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Kategorie: Politik

Ehrenamtlichen Ukraine-Helfern gedankt

Greifswald – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach heute in Greifswald mit 20 ehrenamtlichen Ukraine-Helferinnen und -Helfern und bedankte sich dabei für ihr Engagement.

„In der Ukraine werden Menschen vertrieben, ermordet und terrorisiert. Sie sehen sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Auch zu uns sind viele Menschen gekommen und kommen auch immer noch. Wir als Land helfen, dass die Menschen schnell und bestmöglich ankommen.

Aber so richtig wohl fühlt man sich als Gast eben nur, wenn man auch von den Nachbarn, den Menschen vor Ort willkommen geheißen wird. Das Engagement und die lebendige Zivilgesellschaft in Greifswald sind beispielhaft. Dafür danke ich von ganzen Herzen“, sagte Schwesig.

In Greifswald engagierten sich viele Ehrenamtliche auf ganz unterschiedliche Weise: Sie würden bei der Wohnungssuche helfen, ein wöchentliches Frühstückstreffen für Geflüchtete organisieren oder Hilfstransporte in die Partnerstadt Drohobytsch bringen.

„Die Dinge, die sie in die Ukraine bringen, helfen beim Überleben. Und ihr Handeln hier vor Ort zeigt den Menschen in der Ukraine, dass sie nicht allein sind“, sagte die Ministerpräsidentin. Erst im Dezember hatte die Landesregierung die Ehrenamtlichen in Greifswald unterstützt und die Kosten für einen Hilfstransport nach Drohobytsch übernommen.

Im Vorfeld des Gesprächs mit den ehrenamtlichen Helfern traf die Regierungschefin eine Ukrainerin, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihrem Sohn nach Greifswald geflohen ist. Jetzt arbeitet die IT-Fachfrau an der Krankenhausinformatik der Universitätsmedizin.

Schwesig: „Ich bin zutiefst beeindruckt von ihrem Mut und ihrem Tatendrang. Sich so schnell in einer fremden Umgebung einzuleben, deutsch zu sprechen und trotzdem jeden Tag konfrontiert zu sein mit den schrecklichen Bildern aus ihrer Heimat – das ist eine große Leistung, die stellvertretend steht für viele Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind. Ich danke auch der Universitätsmedizin, die in den Geflüchteten eine Chance sieht, ihnen Sprachkurse ermöglicht und damit die Integration vorantreibt.“

Vier Gemeinden als Tourismusorte anerkannt

Meyer: Prädikat unterstützt den zukunfts- und wettbewerbsfähigen Tourismus im Land

Schwerin – Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer hat am Freitag den Gemeinden Bad Kleinen, Dassow, Dobin am See und Klütz offiziell die Anerkennung als Tourismusort nach dem Kurortgesetz verliehen.

„Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern soll zukunfts- und wettbewerbsfähig bleiben. Dafür ist es notwendig, stetig in die touristische Infrastruktur zu investieren. Durch das Prädikat Tourismusort und die damit verbundenen neuen Finanzierungsmöglichkeiten können Infrastruktur, Mobilität und Qualität in den Regionen nachhaltig verbessert werden. Die Gemeinden Bad Kleinen, Dassow, Dobin am See und Klütz gehen diesen klugen Weg und wollen das Angebot für die Gäste deutlich erweitern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer am Freitag in Bad Kleinen.

Bad Kleinen ist die größte Kommune zwischen der Landeshauptstadt Schwerin und der Hansestadt Wismar, an der Nordspitze des Schweriner Sees gelegen. Prägend für die Freizeitinfrastruktur ist die urwüchsige, unverbrauchte Naturlandschaft mit Wäldern, Seen, Wiesen und Mooren. Der Schweriner See, den jährlich ca. 50.000 Tagesgäste besuchen, sowie der Eiertunnel, Schwedenschanze, Gutshaus Niendorf mit Außencafé sind attraktive Anziehungspunkte in der Gemeinde.

Bad Kleinen liegt am Hamburg-Rügen-Radfernweg sowie am Residenz-Städte-Rundweg und dem Kulturradweg. Die Gemeinde bewirtschaftet eine Naturbadestelle mit Spielplatz sowie Einkehrmöglichkeit. „In Bad Kleinen ist in den vergangenen Jahren viel in die touristische Infrastruktur investiert worden, unter anderem ist das ehemalige Postamt zum touristischen Informationszentrum umgebaut und die beliebte Badestelle saniert worden“, sagte Meyer.

Die Ortsteile von Dassow entlang der Ostseeküste (Pötenitz, Rosenhagen, Barendorf, Harkensee) sind touristisch geprägt durch Ferienhausgebiete. Dassow verfügt über acht Kilometer Ostseeküste mit zehn Strandzugängen. In der Vor-, Haupt- und Nachsaison sind die naturnahen Strände in dem Gemeindegebiet sowohl bei Tagestouristen als auch bei Urlaubern sehr beliebt. Das umfangreiche Radwegenetz mit dem vielbefahrenen Ostseeküstenradweg, dem Hanseatenweg und dem Grünen Band Deutschland (Iron Curtain Trail) erfreut sich einer steigenden Beliebtheit bei den Radtouristen.

„Sehr beeindruckend sind die 23 Stelen, mit denen werden Touristen und Einheimische auf die ehemalige innerdeutsche Grenze aufmerksam gemacht werden. Ein engagierter Verein organisiert zudem Wanderungen entlang der ehemaligen Grenze. Hier gelingt es, den Gästen die wichtigen Erinnerungen an die Historie lebendig zu halten“, sagte Meyer.

Die Gemeinde Dobin am See umfasst sieben Ortsteile: Alt Schlagsdorf, Buchholz, Flessenow, Liessow, Neu Schlagsdorf, Retgendorf und Rubow. Prägend für die Orte am Schweriner See ist die idyllische Naturlandschaft mit ihren zwei Naturschutzgebieten (Döpe und Cambser Moor), Wäldern, Seen, Wiesen und Mooren, die vor allem für Wanderer und Radfahrer erlebnisreich sind. Die Rad- und Wanderroute „Blaue Acht“ um den Schweriner See ist dabei eine beliebte Strecke.

„Die Gemeinde plant unter anderem, einen Trimm-dich-Pfad auf der Badewiese in Retgendorf zu schaffen und den Uferweg von Rampe bis Flessenow barrierefrei auszubauen. So wird das Urlaubserlebnis in der Region für alle noch umfangreicher“, sagte Meyer.

Zentral im Klützer Winkel zwischen Boltenhagen, Wismar und Grevesmühlen gelegen, hat der Tourismus in Klütz einen bedeutenden Stellenwert. Der östliche Teilbereich rund um Wohlenberg wird insbesondere durch den unmittelbaren Ostseezugang geprägt. Hier hat sich bereits ein regelmäßiger Badetourismus mit einem umfangreichen Übernachtungsangebot entwickelt. Im nördlichen Bereich der Gemeinde ist ein Steilküstenabschnitt vorzufinden.

Der hierfür typische Naturstrand bietet insbesondere dem Gesundheits- und Naturtourismus eine geeignete Plattform. Der Hauptort Klütz wie auch die touristischen Zentren nahe der Wohlenberger Wiek wurden im Jahr 2022 als staatlich anerkannte Erholungsorte prädikatisiert. „Mit der Anerkennung der gesamten Gemeinde als Tourismusort besteht die Möglichkeit, das gesamte Gebiet gemeinschaftlich weiter zu entwickeln. Das ist ein sinnvoller Schritt“, sagte Meyer.

Seit der Anpassung des Kurortgesetzes Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2021 haben 26 anerkannte Tourismusorte und eine anerkannte Tourismusregion (Mönchgut-Granitz) die Auszeichnung erlangt. Gemeinden, die über eine landschaftlich bevorzugte Lage oder bedeutende kulturelle Einrichtungen (insbesondere Museen oder Theater), internationale Veranstaltungen oder sonstige bedeutende Freizeiteinrichtungen von überörtlicher Bedeutung, Angebote für Naherholung wie insbesondere Ausflugsmöglichkeiten, Grünflächen, Rad- und Wanderwege, ein vielfältiges gastronomisches Angebot oder wichtige Dienstleistungsangebote für benachbarte Kur- und Erholungsorte verfügen, können ein Prädikat als „Tourismusort“ erhalten.

Weitere Tourismusorte im Land sind die Gemeinden Kargow, Ivenack, Stavenhagen, Anklam, Wittenbeck, Börgerende-Rethwisch, Kröpelin, Bastorf, Kalkhorst, Steffenshagen, Rostock, Hohenkirchen, Zarrentin am Schaalsee, Alt Schwerin, Elmenhorst/Lichtenhagen, Altwarp, Stolpe an der Peene, Ummanz, Schwaan, Bugewitz, Güstrow und Plau am See. Zudem wurde im Sommer 2022 der Gemeindezusammenschluss „Mönchgut-Granitz“ als erste Tourismusregion des Landes anerkannt.

Neujahrsempfang der Rostock Port GmbH

Meyer: Investitionen in Infrastruktur machen den Rostocker Hafen zukunftsfest

Rostock – Die Rostock Port GmbH hat am Freitag (13.01.) ihren traditionellen Neujahrsempfang veranstaltet. Der Rostocker Seehafen ist mit einer Nutzfläche von 750 Hektar und 47 Schiffsliegeplätzen der größte Universalhafen an der deutschen Ostseeküste. Er ist zudem das größte maritime Industrie- und Gewerbegebiet im Land.

„Der Rostocker Hafen spielt gerade in der jetzigen Zeit eine wichtige Rolle, wenn es um eine sichere Energieversorgung geht. Vom Standort aus werden über den Ölhafen die deutschlandweiten Lieferketten für Kraft-, Brenn- und Schmierstoffe gesichert. Gleichzeitig gilt es, den Seehafen Rostock für erneuerbare Energien zukunftsfest zu machen. Deshalb werden wir weiter in die Infrastruktur des Seehafens investieren, um den Ausbau des Hafens und das Voranbringen verschiedenster Energievorhaben zu forcieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Derzeit werden die Liegeplätze 31 und 32 im Rostocker Überseehafen ertüchtigt. Dadurch wird eine multifunktionale Kaianlage auf einer Länge von circa 360 Metern entstehen. Ziel ist, die Flächenbelastbarkeit von derzeit zwei Tonnen je Quadratmeter auf fünf Tonnen je Quadratmeter zu erhöhen.

Für die Ladungsbereiche Stückgut, Schüttgut und Projektladungen sollen die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, die für die künftige Beanspruchung von Kaianlagen und Flächen erforderlich sind. Die Gesamtinvestitionen für das Vorhaben belaufen sich auf rund 23 Millionen Euro.

Das Wirtschaftsministerium unterstützt den Ausbau mit rund 13,2 Millionen Euro im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). „Mit den baulichen Veränderungen wird auch der Schiffsgrößenentwicklung Rechnung getragen werden. Das hilft den Hafenbetreibern, weitere Geschäftsfelder zukunftsfest zu erschließen“, sagte Meyer.

Zudem wurde im November 2022 der erste Spatenstich zur Seekanalvertiefung im Rostocker Hafen gesetzt. Mit der Anpassung der seewärtigen Zufahrt auf im Schnitt 16,5 Meter Sohltiefe können Massengutschiffe, die Güter wie beispielsweise Erz, Flüssiggut und Getreide transportieren, ihre Ladekapazitäten besser ausnutzen. Die Fertigstellung ist im Jahr 2025 geplant. „Die Anpassung des Seekanals wird die Wettbewerbsfähigkeit des Rostocker Seehafens verbessern. Das sichert und schafft Arbeitsplätze für die Region“, sagte Meyer.

Internationale Grüne Woche

Schwerin – Nach der coronabedingten Pause steht die Internationale Grüne Woche 2023 in den Startlöchern. Mecklenburg-Vorpommern wird in diesem Jahr vom 20. Bis zum 29. Januar erstmals eine komplette Halle nutzen können. Der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus betont, wie wichtig die taditionsreiche Messe für das Land MV ist.

„Gegründet 1926 in Berlin ist die IGW einzigartig als internationale Leitmesse für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Sie erlebt in diesem Jahr ihre 87. Ausgabe. Aussteller aus aller Welt präsentieren an zehn Veranstaltungstagen ein umfangreiches Produktangebot. Zudem gibt die IGW aktuellen gesellschaftlichen Fragen wie Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und nachhaltige Landnutzung eine Bühne.

Die IGW ist Ausgangspunkt für das Global Forum for Food and Agriculture (kurz GFFA). Das GFFA ist die führende internationale Konferenz zu zentralen Zukunftsfragen der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft. Höhepunkt ist das Treffen von über 70 Agrarministerinnen und Ministern“, sagt Backhaus und ergänzt:

„Seit 1990 präsentiert sich unser Bundesland dem Berliner Publikum. Zum 22. Mal ist Mecklenburg-Vorpommern mit einer eigenen Länderhalle dabei. Die Präsentationsfläche beträgt in diesem Jahr 2.800 qm. Mecklenburg-Vorpommern ist eines von insgesamt 12 Bundesländern, die mit einer eigenen Präsentation auf der IGW vertreten sind. In unserer Halle präsentieren sich 60 Aussteller, darunter 5 Landkreise mit Unterausstellern und 10 Unternehmen mit eigenem Stand.

Durch die Absage von Baden-Württemberg ist es in diesem Jahr möglich, die gesamte Halle zu nutzen. Durch eine Neuaufteilung der Stände ist es gelungen, die Halle nicht gedrängt, sondern luftig und mit viel Raum für Freiräume und Sitzflächen präsentieren zu können“, so der Minister.

Im Rahmen der Internationalen Grünen Woche wird MV auch sein neues Regionalsiegel „Natürlich aus MV“ vorstellen, an dessen Ausgesatltung das Landwirtschaftsministerium maßgeblich mitgewirkt hat.

„Unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist ein wesentlicher Bestandteil unser gesamten Ökonomie. Sie steht für verantwortliches Handeln und innovative Ideen.

Ich wünsche mir, dass sich das Regionalzeichen in der ganzen Vielfalt und Bandbreite guter Produkte zeigt und sich als Marke des Landes etabliert deren Naturreichtum verbunden ist mit der Produktion hochwertiger Lebensmittel.

Das dient nicht nur der Werbung, sondern auch der Anerkennung der kleinen und mittelständischen Betriebe, die mit ihren saisonalen und regionalen Produkten einen wichtigen Beitrag zur gesunden und sicheren Ernährung leisten“, erklärt der Minister und stellt wichtige Zahlen aus der Land und Ernährungswirtschaft vor.

Demnach exportierte das Ernährungsgewerbe Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2022 Waren im Wert von 989 Mio. Euro, das waren rund +14,3 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Exportquote lag bei 21,5 %. Den größten Anteil am Export hatten Milchprodukte mit einem Anteil von 24 % und Süßwaren mit 32 %.

Die Beschäftigtenentwicklung war im genannten Zeitraum leicht ansteigend. Im Bereich Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln stieg der Personalbestand um +2,8 %, im Bereich der Getränkeherstellung sank der Personalbestand um -1,8 %.

Insgesamt sind im verarbeitenden Gewerbe des Landes 50.214 Menschen beschäftigt, davon im Bereich Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln 14.465 und Getränkeherstellung 1.195 (statistisch erfasst werden nur Personen in Unternehmen > 50 Mitarbeitende).

„Wir stellen fest, dass sie die Essgewohnheiten der Menschen ändern“, fährt der Minister fort. „Der Fleischverzehr in Deutschland entwickelt sich seit Jahren rückläufig. Die vorläufigen Zahlen für das Jahr 2022 weisen einen durchschnittlichen Verzehr von 52,8 kg pro Kopf und Jahr aus.

Das entspricht einem Rückgang um gut 13 % innerhalb von nur vier Jahren. Dabei waren die Rückgänge bei Schweinefleisch besonders deutlich. Seit 2018 nahm der durchschnittliche Verzehr um rund 18 % ab, im Jahr 2022 wird vermutlich die Marke von 30 kg pro Kopf und Jahr unterschritten. Neben dem generell rückläufigen Fleischkonsum macht sich hier auch die Corona-Pandemie sowie öffentliche Skandale, von Betriebsschließungen bis hin zu Problemen bei der Haltung, bemerkbar.“

Erfreulich sei, dass die neuen Programme der Agrar Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen von der Praktikern aus der Landwirtschaft gut angenommen, würden, so Minister Backhaus. Das belegten die bereits eingegangenen Anträge für einzelne Maßnahmen:

  • Vielfältige Kulturen  385 Anträge
  • Mehrjährige Blühstreifen  310 Anträge
  • Extensive Dauergrünlandbewirtschaftung 1.284 Anträge
  • Beibeahaltung Öko-Landbau 604 Anträge
  • Einführung Öko-Landbau 88 Anträge
  • Moorschonende Stauhaltung  126 Anträge

Erstmals gebe es in der neuen Förderperiode auch die Möglichkeit, einen Ausgleich zu zahlen für in Natura-2000-Gebieten wirtschaftenden Betrieben, wenn sie auf Einsatz von PSM verzichten. 200 Euro je ha.

„Damit erhöhen wir die Akzeptanz der betroffenen Landwirtschaft für die Umsetzung der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie der EU, denn wir erhalten über die Beihilfe die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. Es muss uns gelingen, Ökologie und Ökonomie sinnvoll miteinander zu verbinden. Hier gilt die von mir stets vertretene  Devise: Öffentliches Geld für öffentliche Leistung“, so Backhaus abschließend. 

Anstieg pflegebedürftiger Menschen

Schwerin – Die erneut gestiegene Zahl von pflegebedürftigen Menschen zeigt nach Ansicht von Sozialministerin Stefanie Drese den dringenden Handlungsbedarf für weitere Reformen in der Pflege. „Wir brauchen mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und stärkere Entlastungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige“, sagte Drese mit Blick auf die heute vom Statistischen Landesamt veröffentlichte Pflegestatistik.

Nach Angaben des Statistischen Amtes erhöhte sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen, von 2019 bis 2021 um 19.870 auf 122.866. Das entspricht einem Anstieg von 19,3 Prozent.

Drese sprach sich vor diesem Hintergrund erneut für eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung aus. „Wir brauchen zügig belastbare Vorschläge der eingesetzten Bund-Länder-Expertenkommission zur Einführung einer Pflegevollversicherung beziehungsweise zur Ergänzung der Pflegeversicherung um eine freiwillige, paritätisch finanzierte Vollversicherung, die die Übernahme der vollständigen Pflegekosten umfassend absichert“, betonte Drese. Ein Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung müsse in diesem Jahr vorgelegt werden, so die Ministerin.

Die eingeleiteten Maßnahmen, wie die gestaffelten Zuschüsse zu den pflegebedingten Aufwendungen in vollstationären Einrichtungen, die Tariftreueregelung oder die Erhöhung der Pflegemindestlöhne seien erste Schritte in die richtige Richtung. „Sie reichen aber bei weitem nicht aus, um den vielfältigen Herausforderungen zu begegnen“, verdeutlichte Drese.

Als besonders dringendes Problem bezeichnete Drese die stetige Steigerung der Eigenanteile für Bewohner in vollstationären Pflegeheimen. „Um die Eigenanteile zu begrenzen muss dieser Automatismus durchbrochen werden. Der Eigenanteil muss derjenige sein, der fest und starr ist. Und der Teil, der über die Pflegekassen und Zuschüsse kommt, muss dynamisch sein. Deshalb brauchen wir eine Reform der Pflegeversicherung und eine ehrliche Diskussion über die Finanzierung aller wünschenswerten Maßnahmen“, so Drese.

Darüber hinaus fordert Drese eine spürbare Erhöhung des Pflegegeldes. „Das Pflegegeld spielt bei der Versorgung in der Häuslichkeit eine wichtige Rolle und kommt insbesondere der großen Gruppe der pflegenden Angehörigen zu Gute“, sagte die Ministerin.

Jahresempfang der Touristiker

Mit Rückenwind ins neue Jahr: So soll es mit Rostocks Tourismus weitergehen

Rostock – Beim traditionellen Jahresempfang der Rostocker Touristiker im Hotel Vienna House Sonne mit der designierten Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer haben sich rund 150 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und dem öffentlichen Leben auf das neue Jahr eingestimmt: Sowohl die ersten Zahlen aus der touristischen Statistik 2022 als auch die Pläne der Landesregierung sorgen für Zuversicht.

„Ich freue mich, dass so viele prägende Akteure aus der Tourismusbranche in Rostock und dem ganzen Land gekommen sind. Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2022, haben viel vor und werden diesen Tag nutzen, um uns darüber auszutauschen, wie wir die Zukunft des Tourismus innovativ und erfolgreich gestalten können“, sagt der Geschäftsführer der Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH (Rostock Marketing) und Tourismusdirektor von Rostock, Matthias Fromm. Als besonderen Ehrengast begrüßt er Eva-Maria Kröger auf dem Jahresempfang der Touristiker.

Die designierte Oberbürgermeisterin, die zum 01. Februar 2023 ihr neues Amt antritt, sieht viele Schnittstellen, die der Tourismus in der Stadtpolitik berührt. „Die Branche braucht uns als Partnerin in der Krise und auch mit Blick auf Zukunftsprojekte. Denn Rostock profitiert erheblich von einer gesunden Tourismuswirtschaft und es ist unsere gemeinsame Aufgabe, sie zu stärken. Zeitgleich werden wir für unsere Einwohnerinnen und Einwohner die Vereinbarkeit von Tourismus und Lebensqualität im Blick haben“, sagt Kröger.

Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock ist nach wie vor der Motor und Innovator der touristischen Entwicklung im Land. Mit mehr als 671 Millionen Euro touristischem Bruttoumsatz im Vor-Coronajahr zählt der Tourismus zu einer der wichtigsten Branchen in Rostock. Dabei konnte die Hanse- und Universitätsstadt im dritten Pandemiejahr trotz Energiekrise und Inflation kräftig aufholen. So stiegen die Übernachtungen im Zeitraum von Januar bis September 2022 auf 1,62 Millionen, das sind plus 59,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2019 verzeichnete Rostock noch einen Rekordwert von 2,2 Millionen Übernachtungen. Diese Marke rückt wieder in Reichweite. Auch der Trend mit 568.898 touristischen Ankünften im Zeitraum von Januar bis September ist vielversprechend; hier betrug das Plus sogar 82,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Aufenthalt betrug 2,8 Tage.

Doch nicht nur in Rostock, sondern in ganz Mecklenburg-Vorpommern geht der Trend aufwärts. Im Zeitraum von Januar bis Oktober stiegen die touristischen Ankünfte im ganzen Land um 36,8 Prozent auf 6,7 Millionen bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4,4 Tagen. Zudem gab es 29,3 Millionen Übernachtungen. „Mecklenburg-Vorpommern ist bei den Urlaubern aus Nah und Fern nach wie vor beliebt. Das zeigen die statistischen Zahlen. Entscheidend ist, die Branche zukunftssicher und nachhaltig neu aufzustellen und zu stabilisieren. Dafür haben wir eine Reihe von Initiativen gestartet, die jetzt mit Leben gefüllt werden müssen. So wird es gelingen, den Gästen eine hohe Qualität, attraktive Angebote und ein unvergessliches Urlaubserlebnis zu bieten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit MV, Reinhard Meyer.

Mit der Änderung der Kommunalgesetzgebung und des Kurortegesetzes seien bereits die ersten Schritte eingeleitet worden. Zentrale Zukunftsprojekte der Landesregierung sind die Realisierung eines Tourismusgesetzes, das Aufsetzen einer tragfähigen Tourismusfinanzierung und der Aufbau einer Tourismusakademie. „Als erstes Bundesland haben wir zudem mit Tobias Woitendorf seit dem Sommer 2022 einen erfahrenen Tourismusbeauftragten, der diese Prozesse gemeinsam mit dem Land und den Akteuren vor Ort koordinieren und umsetzen wird“, unterstrich der Tourismusminister.

„Rostock wird als offizieller Tourismusort mit seinen 350 Partnern im Netzwerk von Rostock Marketing diese Entwicklung unterstützen“, kündigt Fromm an. Im letzten Jahr erhielt die Hanse- und Universitätsstadt zum Jahresempfang das Prädikat „Tourismusort“. Dies sei die Grundlage, um das Kurabgabegebiet über Warnemünde hinaus auszuweiten. „Durch die Erhebung einer Kurabgabe in ganz Rostock können zusätzliche Einnahmen in die touristische Infrastruktur und attraktive Angebote fließen. Wir hoffen auf eine zeitnahe Entscheidung dazu in der Rostocker Bürgerschaft im Frühjahr.“

Das gelte auch für die Fortschreibung der Tourismuskonzeption 2022+, die im Stadtparlament verabschiedet werden soll. „Bei all unseren Aktivitäten haben wir auch die Vernetzung als gemeinsame Tourismusregion mit Schwaan, Güstrow und Teterow im Blick“, sagt Fromm. Schwerpunkte der Modellregion sind die digitale Gästekarte, eine bessere Mobilität und ein Marktforschungscockpit zur Auswertung und besseren Steuerung von Gästeströmen. „Dabei setzen wir bei der Finanzierung von Tourismusmarketing seit 2010 erfolgreich auf eine freiwillige Umlagebeteiligung und lehnen Pflichtabgaben wie die Bettensteuer klar ab“, sagte Fromm.

Trotz aller Euphorie machte Frank Martens, Direktor vom Hotel Warnemünder Hof und des Tourismusvereins der Hansestadt Rostock, auch auf die Herausforderungen in der Branche aufmerksam. „Fachkräftemangel, Pandemie, Energiekosten und Inflation stellen die Unternehmen vor große Probleme und Hürden. Umso mehr sind wir auf ein funktionierendes Partnernetzwerk angewiesen, dass sich in den vergangenen Jahren als eine starke Gemeinschaft etabliert hat.“

Regionale Vernetzungen in der Tourismuswirtschaft seien überfällig und zusätzliche, neue Wege in der Finanzierung für gemeinsam definierte Projekte zu suchen, sei richtig. „Eine gute Kommunikation untereinander und geschlossenes Handeln sind die weiteren Rezepte, um mit Mut und Zuversicht ins neue Jahr zu starten“, sagt Martens.

Die Rostocker Gesellschaft für Tourismus und Marketing mbH (Rostock Marketing) hat seit ihrer Gründung im Juni 2010 rund 350 Partner aus Hotellerie, Gastronomie und Dienstleistungsbranche gewonnen. Gemeinsam mit den regionalen Akteuren wird das touristische Marketing der Hanse- und Universitätsstadt weiterentwickelt und ausgebaut. Im Fokus steht in erster Linie die Stärkung der nebensaisonalen Aktivitäten mit neuen Akzenten, um Buchungsanreize für die Gäste zu schaffen und das Image von Rostock und Warnemünde zu fördern.

Neues Marinearsenal eröffnet

Schwesig: Mit dem neuen Marinearsenal hat Rostock seine Warnowwerft zurück

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute gemeinsam mit Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht das Marinearsenal „Warnowwerft“ in Rostock-Warnemünde eröffnet.

„Wir sind stolz darauf, dass sich die Bundeswehr mit dem neuen Marinearsenal für Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat. Ein traditionsreicher Standort bleibt somit dem Schiffbau erhalten. Besonders schön ist. Rostock hat seine Werft zurück – sogar unter dem alten Namen „Warnowwerft“.

Als im Januar des vergangenen Jahres die MV-Werften Insolvenz angemeldet hatten, war das für unser Land ein Schock, allen voran für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Arbeitsplätze standen auf der Kippe und damit auch die Zukunft unserer maritimen Industrie. Heute können wir sagen: Gemeinsam mit starken Partnern haben wir es geschafft, dass jeder Standort eine neue Perspektive hat. Das ist ein großer Erfolg für Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Schwesig.

Ein besonders starker Partner sei die Bundeswehr in Rostock. 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ehemaligen MV-Werften würden im Marinearsenal eine neue Chance bekommen. „Das sind Arbeitsplätze, die krisensicher sind, mit guten Löhnen und guten Bedingungen. Ich bin sicher, dass die Bundeswehr in Rostock auch Impulse für andere Unternehmen in der Region geben wird. Ich danke dem Bund für die gute Zusammenarbeit.“

Die Regierungschefin betonte zudem die Wichtigkeit der Bundeswehr für die Gesellschaft mit ihren 11.000 Soldatinnen und Soldaten in M-V. Schwesig: „Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine erleben wir eine Zeitenwende. Die Marine, das Heer und die Luftwaffe schützen uns hier, in Deutschland und in Europa. Wir als Gesellschaft sind dafür verantwortlich, dass die Bundeswehr gut ausgerüstet ist.“

Zusätzliche Kinderkrankentage

Schwerin – Anlässlich der gestiegenen Antragszahl bei Kinderkrankentagen im vergangenen Jahr, betont Gesundheitsministerin Stefanie Drese, dass die Sonderregelung mit zusätzlichen Kinderkrankentagen und Kinderkrankengeld auch 2023 greift: „Damit werden auch in diesem Jahr die schwierigen Umstände für viele Familie berücksichtigt und Eltern entlastet.“

Die Techniker Krankenkasse hatte ermittelt, dass 2022 nahezu doppelt so viele Anträge auf Kinderkrankentage in Mecklenburg-Vorpommern gestellt wurden als im Jahr 2020. Die Anträge auf Kinderkrankentage können bei den gesetzlichen Krankenkassen eingereicht werden.

Drese: „Alle gesetzlich versicherten Elternteile haben erneut Anspruch auf 30 Kinderkrankentage pro Kind im Jahr. Für Alleinerziehende stehen sogar 60 Tage zur Verfügung.“

Ohne Sonderregelung beträgt der gesetzliche Anspruch zehn Arbeitstage im Jahr pro Kind (bei Alleinerziehenden 20 Tage). Bei mehreren Kindern hat jedes Elternteil im Jahr 2023 einen Anspruch auf maximal 65 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich dieser Anspruch auf maximal 130 Arbeitstage.

In der Regel beträgt das Kinderkrankengeld 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. „Dies ist mit Blick auf die Kinderkrankenwelle und den wirtschaftlichen Druck durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten in vielen Familien eine wichtige Option“, so Drese.

Kinderkrankengeld gibt es für jedes gesetzlich versicherte Kind bis einschließlich zwölf Jahre. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

Bis zum 7. April können Eltern Kinderkrankengeld auch dann beantragen, wenn ihr Kind nicht krank ist aber dennoch zuhause betreut werden muss. „Dies gilt zum Beispiel, wenn etwa aufgrund eines positiven Corona-Schnelltestergebnisses der Besuch von Schule oder Kindertagesstätte untersagt ist“, verdeutlicht Drese. Bei Kinderkrankentagen hätten Eltern immer einen Anspruch auf Freistellung, so die Ministerin.