Metallbau-Unternehmen erweitert Betriebsstätte in Ganzlin

Ganzlin – Die Metallbau Senkbeil GmbH aus Ganzlin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) fertigt Fassadenelemente und komplette Fassaden, Fenster und Türen sowie Wintergärten aus Aluminium. Jetzt soll in die Erweiterung des Maschinenparks und die Vergrößerung der Produktionshalle investiert werden. „Das Familienunternehmen Metallbau Senkbeil GmbH hat sich einen guten Namen bei seinen Privat- und Firmenkunden erarbeitet. Stetige Investitionen in den Betrieb und die daraus folgende Ausweitung des Produktportfolios tragen dazu bei, dass sich der Kundenkreis mittlerweile auf die gesamte Bundesrepublik erweitert hat. Mit dem jetzigen Vorhaben werden 35 Arbeitsplätze gesichert und ein neuer Job entsteht“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Unternehmen plant den Kauf von mehreren Maschinen, unter anderem einen Transportkran, eine Biegemaschine, Schweißtische sowie Magnetkern- und Ständerbohrmaschinen. Da die Produktionshalle durch die Erweiterung des Maschinenparks an ihre Kapazitäten stößt, ist zusätzlich eine Vergrößerung der Produktionsflächen erforderlich. „Unternehmenserweiterungen können nur mit engagierten Fachkräften erfolgreich umgesetzt werden. Die Metallbau Senkbeil GmbH fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für ihre Mitarbeiter über verschiedene Maßnahmen, beispielsweise Freistellungen für ehrenamtliche Tätigkeiten, Anpassung der Arbeitszeiten an Öffnungszeiten der Kita und die Zahlung einer Prämie bei Geburt eines Kindes. Das sind wichtige Elemente, um Fachkräfte langfristig für das Unternehmen zu sichern“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen zur Betriebserweiterung betragen rund 961.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit Mitteln in Höhe von knapp 258.000 Euro.

23. Regionalmesse für heimische Produkte in Wittenhagen

Wittenhagen – In Wittenhagen bei Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat sich Wirtschaftsminister Harry Glawe am Sonntag auf der 23. Regionalmesse der Bartels-Langness GmbH & Co. KG (BELA) über regionale Lebensmittel informiert. „Die jährlich stattfindende Messe ist für Kunden und Industriepartner der Bela ein fester Termin. Hier werden Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Regionen vorgestellt. Besonders erfreulich ist, dass viele kleinere Anbieter regionaler Köstlichkeiten die Möglichkeit haben, ihr Sortiment einem breiten überregionalen Publikum vorzustellen. Dank des Engagements der BELA erhöht sich der Bekanntheitsgrad unserer Produkte. Das fördert die heimische Wirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Bela Handels GmbH & Co. KG mit ihren 181 Mitarbeitern betreibt seit mehreren Jahren eine Betriebsstätte des Großhandels mit Lebensmitteln in Wittenhagen. Auf rund 28.000 Quadratmetern lagern in den sechs Meter hohen Hochregalen etwa 12.000 Produkte, davon rund 1.300 aus den Neuen Bundesländern. Dazu gehört auch ein Lager des Tochterunternehmens „Backring Nord“, ein Fachgroßhändler für das Back- und Eishandwerk.

Die Regionalmesse wird jährlich ausgerichtet, um gezielt regionale Lebensmittel bei den Abnehmern bekannt zu machen. In diesem Jahr waren insgesamt 70 Aussteller vertreten, davon 15 aus Mecklenburg-Vorpommern. Das Angebot reichte von Wildspezialitäten über Honig und Frischkäseprodukte bis zu Fisch und Tee. „In Wittenhagen zeigt sich ein Querschnitt der beeindruckenden Vielfalt unserer heimischen Produkte. Da hat sich in Mecklenburg-Vorpommern viel getan – unser Land hat sich zu einem attraktiven Standort für die Ernährungsindustrie entwickelt“, sagte Glawe.

Derzeit sind in den 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ernährungsindustrie erwirtschaftete in 2016 einen Jahresumsatz von rund 4,5 Milliarden Euro. Damit betrug der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes mehr als 33 Prozent (35%). „Die Ernährungsindustrie ist innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz der größte Industriezweig des Bundeslandes. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung“, so Glawe weiter.

Die Vielzahl der Betriebe zählt zu den mittelständischen Unternehmen. In Mecklenburg-Vorpommern sind auch wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig wie beispielsweise die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. Hinzu kamen Ansiedlungen und Investitionen von Unternehmen der Ernährungsbranche. Dazu zählen insbesondere der Bau einer Betriebsstätte für Lebensmittelzusatzstoffe der SternMaid GmbH in Wittenburg, die Errichtung eines Edeka-Fleischwerkes in Valluhn, die Ansiedlung der Süßwarenhersteller Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg oder des Nescafé Dolce-Gusto-Werkes in Schwerin.

1892 in Kiel gegründet, ist die Bartels-Langness-Gruppe bis heute ein Familienunternehmen mit über 15.000 Mitarbeitern, davon 2.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Zum Kundenstamm der Bela Wittenhagen gehören rund 700 selbständige Einzelhändler, Tankstellen und Drogeriemärkte in Nord- und Ostdeutschland. Darunter sind kleinere Kaufleute in ländlich geprägten Strukturen, aber auch Großkunden wie Konsum Dresden mit über 40 Verkaufsstellen. Stammgeschäft der Bela ist der Lebensmittelgroß- und -einzelhandel. Daneben gehören verschiedene Aktivitäten im Bäckereihandwerk- und -handel, im Tiernahrungsfachhandel, im Großverbrauchergeschäft sowie ein eigenes Weinimporthaus und ein Weingut zum Unternehmen. Weiterhin gehören in Norddeutschland auch 86 famila-Warenhäuser, darunter 15 in den neuen Bundesländern und 13 in Mecklenburg-Vorpommern sowie 33 Markant-Märkte, darunter zehn aus Mecklenburg-Vorpommern, zur Unternehmensgruppe.

Bio-Bauern auf Achse: Erster Bio-Genussmarkt kommt nach Schwerin

Schwerin – Heute findet unter dem Motto „LAND WIRT SCHAF(F)T ZUKUNFT – Bio-Bauern auf Achse“ zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern der Bio-Genuss-Markt statt. Auf dem Hafenfest am Marstall in Schwerin geben 16 Aussteller, darunter Landwirte und Öko-Verbände, Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die ökologische Wirtschaftsweise.

„Das Hafenfest in Schwerin bietet der Bio-Branche eine weitere große Plattform, um sich einem breiten Publikum vorzustellen. Interessierte haben die Möglichkeit, die Menschen hinter den Produkten kennenzulernen und mehr über einzelne Regionen zu erfahren. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher Stützpfeiler für eine erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus. Auch hier gilt die goldene Regel: Transparenz schafft Vertrauen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der die Veranstaltung besuchen wird.

Wie wird aus Milch Butter? Wie aus Getreide Brot? Oder wie entsteht Honig? Auf einer Spielstraße können Gäste an fünf Mitmachstationen die Besonderheiten des Ökolandbaus erfahren und sich ein Diplom als „Bio-Botschafter“ erarbeiten. Für die kleinen Besucher wird es einen interaktiven Kinder-Mitmach-Bauernhof geben.

Unterstützt wird der Bio-Event vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ländlichfein e.V., dem Netzwerk Ökologischer Landbau der Landesforschungsanstalt MV und den beteiligten Unternehmen.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85 %. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0 %. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

Fachkräftesicherung – Thema im Landtag

Schwerin – Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ist am Mittwoch das Thema „Menschen Zukunftsperspektiven bieten – Fachkräftelücke schließen“ diskutiert worden. „Die Wirtschaft läuft gut, die Basis des Erfolgs sind die Mitarbeiter in den Unternehmen. Fachkräfte schaffen Innovationen, generieren Wertschöpfung und sind das Rückgrat für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen. Wir müssen gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, damit die Wirtschaft weiter vorankommt. Dazu zählen Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung. Ein volles Auftragsbuch, ohne Mitarbeiter, die diese umsetzen können, nutzt am Ende keinem etwas“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Landtag.

Im vergangenen Jahr (2016) lag das Bruttoinlandsprodukt bei 41,4 Milliarden Euro (+1,3 Prozent zu 2015). „Das ist das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt unseres Landes. Die positive wirtschaftliche Entwicklung schlägt auch auf den Arbeitsmarkt durch. Und das obwohl Mecklenburg-Vorpommern seit der Wende den größten demografischen Wandel aller Bundesländer verkraften muss. Die Arbeitsmarktlage hat sich in den vergangenen Jahren substanziell verbessert. Und in der Zukunft stehen wir nicht nur wegen der demografischen Entwicklung, sondern auch aufgrund der Digitalisierung von Wirtschaft, Arbeit und Gesellschaft vor einem doppelten Strukturwandel“, betonte Glawe weiter.

Waren in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2011 im Durchschnitt noch rund 107.500 Menschen arbeitslos, so waren es im Jahresdurchschnitt 2016 rund 80.400 Menschen. „Die saisonalen Effekte der Beschäftigung werden im Tourismus kleiner. Das bedeutet, dass mehr ganzjährige Beschäftigung entsteht. Mittlerweile ist auch die Gesundheitswirtschaft ein Wachstums- und Beschäftigungstreiber für unser Land. Jeder fünfte Erwerbstätige (ca. 150.000 Erwerbstätige) hat heute in dieser Branche in Mecklenburg-Vorpommern seinen Arbeitsplatz. Klar ist aber auch: Damit dürfen und wollen wir uns nicht zufrieden geben“, mahnte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse liegen – nach aktuellsten Zahlen für Februar 2017 – bei 548.400 Beschäftigten. Seit Jahresbeginn meldeten unsere Unternehmen den Arbeitsagenturen und Jobcentern 18.000 Stellenangebote für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Das sind 1.500 Stellen oder 9,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Es gilt, möglichst viele Erwerbsfähige im Land in den Arbeitsmarkt zu integrieren und so die dort schlummernden Fachkräftepotenziale zu nutzen. „Verbesserte Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf helfen dabei. Das ist heute nicht nur für Eltern oder bei der Pflege von Familienangehörigen ein Thema. Flexible auf Lebensabschnittsphasen angepasste Arbeitszeitmodelle erwarten heute gerade die Jüngeren von Unternehmen, die mit der Zeit gehen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe. Im Handwerk unterstützt das Wirtschaftsministerium die Fachkräftesicherung mit der Kampagne „Besser ein Meister“. Gemeinsam mit den Handwerkskammern wird das positive Image des Meisters befördert und die Identifikation mit dem Meisterhandwerk gestärkt. Auch das Projekt „Unternehmensnachfolge MV“ wird fortgeführt, um Fachkräfte zu halten.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt von Ar-beitslosigkeit betroffene Menschen und Familien bei der Ar-beitsmarktintegration. „Für Langzeitarbeitslose ist es wichtig, die soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. Mit der Bürgerarbeit sollen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose entstehen. Davon sollen nicht nur gemeinnützige, sondern auch gewerbliche Unternehmen profitieren, ohne dass es zu Verdrängungseffekten kommt. Das Programm soll noch im Sommer starten“, sagte Glawe.

In der Zuwanderung von geflüchteten Menschen liegt die Chance, nicht nur vielfältiger und bunter zu werden. „Es ist auch die Möglichkeit, die eine oder andere vakante Stelle, schneller oder sogar überhaupt besetzen zu können. Deswegen ist die Unterstützung für die Wirtschaft bei der Integration von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt von besonderer Bedeutung“, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. „Unter-nehmer bekommen bei der Einstellung von geflüchteten Menschen Hilfe und Begleitung durch Joblotsen. Sie sollen vor allem kompetente Berater und Betreuer von Arbeitgebern bei allen Fragen der Einstellung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen sein“.

Es wird nicht nur wegen des demografisch zurückgehenden Angebots an Arbeitskräften in Teilbereichen Engpässe bei Fachkräften geben. „Die digital vernetzte Arbeitswelt ist durch komplexere Tätigkeiten gekennzeichnet. Die Nachfrage nach höheren Qualifikationen wird weiter steigen. Der demografische Wandel bedingt in Verbindung mit dem digitalen Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeit eine zunehmende Polarisierung von Arbeit. Das bedeutet unter anderem, dass sich Arbeit örtlich, zeitlich und qualitativ verändern wird. Dieser doppelte Strukturwandel führt zu steigenden Arbeitsplatzanforderungen. Das Wissen und der langjährige Erfahrungsschatz der Mitarbeiter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Unternehmenserfolges. Qualifizierung ist der Schlüssel zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Der Minister machte auf die Qualifizierungsoffensive in Unternehmen aufmerksam. Das Wirtschaftsministerium unterstützt künftig die Weiterbildung der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks.

Die Offensive soll im Sommer dieses Jahres starten. Dabei bleibt die bewährte Förderung der Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Bildungsschecks aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) erhalten. Förderfähig ist der ganze Prozess der Fachkräftesicherung und -qualifizierung. „Wir bieten damit eine effektive Hilfe an, sich an den sich vollziehenden Wandel anzupassen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Glawe. Ergänzend werden kleine und mittlere Betriebe des verarbeitenden Gewerbes bei der Ersteinstellung von Hochschulabsolventen mit technischem Hochschulabschluss in den ersten beiden Jahren unterstützt. „Wir werden auch weiterhin gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden, den Tarifpartnern und mit den Unternehmen selbst daran arbeiten, die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu erhalten und auszubauen“, so Glawe abschließend.

Backhaus: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben“

Insel Rügen – Eingriffe in die Natur, zum Beispiel im Zuge von Baumaßnahmen erfordern ökologische Ausgleichsflächen, um den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wieder herzustellen.

Für den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 sind auf der Insel Rügen Ersatzmaßnahmen auf bis zu 1.000 ha in einem Suchraum von 3.000 ha vorgesehen. Die Landwirte kritisieren insbesondere die damit verbundene Umwandlung von hochwertigen Ackerflächen in Grünland.

In Putbus auf der Insel Rügen traf sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, heute mit betroffenen Landwirten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Der Minister machte deutlich: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben. Die Böden auf Rügen gehören zu den ertragreichsten in ganz Deutschland. Der Norden der Bundesrepublik, insbesondere die Küstenstandorte, bieten mit ihren natürlichen Gegebenheiten und den klimatischen Bedingungen vorzügliche Voraussetzungen für einen guten und erfolgreichen Ackerbau.“

„Der Verlust ergiebiger Ackerflächen würde die betroffenen Landwirte vor große Herausforderungen stellen. Sie haben eine schwierige Aufbauphase mit hohen Investitionen hinter sich und sind stolz, moderne, leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe geschaffen zu haben, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Werden Flächen in großem Umfang entzogen, sind wirtschaftliche Existenzen bedroht, mit den entsprechenden Folgen für die Region“, sagte er weiter.

Damit verbunden sei eine große ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung, die sich auch im Landesraumentwicklungsprogramm wiederfindet. Darin heißt es, dass die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen ab einer Bodenwertzahl 50 nicht in andere Nutzungen umgewandelt soll. Auf diese Weise sollen für die Landwirtschaft bedeutsame Böden vor einer Umnutzung gesichert werden. Darüber hinaus soll in so genannten Vorbehaltsgebieten (> 40 Bodenpunkte) landwirtschaftlichen Produktionsfaktoren und – stätten ein besonderes Gewicht beigemessen werden. Dies ist bei der Abwägung mit anderen raumbedeutsamen Maßnahmen und Nutzungen zu berücksichtigen.

Gleichwohl wies Backhaus darauf hin, dass das aktuell diskutierte Kompensationskonzept einzig und allein durch die Nord Stream 2 AG zu verantworten sei. Auch habe das Land zu keiner Zeit als Auftraggeber fungiert, betonte Backhaus. Mit der Erarbeitung des Suchraumes beauftragte die Nord Stream 2 AG ein Planungsbüro. „Natürlich hat die Landgesellschaft Empfehlungen ausgesprochen. Die Vorschläge wurden von Nord Stream aus uns unbekannten Gründen jedoch nicht akzeptiert“, sagte Backhaus und reagierte damit auf einen Medienbericht der Ostseezeitung, in dem es heißt, die Landgesellschaft habe ihren Kunden schlecht beraten.

Backhaus stellte klar, dass ein Minister als Mitglied der Landesregierung Verantwortung für das ganze Land und wie in diesem Vorhaben auch energiepolitische Verantwortung für Deutschland und Europa trägt. Ein Interessenkonflikt aus seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Landgesellschaft ergebe sich nicht. „Es verbietet sich einem Aufsichtsratsvorsitzenden in das operative Geschäft einzugreifen, es sei denn, es wird zum Nachteil des Landes gehandelt. In diesem Fall ergibt sich der Konflikt allein aus meinem Amt als Landwirtschafts- und Umweltminister, der die Belange beider Seiten im Auge haben muss. Dieser Aufgabe stelle ich mich jeden Tag.“

„Die Lösung liegt für mich vor diesem Hintergrund in einem für alle Seiten vertretbarem Interessensausgleich auf freiwilliger Basis. Die Landgesellschaft ist Dienstleister im Bereich des Flächenmanagements und kann einen solchen fairen Ausgleich umsetzen. Dies hat sie bei verschiedenen Großprojekten, wie dem Bau der A20 oder der Ortsumgehung Plau am See bereits unter Beweis gestellt“, so der Minister.

Auch informierte Backhaus die Landwirte bei seinem Besuch auf Rügen darüber, dass er mit der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) in Gesprächen sei. Auch in Berlin zeige man sich bereit, nach Lösungen zu suchen. Geprüft werde, inwieweit durch die Heranziehung staatlicher Flächen die extreme Betroffenheit einzelner Landwirte auf mehrere Schultern zu verteilt werden kann.

Ernährung für die Gesundheit

Rostock – „Ernährung für die Gesundheit“ war das Thema einer Veranstaltung, zu der sich am Dienstag 200 Entscheider und Vertreter aus der Ernährungs-, Gesundheits- sowie Tourismuswirtschaft in Rostock angemeldet haben. „Die regionale Verarbeitung und Veredelung heimischer Agrarerzeugnisse ist ein entscheidender Standortfaktor unserer Ernährungswirtschaft. Die Bezeichnung „Regionales Produkt – Mecklenburg-Vorpommern“ ist heute ein Qualitätsmerkmal. Es hat einen hohen Stellenwert beim Verbraucher. `Frische´, `Qualität´ und `Geschmack´ entscheiden über Marktpräsenz, im Guten wie im Schlechten. Unser strategisches Ziel muss es sein, Wertschöpfung im Land zu mehren, die Wertschöpfungsketten zu verlängern und die Wertschöpfung zu vertiefen. Nur so werden Arbeitsplätze gehalten und zusätzliche Arbeitsplätze möglich. Mehr Lebensmittel, die eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützen, sind das Gebot der Stunde“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph am Dienstag vor Ort. Die Veranstaltung wurde vom Agrarmarketingverein M-V (AMV) organisiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe ist Schirmherr der Veranstaltung.

„Gesunde Lebensmittel sind eine wesentliche Voraussetzung für eine gute Gesundheit, gleichermaßen für Einwohner und Gäste. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über beste Bedingungen; ausgezeichnete Rohstoffe und hervorragende Unternehmen. Um noch deutlicher als die Mitbewerber Zucker und die Gesundheit nicht fördernde Zusatzstoffe aus `Lebensmitteln Made in Mecklenburg-Vorpommern´ zu verbannen, ist hoch innovatives und mehr kooperatives Handeln aller Branchenteilnehmer im Land erforderlich. Forschung und Entwicklung für „ehrliche Lebensmittel“ unterstützt das Wirtschaftsministerium umfänglich. Mecklenburg-Vorpommern hat das Zeug auf seinem Weg zu einem führenden Gesundheitsland, das Land Nr. 1 für Gesundheit unterstützende Lebensmittel zu werden. Ein Alleinstellungsmerkmal, für das es sich lohnt hart zu arbeiten“, betonte Rudolph weiter.

„Im Land erzeugte landwirtschaftliche und fischereiwirtschaftliche Produkte müssen und können in Mecklenburg-Vorpommern selbst veredelt und verarbeitet werden. Dazu brauchen wir mehr marktorientierte Kooperationen, mehr Forschung und Entwicklung, getragen durch unsere Unternehmen, Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. So wird es möglich, das Angebot an frischen, hochwertigen und geschmackvollen Nahrungsmitteln zu erhöhen und neue Märkte zu erschließen“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph regte an den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation stärker ins Zentrum der Ernährungsbranche zur rücken. „Es muss gelingen, Unternehmen und Hochschulen noch stärker in Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zusammenführen, um zu mehr marktfähigen Produkten zu kommen. Unser Zukunftsfeld Ernährung bietet hier noch viel Potential“, so Rudolph. In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Ein Beispiel ist das Verbundvorhaben „Erforschung der Verarbeitung von Hopfeninhaltsstoffen in Lebensmitteln“. Hier arbeiten die Verbundpartner Torney Landfleischerei Pribsleben GmbH, das „Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH“ (ZELT) sowie die Hochschule Neubrandenburg gemeinsam an der Entwicklung innovativer und länger haltbarer Lebensmittel unter Verwendung von Hopfen-Extrakt-Fraktionen. „Durch die Verwendung der natürlichen Hopfen-Extrakt-Fraktionen soll es unter anderem möglich werden, bisher eingesetzte künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffen zu substituieren“, so Rudolph. Das Wirtschaftsministerium fördert das Vorhaben mit ca. 560.000 Euro aus dem EFRE zur Verfügung.

Darüber hinaus unterstützt das Wirtschaftsministerium ein Projekt des Agrarmarketingvereins M-V (AMV). Das Projekt hat sich eine gesündere Ernährung durch den Einsatz regionaler Lebensmittel in Großversorgungseinrichtungen zum Ziel gemacht. Dazu hat der AMV u.a. eine Kommunikationsplattform geschaffen, auf der die Akteure der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der Gesundheitswirtschaft ihre Kontakte aufbauen bzw. vertiefen können. Für das Projekt stellt das Wirtschaftsministerium rund 200.000 Euro aus dem EFRE bereit. „Der Absatz regionaler Produkte die die Gesundheit befördern ist in den Großversorgungseinrichtungen von Mecklenburg-Vorpommern ausbaufähig. Hierbei tragen die Großversorgungseinrichtungen und die Endverbraucher eine besondere Verantwortung, Produkten aus der Region mehr Chancen zu geben. Gerne ermuntere ich nicht nachzulassen bei Ausschreibungen an Stelle des billigsten Angebotes, dem wirtschaftlichsten Angebot den Zuschlag zu erteilen“, sagte Rudolph.

Seit 1990 bis April 2017 sind über 463 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft im Bereich Ernährung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe („Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW)) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit 481 Millionen Euro unterstützt worden. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro ausgelöst.

„Wir werden auch künftig Neuansiedlungen und Erweiterungen unterstützen. Die Ernährungsindustrie ist gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz (innerhalb des verarbeitenden Gewerbes) der größte Industriezweig des Bundeslandes“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. In 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie sind über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz in 2016 von rund 4,6 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent.

Verkehrssituation am Gewerbepark Vierow muss sich entspannen

Vierow – Die Gemeinde Vierow im Landkreis Vorpommern-Greifswald plant die weitere Erschließung des Gewerbestandortes am Hafen Vierow. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph informierte sich am Montag über den Gewerbestandort und bestätigte vor Ort die Unterstützung durch das Wirtschaftsministerium für die geplanten Erweiterungsmaßnahmen.

„Der Hafen Vierow hat eine beeindruckende Entwicklung vorzuweisen. Das bringt allerdings auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen für den Gewerbepark mit sich. Um die Zufahrtsstraße zu entlasten, die Abfertigung auf Straße und Schiene zu effektivieren und die Verkehrssicherheit zu verbessern, muss dringend neue Logistikfläche für ansässige Firmen ertüchtigt werden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph.

Nach Angaben der Hafen-Betreibergesellschaft lag der durchschnittliche Jahresumschlag in den letzten Jahren zwischen 600.000 und 800.000 Tonnen. An den zwei Liegeplätzen des Hafens beträgt die Wassertiefe siebeneinhalb Meter, so dass Schiffe mit bis zu 8.000 tdw (tdw = „tons deadweight all told“, bezeichnet die Gesamt-Tragfähigkeit eines Handelsschiffes) beladen werden können. Um den zunehmenden Lieferverkehr besser zu leiten, ist unter anderem vorgesehen, öffentliche Logistikfläche für bis zu 40 LKW, Sanitäranlagen für die Fahrer sowie eine Schleuse für die Reinigung von Reifen zu errichten.

„Der Hafen in Vierow und seine angrenzenden Industrie- und Gewerbeflächen bieten den Nutzern gute Möglichkeiten für den reibungslosen Gütertransport zu Wasser und zu Land. Vor allem Dank der direkten Lage an der Bundeswasserstraße, dem eigenen Gleisanschluss für Güterzüge sowie der durchgehenden Zugänglichkeit ohne Brücken und Schleusen für Schiffe bestehen vor Ort grundsätzlich gute Standortbedingungen für Umschlag und Lagerung von Getreide, Ölsaaten, Futtermitteln und anderen Ernährungsgütern. Jetzt gilt es, die Bedingungen vor Ort zu optimieren und zukunftsfest zu machen“, sagte Rudolph.

Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro.

125 Jahre Genuss aus Ludwigslust: Wurstfabrik feiert Jubiläum

Ludwigslust – Mit Betriebsrundgängen, Schauproduktionen und einem bunten Rahmenprogramm begeht die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwarenspezialitäten GmbH am kommenden Sonntag, dem 14. Mai, von 10 bis 17 Uhr, auf der Bauernallee in Ludwigslust ihr 125jähriges Betriebsjubiläum. Am Vorabend nimmt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus an der Festveranstaltung im Alpincenter in Wittenburg teil.

„Die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwarenspezialitäten stehen für die Region, Tradition und Innovation. Nach der Gründung 1892 wurde das Unternehmen zum Hoflieferanten des Großherzoges von Mecklenburg-Schwerin auserkoren. Seither ist es nie auf der Stelle stehen geblieben. Heute finden wir in Ludwigslust eine der modernsten Wurstfabriken Deutschlands. Mit über 180 Angestellten gehört der Betrieb zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Region und produziert Lebensmittel von höchster Qualität“, so der Minister im Vorfeld der Veranstaltung.

Wurden zu großherzoglichen Zeiten 15 Schweine, 4 Kälber und 1 Rind pro Woche geschlachtet, werden heute 1.250 Tonnen Fleisch und Wurst pro Monat produziert und verarbeitet. Der Jahresumsatzerlös des Unternehmens liegt bei rund 63 Millionen Euro im Jahr.

„Früh wurde in Ludwigslust erkannt, dass die Verbraucher zunehmend darauf achten, wie die Tiere gehalten werden. So beruht mittlerweile ein nicht unerheblicher Umsatzanteil auf Bio-Ware. Ein voller Erfolg ist die Marke Bio-Lust. Mittlerweile gehört das Unternehmen deutschlandweit zu den drei führenden Herstellern von Bio-Fleisch und Bio-Wurst. Der Anteil der Bio-Produktion wird in diesem Jahr bei ca. 60% liegen – eine unglaubliche Entwicklung“, hob Backhaus hervor.

Auch hat sich der Betrieb auf den zusätzlichen Absatz von Großverbrauchern eingestellt und in moderne und energieffiziente Anlagen investiert. Die Landesregierung hat die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstwarenspezialitäten stets unterstützt sich weiter zu entwickeln und erfolgreich für die Zukunft aufzustellen. So wurden seit 2000 elf Investitionsvorhaben aus dem Bereich Markstrukturförderung unterstützt. Dabei lag das Investitionsvolumen bei 20 Millionen Euro und der Zuschuss aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes bei fast 6 Millionen Euro.

In den vergangenen 25 Jahren wurden im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse förderfähige Investitionen von rund 1,2 Mrd. € mit Zuwendungen in Höhe von rund 408 Mio. € unterstützt.

Durch die gezielte Ansiedlungspolitik und investive Förderung ist die Ernährungswirtschaft mit einem Anteil von 35,6 % am verarbeitenden Gewerbe die wichtigste Wirtschaftsbranche im Land. Insgesamt sind in MV 299 Betriebe im verarbeiteten Gewerbe mit insgesamt über 46.202 Beschäftigten angesiedelt. Davon sind 87 Unternehmen aus dem Ernährungsgewerbe mit 14.491 Beschäftigten. Die wichtigsten Zweige innerhalb der Ernährungswirtschaft sind die Milchverarbeitung sowie die Schlachtung und Fleischverarbeitung.

„Greifswald Research Award“ verliehen

Greifswald – Auszeichnungen für Spitzenforschung an der Universität Greifswald: Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Freitag den erstmals ausgerufenen „Greifswald Business Award“ übergeben. Sieger ist das Team „SoTaMed“ (Dr. Jenny Schulz und Balazs Baranyai) vom Institut für Botanik und Landschaftsökologie. Sie erhielten die Auszeichnung für die wirtschaftliche Verwertung des Rundblättrigen Sonnentaus als Arzneipflanze zur Behandlung von Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma. „Der Greifswald Business Award würdigt die enge Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Preisträger sind diesen Weg gegangen, haben die Pflanzen nachhaltig angebaut und sie als Rohstoff an Hersteller von Phytopharmaka – also Arzneimittel pflanzlichen Ursprungs – vermarktet. Das ist ein herausragendes, anwendungsorientiertes Beispiel für den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Gewinner erhielten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro (gestiftet von der Sparkasse Vorpommern), das die Prämierten zur Entwicklung ihres derzeit in Gründung befindlichen Unternehmens nutzen.

Die Auszeichnung fand im Rahmen der Verleihung des „Greifswald Research Award“ für herausragende Leistungen in angewandter Forschung statt, der seit 2013 jährlich vom Greifswald University Club (GUC) organisiert wird. Der eingetragene Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation zwischen Greifswalder Forschern mit regionalen und überregionalen Wirtschaftsunternehmen zu fördern. „Der Greifswalder University Club baut mit seiner Arbeit eine Brücke von der Wissenschaft in die regionale Wirtschaft. Durch wirtschaftsnahe Forschungsprojekte können international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen, die zukunftsorientierte Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und erhalten. Das stärkt unsere Wirtschaft“, sagte Glawe.

Das Wirtschaftsministerium stellt für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Von 2007 bis 2016 wurden für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation insgesamt 1.081 Vorhaben in Höhe von mehr als 224 Millionen Euro unterstützt. „Wir wollen Mecklenburg-Vorpommern weiter als Forschungs- und Technologiestandort profilieren. Deshalb haben wir eine große Bandbreite an Projekten, Förderungen und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen, um die Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationskraft der heimischen Wirtschaft insgesamt zu erhöhen“, sagte Glawe.

Der „Junior-Award“ wurde an Prof. Dr. Mihaela Delcea verliehen für ihre anwendungsorientierte Forschung im Bereich der Aufklärung molekularer und biophysikalischer Ursachen für Autoimmunerkrankungen. Die Preisträgerin arbeitet im Institut für Biochemie der Universität Greifswald und ist Leiterin der Nachwuchsgruppe „Nanostruktur“. „Die Preisträgerin hat in den vergangenen Jahren durch ihre wissenschaftliche Arbeit dazu beigetragen, Autoimmunerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems aufzuklären. Das ist ein wertvoller Beitrag, um Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems effektiver zu behandeln“, sagte Glawe.

Den „Senior Award“ erhielt Prof. Dr. med. dent. Thomas Kocher (Leiter der Abteilung Parodontologie an der Universitätsmedizin Greifswald ) für seine Verdienste in der anwendungsorientierten Forschung und Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation im Bereich der Wurzeloberflächenbearbeitung, Periimlantisttherapie und Zahnreinigung. „Zahngesundheit ist ein elementarer Bestandteil unserer gesamten körperlichen Gesundheit. Der Preisträger hat mit seinen Forschungen insbesondere die Geräteentwicklung in den Bereichen Karies- und Zahnsteinentfernung wesentlich vorangetrieben“, sagte Glawe.

Der GUC hat sich das Ziel gesetzt, Spitzenforschung an der Universität Greifswald zu fördern. Schwerpunktthemen sind die individualisierte Medizin und Energie, Mobilität und Klimawandel. Der Club hilft beim Ausbau nationaler und internationaler Netzwerke sowie bei der Finanzierung ausgewählter Projekte. Der Club unterstützt einzelne Vorhaben oder Lehrstühle oder vergibt Stipendien. Um herausragende Leistungen in der Wirtschafts-Wissenschafts-Kooperation auf diesen Gebieten öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und ihre Entwicklung gezielt zu fördern, vergibt der GUC seit 2013 jährlich den Greifswald Research Award. Mit dem Preis sollen besondere Leistungen in der anwendungsorientierten Forschung von erfahrenen Forschenden und forschungsaffinen Unternehmen sowie Nachwuchswissenschaftlern prämiert werden. Seit 2014 wird zudem die Verwertung innovativer Forschungsergebnisse durch direkte Ausgründung von Unternehmen durch Greifswald Research Award gezielt unterstützt.

20. Unternehmerehrung – Jubiläum in Rostock

Rostock – Unternehmerehrung mit Jubiläum: Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer der Hansestadt Rostock sind für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand bereits zum 20. Mal statt. „Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Das sind Erfolge, zu denen Rostocker Unternehmen einen wesentlichen Beitrag leisten. Sie schaffen mit Mut, Fleiß, Können und Kreativität wettbewerbsfähige Produkte und Leistungen. Gleichzeitig übernehmen sie Verantwortung für Geschäftspartner, Kunden und Beschäftigte und engagieren sich stark in der Region. Das sichert und schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze. Die Wirtschaft kommt weiter voran“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag im Rathaus der Hansestadt.

Fünf Ehrungen sind vergeben worden. Ausgezeichnet wurde als Rostocker Unternehmerin des Jahres 2016 Iris Tschischke, Geschäftsführerin der Südhus sowie der Pflegeheim Südhus Nord GmbH. Für die „Schaffung und Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“ in der Hansestadt Rostock wurde die Verkehrsausbildungsstätte & Fahrschule Wunderlich GmbH (Inhaber Herr Detlef Wunderlich) geehrt. Für das „Besondere Engagement zur Imageförderung der Stadt“ ist die INNOMAR Technologie GmbH (Geschäftsführerin Frau Sabine Müller) ausgezeichnet worden. Für die „Umsetzung eines besonderen Firmenkonzeptes“ erhielt die Maßschneiderei Andreas Kiefer (Inhaber Andreas Kiefer) einen Preis. Der „Rostocker Familienbetrieb des Jahres“ ist die Fleischerei Seibt (Inhaber Herr Andreas Stach) geworden. „Die Bandbreite der Ehrungen steht symbolisch für den Erfolg des Unternehmertums in Rostock. Das Engagement der Wirtschaft, die stetige Weiterentwicklung und die Übernahme von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung zeichnen den Mittelstand aus“, so Wirtschaftsminister Glawe weiter.

In Rostock siedeln sich Firmen nachhaltig an und expandieren. „Rostock ist ein stark nachgefragter und auch boomender Wirtschaftsstandort. Es sind in den vergangenen Jahren hervorragende Bedingungen für Investitionen entstanden. Das macht sich auch bei Neuansiedlungen und Erweiterungen in Gewerbegebieten oder an der Kaikante bemerkbar“, sagte Glawe.

Seit 1990 wurden in Rostock 714 gewerbliche Fördermaßnahmen im Rahmen von Neuansiedlungen und Erweiterungen umgesetzt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich auf 2,8 Milliarden Euro. Das Wirtschaftsministerium hat die gewerblichen Förderungen mit einem Zuschuss von rund 542 Millionen Euro unterstützt. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Mit den Investitionen konnten 15.400 Arbeitsplätze neu geschaffen und 25.200 Arbeitsplätze gesichert werden. „Ziel ist auch künftig, Ansiedlungen und Erweiterungen von neuen Unternehmen zu unterstützen, die zusätzliche Wertschöpfung und Beschäftigung für unser Land bringen“, betonte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

5. Traditionstreffen der Hochseefischerei in Rostock

Rostock – Am Fischereistandort Rostock Marienehe findet am morgigen Samstag, den 13. Mai 2017, das fünfte Traditionstreffen der Hochseefischerei mit Angehörigen des ehemaligen Fischkombinates Rostock statt. Zu Gast sein wird auch der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der das Forum lobte, „weil es die Diskussion untereinander fördert und die Stimmung in der Fischwirtschaft positiv beeinflusst“.

Vor der Wende waren alleine in der Großen Hochseefischerei des Fischkombinates Rostock über 4.000 Seeleute tätig. In Spitzenzeiten wurden mit über 100 Fangeinheiten Jahresanlandungen von über 220.000 t Fisch erzielt. 1989 verfügte das Fischkombinat Rostock noch über mehr als 30 Fangeinheiten. Heute kommen auf den fünf im Heimathafen registrierten Hochseefischereifahrzeugen ganzjährig etwa 180 Seeleute zum Einsatz.

Der Jahresfang liegt mit ca. 100.000 t deutlich über 50 % der Jahresgesamtfangmenge der deutschen Hochseeflotte. „Damit ist Mecklenburg-Vorpommern nicht nur ein Land mit einer ausgeprägten Kutter- und Küstenfischerei, hier ist auch ein bedeutender Teil der deutschen Hochseefischerei beheimatet. Damit konnte die Tradition der Hochseefischerei am Standort Rostock fortgesetzt werden“, freut sich Backhaus.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seit 1994 mit Fördergeldern in Höhe von rund 16 Mio. € zur Modernisierung und Erneuerung der Hochseefischereiflotte beigetragen.

Kritisch beäugt wird der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „Die britischen Gewässer sind für die europäische Hochseefischerei von großer Bedeutung. Im Jahr 2015 erzielten nichtbritische Mitgliedsländer der europäischen Union etwa 34 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 25 % der jährlichen Erlöse allein durch die Fischerei in britischen Gewässern.

Die deutsche Hochseefischerei erwirtschaftet in den Seegewässern Großbritanniens traditionell etwa 67 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 65 % der Jahresgesamterlöse“, unterstrich Backhaus.

Mit 53.000 t Nordseehering kommen jährlich sogar ca. 82 % der Heringsgesamtfänge der deutschen Hochseefischerei aus britischen Gewässern. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind ca. 150 Betriebe von der Heringsfischerei abhängig. So auch das 2005 in Betrieb genommene und mit ca. 50 Mio. € aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern geförderten Fischbearbeitungszentrums in Sassnitz/Mukran.

In dem Fischbearbeitungszentrum mit etwa 230 Beschäftigten werden jährlich neben ca. 40.000 t Nordseehering, der weit überwiegend aus britischen Gewässern kommt, nahezu die gesamten Ostseeheringsfänge der deutschen Kutter- und Küstenfischerei verarbeitet. „Dadurch ist es gelungen, Absatz und Preis innerhalb weniger Jahre zu verdoppeln“, sagte Backhaus. So stiegen der Heringsabsatz von 8.000 t im Jahr 2001 auf 16.000 t im Jahr 2008 und der Preis im gleichen Zeitraum von 22 Ct/kg auf über 40 Ct/kg.

„Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die bestehenden Zugangsrechte zu Britischen Gewässern erhalten bleiben“, versprach er.

Obwohl die Zahl der Haupterwerbsfischer in der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei aufgrund marktbedingter Absatzschwierigkeiten und strenger Quotierungen kontinuierlich zurückgegangen ist, stellt sie noch immer die größte Gruppe der Berufsfischer im Land. Waren 1989 in MV noch 1.390 Berufsfischer mit Anlandungen von 45.500 t tätig (37.000 t Hering, 1.200 t Dorsch, 3.000 t Flunder, 3.500 t Süßwasserfische), erwirtschaften heute 234 Haupterwerbs- und 128 Nebenerwerbsfischer bei Gesamtanlandungen von ca. 16.000 t einen Jahresumsatz von ca. 11 Mio. €.

Zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen, Erneuerung und Modernisierung von Fischereifahrzeugen sowie zur Verbesserung der Infrastruktur in den Fischereihäfen haben EU, Bund und Land in der Vergangenheit 162 Mio. € an Fördermittel bereitgestellt. Mit Fördersätzen von bis zu 60 Prozent hat das Land MV mit 850.000 € darüber hinaus 33 Fahrzeuge bei der Umstellung auf die Heringsfischerei unterstützt.

Die Quotierung der wichtigsten Brotfische Hering und Dorsch bleiben zentrales Thema der Branche. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt arbeitet gemeinsam mit der Berufsfischerei an einem Konzept zur Weiterentwicklung der Kutter- und Küstenfischerei. Bis 2023 stehen 16 Mio. € für weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Unternehmen aus M-V und Russland unterzeichnen Abkommen zu verstärkter Zusammenarbeit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern verstärkt die Zusammenarbeit mit Russland: Auf der Leitmesse „Transport Logistic“ in München haben sieben Institutionen und Unternehmen aus Russland und Mecklenburg-Vorpommern eine Absichtserklärung zur Schaffung einer transkontinentalen Partnerschaft in der Logistik unterzeichnet. „Damit stärken wir den Standort Mecklenburg-Vorpommern als Handelsdrehscheibe zwischen Europa und Asien“, sagte Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern, auf der Messe in München. „Die Absichtserklärung ist ein weiterer Meilenstein für unser Projekt „Neue Seidenstraße‘“, sagte der Minister, der das Projekt im März vorgestellt hatte. Ziel ist es, Ladungsverkehre, die über Straße und Schiene aus China, Russland oder Kasachstan kommen, in Mecklenburg- Vorpommern zu bündeln und dann nach Ost- und Nordeuropa weiterzuleiten.

Die in München unterzeichnete Absichtserklärung soll helfen, Transport- und Logistikplattformen zu schaffen, damit Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zusammenarbeiten und so effizienter wirtschaften können. Die Unterzeichner wollen „Industrie- und Logistikcluster bilden und entwickeln“ und so zur Modernisierung der logistischen Infrastruktur beitragen. Geplant ist ferner, „vorrangige Projekte in den Bereichen Logistik und Supply Chain Management“ zu initiieren.

Dem Memorandum können sich weitere Unternehmen und Institutionen anschließen. Unterzeichnet wurde die Absichtserklärung bisher vom Wirtschaftsclub Russland, der Deutschen-Bahn-Tochter DB Cargo Russia, dem Logistikkomitee des Russischen Unternehmensverbandes (RSPP), der Hafengesellschaft Port of Rostock, dem Landesverband Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern, dem deutschen Logistikdienstleister Sartori & Berger und dem vorpommerischen Handelsunternehmen Viela Export.

Die Zusammenarbeit mit Russland ist einer der Schwerpunkte bei den Außenhandelsaktivitäten der Landesregierung. Ministerpräsident Erwin Sellering und Minister Christian Pegel werden im September nach St. Petersburg und Moskau reisen. Außerdem sollen Arbeitsgruppen zwischen dem russischen Ministerium für Industrie und Handel und der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern ausloten, wie die Zusammenarbeit in der Bereichen „Energie und Verkehr“, „Ernährung und Landwirtschaft“ sowie „Industrie und Wirtschaft“ weiter verbessert werden kann.

Wirtschaftsminister hat Mittelstandsbeirat berufen

Schwerin – Der Mittelstandsbeirat Mecklenburg-Vorpommern hat sich am Donnerstag zu seiner ersten Sitzung in Schwerin getroffen. Wirtschaftsminister Glawe hat die neuen Mitglieder für die Dauer einer Wahlperiode im Wirtschaftsministerium berufen. „Der Mittelstandsbeirat hat neben den Interessenvertretungen der Wirtschaft die Aufgabe, die Landesregierung in grundsätzlichen Fragen der mittelständischen Wirtschaft zu beraten. Ich verspreche mir für die Gestaltung der Wirtschaftspolitik vor allem branchen- und themenübergreifende Anregungen. Im Ergebnis ist dies auch praktisches Feedback der heimischen Wirtschaft aus erster Hand. Ich freue mich auf spannende gemeinsame Diskussionen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Mittelstandsbeirat besteht neben dem Wirtschaftsminister Glawe aus 14 Mitgliedern. In dem Gremium sind Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern, der Landesarbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern sowie der für die Freien Berufe zuständigen Kammern. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich. „Der Beirat soll auch dazu beitragen, Probleme und Herausforderungen des Mittelstandes zu erkennen und Lösungsvorschläge zu erörtern. Ich erhoffe mir Rat und Erkenntnisgewinn von den Praktikern aus der Wirtschaft“, so Glawe weiter. Das neue Gremium wird mindestens zweimal jährlich an wechselnden Orten zusammentreten, um über mittelstandsrelevante Themen der Wirtschaftspolitik zu beraten.

Der Beirat beschäftigte sich auf seiner ersten Sitzung unter anderem mit der aktuellen wirtschaftliche Lage und Schwerpunkten der Mittelstandspolitik aus der Koalitionsvereinbarung. „Die kleinen und mittleren Unternehmen bringen unser Land wirtschaftlich voran. Sie sind der Motor der guten wirtschaftlichen Entwicklung im Land. Unsere Wirtschaftspolitik zielt deshalb auf die Stärkung der mittelständischen Wirtschaft im Land ab. Insbesondere gilt es, die Basis unserer Wirtschaft durch Ansiedlungen und Erweiterungen zu stärken, die industrielle Wertschöpfung im Land zu erhöhen, die Innovationsfähigkeit zu stärken und mehr wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen, Mittelstand und Handwerk zu unterstützen und den Infrastrukturausbau wirksam zu fördern“, sagte Glawe. 99,5 Prozent aller Unternehmen im Land gehören quantitativ zum Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen sind Arbeitgeber für 80,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Erfolgreiche Akquisegespräche in Istanbul und Bursa

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat in der Türkei gemeinsam mit der Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV sowie heimischen Unternehmen für weitere Investitionen türkischer Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern geworben. „Türkische Unternehmen sind am Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern so interessiert wie nie. Es zeigt sich, dass es wichtig war und ist, am Ball zu bleiben. Durch kontinuierliche Gespräche ist gegenseitiges Vertrauen gewachsen. ´Made in Mecklenburg-Vorpommern´ bedeutet inzwischen auch am Bosporus ´Made in Germany´ plus verlässliche Ansiedlungs- und Wertschöpfungsbedingungen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph in Schwerin.

In Istanbul und Bursa fanden Investorenkonferenzen sowie Ansiedlungsgespräche statt. „Ein Unternehmen aus dem Bereich Produktion von Veterinärmedizinprodukten prüft derzeit aktiv Standorte im Raum Westmecklenburg. Dabei geht es um ein Investitionsvolumen von rund 13 Millionen Euro und ca. 20 Arbeitsplätzen in der Startphase. Interesse der türkischen Unternehmen kommt aus den verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen. Einige Unternehmen denken über Standortverlagerungen in unser Bundesland oder Töchterunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern nach“, so Rudolph weiter. Dabei handelt es sich um Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau, der Chemie, Möbelverarbeitung, Textilwirtschaft und Ernährung. „Wir haben als Ergebnis der Reise eine Menge Hausaufgaben im Gepäck. Jetzt bereiten wir die anstehenden Besuche türkischer Unternehmerinnen und Unternehmer bei uns im Land vor. Wir werden geeignete Grundstücke präsentieren, Behörden vorstellen und unseren Investitionsstandort erlebbar präsentieren. Am Ende könnten zahlreiche wertschöpfende Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen“, so Staatssekretär Stefan Rudolph.

Bei den Investorenkonferenzen waren rund 60 türkische Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort. „Das Interesse an den Fakten zum Investitionsstandort Mecklenburg-Vorpommern war riesengroß. Das über Jahre gewachsene gegenseitige Vertrauen ist inzwischen belastbar und zahlt sich aus. Wir verstehen einander“, so Rudolph. Wertvolle Unterstützung vor Ort leisteten die Unternehmen FLAMMAEROTEC, die Dizayn Group & MIR-Holding (Deutsche Bogenn GmbH im MukranPort) sowie das Logistikunternehmen DB Schenker und das Beschichtungstechnologieunternehmen Aero Coating.

Im vergangenen Jahr hat sich die Deutsche BOGENN GmbH mit einem Werk, das Kunststoffrohre und Verbindungselemente produziert und vertreibt, auf der Insel Rügen im MukranPort angesiedelt. „Der Ansiedlungserfolg ist auch ein Ergebnis der fortwährenden Investorenwerbung in der Türkei. 65 neue Industriearbeitsplätze sollen entstehen“, so Rudolph weiter. Die Deutsche BOGENN GmbH ist ein Tochterunternehmen der Dizayn Group, die zur MIR Technology Holding Co. Ltd. gehört.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph dankte abschließend auch dem Bundeswirtschaftsministerium für deren Unterstützung. Im Rahmen der Investorenwerbung und Förderung von Marktstrategien zur Standortsicherung kleiner und mittelständischer Unternehmen in den neuen Bundesländern wurden der Invest in MV durch das Bundeswirtschaftsministerium für das Standortmarketing in der Türkei rund 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Bund und Land arbeiten sehr gut zusammen. Wir werden erneut Mitte Oktober diesen Jahres in der Türkei um Investoren werben“, erläuterte Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend.

Organisiert wurde diese viertägige Delegationsreise (vom 03. bis 06. Mai 2017) durch die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV in Kooperation mit der Außenhandelskammer der Türkei. Die Veranstaltungen in Istanbul und Bursa wurden durch das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland unterstützt.

MV gewinnt 6.650 ha Fläche für ökologischen Landbau in 2016

Schwerin – Aktuelle Auswertungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt und des Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei haben ergeben, Mecklenburg-Vorpommern 2016 rund 6.650 ha ökologische Anbaufläche hinzugewonnen hat.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

„Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85 %. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0 %. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein“, freut sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

Ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Wirtschaften sind Backhaus zufolge angemessene Erzeugerpreise. Das gelte trotz der flächenbezogenen Förderung auch für den ökologischen Landbau. „Wie überall in der Landwirtschaft bewegen sich die Öko-Betriebe in einem knallharten europäischen Wettbewerb. Das heißt, die quantitative Erhöhung muss mit einem nachhaltigen und marktgerechten Wachstum der Branche einher gehen“, betonte er. Sein Ziel sei, die Instrumente der Agrarpolitik auf die wachsenden Herausforderungen auszurichten, um den ökologischen Landbau als eine besondere Chance des Landes Mecklenburg-Vorpommern weiter auszubauen. .

Auch wies der Minister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Antragsfrist für die Agrarförderung am 15.05.2017 endet. Besonders wichtig sei, dass alle Landwirte die Unterlagen zur Antragstellung für den Ökolandbau bzw. den anderen Agrarumweltmaßnahmen gründlich und präzise ausfüllen. Nur so könnten Abzüge und Sanktionen vermieden werden.

Dazu zwei Beispiele: Bis zum 15.05.2017 muss in Ökobetrieben, die neu im Kontrollverfahren sind, eine Erstkontrolle durch die Kontrollstelle erfolgen. Bei der Anlage von mehrjährige Blühstreifen oder -flächen für Bienen – Maßnahme zur Förderung von Strukturmaßnahmen – müssen Ökolandwirte neben Ökosaatgut auch gebietsheimisches Saatgut einsetzen.

Ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei der Umstellung auf Ökolandbau für ihre besonders umwelt- und tierschutzgerechte Wirtschaftsweise einen Fördersatz von 260 €/ha Ackerland oder Grünland, 835 €/ha bei Gemüse und 1.150 ha bei Dauerkulturen. Im Rahmen des Landesprogramms „Ökokompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ wird im EU-Förderprogramm „Förderung von Beratungsleistungen im Bereich Landwirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ die Beratung der Ökobetriebe mit 90%, die Erstberatung sogar mit 100% Zuschuss unterstützt.

Hintergrund

Auch in 2016 entschieden sich wieder mehr Landwirte für eine Umstellung auf Bio. In den Jahren 2015 und 2016 wurden ca. 13.000 ha auf ökologische Wirtschaftsweise in MV umgestellt. Trotz bestehender Unsicherheit um die EU-Öko-Verordnung entfalteten verbesserte Rahmenbedingungen in vielen Bundesländern und stabile Bio-Erzeugerpreise in Krisenzeiten ihre Wirkung. Weitere Wachstumspotentiale für Mecklenburg-Vorpommerns Ökobetriebe werden insbesondere im Obst- und Gemüseanbau sowie der ökologischen Tierhaltung gesehen. 2016 kauften deutsche Haushalte für 9,48 Mrd. € Bio-Lebensmittel- und Getränke und gaben damit rund 10 % mehr für Bio-Produkte, als noch im Vorjahr, aus (Auswertungen des BÖLW, Februar 2017).

Quantitatives Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche mittelfristig auf 150.000 ha auszuweiten. Bis 2020 ist ein jährlicher Zuwachs von ca.. 5.000 ha geplant. Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen sollen maßgeblich dazu beitragen, den ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern zu konsolidieren, zu stabilisieren und als Markenzeichen des Landes weiter zu entwickeln.

Der ökologische Landbau genießt in der Agrarpolitik der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern einen hohen Stellenwert. Dieser Stellenwert ergibt sich insbesondere aus den hohen Tierschutz- und Umweltanforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise. Aufgrund dieser Bedeutung soll der ökologische Landbau im Land Mecklenburg-Vorpommern weiter entwickelt werden.

Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft „Regionalität“ aus dem Gesundheits- und Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern deutlich mit der Eigenschaft „aus ökologischem Landbau und ökologischer Tierhaltung“ zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.