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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Regelungen für den Schulbetrieb in der Winterzeit

Schulen sichern für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen Unterricht ab

Schwerin – Laut Wettervorhersage kann es in Mecklenburg-Vorpommern in dieser Woche zu kräftigem Neuschnee, Glätte und Sturm kommen. Das Bildungsministerium weist für die gesamte Winterzeit auf die bestehenden Regelungen für die Schulen hin:

  • Die Schulen sind grundsätzlich geöffnet. Der Unterricht für alle Jahrgangsstufen findet statt. Die Organisation übernehmen die Schulleitungen.
  • Sollten Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten haben, zur Schule zu kommen, melden ihre Erziehungsberechtigten sie telefonisch oder per E-Mail ab. Volljährige Schülerinnen und Schüler melden sich selbst ab. Sie sind damit entschuldigt.
  • Weitere Informationen können bei den Schulen oder bei den Landkreisen bzw. den kreisfreien Städten eingeholt werden.
  • Darüber hinaus informieren die Landkreise und kreisfreien Städte über Einschränkungen im Schülerverkehr.

Lehrkräfte im Seiteneinstieg beginnen Vorbereitungskurs

Oldenburg: Im Vorbereitungskurs werden Grundlagen der Methodik, Kommunikation, Fachdidaktik und Leistungsbewertung vermittelt

Schwerin – In dieser Woche beginnen 39 Lehrkräfte im Seiteneinstieg mit dem dreimonatigen Vorbereitungskurs. Dieser bereitet sie auf den Unterricht vor, bevor sie zum ersten Mal vor einer Schulklasse stehen. Die zukünftigen Lehrkräfte haben zuvor in verschiedenen Berufen gearbeitet. Unter ihnen sind Erzieherinnen und eine Kunsthistorikerin sowie Absolventinnen und Absolventen mit Bachelor-Abschlüssen in den Bereichen Soziale Arbeit und Ökotrophologie sowie Personen aus verschiedenen Handwerksberufen. „Die Fachkräfte bringen wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen mit und helfen, dem Lehrkräftemangel an den Schulen in unserem Bundesland entgegenzuwirken“, sagte Bildungsministerin Oldenburg.

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung hat das Land die neuen Lehrkräfte im Seiteneinstieg offiziell begrüßt. Bildungsministerin Simone Oldenburg wünscht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Erfolg bei der Qualifizierung. „Es ist wichtig, dass die Lehrkräfte im Seiteneinstieg gut in ihrem neuen Berufsfeld ankommen. Damit das gelingt, vermitteln wir im Vorbereitungskurs Grundlagen der Methodik, Kommunikation, Fachdidaktik und Leistungsbewertung“, so Simone Oldenburg.

Organisiert und durchgeführt wird der Vorbereitungskurs vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) und dem Kompetenzzentrum für Berufliche Schulen des Bildungsministeriums. Die Vorqualifizierung ist Teil einer insgesamt 15-monatigen Grundlegenden Pädagogischen Qualifizierung (GPQ), an deren Ende die pädagogische Eignung der Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger als Lehrkraft im Schuldienst geprüft wird. Im Anschluss an die Eignungsfeststellung beginnt die zweite Qualifizierungsphase, die dreijährige Modularisierte Qualifizierungsreihe (MQR), die mit einer Prüfung abschließt. Die Ausbildung dauert insgesamt über vier Jahre. Nach Abschluss der Qualifizierung und dem Nachweis einer hauptberuflichen Lehrtätigkeit erhalten Lehrkräfte im Seiteneinstieg auf Antrag eine Lehrbefähigungsanerkennung.

Für den Seiteneinstieg können sich Interessierte über das Karriereportal www.lehrer-in-mv.de direkt auf ausgeschriebene Stellen bei ihrer Wunschschule bewerben.

Doppelhaushalt 2026/2027: Bildung weiter Schwerpunkt

Oldenburg: Kosten der Elternbeitragsfreiheit für Krippe, Kita und Hort in Höhe von 238 Millionen Euro werden allein vom Land getragen

Schwerin – Die Landesregierung legt auch in den beiden Haushaltsjahren 2026/2027 den klaren Schwerpunkt auf die Bereiche Bildung und Kindertagesförderung. Im Haushaltsjahr 2026 sind erstmals zwei Milliarden Euro für Schule und die frühkindliche Bildung vorgesehen. „Trotz angespannter Haushaltslage erhöht das Land die Ausgaben für den Bildungsbereich deutlich. Das ist ein starkes Zeichen für Chancengerechtigkeit. Alle Kinder und Jugendlichen sollen bei uns gute, individuelle Voraussetzungen erhalten. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Im Jahr 2026 stehen insgesamt 12,1 Milliarden Euro im Haushalt zur Verfügung – davon zwei Milliarden Euro für Schule und Kindertagesförderung. Das entspricht 16,6 Prozent des Gesamthaushalts. Für 2027 sind 12,2 Milliarden Euro geplant. Davon werden 2,1 Milliarden Euro für den Bildungs- und Kita-Bereich zur Verfügung stehen. Insbesondere die Zuweisungen des Landes zur Kindertagesförderung werden weiter aufgestockt: Für 2026 sind 544 Millionen Euro vorgesehen, für 2027 sogar 554 Millionen Euro.

„Krippe, Kindertagespflege, Kindergarten und Hort bleiben in Mecklenburg-Vorpommern für alle beitragsfrei. Im Jahr 2026 sind für die Übernahme der Elternbeiträge 238 Millionen Euro eingeplant. Diese Investition wird allein vom Land getragen. Landkreisen und kreisfreien Städten entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten“, sagte Oldenburg. Außerdem plant die Landesregierung, die Sprachförderung in den Kitas weiter auszubauen und die Qualität der frühkindlichen Bildung durch zusätzliche Fachkräfte und Maßnahmen zur Qualitätssteigerung zu verbessern.

Für die Schulen sind Mittel für die Digitalisierung, die inklusive Bildung und Unterstützungssysteme vorgesehen. „Klassen sind heute heterogener als früher. Wir wollen die multiprofessionellen Teams ausbauen, um auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler besser zu reagieren“, so die Ministerin. Das Land beschäftigt fast 900 unterstützende pädagogische Fachkräfte sowie Alltagshelferinnen und Alltagshelfer in den Schulen. Sie entlasten die Lehrkräfte, damit sie sich auf ihre Kernaufgaben wie das Unterrichten konzentrieren können.

Weiterhin legt das Land einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Demokratiebildung und Erinnerungskultur. „Die Mittel für die Gedenkstättenfahrten in die ehemaligen deutschen Vernichtungslager in Polen haben wir versechsfacht“, betonte die Ministerin. Wurden im Jahr 2023 noch 50.000 Euro für Schulen eingesetzt, waren es 2025 insgesamt 311.000 Euro. „An historischen Orten wird Geschichte für Schülerinnen und Schüler begreifbar. Dadurch können sie Ereignisse besser nachvollziehen.“ Auch das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird weiter gefördert. Ziel ist es, dass weitere Schulen beitreten.

Zudem investiert das Land insgesamt 600 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes in den Schulbau. „Mit diesen Fördermitteln unterstützen wir die Kommunen bei der Sanierung und beim Neubau von Schulen. In den vergangenen Jahren haben wir viel erreicht. Seit 2016 hat das Land die Schulträger mit Fördermitteln von rund einer Milliarde Euro bei mehr als 500 Schulbauvorhaben unterstützt. Doch es gibt noch immer viel zu tun, damit es an allen Schulen moderne Gebäude und Lernbedingungen gibt“, erklärte die Bildungsministerin.

Mehr Deutsch, Mathematik, Englisch und politische Bildung

Oldenburg: Wir stärken die Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler und fördern die Demokratiebildung an den Schulen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stärkt die Kernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler und setzt zusätzlich einen Schwerpunkt bei der politischen Bildung. „Die Demokratieerziehung ist wichtig für das Erkennen und Bewahren von Werten und Regeln des Zusammenlebens sowie für das Verständnis der in der Verfassung verankerten Grundrechte“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

„Mit der neuen Stundentafel beginnt der Geschichtsunterricht bereits in Klasse 5. Das Fach Politische Bildung/Sozialkunde wird in Klasse 7 statt bisher in Klasse 8 erteilt. In der gymnasialen Oberstufe werden ab dem kommenden Schuljahr aus dem Fach Geschichte/Politische Bildung zwei eigenständige Fächer: Geschichte und Politische Bildung/Sozialkunde. Das Fach Politische Bildung/Sozialkunde ist erstmals verpflichtend durch die Schülerinnen und Schüler zu belegen.“

Seit dem Schuljahr 2025/26 gibt es von der Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe bis zu 14 Stunden mehr Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Oldenburg: „Es ist wichtig, vorhandene Wissenslücken der Schülerinnen und Schüler, insbesondere im Bereich der Lesekompetenz, zu schließen. Denn die Lesekompetenz ist die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen in allen Fächern. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die kontinuierliche Förderung und Entwicklung der Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen.“

Förderung der Kernkompetenzen

  • Im Schuljahr 2024/25 hat das Land das Leseband für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 eingeführt. Den Kindern stehen jeden Tag 20 Minuten zur Verfügung, in denen sie das Lesen intensiv üben können. Die Lesezeit ist fester Bestandteil des Unterrichts. Alle Grundschulen haben dafür im Vorfeld ein Starter-Bücherpaket und die neue Handreichung für die Arbeit mit dem Leseband erhalten.
  • Die Zahl der Werke, die im Unterricht gelesen werden, wurde verdoppelt. In den Klassen 1 und 2 stehen insgesamt zwei Werke und in den Klassen 3 und 4 jeweils ein Werk pro Schuljahr auf dem Programm. Bei jüngeren Schülerinnen und Schülern handelt es sich um längere zusammenhängende Texte. Von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe befassen sich die Schülerinnen und Schüler pro Schuljahr mit zwei literarischen Werken im Fach Deutsch.
  • In den Jahrgangsstufen 3 und 4 stehen eine weitere Deutsch- und Mathematikstunde auf dem Stundenplan.
  • An Regionalen Schulen, Gymnasien und Gesamtschulen wird in den Klassen 7 bis 10 mehr Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch erteilt – auf vier Jahre sind es bis zu elf zusätzliche Wochenstunden. In diesen Fächern können Schulen je eine Stunde für die fachbezogene individuelle Förderung und Differenzierung oder für die Gestaltung individueller Lernzeiten nutzen.

Stärkung der politischen Bildung

  • Das Fach Geschichte wird in der Orientierungsstufe ab Klasse 5 erteilt, bislang begann der Unterricht erst ab Klasse 6.
  • Das Fach Sozialkunde wird zum Fach Politische Bildung/Sozialkunde und beginnt ebenfalls ab Jahrgangsstufe 7.
  • Das Drei-Säulen-Modell für Demokratiebildung an Schulen strukturiert die Demokratiebildung an Schulen und schafft Handlungssicherheit für die Lehrkräfte.

Weitere Neuerungen in den Stundentafeln, die seit dem Schuljahr 2025/26 verbindlich gelten

  • Das Fach Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT) wird um die Bezeichnung Berufliche Orientierung ergänzt und in der Orientierungsstufe (Klasse 5 und 6) jeweils eine Stunde pro Woche unterrichtet.
  • Das Fach Informatik und Medienbildung wird eigenständig ausgewiesen und ab Klasse 5 durchgängig unterrichtet.
  • Der Chemieunterricht beginnt wieder in der Jahrgangsstufe 7.
  • Mit den flexiblen Stunden können Schulen die Schülerinnen und Schüler in Schwerpunkten, wie zum Beispiel Musik oder Sport, besser individuell fördern. An Gymnasien ist eine zusätzliche Stunde Berufliche Orientierung in der Jahrgangsstufe 10 verpflichtend.
  • Die Spezialgymnasien erhalten dieselbe Stundenausstattung wie bisher. Darüber hinaus erfolgt weiterhin eine zusätzliche Stundenzuweisung für die Profilbildung.

Hintergrund

Das Drei-Säulen-Modell für Demokratiebildung an Schulen ist ein ganzheitliches Konzept, das folgende Bereiche umfasst:

Politische Bildung als Unterrichtsfach

Hierbei werden die Fächer Politische Bildung/Sozialkunde (ab Jahrgangsstufe 7) sowie Gesellschaftswissenschaften (Jahrgangsstufen 5/6) gestärkt. Ziel ist die Vermittlung fachspezifischer Kompetenzen wie Perspektivenübernahme, Konfliktfähigkeit und politische Urteilsfähigkeit.

Politische Bildung als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip

Alle Fachlehrkräfte werden dazu ermutigt, gesellschaftliche Problemorientierung und Kontroversität in ihren Unterricht zu integrieren. Beispiele sind Literaturanalysen mit politischen Bezügen oder Diskussionen zu Umweltfragen. Ziel ist es, ganzheitliches politisches Lernen in allen Fächern zu fördern.  

Demokratische Schul- und Unterrichtskultur

Schulen sollen als lebendige Orte der Demokratie erlebt werden. Schülerinnen und Schüler erfahren Mitbestimmung, Toleranz und gegenseitigen Respekt. Praktische Beispiele sind der Klassenrat zur Förderung der demokratischen Teilhabe, sowie transparente Entscheidungsprozesse und Schülerzeitungen. Lehrkräfte übernehmen hierbei eine Vorbildfunktion und gestalten eine demokratische Schulatmosphäre.

Land und Kommunen investieren in moderne Schulgebäude

Über das Konjunkturprogramm Schulbau stehen bis 2027 insgesamt 400 Millionen Euro im Land bereit

Schwerin – Die Umsetzung des Konjunkturprogramms Schulbau gelingt in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit den Landkreisen und kreisfreien Städten gut. Die Landkreise, kreisfreien Städte Rostock und Schwerin und das Land hatten sich darauf verständigt, bis 2027 gemeinsam 400 Millionen Euro in den Schulbau zu investieren. Die Mittel sind für den Neubau und für die Sanierung von Schulgebäuden vorgesehen. Während die Landeshauptstadt Schwerin mit ihrem Anteil den Neubau eines Schulteils der Grundschule Lankow und der Regionalen Schule „Werner von Siemens“ finanziert, setzen die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und die Landkreise die Schulbaumittel für mehrere Bauprojekte ein.

Bildungsministerin Simone Oldenburg: Die Modernisierung der Schulen ist für uns ein Schwerpunkt der Regierungsarbeit. Schulbauprojekte sind langfristige Vorhaben. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergehen in der Regel fünf Jahre. Die Landesregierung unterstützt die kommunale Ebene bei diesen Bauvorhaben. Gute Lernbedingungen sind für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte wichtig. Moderne Schulgebäude sind auch ein Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum. Dort, wo es gute Lernbedingungen gibt, wollen auch junge Familien gerne leben. Deswegen investiert die Landesregierung weiter kräftig in den Schulbau.“

Bauminister Christian Pegel: „Mit den insgesamt 400 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm Schulbau halten Landesregierung und kommunale Familie auch weiter an ihrem Versprechen fest, die Bildungsinfrastruktur im Land zu modernisieren. Mein Dank gilt hier auch der kommunalen Familie, die sich in erheblichem Umfang finanziell beteiligt. Es sollte uns allen Anliegen und Anreiz zugleich sein, die Schullandschaft in Mecklenburg-Vorpommern modern aufzustellen und für unsere Kinder, für die Schülerinnen und Schüler im Land, eine Umgebung zu schaffen, die gleichwohl leistungsfördernd ist, in der sich aber alle auch wohlfühlen und gerne gemeinsam lernen.“

Die 400 Millionen Euro für den Schulbau setzen sich wie folgt zusammen: Das Land stellt von 2024 bis 2027 jährlich 25 Millionen Euro für den Neubau und die Sanierung von Schulen bereit (100 Millionen Euro). Die Kommunen geben jeweils 25 Millionen Euro pro Jahr aus dem kommunalen Finanzausgleich dazu (100 Millionen Euro). Die Schulträger, die Fördermittel erhalten, müssen in mindestens gleicher Höhe Eigenmittel einsetzen (mindestens 200 Millionen Euro). Das Land unterstützt in diesem Zusammenhang Kommunen, die sich in der Haushaltskonsolidierung befinden und Hilfen zum Haushaltsausgleich bzw. Sonderzuweisungen erhalten, beim Aufbringen dieses Eigenanteils und bei Investitionen mit weiteren Mitteln über den Finanzausgleich.

Beispiele für Bauvorhaben, die über das Konjunkturprogramm Schulbau finanziert werden:

  • Landkreis Vorpommern-Greifswald:

Lindenschule Ducherow – Regionale Schule mit Grundschule – Ersatzneubau – Gesamtkosten ca. 15 Millionen Euro, FAG-Betrag ca. 7,5 Millionen Euro, Durchführungszeitraum 2024-2027

  • Landkreis Ludwigslust-Parchim:

Regionale Schule mit Grundschule „Dr. Friedrich Chrysander“ Vellahn – Schaffung von Klassenräumen – Gesamtkosten rund 300.000 Euro, FAG-Betrag rund 144.000 Euro, Durchführungszeitraum 2026-2027

  • Landkreis Vorpommern-Rügen:

Grundschule „Hermann Burmeister“ Stralsund – Ersatzneubau Sporthalle– Gesamtkosten rund 6 Millionen Euro, FAG-Betrag rund drei Millionen Euro, Durchführungszeitraum 2025-2027

  • Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:

Fritz-Greve-Gymnasium Malchin – Neubau der Mensa – Gesamtkosten ca. 2,8 Millionen Euro, FAG-Betrag ca. 1,4 Millionen Euro, Durchführungszeitraum 2026-2027

Seit 2016 hat das Land die Schulträger mit Fördermitteln von rund einer Milliarde Euro bei mehr als 500 Schulbauvorhaben unterstützt. In diesem Jahr konnten 60 Schulbauvorhaben mit Gesamtkosten von rund 220 Millionen Euro und einem Fördervolumen von rund 120 Millionen Euro fertiggestellt werden. Bei weiteren 30 Schulbauprojekten mit Gesamtkosten von 140 Millionen Euro und einem Fördervolumen von 65 Millionen Euro erfolgte der Baubeginn. „Wir setzen aus dem Sondervermögen des Bundes 600 Millionen Euro für die Sanierung und für den Neubau von Schulen ein, damit wir an weiteren Schulen moderne Lern- und Arbeitsbedingungen schaffen können“, betonten Oldenburg und Pegel.

Hindernisfreie Wege für alle

Belegungsstärkstes Schullandheim in MV baut Barrieren ab

Schwerin – Mehr als 8000 Kinder und Jugendliche besuchen jährlich das vom Caritasverband betriebene Schloss Dreilützow (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Als gemeinnütziges Schullandheim aber auch als Bildungs- und Begegnungszentrum bietet es Raum für Klassenfahrten, für das Entfalten sozialer Kompetenzen und für vielfältige Angebote der Erlebnispädagogik. Bisher jedoch waren die die Wege, das Gutshaus und der Schlossgarten nicht barrierefrei und damit nicht für alle zugänglich. „Mit einer Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro wollen wir das nun ändern“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese, die den entsprechenden Zuwendungsbescheid persönlich übergab.

Die vorhandene Wegestruktur sei zuletzt zu einem immer größeren Hindernis geworden, erklärte die Ministerin. „Wassergebundene, unbefestigte Wege sind immer weiter zugewachsen und ließen sich bei Regen kaum noch sicher begehen. Schon mal gar nicht von Menschen, die auf Gehhilfen oder einen Rollstuhl angewiesen sind“, schilderte Drese das Problem. Eine Aufarbeitung und Verfestigung der Wegestruktur soll deshalb langfristig Abhilfe schaffen.

Begleitet wird das Projekt durch Jugendliche des Hauses, die Interesse an den Umbauarbeiten gezeigt haben und eigene Erfahrungen sammeln wollen. „Das zeigt aus meiner Sicht exemplarisch, wie wichtig Einrichtungen wie das Schloss Dreilützow sind, um auch jungen Menschen Raum zu geben, sich zu entfalten und auszuprobieren“, unterstrich Drese.

Aber auch Erwachsene profitieren von der besseren Infrastruktur. So bietet das Schloss regelmäßig gemeinnützige Veranstaltungen an und ermöglicht mit seinem integrierten Bildungs- und Begegnungszentrum ehrenamtlich Tätigen, Gruppen aus dem kulturellen oder sozialen Bereich und Menschen aus dem Ort die Möglichkeit, zusammenzukommen. „Dass das künftig nicht mehr an körperlichen Einschränkungen scheitert, ist ein enormer Gewinn für die Teilhabe und das gesellschaftliche Leben vor Ort“, zeigte sich die Ministerin sicher.

964 Millionen Euro für die Kindertagesförderung

Land und Kommunen wenden so viele Mittel für frühkindliche Bildung, Betreuung und Förderung auf wie nie zuvor

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern steuern Land und Kommunen bei den Ausgaben für die Kindertagesförderung auf einen neuen Rekord zu. Nach vorläufiger Berechnung auf Grundlage der Abschlagszahlungen finanzieren Land und Kommunen die Kindertagesförderung in diesem Jahr mit 964 Millionen Euro. Im Jahr 2024 waren es insgesamt 936 Millionen Euro. „Land und Kommunen wenden in diesem Jahr so viele Mittel für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Förderung auf wie nie zuvor“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Bei uns gibt es keine Wartelisten, jedes Kind erhält einen Platz. Die Kitas bieten eine hohe Verlässlichkeit und längere Öffnungszeiten als anderswo. Das ist für Eltern von großer Bedeutung, weil ihre Kinder gut betreut und gefördert werden. Dennoch werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um in die Gruppengrößen zu investieren“, so Oldenburg.

Der Anteil des Landes bei der Kindertagesförderung ist in diesem Jahr auf 55,2 Prozent gestiegen, so ist es im Kindertagesförderungsgesetz vorgesehen. Das sind knapp 533 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr lag der Landesanteil bei 54,5 Prozent. Die Kommunen stellen in diesem Jahr voraussichtlich 432 Millionen Euro bereit. Im bundesweiten Vergleich ist Mecklenburg-Vorpommern damit das Bundesland, in dem die Landesregierung im Vergleich zu den Kommunen den höchsten Anteil der öffentlichen Ausgaben für die Kindertagesförderung trägt.

„Allein für die Beitragsfreiheit, die ausschließlich vom Land finanziert wird, wendet die Landesregierung über 230 Millionen Euro pro Jahr auf“, erläuterte die Bildungsministerin weiter. „Seit sechs Jahren sind Krippe, Kindertagespflege, Kita und Hort für Eltern gebührenfrei. Das ist der größte sozialpolitische Erfolg und ein echter Beitrag zur Chancengleichheit. Wir haben den Familien das Versprechen gegeben, dass Kita und Hort beitragsfrei bleiben. Darauf können sich Eltern verlassen.“

Mit den höheren Ausgaben finanzieren Land und Kommunen den Betrieb der Einrichtungen und Qualitätsmaßnahmen. „Hierzu zählen die neue Fachkraft-Kind-Relation von 1:14 und der Mindestpersonalschlüssel. Außerdem ist die Beschäftigung von 1.200 zusätzlichen Fachkräften möglich, die zum Teil schon eingestellt worden sind“, erläuterte Oldenburg. „Auszubildende zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher für 0- bis 10-Jährige erhalten eine höhere Vergütung. Außerdem sind durch unsere Fachkräfteoffensive die Rechte der Assistenzkräfte gestärkt worden. So können zum Beispiel Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, die über eine mindestens dreijährige Praxiserfahrung verfügen, kleinere Gruppen eigenständig leiten und damit auch die Randzeitenbetreuung übernehmen“, so die Ministerin weiter.

Im Forum „Gute Kita 2030“ beraten die Landesregierung, die öffentlichen und freien Kita-Träger, Gewerkschaften, Verbände und der Kita-Landeselternrat, wie bei sinkenden Geburtenzahlen, bei schwierigen Haushaltslagen in Kommunen und im Land die Kindertagesförderung gesichert und weiter qualitativ verbessert werden kann. Bis zum Sommer des kommenden Jahres sollen erste Ergebnisse vorgelegt werden. „Die Kindertagesförderung hat viele Partnerinnen und Partner. Unser gemeinsames Ziel ist es, auch in Zukunft kindgerechte, familienfreundliche und pädagogisch starke Kitas mit einer hohen Qualität zu gestalten.“

In Mecklenburg-Vorpommern besuchen in diesem Jahr 114.067 Kinder eine Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Kinder in der Tagesbetreuung um 2,2 Prozent gesunken und die Zahl der Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen um 9,3 Prozent. Aktuell besuchen 112.302 Kinder eine Kindertageseinrichtung, 1.765 Kinder werden bei Kindertagespflegepersonen betreut und gefördert.

An den Schulen wird keine einzige Stelle gestrichen

Oldenburg: Durch mehr Personal vor Ort ermöglichen wir mehr Unterricht

Schwerin – Bei den von den Gewerkschaften kritisierten künftig wegfallenden Stellen im Schulbereich handelt es sich um rein haushaltstechnische Anpassungen. „Auf den Unterrichtsalltag hat das keinerlei Auswirkungen, weil wir keine einzige Stelle, keine einzige Minute Unterricht streichen. Im Gegenteil: Nach den Einstellungserfolgen der letzten Jahre arbeitet das Bildungsministerium nach wie vor mit ganzer Kraft an der Gewinnung von Lehrkräften“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Das Ziel ist es, durch mehr Personal vor Ort mehr Unterricht zu ermöglichen und die Lehrerinnen und Lehrer durch eine Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern schrittweise zu entlasten.“

Die Regierungspartner haben sich im Koalitionsvertrag auf das Programm „Schule in MV – Aufbruch 2030: 1.000 Stellen besetzen, sichern, erweitern“ verständigt. Mit dem Doppelhaushalt 2024/2025 stehen diese Stellen vollständig bereit. Sie sind für Lehrkräfte, Vertretungslehrkräfte, externe Vertretungskräfte, für eine bessere personelle Ausstattung an beruflichen Schulen, Personal für die Digitale Landesschule, unterstützende pädagogische Fachkräfte, für die Qualifizierung von Lehrkräften im Seiteneinstieg, Alltagshilfen und Verwaltungskräfte an Schulen eingerichtet worden. Insbesondere die Einstellung von Alltagshilfen und Verwaltungskräften führt dazu, dass Lehrkräfte entlastet werden und sich mehr auf ihre pädagogischen Kernaufgaben konzentrieren können. Damit wurde nicht nur das Versprechen der Landesregierung eingelöst, sondern es wurden sogar noch mehr Personen eingestellt als verabredet.

Auf dem Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de werden ganzjährig freie Stellen ausgeschrieben. So kann täglich Personal eingestellt werden. Um offene Stellen zügiger besetzen zu können, hat das Land gemeinsam mit den Mitgliedern des Bildungspaktes das Bewerbungsverfahren gestrafft. Vom Bewerbungseingang bis zur Aushändigung des Arbeitsvertrags vergehen nur noch sechs Wochen. Bewerberinnen und Bewerber, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, können zudem auch an einer anderen Schule direkt eingestellt werden, ohne sich erneut bewerben zu müssen.

Neu eingestellte Lehrkräfte an Regionalen Schulen und Gesamtschulen im ländlichen Raum sowie an beruflichen Gymnasien können Zuschläge zu ihren Bezügen erhalten, wenn sie sich auf Stellen mit den Bedarfsfächern Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie, Physik sowie Arbeit-Wirtschaft-Technik und Geographie bewerben (Personalgewinnungszuschlag).

Zum Start ins Schuljahr 2025/2026 wurden 675 Lehrkräfte neu eingestellt, was einem Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (631 Lehrkräfte) entspricht. Dies ist zugleich die zweithöchste Einstellungszahl zum Schuljahresbeginn in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Zusätzlich absolvieren 674 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen des Landes. Oldenburg betont: „Wir setzen alles daran, trotz des Lehrkräftemangels, den Unterricht abzusichern und die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Dafür benötigen wir heute mehr Vielfalt in den Schulen. Dazu gehören ausgebildete Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und unterstützendes Personal.“

Mit einem Übernahmeverfahren stellen wir sicher, dass Referendarinnen und Referendare nach ihrem Vorbereitungsdienst direkt in den Schuldienst des Landes einsteigen können. Zudem können Referendarinnen und Referendare, die ihren Vorbereitungsdienst an einer Schule im ländlichen Raum absolvieren, einen Verdienstzuschlag in Höhe von 40 Prozent des monatlichen Anwärterbetrages erhalten. Bisher war der Zuschlag an die Bedingung geknüpft, dass die Absolventinnen und Absolventen nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats drei weitere Jahre als Lehrkraft an ihrer Ausbildungsschule unterrichten. „Das haben wir nun geändert. Nach dem Referendariat können sich die Absolventinnen und Absolventen auf eine Stelle in ganz Mecklenburg-Vorpommern bewerben. Damit ermöglichen wir den Lehrkräften mehr Flexibilität“, so die Ministerin.

Bis 2030 müssen weit über 3.300 Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt werden, von denen das Land 2.300 selbst ausbildet. „Das bedeutet, dass wir in den kommenden fünf Jahren mehr als 1.000 Fachkräfte einstellen müssen, die kein grundständiges Lehramtsstudium im Land absolviert haben“, erklärt Simone Oldenburg. „Um diese Lücke schließen zu können, bieten wir in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig Informationsveranstaltungen für Fachkräfte an, die sich für einen Seiteneinstieg an unseren Schulen interessieren.“