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Kategorie: Politik

Landeskongress Innenstadtentwicklung

Neubrandenburg – Was können Städte tun, um ihre Zentren zu reaktivieren oder attraktiv zu halten? Durch welche Maßnahmen können die durch die Digitalisierung entstehenden Frequenzverluste in Gastronomie, Dienstleistungsbereich und Einzelhandel kompensiert werden? Welche Rahmenbedingungen braucht es, um Kunst und Kultur dauerhaft in den Innenstädten zu etablieren? Wie können wir nachhaltiges und klimaneutrales Bauen in unsere Städte integrieren? Diese und weitere Fragen wurden heute auf dem Landeskongress „Innenstadtentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern – Herausforderungen und Chancen“ im Neubrandenburger Haus der Kultur und Bildung erörtert.

Über die aktuellen Herausforderungen für die Kommunen, über gute Ansätze und gelungene Projekte haben sich Bauminister Christian Pegel und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute in Neubrandenburg mit Bürgermeisterinnen, Kommunalpolitikern, Planerinnen, Städtebauern und Quartiersmanagerinnen ausgetauscht.

„Corona-Pandemie, Ukrainekrieg und Inflation wirken sich, wenn auch verzögert, auf die Entwicklung unserer Städte aus. Hinzu kommen Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Seit der Wende vor 30 Jahren haben die Städte nicht vor derartigen komplexen Herausforderungen gestanden wie heute“, resümierte Innen- und Bauminister Christian Pegel.

„Die Landesregierung unterstützt die Kommunen auf vielfältige Weise, sei es nach dem Finanzausgleichsgesetz oder durch diverse Förderprogramme, das wird auch in Zukunft so sein. Überrascht hat mich heute die Vielfalt der Ideen für Projekte, mit denen die Städte zukunftsfähig gemacht oder erhalten werden sollen. Nicht überrascht, aber sehr gefreut, hat mich zu sehen, mit welchem Elan und welchem Eifer die Akteure vor Ort zu Werke gehen, damit ihre Heimatstädte lebenswert für die Einwohner und attraktiv für Gäste werden und bleiben.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer: „Wir brauchen eine wirtschaftliche Stärkung und kulturelle Belebung der Innenstädte. Damit dies gelingt, braucht es attraktive Einzelhandelsgeschäfte, abwechslungsreiche Gastronomie, serviceorientierte Dienstleistungen sowie kleinere und größere Veranstaltungen. So entsteht ein innerstädtischer Erlebnisraum für Anwohner, Besucher und Touristen. Auf dem Landeskongress wollen wir gemeinsam mit den Akteuren Strategien diskutieren und von Best-Practice-Erfahrungen lernen.“

Thematisiert wurden unter anderem zwei kürzlich aufgelegte Programme zur Stärkung der Innenstädte. Das vom Innen- und vom Wirtschaftsministerium gemeinsam entwickelte Sofortprogramm „Re-Start lebendige Innenstadt“ sollte die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Strukturwandel der Innenstädte abfedern und tiefgreifenden Veränderungen wie Betriebsschließungen, Leerstand, geringere Nutzungsintensität und Qualitätsverlust in der Versorgung entgegenwirken.

„Wir wollten mit dem Programm erreichen, dass die Zentren ihre wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung zurückgewinnen, deshalb fördert das Innenministerium Strategien, Konzepte, Belebungs- und Kundenbindungsmaßnahmen des innerstädtischen Einzelhandels sowie kleinere investive Maßnahmen. Insgesamt konnten wir vier Ober- und vier Mittelzentren sowie 13 Grundzentren in das Programm aufnehmen, das Fördervolumen beträgt rund 3,7 Millionen Euro“, so Christian Pegel.

Reinhard Meyer: „Mehr als ein Drittel der 95 Grund-, Mittel- und Oberzentren im Land haben die Möglichkeiten genutzt. Insgesamt 33 Förderungen in Höhe von mehr als dreieinhalb Millionen Euro sind derzeit ausgereicht. Zugleich haben wir zur besseren Vernetzung aller Akteure einen intensiven Begleitprozess initiiert. Veranstaltungen im ganzen Land informieren beispielsweise Citymanager, lokale Gewerbe- und Handelsvereine, kommunale Wirtschaftsförderer und viele mehr über Ideen zur Belebung der Innenstädte, um voneinander zu profitieren, sich gegenseitig zu unterstützen und so mehr Reichweite für alle zu generieren.“

Zum anderen wurde das 2021 aufgelegte Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ diskutiert. Mit dem 250 Millionen Euro umfassenden Programm sollen Kommunen dabei unterstützt werden, zum einen innovative längerfristige Konzepte für die Revitalisierung der Innenstädte zu erarbeiten und zum anderen drängende Aufgaben auch kurzfristig umzusetzen. Sieben Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern sind zur Förderung vorgesehen: Bad Sülze, Neubrandenburg, Parchim, Ribnitz-Damgarten, Schwerin, Stralsund und Wismar.

Aktuelle Informationen zu den Programmen gibt es auch auf den Webseiten des Bauministeriums Mecklenburg-Vorpommern sowie des Bundesbauministeriums.

Frauen als Nachwuchsführungskraft

Gleichstellungsministerin Bernhardt: „Wir stärken weitere 100 Frauen in ihrer Rolle als Nachwuchsführungskraft.“

Ministerin Bernhardt und Landesbeauftragte Brüdgam übergeben Zertifikate auf Abschlussveranstaltung des Mentoring-Programms „Aufstieg in Unternehmen“

Schwerin – „Seit über zehn Jahren fördern wir als Land über den Europäischen Sozialfond Programme, die Frauen dabei unterstützen, beruflich voranzukommen. Dabei haben wir festgestellt, dass Mentoring zu den wirkungsvollsten und nachhaltigsten Instrumenten gehört, sodass wir inzwischen Mentoring-Programme in den unterschiedlichsten Bereichen haben, in Kunst und Wissenschaft, in der Landesverwaltung und auch in der Wirtschaft.

Ich freue mich, dass wir auch in diesem Durchgang 100 Mentees begleiten und fortbilden konnten. Auf diese Weise bereiten wir engagierte und leistungsfähige Frauen gut auf eine Führungsposition vor und stärken sie in ihrer Rolle als Nachwuchsführungskraft. Mein Dank gilt daher den Mentees. Sie haben sich dieser Herausforderung zielstrebig gestellt, in den Workshops Neues gelernt, sich und ihre Ziele gestärkt und von der langjährigen Erfahrung der Mentorinnen und Mentoren profitiert.“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

„Wir wollen den Anteil von Frauen in Führungspositionen in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen erhöhen. Hierfür sind Mentoring-Programme und Netzwerkarbeit unverzichtbar und wichtige Bausteine der Gleichstellungspolitik der Landesregierung. Ich möchte an dieser Stelle auch den Trägern und den teilnehmenden Unternehmen für die Umsetzung des Programms danken.“, ergänzt die Landesbeauftragte der Landesregierung für Frauen und Gleichstellung Wenke Brüdgam.

Im Rahmen des Mentoring-Programms „Aufstieg in Unternehmen“ fand am Dienstag im Plenarsaal des Schweriner Schlosses die Abschlussveranstaltung des sechsten Durchgangs des Mentoring-Programms für Frauen in der Wirtschaft statt. Aktuell wird das Programm durch fünf Träger in sechs regionalen Projekten landesweit umgesetzt.

Blaue Flaggen wehen an 34 Stränden

Meyer: Gütesiegel steht für Verbindung von Qualität, Tourismus und Natur – drei Viertel aller „Blauen Flaggen“ hängen in Mecklenburg-Vorpommern

Barth – Am Freitag hat Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer 34 Badestellen und fünf Sportboothäfen aus Mecklenburg-Vorpommern mit dem Gütesiegel „Blaue Flagge“ in Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) ausgezeichnet.

„Die ´Blaue Flagge´ ist ein Gütesiegel, welches für die Verbindung von Qualität, Tourismus und Natur steht. Sauberes Wasser und sichere Strände sind Grundvoraussetzungen für den Bade- und Wassertourismus in unserem Land. Die hohe Zahl an Flaggen bei uns im Land sind darüber hinaus gute Botschaften für Gäste, die sich im Land erholen wollen. Allein in Mecklenburg-Vorpommern hängen drei Viertel aller ´Blauen Flaggen´ bundesweit. Das ist ein Spitzenwert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer in Barth.

Mit der „Blauen Flagge“ können Kommunen mit Stränden ausgezeichnet werden. Zu wichtigen Kriterien, um die Flaggen zu erhalten, gehören beispielsweise eine ausgezeichnete Badewasserqualität auf der Grundlage der europäischen Badegewässerrichtlinie sowie hohe Standards im Umweltmanagement zur Erhaltung der Natur und Umwelt in der Umgebung und im Strandbereich.

„Gäste im Land schätzen neben der beeindruckenden Natur und dem gesunden Klima vor allem auch die vielfältigen Bademöglichkeiten. Das sind gute Gründe für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern. Damit dies so bleibt, müssen wir eine Menge dafür tun“, so Meyer weiter.

An fünf Sportboothäfen können „Blaue Flaggen“ wehen. Hierzu zählen der Wasserwanderrastplatz Prerow, Stadthafen Barth, Bootshafen Kühlungsborn, Yacht- und Fischereihafen Karlshagen sowie M.C. Zierker See e.V. Neustrelitz. Wichtige Kriterien, um die Flaggen zu erhalten, sind bei den Sportboothäfen neben der Reinigung des Hafens und der Abfallentsorgung auch Sicherheitsaspekte. „Auch in den Sportboothäfen ist es wichtig, die natürliche Umgebung dauerhaft zu erhalten und Umweltschäden vorzubeugen“, machte Tourismusminister Meyer deutlich.

Für die „Blaue Flagge“ werden 45 Badestellen in Deutschland ausgezeichnet, davon sind 34 Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern (28 Küstengewässer und 6 Binnengewässer). Weiterhin werden bundesweit insgesamt 91 Sportboothäfen ausgezeichnet. Die „Blaue Flagge“ ist eine Umweltauszeichnung der Kopenhagener „Stiftung für Umwelterziehung“ (Foundation for Enviromental Education – F.E.E.); in Deutschland wird die internationale Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V. (DGU) verliehen.

Bevölkerungsschutz

Kompetenzzentrum hilft deutschlandweit im Krisenfall

Würzburg – Die Innenminister von Bund und Ländern haben heute bei der Innenministerkonferenz in Würzburg eine Vereinbarung zur Errichtung eines „Gemeinsamen Kompetenzzentrums Bevölkerungsschutz“ unterzeichnet. Damit kann der Aufbau des gemeinschaftlich getragenen Zentrums starten.

„Wir haben in Deutschland ein sehr leistungsstarkes Hilfesystem für Katastrophen- und Krisenlagen. Es ist aber aufgrund seiner föderalen Struktur und damit vieler Akteure in Bund und Ländern auch sehr komplex. Mit dem Kompetenzzentrum schaffen wir eine Kooperationsplattform für den Bevölkerungsschutz, die das Risiko- und Krisenmanagement in und zwischen Bund und Ländern sowie weiteren Akteuren ressortübergreifend verzahnt“, nennt Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel den Zweck dieser Einrichtung, die die Innenminister bei ihrer Konferenz im vergangenen Herbst beschlossen hatten.

„Das föderale System Deutschlands hat sich grundsätzlich bei Krisen und Katastrophen bewährt. Die Coronapandemie hat aber auch gezeigt, dass bei Prognosen, Information, Kommunikation und Koordination noch eine Schippe draufgelegt werden kann. Dazu soll das gemeinsame Kompetenzzentrum beitragen.“ Außerdem werde es die Träger des Katastrophenschutzes, insbesondere Behörden und Hilfsorganisationen, bei der operativen Krisenbewältigung beraten und unterstützen.

„Eine seiner Aufgaben ist, ein Ressourcen-Register für den überregionalen Bedarf aufzubauen und zu betreiben sowie ein Verfahren festzulegen, wie diese Ressourcen vermittelt werden. Dabei geht es zum Beispiel um Hubschrauber, Drohnen, Helfer, Spezialkräne und ähnliches. Mit Hilfe des Registers sollen sie schnell und gezielt herbeigeholt werden, wenn ein Bundesland oder eine Region von einer Krise wie etwa dem Waldbrand bei uns in Lübtheen oder dem Hochwasser vergangenes Jahr in Westdeutschland heimgesucht wird“, nennt Christian Pegel konkrete Beispiele.

Das Kompetenzzentrum wird beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn eingerichtet. Bund und Länder entsenden Vertreter aus ihren Katastrophenschutzbehörden dorthin. Die Bundesländer entsenden zur Wahrung der Länderinteressen gemeinsam insgesamt fünf Vertreter. Die Entsendungsdauer soll in der Regel mindestens zwei Jahre betragen.

„Die Grundidee hinter dem neuen Kompetenzzentrum ist, die Akteure im Bevölkerungsschutz permanent zu vernetzen und ein eingespieltes Gremium zu schaffen, das im Krisenfall über die Bundesländergrenzen hinaus die Lage beobachtet und berät“, fasste Christian Pegel zusammen und sagte abschließend:

„Damit gehen wir einen wichtigen Schritt in die Zukunft. Denn eines dürfte uns allen nach den Waldbränden, Überschwemmungen, der intensiven Flüchtlingsbewegung 2015/2016, der Pandemie und jetzt dem Ukrainekrieg klar sein: Die nächste Krise kommt bestimmt. Und je besser wir uns darauf vorbereiten, desto besser werden wir sie bewältigen.“

Bauarbeiten beendet

Kröpeliner Bahnhofstraße fertig – Verknüpfung von Bus und Bahn verbessert Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs

Rostock – Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse hat am Donnerstag gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Kröpelin, Thomas Gutteck, die neugestaltete Bahnhofstraße in Kröpelin (Landkreis Rostock) offiziell freigegeben. Im Zuge der Ausbaumaßnahmen sind auch am Bahnhof zwei Bushaltestellen neu eingerichtet worden.

„Eine gute, möglichst ineinandergreifende und praktische Erreichbarkeit ist ein wesentlicher Faktor, damit Fahrgäste den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. In Kröpelin sind nun Bus und Bahn miteinander verknüpft worden. Das verbessert für Anwohner und Gäste der Region die Möglichkeiten, in und um Kröpelin unterwegs zu sein“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Ines Jesse vor Ort.

In Kröpelin sind unter anderem die Bahnhofstraße ausgebaut, der Knotenpunkt Wismarsche Straße/Bahnhofstraße mit einer Ampel versehen sowie der Zugang zwischen Stadtgebiet und Bahnhof mit einer Rampe ausgestattet worden. „Vor allem der barrierefreie Zugang zwischen Stadtgebiet und Bahnhofstraße ist ein wichtiger Beitrag, den Nahverkehr noch attraktiver zu gestalten. Das erleichtert bewegungseingeschränkten Bürgern, Familien mit Kinderwagen oder Bahnreisenden mit viel Gepäck die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs“, sagte Jesse.

Die Gesamtinvestition des Vorhabens beträgt rund zweieinhalb Millionen Euro. Das Verkehrsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro.

Taskforce Moorschutz tagt zum zweiten Mal

Schwerin – Um Mecklenburg-Vorpommern für den Schutz seiner Moore neu aufzustellen, soll mittelfristig eine Moorklimaschutzagentur gegründet werden. Dafür tagte heute zum zweiten Mal per Videoschalte die Taskforce Moorschutz.

„Wir starten hier einen Prozess, der uns dem Ziel ‚Klimaneutrales MV bis 2040‘ im Bereich der Moore näherbringt. Moorwiedervernässungen sind sehr komplex. Das betrifft zum Beispiel die Eigentümerstruktur, Hydrologie und Wasserverfügbarkeit, Genehmigungsverfahren, Baumaßnahmen und ggf. nachher eine ‚nasse Nutzung‘ im Sinne etwa der Paludikultur. Es gibt glücklicherweise sehr viele kompetente Akteure für den Moorklimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist unsere die Aufgabe, diese an einen Tisch zu holen und den Prozess zu steuern. Der Start des Taskforce-Prozesses erfolgte im März mit der ersten Runde.

Nun sollen heute unter anderem die Nutzer- und Schützerverbände einbezogen werden. Dazu kommen die Wasser- und Bodenverbände als sehr wichtige Akteure in der Fläche. Zu der heutigen Taskforce Moorschutz wurden der Bauernverband MV, der Verein „Land schafft Verbindung“, der Landesverband Wasser- und Bodenverbände, der NABU MV, BUND MV, Biopark, der WWF, der Städte- und Gemeindetag, der Landkreistag und der Tourismusverband MV eingeladen. Auch haben wir Betriebe eingebunden, die bereits heute klimagerecht wirtschaften bzw. dies für die nahe Zukunft planen“, sagte der Minister.

Die Rede ist etwa von der Unternehmensgruppe Landboden Glasin GmbH. Der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Johann-Christoph Meyer zu Bentrup hat 170 Hektar des Agrarbetriebes mit 5200 Hektar Anbaufläche als potenzielle Eignungsflächen für eine Vernässung identifiziert. Sein Anliegen ist es, Agrarflächen aus der Nutzung herauszunehmen. Die Idee dahinter: Wirtschaftsunternehmen wollen grüner werden, sie sind bereit, in Naturschutzleistungen zu investieren. Der Betrieb verfolgt einen marktwirtschaftlichen Ansatz für mehr Naturschutz, mit dem Agrarunternehmen Gewinne erzielen können.

Neben Meyer zu Bentrup berichten auch die Landwirte Voigt und Bork aus der Praxis. In Neukalen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) baut Voigt auf einer rund zehn Hektar großen wiedervernässten Versuchsfläche Rohrkolben erfolgreich an. Ludwig Bork hat das Schilfheizwerk in Malchin aufgebaut.

„Die Bereitschaft von Landwirten sowie Wasser- und Bodenverbänden, Flächen aus einer trockenen Nutzung herauszunehmen, ist deutlich gewachsen. Doch häufig fehlen die Ansprechpartner für den steigenden Beratungsbedarf. Genehmigungsprozesse sind meist langwierig. Genau hier soll die neue Moorklimaschutzagentur tätig sein. In enger Zusammenarbeit mit dem Greifswalder Moor Centrum und der Landgesellschaft MV sollen bestehende Kompetenzen, Akteure und Projekte im Moorschutz gebündelt und vernetzt werden, sagte Backhaus.

Die Landesregierung setzt sich auf EU-Ebene dafür ein, dass GAP-Zahlungen die Wiedervernässung von Flächen in landwirtschaftlicher Nutzung auf entwässerten Böden zunehmend unterstützen.

Moorschutz spielt bei der Entwicklung des Klimaschutzgesetzes eine wesentliche Rolle. „Immerhin stammen rund 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen aus trockenen Mooren und bilden damit die größte Treibhausgaseinzelquelle. Daher ist klar, dass die Moore nass werden müssen. Hierfür brauchen wir nachhaltige Nutzungsalternativen für die Landwirtschaft. Genauso klar ist, dass wir eine natürliche Landnutzung brauchen“, sagte Backhaus. Hierzu gibt es am 25. Juni eine Auftaktveranstaltung beim Landeszentrum für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern (Leea) in Neustrelitz. Sie richtet sich an Verbände, Vertretungsgremien, Unternehmen, Kommunen und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Premiere des Kurzfilms „Aquakultur in M-V“

Wismar – Was bedeutet Aquakultur? Diese Frage und viele andere rund um das Thema Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommern haben Kinder und Jugendliche über drei Jahre mit unterschiedlichen medialen Mitteln und Methoden beantwortet. Der Abschluss: eine 12-minütige Dokumentation, die die Bedeutung der Aquakultur für M-V aufzeigt. Am Donnerstagabend (2. Juni 2022, ab 18 Uhr) feiert der Kurzfilm eine interne Premiere im Filmbüro MV in Wismar. Mit dabei ist der für die Fischwirtschaft zuständige Minister Dr. Till Backhaus.

„Seit über 20 Jahren begleitet und fördert die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern die Aquakultur sehr intensiv, weil wir davon überzeugt sind, dass dieser Wirtschaftszweig eine Zukunft hat.  Der Fischkonsum steigt weltweit seit Jahrzehnten – auch in Deutschland. Leider werden weit über 80 Prozent des in Deutschland verzehrten Fischs – 2010 waren es rund 1,3 Millionen Tonnen – importiert. Während Frischfisch vor allem aus Tansania, Südafrika, Sri Lanka oder Island eingeflogen wird, kommt der Frostfisch ausschließlich über den Seeweg nach Deutschland. Damit verbunden sind große Menge an CO2-Emissionen, die es künftig zu vermeiden gilt.

Mit unseren Fördermöglichkeiten ergänzen wir die Förderangebote der Europäischen Kommission und haben erreicht, dass sich hierzulande in den vergangenen Jahren bereits eine vielversprechende Infrastruktur aus Produzenten, Verarbeitern und Forschungseinrichtungen entwickelt hat, die erfolgreich zusammenarbeiten“, sagte der Minister im Vorfeld der Veranstaltung.

Backhaus betonte, dass in den geschlossenen Kreislaufanlagen Fische weitgehend ohne Einfluss auf die Umwelt erzeugt werden. Das Wasser in einer Kreislaufanlage könne durch eine Kreislaufführung über Biofiltersysteme mehrfach genutzt werden. Die benötigte Wärmeenergie werde in einigen Anlagen durch die sonst ungenutzte Abwärme von Biogasanlagen zur Verfügung gestellt. Außerdem könnten dadurch Temperatur und auch Licht so gesteuert werden, dass ein ganzjähriges Wachstum möglich ist.

Das Filmteam hat im Zuge seiner Recherche verschiedene Aquakulturbetriebe in MV aufgesucht und konnte tiefe Einblicke über die tatsächliche Durchführung von Aquakultur gewinnen. Besucht wurde außerdem die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern in Born, die die Grundlagen einer nachhaltigen Aquakultur erforscht und entwickelt. „Ich finde es großartig, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit diesen unter jungen Leuten sicherlich eher unpopulären Themen beschäftigen. Denn schließlich sind sie die Verbraucher von morgen und ihr Konsumverhalten entscheidet maßgeblich, wie es mit unserem Planeten weitergeht“, so Backhaus. Das Filmprojekt wurde mit ca. 12.000 Euro aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds vom Land unterstützt.

Seit 2000 wurden investive Aquakultur und Forschungsprojekte in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 54.700 Euro aus EU- und Landesmitteln gefördert. Über 46 Tausend Euro flossen davon in die Forschung. Rund 13.600 Euro betrug der Anteil der Landesgelder.

 Aktuell gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 9 Kreislaufanlagen, sechs Teichwirtschaften und zwei Durchlaufanlagen. Prädestinierte Standorte für neue Anlagen seien laut Landgesellschaft M-V und Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV zum Beispiel Gewerbeareale in Grevesmühlen, Maliß. Güstrow, Dummerstorf, Malchow oder Stavenhagen.

Innere Medizin der Universität Greifswald

Baustellenbesuch der ehemaligen Inneren Medizin der Universität Greifswald

Greifswald – Finanzminister Dr. Heiko Geue hat heute gemeinsam mit der Rektorin der Universität Greifswald, Frau Prof. Dr. Katharina Riedel, Vertretern des Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamtes (SBL) Greifswald sowie weiteren Vertretern der Universität Greifswald die Baustelle der ehemaligen Inneren Medizin besucht.

Die Sanierung des Gebäudes erfolgt trotz der historischen Bausubstanz sehr klimafreundlich, nachhaltig und energieeffizient“, sagte der Finanzminister, Dr. Heiko Geue. Die weitestgehende Verwendung von Baumaterialien aus natürlichen Rohstoffen und Sanierungsmaßnahmen im so genannten Low-Tech-Standard tragen zur Klimafreundlichkeit bei. Und nicht nur das: Der Stromverbrauch wird durch die Verwendung von LED-Beleuchtung und Bewegungsmeldern reduziert. Fensterlüftung und die Nutzung der Wärmespeicherfähigkeit der massiven Wände ermöglichen einen weitgehenden Verzicht von Lüftungs- und Kühlungstechnik. Als Heizmedium bleibt die vorhandene Anbindung an das Fernwärmenetz erhalten.

Der Finanzminister ist erfreut, dass bereits bei der Planung dieser Baumaßnahmen die seinerzeitigen Anforderungen an die Energieeffizienz unterschritten wurden. Er betont aber auch: „Mit den Anfang Mai eingeführten Energieeffizienzfestlegungen für Baumaßnahmen des Landes haben wir uns als Landesbauverwaltung nochmals deutlich schärfere Maßstäbe für Klimafreundlichkeit und Energieeffizienz im Landesbau als Ziel gesetzt.“

Erbaut wurde der ehemalige medizinische Campus mit seinen beeindruckenden, stadtbildprägenden Backsteinfassaden Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Gebäudekomplex bleibt weitestgehend in seiner ursprünglichen Kubatur und Gestaltung erhalten. Lediglich eingeschossige Anbauten sowie ein nachträglich errichteter Betten-Aufzugsschacht wurden im Zuge der Sanierung ersatzlos abgebrochen. Sämtliche Sanierungsmaßnahmen werden durch die Denkmalschutzbehörde begleitet.