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Kategorie: Politik

Wald durch Waldaktien finanziert

Insel Rügen – Am Samstag, den 4.11.2023, 11 Uhr, wird für das Waldaktien-Projekt Dreschvitz auf Rügen gemeinsam mit dem Projektträger Forstamt Rügen, dem Kompetenzzentrum Ökowertpapiere des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt und den Waldaktionären gepflanzt.

Unterstützt wird der erste Abschnitt u.a. von der Haymarket Media GmbH, die mit dem Kauf von 415 Waldaktien einen Beitrag zum Klimaschutz leistete. Das Projekt Dreschvitz auf Rügen ist auf der neugestalteten Homepage www.waldaktie.de ab sofort zu finden, so dass dort Waldaktien gekauft werden können.

Seit über 15 Jahren wird erfolgreich mit der Waldaktie aufgeforstet, d.h. neuer Wald geschaffen. Mit dem Kauf von Waldaktien haben Privatpersonen und Unternehmen die Möglichkeit einen freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern zu leisten. Dem Wald kommt im Klimaschutz, genauer im Landnutzungssektor die Bedeutung einer Senke zu. Der Wald bindet Kohlenstoffdioxid durch Entnahme aus der Atmosphäre.

„Mit der Waldmehrung entsteht nach und nach heute eine Waldfläche, die den natürlichen Kohlenstoffspeicher erheblich erweitert. Aufgeforstet wird nach Landeswaldgesetz. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Auswahl klimaresilienter und standortgerechter Baumarten gelegt. Wir schaffen heute das Potential für erhebliche Negativemissionen, die uns helfen, die vereinbarten Klimaziele zu erreichen“, betonte Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus, der selbst nicht vor Ort sein konnte.

Das Projekt Dreschvitz generiert insgesamt 15.400 Waldaktien. Die Umsetzung des Projektes erfolgt in Teilabschnitten. Bei der Pflanzung am 4.11.2023 wird der erste Teilabschnitt gepflanzt, der aus den Einnahmen der Waldaktie refinanziert wird. Interessierte Personen oder Unternehmen können sich auf www.waldaktie.de informieren und an das Kompetenzzentrum Ökowertpapiere werden.

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt hat im Herbst 2021 das Kompetenzzentrum Ökowertpapiere geschaffen. Ziel ist es, die bestehenden Ökowertpapiere weiter zu entwickeln. Darüber hinaus sollen auch neue Ökowertpapiere geschaffen werden. Weitere Informationen unter: Zukunft durch natur­basierte Lösungen – z-eco.de

Die Ökowertpapiere stehen für verbriefte Ökosystemleistungen und wurden für freiwillige Märkte, d.h. für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt oder freiwilligen Biodiversitätsmarkt entwickelt. Sie ermöglichen es Unternehmen aber auch Privatpersonen in Projekte zu investieren und damit zum Klimaschutz, zur Biodiversität oder zur Förderung anderer Ökosystemleistungen beizutragen.

Ergänzend zu den Ökowertpapieren werden Spenden- und Sponsoringprojekte angeboten.

Einsatzkräften der Bundeswehr gedankt

Schwerin – Landesinnenminister Christian Pegel hat seinen Besuch beim Zweiten Einsatzkontingent der enhanced Vigilance Activities, das sich in erheblichem Umfang aus Soldatinnen und Soldaten der Flugabwehrraketengruppe 21 (FlaRakGrp 21) aus Mecklenburg-Vorpommern zusammensetzt, in Polen beendet und die Bedeutung des Einsatzes der mehr als 250 Soldatinnen und Soldaten für die Sicherheit Europas unterstrichen, indem die Kräfte nahe der Grenze zur Ukraine den Luftraum des Nato-Partners Polen, aber auch der Nato-Länder insgesamt und damit Deutschland selbst schützen.

„Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die zentrale Aufgabe der Bundeswehr, Frieden und Freiheit in Europa zu verteidigen, wieder wesentlich mehr in den Fokus gerückt. Das Schutzempfinden der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, aber auch in der gesamten EU, hat sich merklich verändert. Auch hier vor Ort spürt man, dass dieser Bundeswehr-Einsatz hier so dicht an der ukrainischen Grenze ein sehr bedeutendes Signal für die polnischen Partner ist. Als Bündnispartner steht Deutschland den Bürgerinnen und Bürgern Polens solidarisch zur Seite – das ist für uns als direkten Nachbarn Polens umso selbstverständlicher“, sagte Christian Pegel nach seinem gut fünfstündigen Besuch bei den Streitkräften.

Insgesamt 287 deutsche Soldatinnen und Soldaten, darunter zwei Patriot-Flugabwehrstaffeln aus Bad Sülze im Landkreis Vorpommern-Rügen, sind im polnischen Zamosc südöstlich von Warschau knapp 35 Kilometer von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt stationiert, um das Land vor Beschuss aus der Luft, insbesondere auch durch versehentlich fehlgehende Raketen, aus der Luft zu schützen. In der Nähe liegt ein wichtiger Eisenbahn-Umschlagbahnhof von zivilen und militärischen Gütern für die Ukraine.

„Dass es nach mehr als 70 Jahren Frieden nun auf europäischem Boden einen so brutalen Krieg wie in der Ukraine gibt, hat auf vielen Ebenen für eine Zeitenwende gesorgt. Wir können in Deutschland in Sicherheit, Freiheit und Frieden leben, weil die Soldatinnen und Soldaten bereit sind, diesen Dienst auf sich nehmen und unser Land zu schützen und zu verteidigen“, bedankt sich der Minister.

Für Mecklenburg-Vorpommern sei die Bundeswehr immer ein verlässlicher und wichtiger Partner, betonte der Minister. „Dies wurde in den vergangenen Jahren wieder sehr deutlich bei der Bekämpfung der Waldbrände in Lübtheen und Göldenitz sowie während der Corona-Pandemie. In dieser haben mehrere hunderte Soldatinnen und Soldaten die Landkreise und kreisfreien Städte vielfältig in der Pandemiebekämpfung unterstützt.“

Die Frauen und Männer nehmen viel auf sich, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. „So leben sie teilweise monatelang getrennt von ihren Familien, Angehörigen und Freunden. Mein herzlicher Dank geht deshalb nicht nur an die Einsatzkräfte selbst, sondern auch an die Familien und Angehörigen, ohne deren Unterstützung der Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten nicht möglich wäre“, sagte Innenminister Christian Pegel. Dies gelte umso mehr, weil die in Mecklenburg-Vorpommern stationierten Kräfte mit ihren Patriot-Abwehrsystemen auch bereits in der Slowakei im Einsatz waren und sowohl die Kräfte aus Bad Sülze als auch aus Sanitz in den vergangenen eineinhalb Jahren erhebliche Auslandseinsatzzeiten bewerkstelligen mussten. „Ich habe gleichwohl ein hochmotiviertes, mit sehr spezialisierten Tätigkeiten und Fähigkeiten betrautes Kontingent getroffen, die sich jetzt aber sehr berechtigt auf eine Rückkehr vor Weihnachten zu ihren Familien freuen“, so der Minister.

Mehr Mittel für Gedenkstättenfahrten

Oldenburg: Gedenkstättenbesuche leisten bedeutenden Beitrag zur Erinnerungskultur

Schwerin – Vom kommenden Jahr an sollen mehr Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern die Gelegenheit haben, an Fahrten in die ehemaligen deutschen Vernichtungslager in Polen teilzunehmen. Die Landesregierung plant, die Mittel von jährlich 50.000 Euro auf 150.000 Euro pro Jahr zu erhöhen. Das ist eine Erhöhung um das Dreifache. So sieht es der Entwurf des Doppelhaushalts 2024/2025 vor, der vom Landtag noch beschlossen werden muss.

„Unsere Schulen haben ein hohes Interesse an Gedenkstättenfahrten in die ehemaligen deutschen Vernichtungslager in Polen, vor allem in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Für 2024 haben sich bereits 50 Schulen angemeldet, das sind über 1.000 Schülerinnen und Schüler. Dieses Interesse ist überwältigend“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Schulen stellen Förderanträge bei der Europäischen Akademie MV in Waren (Müritz). Die Organisation der Fahrten durch die Akademie sorgt für eine erhebliche Entlastung bei den Schulen und für die betreuenden Lehrkräfte.

Die Finanzierung der Fahrten erfolgt zum einen über das Bundesprogramm „Jugend erinnert“ in Kooperation mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund. Das IBB stellte im Jahr 2022 ca. 100.000 Euro bereit. Für Gedenkstättenfahrten von fünf bis sechs Tagen nach Polen, insbesondere in die Gedenkstätten Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Belzec, Sobibor und Kulmhof, hat Mecklenburg-Vorpommern bislang 50.000 Euro als Kofinanzierung aufgebracht. Ziel ist es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen möglichst geringen Eigenbetrag zahlen müssen.

„Bei der Förderung von Gedenkstättenfahrten liegt Mecklenburg-Vorpommern im Pro-Kopf-Vergleich bundesweit deutlich an der Spitze“, betonte die Ministerin. „Mit den Gedenkstättenbesuchen wird Geschichte erlebbar. Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Gewaltherrschaft und Menschenfeindlichkeit auseinander. Das ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig und trägt auch dazu bei, dem Antisemitismus vehement entgegenzutreten. Gedenkstättenbesuche leisten einen bedeutenden Beitrag zur Erinnerungskultur“, so Oldenburg.

Die geplante Aufstockung der Fördermittel für Gedenkstättenfahrten ist eine konkrete Umsetzung des Landtagsbeschlusses „Demokratische Erinnerungskultur an Schulen stärken“. Die Landesregierung will damit auch Anregungen von Lehrkräften nachkommen, die sich auf dem gleichnamigen Fachtag am 21. Juni 2023 in Rostock in großer Breite für die Ausweitung dieser Fahrten ausgesprochen hatten.

Till Backhaus 25 Jahre im Ministeramt

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz , Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, ist morgen 25 Jahre im Ministeramt und damit der dienstälteste Minister Deutschlands. Dies nimmt er zum Anlass, um auf 25 Jahre Arbeit als Minister und seine politischen Schwerpunkte zu reflektieren.

„Zunächst einmal möchte ich mich bei den Bürgerinnen und Bürger im Land bedanken, dass sie mir seit so vielen Jahren den Rückhalt und das Vertrauen schenken, gute Politik für unser Land zu machen. Mein Ansatz war es von Anfang an, sich um die Probleme der Menschen zu kümmern. Man muss am Volk sein und Initiativen starten. Ich habe das immer gemacht, bis heute. Das beginnt bei der Dorferneuerung, dem Bau von Gemeinschaftshäuserm, dem Wegebau und der Infrastruktur im ländlichen Raum, über die Sorgen der Landwirte und die Belange der vor- und nachgelagerten Bereiche der Ernährungswirtschaft, bis zur Flurneuordnung.

Auch wenn Kritiker mir hin und wieder eine gewisse Sprunghaftigkeit vorwerfen, die Entwicklung der ländlichen Räume stand für mich immer im Fokus. Wir haben hier seit 1991 25 Miliarden Euro in investiert und die Dörfer in weiten Teilen des Landes auf Vordermann mit Kindergärten, Schulen, Gemeinschaftseinrichtungen und Feuerwehren auf Vordermann gebracht. Das alles sind Beiträge zu gleichwertigen Lebensverhältnissen. Nicht umsonst haben wir heute vielerorts einen Run auf die ländlichen Räume, vor allem von jungen Familien. Das ist auch in den Speckgürtelregionen und größeren Gemeinden und Städten wirklich gut gelungen.

Ein roter Faden meiner Politik ist auch, dass wir mit stetigen Vergrößerung meines Ministeriums immer neue Erkenntnisse gewonnen haben. Da mag der Eindruck der Sprunghaftigkeit herkommen. Denken wir nur an die Probleme im Grundwasserbereich, die eine strenge Düngeregelung erforderten, den Erhalt der Biodiversität oder den Klimschutz.

Ich habe mich darauf konzentriert, konzeptionell und wissensbasiert zu arbeiten. 1998 habe ich die Leitung des Ressorts übernommen, 2000 haben wir unser Agrarkonzept vorgelegt, in dem wir die Leitlinien unserer Agrar- und ländlichen Entwicklungspolitik niedergeschrieben haben.

Das für mich größte Trauerspiel in diesem Zusammenhang ist die Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen. Das lief anders, als ich es wollte. Hätte man den Ländern die Flächen übertragen, hätten wir Einfluss auf die Strukturen in der Landwirtschaft nehmen können. Wir hätten heute enormen Gestaltungsspielraum, von der Landwirtschaft, über die Energiewende bis hin zu Moor- und Klimaschutz.

Neben der Entwicklung der ländlichen Räume sehe ich auch die Entwicklung unserer Wälder – angefangen von konzeptionellen Arbeiten, wie dem Landeswaldprogramm, über die bundesweit größte Aufforstungsinitiative bis hin zum Aufbau eines Fachzentrums für Waldbrandschutz – als einen großen politischen Erfolg an. Darüber hinaus habe ich immer dafür gesorgt, dass unsere einmaligen Naturlandschaften in weiten Teilen erlebbar bleiben, denn ich bin davon überzeugt: nur was wir kennen und schätzen, schützen wir.

Landschaft und Natur locken Touristen nach M-V, die wiederum für Arbeit und Beschäftigung sorgen. Also müssen die Interessen von Tourismus und Naturschutz miteinander harmonisiert werden. Im Frühjahr 2013 wurde unter Teilnahme von Bundeskanzlerin Merkel das Naturerbe-Zentrum der DBU auf Rügen mit dem Baumwipfelpfad eröffnet. Mit dem Skywalk im Nationalpark Jasmund und dem ersten Nationalen Naturmonument der Bundesrepublik, den Ivenacker Eichen, haben wir weitere touristische Highlights geschaffen.

Selbstverständlich hatten wir auch allerhand Krisen zu meistern: Sturmfluten, Waldbrände, Tierseuchen sind nur einige Bespiele. Ohne meine hochengagierten und hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wäre das so nicht möglich gewesen.

Kritisch war insbesondere die Vogelgrippe, die 2006 auf Rügen gewütet hat. Mein Ziel war es, ein Überspringen der Seuche auf Nutztierbestände zu verhindern. Das haben wir erreicht. Im Ergebnis haben wir unsere Strukturen in der Tierseuchenbekämpfung gestrafft und effizienter gestaltet. Das hat sich jüngst auch bei der Afrikanischen Schweinepest bewährt. Dieses Problem haben wir innerhalb von anderthalb Jahren gelöst.

Das ist neben M-V bisher nur 2 Staaten in Europa gelungen. Seitdem ist Mecklenburg-Vorpommern ASP-frei. Einer meiner größten Erfolge in diesem Bereich ist, dass wir das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems ansiedeln konnten. Dort wird Forschung zu Tierseuchen auf Spitzenniveau betrieben.

Für den Schutz der Außen-, Bodden- und Haffküsten wendete Mecklenburg-Vorpommern seit 1991 rund 500 Millionen Euro auf. Damit konnten wir den Schutz der Menschen, Ortschaften und Güter in hochwassergefährdeten Gebieten erheblich verbessern. Die Schutzanlagen sichern heute Gebiete mit insgesamt rund 200.000 Einwohnern und Vermögenswerte von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

Ein Beispiel: das Sperrwerk in Greifwald, einem der umfangreichsten und technisch anspruchsvollsten Küstenschutzvorhaben Mecklenburg-Vorpommerns. Zurzeit stellt das Land jährlich knapp 20 Millionen Euro für den Küstenschutz bereit. Seit 1991 wurden außerdem rund 100 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau des Hochwasserschutzsystems an der Elbe investiert. Damit wurden 110 Kilometer Deiche und zugehörige Anlagen saniert.

Ein anderer wichtiger Meilenstein ist für mich der Bau des Inselhafens Prerow und die damit einhergehende Renaturierung des Nothafens Darßer Ort. Damit wird ein Teil des Nationalparkplans Realität. Zum Ende der Wassersportsaison – konkret zum 15. Oktober 2023 – wurde der Nothafen in der Kernzone des Nationalparks geschlossen.

Als Ersatz für den Nothafen wird in der nächsten Saison der neue Inselhafen verfügbar sein, der auch als kleiner Etappenhafen nutzbar ist und über entsprechende (touristische) Infrastruktur verfügen wird. Mit der Errichtung der neuen, 720 m langen Seebrücke, die den Inselhafen mit dem Festland verbindet, entsteht die längste Seebrücke im Ostseeraum.

Die kommenden Monate werden maßgeblich durch verschiedene Gesetzesinitiativen bestimmt: Wir werden ein Klimaschutzgesetz mit ganz klaren Sektorenzielen beschließen. Wir werden ein Landeswasser- und Küstenschutzgesetz vorlegen. Und schließlich arbeiten wir an einer Zukunftsstrategie für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume.

Für mich ist klar, dass wir uns bei der nächsten GAP-Reform noch mehr auf die vier komplexen Themen Klimaschutz, Artenschutz, sauberes Wasser und Ernährungssicherung konzentrieren müssen. „Öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ muss der Grundsatz für die Zukunft lauten. Den Begriff habe ich einmal geprägt und ich hoffe, er wird umgesetzt.

Aktuell sieht es so aus, dass die Ökoregelungen, so wie sie vom Bund ausgestaltet wurden nur eine geringe Akzeptanz erfahren haben. Hauptursache dafür ist auch Sicht von M-V die fehlende Anreizkomponente für die Landwirte. Wir haben immer betont, dass die Landwirte mit den zusätzlichen Leistungen für den Klimaschutz, sauberes Wasser und Biodiversität Einkommen erzielen müssen.

Das ist aber mit den berechneten Prämiensätzen nicht möglich. Und da reicht es nicht an kleinen Stellschrauben zu drehen. Der Bund müsste mit der KOM in Verhandlung treten um Grundlegendes an der grünen Architektur zu ändern. Wir sind auf jeden Fall dagegen weitere ÖR einzuführen, die sich dann auch noch mit den Leistungen in der 2. Säule überlagern. Eine Kürzung der Einkommensgrundstützung zu Gunsten einer Erfüllung der Auflagen bei den ÖR wird M-V nicht unterstützen.

Wir dürfen nicht vergessen, die GAP wurde zu Friedenszeiten verhandelt. Die globalen Bedingungen haben sich geändert. Das Thema Ernährungssicherung in Europa hat einen ganz anderen Stellenwert bekommen.“

Investoren aus der Schweiz gesucht

Meyer: Mecklenburg-Vorpommern ist attraktiver Wirtschaftsstandort für innovative Ideen und Technologien

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ist am Donnerstag für zwei Tage in die Schweiz gereist. Im Mittelpunkt steht ein Wirtschaftstreffen in der Deutschen Botschaft in Bern mit Unternehmen aus der Schweiz, die Interesse am Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern haben.

Die Veranstaltung dient auch dem Austausch mit Unternehmen aus der Schweiz, die sich bereits in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt haben und über ihre positiven Erfahrungen berichten werden.

„Ziel der Reise ist es insbesondere, für den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu werben. Wir haben ansiedlungsinteressierten Unternehmen viel zu bieten. Für innovative Ideen und Technologien sowie die Erschließung neuer Märkte bieten wir attraktive Angebote mit ausreichend großen Gewerbeflächen und hochqualifizierten Arbeitskräften. Wir setzen auf eine moderne, international wettbewerbsfähige und klimafreundliche Industrie.

Deshalb werden wir Ansiedlungen und Erweiterungen von Unternehmen weiter offensiv unterstützen. Der Fokus liegt dabei auf grünen Gewerbegebieten, den Chancen der erneuerbaren Energien sowie dem Strukturwandel in der maritimen Industrie. In den vergangenen Jahren ist es bereits gelungen, Schweizer Unternehmen erfolgreich von Mecklenburg-Vorpommern als modernen Investitionsstandort zu überzeugen. Den Weg gehen wir weiter“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Simon Michel, CEO der Firma YpsoMed, wird im Rahmen der Veranstaltung über die positive Entwicklung der Produktion und das weitere Wachstum des Unternehmens in der Landeshauptstadt Schwerin berichten.

Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist überwiegend klein- und mittelständisch geprägt. In den letzten dreißig Jahren seit der Wiedervereinigung konnten strukturbedeutende Ansiedlungen realisiert werden, die die Wirtschaftsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig gestärkt haben. Neben dem Tourismus, der Ernährungswirtschaft, der Maritimen Industrie und dem Maschinen- und Anlagenbau konnte auch der Bereich der Medizintechnik nachhaltig gestärkt werden. Gerade auch Schweizer Unternehmen haben zu dieser Entwicklung einen wichtigen Beitrag geleistet.

„Eine starke Wirtschaft, ein enger sozialer Zusammenhalt und die ökologische Verantwortung auf einer soliden finanziellen Basis sind die Kernelemente der Wirtschaftspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Die Lage zwischen den Ballungszentren Berlin und Hamburg, die moderne Infrastruktur, das Angebot an Gewerbeflächen und die bodenständigen Menschen machen unser Land zu einem attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort“, sagte Meyer.

Der Lebensmittelkonzern Nestlé hat sich mit einem Werk zur Herstellung von Nescafé Dolce Gusto-Kapseln in der Landeshauptstadt Schwerin angesiedelt. Auch das Unternehmen Anklam Extrakt ist als Teil der Gemkap Holding AG in der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Pflanzenextrakten tätig. Die Firmengruppe Liebherr produziert am Standort in Rostock Schiffs-, Hafenmobil- und Offshorekräne.

Ebenso hat sich der Medizintechnikhersteller Ypsomed AG in Schwerin einen Standort aufgebaut. Ein weiteres Ansiedlungsbeispiel ist die Rostocker Cortronik GmbH. In enger Kooperation mit der BIOTRONIK AG in Bülach wird die Entwicklung und Produktion von vaskularen Implantaten (Stents) vorangetrieben.

Der Außenhandel zwischen der Schweiz und Mecklenburg-Vorpommern bewegte sich in den vergangenen Jahren auf einem stabilen, leicht ansteigenden Niveau. Im Jahr 2022 erfolgte ein starker Anstieg um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dieser Anstieg ergab sich vor allem durch die Verdopplung der Importe (Wasserfahrzeuge +79 Millionen Euro sowie Maschinen +20 Millionen Euro). Aus diesem Grund wurden im Jahr 2022 456 Millionen Euro im Warenaustausch erreicht. Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem geringen Importüberschuss von drei Millionen Euro ab.

2022 wurden aus Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von rund 227 Millionen Euro in die Schweiz exportiert, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um etwa 21 Prozent bedeutet. Dies stellt einen Anteil am Gesamtexport Mecklenburg-Vorpommerns in Höhe von 2,3 Prozent dar. Die Schweiz belegt damit Platz 12 der wichtigsten Exportpartner des Landes. Hauptexportgüter waren medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen (25,4 Prozent), Eisen-, Blech- und Metallwaren (8,2 Prozent) und Düngemittel (7,3 Prozent).

2022 wurden aus der Schweiz nach Mecklenburg-Vorpommern Waren im Wert von rund 229 Millionen Euro importiert, was im Vergleich zum Vorjahr eine Erhöhung um etwa 90 Prozent bedeutet. Dies stellt einen Anteil am Gesamtimport Mecklenburg-Vorpommerns in Höhe von 2,2 Prozent dar. Die Schweiz belegt damit Platz 16 der wichtigsten Importpartner des Landes. Hauptimportgüter waren Wasserfahrzeuge (34,9 Prozent), Maschinen (11,1 Prozent) sowie medizinische Geräte und orthopädische Vorrichtungen (7,1 Prozent).

Organisiert wurde die Investorenreise durch die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH (Invest in MV) in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Bern. Aufgabe der Gesellschaft ist die Unterstützung von Unternehmen, die in das nordöstliche Bundesland investieren und expandieren wollen. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland Michael Flügger.

Hilfe nach Brand

Christian Pegel sichert nach Brand in Feuerwehrtechnischen Zentrale Hilfe zu

Warin – Aufgrund des schweren Brandes auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Warin im Landkreis Nordwestmecklenburg seit den frühen Morgenstunden hat Innenminister Christian Pegel dem Landrat bereits zugesagt, dass der Landkreis in dieser besonderen Situation nicht allein gelassen wird und das Land seine Möglichkeiten zur Unterstützung prüft.

„Für den Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis ist das ein herber Schlag. Die FTZ ist der zentrale Ausbildungsort für die Kameradinnen und Kameraden im Kreis, das trifft die Feuerwehren und damit uns alle bis ins Mark“, sagt Landesinnenminister Christian Pegel.

Im Innenministerium würden derzeit alle denkbaren Unterstützungsmöglichkeiten geprüft, um möglichst schnell und unkompliziert Hilfe für eine zügige Wiederherstellung der Ausbildungsfähigkeit der FTZ leisten zu können, so der Minister.

Bei Neubeschaffungen der durch den Brand zerstörten Fahrzeuge seien allerdings erhebliche Beschaffungszeiten einzurechnen, berichtet Pegel aus den Erfahrungen des Innenministeriums mit Käufen solcher speziellen Fahrzeuge.

Aufgrund der Abwesenheit des Innenministers hat dieser den zuständigen Staatssekretär Wolfgang Schmülling gebeten, sich kurzfristig vor Ort ein Bild von der Situation in der FTZ zu machen.

Die Schadenssumme im Zusammenhang mit dem Zeitwert der Technik und der beschädigten Bausubstanz belaufe sich auf rund 750.000 Euro, die Wiederbeschaffungskosten der beschädigten und teilweise zerstörten Fahrzeuge auf mehr als drei Millionen Euro.
Betroffen von dem Brand war ein Komplex, bestehend aus etwa 13 Garagen mit mehreren Fahrzeugen.

Warnung vor Küstenabbrüchen

Backhaus warnt vor Küstenabbrüchen und Munitionsfunden nach Sturmflut

Schwerin – In Folge des Sturmhochwassers am 20./21. Oktober 2023 warnt Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus, der auch für den Küstenschutz im Land zuständig ist, vor nachträglichen Küstenabbrüchen, z.B. in Kühlungsborn, Stoltera oder Ahrenshoop.

„Von Sparziergängen an den Steilufern, sei es an den Kliffkanten oder unterhalb der Steilküsten rate ich dringend ab. Gefahr durch Verschütten droht auch in Bereichen von entstandenen Dünenabbrüchen, die zum Teil bis zu 7 Meter hoch sein können“, sagte er.

Auch hat das Umweltministerium heute die Meldung erreicht, dass die Sturmflut am Ostseestrand im Bereich des Naturschutzgebietes Riedensee bei Kühlungsborn und Bastorf  Munitionsreste freigelegt hat. StrandbesucherInnen sind dazu angehalten, diesen Bereich zu meiden.

Der NABU Mittleres Mecklenburg, der seit 2018 die Schutzgebietsbetreuung im NSG/FFH-Gebiet Riedensee mit RangerInnen durchführt, wird sowohl die Munitionssuche und -bergung durch den Munitionsbergungsdienst M-V als auch die Bergung größerer Mengen durch die Sturmflut abgebrochener oder freigespülter Dünenzaunpfähle und des zugehörigen Drahtes) begleiten.

Die Strand-RangerInnen werden derzeit dankenswerterweise gefördert und unterstützt durch die Tourismus, Freizeit & Kultur GmbH Kühlungsborn (TFK), die NUE-Stiftung, die Gemeinde Bastorf und das LUNG M-V.

Die Sturmflut ist für den überwiegenden Teil des Landes als mittlere Sturmflut einzustufen, weil Wasserstände bis zu 1,50m über dem mittleren Wasserspiegel eingetreten sind. Im westlichen Küstenabschnitt (Wismarbucht, Lübecker Bucht) wurden Wasserstände bis ca. 1,60 m über NHN erreicht (unterer Bereich einer schweren Sturmflut).

Der Minister betonte, dass die Küstenschutzanlagen des Landes alle Stand gehalten haben und auch für kommende Ereignisse gut gerüstet sind. „Überflutungsgefährdungen in den durch diese Anlagen geschützten Gebieten bestehen nicht. Die umfangreichen Investitionen des Landes in den Küstenschutz von jährlich fast 20 Millionen Euro zahlen sich damit aus“, so Backhaus.

Seit dem Wochenende liegen der Abteilung Küste des StALU Mittleres Mecklenburg die Vermessungsergebnisse vor und werden dort ausgewertet. Eine erste überschlägige Prüfung ergab, dass mit Blick auf die Sicherheit bei Eintritt weiterer Sturmhochwasser an keiner Landesküstenschutzdüne Sofortmaßnahmen notwendig werden. Erwartet wird allerdings, dass in einigen Abschnitten eher als geplant Sandaufspülungen erforderlich sein werden, z. B. im Küstenabschnitt vor Ahrenshoop.

Im Vergabeverfahren befindet sich derzeit die Sandaufspülung Neuhaus-Dierhagen. Auch in diesem Bereich sind in Folge der Sturmflut erhebliche Sandverluste eingetreten, so dass an Hand der Vermessungsergebnisse aktuell der Mehrbedarf gegenüber der ausgeschriebenen Sandmenge ermittelt wird. Die Zuschlagserteilung im laufenden Vergabeverfahren wurde um eine Woche verlängert, um die Mehrmengen gleich mit zu beauftragen.

Aufgrund der langen Verweilzeit hoher Wasserstände in den Bodden und Haffen hat es zudem hohe Belastungen auf Deiche gegeben, die nicht Teil der Landesküstenschutzanlagen sind.

Einige Deiche, die dem Schutz landwirtschaftlicher Flächen dienen, wurden überströmt und haben infolge der Überströmung zum Teil auch Schaden genommen (Wieck, Michaelsdorf, Neuendorf-Heide).

Nach Einschätzung des Umweltministeriums hat aber zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Wohngebäude oder eine relevante Anzahl von Nebengebäuden bestanden.

Frauenschutzhaus wieder erreichbar

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt: „Leider braucht es diese Anlaufpunkte für Frauen als Opfer häuslicher Gewalt noch.“

Stralsund – Ein halbes Jahr nach Übernahme der Trägerschaft eröffnet der Verein „STARK MACHEN e.V.“ sein Angebot des Frauenschutzhauses Stralsund. Ab 1. November 2023, ist das Frauenschutzhaus unter Telefon (0381) 229 96 00 oder per E-Mail fsh.hst@stark-machen.de erreichbar.

Das Haus selbst wird gerade saniert. Der Verein hat für den Übergang Räume angemietet, um den Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, Hilfe anbieten zu können.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Es ist gut, dass es für die Frauen als Opfer häuslicher Gewalt in Stralsund und Umgebung wieder eine direkte Anlaufstelle gibt. Leider braucht es immer noch Einrichtungen wie diese.

Allein im Jahr 2022 haben in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 263 Frauen Schutz und Sicherheit vor häuslicher Gewalt in einem der neun Frauenschutzhäuser des Landes gefunden. Dank der engagierten und professionellen Hilfe, Beratung und Unterstützung der Mitarbeiterinnen konnte Frauen und oft auch ihren Kindern eine neue Perspektive eröffnet werden.

Die Frauen suchen Hilfe wegen unterschiedlichen und vielfältigen Belastungen und wünschen sich, aus den gewaltgeprägten Lebensverhältnissen herauszukommen“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung Wenke Brüdgam: „Ich freue mich sehr, dass es gemeinsam mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen und der Hansestadt Stralsund, vor allem aber mit dem Träger Stark Machen e. V. gelungen ist endlich wieder die Unterbringung von, von häuslicher Gewalt betroffener Frauen in Stralsund zu ermöglichen. Dieses Hilfsangebot ist in Zeiten steigender Fallzahlen dringend notwendig und konnte nur durch den großen Einsatz des Trägers ermöglicht werden.“

Die Geschäftsführerin des Vereins „Stark Machen e.V“ Ulrike Bartel: „Im Frauenschutzhaus Stralsund selbst können acht Frauen und ihre Kinder Zuflucht finden. Zuallererst finden sie bei uns einen Schutzraum, so dass sie durchatmen können und zur Ruhe kommen.

Sie treffen auf Frauen, die ein ähnliches Schicksal haben und unser kleines Team steht ihnen zur Seite. Wir schauen, ob der Schutz im Haus ausreicht; vielleicht gibt es Geldsorgen, brauchen die Kinder eine neue Schule oder einen Kitaplatz. Und dann sind da erfahrene Sozialarbeiterinnen, die helfen, das Erlebte im Gespräch zu verarbeiten, um letztlich wieder auf die Beine zu kommen. Ein Frauenschutzhaus kann niemals allein für den Schutz von gewaltbetroffenen Frauen sorgen.

Da braucht es gut aufgestellte Beratungsstellen, den Weißen Ring, Polizei, Jugend- und Sozialamt, das Jobcenter. Da haben wir bereits mit unseren Beratungsstellen gegen häusliche Gewalt im Landkreis eine verlässliche Struktur aufgebaut, in die sich die neuen Beraterinnen des Frauenschutzhauses jetzt einarbeiten, sie nutzen und weiter ausbauen. Ein starkes Netzwerk und ein gesellschaftliches Klima, das häusliche Gewalt nicht zulässt, ist die beste Unterstützung. Für das Frauenschutzhaus und vor allem für die Frauen, die zu uns kommen.“