Menü Schließen

Kategorie: Arbeitsmarkt & Wirtschaft

MV Werften

thyssenkrupp Marine Systems übernimmt MV Werften

Wismar – thyssenkrupp Marine Systems (tkMS) übernimmt den Standort der MV Werften in Wismar. Darüber wurden die Mitarbeitenden heute auf einer Versammlung vom Insolvenzverwalter Dr. Christoph Morgen in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, CEO Oliver Burkhard und IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich informiert. Damit hat einer der traditionsreichsten Schiffbaustandorte in Deutschland wieder eine langfristige Perspektive.

Zukünftig könnte thyssenkrupp Marine Systems im Laufe des Jahres 2024 U-Boote in Wismar fertigen. Maßgeblich hierfür ist eine Beauftragung weiterer U-Boote durch den Bund und daraus folgende Investitionen in die Ertüchtigung der Werft. Die Dimension des Engagements von thyssenkrupp Marine Systems richtet sich nach dem Maß der Beauftragung: Je mehr Aufträge, desto mehr Arbeitsplätze. Bei einem Hochlauf der Produktion im Laufe des Jahres 2024 könnten rund 800 Mitarbeitende von thyssenkrupp Marine Systems eingestellt werden. Bei zusätzlichem Auftragseingang im Überwasserbereich könnte sich diese Zahl auf über 1.500 Mitarbeitende am Standort Wismar erhöhen.

CEO Oliver Burkhard: „Wir kommen nach Wismar, um Marine Systems, aber auch dem Standort und den Menschen hier eine echte Perspektive zu geben. Schiffbau ist, woher wir kommen und Schiffbau ist, wohin wir gehen wollen. Und das gemeinsam mit der Belegschaft – und zwar mit so vielen, wie uns möglich ist! Wir sind überzeugt davon, dass wir gemeinsam erfolgreich sein können und dass diese Partnerschaft gut für alle ist.“

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer: „Der Schiffbau lebt in Wismar weiter. Für den Werftstandort werden durch die neue Eigentümerin thyssenkrupp Marine Systems Zukunftsperspektiven aufgezeigt. Die Beschäftigten haben in der Vergangenheit erfolgreich bewiesen, dass sie Schiffe bauen und komplexe Herausforderungen meistern können. Es besteht mit thyssenkrupp Marine Systems die Chance, möglichst viele Arbeitsplätze in der maritimen Industrie zu erhalten.“

Der nun unterzeichnete Vertrag markiert das Ende eines mehrmonatigen, offenen Investorenprozesses für die Wismarer Werft. Damit hat der Insolvenzverwalter der MV Werften Dr. Christoph Morgen das beste Ergebnis für die Insolvenzgläubiger erreicht und zugleich eine starke Zukunftsperspektive entwickelt: „Es freut mich sehr, dass wir mit thyssenkrupp Marine Systems eine neue Eigentümerin gefunden haben, die den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern dauerhaft erhält und gegebenenfalls sogar ausbaut. Mir ist jedoch auch bewusst, dass die Strecke bis zum Neustart für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werft lang ist. Deshalb werde ich weiterhin alles daransetzen, den Übergang zu gestalten und für möglichst viele Mitarbeitende Beschäftigung zu sichern.“

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Neben den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur ist auch eine Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden notwendig. Deren Einstellung wird bei entsprechender Auftragslage vorrangig aus einer Transfergesellschaft stattfinden, die für die ehemaligen Beschäftigten der MV Werften eingerichtet wurde. Darüber hinaus gibt es eine Übereinkunft unter anderem über die Übernahme von Auszubildenden und den Aufbau von Mitbestimmungsstrukturen. Das haben thyssenkrupp Marine Systems und die IG Metall Küste vereinbart. Details entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung der IG Metall.

„Mit Wismar setzen wir ein Zeichen: thyssenkrupp Marine Systems wächst und will die Zukunft dieser Industrie gestalten. Der Standort Wismar und die Mitarbeitenden bekommen durch thyssenkrupp Marine Systems nun eine echte Chance auf eine gute Zukunft. Heute ist ein guter Tag für Wismar und thyssenkrupp Marine Systems“, sagte CEO Oliver Burkhard den Mitarbeitenden.

Export-Tour zum Baltic Sea Business Day

Schwerin – Die Export-Tour der Landesregierung geht unter dem Motto „Praktische Tipps für Exporteinsteiger“ weiter. Eingeladen sind vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die sich über Chancen im Export und Unterstützungsmöglichkeiten des Landes informieren können. Schwerpunkt der heutigen Export-Tour in der von Hippel GmbH war das Thema Zollabwicklung.

„Wer auf verschiedenen Märkten präsent ist, ist nicht so anfällig für Schwankungen der Konjunktur oder Schwierigkeiten bei einzelnen Abnehmern und Zulieferern. Heimische Märkte und Außenhandel zu kombinieren, ist das beste Risikomanagement“, betonte der Chef der Staatskanzlei Patrick Dahlemann bei der Export-Tour in der Firma von HippelGmbH in Schwerin, die mit ihren beweglichen Figuren weit über die Landesgrenzen hinweg Erfolg hat.

Viele Unternehmen seien von der Corona-Pandemie stark getroffen. „Zum Glück“, so Dahlemann, „konnten wir als Land mit dem MV-Schutzfonds unterstützen und der Arbeitsmarkt ist stabil, auch dank des Kurzarbeitergeldes. Jetzt sind unsere Unternehmen zusätzlich vom furchtbaren Krieg in der Ukraine und den Rückwirkungen der Sanktionen gegen Russland betroffen. Hinzu kommen steigende Energiepreise und Engpässe bei Rohstoffen.“

Dennoch gebe es Chancen, an die gute wirtschaftliche Entwicklung vor Corona anzuknüpfen. „Die Landesregierung unterstützt die Wirtschaft, z.B. mit unserer Außenwirtschaftsförderung in Höhe von 1,4 Millionen Euro pro Jahr, gerade bei den Klein- und Kleinstunternehmen.“ Der Staatssekretär ermutigte alle Unternehmen: „Nutzen Sie die Möglichkeiten, Netzwerke aufzubauen. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Delegationsreisen. Da nutzen wir unsere Kontakte auf politischer Ebene als Türöffner für die Wirtschaftskontakte.“

Seit vielen Jahren würden vertrauensvolle regionale Partnerschaften mit vielen Verbindungen auf unterschiedlichen Ebenen gepflegt, wie aktuell bei der Delegationsreise mit dem Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß nach Danzig. Dabei stehe die Zusammenarbeit im demokratischen Ostseeraum im Mittelpunkt. „Deshalb lade ich Sie sehr herzlich zum Baltic Sea Business Day am 22. September nach Rostock ein. Das ist eine tolle Möglichkeit, um Kontakte mit allen Anrainerländern der Ostsee zu knüpfen.“

Werften: Verlängerung der Transfergesellschaft

Meyer: Wichtige Botschaft für Beschäftigte – Fachkräfte werden für Wandel der maritimen Wirtschaft gebraucht

Schwerin – Die Landesregierung hat den Weg frei gemacht für eine Verlängerung der Transfergesellschaft. Aus dem MV-Schutzfonds soll dazu ein Betrag von bis zu 10,31 Millionen Euro bereitgestellt werden. Mit diesen Mitteln wird eine Verlängerung der Verweildauer der Beschäftigten um bis zu vier Monate, beginnend ab dem 01. Juli und längstens bis zum 31. Oktober 2022 ermöglicht.

„Das ist eine wichtige Botschaft für die Beschäftigten und auch für die Werften-Standorte. Die maritime Wirtschaft ist mitten im Umbruch. Standorte wandeln sich weg vom reinen Schiffbau hin zum maritimen Dienstleiter. Dafür brauchen wir Fachkräfte, die den Wandel begleiten. Durch die Verlängerung der Transfergesellschaft bietet sich die Möglichkeit, die Experten bei uns zu halten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Die Entscheidung des Kabinetts für die ehemaligen Beschäftigten der MV Werften Wismar GmbH, der MV Werften Rostock GmbH, der MV Werften Stralsund GmbH und der MV Werften Fertigmodule GmbH gilt vorbehaltlich der Zustimmung der Lenkungsgruppe für den Schutzfonds und des Finanzausschusses des Landtages. Derzeit werden rund 1.775 Beschäftigte von der Transfergesellschaft betreut. Von diesen werden allerdings gut 300, die bereits im Sommer 2021 in die Transfergesellschaft gewechselt sind, sie nach Ablauf von maximal möglichen zwölf Monaten demnächst verlassen. Von der Entscheidung für die Verlängerung der Transfergesellschaft werden voraussichtlich bis zu 1.468 Beschäftigte betroffen sein.

„In der Transfergesellschaft werden die Beschäftigten qualifiziert und auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Hierbei haben wir besonders im Auge, dass bei möglichen Ansiedlungen auf den Werftenstandorten die Beschäftigten auch dorthin vermittelt werden können“, sagte Meyer.

So will beispielsweise die weltweit agierende Eppendorf Gruppe ein neues Werk für hochwertige Laborverbrauchsmaterialien aus funktionellen Hightech-Kunststoffen bauen und hat dafür ein ehemaliges Produktionsgelände am Standort der MV Werften Fertigmodule Property GmbH in Wismar erworben. Das Gelände umfasst mehr als 20.000 Quadratmeter Nutzungsfläche mit Produktions- und Lagerflächen sowie Büro- und Nebengebäuden.

Der Produktionsstart erster Hightech-Kunststoffmaterialien ist für Ende dieses Jahr geplant. Bei der Mitarbeitergewinnung möchte das Unternehmen ausdrücklich auch Fachkräften aus der Transfergesellschaft der MV Werften neue Perspektiven bieten.

Die zum Genting-Konzern gehörende Unternehmensgruppe MV Werften mit den drei Werftstandorten in Wismar, Rostock und Stralsund und der Fertigmodule GmbH hatte im Januar 2022 Insolvenz angemeldet. Alle Beschäftigten der MV-Werften, die Ende Februar 2022 noch an den drei Werftstandorten und bei der Fertigmodule GmbH beschäftigt waren, hatten die Möglichkeit, ab dem 01. März 2022 in die Transfergesellschaft zu wechseln.

Den ehemaligen Beschäftigten, die bereits vorher in die Transfergesellschaft eingetreten waren, hatte das Land ab 01. April 2022 eine bis zu viermonatige Verlängerung ermöglicht.

Besuch in der Partnerregion Pommern

Danzig – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß besucht bis Freitag mit einer 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation Mecklenburg-Vorpommerns polnische Partnerregion Pommern.

Die Delegationsreise wurde gemeinsam mit der Industrie-und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern organisiert und soll die wirtschaftlichen Kontakte in die Region vertiefen.

„Ich freue mich, gemeinsam mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus verschiedensten Branchen die Kontakte nach Danzig weiter auszubauen. Wirtschaftliche Beziehungen schaffen Wohlstand bei beiden Partnern und bringen Menschen zusammen. Damit stärken wir auch unsere Partnerschaft mit der polnischen Partnerregion Pommern und ihrer pulsierenden Metropole Danzig“, so Miraß in Danzig.

Wolfgang Blank, Präsident der IHK Neubrandenburg ergänzte: „‚Aufgrund der Ähnlichkeiten in der Wirtschaftsstruktur der Woiwodschaft Pommern bieten sich den Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern viele Kooperationsansätze. Möglichkeiten eröffnen sich z.B. in den Bereichen Lebensmittelindustrie, Maschinenbau, erneuerbare Energien, Gesundheitswirtschaft und Bioökonomie, bis hin zu Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.“

Auch Vertreterinnen und Vertretern weiterer Kammern und anderer öffentlicher Institutionen wollen die Gelegenheit zum Aufbau neuer oder zur Pflege bereits bestehender Kontakte nutzen. Im Rahmen der Reise wird Heiko Miraß auch ein Gespräch mit Vize-Marschall Leszek Bonna führen. Beide wollen sich unter anderem über die Flüchtlingssituation in Mecklenburg-Vorpommern und Pommern austauschen.

Grünes Klassenzimmer

Staatssekretärin Aßmann besucht Rostocker Zoo

Rostock – Agrarstaatssekretärin Elisabeth Aßmann und Bildungsministerin Simone Oldenburg haben sich heute im Rostocker Zoo mit den vielfältigen Bildungs­angeboten für Kinder vertraut gemacht. Gemeinsam mit Zoodirektorin Antje Angeli besuchten sie mehrere Stationen für heranwachsende Besucher. Auf dem Plan standen unter anderem die Elche und Rentiere, die Meereswelten und die Eisbären.

„Der Zoo ist eine ideale Form des ‚Grünen Klassenzimmers‘, hier kann man eine Menge lernen. Egal, ob Vorlieben der Tiere beim Füttern, bedrohte Lebensräume oder die Anpassung der Tiere an Vegetation und Klima. Hier werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn man kümmert sich um wichtige Themen, die auch mir sehr am Herzen liegen. Zum Beispiel Biodiversität und Artenschutz, Nachhaltigkeit sowie Wasser- und Gewässerschutz. Auf diese Weise werden Heranwachsende an die Natur herangeführt und ihre sozio-ökologischen Kompetenzen gestärkt“, sagte Staatssekretärin Elisabeth Aßmann.

Der Zoo Rostock bietet eine Vielzahl an Bildungsmöglichkeiten für Schüler und Lehrer. Im Rahmen des Zooschulunterrichts werden viele Themen behandelt. Der Zoo betreut zudem Projekte innerhalb des Wahlpflichtunterrichts. Es wurden gemeinsam mit der Universität Rostock und dem Institut für Qualitäts­sicherung MV mehrere Weiterbildungsangebote für Lehrer entwickelt, die auch als schulinterne Lehrerfortbildung gebucht werden können.

Im Jahr 2017 feierte die Zooschule in Rostock ihr 50-jähriges Bestehen. Mehr als 12.000 Schüler nutzen die Angebote jährlich. Der Zoo Rostock ist eine von 18 anerkannten außerschulischen Lernorten, für die das Bildungsministerium ein Unterrichtstundenkontingent bereithält, um Lehrkräfte dorthin abzuordnen. Zu den klassischen Zooschulen sind Bildungseinrichtungen wie das Phantechnikum in Wismar, das LEEA in Neustrelitz, die Sternwarte in Schwerin, die historische Burganlage Groß Rahden, aber auch das Müritzeum, das Ozeaneum, der Wildpark in Güstrow, die HTM in Peenemünde und die Astronomische Station in Rostock hinzugekommen.

„Besonders freue ich mich, dass sich der Zoo Rostock dem nun-Qualifizierungs- und Zertifizierungsverfahren für Bildung und Nachhaltige Entwicklung (BNE) stellt (nun: ‚norddeutsch und nachhaltig‘).  Dabei haben sich die Pädagogen und das Management mit den sechs Qualitätsbereichen auseinandergesetzt: Erarbeitung eines Leitbildes, Fortbildung der Mitarbeiter, pädagogisches Konzept, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation und Infrastruktur. Die nun-Zertifizierung BNE wird in allen vier norddeutschen Ländern anerkannt. Dabei steht nicht die klassische Umwelt- und Naturschutzbildung im Vordergrund. Gefragt ist der Blick über den ‚Tellerrand‘, um zu verdeutlichen: Hier bekommen die Nutzer tatsächlich Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Dabei bietet die Einrichtung auch Bildungsmodule zu Fragen der ethischen Betrachtung der Tierhaltung“, so Aßmann.

Der Landeszooverband vereint insgesamt 20 Zoos und Tiergärten sowie Umweltpädagogen aus 35 Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns.

Seit 2007 stellt Mecklenburg-Vorpommern aus Landes- und EU-Mitteln mehr als 79 Millionen Euro für Projekte in den zoologischen Einrichtungen bereit, davon in vielen Fällen für Artenschutzmaßnahmen. Darunter waren Projekte wie der Neubau des Darwineums und des Polariums in Rostock, die Umgestaltung der Parkanlagen im Tierpark Grimmen, die Neugestaltung des Tierparks in Wolgast oder der Neubau der Löwenanlage in Schwerin. Zudem erhielt der Zoo Rostock im vergangenen Jahr vom Land die Zusage über rund 5,5 Millionen Euro für den Neubau der Robbenanlage.

Die zoologischen Einrichtungen in MV zählen jährlich rund drei Millionen Besucher. Sie sind aber nicht nur Touristenmagnete und Freizeiteinrichtungen, sondern sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. „Auch im Rahmen der Natur- und Umweltbildung kommt ihnen eine herausragende Bedeutung zu. So nutzen jährlich etwa 80.000 Schülerinnen und Schüler die zoologischen Einrichtungen als außerschulische Lernorte. Auf die Unterstützung des Landes können sie bei ihren Vorhaben weiterhin zählen“, sagte Staatssekretärin Aßmann.

Besuch im Zulieferbetrieb Webasto

Meyer: Bedeutender Arbeitgeber in der Region – innovative Lösungen sind gefragt – Zulieferbranche kämpft weiter mit Problemen

Neubrandenburg – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat sich am Mittwoch bei einem Unternehmensrundgang über die Webasto Thermo & Comfort SE in Neubrandenburg informiert.

„Das Unternehmen hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt und den Standort kontinuierlich ausgebaut. Webasto ist ein bedeutender Arbeitgeber in der Region mit überregionaler Strahlkraft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer. Von Neubrandenburg aus werden nahezu alle Fahrzeughersteller mit motorunabhängigen Standheizungen, Zuheizern und Klimatisierungssystemen beispielsweise für Nutzfahrzeuge, Transporter, PKW und Boote, beliefert.

Die Automobilzulieferbranche befindet sich in einem Wandel. „Immer mehr innovative Produkte sind ohne den Schritt hin zur Digitalisierung nicht mehr denkbar. Das ist auch notwendig, um langfristig Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Beispielsweise gibt es eine wachsende Nachfrage nach Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Diese wird aufgrund der Energiewende weiter wachsen und viele Prozesse beschleunigen. Webasto punktet mit der Entwicklung von so genannten Hochvoltheizern – elektrischen Standheizungen für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Modelle“, so Meyer weiter. Das Wirtschaftsministerium unterstützt beispielsweise die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen von Verbundprojekten.

Im Land sind etwa 35 Unternehmen spezialisierte Automotive-Zulieferer. Mittlerweile arbeiten ca. 5.500 Menschen in diesem Industriezweig und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro. Die wirtschaftliche Situation in der Automobilzulieferbranche ist nach wie vor angespannt.

„Die Zulieferbranche befindet sich jetzt schon seit über zwei Jahren im Krisenmodus. Die Corona-Pandemie sorgt für verstärkte Probleme in den weltweiten Lieferketten. Betroffen waren zunächst Halbleiterbauteile und danach auch viele andere Vorprodukte. Seit Ende Februar sind die Auswirkungen des Ukraine-Krieges spürbar. Die Branche arbeitet dennoch intensiv daran, die Produkte unter erschwerten Bedingungen zu produzieren. Die Herausforderungen sind weiter groß“, erläuterte Meyer weiter.

Webasto Neubrandenburg ist eine hundertprozentige Tochter der Webasto SE mit Stammsitz in Stockdorf/München. In Neubrandenburg ist das Unternehmen seit der Übernahme der Sirokko-Werke im Jahre 1990 präsent. Seit dieser Zeit wurde das Werk in Neubrandenburg schrittweise zum zentralen europäischen Produktionsstandort für Heizgeräte von Webasto ausgebaut. In Neubrandenburg sind rund 650 Mitarbeiter beschäftigt.

Neue Tierhaltungskennzeichnung

Backhaus: Tierwohllabel muss langfristig untersetzt werden

Schwerin – In Berlin stellte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir, die Eckpunkte für die neue Tierhaltungskennzeichnung vor. Der Landesminister für Landwirtschaft, Dr. Till Backhaus, begrüßt den Schritt der Bundesregierung, mahnt aber zur Eile:

„Das verpflichtende Tierwohllabel war dringend überfällig, insofern bin ich froh, dass es jetzt endlich voran geht und die Tierhalterinnen und Halter wissen, auf welche Rahmenbedingungen sie sich einstellen können. Die Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen auf der anderen Seite eine verlässliche Auskunft über die Herkunft der Produkte und können beim Einkauf gezielter Maßnahmen für Tierwohl und Klimaschutz unterstützen. Besonders begrüße ich die Aufteilung der Haltungsformen in die fünf Schritte, die auf Augenhöhe mit der Landwirtschaft ausgehandelt wurden.“

Das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz schafft die gesetzliche Verpflichtung, Lebensmittel tierischer Herkunft zu kennzeichnen und darüber zu informieren, in welcher Haltungsform die Tiere gehalten wurden. Fünf Haltungsformen werden im Gesetzvorschlag des Bundesministeriums unterschieden:

– Haltungsform Stall

– Haltungsform Stall + Platz

– Haltungsform Frischluftstall

– Haltungsform Auslauf/Freiland

– Haltungsform Bio.

Neu ist die Option erweiterte Stallhaltung, die Haltungsstufe „Stall + Platz“ (= 20 % mehr Stallfläche). Diese ermöglicht Landwirten die Eingruppierung in eine bessere Kategorie als den Mindeststandard, auch wenn sie sie sich keinen aufwendigen Stallumbau leisten können. Auf diese Weise werden geringere Auslastungskapazitäten honoriert und damit notwendige Anreize gesetzt, den Tieren mehr Platz zu bieten.

Zur Aussage Özdemirs, die Koalition suche noch nach einer langfristigen Finanzierung für den Stallumbau, warnt Backhaus:

„Um die Tierhaltungskennzeichung aber wirklich zu einem Erfolg zu machen, muss die Bundesregierung der Landwirtschaft jetzt auch konsequent helfen, die Tierhaltung umzubauen. Die Landwirtschaft ist bereit, in mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit zu investieren, doch sie benötigt auch verlässliche Vorgaben und handfeste Hilfestellungen. In elementaren Dingen wie dem Neu- und Umbau von Ställen müssen die Landwirtinnen und Landwirte dringend Planungssicherheit haben. Bundesminister Özdemir hat heute zugesagt, die vereinbarte 1 Milliarde Euro zur Finanzierung zu nutzen.

Das ist erstmal ein Anfang für 2022, doch für einen nachhaltigen und grundlegenden Umbau der Tierhaltung wird das bei weitem nicht reichen. Ich finde es sehr bedauerlich, dass sich die Bundesregierung bis auf die Anschubfinanzierung noch auf kein langfristiges Modell einigen konnte. Die Tierhalterinnen und Halter stehen gerade vor massiven Herausforderungen und warten nur darauf, einen Fahrplan aus Berlin zu bekommen. Viele Betriebe stehen zudem vor der Frage: Investieren oder Aufgeben? Der Umbau der Tierhaltung kann deshalb nicht der Landwirtschaft allein überlassen werden, sondern das ist eine Aufgabe der Gesamtgesellschaft. Ich erwarte, dass sich die Koalition hier zusammenrauft und schnellstmöglich zu einer Einigung findet.“

Abschließend zieht Backhaus das Fazit: „Die Ankündigungen des Bundesministers sind ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenngleich ich sie mir schon vor Monaten gewünscht hätte. Hoffentlich sehr viel schneller folgen jetzt die nächsten Schritte, um das Tierwohllabel auch mit Leben zu füllen.“

Iberdrola veranstaltet Supplier Day

• Iberdrola bringt Hauptauftragnehmer und regionale Unternehmen zusammen • Offshore Windpark Baltic Eagle treibt regionale Wertschöpfung an • Wirtschaftsminister Meyer würdigt das Engagement von Iberdrola

Rostock – Iberdrola hat heute in Rostock den Supplier Day 2022 für den neuen und im Bau befindlichen Offshore Windpark Baltic Eagle veranstaltet. Die Veranstaltung diente dazu, die internationalen Hauptauftragnehmer für Baltic Eagle mit Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern zusammenzubringen. Das soll Wertschöpfung und Jobs für die Region erzeugen. Gleichzeitig ermöglicht es Hauptauftragnehmern potenzielle Partner vor Ort kennenzulernen.

Iris Stempfle, Geschäftsführerin von Iberdrola in Deutschland, äußerte sich vor den über 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertretern aus Mecklenburg-Vorpommern und deutschen Nachbarländern: „Wir danken allen Anwesenden für diese Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Natürlich wünschen wir uns, dass sich daraus möglichst viele Kooperationen ergeben, so dass das Projekt Baltic Eagle mit gebündelter Expertise planmäßig realisiert werden kann. Unser Dank geht auch an das Windenergy Network Rostock, das uns in der Organisation dieser Veranstaltung tatkräftig unterstützt hat.“

Am Supplier Day stellten sich verschiedene direkte Kooperationspartner von Iberdrola für den Bau von Baltic Eagle vor: wie zum Beispiel das in Rostock ansässige Unternehmen EEW Special Pipe Constructions, das die bis zu mehr als 90 Meter langen Monopiles herstellt, die in den Meeresboden gerammt werden und als Fundamente der Windkraftanlagen dienen. Weitere auf der Veranstaltung präsente Unternehmen sind der für die Herstellung, Lieferung und Wartung der Windkraftanlagen verantwortliche Spezialist Vestas sowie Van Oord, das die parkinterne Verkabelung und die Fundamente installiert.

Insgesamt investiert Iberdrola allein beim Bau des Offshore Windparks Baltic Eagle etwa 2,5 Milliarden Euro. Durch mögliche Kooperationen der Hauptauftragnehmer von Iberdrola mit regionalen Unternehmen können in Folge des Supplier Days 2022 weitere Auftragsvolumen für Mecklenburg-Vorpommern entstehen.

Der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern Reinhard Meyer betonte vor Ort: „Der Supplier Day war für eine Reihe interessierter Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern eine hervorragende Möglichkeit des direkten Austausches mit potentiellen Auftraggebern. Beide Seiten konnten ihr Know-how, ihren Leistungsumfang und ihre Erwartungen durch die Veranstaltung frühzeitig darstellen. Entscheidend ist am Ende, dass aus den nun geknüpften Kontakten auch konkrete Aufträge und Projekte werden. Das unterstützt Wertschöpfung vor Ort und sichert Arbeitsplätze in der heimischen Wirtschaft.“

Iberdrolas sogenannter Baltic Hub vor der deutschen Ostseeinsel Rügen besteht aus den Offshore Windparks Wikinger (in Betrieb mit 350 MW), Baltic Eagle (im Bau mit 476 MW) und Windanker (in Planung mit 300 MW). Zusammengenommen wird das Windcluster bis 2026 über eine installierte Leistung von mehr als 1,1 GW verfügen und damit über 1,1 Millionen Haushalte in Deutschland mit grünem Strom versorgen. Das entspricht in etwa dem gesamten Energiebedarf der Privathaushalte in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wird allein Baltic Eagle Emissionen von etwa 800.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden.

Iberdrola ist ein weltweit führendes Energieunternehmen, die Nummer eins bei der Erzeugung von Windenergie und gemessen an der Marktkapitalisierung einer der größten Stromversorger der Welt. Die Gruppe liefert Energie an fast 100 Millionen Menschen in Dutzenden von Ländern, darunter Spanien, Deutschland, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Brasilien, Mexiko, Portugal, Italien, Frankreich, Australien sowie Griechenland und ist ebenfalls als Innovationstreiber auf weiteren Märkten wie Japan, Irland, Schweden und Polen präsent. Mit mehr als 38.000 Mitarbeitern und einem Vermögen von mehr als 141 Milliarden Euro erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2021 einen Umsatz von 39 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von über 3,8 Milliarden Euro.

Das Unternehmen trägt zum Erhalt von 400.000 Arbeitsplätzen entlang seiner Lieferkette bei, mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen von 14 Milliarden Euro. Als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel hat das Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als 120 Milliarden Euro in den Aufbau eines nachhaltigen Energiemodells investiert, das auf strengen Umwelt-, Sozial- und Governance-Prinzipien (ESG) basiert. Zusätzlich setzt sich Iberdrola aktiv für die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung ein.