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Kategorie: Landtag und Regierung MV

Digitaler ITB Berlin Kongress

Rückblick: Vier Prozent weniger Übernachtungen 2021 – Ausblick: Zahlreiche Jubiläen und neue Unterkünfte – Reiseanalyse 2022: MV bleibt zweitbeliebtestes Reiseland der Deutschen

Schwerin – Heute startet der ITB Berlin Kongress, der als Digitalformat vom 8. bis 10. März der weltgrößten Reisebörse ausgetragen wird. Er ist der weltweit größte Fachkongress der Branche. Anders als in den Jahren vor der Pandemie, als sich Mecklenburg-Vorpommern mit einem großen Messestand in Berlin präsentierte, nutzt das Urlaubsland in diesem Jahr die Möglichkeit, Fachleute, darunter Reiseveranstalter und Journalisten, im Rahmen einer Pressekonferenz über Neues zu informieren.

„Wir sind ein attraktives Urlaubsland und müssen weiter intensiv auf unsere Vorzüge aufmerksam machen. Die Messe ist mit ihrer internationalen Reichweite und Bedeutung für die Tourismusbranche auch digital ein hervorragendes Instrument dafür. Ziel ist es, unser Land weiter als eine der beliebtesten Urlaubs- und Reiseregionen in Deutschland zu entwickeln. Wir brauchen neue, vielfältige und spannende Angebote für unsere Gäste, um im Wettbewerb mit anderen weiter mithalten zu können“, erläuterte Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern.

Birgit Hesse, Präsidentin des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern, ergänzte: „Wir nutzen die Messe weiterhin als digitale Kontaktbörse. Wir wollen in diesem Jahr vor allem Aufmerksamkeit auf das Thema Familienurlaub lenken, denn in dem Segment ist MV als beliebtestes Familienreiseziel der Deutschen Spitzenreiter. Darüber hinaus steht der Paradigmenwechsel im Urlaubsland, sprich die Hinwendung zum qualitativen, nachhaltigen Ausbau unseres Angebotes, im Fokus.“

Von Januar bis Dezember 2021 wurden rund 5,5 Millionen Gäste (-9,9 Prozent) an das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern gemeldet, die etwa 26,6 Millionen Übernachtungen (-4,4 Prozent) im Urlaubsland verbracht haben. Somit mussten nach den deutlichen Rückgängen im Jahr 2021 – knapp ein Fünftel weniger Übernachtungen – noch einmal weitere Rückgänge verkraftet werden. Bundesweit sind die Übernachtungszahlen im Jahr 2021 allerdings um 2,6 Prozent gestiegen; gegenüber 2019 jedoch um 37,4 Prozent zurückgegangen.

„Die Corona-Pandemie hat insbesondere den Tourismus auch im vergangenen Jahr hart getroffen. 2021 war ein schwieriges Jahr mit Wechselbädern zwischen langem Lockdown und Rekordansturm – zwischen Leerstand und Überlastung. Wir hatten herausragende Zahlen im August und im Oktober 2021. Neben der stark nachgefragten Hauptsaison geht es auch darum, insbesondere die Vor- und Nachsaison weiter zu stärken. Hier liegt noch Potential. Die weitere Entwicklung der Tourismusbranche hin zu einer Ganzjahresdestination stärkt die Branche insgesamt“, betonte Meyer weiter.

„Die Branche steht vor neuen Herausforderungen. Nach einer langen Zeit der Pandemie rechnen wird in diesem Jahr mit einer deutlich wachsenden touristischen Nachfrage. Der bundesweite Nachholbedarf nach Urlaub ist groß. Gleichzeitig gilt es, die Qualität im Tourismus weiter zu verbessern. Das ist unser Ziel“, forderte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

„Für 2022 gehen wir von einer weiteren Erholung des Reisemarktes aus und erwarten rund 31 Millionen Übernachtungen. Beachtet man, dass in den ersten fünf Monaten des Jahres 2021 praktisch kein Tourismus stattfinden konnte, ist das restliche Jahr unter den gegebenen schwierigen Bedingungen noch gut verlaufen. Mecklenburg-Vorpommern ist weniger von Geschäftsreisen sowie von internationalem Tourismus geprägt und damit von Bereichen, deren Erholung länger andauern wird“, ergänzte Birgit Hesse.

Ein Blick auf die Reiseregionen zeigt, dass besonders Fischland-Darß-Zingst (-0,3 Prozent), Usedom (-0,8 Prozent), das Vorpommersches Festland (-1,4 Prozent) und Westmecklenburg (-1,0 Prozent) hinsichtlich der Übernachtungen fast auf Vorjahresniveau lagen. Deutlichere Verluste gegenüber 2020 mussten die Insel Rügen (-8,7 Prozent) und die Mecklenburgische Seenplatte und Schweiz (-10,8 Prozent) hinnehmen.

Ein Blick auf die Städte des Landes zeigt nach deutlichen Rückgängen im Jahr 2020 die ersten Erholungstendenzen. Greifswald (+6,8 Prozent) und Wismar (+3,5 Prozent) können ihre Übernachtungen gegenüber 2020 wieder steigern. Stralsund (-8,3 Prozent), Schwerin (-6,1 Prozent) und Rostock (-5,8 Prozent) müssen jedoch im MV-Vergleich auch in diesem Jahr nochmal überdurchschnittliche Übernachtungsrückgänge verzeichnen.

Besonders starke Einbußen gab es auch in diesem Jahr wieder beim internationalen Reisegeschäft. Nur 153.000 Gästeankünfte (2020: -8,4 Prozent; 2019: -61,2 Prozent) und 445.000 Übernachtungen (2020: -14,4 Prozent; 2019: -59,7 Prozent) wurden gemeldet.

Die internationalen Hauptquellmärkte verzeichnen alle, bis auf Schweden, Einbußen. Nach überdurchschnittlich starken Rückgängen im Jahr 2020 konnten die Übernachtungszahlen aus Schweden 2021 um 12,9 Prozent gesteigert werden. Bei den Quellmärkten Niederlande (-15,4 Prozent), Schweiz (-15,7 Prozent), Polen (-34,7 Prozent), Dänemark (-32,5 Prozent) und Österreich (-5,9 Prozent) scheint die Talsohle erst im Jahr 2021 erreicht worden zu sein.

„Der internationale Tourismus hat im letzten Jahr noch später als der Inlandstourismus wieder an Fahrt aufgenommen und uns auf das Niveau von 2000 zurückgeworfen“, sagte Hesse.“

Das Urlaubsland begrüßt Gäste 2022 mit zahlreichen Neuigkeiten. Die Hansestädte Wismar und Stralsund halten seit 20 Jahren ihre Stellung auf der UNESCO-Welterbeliste, der Stummfilmklassiker Nosferatu, der zu großen Teilen in Wismar gedreht wurde, begeisterte vor 100 Jahren erstmals das Publikum, der weltbekannte Archäologe Heinrich Schliemann wäre 200 Jahre alt geworden, und die Künstlerkolonie Ahrenshoop auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst blickt auf 130 Jahre Kunstgeschehen zurück. Ein Meilenstein der Musikgeschichte des Landes wird zweifelsohne die Exklusivresidenz des New York Philharmonic vom 20. bis 22. Mai auf der Insel Usedom sein.

Darüber hinaus wird im Sommer der „Skywalk Königsstuhl“, eine barrierefreie und schwebende Aussichtsplattform, auf der Insel Rügen eröffnet. In der Hansestadt Greifswald entsteht ein neues Hotel der AMEDIA Hotel GmbH mit 123 Zimmern, und am Stettiner Haff nimmt das gleichnamige Resort am Hafen in Altwarp Gestalt an, das auf einem 18.000 Quadratmeter großen Areal Barrierefreiheit in aller Konsequenz verspricht. Zudem lockt die 18-Loch-Golfanlage an der Wismarbucht zum Abschlag mit Meerblick und in Zarrentin entsteht ein Seehotel direkt am Kloster in unmittelbarer Nähe zum Schaalsee.

Am Tag vor dem digitalen Format ITB Berlin Kongress ist die Reiseanalyse 2022 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vorgestellt worden. Demnach kann Mecklenburg-Vorpommern seinen Platz als das zweitbeliebteste Reiseland der Deutschen behaupten. 2021 konnte Mecklenburg-Vorpommern 3,5 Millionen Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer auf dem Konto verbuchen. 2020 waren es noch etwas mehr gewesen (3,8 Millionen Reisen). An der Spitze behauptet sich Bayern (2021: 3,8 Millionen Reisen).

„Wer Zweiter ist, möchte am Ende doch lieber wieder Erster werden. Insofern ist das Ergebnis Ansporn für uns alle. Wir brauchen Gäste, die unser Land neu entdecken – genauso wie Gäste, die gern wiederkommen. Hier brauchen wir weiter Anreize, um kreative und innovative Ideen in die Praxis umzusetzen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt beispielsweise touristische Investitionen, die für mehr Saisonunabhängigkeit im Land sorgen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer abschließend.

M-V: Frau des Jahres 2022

Insel Rügen – „Herzlich willkommen zum Empfang anlässlich des Internationalen Frauentags. Meine Gedanken sind heute in der Ukraine. Bei den Bildern von Frauen, die sich in U-Bahn-Stationen geflüchtet haben, manche davon mit Säuglingen im Arm. Bei den Frauen, Männern und Kindern auf der Flucht. Und bei denen, die ihr Land gegen den russischen Angriff verteidigen. Ich wünsche mir, dass von diesem Empfang ein gemeinsames Zeichen der Solidarität ausgeht. Ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und ein Zeichen des Wunsches nach Frieden“, betonte die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt zu Beginn des digitalen Festempfangs der Landesregierung anlässlich des Internationalen Frauentages. Es gebe viele engagierte Frauen und Männer, die Hilfe für die Menschen in der Ukraine und für die Flüchtlinge, die es nach Mecklenburg-Vorpommern geschafft haben, organisieren. „Dafür gilt ihnen allen herzlicher Dank und große Anerkennung.“

Seit mehr als 100 Jahren sei der 8. März der Tag, an dem Frauen auf der ganzen Welt ihre Rechte und Anliegen stark machen. Frieden habe dabei immer eine zentrale Rolle gespielt. Bernhardt: „Der Internationale Frauentag ist ein Tag, an dem wir stolz zurückschauen auf das, was wir erreicht haben: vom Wahlrecht über den Mutterschutz bis zum Familien- und Eherecht. Unsere ganze Gesellschaft ist durch den Einsatz der Frauen gerechter geworden.“

Bei der Übergabe des Preises Frau des Jahres 2022 an Nadine Förster lobte die Justizministerin das Engagement der Ausgezeichneten: „Wir brauchen Frauen wie Nadine Förster. Sie bereichern unsere Gesellschaft, unser Zusammenleben, unseren Alltag. Nadine Förster verbindet gesellschaftliches Engagement mit Heimatverbundenheit. Auf der Insel Rügen hat sie als Mitbegründerin der Bürgerinitiative ‚Lebenswertes Göhren‘ dazu beigetragen, dass die Menschen vor Ort gewichtige Stimmen erhalten, um Natur und Landschaft zu bewahren sowie die Entwicklung der Region als Gemeinschaftsprojekt mitzugestalten. Darüber hinaus setzt sie sich für die lebendige Demokratie ein. Dieses ehrenamtliche Engagement ist gar nicht hoch genug zu werten. Nadine Förster hat viel mehr für ihre Gemeinschaft getan als es die Auszeichnung würdigen kann. Sie füllt Worte wie Demokratie, Transparenz und Bürgernähe in beeindruckender Weise mit Taten. Sie ist das beste Beispiel, dass man mit Mut, Engagement und Durchhaltevermögen eben doch etwas bewirken kann. Daher gratuliere ich als Gleichstellungsministerin herzlich, Sie sind zu Recht Frau des Jahres“, so Ministerin Bernhardt in ihrer Rede.

Die Beauftragte der Landesregierung für Frauen und Gleichstellung Wenke Brüdgam sagte: „Zwei Jahre Pandemie haben Spuren vor allem bei den Frauen hinterlassen. Oft schlecht bezahlte Arbeit unter schwierigen Bedingungen und großen Gefahren ausgesetzt in den Krankenhäusern. Supermärkten, Kitas und Schulen. Diese zwei Jahre haben aufgezeigt, dass wir unsere Ziele in der Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht haben. Doch dafür streiten wir gemeinsam am 8. März, in diesem wie in allen anderen Jahren. Mecklenburg-Vorpommern macht den Frauentag zum Feiertag und das ist gut so. Wir wollen die Erfolge der Frauenbewegung feiern, aber wir wollen diesen Tag auch nutzen um gemeinsam für die Umsetzung tatsächlicher Gleichstellung, eine bessere Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben und gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu streiten.“

Wegausbau in Lübtheen

Lübtheen – Heute  hat Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV, in Lübtheen einen Zuwendungsbescheid für den Ausbau des Langenhagener Weges in der Ortslage Quassel an Bürgermeisterin Ute Lindenau übergeben.

Die Maßnahme befindet sich im Flurneuordnungsverfahren Gößlow-Quassel. Der Weg ist derzeit unbefestigt ausgebaut. Aufgrund der starken Nutzung durch die Land- und Forstwirtschaft ist er in einem desolaten Zustand und bedarf eines sehr hohen Unterhaltungsaufwandes, um ihn einigermaßen befahrbar zu erhalten.

Neben dem Straßenbau ist auch die Beleuchtung des Weges dem heute gültigen Standard anzupassen. Der Ausbau der Straße erfolgt in Asphaltbauweise in einer Breite von 4,50 Meter und einer Länge von 750 Metern. Die Fahrbahn erhält beidseitig 0,75 Meter breite radspurfeste Bankette. Im Zuge der Erneuerung werden 15 Straßenlampen mit LED Leuchtmitteln montiert.

„Mit dem Ausbau des Weges wird ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Bevölkerung geleistet. Das wirkt sich positiv auf das gesamte Straßenbild aus und trägt nachhaltig zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsverhältnisse bei. Die Maßnahme hat zudem einen hohen Anteil am qualitativen Ausbau des Straßen- und Wegenetzes in der gesamten Region“, sagte der Minister. Die Fördersumme liegt bei rund 327.000 Euro. Sie ermöglicht die Gesamtinvestition in Höhe von 436.000 Euro.

Zwischen 2007 und 2021 förderte das LM in der Stadt Lübtheen insgesamt 40 Maßnahmen über die Richtlinie der Integrierten ländlichen Entwicklung und das LEADER-Programm, die beide zum Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) gehören. Die Zuwendungssumme betrug rund 7,4 Millionen Euro. Damit wurden Maßnahmen im Gesamtwert von rund 15,6 Millionen Euro realisiert.

Förderung herausragender Projekte

Schwerin – Für sieben herausragende Projekte im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat Minister Dr. Till Backhaus, zuständig für die ländlichen Räume in Mecklenburg-Vorpommern, am Montag Förderbescheide übergeben. Per Videoschalte hat er sich mit den Projektverantwortlichen ausgetauscht.

  1. Sukow: Erster digitaler Dorfladen in MV

Die Gemeinde Sukow plant im Zuge der Landesinitiative „Neue Dorfmitte Mecklenburg-Vorpommern“ den Neubau eines Dorfladens. Zum Angebot werden Waren des täglichen Bedarfs gehören.

Seit 2016 müssen die Einwohner für Einkäufe auf umliegende Ortschaften ausweichen. Nun soll der erste digitale Dorfladen in MV mit einer Verkaufsfläche von ca. 200 Quadratmetern und einem Angebot von ca. 3.500 Produkten entstehen. Mit einer Karte, die mit dem Bankkonto verknüpft ist, kann man jeden Tag zu jeder Uhrzeit einkaufen. Für den persönlichen Kontakt mit Barzahlung soll es reguläre Öffnungszeiten mit drei neuen Teilzeitstellen geben.

„Vom Konzept des digitalen Dorfladens bin ich überzeugt. Denn so wird den Menschen aller Altersgruppen der Verbleib auf dem Lande ermöglicht. Als Standort wurde der zentrale Dorfplatz der Gemeinde gewählt. Hier gibt es bereits weitere Einrichtungen, etwa eine Kita, eine Arztpraxis und ein Dorfgemeinschaftshaus. Somit wird der Dorfplatz zu einem vielseitigen Kommunikationsmittelpunkt. Das ist ein wirksames Mittel, um den Folgen des demografischen Wandels im ländlichen Raum entgegenzuwirken“, sagte Minister Backhaus.

Das Konzept „Dorfladen 7/24“ ist eine Entwicklung der Firma MYENSO aus Bremen, welche dieses Konzept bereits anderen Bundesländern umgesetzt hat. Der Schwerpunkt liegt im Angebot regionaler Produkte. Um die Identifikation mit dem Dorfladen herzustellen, können Einwohner Genossenschaftsanteile erwerben.

Die Zuwendung von 150.000 Euro wird als De-minimis-Beihilfe im Rahmen der Grundversorgung der Richtlinie der Integrierten ländlichen Entwicklung MV gewährt. Die Gesamtkosten liegen bei rund 540.000 Euro. Der Laden soll noch in diesem Jahr eröffnen.

Insgesamt wurden zwischen 2007 und 2021 in der Gemeinde Sukow 17 Maßnahmen nach der Richtlinie für ländliche Entwicklung und dem LEADER-Programm mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert. Der Gesamtwert der Investitionen betrug rund 3,8 Millionen Euro.

  1. Domsühl: Teilerweiterung und Sanierung der Regionalen Schule (2. BA)

Derzeit dominiert ein klassischer zweigeschossiger DDR-Typen-Bau aus dem Jahr 1957 den Schulkomplex. Die räumlichen Bedingungen sind unzureichend, weshalb acht von 15 Klassen in Behelfscontainern und einem Barackengebäude unterrichtet werden. Die Unterrichtsbedingungen entsprechen jedoch nicht mehr dem heutigen Standard. Die Aufnahme weiterer Schüler ist schwierig aufgrund der räumlichen Situation. Alternative Schulstandorte in Crivitz und Parchim besitzen ebenfalls keine ausreichenden Kapazitäten. 

Die Grundsanierung und der erste Anbau an das Hauptgebäude sind Bestandteil des derzeitigen ersten Bauabschnittes. Die Zuwendung im Rahmen des Schulbauprogrammes MV liegt bei rund 3,7 Millionen Euro. Im zweiten Bauabschnitt werden zwei weitere Ergänzungsneubauten errichtet, welche sich dem denkmalgeschützten Hauptgebäude unterordnen und moderne Unterrichtsbedingungen bieten. Während der Baumaßnahmen ist die Nutzung des Bestandsgebäudes weiterhin gegeben.

In den Ergänzungsbauten befinden sich unter anderem die eingeschossige Grundschule mit vier Unterrichtsräumen, einem Büro-Koordinator und einem Lehrmittelraum. Außerdem gibt es einen zweigeschossigen, übergreifenden Bereich als Querriegel zum ersten Bauabschnitt. Er beinhaltet drei Unterrichtsräume, zwei Gruppenräume sowie eine Cafeteria mit Lehr- und Verteilerküche. Eine Außentreppe sichert den Fluchtweg.

Die barrierefreie Nutzung der Schule wird durch den Einbau einer Aufzugsanlage im Altbau gewährleistet. In unmittelbarer Nähe wird ein barrierefreies WC integriert.

Im Zuge des zweiten Bauabschnittes werden außerdem neue Außenanlagen hergestellt. Dazu werden u.a. Gehwege, Fahrbahnen, Stellplätze, Sitzmöglichkeiten, Spielgeräte und Zaun gehören. Artenschutzrechtliche Belange werden durch das Anlegen von Steinbeeten, Bienenweiden und Fledermausunterkünften berücksichtigt.

Insgesamt besuchen derzeit 308 Schüler/-innen die Schule in Domsühl. 23 Lehrkräfte sind dort tätig. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2022 geplant, die Inbetriebnahme für Herbst 2023.

„Die Schulerweiterung und -Sanierung der Eldetalschule Domsühl führt zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen. Die Verbesserung der räumlichen, materiellen und sozialen Rahmenbedingungen ist ein entscheidender Faktor für eine umfassende Bildung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen. So wird der Schulstandort Domsühl langfristig gesichert. Es entsteht eine Grundversorgung, die den ländlichen Raum stärkt und der Abwanderung junger Familien entgegenwirkt“, sagte Minister Dr. Backhaus.

Die Gesamtinvestition liegt bei rund 4,7 Millionen Euro, welche durch die ILERL-MV-Förderung von rund 3,4 Millionen Euro unterstützt wird.

Insgesamt wurden in der Gemeinde Domsühl zwischen 2007 und 2021 sechs Maßnahmen nach der Richtlinie für ländliche Entwicklung und dem LEADER-Programm mit rund 3,8 Millionen Euro gefördert. Der Gesamtwert der Investitionen betrug rund 5,2 Millionen Euro. 

Darüber hinaus übergab Minister Backhaus Zuwendungsbescheide für folgende Projekte:

  1. Gemeinde Obere Warnow: Umbau und Sanierung der denkmalgeschützten Reithalle zum Feuerwehrgerätehaus

Gesamtkosten:                     2 Millionen Euro

Zuwendung ILERL:                1 Million Euro

Sonderbedarfszuweisung IM:   648.000 Euro

Anzahl Fördermaßnahmen 2007 – 2021: 6

Gesamtfördersumme 2007 – 2021: 1,4 Millionen Euro

Gesamtinvestitionen 2007 – 2021: 2,6 Millionen Euro

4. Gallin: Ausbau des ländlichen Weges in die Heidetannen

Gesamtinvestition:              911.000 Euro

Zuwendung ILERL MV:        584.000 Euro

Anzahl Fördermaßnahmen 2007 – 2021: 11

Gesamtfördersumme 2007 – 2021: 2 Millionen Euro

Gesamtinvestition 2007 – 2021: 3,3 Millionen Euro

5. Warsow: Neubau eines Feuerwehrgerätehauses

Gesamtkosten:                     724.000 Euro

Zuwendung:                          543.000 Euro Anzahl

Fördermaßnahmen 2007 – 2021: 14

Gesamtfördersumme 2007 – 2021: 1,1 Millionen Euro

Gesamtinvestition 2007 – 2021: 1,8 Millionen Euro

  1. Dersenow: Sanierung der Kinder- und Jugendwohnstätte Gutshaus Dersenow

Gesamtkosten:                     666.666,66 Euro

Zuwendung ILERL M-V:       600.000,00 Euro

Anzahl Fördermaßnahmen 2007 – 2021: 2

Gesamtfördersumme 2007 – 2021: 776.000 Euro

Gesamtinvestition 2007 – 2021: 1,4 Millionen Euro

  1. Parchim/ Ortslage Damm: Ersatzneubau Brücke über die Alte Elde 

Gesamtkosten:                     2,1 Millionen Euro

Zuwendung ILERL M-V:       1,9 Millionen Euro

Verbleibender Eigenanteil: 210.498,25 Euro

Anzahl Fördermaßnahmen 2007 – 2021: 23

Gesamtfördersumme 2007 – 2021: 4,1 Millionen Euro

Gesamtinvestition 2007 – 2021: 5,3 Millionen Euro

Equal Pay Day

Schwerin – Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt und die Beauftragte der Landesregierung für Frauen und Gleichstellung, Wenke Brüdgam, fordern anläßlich des Equal Pay Day gerechte Bezahlung.

„Es traurig, dass es noch immer eines solchen Tages bedarf, um auf die Ungerechtigkeit im Lohnsektor hinzuweisen. Der Equal Pay Day steht jedes Jahr für den Tag, bis zu dem Frauen vom 1. Januar an mehr arbeiten müssen, um auf das gleiche Jahresbruttoentgelt zu kommen wie Männer. Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen liegt noch immer bei rund 18 Prozent. Das ist eine Kluft, die beispielhaft zeigt, dass wir bei der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern weiterhin viel zu tun haben. Daher hat sich die Landesregierung eine intensive Gleichstellungspolitik auf die Fahnen geschrieben. Die Ernennung der Beauftragten der Landesregierung für Frauen und Gleichstellung war ein wichtiges Zeichen. Der Lohnunterschied zwischen Frau und Mann gehört ins Geschichtsbuch. Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen schon mit dem 1. Januar so viel verdienen wie Männer, denn sie haben es verdient“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Bernhardt.

Die Beauftragte der Landesregierung für Frauen und Gleichstellung, Wenke Brüdgam: „Unter dem Motto ‚Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt‘ findet dieses Jahr der Equal Pay Day am 7. März statt. Kernforderung dieses Aktionstages ist die gleiche und gerechte Bezahlung unabhängig vom Geschlecht. Noch immer gibt es reale Lohnlücken. Hinzu kommt, dass Frauen noch immer den Großteil der unbezahlten Heim-, Sorge- und Pflegearbeit leisten. All dies führt dazu, dass Frauen im Osten in ihrem Leben rund 450.000 Euro weniger Vermögen aufbauen als Männer. Wir setzen uns für die Transparenz in der Entlohnung sowie gleiche Bezahlung von gleicher und gleichwertiger Arbeit ein. Die Digitalisierung in der Arbeitswelt kann für Frauen und Männer große Chancen bieten, wenn denn alle von den Möglichkeiten des digitalen Wandels profitieren können. Die Arbeitswelt von Morgen darf nicht auf dem gleichen Fundament der Ungerechtigkeiten von heute gebaut werden.“

Zwei Orte als Tourismusorte anerkannt

Meyer: Touristisches Angebot nachhaltig verbessern

Schwerin – Am Freitag sind durch Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer in Wittenbeck (Landkreis Rostock) Anerkennungen für zwei Gemeinden und eine Stadt zum „Tourismusort“ in Mecklenburg-Vorpommern feierlich verliehen worden. „Mit der Anerkennung sind im Landkreis Rostock Börgerende-Rethwisch, Wittenbeck und Kröpelin berechtigt, die Erhebung einer Kurabgabe einzuführen. Diese kann für die Finanzierung touristischer Infrastruktur und weiterer touristisch relevanter Aufgaben wie beispielsweise Marketingmaßnahmen, digitale Gästekarten und fahrpreislose ÖPNV-Angebote eingesetzt werden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer vor Ort.

Die Einführung der neuen Prädikate und die damit verbundenen neuen Finanzierungsmöglichkeiten sollen das touristische Angebot in den Orten nachhaltig verbessern. „Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung von Infrastruktur, Mobilität und Qualität. Sie sind ein wesentlicher Baustein dafür, dass Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben kann“, machte Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer deutlich.

Das Tourismusministerium kann Gemeinden auf der Grundlage von § 1 i. V. m. § 4a des Kurortgesetzes Mecklenburg-Vorpommern die Anerkennung zum Tourismusort verleihen. Voraussetzungen um Tourismusort werden zu können, sind unter anderem eine landschaftlich bevorzugte Lage oder das Vorhandensein bedeutender kultureller Einrichtungen (insbesondere Museen oder Theater), internationale Veranstaltungen oder sonstige bedeutende Freizeiteinrichtungen von überörtlicher Bedeutung. „Mit der Anerkennung als Tourismusorte können touristische Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Orte, die nicht als Kur- oder Erholungsort anerkannt sind, aber gleichzeitig wichtige Leistungen und Angebote für die Touristen vorhalten und bedeutend für interkommunale Vorhaben sind, kann auf diese Weise eine finanzielle Basis geschaffen werden“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Die Gemeinde Wittenbeck konnte vor allem durch die Lage an der mecklenburgischen Ostseeküste, südlich angrenzend an das Landschaftsschutzgebiet „Kühlung“ mit Radfahr- und Wandermöglichkeiten überzeugen. Der ortsansässige Golfplatz Wittenbeck ist einer der landschaftlich am schönsten gelegenen Golfplätze im Land und zieht internationale Gäste als auch Tagesgäste aus Mecklenburg-Vorpommern an. „Die Traditionsbahn ´Molli´ ist ein touristisches Highlight und ein überregionales Aushängeschild für die Gemeinde. Gleichzeitig ist sie eine wichtige Verbindung für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr in der Region“, sagte Meyer.

Die Gemeinde Börgerende-Rethwisch ist eingebettet zwischen den Ostseebädern Warnemünde und Heiligendamm. Sie liegt in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes „Conventer Niederung“. Am naturbelassenen Strand können Strandkörbe gemietet und die Natur entlang der Wanderwege erkundet werden. „Die Gemeinde punktet mit einem vielfältigen Übernachtungs- und Freizeitangebot. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer Spiel- und Fitnessparcours eröffnet, welcher sowohl von Einheimischen als auch von Gästen gern genutzt wird“, erläuterte Tourismusminister Meyer bei der Übergabe der Urkunden.

Für Kulturbegeisterte ist die Stadt Kröpelin ein besonders interessanter Ausflugsort. Auf dem Gut Groß Siemen können Führungen im 25 Hektar großen, denkmalgeschützten Landschaftspark mit einer Sammlung von 3.500 historischen englischen Rosen und einem bis zu 200 Jahre alten Baumbestand gebucht werden. „Die Orangerie auf dem Gutsgelände ist zudem eine beliebte Veranstaltungsstätte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit überregionaler Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer abschließend. Für Unterhaltung sorgen in der Stadt das deutschlandweit einzige Ostrockmuseum, das Stadtmuseum, die Kirche Kröpelin und die Kröpeliner Mühle mit verschiedenen Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Vorträge.

Kinder- und Jugendübernachtungsstätten

Schwerin – Hilfe für den Kinder- und Jugendtourismus: Das Land stellt bis zu zwei Millionen Euro für Kinder- und Jugendübernachtungsstätten zur Verfügung. „Wir wollen damit notwendige Investitionsvorhaben gemeinnütziger Träger finanziell unterstützen, um diese wichtigen Strukturen zu erhalten und zu stärken“, betonte Jugendministerin Stefanie Drese anlässlich des Programmstarts.

Die neue Richtlinie „Fördergrundsätze zur Gewährung von Zuwendungen für Investitionen in Kinder- und Jugendübernachtungsstätten gemeinnütziger Träger“ ist Ende Februar in Kraft getreten und gilt bis zum 31. Dezember 2024.

„Kinder- und Jugendübernachtungsstätten übernehmen einen überaus wertvollen Beitrag in der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt. Sie sind wichtige Orte für Jugendbildung, Ferienfreizeiten sowie internationale Begegnungen“, verdeutlichte Drese.

Als überwiegend gemeinnützig organisierte Einrichtungen haben die Übernachtungsstätten nach Aussage von Ministerin Drese nur geringe Möglichkeiten, Rücklagen aufzubauen. Dies habe schon in der Vergangenheit zu einem Investitionsstau geführt. Drese: „Die Corona-Krise hat diese Lage noch erheblich verschärft. Deshalb helfen wir gezielt mit Investitionszuschüssen in Höhe von zwei Millionen Euro.“

Die Zuwendung des Landes an die Träger der Vorhaben erfolgt als Projektförderung und beträgt in der Regel bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Zuwendung soll 200.000 Euro nicht überschreiten.

Gefördert werden vorrangig Vorhaben, die der Substanzerhaltung vorhandener Kinder- und Jugendübernachtungsstätten dienen. Dazu gehören die Instandsetzung, Sanierung und Modernisierung der Bausubstanz, insbesondere der Heizungs- und Sanitäranlagen, der Dächer, anderer betriebstechnischer Anlagen sowie der Einsatz energiesparender Wärmedämmung und die Ermöglichung von Barrierefreiheit.

Drese: „Durch die Zuwendungen des Landes sollen in Folge der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie Investitionen ermöglicht werden, die dem langfristigen Substanzerhalt der Einrichtungen gemeinnütziger Träger dienen und so das Angebot im Sektor der Kinder- und Jugenderholung für die Zukunft sichern.“

Die Richtlinie ist auf der Website des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS M-V) unter https://www.lagus.mv-regierung.de/Foerderungen/MV => und dort unter dem Abschnitt „Förderung von Bauinvestitionen“ eingestellt. Dort sind zudem die erforderlichen Antragsunterlagen sowie weitere Informationen zu finden.

Entlastung von Kindertageseinrichtungen

Alltagshelferinnen und -helfer sollen Kindertageseinrichtungen entlasten

Schwerin – Der Finanzausschuss des Landes hat grünes Licht für die Bereitstellung von 2,5 Millionen Euro für die Unterstützung von Kindertageseinrichtungen mit Alltagshelferinnen und -helfern gegeben. Voraussichtlich im Frühjahr können Kita-Träger Anträge an die Landkreise und kreisfreien Städte stellen.

„Erzieherinnen und Erzieher an den Kindertagesstätten ebenso wie alle, die in der Kindertagespflege arbeiten, leisten seit Ausbruch der Pandemie unter diesen schwierigen Bedingungen Herausragendes. Deshalb ist es mir besonders wichtig, sie in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen und zu entlasten“, erklärt Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Alltagshelferinnen und -helfer sind kein pädagogisches Personal. Sie nehmen die Kinder in Empfang oder übergeben sie beim Abholen an die Eltern, kümmern sich um Desinfektionen, decken Tische auf und ab, helfen in den Küchen oder beim Einkaufen, räumen mit auf.

Auf diese Weise sorgen Alltagshelferinnen und -helfer dafür, dass sich die Erzieherinnen und Erzieher besser auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können und tragen damit zu einer Steigerung der Betreuungsqualität bei.