Kundenbefragung zum Einzelhandelsangebot in M-V startet nach Pfingsten

Schwerin – Die Digitalisierung stellt den stationären Einzelhandel und damit die Händler vor Ort vor große Herausforderungen. Bereits heute tätigen die Deutschen gut zehn Prozent ihrer Einkäufe online, Tendenz steigend (Quelle HDE Monitor, 2018). Wie dies in einzelnen Regionen aussieht, dazu gibt es bislang keine verlässlichen statistischen Daten. Zudem ist nicht gesichert, dass sich bundesweite Durchschnittswerte überhaupt auf Mecklenburg-Vorpommern mit seiner deutlich unter Bundesschnitt liegenden Einwohnerdichte, der wesentlich stärker durch ländliche Räume geprägten Struktur und den damit verbunden längeren Wegen übertragen lassen. Deshalb hat das Energieministerium unter dem Dach des Dialogforums Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommern eine Studie mit dem Titel „Bedeutung der Digitalisierung für die Entwicklung der Einzelhandels- und Versorgungsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern“ in Auftrag gegeben. Die Untersuchung wird von der IFH Köln GmbH in Kooperation mit der Betriebswirtschaftlichen Beratungsstelle des Einzelhandels Köln (BBE) durchgeführt.

Kern der Studie ist eine etwa 15-minütige telefonische Befragung der Einwohner Mecklenburg-Vorpommerns, die am Dienstag (22.05.2018) beginnt und sich über etwa acht Wochen ziehen wird. Analysiert werden soll dabei das Online-Nutzerverhalten von mindestens 4.000 Befragten, aussagekräftig differenziert nach Bevölkerungs-, Alters- und Branchengruppen sowie nach Wohnorten in Städten und ländlichen Regionen.

„Wir wollen herausfinden, wie ‚online-affin‘ die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind: Wie viel Kaufkraft wird bereits heute durch den digitalen Handel gebunden, welche Produkte werden vornehmlich online oder im Geschäft vor Ort erworben und wie wirken sich regionale und Altersunterschiede auf das Kaufverhalten aus? Diese Fragen müssen wir klären, um den stationären Einzelhandel als Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in den Innenstädten und Ortszentren fit zu machen für die Digitalisierung“, gibt Minister Christian Pegel das Ziel der Studie vor.

Untersucht wird auch, wie zufrieden die Einwohner mit den digitalen Angeboten im Handel sind, welche Erwartungen sie an diesen haben und ob eine gemeinsame Präsentation der lokalen Händler im Netz Lösungen für die Probleme in den Innenstädten bieten kann. Die Gutachter sollen zudem die Online-Umsätze in den einzelnen Branchen ermitteln, differenziert nach Größe und Funktion der Städte. Auch auf die Frage, wie der Einzelhandel im Hinblick auf die veränderte digitale Einzelhandelswelt aufgestellt ist, soll die Studie Antwort geben.

Aufbauend auf den Ergebnissen der Kundenbefragung erfolgt die eigentliche Arbeit. Zusammen mit dem beauftragten Gutachterteam wird das Ministerium Strategien und Konzepte für einen modernen, zukunftsfähigen Einzelhandel im Land entwickeln. „Benötigen wir künftig weniger Fläche für den stationären Handel oder eröffnen Kleinflächenkonzepte vielleicht neue Chancen für historische Innenstädte – auf diese und andere Fragen erhoffen wir uns Antworten“, so Minister Pegel. Den weiteren Zeithorizont schätzt er wie folgt ein: „Wir wollen noch in diesem Jahr erste aufschlussreiche Ergebnisse vorstellen. Dafür bitte ich die Menschen in unserem Land: Machen Sie mit und beteiligen Sie sich an der Telefonumfrage!“

Das „Dialogforum Einzelhandel Mecklenburg-Vorpommern“ wurde im Februar 2016 auf Initiative des Handelsverbandes Nord gegründet, als Plattform für einen breit angelegten Informations- und Diskussionsaustausch zwischen Politik, Verwaltung, Handel, Land, Kommunen, Wissenschaft und Verbrauchern. Gründungsmitglieder waren neben dem federführenden Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung der Handelsverband Nord, die Industrie- und Handelskammern des Landes, der Ostdeutsche Sparkassenverband und die kommunalen Spitzenverbände. Weitere Mitstreiter aus Politik, Verwaltung, Einzelhandel, Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich aktiv in den Dialog einzubringen.

Europäisches Logistikzentrum der DeLaval eröffnet

Valluhn-Gallin – Am Donnerstag wurde das europäische Logistikzentrum der DeLaval im Gewerbegebiet Valluhn-Gallin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) offiziell eröffnet. „Es ist das zentrale Logistikzentrum des Konzerns entstanden. Über das europäische Drehkreuz wird der Aufbau einer effizienten und wettbewerbsfähigen Logistikkette ermöglicht. Der Standort gewinnt dadurch auch für globale Kunden enorm an Bedeutung. Rund 230 Arbeitsplätze sind mit der Ansiedlung verbunden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein attraktiver Wettbewerbsstandort. Wichtig für die Standortentscheidung war beispielsweise auch die gute Anbindung vor Ort und die Nähe zu Hamburg. Die Hansestadt ist insbesondere für den Containerumschlag von Bedeutung. Gerade auch internationale Unternehmen erkennen die verkehrsgünstige Lage Mecklenburg-Vorpommerns an den nationalen und internationalen Verkehrsströmen“.

Die DeLaval als Teil des Tetra-Laval-Konzerns hat ihren Hauptsitz in Schweden und verfügt über 18 Produktionsstätten weltweit mit 4.500 Mitarbeitern. Das Unternehmen ist Hersteller und Anbieter von technischen Lösungen zur Produktion von Milch und bietet Produkte, Systeme und Dienstleistungen unter anderem zur Melk- und Futtertechnik, Kühltanks, Klima- und Entmistungssysteme an. Die Investition in Valluhn-Gallin umfasst einen Hallenneubau mit 52.000 Quadratmetern umbauter Logistikfläche, die Betriebs- und Lagerausstattung, zwei Bürogebäude mit Mitarbeiter- und Sozialräumen inklusive Kantine und Fitnessraum.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 37,4 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. „Wir werden auch künftig an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten, damit sich hier Firmen ansiedeln oder bestehende Unternehmen erweitern. Denn: jede Ansiedlung oder Erweiterung sichert und schafft neue Jobs in Mecklenburg-Vorpommern. Allein von 2011 bis heute wurden im Landkreis Ludwigslust-Parchim durch die gewerbliche Förderung ca. 2.100 Arbeitsplätze neu geschaffen und über 10.000 Arbeitsplätze gesichert. Dies ist der mit Abstand höchste Wert aller Landkreise und kreisfreien Städte in Mecklenburg-Vorpommern“, so Glawe.

Der Minister verwies auch auf die Möglichkeiten der Unterstützung durch die Digitalisierung. „Eine Reihe von Förderprogrammen werden im Wirtschaftsministerium insgesamt geöffnet. Hierzu zählen die Qualifizierungsrichtlinie, die Einstellungsrichtlinie und die Förderung von Prozessinnovationen. Wichtig ist die Umsetzung von neuen technologischen Innovationen und die Förderung der Qualifikation der Mitarbeiter“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Kunden erhalten moderne Messeinrichtungen

WEMAG Netz GmbH forciert digitalen Zähler-Rollout

Schwerin – Im September 2016 ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende in Kraft getreten. Damit wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einbau intelligenter Messsysteme, so genannte Smart Meter, und moderner Messeinrichtungen geschaffen. Ziel ist es, Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen besser in das Netz zu integrieren sowie Stromangebot und -nachfrage zu synchronisieren.

Die WEMAG Netz GmbH ist als zuständiger Messstellenbetreiber gesetzlich verpflichtet, schrittweise Messstellen von Kunden mit einer modernen Messeinrichtung beziehungsweise einem intelligenten Messsystem auszustatten. „Wir kommen den gesetzlichen Verpflichtungen nach, schaffen neue Steuerungsmöglichkeiten für die Umsetzung der Energiewende“, führt Holger Martens, der bei der WEMAG Netz GmbH zuständig für den Messstellenbetrieb ist, aus.

Der Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem, das aus zwei Komponenten besteht: einer modernen Messeinrichtung und der Kommunikationseinheit, dem Gateway.

Zusammen mit ihrem Dienstleister e.dat GmbH hat die WEMAG Netz bereits mit der Ausrollung und Montage der ersten modernen Messeinrichtungen begonnen. Die ersten 125 modernen Messein-richtungen sind bereits installiert. Bis zum Jahr 2032 sollen im Netzgebiet der WEMAG Netz GmbH insgesamt 151.274 moderne Messeinrichtungen bei den Kunden eingebaut werden.

Für Verbrauchsanlagen unter 6.000 kWh/Jahr und Erzeugungsanlagen kleiner 7 kW besteht keine gesetzliche Verpflichtung zum Einbau eines intelligenten Messsystems, aber sowohl den Kunden als auch den Messstellenbetreibern ist diese Möglichkeit vorbehalten. Diese Anlagen erhalten eine moderne Messeinrichtung.
Die WEMAG Netz GmbH wird alle betreffenden Kunden rechtzeitig vor dem geplanten Wechsel der Messeinrichtung informieren.

Ernährungsindustrie bleibt umsatzstärkste Branche in MV

Schwerin – „Norddeutschland ist nach wie vor der wichtigste Standort der Ernährungsindustrie in Deutschland. In keinem anderen Bundesland spielt die Ernährungswirtschaft im verarbeitenden Gewerbe eine so herausragende Rolle wie in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa jeder dritte Industriebeschäftigte und ein Viertel der Industriebetriebe sind in Mecklenburg-Vorpommern der Ernährungswirtschaft zuzurechnen“, berichtete Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der heutigen 3. Norddeutschen Branchenkonferenz Ernährungswirtschaft in der IHK zu Schwerin.

Mit einem Anteil von mehr als einem Drittel sei die Ernährungsbranche auch der umsatzstärkste Wirtschaftszweig im verarbeitenden Gewerbe im Land. Die Branche erwirtschaftete in der Nahrungs-, Futtermittel- und Getränkeherstellung 2017 einen Jahresumsatz von rund 5 Milliarden Euro. Die Exportquote der Ernährungsbranche in MV lag 2017 bei 18,9 Prozent, das sind rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 2017 Waren im Wert von mehr als 900 Mio. Euro exportiert.

„Namhafte heimische Unternehmen, darunter die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH, die Mecklenburger Kartoffelveredelung GmbH oder die Mecklenburger Backstuben GmbH und Tochterunternehmen von namhaften internationalen Konzernen, etwa Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg oder das Nescafé Dolce-Gusto-Werk in Schwerin sichern Arbeitsplätze und ziehen Fach- und Nachwuchskräfte an“, so der Minister. In MV arbeiten derzeit mehr als 14.400 Beschäftigte in fast 90 größeren Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten.

Der Minister verwies auf die Unterstützung, die der Branche in den vergangenen Jahren zuteil geworden war. „Allein im Bereich der Marktstruktur haben wir von 2007 bis 2017 insgesamt 90 Investitionsvorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 33,3 Mio. Euro finanziell unterstützt und damit Investitionen in Höhe von 143,6 Mio. Euro ermöglicht. Die konstante Entwicklung der Ernährungsindustrie im Land zeigt, dass sich diese Unterstützung gelohnt hat. Wir werden unser Engagement für die Ernährungswirtschaft weiter fortsetzen“, so Dr. Backhaus.

Hobel- und Sägewerk erweitert Standort in Hagenow

Hagenow – Die HMS Holzindustrie Hagenow GmbH hat ihre Betriebsstätte erweitert, um eine intensivere Energieeffizienz zu erreichen und die Produktivität des Sägewerkbetriebes insgesamt zu erhöhen. „Das in vierter Generation geführte Familienunternehmen verbreitert seine Produktpalette, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Mit den Investitionen werden 49 Arbeitsplätze gesichert und drei neue Jobs geschaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Derzeit werden am Unternehmensstandort ein Nadelholz-Sägewerk mit angeschlossener Schnittholz-Weiterverarbeitung und ein Biomasse-Heizkraftwerk betrieben. Das Heizkraftwerk dient der Trocknung des produzierten Schnittholzes, das beispielsweise für Holzverpackungen, bei der Gestaltung von Terrassenbelägen sowie Zäunen und Carports verwendet wird. Kunden sind nach Unternehmensangaben weltweit industrielle Weiterverarbeiter der Verpackungsindustrie, die Fertighausindustrie und der Holzgroßhandel. Derzeit wird ein Pelletswerk errichtet, um die im Heizkraftwerk erzeugte Wärme zu nutzen und aus den anfallenden Nebenprodukten (wie Sägespäne und Holzschnitzel) Pellets zu erzeugen. Zudem gibt es eine Erweiterung des Maschinenparks. „Mit den Erweiterungen erfolgt zugleich die Ansiedlung der zentralen Unternehmensfunktionen Vertrieb und Einkauf nach Hagenow. Das stärkt den Standort insgesamt“, sagte Glawe.

Die HMS Holzindustrie Hagenow GmbH hat ein weiteres Hobel- und Sägewerk in Kleinwallstadt im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen mehr als 9,2 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro.

Früh üben sich Natur-Profis

Übergabe des Biosphären-Passes an die Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule mit Unterstützung durch die WEMAG

Zarrentin – Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Zarrentin am Schaalsee erhielten heute exklusiv ihren persönlichen „Biosphäre-Pass“. Den Pass hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe gemeinsam mit den Lehrerinnen der Fritz-Reuter-Schule und dem regionalen Energieversorger WEMAG AG entwickelt.

Die 1. Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Zarrentin hat exklusiv ihren persönlichen „Biosphäre-Pass“ erhalten, den das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe gemeinsam mit den Lehrerinnen und dem regionalen Energieversorger WEMAG AG entwickelt hat. Foto @ WEMAG/Diana Kuhrau

Klaus Jarmatz, Leiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, zeigt sich begeistert über diese Zusammenarbeit. „Wir können dadurch unsere Kooperation mit der Grundschule in Zarrentin weiter ausbauen und den Kindern das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee mit seinen verschiedenen Themen im Laufe der Schuljahre näherbringen. Jedes Kind erhält künftig in der 1. Klasse einen persönlichen Pass. Das ist ein schönes Projekt, das auch in anderen Schulen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee oder im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern Nachahmer finden könnte.“

„Der Pass wird die Kinder bis zur 4. Klasse begleiten, ergänzt Heide Hollstein, Schulleiterin an der Fritz-Reuter-Schule Zarrentin. „Durch die begleitenden Führungen mit den Rangerinnen und Rangern des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe wechseln die Kinder die Perspektive, entdecken am realen Objekt nachhaltig Dinge, was in der Schule nur mit großem Aufwand funktioniert. Wir sind froh, so gut zusammen arbeiten zu können, wie es im Moment ist“, betont Heide Hollstein. „Der Pass wertet diese fruchtvolle Zusammenarbeit noch einmal auf und ermöglicht ein Erinnern und Verinnerlichen in einer neuen Qualität.“

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Unterstützung der WEMAG. Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand des ökologisch ausgerichteten Energieversorgers, war es wichtig, dass Themen aus der Natur und über den Einklang von Umweltschutz und Energiegewinnung im Pass aufgezeigt werden. „Energie spielt in fast allen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. In der vierten Klassenstufe beschäftigen sich die Kinder deshalb zum Beispiel mit modernen und nachhaltigen Formen der Energiegewinnung und auch ganz praktisch mit dem Thema Müll. Wohin mit den Abfällen, die in Haushalt und Gewerbe täglich anfallen? Ein behutsamer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist für die Daseinsvorsorge ein zentraler Faktor“, so Baumgart.

Die 1. Klassen starten mit dem Pass im Frühling und gehen auf Entdeckungsreise. Die Stationen Herbst und Winter werden bereits in der 2. Klasse absolviert. In den kommenden Monaten werden die Ranger des UNESCO-Biosphärenreservates und die Lehrkräfte der Fritz-Reuter-Schule sicherlich noch wertvolle Ideen und Erfahrungen durch die Arbeit mit den Kindern sammeln.

Unternehmer des Jahres 2018 – Verleihung findet am 13. Juni in Wismar statt

Schwerin – In vier Wochen, am Dienstag, den 13. Juni 2018, werden die Gewinner des Preises „Unternehmer des Jahres 2018“ geehrt. „Die Spannung steigt. Insgesamt wurden 127 Nominierungen in allen drei Kategorien für den diesjährigen Wettbewerb eingereicht. Die Bewerbungen kommen aus allen Regionen des Landes. Das ist eine anhaltend hohe Resonanz. Dies spricht ebenso für das hohe Interesse der heimischen Wirtschaft und bei den Kommunen. Unternehmergeist, Mut und gesellschaftliche Verantwortung werden bei uns in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Unternehmerpreis des Landes geehrt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Montag. Die Bewerbungsphase lief von Januar bis Ende März.

Der Veranstaltungsort steht fest. „Die Preisverleihung findet in der Markthalle in Wismar statt. Wirtschaft und Politik haben den Wettbewerb gemeinsam ausgelobt. Die nominierten Firmen haben sich durch besondere Leistung, Qualität sowie Engagement hervorgehoben. Das wollen wir in Wismar im würdigen Rahmen präsentieren“, so Glawe weiter. Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, dem Ostdeutschen Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, von den drei Industrie- und Handelskammern, den beiden Handwerkskammern und der Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern getragen.

In der Kategorie „Unternehmerpersönlichkeit“ werden Unternehmer geehrt, die herausragende, beispielgebende Leistungen erbracht haben und sich als herausragende Unternehmerpersönlichkeit besonders auszeichnen. In der Kategorie „Unternehmensentwicklung“ geht es um beispielgebende und positive Unternehmensentwicklungen. Die Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“ würdigt besondere Aktivitäten zur Fachkräftesicherung, beispielsweise individuelle Lösungen für eine familienfreundliche Arbeitsorganisation und ein entsprechendes Betriebsklima. Zusätzlich können Sonderpreise vergeben werden.

Für die Ausgezeichneten steht ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 15.000 Euro zur Verfügung. Sie halten eine Urkunde und eine Stele.

Grambower Kinder machen Luftsprünge

Erstes Projekt der WEMAG-Crowd geht durchs Ziel

Grambow – Der Förderverein „Unser Grambow e. V.“, ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Heimatpflege, Umwelt und Denkmalschutz sowie von Kunst und Kultur, kann den Kinderspielplatz im Ort erweitern. Der Verein hatte auf der neuen Crowdfunding-Plattform des regionalen Energieversorgers WEMAG Geld für ein Bodentrampolin gesammelt. Das Spendenziel von 3.500 Euro wurde heute schon vor Ablauf der Frist erreicht. Insgesamt haben sich 44 Unterstützer beteiligt.

„Wir freuen uns sehr, dass die erforderliche Summe innerhalb so kurzer Zeit von unseren Unterstützern aufgebracht wurde. Das zeigt, wie wichtig unser Projekt vielen ist und wieviel man gemeinsam bewegen kann“, freut sich Sven Baltrusch, 2. Vorsitzender des Fördervereins. Die Zahl der Familien mit Kleinkindern hat im Ort in den letzten Jahren deutlich zugenommen. „Unser Förderverein engagiert sich deshalb dafür, den Spielplatz in der Dorfmitte durch geeignete Spielgeräte aufzuwerten, um den Platz zu einer attraktiven generationsübergreifenden Begegnungsstätte zu entwickeln“, erklärt Sven Baltrusch weiter. „Wir danken der WEMAG für die Gelegenheit, die professionelle Crowdfunding-Plattform zu nutzen. Auch für die fachliche und freundliche Unterstützung, die wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen hat. Nun geht die eigentliche Arbeit im Dorf los, so dass möglichst nach den Sommerferien die Spielplatzerweiterung dem Grambower Nachwuchs präsentiert werden kann. Die Realisierungsphase mit Einbeziehen der Gemeindevertretung hat bereits begonnen.“

Der kommunale Energieversorger WEMAG stellt seit dem 1. April dieses Jahres eine Plattform zur Verfügung, die den Förderbedarf von Projekten aus der Region öffentlich macht. Über die Internetseite www.wemag-crowd.com können sich Initiatoren von gemeinnützigen Projekten mit Menschen verbinden, die diese Projekte finanziell unterstützen möchten.

„Das Schöne am Crowdfunding ist, dass auch kleine Beträge für den Erfolg eines Projektes wichtig sind. Wenn möglichst viele Menschen spenden, kann gemeinsam viel erreicht werden. Das Projekt in Grambow zeigt, wie gut es funktionieren kann“, sagt Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG.

Es gibt bereits drei weitere Projekte, die sich auf der WEMAG-Crowd vorstellen und über finanzielle Unterstützung freuen würden:

Der Verein 1. Mecklenburger Uhrenclub e. V. will die Kirche von Jesendorf wieder mit einer Turmuhr ausstatten. Für die Umsetzung werden 5.000 Euro benötigt. 10 Unterstützer haben bereits 1.730 Euro in die Kasse gebracht.

Der Förderverein Pingelhof Alt Damerow e. V. sammelt Geld für die Neueindeckung des Reetdaches der alten Scheune auf dem Pingelhof, da das Dach und damit die Scheune vom Verfall bedroht sind. Der Pingelhof Alt Damerow ist mit über 400 Jahren eine der ältesten noch erhaltenen Hofanlagen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Förderverein hat bereits erhebliche Eigenmittel aufgebracht. Nun werden noch 2.500 Euro benötigt, damit die Reparatur erfolgen kann.

Der Künstler Richard Wester wirbt für Spenden von insgesamt 2.500 Euro, um die Kosten für seine Tour und die Produktion einer CD zu seiner 7-tägigen Veranstaltung in der Thomaskappelle des Schweriner Doms aufbringen zu können. Der Musiker und Komponist ist seit über 40 Jahren Gast auf deutschen und internationalen Bühnen. Mit Unterstützung der WEMAG-Crowd könnte er nach Schwerin geholt werden.

„Mit unserer neuen Crowdfunding-Plattform können Ideen vor der eigenen Haustür sichtbar gemacht und umgesetzt werden. Wir fördern damit ein schöneres und besseres Miteinander in der Region“, sagt Caspar Baumgart weiter.

Und so funktioniert es: Die Initiatoren beschreiben auf der Website www.wemag-crowd.com kostenlos ihr Vorhaben, legen ein Spendenziel mit Termin fest und bewerben es bei Freunden, Bekannten oder über soziale Netzwerke. Dann können Bürgerinnen und Bürger dafür spenden, auch Kleinbeträge. Kommt die Fördersumme zum Termin zusammen, fließt das Geld in das Vorhaben. Anderenfalls geht es zurück an die Spender. Bedingung ist, dass die Projekte den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Bildung oder Umwelt zuzuordnen sind. Die WEMAG-Crowd richtet sich an Projekte, die in Mecklenburg-Vorpommern und dem nördlichen Brandenburg zu Hause sind.

Systemlieferant hat Betriebsstätte in Güstrow erweitert

Fräsportalroboter Foto: Unternehmen

Fräsportalroboter Foto @ Unternehmen

Güstrow – Die tfc tools for composite GmbH hat ihre Betriebsstätte in Güstrow erweitert. Das Unternehmen fertigt Teile und Komponenten überwiegend aus glasfaserverstärkten Verbundstoffen. Die Produkte werden unter anderem in Windenergieanlagen, als Komponenten für Schiffe, Flugzeuge und Schienenfahrzeuge verwandt.

„Die tfc GmbH bildet am Standort Güstrow die gesamte Wertschöpfungskette eines Produktes ab – von der Idee über die Entwicklung eines Prototyps bis zum fertigen Produkt. In den vergangenen zwei Jahren wurde in den Standort investiert, um die Kapazitäten zu erweitern. Somit entstehen drei neue Arbeitsplätze und 37 Jobs werden gesichert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ursprünglich war das Unternehmen in gemieteten Räumlichkeiten in Güstrow ansässig. 2016 erfolgte der Kauf der Immobilie. Das Betriebsgebäude wurde umfangreich um- und ausgebaut sowie unter anderem in zwei neue Wasserstrahlschneidmaschinen, ein Fräsportalroboter und eine Krananlage investiert. Im Mai dieses Jahres kommt ein 3D-Drucker dazu.

Er wurde speziell für die Herstellung von Formen und Werkzeugen im Bereich Windenergie, Schiffs- und Flugzeugbau sowie der Bauindustrie entwickelt. Der nach Unternehmensangaben größte 3D-Drucker in Mecklenburg-Vorpommern wird dann in Güstrow stehen. Zudem soll in die technische Ausstattung des hauseigenen Labors investiert werden. „Mit einer eigenen Abteilung betreibt das Unternehmen intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, um beispielsweise Herstellungsprozesse weiter zu verbessern. Vielfach wird auch im Verbund mit wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes zusammengearbeitet. Das ist ein guter Weg, um marktreife Produkte zu entwickeln“, sagte Glawe.

Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEI) in Mecklenburg-Vorpommern stellt das Wirtschaftsministerium in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung. Es ist geplant, den Etat um 50 Millionen Euro zu erhöhen.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen mehr als 2,1 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 367.000 Euro.

Konsultationsbetriebe im Ökolandbau als Berater für Landwirte gesucht

Schwerin – Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern sucht im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens nach erfolgreich wirtschaftenden, zertifizierten Ökobetrieben, die als „Konsultationsbetrieb im ökologischen Landbau“ fungieren und Interessenten für die ökologische Wirtschaftsweise beraten wollen. Konsultationsbetriebe dienen dem fachlichen Austausch der Landwirte untereinander.

„Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche von derzeit knapp 139.500 Hektar bis zum Jahr 2020 auf 150.000 Hektar auszuweiten“, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Erfolgreiche Ökobetriebe aus der Landwirtschaft sowie aus dem Obst- und Gemüsebau sollen Anlaufstellen für Betriebe sein, die sich für den ökologischen Landbau interessieren. Kollegen aus der Öko-Branche wie aus dem konventionellen Bereich könnten von deren Erfahrungen im ökologischen Landbau profitieren, sagte Minister Backhaus weiter.

Das aus Mitteln des Strategiefonds finanzierte Projekt „Etablierung von Konsultationsbetrieben im Ökologischen Landbau“ sei Bestandteil des Landesprogrammes „Öko-Kompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“. „Mit diesem Programm wollen wir die positive Entwicklung der ökologisch zertifizierten Betriebe in der Land- und Ernährungswirtschaft durch verbesserte Rahmenbedingungen weiter befördern“, erklärte der Minister.

Unternehmen, die sich als Konsultationsbetrieb im öko-Landbau bewerben möchten, finden die erforderlichen Unterlagen und Teilnahmebedingungen auf den Seiten des Landwirtschaftsministeriums unter folgendem Link:

https://www.regierung-mv.de/static/Regierungsportal/Ministerium%20f%C3%BCr%20Landwirtschaft%20und%20Umwelt/Inhalte/bewerbung-fragebogen-konsultationsbetriebe-abschl.pdf

Bewerbungsschluss ist der 25. Mai 2018

Schon jetzt gibt es im Land 882 biozertifizierte Landwirtschaftsbetriebe, das entspricht 18 Prozent. Damit wirtschaftet fast jeder fünfte Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ökologisch. Diese Betriebe bestellen insgesamt 139.469 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ökologisch, das entspricht 10,4  Prozent. Der Bundesdurchschnitt für das Jahr 2017 lag bei ca. 8,2 Prozent ökologisch bestellter Landwirtschaftsfläche. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 konnte Mecklenburg-Vorpommern einen Zuwachs an Ökofläche von über 20.000 Hektar verzeichnen.

Landwirtschaftsbetrieb erhält Zuschuss für Nahwärmenetz

Buchholz – Um ein Nahwärmenetz zur Versorgung mehrerer Wärmeabnahmestellen auf dem Betriebsgelände seines Landwirtschaftsbetriebs in Gremersdorf-Buchholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) zu errichten, erhält Heiko Hurt vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 37.528,59 Euro (Fördersatz 50 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Heiko Hurt betreibt am Standort Gremersdorf eine Biogasanlage mit nachgeschaltetem Blockheizkraftwerk. Die aus dem Betrieb der Biogasanlage anfallende Abwärme soll im Zuge der Umsetzung des Wärmekonzeptes auf dem Betriebsgelände des Landwirtschaftsbetriebs verwertet werden. Im Winter sollen mit der Abwärme Büro-, Wirtschafts- und Werkstattgebäude beheizt und im Sommer Getreide und Saatgut getrocknet werden.

Es ist geplant, ein 250 Meter langes Nahwärmenetz zu den Abnahmestellen zu errichten und Wärmeübergabestationen an den Wärmeverbrauchsorten zu installieren. Jährlich können durch diese Maßnahme rund 46 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Aktionswoche „Schmeck die Natur“ wirbt für Lebensmittel aus MV

Roggentin – „Wer beim täglichen Einkauf auf nachhaltig und regional produzierte Erzeugnisse setzt, stärkt die hiesige Wirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute zur Eröffnung der Aktionswoche „Schmeck die Natur“ im Globus Einkaufsmarkt in Roggentin.

Im Mittelpunkt der von dem Markt im Zusammenwirken mit dem Verein Agrarmarketing MV e. V. vom 7. bis 9. Mai 2018 veranstalteten MV-Tage stehen die Erzeugnisse von 22 regionalen Produzenten. An 18 Probierständen präsentieren sich zum Beispiel Hersteller von Wurstwaren aus Rostock und Greifswald, von Molkereierzeugnissen aus Wismar, Fisch aus Lüdersdorf, alkoholfreien Getränken aus Güstrow, Bad Doberan und Satow oder Bier aus Rostock, Stralsund, Dargun und Rambin. Neben seinem Einkaufsmarkt führt das Roggentiner Unternehmen wie weitere Märkte der Kette eine eigene Gastronomieabteilung, die ausschließlich mit Zutaten lokaler Produzenten und Lieferanten kocht.

„Aktionswochen wie diese bringen regionale Produzenten und Konsumenten zusammen und unterstützen vor allem Klein- und Kleinstunternehmen aus MV. Gerade sie brauchen verlässliche Partner, um sich Absatzmärkte dauerhaft zu sichern“, unterstrich der Minister.

In MV gehe der Trend ganz klar hin zu qualitativ hochwertigen regionalen Produkten mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. „Das ist wichtig für die heimische Ernährungswirtschaft, die mit einem Anteil von mehr als einem Drittel der umsatzstärkste Wirtschaftszweig im verarbeitenden Gewerbe ist“, sagte er weiter. Die Branche erwirtschafte derzeit einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro und gehöre zu den wichtigsten Arbeitgebern in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit arbeiten mehr als 14.400 Beschäftigte in den fast 90 größeren Unternehmen der Ernährungswirtschaft. Dabei handelt es sich um Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten. Das Land hatte zwischen 2007 und 2017 allein im Bereich der Marktstruktur 90 Projekte mit Fördermitteln in Höhe 33,3 Millionen Euro unterstützt und damit Investitionen von insgesamt 143,6 Millionen Euro ermöglicht.

Der Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e. V. (AMV) ist das größte Netzwerk der Ernährungsbranche in Mecklenburg-Vorpommern. Er vereint 120 Partner, darunter 62 Produzenten von Nahrungs- und Genussmitteln sowie Kooperationspartner und Fördermitglieder. Der 1996 eröffnete Globus-Markt in Roggentin beschäftigt 340 Mitarbeiter, davon zehn Auszubildende. Mit MV-Aktionswochen werben Markt und Verein seit vielen Jahren für Lebensmittel aus dem Land.

Minister startet in Rövershagen die Erdbeersaison 2018

Rövershagen – Die Erdbeere belegt auf der Rangliste der beliebtesten Früchte der Deutschen Rang 5 nach Äpfeln, Bananen, Tafeltrauben und Pfirsichen. „Im Wirtschaftsjahr 2015/16 verzehrten die Deutschen rund 280.00 Tonnen Erdbeeren. Das sind pro Kopf und Jahr rund 3,4 Kilogramm Erdbeeren“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute Nachmittag zur Eröffnung der Erdbeersaison im Erdbeerdorf Rövershagen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde im Jahr 2017 rund 400 Hektar Anbaufläche mit Erdbeeren bestellt; 2016 waren es noch 791 Hektar. Die Gesamt-Erntemenge belief sich 2017 auf 5.600 Tonnen, im Vorjahr waren es 8.000 Tonnen. „2017 war kein gutes Erdbeerjahr. Anbaufläche und Erntemenge sind in MV und bundesweit zurückgegangen. Ich hoffe sehr, dass wir das in diesem Jahr wieder wett machen können“, sagte der Minister.

In Deutschland wurden im Jahr 2017 auf rund 12.900 Hektar Erdbeeren angebaut, 2016 auf rund 13.300 Hektar. Die Gesamterntemenge lag 2017 bei 106.500 Tonnen, im Vorjahr bei 143.000 Tonnen.

Der Minister verwies auf die aufwändige Pflege der Erdbeerpflanzen, die empfindlich gegen Austrocknung in rauen, windigen oder heißen Lagen seien und nach durchlässigem, humösem Lehmboden verlangten. Zwar erfolge der Anbau inzwischen weitgehend mit Maschineneinsatz, es verbleibe immer noch ein hoher Anteil an Handarbeit. „Dieser gewaltige Kraftakt wird auf den Erdbeerfeldern Saison für Saison gemeistert. Dafür spreche ich allen Beteiligten meinen Dank und meine Anerkennung aus, so der Minister.

Er verwies außerdem auf das Engagement des Geschäftsführers der Karls Erlebnisdörfer in Rövershagen, auf der Insel Usedom und der Insel Rügen, Robert Dahl. „Das schafft Arbeitsplätze und belebt den ländlichen Raum.“ Als jüngste Attraktion hatte in unmittelbarer Nachbarschaft zum Erlebnisdorf Rövershagen das Upcycling-Hotel „Alles Paletti“ geöffnet, für dessen Ausstattung u. a. Europaletten, Saftkisten und Holzlöffel verarbeitet worden waren.

Zur Eröffnung der Erdbeersaison war auch Karls-Erdbeerprinzessin Josephine Krabbe zugegen.

Backhaus nimmt deutliche Kürzung des Agrarhaushaltes mit Sorge auf

Schwerin – Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, äußerte sich verhalten zu den heute von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger vorgestellten Plänen der Kommission für den Haushalt der Europäischen Union von 2021 bis 2027. Das Papier stelle eine gute Grundlage für die Diskussionen mit den Mitgliedstaaten und Regionen sowie mit dem Europäischen Parlament dar. Es biete aber nach einer ersten Durchsicht Potenzial für Verbesserungen.

Die Pläne sehen vor, bei deutlich höheren Einzahlungen der Mitgliedsstaaten das Agrarbudget gegenüber dem derzeitigen, bis 2010 geltenden Finanzrahmen um 5 Prozent zu kürzen. „Damit würden die Ausgaben für die gemeinsame Agrar- und Fischereipolitik nicht einmal mehr 30 Prozent der Gesamtansatzes ausmachen“, kritisierte Dr. Backhaus. Er erinnerte daran, dass der laufende Finanzrahmen für den Agrarhaushalt bereits eine Minderung der Ausgaben um über 11 Prozent im Vergleich zum Agrarrahmen 2007 bis 2013 verzeichne und derzeit bei noch knapp 40 Prozent des Gesamthaushaltsbudgets liege. „An ein Angleichen des Einkommens der Landwirte an andere Erwerbszweige ist damit nicht zu denken“, so der Minister.

Während der Rahmen für Direktzahlungen an die Landwirte aus der 1. Säule im Vergleich zur aktuellen Förderperiode relativ moderat um 2 Prozent verringert werden soll, fallen die geplanten Budgetkürzungen in der 2. Säule für die Entwicklung ländlicher Räume und für die Agrarumweltmaßnahmen mit 15 Prozent erheblich aus. „Eine solche Kürzung hätte deutlich negative Folgen für den ländlichen Raum“, erklärte der Minister.

„Ein erneuter Verweis auf eine obligatorische Kappung oder Degression der Direktzahlungen pro Betrieb ist weder ein Beitrag für eine ausgewogenere Verteilung, noch wäre damit eine Vereinfachung des Verwaltungsaufwandes verbunden“, sagte er weiter. Eine 15-prozentige Kürzung der 2. Säule sei außerdem mit gleichzeitigen Forderungen nach höheren Leistungen zugunsten der umwelt- und klimapolitischen Ziele nicht vereinbar.

Backhaus beanstandete überdies, dass die Ankündigung des Agrarkommissars zur Stärkung der ärmeren Regionen mit der Forderung nach höheren nationalen Kofinanzierungssätzen in Einklang gebracht werden müsse. Das sei in den weiteren Verhandlungen zu klären.

Der Minister verwies noch einmal auf die Vorschläge aus MV zur Gestaltung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik nach 2020, für die er zuletzt von EU-Kommissar Hogan viel Zuspruch erhalten hatte.

Altwarper Dünenschäferei als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet

Altwarp – Für ihr Vorhaben „Der Dünenschäfer kehrt zurück“ erhielten der Landwirtschaftsbetrieb Tierproduktion Haffküste, der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz und die DBU Naturerbe GmbH als Flächeneigentümerin heute Mittag in Altwarp (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aus den Händen von Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die Auszeichnung als „UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“.

Die Vereinten Nationen hatten 2011 das Jahrzehnt bis 2020 als „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen. Seit 2012 werden in diesem Rahmen herausragende Projekte vorgestellt und geehrt.

„Die drei Projektpartner setzen sich beispielgebend für den Erhalt der biologische Vielfalt ein“, sagte Minister Backhaus bei der Ehrung im Naturschutzgebiet „Altwarper Binnendünen“. Mit dem Projekt wird auf der Altwarper Binnendüne nach 50 Jahren ohne Schafe wieder eine Schafbeweidung eingeführt; das Herdenmanagement übernimmt eine ortsansässige Altwarperin als „Dünenschäferin“. „Die Beteiligten haben sich leidenschaftlich der nachhaltigen Nutzung der Binnendüne verschrieben, die sich ins Nationale Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eingegliedert“, so der Minister. Das Besondere an dem Projekt sei neben der Wiederaufnahme der kulturhistorischen Nutzungsform und dem Einsatz des Rauwolligen Pommerschen Landschafes als ursprüngliches Schaf der Küstenregion auch die Beweidung als „Umtriebsweide“, die es erlaubt, die Binnendüne weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.

Die naturschutzgerechte Beweidung der Binnendüne wirke der Verbuschung und der Ausbreitung des krautigen Land-Reitgrases entgegen. „Damit bleiben die offenen Binnendünen mit ihren typischen Strukturen und den charakteristischen Tier- und Pflanzenarten erhalten. Sandmagerrasen und offene Dünen gehören zu den faszinierendsten und besonders gefährdeten Lebensräumen unserer Heimat. Deshalb bedürfen sie des besonderen Schutzes und gezielter Pflegemaßnahmen“, unterstrich Dr. Backhaus.

Die Altwarper Binnendünen, der Neuwarper See und der Riehter Werder waren vor knapp 30 Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Bis 1970 wurden die Dünen von den Schafen beweidet. „Nach fast 50 Jahren ist es gelungen, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der Dünenschäfer ist zurückgekehrt“, sagte der Minister und richtete Dank und Anerkennung an alle Mitwirkenden.