Kutter- und Küstenfischerei erhält Erlösausfälle

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt den Kutter- und Küstenfischer auch in 2019 rund 2,3 Millionen Euro zum Ausgleich quotenbedingter Erlösausfälle bereit. Das betonte der zuständige Fachminister Dr. Till Backhaus heute in Schwerin, wo im Landtag ein Antrag der AfD-Fraktion zum Schutz dieses traditionellen Wirtschaftszweiges diskutiert wurde.

„Die Fischerei gehört zu Mecklenburg-Vorpommern – das steht für mich völlig außer Frage. Sie hat nicht nur aus traditionellen Gründen eine Daseinsberechtigung; für mich ist sie trotz des massiven Strukturwandels ein Wirtschaftszweig mit Perspektive. Deshalb würde ich es sehr begrüßen, wenn sich wieder mehr junge Menschen für diesen Beruf begeistern könnten. Inzwischen sind mehr als die Hälfte aller Fischer im Land älter als 60 Jahre. Das ist ein echtes Problem! Bei allem Respekt für die Lebensleistung dieser Menschen – um den Anforderungen globaler Märkte und nachhaltiger Bewirtschaftungsmethoden gerecht zu werden, braucht es wie in anderen Bereichen auch junge und frische Ideen“, sagte Backhaus.

Dazu zähle auch die Bereitschaft sich intensiver denn je mit der Selbstvermarktung zu beschäftigen, um den Erwartungen der Kunden nach einem breitgefächerten Sortiment an Süß- und Salzwasserfischen zu entsprechen. Backhaus forderte insbesondere die Erzeugerorganisationen dazu auf, Konzepte zur Ausrichtung der gesamten Kutter- und Küstenfischer zu entwickeln. Wichtig seien vor allem Maßnahmen, die eine noch gezieltere Fangplanung und Verarbeitung der knapper werdenden Ressourcen ermöglichen.

Der für die Bestandsbewertung zuständige wissenschaftliche Rat für Meeresforschung sieht als Ursache für den Rückgang der Bestände insbesondere eine naturbedingt schlechte Nachwuchsproduktion. Die Folge: massive Fangeinschränkungen. Betrug die Heringsquote in Mecklenburg-Vorpommern vor 20 Jahren noch 61.000 Tonnen, liegt sie heute bei knapp 3.000 Tonnen. Die Dorschquote wurde im gleichen Zeitraum von ca. 3.000 Tonnen auf aktuell 1.000 Tonnen reduziert. „Mein Haus hat diesen Prozess mit der Förderung von Investitionen und durch Ausgleichszahlungen mit 7,5 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln begleitet“, erinnerte Backhaus.

Die durch die EU im Jahr 2013 eingeleitete Umstellung der Fischerei auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände lasse bereits erste Erfolge erkennen. Der aktuelle Lagebericht des Wissenschafts-, Technik und Wirtschaftsausschusses für Fischerei der EU (STECF) komme zu dem Ergebnis, dass inzwischen über 90 Prozent der im Nordostatlantik, einschließlich Nord- und Ostsee gefangenen und verkauften Fische aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen stammen.

Um Fänge von Dorsch, Hering und Sprotte genau und zeitgerecht erfassen zu können, gilt die Logbuchpflicht seit 2016 auch für Fischereifahrzeuge mit einer Länge von acht Metern (vorher: ab einer Länge von zehn Metern). „Dadurch werden ca. 34 Prozent der deutschen Dorschanlandungen und 14 Prozent der Heringsanlandungen nicht mehr auf der Grundlage von Monatsmeldungen, sondern innerhalb von 48 Stunden erfasst und anhand von Verkaufsabrechnungen zeitnah kontrolliert“, lobte Backhaus.

Die Forderung der AfD, die Logbuchpflicht für Fischereichfahrzeuge unter 10 Metern abzuschaffen, wies er mit der Begründung zurück, sie würde dem Anspruch einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu widerlaufen.

Agrar-Azubis aus MV besuchen Lehrgänge in Sachsen-Anhalt

Schwerin – Auszubildende der Agrarwirtschaft aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nehmen seit vielen Jahren an Lehrgängen im Bereich Tierproduktion in Sachsen-Anhalt teil. Junge Menschen aus den Berufen Landwirt/in und Tierwirt/in können in der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Iden (Landkreis Stendal) entsprechende Kurse besuchen. Mit der Unterzeichnung einer Rahmenvereinbarung haben die drei Länder ihre Kooperation bei der überbetrieblichen Ausbildung nun erneut besiegelt.

Damit die Lehrstätte in Iden ihren Aufgaben auch künftig auf hohem Niveau nachkommen kann, sollen die auf dem Areal befindlichen und inzwischen baufällig gewordenen Stallanlagen für Rinder und Schweine unter besonderer Berücksichtigung des Tierwohls und des Tierschutzes saniert und erweitert werden. Die Baumaßnahmen werden durch das Bundesinstitut für Berufsbildung finanziell unterstützt.

Der sachsen-anhaltinische Agrarstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber betonte in diesem Zusammenhang, dass er sehr großen Wert darauf lege, die modernisierte Ausbildungsstätte auch weiterhin für Auszubildende aus den anderen Bundesländern offen zu halten.

Carolin Schilde, Staatssekretärin im Landwirtschaftsressort Brandenburg unterstrich die besondere Bedeutung der überbetrieblichen Ausbildung für die Auszubildenden.

Marion Zinke, Abteilungsleiterin für Landwirtschaft und ländliche Räume im Schweriner Landwirtschaftsministerium, machte einmal mehr deutlich, dass jede Investition in Bildungseinrichtungen den besonderen Charakter der Nachhaltigkeit in sich trage und eine wichtige Grundlage sei, um Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen.

11. Nationale Maritime Konferenz

Friedrichshafen – In Friedrichshafen (Baden Württemberg) findet von Mittwoch (21. Mai) bis Donnerstag (22. Mai) die 11. Nationale Maritime Konferenz statt.

„Ich möchte vor Ort deutlich machen, unser maritimer Anlagenbau ist keine norddeutsche Soloveranstaltung. Zukunftsfähiger Maritimer Anlagenbau ist ein gesamtdeutsches Gemeinschaftsprojekt. Findet die Wertschöpfung doch zu 70 Prozent außerhalb der Werften statt und circa die Hälfte davon in Bundesländern südlich der deutschen Küstenländer. Dass, was bei der Automobilindustrie allen klar ist, muss beim maritimen Anlagenbau noch deutlicher verstanden werden. Die maritime Branche sorgt nicht allein im Norden für wirtschaftliches Wachstum. Es sind neue maritime Sicherheitskonzepte, innovative Produkte und digitale Lösungen in allen Bereichen erforderlich. Hierzu zählen der Schiffbau, die Zulieferindustrie, Reeder und die Häfen. Nur im überregionalen Austausch der einzelnen Akteure können neue Technologien und Produkte entwickelt sowie Risiken vermindert werden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Stefan Rudolph am Dienstag.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph dankte dem Bund für sein bisheriges Engagement für die maritime Branche. „Die Finanzierung neuer Aufträge stellt die Branche insbesondere im Schiffbau vor große Herausforderungen. Volle Auftragsbücher allein reichen nicht aus. Genauso müssen die jeweiligen Finanzierungen der Projekte gesichert werden. Doch Banken und Versicherer agieren überwiegend zurückhaltend bei der Finanzierung maritimer Projekte. Die Unternehmen sind ihrerseits nicht in der Lage, ihre im Spezialschiffbau sehr hohen und längerfristig laufenden Bauzeitfinanzierungsbedarfe ohne finanzielle Hilfen zu decken. Wir brauchen neben unserer eigenen Unterstützung weiter eine nachhaltige Unterstützung des Bundes, um den Absicherungsbedarf bei Bauzeitfinanzierungen für Schiffe zu gewährleisten. Hier gibt es auch zukünftig Handlungsbedarf“, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt ca. 11.500 Beschäftigten ein industrieller Kern. Zum hiesigen Schiff- und Bootsbau zählen ca. 160 Unternehmen mit rund 6.500 Mitarbeitern. Hinzu kommen maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren, mit etwa 140 Unternehmen und ca. 5.000 hochwertigen Arbeitsplätzen. „Von den Gesamtbeschäftigten auf den Werften sind etwa rund 90 Prozent im Kreuzfahrtschiffbau tätig. Die Unternehmen haben sich zu wichtigen Arbeitgebern im verarbeitenden Gewerbe entwickelt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph abschließend. Der Auftragsbestand im Kreuzfahrtschiffbausegment beträgt gegenwärtig rund 3,6 Milliarden Euro.

Auf Initiative der Bundesregierung finden im zweijährigen Rhythmus Nationale Maritime Konferenzen statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Deutschland maritim global smart green“. Mit der Durchführung der Konferenzen will die Bundesregierung die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für Deutschland hervorheben und gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung dieser Branche leisten. Dementsprechend sollen im gemeinsamen Dialog zwischen Vertretern aus den Bereichen Schiffbau, Schiffbauzulieferer, Meerestechnik, Offshore-Windenergie, Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft, der Wissenschaft und Forschung, der Gewerkschaften, der Politik und der Administration aus Bund und Ländern die Herausforderungen und Wege zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der maritimen Wirtschaft Deutschlands beraten werden.

Vermarktung regionaltypischer Produkte

Stralsund – Der Verein pommernArche e.V. aus Stralsund ist ein „Netzwerk für Kraft und Vielfalt im ländlichen Wirtschaftsraum“. Unter dem Motto „ARCHEREGION Produkte – Menschen – Markt“ wird von den Aktiven derzeit ein Projekt umgesetzt, in dem arche-typische Produkte aus Pommern gemeinsam vermarktet werden sollen. Zudem ist vorgesehen, die Züchtung traditioneller pommerscher Nutztiere und Pflanzen zu stärken. „Die Natur- und Kulturregion Pommern hat eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte. Die engagierten Mitglieder der pommernArche wollen mit ihrem Vorhaben die Marke Pommern wieder in den Vordergrund rücken und vor allem pommersche Kleinproduzenten der Nahrungsgüterbranche zusammenbringen. Das stärkt die regionale Wirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Verein pommernArche wurde 2014 von sieben regionalen Betrieben und Unterstützern gegründet. Ziel ist, das Kulturerbe Pommerns zu erhalten und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Pflanzenarten wiederzubeleben. Dazu zählen unter anderem die Pommerngans, die Pommernente und das Rauhwollige Pommersche Landschaf, aber auch Obstsorten wie der Pommersche Krummstiel-Apfel.

Mit dem Projekt sollen Züchter, Produzenten, Vereine und Netzwerke in Pommern – nach Vereinsangaben vorerst in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald, später vom Darß bis nach Danzig – miteinander vernetzt werden, um ein nachhaltig wirkendes Image als erste grenzübergreifende Arche-Region Europas aufzubauen. Im Vordergrund soll dabei der Aufbau einer Markenstrategie stehen, die für traditionelle und nachhaltig produzierte Regionalprodukte aus Pommern steht.

„Mit dem Vorhaben wird der ländliche Raum der Region Pommern nachhaltig gestärkt. Eine Pommern-Marke zu initiieren und gemeinsam zu vermarkten, hilft vor allem kleineren Betrieben, die oftmals nicht die Kapazitäten haben, die eigenen Erzeugnisse überregional zu vertreiben“, sagte Glawe.

Die pommernArche ist unter 30 Bewerbern als einer der fünf Gewinner im Wettbewerb „Flagship-Projekte für den Deutsch- Polnischen Verflechtungsraum“ ausgewählt worden. Die Preisverleihung findet am 05. Juni 2019 in Berlin statt. „Die Auszeichnung ist eine hohe Anerkennung für das engagierte Arbeiten des Vereins und seiner Unterstützer“, hob Glawe hervor.

Im Förderzeitraum 2019 betragen die geplanten Gesamtkosten des Projektes 75.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 60.000 Euro.

Produktionswerk in Rehna eröffnet

Rehna – In Rehna im Landkreis Nordwestmecklenburg ist heute die neue Produktionsstätte der Palmberg GmbH eröffnet worden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würdigte in ihrer Rede die Entwicklung des Unternehmens seit 1990 als „wirtschaftliche Erfolgsgesichte“ in Mecklenburg-Vorpommern.

„Palmberg ist in den drei Jahrzehnten zu einem der führenden Büromöbelanbieter in Europa geworden. Die Qualität der Möbel made in Schönberg und jetzt auch made in Rehna hat sich herumgesprochen. Jeden Tag fahren die LKW vom Hof und bringen die Produkte zu Kunden nach ganz Deutschland und auch in Nachbarländer wie nach Österreich oder in die Niederlande“, sagte die Ministerpräsidentin. Mit der neuen Produktionsstätte könne das Produktionsprogramm noch erweitert werden. In Rehna sollen 40 bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt werden.

Das Unternehmen beweise zudem Verantwortung für die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch für die Gesellschaft. So sei die Palmberg GmbH 2018 als TOP-Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet worden. Das Unternehmen engagiere sich für den Sport, zuletzt vor allem für die Volleyballerinnen des Schweriner SC. „Tolle Frauen, sehr sympathisch und erfolgreich – ein Aushängeschild für unser Land“, sagte die Ministerpräsidentin.

Das Engagement gehe aber weit über den Sport hinaus. „Für den Schönberger Musiksommer ist das Unternehmen ebenso ein wichtiger Partner wie für das Biosphärenreservat Schaalsee und viele regionale Vereine“, so Schwesig. „Das ist ein tolles Engagement für ein gutes Zusammenleben, für den Zusammenhalt der Menschen.“

Breitbandversorgung in Gewerbe- und Mischgebieten

Parchim – In Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) soll die Breitbandversorgung in Gewerbe- und Mischgebieten ausgebaut werden. „Eine unzureichende Versorgung mit Breitband wird vor allem von Gewerbetreibenden in der Region bemängelt. Das ist nachvollziehbar, denn ohne Internet ist die alltägliche Arbeit vor allen Dingen auch für Firmen heute praktisch kaum umsetzbar. Entscheidend ist, dass nach Abschluss aller Maßnahmen möglichst keine weißen Flecken verbleiben. Das ist auch ein wichtiger Beitrag für eine erfolgreiche Strukturverbesserung vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Unterstützt werden beim Ausbau der Breitbandversorgung das Gewerbegebiet Möderitzer Weg; das Gewerbegebiet Vietingshof und Umgebung; das Gewerbegebiet Flughafen sowie unversorgte Firmen im Ortsteil Slate und im Ortsteil Kiekindemark. „Immer mehr Menschen nutzen selbstverständlich das Internet. Es wachsen die Datenraten und daher muss auch die Bandbreite erweitert werden. Umgekehrt schaffen die größeren Bandbreiten auch neue Möglichkeiten der Nutzung. So werden Arbeitsabläufe und die Anforderungen an die technische Ausstattung in quasi jeder Branche verändert“, betonte Wirtschaftsminister Glawe weiter.

Die Ergebnisse aus einer Markterkundung zeigten, dass bislang ausschließlich Wohngebiete im Stadtzentrum und einzelne Randlagen der Stadt Parchim eigenwirtschaftlich von den verschiedenen Telekommunikationsunternehmen erschlossen werden. Auch seitens des Landkreises findet die Stadt Parchim in den Aufrufen für das Bundesförderprogramm keine Beachtung. „Um die unzureichende Breitbandversorgung für die unterversorgten Gewerbegebiete und umliegende Nachfrager zu verbessern, haben wir Unterstützung zugesagt“, betonte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf fünf Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ mit einem Zuschuss in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro.

Wirtschaftsforum der SPD warnt vor US-Strafzöllen auf Autoimporte

Berlin – Das Wirtschaftsforum der SPD verurteilt mögliche US-Sanktionen gegen europäische Autobauer. „Wer Autoimporte aus der EU als Gefahr für die nationale Sicherheit einstuft, riskiert eine Eskalation im Handelskonflikt und eine weitere Verschlechterung des transatlantischen Verhältnisses“, sagt der Präsident des Wirtschaftsforums der SPD, Dr. Michael Frenzel. „Zollschranken nutzen niemandem, auch den USA nicht. Wir setzen vielmehr auf einen neuen Anlauf für ein transatlantisches Freihandelsabkommen, das sämtliche Zölle auf Industriegüter abschafft.“

Strafzölle in Höhe von 25 Prozent im Gespräch

US-Präsident Donald Trump will in diesen Tagen über einen Abschlussbericht des US-Handelsministerium entscheiden. Nach mehr als halbjähriger Prüfung kam die Behörde im Februar zu dem Schluss, dass Autoimporte eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA darstellen können. Mit einer Entscheidung über die Verhängung von Strafzöllen wird bis zum 18. Mai gerechnet. Diese Frist kann aber durch den US-Präsidenten ohne Weiteres verlängert werden. Zuletzt wurden von der US-Administration Sonderzölle in Höhe von 25 Prozent ins Gespräch gebracht.

Mittelständler in ganz Deutschland betroffen

„Protektionistische Maßnahmen sind der falsche Weg. Sie unterbrechen internationale Wertschöpfungsketten und treffen nicht nur die Automobilhersteller, sondern genauso die Zulieferer – also viele mittelständische Betriebe in Deutschland und Europa“, erklärt der Präsident des SPD-nahen Wirtschaftsverbands. „Das zerstört Vertrauen. Die EU muss reagieren.“ EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hatte bereits am Montag verlauten lassen, dass eine Liste mit US-Produkten, gegen die Vergeltungszölle verhängt würden, längst fertig sei. Dabei gehe es um ein Handelsvolumen von etwa 20 Milliarden Euro.

Für faire Handelspolitik und den Abbau von Zöllen

„Wir müssen der EU-Handelskommissarin den Rücken stärken“, fordert Frenzel. „Die im Juli 2018 erzielte Vereinbarung zwischen Junker und Trump zeigt, was die EU erreichen kann, wenn sie mit einer Stimme spricht.“ So lange beide Seiten über den Abbau von Zöllen, Handelsschranken und Subventionen verhandeln, sei von einseitigen Aktionen der USA abzusehen. „Wir sind für eine faire Handelspolitik und eine ausgewogene Handelsbilanz, die auch Finanzdienstleistungen einbezieht“, unterstreicht Frenzel. „Strafzölle vergiften indes das Klima des freien Welthandels.“

3. Norddeutscher Ernährungsgipfel wirbt für M-V

Warnemünde – „Lebensmittel stationär und online: Chancen und Herausforderungen für regionale Produzenten“ lautete das Kernthema auf dem 3. Norddeutschen Ernährungsgipfel, der  in Rostock-Warnemünde stattfand.

„Die Ernährungswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern eine der wichtigsten Branchen des verarbeitenden Gewerbes im Land. Das Rezept für die weitere positive Entwicklung der Branche ist die gesunde Mischung aus mittelständischen traditionellen Unternehmen und Ernährungskonzernen bei uns im Land. Immer mehr Verbraucher setzen ihren Fokus auf die Herkunft der Produkte. Regionalität spielt eine große Rolle. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, ist innovatives Handeln bei der Erschließung neuer Märkte und Abnehmer sowie der Herausbildung von Kooperationen gefragt. Es ist wichtig, das regionale Potential der Unternehmen noch besser zu nutzen. Das verlängert regionale Wertschöpfungsketten vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „Wir haben eine Vielzahl leistungsstarker Unternehmen, die in herausragender Qualität produzieren. Das wollen und müssen wir einer noch breiteren Öffentlichkeit bekannt machen und unterstützen deshalb die heimischen Betriebe bei der Vermarktung.“

Das Wirtschaftsministerium unterstützt unter anderem zwei Projekte des Vereins Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. So soll unter anderem eine landesweite Warenbörse für Fachkunden unter dem Titel „Regional + Bio aus MV“ im Zweijahresrhythmus etabliert werden. Händler aus unterschiedlichen Regionen erlangen so die Möglichkeit, eine möglichst hohe Anzahl von Produkten aus Mecklenburg-Vorpommern komprimiert an einem Ort kennen zu lernen. In Verbindung mit den Warenbörsen ist die Auslobung eines Wettbewerbs „Produktleuchttürme aus M-V“ geplant. Das Projekt soll bis zum Jahr 2022 laufen und wird bei Gesamtkosten in Höhe von knapp 267.000 Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ vom Wirtschaftsministerium voraussichtlich in Höhe von knapp 200.000 Euro unterstützt.

„Mit einer gemeinsamen Marke – dem Leuchtturm – kann der Werbeeffekt erheblich verstärkt werden. Das hilft vor allem auch kleineren Lebensmittelproduzenten aus Mecklenburg-Vorpommern, die oftmals nicht die Kapazitäten haben, überregional zu werben. So wird die wirtschaftliche Basis der Betriebe und damit der Branche insgesamt gestärkt“, sagte Glawe.

Zudem wird die bereits bestehende Produktdatenbank weiterentwickelt. Bislang war diese ausschließlich Großküchen im Gesundheitssektor und Wellnesshotels zugänglich, um beispielsweise laktose- und glutenfreie sowie vegane Produktanbieter aus Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Bislang waren rund 40 Produzenten mit rund 1.000 Produkten und 30 Großküchen registriert. Nun soll die Datenbank erheblich erweitert werden. Ziele sind beispielsweise, online-Shops für regionale Produkte zu bündeln, die Datenbank auch Privatkunden zugänglich zu machen sowie die Werbung zu intensivieren. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Landesmitteln in Höhe von knapp 128.000 Euro bei Gesamtinvestitionen in Höhe von 170.000 Euro.

„Das ist eine ideale Plattform für alle Produzenten aus Mecklenburg-Vorpommern – vom Kleinstbetrieb bis zum großen Unternehmen. Zugleich wird die große Vielfalt heimischer Lebensmittel eindrucksvoll deutlich. Der Einstieg in das online-Geschäft ist ein steiniger Weg. Aber es wird immer wichtiger werden, sich darauf einzulassen. Neue Zielgruppen können besser erschlossen werden. Wichtig ist es, die Chancen zu nutzen“, machte Glawe deutlich.

Die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV) wurde im Jahr 2000 als Initiative der Wirtschaft gegründet und hat sich als überregionales Netzwerk für die Unternehmen der Ernährungswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Der Verein ist für Erzeuger, Veredler und Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln tätig. Mit seinen derzeit 68 Mitgliedsunternehmen bündelt er mehr als 5.200 Arbeitskräfte der Branche mit einem Umsatz von jährlich rund 1,5 Milliarden Euro.

Die umsatzstärkste Branche im verarbeitenden Gewerbe im Land ist die Ernährungswirtschaft. Sie steht auch weiterhin für mehr als ein Drittel des gesamten Umsatzes im verarbeitenden Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit sind in den 89 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern insgesamt über 14.800 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,3 Milliarden Euro. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. Die Vielzahl der Betriebe zählt allerdings zu den mittelständischen Unternehmen.

Im Land sind wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig, beispielsweise die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. Hierzu kamen in den vergangenen Jahren Ansiedlungen und Investitionen von Unternehmen der Ernährungsbranche. Dazu zählen insbesondere der Bau einer Betriebsstätte für Lebensmittelzusatzstoffe der SternMaid GmbH in Wittenburg, die Errichtung eines Edeka-Fleischwerkes in Valluhn, die Ansiedlung der Süßwarenhersteller Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg oder des Nescafé Dolce-Gusto-Werkes in Schwerin.

Veranstalter des Ernährungsgipfels war die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV) gemeinsam mit ihren Partnern pro agro – Verband zur Förderung der ländlichen Entwicklung in der Region Brandenburg-Berlin e.V., foodactive e.V. – Das Ernährungsnetzwerk der Metropolregion Hamburg und der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e.V.

Fördermittel für Digitalisierung

Priepert – Am 16. Mai 2019 übergibt Digitalisierungsminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid an Manfred Giesenberg, Geschäftsführer des Unternehmens „Ascendi“ aus Priepert Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Fördermittel in Höhe von 19.800 Euro dienen der Digitalisierung des Unternehmens. Die Förderung wurde nach der Richtlinie zur Förderung der digitalen Transformation vergeben.

Das Kleinunternehmen stellt Haustürfüllungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder Aluminium her. Mit den Fördermitteln soll ein Haustüren-Konfigurators geschaffen werden, mit dessen Kunden online eine Übersicht über die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten erhalten können. Zugleich will das Unternehmen dadurch Erkenntnisse über Trends zu Produktentwicklungen gewinnen.

Außerdem werden die Fördermittel dazu beitragen, die unternehmensinternen Prozesse zu optimieren und weiter zu digitalisieren. So erhalten beispielsweise Kunden mit dem Anlegen neuer Dokumente automatisch eine Auftragsbestätigung.

Die digitale Transformation stellt potenzielle Gründer, Start-ups und insbesondere kleine und Kleinst- sowie mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern vor neue Herausforderungen. Um die Wirtschaft im Land auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten und bei der zukunftsfähigen Aufstellung der Unternehmen zu helfen, hat das Energieministerium die Richtlinie zur Förderung der digitalen Transformation, kurz DigiTrans-Richtlinie, aufgelegt.

Fördermittel von bis zu 10.000 Euro und in Ausnahmefällen bis zu 50.000 Euro können Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten und entweder einem Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen Euro oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro beantragen. Unterstützung in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gibt es für den Aufbau neuer, digitaler Geschäftsmodelle oder die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse. Außerdem sind Investitionen in die IT-Sicherheit und den Datenschutz zur Erhöhung des Digitalisierungsgrads förderbar.

Zurzeit liegen beim Landesförderinstitut bereits 44 Anträge auf Förderung im Rahmen der DigiTrans-Richtlinie vor. Anträge sind vor Beginn des Vorhabens beim Landesförderinstitut zu stellen. Die dafür notwendigen Unterlagen können auf der Internetseite des LFI heruntergeladen werden.

Agraranträge sind bis spätestens 15. Mai einzureichen

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus weist die Landwirte nachdrücklich auf eine sorgfältige und fristgerechte Einreichung der digitalen Unterlagen für die Auszahlung der EU-Beihilfen in 2019 hin. „Nur dann können wir gewährleisten, dass den Unternehmen keine finanziellen Einbußen entstehen. Und daran ist uns insbesondere nach den Witterungs­belastungen in den letzten drei Jahren sehr gelegen“, betonte Backhaus.

Bis zum 13.05.2019 haben rund 3250 von ca. 4750 Landwirte ihre Anträge eingereicht. Letzter Termin ist der 15. Mai 2019. Danach können Zahlungen nur noch bis zum 09. Juni 2019 mit Kürzung der Beihilfen beantragt werden. Anträge, die noch später eingehen, gelten als verfristet und können nicht mehr berücksichtigt werden.

Im vergangenen Jahr hatten 61 Landwirte ihre Anträge verspätet eingereicht und mussten somit Kürzungen in Kauf nehmen. Ein Antragsteller hatte diesen sogar außerhalb des vorgegebenen Zeitraums und somit verfristet eingereicht.

Auch in 2019 wird es das PreCheck-Verfahren geben, in denen Antragsteller nach Abgabe und Vorlage aller Anträge ihre Unterlagen auf vorhandene Flächen­überschneidungen mit den Nachbarn prüfen können. Die korrigierten Daten sind dann bis zum 19. Juni 2019 digital einzureichen.

Die Landwirte beantragen die Auszahlungen ihrer Ansprüche aus der sogenannten 1. und 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP). Als 1. Säule werden die EU-Direktzahlungen bezogen auf die beihilfefähige Fläche aus dem Europäischen Garantiefonds für Landwirtschaft (EGFL) bezeichnet, als 2. Säule die Förderung von Marktanpassungs- sowie Agarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen mit Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Die genaue Zahlungshöhe ergibt sich erst am Ende des Jahres. 2018 wurde an 4750 Landwirtschaftsunternehmen 353 Mio. Euro an Direktzahlungen sowie 45 Mio. Euro ELER-Mittel ausgezahlt.

Gesundheitswirtschaft in M-V

Berlin – In Berlin ist am Mittwoch die gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) vorgestellt worden. Darin erfasst das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jährlich alle Güter und Leistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden. Die diesjährige Ausgabe stellt auf Basis des Jahres 2016 Vergleiche zwischen den Bundesländern her.

„Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich hervorragend. Mehr Wachstum, mehr Beschäftigung und mehr Wertschöpfung sind wesentliche Ergebnisse für unser Land“, sagt der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Mittwoch.

Mittlerweile sind 154.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Unser Bundesland ist deutschlandweiter Spitzenreiter bei Beschäftigung und Bruttowertschöpfung. Das sind rund 7.000 Arbeitsplätze mehr. In keinem anderen Bundesland gibt es eine derart hohe Beschäftigtenquote“ so Glawe weiter. Das bedeutet, dass jeder fünfte Erwerbstätige (20,6 Prozent) in dieser Branche arbeitet. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von rund 15 Prozent (= 5,8 Milliarden Euro) leistet die Branche zudem einen immensen Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung. „Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht hier“, sagte der Minister.

„Die Gesundheitswirtschaft erweist sich als verlässliche Größe der wirtschaftlichen Entwicklung. Sie ist im bundesweiten Vergleich aufgrund ihrer Innovationskraft und Beschäftigungsintensität ein Wachstums- und Arbeitsmarktmotor.“

Trotz der positiven Entwicklung der Branche gibt es noch weitere Herausforderungen. „Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker international ausrichten. Wir müssen mit unseren heimischen Produkten weiter international werben. Wer als Unternehmen exportiert, sichert und schafft auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im eigenen Land. Entscheidend ist, dass die neuen Märkte auch zielgerichtet erschlossen werden.

Gerade im Auslandsgeschäft braucht es einen langen Atem. Viele kleine Schritte führen zum Erfolg. Dazu gehört es, die Werbetrommel ordentlich zu rühren“, machte Glawe deutlich. Der Besuch von Messen, Investorentreffen vor Ort sowie das Durchführen von Konferenzen wie beispielsweise auch die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft sind hierbei wichtige Bausteine, um über die Landesgrenzen hinaus bekannter zu werden.

Schon früh hat Mecklenburg-Vorpommern die Gesundheitswirtschaft zu einem Schwerpunkt der Landesentwicklungspolitik gemacht. So existiert mit dem Kuratorium Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seinen fünf Strategiegruppen ein bundesweit einmaliges Gremium.

„Mit ihm hat die Landesregierung eine sektoren- und branchenübergreifende Kommunikationsplattform zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung etabliert, die bundesweit und international ihresgleichen sucht. Dies ist ein Beleg dafür, dass die vielfältigen Maßnahmen der Landesregierung greifen“, so Glawe.

Das 70-köpfige „Gesundheitswirtschaftsparlament“ berät und begleitet die Landesregierung bei der Umsetzung des „Masterplanes Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020“. Dieser stellt eine umfassende Innovationsagenda des Landes dar und ist die Basis für die Zielsetzung, Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zu einem führenden Gesundheitsland auszubauen.

Koordiniert werden alle Aktivitäten durch das Landesnetzwerk für Gesundheitswirtschaft, der BioCon Valley® GmbH. Als zentraler Ansprechpartner und Dienstleister unterstützt das Unternehmen die Akteure in der Branche und leistet einen Beitrag zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Profilierung des Standortes.

Diese gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR) erfasst alle Waren und Dienstleistungen mit Gesundheitsbezug, die in Deutschland erbracht werden – angefangen von Kliniken und Pharma über Medizintechnik und Biotechnologie bis hin zu Gesundheitstourismus und Fitness-Apps. Ermittelt werden jährlich die drei wesentlichen Kennziffern der Branche: Bruttowertschöpfung und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft, Zahl der Erwerbstätigen und ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft sowie die Exporte und ihr Anteil am deutschen Gesamtexport.

Innovative Milchprodukte aus der Region

Upahl – Am heutigen Mittwoch hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, im Rahmen eines Werksbesuches über aktuelle Projekte und die Zukunftspläne des Arla Werks in Upahl informiert.

„Die Ernährungsindustrie spielt für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes eine bedeutende Rolle. Als einer der größten regionalen Arbeitgeber zeigt Arla Foods mit seinem Werk in Upahl wie auch genossenschaftliche Unternehmen im hart umkämpften Milchmarkt mit den richtigen Produkten und Innovationen erfolgreich sind. Damit sichert die Genossenschaft auch den Landwirten der Region einen wichtigen Teil ihres Einkommens. Die Milchwirtschaft ist und bleibt herausfordernd, daher ist es umso wichtiger das Betriebe wie Arla ihr Geschäft weiterentwickeln, investieren und zum Beispiel mit Bio oder zuckerreduzierten Produkten auf Kundenwünsche eingehen.“

Rund 560 Millionen produzierte Einheiten und zirka 440 Millionen Liter verarbeitete Milch im vergangenen Jahr. Damit gehört das Arla Werk in Upahl (Mecklenburg-Vorpommern) zu den größten Milchbetrieben in Deutschland. Der Standort mit etwa 520 Mitarbeitern und 430 Milchlieferanten hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf Frischmilchprodukte spezialisiert und zu einem innovativen Kompetenzzentrum für Joghurt, Quark und Bio Produkte entwickelt.

Hier werden rund 291 verschiedene Artikel für Deutschland und Europa hergestellt; unter anderem auch der Topseller Arla Skyr. Mit dem Produkt hat Arla in den vergangen vier Jahren erfolgreich eine Innovation im Kühlregal etabliert und sein Markengeschäft deutlich ausgebaut. Knapp 60 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren in die Modernisierung des Werks investiert. In diesem Jahr sind weitere Investitionen in Höhe von neun Millionen Euro vorgesehen.

„Wir haben uns sehr gefreut mit Herrn Minister Dr. Backhaus über Herausforderungen und Chancen der Milchwirtschaft zu diskutieren und ihm einige unserer erfolgreichsten Produkte näher vorzustellen; allen voran Skyr. Das Produkt hat sich in Deutschland und anderen europäischen Märkten zu einem sehr wichtigen Wachstumstreiber unseres Geschäfts entwickelt. Auch deswegen hat unser Werk in Upahl in den vergangenen Jahren in der gesamten Arla Gruppe deutlich an Bedeutung hinzugewonnen und ist sehr wichtig für unser EU-Exportgeschäft. Zudem stellen wir hier in Mecklenburg-Vorpommern auch Produkte unsere regionalen Marke Hansano her, die wir in den kommenden Monaten mit einem neuen Markenauftritt weiter stärken“, so Markus Mühleisen, Deutschland-Chef von Arla Foods.

Die Palette der in Upahl hergestellten Produkte reicht von Fruchtjoghurts, Quark und Skyr in verschiedenen Varianten über Trinkmilch bis zu Schmand und Sahne. Dabei stammt sämtliche verarbeitete Milch aus gentechnikfreier Fütterung der Kühe (GVO-frei) und ein besonderer Fokus liegt auf Produkten aus Biomilch. So wird in Upahl die erfolgreiche Arla Bio Weidemilch für den deutschen Markt hergestellt, die Nr. 1 Bio Markenmilch im deutschen Handel.

Auch die neueste Innovation aus dem Hause Arla, der Arla Bio Fruchtjoghurt – NUR aus Bio Joghurt und Bio Früchten – ohne Zuckerzusatz und andere Zusatzstoffe stammt aus Upahl. Das Produkt ist in dieser Form einzigartig auf dem deutschen Markt und bedient den Wunsch der Verbraucher nach natürlichen Produkten für eine ausgewogene Ernährung. Mit der regionalen Marke Hansano ist die Genossenschaft bereits seit über 55 Jahren erfolgreich im Norden vertreten und bedient mit fast 30 Artikeln den norddeutschen Geschmack. In Kürze werden die Produkte im neuen Design in den Handel kommen.

Gesundheitsdienstleistungen

Sozialministerin Stefanie Drese mit Schwerins Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier (l.) und Yves Rawiel, Geschäftsführer von spectrumK

Schwerin – Das Berliner Unternehmen spectrumK, ein Dienstleister für öffentliche Auftraggeber im Gesundheitswesen, eröffnete heute (7.Mai) seine neue Niederlassung in Schwerin. Sozialministerin Stefanie Drese betonte in ihrem Grußwort die herausragende Bedeutung dieser Ansiedlung für den Gesundheitsstandort Mecklenburg-Vorpommern.

Drese: „Ich freue mich, dass die Wahl für Schwerin eine bewusste Entscheidung für die hier bestehenden guten Rahmenbedingungen in den Bereichen Gesundheit und Pflege ist. Mecklenburg-Vorpommern hat sich mit zahlreichen Maßnahmen auf eine immer älter werdende Bevölkerung eingestellt. So verfolgen wir konsequent den Ansatz „ambulant vor stationär“, damit pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben können. In unserem ländlich geprägten Bundesland helfen uns auch digitale, intelligente Lösungen. Mit dem Unternehmen spectrumK, das die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreibt, erhalten wir einen innovativen Arbeitsgeber für unser Bundesland, welches uns bei diesem Vorhaben unterstützt.“

Schwerpunkte der Niederlassung sind digitale Anwendungen für intelligentes Datenmanagement im Rahmen der Versichertenversorgung. Die über 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren, überprüfen und interpretieren komplexe Datensätze, die sich aus dem Tagesgeschäft der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen ergeben.

Mecklenburg-Vorpommern hat zu spectrumK als Ausrichter der renommierten jährlichen Berliner Pflegekonferenz eine enge Verbindung. So erhielt das Bundesland im Jahr 2017 die Möglichkeit, sich auf großer Bühne als Partnerland der Veranstaltung präsentieren zu können. „So konnten wir MV mit den vielfältigen Aktivitäten und Initiativen im Pflegebereich einem breiten, bundesweiten Fachpublikum vorstellen. Wir als Sozialministerium, wie auch die weiteren Teilnehmer/innen aus MV konnten hier wertvolle Netzwerke knüpfen und auf unser Bundesland aufmerksam machen.“

Mitarbeiterwohnungen in Tourismusschwerpunktgemeinden

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe plant ein Programm für bezahlbare Mitarbeiterwohnungen in Tourismusschwerpunktgemeinden.

„Gerade in touristisch stark nachgefragten Regionen ist es schwer, heutzutage entsprechenden Wohnraum zu finden. Deshalb sollen Unternehmen künftig bei anstehenden Investitionen für die Schaffung von bezahlbaren Mitarbeiterwohnungen unterstützt werden. Wichtig ist es, Sorge dafür zu tragen, dass die Wohnungen in möglichst geringer Entfernung zum Arbeitsort erreichbar sind. Hierfür sollen gezielte Anreize für die Unternehmen geschaffen werden, Mitarbeiterwohnungen zu bauen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

„Das Programm soll eine Entlastung für Mitarbeiter sein, die in touristisch stark nachgefragten Orten schwer eine Wohnung finden. Gleichzeitig setzt das Unternehmen mit der Schaffung von Wohnraum ein wichtiges Zeichen, wenn es um die Mitarbeitergewinnung geht. Das Programm ist auch ein wesentlicher Beitrag zur Fachkräftesicherung.“

Im Kern steht die Schaffung von bezahlbaren Mitarbeiterwohnungen in Tourismusschwerpunktgemeinden durch Neubau, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden. „Die Förderung soll sich an diejenigen richten, die eine gewerbliche Betriebsstätte in den Tourismusschwerpunktgemeinden haben. Das bedeutet, dass nicht nur touristische Unternehmen wie Hotels oder Pensionen von der Unterstützung profitieren, sondern beispielsweise auch Handwerks-, Dienstleistungs-, oder Industrieunternehmen, die einen entsprechenden Bedarf an Mitarbeitern haben. Fehlender Wohnraum erschwert oft die Gewinnung von Fachkräften“, sagte Glawe weiter.

Diskutiert wird ein Zuschuss für den Bau von Mitarbeiterwohnungen. Der Zuschuss soll die Schaffung von Wohnraum über eine bestimmte Summe je Quadratmeter Wohnfläche unterstützen. „Konkrete Überlegungen gibt es bereits. Es sind in den kommenden Tagen noch weitere Gespräche notwendig. Ziel ist es, das Programm auf den Weg zu bringen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Neuer Wasserwanderrastplatz eröffnet

Stralsund – Am Freitag wird der Wasserwanderrastplatz an der Ostmole in der Hansestadt Stralsund (Insel Dänholm) feierlich eröffnet. „Mit den Modernisierungsmaßnahmen wird die Infrastruktur vor Ort erheblich aufgewertet. Die Hansestadt bietet ihren Gästen einen weiteren attraktiven Höhepunkt als Ausflugsort und zur aktiven Erholung an. Mit den Gastliegeplätzen und den Anlegestegen wird das maritime und touristische Angebot deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag vor Ort.

Das umfassende Vorhaben hat die grundhafte Erneuerung der 265 Meter langen Ostmole, die Errichtung eines Wasserwanderrastplatzes mit 25 Gastliegeplätzen inklusive Strom- und Trinkwasseranschlüssen, den Neubau eines 90 Meter langen und vier Meter breiten Anlegesteges für Fahrgastschiffe, Großsegler und Flusskreuzschiffe sowie die elektrotechnische und wassertechnische Erschließung und Ausrüstung vorgesehen.

„Die Maßnahmen sind im Zuge des Gesamtvorhabens realisiert worden. Es kann nun dem steigenden Bedarf an Gastliegeplätzen insbesondere in den stark frequentierten Sommermonaten noch besser Rechnung getragen werden“, so Glawe weiter.

Waren es 2013 noch rund 448.000 Übernachtungen, so ist dieser Wert nach Angaben des Statistischen Amtes auf rund 528.000 Übernachtungen angestiegen. Das sind über 80.000 (+18 Prozent) Übernachtungen mehr in nur sechs Jahren. „Stralsund konnte bei den Übernachtungen weiter zulegen. Die Hansestadt hat sich touristisch deutlich weiter entwickelt. Mit dem neuen Angebot wird die Region insgesamt touristisch weiter aufgewertet“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 9,86 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben voraussichtlich mit rund 8,5 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). „Mecklenburg-Vorpommern ist ein beliebtes Ziel für Urlaub am und auf dem Wasser. Um den Wünschen unserer Gäste gerecht zu werden, werden wir weiterhin in die touristische Infrastruktur investieren“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.