlichen Handlungsbedarf sehe ich bei der Ausstattung der Berufsschulen und bei der Fahrkostenerstattung für Auszubildende.“

Martin wertet die Digitalisierung gerade mit Blick auf die mitunter weiten Wege als Chance für die beruflichen Schulen. Deren Ansprüche und Spezifika lotet die Landesregierung u. a. mit dem Pilotprojekt HALEO aus. Es geht dabei darum, unter welchen Voraussetzungen sich E-Learning standortübergreifend erfolgreich an beruflichen Schulen im Land einführen lässt. Die Landesregierung wird zudem keine weiteren Berufsschulstandorte schließen.

Die Ministerin und die IHK-Spitzen haben vereinbart, in enger Abstimmung gemeinsam daran zu arbeiten, die Berufsausbildung im Land zu stärken und qualitativ weiter zu verbessern.

Bildung gehört zur Resozialisierung

Neustrelitz – 32 Strafgefangene haben jetzt im Justizvollzug ihren Abschluss für ihre Zukunft geschafft. Justizministerin Katy Hoffmeister wies darauf hin, dass Bildung zur Resozialisierung gehört. Sie dankte den Bediensteten und Lehrern für ihren Einsatz in Bützow und Neustrelitz.

„Ausbildung und Schule während der Haft sind ein Ausdruck dafür, dass Gefangene nach der Entlassung ein Leben ohne neue Straftaten führen möchten. Jeder erfolgreiche Schul- oder Bildungsabschluss verbessert die Integration und insofern haben die Lehrkräfte der Volkshochschulen und auch die Justizbediensteten durch ihre Arbeit in den beiden Justizvollzugsanstalten mit Ausbildungsangeboten, Bützow und Neustrelitz, einen hohen Anteil an der Resozialisierung und am Opferschutz. Für diesen Einsatz danke ich ihnen. Den Gefangenen ist zu wünschen, dass sie mit dem Abschlusszeugnis die Chance für eine straffreie Zukunft nutzen“, so Justizministerin Hoffmeister.

Acht Gefangene der JVA Neustrelitz im Alter von 17 bis 23 Jahren schlossen die Mittlere Reife ab. Der Beste mit einem Notendurchschnitt von 1,73. Zehn Neustrelitzer Insassen erlangten zudem die Berufsreife in Bildungsmaßnahmen wie Metalltechnik, Hotel- und Gastgewerbe sowie Garten- und Landschaftsbau. Ein 24-jähriger Insasse hat seinen Abschluss als Fachkraft für Metalltechnik erlangt. Sieben Strafgefangene machten einen Schweißerpass.

In der JVA Bützow absolvierten sieben Strafgefangene die Mittlere Reife, weitere sechs Inhaftierte den Abschluss zur Berufsreife. Die Teilnehmer waren zwischen 24 und 41 Jahre alt. Das beste Ergebnis im Realschulkurs hatte den Notenschnitt 1,2. Die externen Prüfer äußerten sich anerkennend zu den Leistungen der Gefangenen. Alle Schüler erhalten neutrale Zeugnisse ohne Hinweis auf den Strafvollzug. Die neuen Kurse starten im September.

Achtung, Schulstart!

Schwerin – In wenigen Tagen beginnt in Mecklenburg-Vorpommern für insgesamt 13.800 Mädchen und Jungen die Schule. „Die Erstklässler, die sich ab dem 12. August 2019 täglich auf den Schulweg machen, sind die schwächsten Teilnehmer im Straßenverkehr und bedürfen besonderer Rücksichtnahme“, sagte Innenminister Lorenz Caffier.

„Für Kinder stellt der Straßenverkehr insgesamt eine große Herausforderung dar, denn die Sechs- bis Siebenjährigen können Gefahrensituationen noch nicht umfassend erkennen oder einschätzen. Die Erstklässler haben ein geringeres Sichtfeld als Erwachsene. Sie können nicht über Autos hinweg schauen und werden aufgrund ihrer Größe selbst auch schlechter bzw. später wahrgenommen“, erläuterte Caffier.

Gerade in den ersten Wochen gilt es für die Schulanfänger, den täglichen Schulweg zu meistern. Um die Sicherheit für die ABC-Schützen zu gewährleisten, setzt die Landespolizei bei ihren Bemühungen auch in diesem Jahr wieder auf Vorbeugung und Kontrollen. Neben der Schulwegsicherung werden aber auch das richtige Angurten der Kinder in den Fahrzeugen sowie die Einhaltung der zulässigen Fahrgeschwindigkeit im Mittelpunkt stehen.

Ein Blick in die Unfallstatistik zeigt die Wichtigkeit dieser Maßnahmen. Die Verkehrsunfallbilanz Mecklenburg-Vorpommerns weist aus, dass 2018 insgesamt 510 (2017: 519) Kinder im Alter von 6-14 Jahren bei Verkehrsunfällen auf unseren Straßen verunglückten, davon drei Kinder tödlich. 77 Kinder wurden schwer- und 430 Kinder leichtverletzt.

Bei Verkehrsunfällen auf dem Weg zur oder von der Schule, stieg dagegen die Anzahl der verunglückten Kinder um über 60 Prozent an. Bei 61 Verkehrsunfällen wurden 16 Kinder schwer und 44 Kinder leichtverletzt. Unter den Verletzten waren acht Kinder im Alter zwischen 6 und 7 Jahren zu beklagen (2017: fünf Kinder).

„Unsere Kinder wollen und sollen lernen, den Schulweg alleine zu meistern. Dazu orientieren sie sich an Vorbildern die dafür sorgen sollten, dass sie sicher in die Schule kommen. Lassen Sie uns gemeinsam Vorbild sein!“, so Innminister Lorenz Caffier.

Wohnungsbau in Heiligendamm

Heiligendamm – Die HD Boarding House GmbH & Co. KG aus Hannover erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von ca. 1,4 Millionen Euro für den Neubau von belegungsgebundenen Mietwohnungen in Heiligendamm (Landkreis Rostock). Die Fördermittel werden nach der Richtlinie Wohnungsbau Sozial (WoBauSozRL M-V) gewährt.

Bei dem Projekt handelt es sich um den Neubau dreier Wohngebäude mit 36 geförderten Wohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung sowie 27 frei finanzierten Wohnungen an der Kühlungsborner Straße.

Die 36 geförderten Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von ca. 1.500 Quadratmetern werden barrierefrei errichtet, dafür alle Wohnungen mit Personenaufzügen erschlossen.

Die drei geplanten Neubauten werden nach der im Februar aktualisierten Richtlinie „Wohnungsbau Sozial“ gefördert. Die HD Boarding House GmbH & Co.KG nutzt für ihren Neubau den ersten Förderweg, der die Förderung von Wohnungen für einkommensschwache Haushalte ermöglicht.

Das 2017 in Kraft getretene Förderprogramm “Wohnungsbau Sozial“ setzt Anreize für Wohnungsunternehmen und private Investoren, bezahlbaren Wohnraum in Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu schaffen. Förderfähig ist die Schaffung von barrierearmen und barrierefreien Mietwohnungen durch Neubau, Um- und Ausbau sowie durch Nutzungsänderung bestehender Gebäude. Bereitgestellt werden Zuschüsse bis zu 850 Euro je Quadratmeter Wohnfläche im ersten Förderweg, bis zu 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im zweiten Förderweg und zusätzlich bis zu 100 Euro je Quadratmeter Wohnfläche für den Einbau von Personenaufzügen.

Für die nach der Richtlinie geförderten Wohnungen gilt eine Belegungsbindung: 20 Jahre lang dürfen sie nur an Personen mit einen Wohnberechtigungsschein vermietet werden. Diesen erhalten Wohnungssuchende, deren Einkommen einen festgelegten, von der Haushaltsgröße abhängigen Satz nicht überschreitet, bei ihrer Kommune. Für die Dauer von 20 Jahren unterliegen die Wohnungen auch Mietpreisbindungen. Die zulässige monatliche Nettokaltmiete liegt in Bad Doberan anfangs im ersten Förderweg bei sechs Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Bislang werden Neubauvorhaben mit 499 Mietwohnungen in Rostock, Greifswald, Bad Doberan, Waren und Neubrandenburg mit Fördermitteln in Höhe von 23,2 Millionen Euro unterstützt.

Polizei kontrolliert verstärkt im Umfeld von Schulen

Ludwigslust-Parchim – Mit der Einschulung am kommenden Sonnabend beginnt für die ABC- Schützen in unserem Landkreis ein neuer und wichtiger Lebensabschnitt. Erfahrungsgemäß haben Schulanfänger in den ersten Schulwochen Schwierigkeiten, Gefahren im Straßenverkehr rechtzeitig zu erkennen und sich in verschiedenen Verkehrssituationen richtig zu verhalten.

„Aus diesem Grund haben die Präventionsberater der Polizei auch in diesem Jahr gemeinsam mit den Verkehrswachten, Vorschuleinrichtungen und Schulen sowie weiteren Partnern der Verkehrssicherheitsarbeit die Eltern und Kinder in zahlreichen Verkehrssicherheitsveranstaltungen auf den ersten Schultag vorbereitet.“, so Kathleen Guder, Präventionsberaterin in der Polizeiinspektion Ludwigslust. „Zum Thema „Mein sicherer Schulweg“ wurden in den zurückliegenden Monaten landkreisweit rund 1.000 Kinder bei insgesamt 42 Veranstaltungen erreicht.“, so die Polizeihauptkommissarin. Auch wurden wieder Spannbänder an die Grundschulen ausgegeben, die Kraftfahrer in den nächsten vier Wochen auf den Schulanfang hinweisen und sensibilisieren sollen.

Mit dem Schulbeginn werden Beamte aller Polizeireviere und Präventionsberater in den ersten Wochen verstärkt an Schulen und Schulwegen im Landkreis Ludwigslust- Parchim präsent sein und durch zusätzliche Verkehrsüberwachungs- und Präventionsmaßnahmen für die Sicherheit der Schüler sorgen.

Im Vordergrund steht hierbei der Appell an die Fahrzeugführer, vorausschauend und rücksichtsvoll unterwegs zu sein und besonders auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer zu achten. Das gilt insbesondere auch an Bushaltestellen vor Schulen. An haltenden Bussen mit eingeschalteter Warnblinkanlage darf prinzipiell nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden. Überdies wird die Polizei ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Gurtpflicht und die Nutzung von Rückhalteeinrichtungen für Kinder, sprich Kindersitze, haben.

Erfahrungsgemäß bringen viele Eltern die Erstklässler in den ersten Wochen mit dem Auto zur Schule, wodurch es in der Vergangenheit nicht selten zu Behinderungen durch Falschparker vor Schuleinrichtungen gekommen ist. Gerade hier sollten Eltern ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und sich entsprechend regelkonform verhalten. Das bedeutet, dass auch ein kleiner Fußweg vom Auto bis zur Schule in Kauf genommen werden muss.

Keine Legalisierung von Cannabis

Schwerin – Innenminister Lorenz Caffier hat den Forderungen nach einer Legalisierung von Cannabis ein klares Nein entgegengesetzt.

„Ich bin ganz klar gegen eine Cannabis-Legalisierung. Besitz, Anbau und Handel müssen strafbar bleiben. Die psychischen und physischen Auswirkungen des Konsums von Cannabis werden insbesondere durch Jugendliche leider noch immer unterschätzt und bagatellisiert. Nicht selten ist Cannabiskonsum auch der Einstieg zu den sogenannten harten Drogen wie Kokain und Ectasy. Eine Legalisierung von Cannabis würde keineswegs zur Entschärfung von Suchtproblemen beitragen.

Eine Legalisierung vergrößert die Probleme und schafft neue. Über 70.000 Tote durch Alkohol- und über 120.000 Tote infolge von Tabakkonsum sprechen nicht gerade für legale Drogen. Der Ansatz, bei steigenden Drogendelikten die Legalisierung der vermeintlich harmlosesten Delikte zu fordern, um Ressourcen zu sparen, gleicht dem Ansatz, bei zu vielen Ladendiebstählen eben auch diese zu legalisieren. Es wird so getan, als wäre Cannabis nicht schädlich. Das ist verantwortungslos“, appelliert der Minister.

Die Delikte im Bereich der Rauschgiftkriminalität sind auch im Berichtsjahr 2018 gestiegen. Insgesamt wurden 6.669 Fälle der Rauschgiftkriminalität (davon 36 Fälle der direkten Beschaffungskriminalität) registriert. Damit ist die Anzahl der bekannt gewordenen Rauschgiftstraftaten um 696 Fälle (+11,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gestiegen und erreichte den Höchststand seit Erfassung der Delikte.

Der Anteil der Rauschgiftkriminalität an der festgestellten Gesamtkriminalität beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 6,1Prozent (2017: 5,4 Prozent).

Achtung, ABC-Schützen unterwegs

Schwerin – Die Schulferien neigen sich dem Ende zu. Das heißt für alle Verkehrsteilnehmer, dass ab dem 12. August 2019 wieder besondere Vorsicht im Bereich von Kitas und Schulen geboten ist.

„Mit dem Schuljahresbeginn starten zahlreiche ABC-Schützen in einen neuen Lebensabschnitt. Ich bitte darum alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit: Viele der Kinder müssen sich das erste Mal allein im Straßenverkehr zurechtfinden. Wir alle können unseren Teil dazu beitragen, dass der Schulweg für alle Kinder und Jugendlichen sicher ist“, appelliert Verkehrsminister Christian Pegel an alle Verkehrsteilnehmer und ergänzt: „Auch die Eltern müssen ihren Beitrag leisten und ihren Kindern frühzeitig und widerholt zeigen, wie wichtig richtiges Verhalten im Straßenverkehr ist.“

Verfassungsbeschwerden gegen Vereinsverbote erfolglos

Karlsruhe – Die 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts hat mit heute veröffentlichtem Beschluss die Verfassungsbeschwerden gegen sechs Vereinigungsverbote nicht zur Entscheidung angenommen.

Das Verbot eines Vereins, der wissentlich Spenden an Dritte weiterleitet, die den Terrorismus unterstützen, ist ebenso verfassungsgemäß wie das Verbot von Motorrad-„Rocker“-Vereinigungen, die Mitglieder darin fördern, Strafgesetze zu verletzen.

Wie schon in den Verfahren, die der Senatsentscheidung vom 13. Juli 2018 (1 BvR 1474/12 u.a.) zugrunde lagen, sind auch die hier angegriffenen Entscheidungen der zuständigen Verbotsbehörden und der Fachgerichte mit den grundrechtlichen Anforderungen vereinbar.

Der Vereinigungsfreiheit aus Art. 9 Abs. 1 GG setzt die Verfassung selbst in Art. 9 Abs. 2 GG eine Schranke als Ausdruck einer pluralistischen, aber wehrhaften verfassungsstaatlichen Demokratie. Danach sind Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, verboten.

Allerdings gilt für jeden Eingriff in die Vereinigungsfreiheit auch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Lassen sich die in Art. 9 Abs. 2 GG benannten Rechtsgüter gleich wirksam durch mildere Maßnahmen schützen, gehen diese vor; sie kamen hier aber nicht in Betracht.

Starke-Familien-Gesetz

Weitere Verbesserungen für Familien mit geringem Einkommen zum 1. August

Schwerin – Im Rahmen des Starke-Familien-Gesetzes ergeben sich zum 1. August weitere Verbesserungen für Kinder und Jugendliche, die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erhalten: Das Schulstarterpaket wird von 100 auf 150 Euro angehoben. Es besteht künftig der Anspruch auf Lernförderung unabhängig von einer Versetzungsgefährdung. Zudem fallen die Eigenanteile der Eltern für das Mittagessen in der Kita oder Schule sowie bei der Schülerbeförderung weg.

„Das Starke-Familien-Gesetz schafft faire Chancen für Familien mit geringem Einkommen und hilft dabei, Kinderarmut zu bekämpfen. Insbesondere Alleinerziehende, die besonders von Armut bedroht sind, werden durch die Neuerungen entlastet“, erklärte Staatssekretär Nikolaus Voss und bezog sich auf die Daten des Statistischen Bundesamtes. Demzufolge sei das Armutsrisiko gerade für Angehörige von Alleinerziehenden-Haushalten in Mecklenburg-Vorpommern hoch.

Voss: „Das Land schafft die Grundlage für mehr Chancengerechtigkeit für alle Kinder. Denn die geplante Abschaffung der Beiträge für Krippe, Kindergarten, Hort und Tagespflege hilft vor allem Ein-Eltern-Familien, Familien mit geringen Einkommen und kinderreichen Familien, also Familien, die über ein höheres Armutsrisiko verfügen.“

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Familien bisher mit bis zu 22 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens prozentual bundesweit den höchsten Anteil für die Beiträge zur Kindertagesförderung aufbringen.

Neben der Beitragsfreiheit erfahren Familien im kommenden Jahr weitere Entlastungen durch die Neugestaltung des Kinderzuschlags. „Ab dem 1. Januar 2020 entfallen die oberen Einkommensgrenzen. Das Starke-Familie-Gesetz sorgt dafür, dass sich auch bei kleinen Einkommen eine Erwerbstätigkeit lohnt“, resümierte Voss.

Das Starke-Familien-Gesetz wird schrittweise umgesetzt. Erste Verbesserungen entstanden bereits zum 1. Juli. So stieg der Kinderzuschlag auf 185 Euro pro Monat und Kind.

Arbeitsmarkt Juli 2019 in M-V

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern waren im Juli 2019 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 54.900 Menschen arbeitslos gemeldet, 5.700 weniger als im Juli des Vorjahres (0,7 Prozent weniger als im Vorjahr). Das entspricht aktuell einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat gibt es einen Anstieg um 64 Personen (0,1 Prozent).

„Der Arbeitsmarkt ist in einer stabilen Verfassung. Vor allem der anhaltende Anstieg an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen zeigt, dass es sich um einen realen Beschäftigungsaufbau handelt. Hier locken attraktive Berufsmöglichkeiten – die Unternehmen des Landes bieten weiterhin eine Vielzahl von Arbeits- und Ausbildungsplätzen mit interessanten Weiterentwicklungsmöglichkeiten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze liegt im Mai 2019 – aktuellster Wert – bei 578.000; ein Anstieg um 4.800 im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+2.600), in der Metall- und Elektroindustrie (+1.500) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1.000) gab es mehr Jobs. Seit dem Jahr 2010 bis heute gab es einen Zuwachs um 9,5 Prozent, rund 50.000.

„Die Wirtschaft wächst, die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigt, die Unternehmen brauchen Fachkräfte. Deshalb ist Umdenken gefragt – wir müssen auch Personen an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die nicht ohne Anstrengungen vermittelt und beschäftigt werden können. Wir unterstützen die Unternehmen dabei gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern über passgenaue Qualifizierungen und Unterstützungsangebote“, sagte Glawe.

Der Minister verwies beispielhaft auf das Teilhabechancengesetz, mit dem Langzeitarbeitslosen die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtert werden soll. Bei der Schaffung von Arbeitsverhältnissen mit erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens sechs Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig erwerbstätig waren, erhalten Arbeitgeber in den ersten beiden Jahren einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns bzw. des tariflichen Entgelts bei tarifgebundenen Arbeitgebern; danach sinkt der Betrag um zehn Prozentpunkte jährlich.

Die Förderdauer beträgt bis zu fünf Jahre. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Personen mit einer längeren Dauer von Langzeitarbeitslosigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Gefördert werden Arbeitsverhältnisse mit Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Arbeitgeber erhalten pauschal im ersten Jahr 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts.

„Die Programme bieten vielfältige Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen. Arbeitgeber bekommen neue Mitarbeiter, Arbeitnehmer können langfristig in eine existenzsichernde und nachhaltige Erwerbstätigkeit kommen“, sagte Glawe.

Bei der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit rund 4.950 unbesetzte Ausbildungsplätze (+464 im Vergleich zum Vorjahr) gemeldet, hingegen gibt es noch knapp 2.600 unversorgte Bewerber (-123). Vor allem in den Berufen Verkäufer/-in (360 freie Ausbildungsplätze), Kaufmann/-frau im Einzelhandel (325), Koch/Köchin (295), Restaurantfachmann/-frau (253) und Hotelfachmann/-frau (240) stehen Jugendlichen Möglichkeiten offen, eine Lehrstelle zu finden.

„Es gibt vielfältige Angebote der heimischen Wirtschaft für junge Menschen. Wichtig ist, dass Unternehmen auch frühzeitig für eine Entwicklungsperspektive innerhalb der Firma nach der Ausbildung sorgen“, sagte Glawe.

Wirtschaftsminister Harry Glawe warb für die gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Mecklenburg-Vorpommerns durchgeführte Fachkräftekampagne „Durchstarten in MV“ (www.durchstarten-in-mv.de). Schulabgänger erhalten mit dem „Azubi-Atlas“ die Möglichkeit, gezielt in ihren Wunschregionen nach Ausbildungsberufen und Unternehmen zu suchen. Eine Umkreissuche bietet ihnen die Chance, nicht weitab vom Wohnort einen Ausbildungsplatz zu finden.

Darüber hinaus werden Unternehmen mit ihren Adressen konkret benannt, die bei uns in Mecklenburg-Vorpommern ausbilden. Azubis erzählen in ihren „Durchstarter-Geschichten“, was ihre Ausbildung im Land ausmacht. Auf der Website sind aktuell 1.510 Unternehmen registriert, die zusammen 2.655 Ausbildungsangebote anbieten. Zudem gibt es jeden Mittwoch von 14:00 – 17:00 Uhr für Interessierte einen LiveChat, um direkt Fragen rund um die Ausbildung und Karrierechancen in Mecklenburg-Vorpommern zu klären.

„Für viele stellt sich zum Ende der Schulzeit die Frage nach der Wahl eines Berufes. Die Antwort darauf ist nicht immer leicht zu finden, denn die Bandbreite an Ausbildungsmöglichkeiten ist groß. Oft lohnt sich der Blick nach einem Ausbildungsplatz schon vor der Haustür. Bei der zielgenauen Suche hilft die Kampagne Durchstarten in MV“, sagte Glawe abschließend.