Perspektiven deutsch-polnischer Wirtschaftsbeziehungen diskutiert

Neubrandenburg – „Chancen in der Nachbarschaft – Perspektiven der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen“ lautete das Kernthema auf dem „Wirtschaftstag Polen“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag. „Deutsche und polnische Unternehmen arbeiten erfolgreich zusammen, Menschen begegnen sich und Gemeinsamkeiten werden gestärkt. Das ist bereits Alltag im deutsch-polnischen Verhältnis. Aber: Wir wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen und stärken. Beispielsweise bei der gemeinsamen Vermarktung von Gewerbestandorten sehe ich noch viel Potential. Vor allem beim geplanten Vorhaben ´Gewerbegroßstandort Pasewalk´ sollten die Partner noch enger zusammenrücken, um die Region diesseits und jenseits der Grenze gemeinsam als Metropolregion Stettin vermarkten zu können. Davon können beide Seiten profitieren“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen wird im Wesentlichen über das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen und das Interreg Programm Südliche Ostsee gesteuert. Dabei geht es um gemeinsame Projekte, wie beispielsweise grenzüberschreitende Fahrradwege, die Vernetzung der Marinas und die gemeinsame Vermarktung von Tourismus- und Gewerbestandorten in der Region. Bei der Vernetzung der Marinas rund um das Stettiner Haff ist eine gemeinsame grenzüberschreitende Vermarktung des Wassersportreviers mit seinen Sportboothäfen in Mecklenburg-Vorpommern und Polen geplant, um neue wassertouristische Zielgruppen und Märkte im südlichen Ostseeraum zu erschließen. An dem Vorhaben nehmen 14 Projektpartner teil, einer aus Dänemark, vier aus Deutschland, sieben aus Polen und zwei aus Litauen. Die IHK Neubrandenburg prüft derzeit, gemeinsam mit dem Technologiezentrum Greifswald die Etablierung einer grenz-überschreitenden Start-up-Förderung für deutsch-polnische Projekte einzuführen.

„Start-ups sind wichtige Impulsgeber für die Wirtschaft. Neue, auch ungewöhnliche Ideen werden entwickelt und mit viel Mut in die Tat umgesetzt. Dabei brauchen junge Unternehmen oftmals Unterstützung. Mit der IHK Neubrandenburg und dem Technologiezentrum Greifswald an der Seite wird es für Unternehmensgründer beiderseits der Grenze deutlich leichter werden“, hob Rudolph hervor.

Das Kooperationsprogramm Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen ist Teil der europäischen Kohäsionspolitik und wird im Rahmen des eigenständigen Ziels „Europäische Territoriale Zusammenarbeit“ durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Das Programm fördert grenzüberschreitende Kooperationsprojekte zwischen deutschen und polnischen Partnern. Für das Programm stehen in der EU-Förderperiode bis 2020 insgesamt 134 Millionen Euro EFRE-Mittel zur Verfügung.

Das Interreg-Programm wird umgesetzt in der Wojewodschaft Westpommern in Polen, den Landkreisen Barnim, Uckermark und Märkisch Oderland in Brandenburg sowie in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern leitet die Verwaltungsbehörde im Gesamtprogramm. „Die europäische territoriale Zusammenarbeit leistet einen Beitrag zur europäischen Stabilität durch die Schaffung grenzüberschreitender Lösungen für die gemeinsamen Herausforderungen beim sozialen und wirtschaftlichen Zusammenwachsen Europas. Wir unterstützten das Ansinnen“, sagte Rudolph.

Polen ist der wichtigste Außenhandelspartner Mecklenburg-Vorpommerns, sowohl beim Export als auch beim Import. Im Jahr 2017 wurde ein Volumen von 1,21 Milliarden Euro erreicht. Auf Platz 2 folgen die Niederlande mit einem Volumen von rund 1,06 Milliarden Euro. Auf den weiteren Plätzen 3 bis 5 folgen Russland (1,02 Mrd. Euro), Dänemark (963 Mio. Euro) und Finnland (704 Mio. Euro).

Im Jahr 2017 wurden insgesamt Waren im Wert von 13,4 Milliarden Euro aus Mecklenburg-Vorpommern exportiert oder ins Land importiert. Im Export waren es 7,1 Milliarden Euro; die wichtigsten Exportgüter waren Weizen (7 Prozent), Eisen-, Blech- und Metallwaren (5 Prozent) sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (5 Prozent; u.a. Motoren, Schalter oder Schalttafeln). Im Gegenzug wurden Waren im Wert von 6,3 Milliarden Euro nach Mecklenburg-Vorpommern importiert. Die wichtigsten Importgüter waren Mineralölerzeugnisse (14 Prozent), Papier und Pappe (7 Prozent) sowie Ölfrüchte (5 Prozent; u.a. Oliven zur Ölgewinnung, Lein-, Sesam- und Mohnsamen sowie Sonnenblumenkerne).

WEMAG nimmt erste Mehrzweck-Batteriestation in Betrieb

WBS 500 übernimmt Stromversorgung und stabilisiert Netzfrequenz

Neustadt-Glewe – Der Schweriner Energieversorger WEMAG hat am heutigen Montag offiziell seine Batteriespeicherstation WBS 500 im mecklenburgischen Neustadt-Glewe in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 750 Kilowatt und einem Speichervermögen von 925 Kilowattstunden markiert dieser Prototyp eine neue Generation dezentraler Batteriespeicher.

„Batteriespeicher sind für die Energiewende wie ein Schweizer Taschenmesser – sie verfügen über verschiedene Funktionen und sind vielseitig einsetzbar. Mit der WBS 500 hat die WEMAG einen kompakten Speicher entwickelt, der für Energieversorger und Industrie gleichermaßen vielfältig einsetzbar ist“, sagte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG AG. Die WBS 500 verfügt über ausreichend Leistung und Kapazität, um 500 Kilowatt Primärregelleistung bereitzustellen. Daher stammt auch die Bezeichnung. „Die Anlage gleicht in Sekundenbruchteilen Frequenzschwankungen aus. Wird aber die Funktionalität der Batterie für einen lokalen Engpass benötigt, kann eine andere Anlage im virtuellen Kraftwerk diese Funktion übernehmen“, so der WEMAG-Vorstand.

Die im Vergleich zu Batteriekraftwerken kleinen Stationen sollen künftig allein oder gemeinsam verschiedene Aufgaben der Energieversorgung übernehmen, die Netzstabilität verbessern und die Integration von erneuerbaren Energien oder Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ermöglichen. Dafür wird die WBS 500 mit dem vorhandenen Schweriner WEMAG-Batteriespeicher in einem virtuellen Kraftwerk gebündelt. Geplant ist die Errichtung weiterer Speicher für regionale Energieversorger.

„Die Idee, ein Speichernetzwerk aufzubauen, begrüße ich ausdrücklich. Die Energieerzeugung wird durch die erneuerbaren Energien insgesamt dezentraler. Mit den kleinen Energiespeichern folgt die WEMAG dieser Entwicklung und bringt Speicher näher an Erzeuger und Verbraucher“, erklärte Energieminister Christian Pegel. „Hervorzuheben ist die hohe Energie- und Leistungsdichte dieser Station. Im Vergleich zum ersten WEMAG-Batteriespeicherkraftwerk verfügt die WBS 500 über etwa ein Sechstel der Energie, das aber nur auf einem Hundertstel des umbauten Raums“, lobte der Minister die Station. Somit lasse sich dieser Stationstyp gut in vorhandene Infrastruktur integrieren.

Die WEMAG-Batteriestation 500 kombiniert dafür erprobte Technik aus Ortsnetzstationen mit moderner Batteriespeichertechnologie und flexibler Steuerung. Neben Systemdienstleistungen wie Frequenzstabilisierung, Blindleistungsmanagement und Spannungshaltung ermöglicht die WBS 500 Versorgungsaufgaben für Mieterstrom-Modelle mit erneuerbarer Energie oder Lademanagement für Elektromobilität. Für die Erprobung dieser Funktion installiert der Energieversorger in den kommenden Monaten eine öffentliche Ladesäule an der Batteriespeicherstation in Neustadt-Glewe.

Die von der WEMAG in Eigenregie entwickelte Batteriestation WBS 500 wurde mit regionalen Partnern aus Mecklenburg und der Prignitz errichtet. Für das etwa 1,5 Jahre andauernde Projekt investierte die WEMAG etwa 650.000 Euro für Batterien, Umrichter, Trafostation und Steuerung, berichtete Projektleiter Jost Broichmann. Förderung gab es unter anderem vom Grüner Strom-Label. Der Preis für die fertige Produktserie soll künftig darunterliegen. Der Prototyp der WBS 500 enthält 121 Batteriepakete des koreanischen Herstellers Samsung SDI mit jeweils 7,65 Kilowattstunden. Je nach Kundenanforderungen können maximal 132 Batterien integriert werden, um bis zu 1 Megawattstunde Strom zu speichern.

„In den kommenden Monaten sollen mit der Speicherstation verschiedene Versuche im Rahmen virtueller Kraftwerke vorgenommen werden, darüber hinaus dient die Anlage auch als Entwicklungsumgebung für die Energiewende-Projekte WindNode und Routecharge. Ein Regelbetrieb parallel zu dem Schweriner Batteriekraftwerk ist ab dem Sommer 2019 geplant“, so Projektleiter Jost Broichmann. Das dafür notwendige virtuelle Kraftwerk wird derzeit im Auftrag der WEMAG entwickelt.

„Durch die Einbindung von Speichern in virtuelle Kraftwerke ergeben sich für deren Eigentümer zusätzliche Erlösmodelle. Somit zahlen sich Speicher schneller aus“, ergänzte WEMAG-Vorstand Thomas Murche. Auch ein Zugriff durch die Stromnetzbetreiber könnte sich für die Speicherbetreiber lohnen. „Wir sehen Batteriestationen als künftige Netzbetriebsmittel. Mit einem Netzwerk von Batterien, die in einem virtuellen Kraftwerk miteinander verbunden sind, können Netzbetreiber flexibler auf Netzsituationen reagieren. Dafür müssen sie die Speicher nicht notwendigerweise besitzen, sondern nur die jeweiligen Dienstleistungen daraus abrufen. Der regulatorische Rahmen dafür fehlt allerdings noch“, sagte Thomas Murche mit Blick zum Gesetzgeber nach Berlin.

Seit 2014 betreibt die WEMAG in Schwerin einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher, dessen Leistung im Juni 2017 von fünf auf zehn Megawatt verdoppelt wurde. Die Station in Neustadt-Glewe ist somit das dritte Batterie-Großprojekt des kommunalen Energieversorgers.

Neue Badeanstalt in Feldberg geplant

Feldberg – Auf der Halbinsel Amtswerder in Feldberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) soll eine neue Badeanstalt gebaut werden. „Im Feldberger Haussee gelegen, ist die Halbinsel Amtswerder ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Einheimische. Mit dem Neubau einer Badeanstalt wird das touristische Angebot der Region erheblich aufgewertet“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die früher an gleicher Stelle vorhandene Badeanstalt – erbaut in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts – wurde bis auf die Fundamente abgerissen. Jetzt plant die Gemeinde dort einen Neubau mit Funktionsgebäude samt Umkleide- und Sanitärtrakt. Zudem sind eine Unterbringung für die Wasserwacht und ein Raum zur individuellen Vermietung vorgesehen. „Feldberg ist staatlich anerkannt als Erholungsort und Kneipp-Kurort. Neben einer intakten Natur und frischer Luft bietet sich gesundheitsbewussten Gästen unter anderem ein Barfußpfad und Gräserlabyrinth, Nordic-Walking-Routen sowie ein Nature-Fitness-Park“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern haben bislang 65 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten, davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 24 als Seebad und 26 als Erholungsort prädikatisiert.

Die Gesamtinvestition für das Vorhaben beträgt knapp 484.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Maßnahme aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 384.000 Euro.

Feldberg gehört zum Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte. Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es in der Region von Januar bis Mai diesen Jahres rund 390.000 touristische Ankünfte und mehr als 1,2 Millionen Übernachtungen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum mehr als 2,4 Millionen Ankünfte und rund 8,4 Millionen Übernachtungen.

Agrarmesse legt in Besuchergunst zu

71.800 Menschen sahen die 28. MeLa

Mühlengeez – „Die MeLa 2018 hat einmal mehr gezeigt, dass die Land- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern leistungsfähig, innovativ und gut aufgestellt ist. Davon konnten sich die Verbraucher und das Fachpublikum ausgiebig überzeugen. Die hohe Besucherzahl auf der MeLa ist ein Beleg dafür, dass die Menschen hinter ihren Landwirten stehen. Dass auf der Messe eine Menge junger Leute anzutreffen waren, hat mich besonders gefreut. Das lässt auf weiteren Berufsnachwuchs hoffen, denn noch sind Ausbildungsplätze in der Land- und Forstwirtschaft und im Gartenbau frei“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus zum heutigen Ausklang der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez.

Die Agrarmesse mit der größten Tierschau im Norden und ihrer umfänglichen Technikschau sei nicht nur Präsentationsort für mehr als 1000 Aussteller aus 12 Nationen. „Sie bietet zugleich ein Podium für den agrarpolitischen Dialog. Gemeinsam mit dem Bauernverband haben wir auf der MeLa 2018 die Verantwortung der Landwirtschaft für Gesellschaft und Umwelt debattiert. Unser Ziel ist eine leistungsfähige Landwirtschaft und eine intakte Umwelt. Beides ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Gesellschaft muss endlich bereit sein, vernünftige Erzeugerpreise zu zahlen“, sagte der Minister weiter. „Das ist der Schlüssel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.“

Außerdem müsse die Gemeinsame europäische Agrarpolitik nach 2020 die Weichen stellen für eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die es den Betrieben ermöglicht, mit Agrarumwelt- und Klimaleistungen ihre Einnahmen aufzustocken. Damit wären die Landwirte betriebswirtschaftlich unabhängiger von extremen Klimaereignissen wie dem Dürresommer 2018.

„Zugleich bedarf es schnellstmöglich eines Modells für eine Mehrgefahrenversicherung in der Landwirtschaft. Dazu wird MV auf der Agrarministerkonferenz Ende September Vorschläge einbringen. Außerdem werde ich alles daran setzen, weitere Bodenkäufe durch außerlandwirtschaftliches Kapital zu verhindern. Auch dazu wird es Vorschläge aus meinem Haus geben. Den Dialog zu diesen Themen werden wir mit dem Bauernverband fortsetzen. Denn nur im Dialog finden wir Lösungen, um die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen, die Artenvielfalt zu erhalten, Gewässer und Boden zu schützen und die ländlichen Räume lebensfähig zu halten, erhalten“, erklärte Backhaus.

DIE MELA 2018 IN ZAHLEN:

Mit der Zahl von 71.800 Besuchern knüpft die MeLa an den Besucherrekord aus dem Vorjahr an. Absolute Publikumsmagneten waren wiederum die Vorführungen von mehr als 80 landwirtschaftlichen Technik-„Veteranen“ sowie die Tierschauen. Insgesamt waren auf der MeLa 1142 Tiere 161 verschiedener Rassen zu sehen, darunter 317 Pferde, 136 Rinder, 98 Schweine und 112 Schafe und Ziegen, dazu Rassekaninchen und Rassegeflügel.

An den vier Ausstellungstagen wurden 15 Tonnen Wurstwaren über den Tresen gereicht und 1.500 Brote verkauft. Hinzu kamen ca. 6.500 Liter Bier und 15.000 Liter Wasser und Säfte.

Die 29. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung wird vom 12. bis 15. September 2019 in Mühlengeez über die Bühne gehen. Tier der MeLa wird im nächsten Jahr das Rheinisch-Deutsche Kaltblut sein, ein kräftig gebautes Zug- und Arbeitspferd. Die Rasse ist inzwischen vom Aussterben bedroht und steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen.

Tag des Handwerks auf der Messe MeLa in Mühlengeez

Mühlengeez – Noch bis Sonntag ist das Handwerk auf der Messe MeLa – der Fachausstellung für Landwirtschaft, Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau – in Mühlengeez (Landkreis Rostock) mit einer Sonderschau vertreten. Anlässlich des bundesweiten „Tag der Handwerks“ (15.09.) informierte sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph auf einem Rundgang bei den Ausstellern. Unter dem Motto „Für diesen Moment geben wir alles“ findet der Tag des Handwerks in diesem Jahr zum achten Mal bundesweit statt.

„Die tägliche Arbeit der Handwerker weist eine Besonderheit auf: Am Ende des Tages steht immer ein Erfolgserlebnis – sei es ein neues Produkt, ein gelöstes Problem, eine zufriedener Kunde. Das trifft genau das Motto des Ehrentages. Diese Leistungen und vieles mehr präsentieren die Betriebe in Mühlengeez. Sie zeigen zudem eine beeindruckende Vielfalt ihres Handwerks und laden junge Menschen ein, im Handwerk ihren beruflichen Einstieg zu finden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die Handwerkskammer Schwerin hat die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von rund 785 Quadratmetern organisiert. 23 Aussteller bieten Mitmach-Stationen, Info-Veranstaltungen und Wettbewerbe. Auch die Berufsberater der Handwerkskammer sind vor Ort und klären Interessierte über die Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk auf. In Mecklenburg-Vorpommern werden insgesamt rund 5.000 junge Menschen im Handwerk ausgebildet – damit kommt jeder vierte Auszubildende landesweit aus dem Handwerk. Nach Angaben der Handwerkskammer Schwerin sind zum diesjährigen Ausbildungsstart 587 (533 im Vorjahr) neue Ausbildungsverträge geschlossen worden (Stand 10.09.2018). Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sind 985 (952 im Vorjahr) Ausbildungsplätze neu besetzt worden (Stand 10.09.2018). Das ist eine Steigerung zum Vorjahr von sechs Prozent.

„Unser Handwerk ist innovativ, vielseitig und vor allem regional fest verankert. Das zeigt sich in kompakter Form auf der Straße des Handwerks. Wichtig ist, dass die Messebesucher auf die Bedeutung der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam werden. Denn als Ausbilder und Arbeitgeber sind die Betriebe ein wichtiges Element auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Rudolph.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rudolph dankte den Beteiligten für ihr Engagement auf der Messe: „Die Messe bietet eine ideale Plattform für die Präsentation des Handwerks innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns. Auf Initiative der Handwerkskammer Schwerin und dank der Bereitschaft der Unternehmen ist es zum 16. Mal gelungen, eine Straße des Handwerks in Mühlengeez zu organisieren. Die handwerklichen Unternehmen aus dem ganzen Land sollten diese Chance stärker nutzen und sich noch aktiver beteiligen“, sagte Rudolph.

Die Aussteller: Dachdecker GmbH Pahl aus Tarnow, Manfred Harm Tischlerei aus Groß Wokern, HFK Haustechnik GmbH aus Krassow, Zurow Bau GmbH aus Krassow, Metallbau & Sanierung Thorsten Fichtler aus Krassow, Waffen Poltier OHG aus Grabow, Daniel Amlow MKA aus Parchim, Sattlerei Del Kägebein aus Parchim, Bernstein Galerie E aus Ribnitz-Damgarten, Töpferhof Brigitte Dix aus Satow, von STICKwitz aus Bredenfelde, Schafwollverarbeitung R. Traber aus Poserin, Schiffszubehör Eckhard Knoll aus Bützow, Keramik Arts aus Ziesendorf, Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks Mecklenburg-Vorpommern, Schornsteinfegerinnung Mecklenburg-Vorpommern, Grabower Backhus aus Grabow, Jörg Dargel Fleischerei aus Dorf Mecklenburg, Innungskrankenkasse Nord, Müller & Zi GmbH aus Bad Doberan, Auto-Service-Mulsow e. K. aus Parchim, Kreishandwerkerschaft Güstrow, Handwerkskammer Schwerin, Landesinnung Steinmetzen und Steinbildhauer Mecklenburg-Vorpommern.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa zehn Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden.

Preise in Anerkennung für langjähriges und engagiertes Handeln

Mühlengeez – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat heute (14.9.) die diesjährigen Preise für hervorragende Leistungen und besondere Verdienste um die Tier- sowie die Pflanzenzucht in Mecklenburg-Vorpommern überreicht. Den Tierzuchtpreis 2018 erhielt die Geschäftsführerin des Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost, Renate Schuster, den Pflanzenzuchtpreis 2018 der ehemalige Produktionsleiter des Betriebs Bocksee der Saatzucht Steinach GmbH & Co. KG, Bernd Schachler. Beide hatten schon zu DDR-Zeiten verantwortliche Positionen in Schweine- bzw. Saatzuchtbetrieben im damaligen Bezirk Neubrandenburg inne.

Renate Schuster engagierte sich ab 1990 beim Aufbau des Hybridschweinezuchtverbandes Nord/Ost e.V., für den sie seit 2006 Geschäftsführerin ist. Zuvor leitete sie die Zucht des Verbandes. Ziel ihrer Arbeit war und ist eine länderübergreifende Kooperation der verbandsgetragenen Schweinezucht in Deutschland. So erreichte sie zunächst die Zusammenarbeit mit den Brandenburger Schweinezüchtern bis hin zu einem gemeinsamen Zuchtverband sowie auch eine Zusammenarbeit mit der bayrischen Schweinezucht.

Auch dank ihres Engagements trägt heute der Hybridschweinezuchtverband Nord/Ost die Verantwortung für die Erhaltungszucht des Deutschen Sattelschweins und der Leicoma in Deutschland. „Auch wenn sie sagt, sie habe doch nur ihre Arbeit getan, werden in ihrem Auftreten die Sachkenntnis und höchstes Engagement deutlich, die maßgeblich zur Erhaltung der bodenständigen Rassen Deutsches Edelschwein, Deutsche Landrasse, Deutsches Sattelschwein und seit kurzem auch der Leicoma im Norden der Bundesrepublik beigetragen haben“, würdigte Backhaus ihre Leistung.

Bernd Schachler oblag von 2002 bis 2018 die Vermehrungswirtschaft am Standort Bocksee der Saatzucht Steinach GmbH & Co KG. Während seiner aktiven Tätigkeit arbeitete er im Fachausschuss Saatguterzeugung des Saatgutverbandes Mecklenburg-Vorpommern und im Netzwerk „Lupine“ mit. Auf Bundesebene war er neben seiner Tätigkeit in der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und im Bundesverband der Deutschen Pflanzenzüchter viele Jahre lang als 1. Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung der Lupine tätig. Er setzte sich für den Anbau der Lupine nicht nur als Eiweißlieferant, sondern vor allem in einer nachhaltigen Fruchtfolge ein. Lupinen fixieren Stickstoff im Boden und bereiten so einen Acker optimal für anspruchsvollere Pflanzen wie Getreide vor, verringern deren Düngerbedarf.

Das mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnete Forschungs- und Technikvorhaben Prolupin ist maßgeblich von Bernd Schachler mitentwickelt und begleitet worden. „Aufgrund seiner umfangreichen fachlichen und gesellschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Züchtung von Getreide und Leguminosen hat Bernd Schachler diese Auszeichnung zum Abschluss seiner 40-jährigen Züchtertätigkeit mehr als verdient“, hob Backhaus hervor.

„Tag des Ehrenamtes“: Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern würdigt Engagement

Greifswald – Mit einer Feierstunde ehrte die Handwerkskammer (HWK) Ostmecklenburg-Vorpommern in Greifswald rund 130 Ehrenamtsträger. Im gesamten Kammerbezirk gibt es etwa 1.300 ehrenamtliche Handwerker, die beispielsweise als Innungsmeister, Mitglieder von Prüfungsausschüssen und Vollversammlungsmitglieder engagieren.

„Ein Ehrenamt auszuüben kostet Zeit, Kraft und Ausdauer. Sich auch außerhalb der täglichen Arbeitszeit für das Handwerk einzusetzen, verdient hohen Respekt und Dank. Ohne die Ehrenämtler wären viele Dinge im Handwerk nicht umsetzbar – dazu zählen die sichere und gewissenhafte Ausbildung neuer Fachkräfte, das Vertreten der Interessen der jeweiligen Gewerke und das Vermitteln von fachlicher Kompetenz. Die Herausforderung der Zukunft ist, ausreichend Nachwuchs für die vielen ehrenamtlichen Aufgaben zu finden. Hier muss rechtzeitig und engagiert geworben werden“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Präsident Axel Hochschild, Handwerkskammer Ostmecklenburg–Vorpommern, ergänzte: „Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern setzen sich rund 1.300 ehrenamtlich engagierte Handwerkerinnen und Handwerker für die Interessenvertretung des Handwerks und die Sicherung der hohen Bildungsqualität ein. Ohne das Ehrenamt würde das Handwerk nicht funktionieren. Allen Handwerkerinnen und Handwerkern, die vor allem nach Feierabend und an den Wochenenden im und für das Handwerk unterwegs sind, gelten unser Dank und unsere Anerkennung.“

In den knapp 12.400 Betrieben der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 62.500 Beschäftigte; etwa 3.200 Jugendliche sind derzeit in der Ausbildung. Im Jahr 2017 haben nach Angaben der HWK knapp 1.290 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag im Bereich der Handwerkskammer abgeschlossen; zudem waren im gleichen Jahr 680 Meisterschüler in Weiterbildungskursen eingeschrieben. Die Stimmung im regionalen Handwerk ist positiv, die Auftragsbücher im Durchschnitt 10,6 Wochen gefüllt. Dies verdeutlichen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK) zu Jahresbeginn. Danach schätzen 90 Prozent der befragten Handwerksunternehmen aller Branchen die derzeitige Geschäftslage als überwiegend gut bis befriedigend ein. 82 Prozent der Betriebe bewerten die Auftragslage als gleichbleibend bis steigend.

„Der entscheidende Wettbewerbsfaktor neben einer hohen Qualität ist für das Handwerk die Fachkräftesicherung. Es muss gelingen, Schulabgänger für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern und im Anschluss junge Gesellen in der weiteren Bildung und Qualifikation zu begleiten. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Betriebe auch weiterhin auf diesem Weg“, sagte Rudolph.

Das Wirtschaftsministerium honoriert beispielsweise den erfolgreichen Abschluss von Meistern in Handwerk und Industrie mit dem „Meister-Extra“. Eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. In den Jahren 2016/2017 wurde das Meister-Extra an 534 Absolventen ausgereicht. Nach der „Richtlinie zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)“ erhält ein Meister, wenn er erstmals eine Existenz gründet und einen bestehenden Betrieb übernimmt, eine einmalige, nicht rückzahlbare Zuwendung in Höhe von 7.500 Euro. Seit 2011 erhielten 186 Existenzgründer diese Förderung. „Wir wollen Gesellen motivieren, eine Meisterausbildung zu absolvieren. Schließlich gilt der Meistertitel als Gütesiegel für die Qualität der im Handwerk erbrachten Leistungen und einer guten Lehrlingsausbildung“, sagte Rudolph.

Sechs Handwerksmeister wurden im Rahmen der Feierstunde gesondert ausgezeichnet. Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph gratulierte allen Geehrten: „Das Handwerk trägt erheblich dazu bei, Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich voranzubringen. Etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung unseres Landes werden im Handwerk erarbeitet. Das wäre ohne engagierte Unternehmer nicht möglich.“

Eine Ehrennadel in Bronze (für eine mindestens 5-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und herausragende Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielt:

Mario Schmidt, Meister im Tischlerhandwerk, aus Krebsow (Gemeinde Groß Kiesow, Landkreis Vorpommern-Greifswald) für seine Tätigkeit als Vorsitzender des Landesinnungsverbandes des Tischlerhandwerks seit 2008.

Eine Ehrennadel in Silber (für eine mindestens 10-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und besondere Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielten:

Eberhard Groth, Meister des Elektroinstallateurhandwerks, aus Bodstedt (Gemeinde Fuhlendorf, Landkreis Vorpommern-Rügen) gehörte nach der Wende zu den ersten Innungsmitgliedern der Elektroinnung Ostseeküste-Mitte. Hier war er zunächst als Schatzmeister, später als stellvertretender Obermeister tätig; im Landesinnungsverband engagierte er sich als Kassen- und Rechnungsprüfer. In der Kreishandwerkerschaft Rostock Bad Doberan setzte er sich von 2012 bis 2014 gewerkeübergreifend als Vorstandsmitglied für das regionale Handwerk ein. Ein Schwerpunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ist die Ausbildung des fachlichen Nachwuchses.

Jens Kammler, Meister im Maler- und Lackiererhandwerk, aus Elmenhorst (Landkreis Rostock) ist seit 2000 aktives Mitglied der Innung und seit 2009 zugleich im Vorstand der Innung. Seit 2008 bringt er seine beruflichen und ehrenamtlichen Erfahrungen als Mitglied der Gesellenprüfungsausschüsse Maler/Lackierer sowie Bauten- und Objektbeschichter ein. Als Vorsitzender dieser Ausschüsse wurde der Maler- und Lackierermeister erneut bis 2023 berufen.

Klaus Neubauer, Fleischermeister, aus Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist seit 1995 Mitglied der Innung, seit 1998 im Innungsvorstand und seit 2012 Obermeister der Innung des Fleischerhandwerks Vorpommern. Die Lehrlingsausbildung ist ein Schwerpunkt seines Wirkens. Seit 2006 ist er Gesellenvertreter im Prüfungsausschuss der Innung und als Lehrlingswart im Landesinnungsverband aktiv.

Edwin Ropella, VE-Meister Maler und Lackierer/FR Ausbau, aus Greifswald war von 2000 bis 2017 im Vorstand der Maler- und Lackierer Greifswald-Vorpommern. Sein Standpunkt und die fachliche Kompetenz sind bis heute als Ehrenmitglied der Innung gefragt.

Eine Ehrennadel in Gold (für eine mindestens 15-jährige ehrenamtliche Tätigkeit und herausragende Verdienste in Ehrenämtern der handwerklichen Organisation) der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern erhielt:

Ulrich Lindow, Meister des Maschinenbauerhandwerks, aus Ducherow (Landkreis Vorpommern-Greifswald), der sein berufliches Leben der eigenen unternehmerischen Tätigkeit und vor allem auch der Zukunft des gesamten regionalen Handwerks gewidmet hat. Er engagierte sich von 2001 bis 2016 in der Vollversammlung der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und als Mitglied des Rechnungsprüfungsausschusses der Kammer. Im Metallhandwerk schätzten ihn die Innungskollegen seit 2001 als einen zuverlässigen und engagierten Obermeister der Innung Ostvorpommern. In der fusionierten Metall-Innung Vorpommern-Greifswald wirkte Ulrich Lindow bis 2018 als stellvertretender Obermeister. Ebenso war seine Meinung als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft gefragt.

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern über 20.200 handwerkliche Betriebe. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.003 Lehrlinge; sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 9 Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen.

Bauerntag zur 28. MeLa

Minister auf dem Bauerntag zur 28. MeLa: Landwirte sorgen für Wertschöpfung, Arbeit und soziales Miteinander

Mühlengeez – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bezifferte die Einnahmeverluste durch Dürreschäden und die über den Futterzukauf entstandenen Mehrkosten für die Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern auf eine geschätzte Gesamtsumme von ca. 530 Millionen Euro.

„Im dritten schlechten Jahr in Folge lagen die Erträge bei Mähdruschfrüchten im Landesdurchschnitt um 25 bis 28 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Bei Wintergerste und Winterweizen liegt der Minderertrag jeweils bei mehr als 25 Prozent, beim Raps bei 21. Prozent. Auch für Mais und Hackfrüchte werden die Ernteergebnisse aufgrund des Wassermangels niedriger als im langjährigen Mittel ausfallen. Für Silomais wird nur noch mit Erträgen von 40 bis 60 Prozent im Vergleich zum langjährigen Mittel gerechnet. Aus dem 50-prozentigen Ertragsverlust beim Grünland resultiert ein erheblicher Futtermangel im Land, der durch teure Zukäufe kompensiert werden muss.“ Diese Bilanz gab Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute aus Anlass der Pressekonferenz zum Landesbauerntag auf der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) in Mühlengeez.

Backhaus sicherte den existenzgefährdend von Einnahmeverlusten betroffenen landwirtschaftlichen Betrieben erneut rasche Hilfe zu. „Ich gehe davon aus, dass die Anträge auf Schadenshilfe ab Anfang Oktober gestellt werden und wir schnellstmöglich Abschlagszahlungen in Höhe von 70 Prozent des ermittelten Schadens anweisen können“, sagte er.

Um die ohnehin geringen Tierbestände im Land nicht weiter zu dezimieren, sollen die Anträge von Tierhaltern vorrangig beschieden werden. Diese Betriebe seien maßgeblich für die Ernährungswirtschaft im Land. „Wir brauchen jeden bezahlten Arbeitsplatz in der Land- und Ernährungswirtschaft. Diese Betriebe sorgen für Wertschöpfung und für soziales Miteinander im ländlichen Raum.“

Backhaus berichtete, dass seit 1991 an die knapp 5000 landwirtschaftlichen Betriebe in MV EU-Agrarbeihilfen in Höhe von insgesamt 13 Mrd. Euro ausgezahlt wurden. Hinzu kommen Fördermittel in Höhe von knapp 4 Mrd. Euro für Investitionen der Land- und Ernährungswirtschaft und für die ländliche Entwicklung. Damit wurden im ländlichen Raum Investitionen von rund 11 Mrd. Euro ermöglicht.

Angesichts der nach 2020 geringer werdenden Zuwendungen aus dem EU-Haushalt für die Landwirtschaft verwies der Minister auf sein Modell für eine künftige Gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP). „Es ist möglich, die Landwirtschaft der Zukunft wirtschaftlich zu machen, gerade weil sie Umweltleistungen für die Gesellschaft erbringt. Mein Ziel ist es, dass Landwirte künftig mit Umweltleistungen vernünftig Geld verdienen können“, sagte er. „Ich freue mich, dass ein Teil der Landwirte die Zeichen der Zeit erkannt hat und verstärkt auf Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen, beispielsweise auf das Anlegen von Blühstreifen und -flächen setzt“, so der Minister.

Backhaus stellte zudem den im August veröffentlichten Bienenweidekatalog als Teil der Insektenschutz-Strategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ vor. Der Katalog enthält Anregungen für Land- und Forstwirte, Haus- und Kleingärtner, Gemeinden und Einzelpersonen zum Anbau heimischer Pflanzenarten, die Bienen und Wildinsekten nektar – und pollenreiche Nahrung liefern.

Auf dem 378.000 Quadratmeter umfassenden Gelände der MeLa – davon 171.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – präsentieren sich bis zum 16. September mehr als 1000 Aussteller aus 12 Nationen, darunter erstmals Indien und Irland, Verbrauchern und Fachpublikum. Auf der größten Tierschau im Norden sind 1142 Tiere 161 verschiedener Rassen zu sehen, darunter neben Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen auch Pferde, Rassekaninchen und Rassegeflügel. Am Stand des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV in Halle 1 sind auch Landesforst, Landesforschungsanstalt und das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Fischerei sowie das Agrarmarketing vertreten.

Waldarbeiter treten auf Mela bei forstlichen Landesmeisterschaften an

Mühlengeez – Mit Unterstützung der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern finden im Rahmen der Mela an allen drei Tagen jeweils ab 9 Uhr auf der Aktionsfläche Forst (Block E) die Landesmeisterschaften der Waldarbeiter statt.

„Bei den Waldarbeitermeisterschaften geht es um das präzise Beherrschen und sichere Handhaben eines der wichtigsten Arbeitsmittel im Wald, der Motorkettensäge“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Sie stellen den Zuschauern also sehr lebensnahe Tätigkeiten wettkampfgerecht vor und regen die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch untereinander an.“

Den Anfang machen heute die Nachwuchs-Meister­schaften (U24) mit 29 Teilnehmern, am Samstag findet die Landesmeisterschaft mit 13 Profis statt und den Abschluss bildet am Sonntag die Forwarder-Meisterschaft mit 14 Teilnehmern. Die Siegerehrungen sind jeweils unmittelbar nach Abschluss der Wettkämpfe gegen 17.30 Uhr vorgesehen.

Die Teilnehmer der Waldarbeitermeisterschaften üben sich in den Disziplinen Sägekettenmontage, Holzschnitt, Baumfällen und Entasten eines Stammes. Bei der Forwarder-Meisterschaft steuern Maschinenführer ihre Fahrzeuge durch einen engen Parcours und bauen mit dem Kran einen Turm aus sieben Holzklötzen.

Zudem fordert der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern an seinem Messestand in der Halle 1 die Besucher zu Bewegungen im Wald auf. Dazu wurde ein Wald-Mikado entwickelt. Beim Balance-Spiel sind verschiedene Holzarten, Zapfen, Saatgut und Holzprodukte auf eine Kreisscheibe zu platzieren. In diesem Jahr unterstützt das Kompetenzzentrum Forstliche Nebenproduktion (KfN) den Messeauftritt der Forst.

Bei der Digitalisierung überwiegen die Chancen für die Landwirtschaft

Mühlengeez – Die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung der landwirtschaftlichen Produktion ist für den Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums, Dr. Jürgen Buchwald, unverzichtbar für die Zukunft der Landwirtschaft. „Deshalb bin ich froh, dass wir hier auf der Mela das Thema aufgreifen, auch wenn ich genau weiß, dass die Themen Trockenheit, Futterversorgung oder die Weiterentwicklung der GAP vielen Landwirten weit mehr auf den Nägeln brennen“, sagte er heute in seinem Vortrag auf dem Mela-Forum „Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft“.

So helfen bereits vielerorts N-Sensoren, den Düngebedarf exakt und standortgerecht zu ermitteln und die Ausbringungstechnik entsprechend einzustellen. „Gerade angesichts der Herausforderungen der neuen Düngeverordnung werden solche Applikationen an Bedeutung gewinnen“, nannte Buchwald als Beispiel aus dem Ackerbau. Die eingesparten Kosten für Dünger und Pflanzenschutzmittel würden dann an einem bestimmten Punkt die Anschaffungskosten einer solchen automatisierten Technik übersteigen, so dass sie auch betriebswirtschaftlich interessant sind.

Auch im Stall helfe der Einsatz digitaler Technologien Kosten zu sparen und gleichzeitig das Tierwohl zu verbessern. „Die Hälfte der Landwirte versorgt ihre Tiere bereits mit einer digitalen individuellen oder einer auf Leistungsgruppen zugeschnittenen Fütterung. Über- oder Unterversorgungen und damit Belastungen für die Tiere können vermieden werden“, führte Buchwald aus. Frühwarnsysteme ermöglichten eine sachgerechte Behandlung und vermeiden Schäden für das Tier und somit auch Verluste für den Betrieb.

Die Digitalisierung schreitet also in der Landwirtschaft voran. Um der laufenden Entwicklung gerecht zu werden, müsse man sich diesem Prozess stellen und die Digitalkompetenz in den Betrieben steigern, legte Buchwald den Landwirten ans Herz.

Zudem könne durch die Digitalisierung die Transparenz der Produktionsverfahren und die Rückverfolgbarkeit der Produkte vereinfacht werden, was beim Verbraucher das Vertrauen erhöhen und die Wertschätzung für die Landwirtschaft insgesamt wieder verbessern könnte.

Allerdings hätte Digitalisierung auch ihre Grenzen. „So wollen wir wiederum auch nicht den gläsernen Landwirt“, warnte Buchwald. „Ich glaube, dass mit der zunehmenden Digitalisierung dem Schutz von Daten, der Privatsphäre und den Urheberrechten eine ganz neue rechtsstaatliche Bedeutung zukommt. In Zeiten von BIG DATA muss der gesetzliche Datenschutz über personenbezogene Daten hinaus auch auf Betriebs-, Maschinen- und Geschäftsdaten ausgedehnt werden.“

MeLa-Start: Immer mehr Landwirte nehmen an Umwelt- und Klimaprogrammen teil

Mühlengeez – Die Verwaltungsvereinbarung zur Auszahlung der Dürrehilfen zwischen Bund und Ländern ist nahezu ausgehandelt und muss nun der EU-Kommission vorgelegt werden. „Ich gehe davon aus, dass die Vereinbarung bis Ende September von allen Beteiligten unterzeichnet werden kann. Dann sind die 50 Millionen Euro aus dem Bund-Land-Dürrehilfsprogramm abrufbereit. Ich werde alles daran setzen, dass das Geld schnellstmöglich in den Betrieben ankommt, die Hilfe beanspruchen können“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zum heutigen Auftakt der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse MeLa in Mühlengeez.

„Die Verhandlungen mit dem Bund waren langwierig, aber immer konstruktiv. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn mancher meint, es sei alles zu kompliziert. Aber Pauschalzahlungen und Unterstützung nach dem Gießkannenprinzip kann es nicht geben. Ich bin sicher, das Geld aus dem Programm kommt bei denjenigen Betrieben an, die es tatsächlich brauchen, um bis zur nächsten Ernte über die Runden zu kommen. Und genau das war das Ziel“, so der Minister.

Laut Backhaus ist davon auszugehen, dass gut 10 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in MV einen Antrag auf Hilfen aus dem Programm stellen. Bei Nachweis der Existenzgefährdung kann der durch die Dürre entstandene Schaden bis zu 50 Prozent ausgeglichen werden. Je nach Standort, Bodenbeschaffenheit und Art der Bewirtschaftung hatte es in der Getreideernte in MV eine breite Streuung der Ergebnisse gegeben. Hingegen fiel die Obsternte landesweit deutlich besser aus als in den Vorjahren.

„Dennoch müssen sich die Landwirte darauf einstellen, aufgrund des Klimawandels immer öfter mit schwierigeren Witterungsverhältnissen klarzukommen“, sagte der Minister. Wege dazu seinen eine größere Vielfalt im Anbau oder die Züchtung neuer Sorten.

Auch die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) und der ökologische Landbau seien ein Beitrag zum Klimaschutz, so der Minister. „In vielen Betrieben hat bereits ein Umdenken hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt. Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg zum Erhalt und zur Steigerung der biologischen Vielfalt, zur Verbesserung der Bodenstruktur, zu sauberem Wasser und damit zum Erhalt unserer Ressourcen für die kommenden Generationen.“

In diesem Jahr waren nach Erweiterung der Fördermöglichkeit für Blühflächen und -streifen von 5 auf 20 Hektar je Betrieb rund 5.300 Hektar Blühflächen neu beantragt worden. „Damit hat sich die Antragsfläche gegenüber dem Vorjahr explosionsartig um 220 Prozent erhöht“, freute sich der Minister. Zudem waren für die Maßnahme „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ in diesem Jahr Neu- und Erweiterungsanträge im Umfang mehr als 36.000 Hektar gestellt worden. Insgesamt liegt die über AUKM geförderte, ressourcenschonend bewirtschaftete Fläche im Land damit derzeit bei 141.000 Hektar.

Weitere 150.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche im Land werden ökologisch bestellt. Allein bis zum 30. Juni 2018 hatten Landwirte auf weiteren 20.000 Hektar auf den Ökolandbau umgestellt. „Durch den diesjährigen Flächenzuwachs haben wir unser Ziel aus dem Koalitionsvertrag, bis 2020 auf 150.000 Hektar ökologisch zu wirtschaften, schon im Juni 2018 erreicht“, so Backhaus.

„Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind die für die aktuelle Förderperiode bereitgestellten rund 168 Mio. Euro zur Förderung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ausgeschöpft“, berichtete Backhaus. Das zeige, wie gut die Programme für eine umweltverträglichere Landwirtschaft von den Landwirten angenommen werden. Aktuell wird in MV etwa jeder 4. Hektar landwirtschaftliche Fläche freiwillig mit erhöhten Umweltstandards bewirtschaftet. Das verstärkte Abrufen der Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR) bedeute allerdings auch, dass nur noch die bestehenden Verpflichtungen aus dem EPLR durch Umschichtungen innerhalb des Programms fortgeführt werden können. „Wir wollen aber die erfolgreiche Entwicklung im ökologischen Landbau nicht abbrechen. Deshalb haben wir uns entschlossen, für dieses Programm – aber eben nur für dieses Programm – im Herbst 2018 Erweiterungs- und im Frühjahr 2019 auch Neuanträge zuzulassen“, erklärte Minister Backhaus.

Die 28. MeLa öffnet vom 13. bis zum 16. September auf dem Gelände des MAZ Messe- und Ausstellungsgelände Mühlengeez ihre Pforten. Am morgigen Freitag um 10.00 Uhr wird der Landesbauerntag eröffnet. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und der Präsident des Landes-Bauernverbandes, Detlef Kurreck werden mit den Mitgliedern des Bundestages, Gero Hocker (FDP) und Claudia Müller (B90/Grüne), die „Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Umweltverantwortung und Wirtschaftlichkeit“ debattieren. Interessenten sind willkommen.

Schwesig: Bund und Land helfen den Landwirtinnen und Landwirten

Mühlengeez – „Die MeLa als größte Messe im landwirtschaftlichen Bereich in ganz Norddeutschland ist ein fester Termin für alle, die mit der Land- und Ernährungswirtschaft zu tun haben und sich darüber hinaus interessieren. Ganz besonders freue ich mich auf die Kinder-MeLa, denn da werden schon die Kleinsten an die in unserem Land so wichtige Branche herangeführt“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute bei der Eröffnung der Landwirtschaftsmesse in Mühlengeez.

2018 sei ein ganz schwieriges Jahr für die Landwirtinnen und Landwirte gewesen. Schwesig: „Die extreme Trockenheit hat uns alle betroffen gemacht. Ertragsausfälle bis zu 50 Prozent sind leider keine Seltenheit. Das hat Auswirkungen auf die Futtermittelproduktion und die Tierproduktion. Insgesamt ist mit Verlusten im mittleren dreistelligen Bereich zu rechnen. Für einige Landwirte ist das existenzbedrohend. Von Anfang an haben wir Hilfe zugesagt. Wir haben Sofortmaßnahmen ergriffen mit dem Aufschub für Steuern, der Stundung von Raten oder beim Pachten von Landesflächen.“ Gemeinsam mit dem Bund wolle das Land auch finanziell unterstützen, betonte Schwesig. Der Bund werde sich am Schadensausgleichsprogramm der Länder mit bis 170 Millionen Euro beteiligen. „Mecklenburg-Vorpommern stehen davon rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 25 Millionen Euro hat der Finanzausschuss des Landtages vor wenigen Tagen bewilligt. Das ist eine wichtige Hilfe für die Bauern im Land“, hob die Regierungschefin hervor.

Die qualitativ hochwertigen Produkte „made in MV“ seien überall gefragt. Fast 40 Prozent der Exporte in die Russische Föderation hätten zuletzt Waren aus der Ernährungswirtschaft ausgemacht. Deshalb werde die Landwirtschaft auf dem 3. Russlandtag in Rostock neben den Bereichen, Wirtschaft, Energie und Bildung ein wichtiges Thema sein.

Schwesig ging auf die Nachwuchsgewinnung ein: „Das Thema Fachkräftenachwuchs ist auch in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf der Messe. Ich finde: Das ist die beste Werbung hier, die es für den Berufsstand geben kann. Wenn es gut ausgebildeten Nachwuchs gibt, der sich langfristig engagiert, dann hat die Land- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern eine gute Zukunft.“

Startups aus MV auf Markterkundung in der Schweiz

Schwerin – Insgesamt 14 Unternehmen der Startup-Szene aus Mecklenburg-Vorpommern sind am Dienstagabend zu einer dreitägigen Reise nach Zürich aufgebrochen. Die Reise ist ein Ergebnis der Gespräche von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig anlässlich ihres Besuches in Bern zum Tag der Deutschen Einheit im vergangenen Jahr.

„Ich halte es für sehr wichtig, dass Unternehmen und Multiplikatoren der Startup-Szene aus Mecklenburg-Vorpommern Kontakte zu Unternehmen aus der Schweiz aufbauen. So entstehen Möglichkeiten, den Markt kennenzulernen und Venture Capital einzuwerben“, sagte Schwesig.

Ziel der Reise ist sowohl die Markterkundung als auch die Anwerbung von Kapital. Geplant sind zu diesem Zweck Firmenpräsentationen vor schweizer Venture-Capital-Gebern. Die Teilnehmer der Reise erhalten Informationen zum schweizer Markt, so z.B. die Vorstellung des „Digital Action Plans for Switzerland“. Auf dem Programm steht auch der Besuch des „Digital Festival Zürich“. Das Festival vereint vom 13. bis 16. September digitale Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Management die über die digitale Zukunft diskutieren.

„Die Reise ist speziell auf Startups in Mecklenburg-Vorpommern ausgerichtet und findet erstmalig so statt. Ich hoffe sehr, dass die Teilnehmer dieses Projektes mit vielen neuen Ideen zurückkehren und neue Impulse in der Szene gesetzt werden. Deshalb war es der Landesregierung sehr wichtig, das Projekt über die Außenwirtschaftförderung zu unterstützen“, sagte die Ministerpräsidentin heute in Schwerin.

Neue Serviceleistung für Landwirte Mecklenburg-Vorpommerns

Schwerin – Zur Planung ihrer Anbauaktivitäten können die Landwirte Mecklenburg-Vorpommerns bald auf die Wetterdaten und agrarmeteorologischen Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes der Bundesrepublik Deutschland (DWD) zugreifen. Die Informationen werden auf der Homepage der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) bereitgestellt. Am Dienstag haben der Vizepräsident des DWD, Dr. Paul Becker, und der Direktor der LFA, Dr. Peter Sanftleben, in Schwerin eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet.

Das aktuelle Jahr hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie abhängig die Landwirtschaft vom Wetter ist“, sagte Staatsekretär Jürgen unmittelbar vor der Unterzeichnung. „Umso mehr kommt es darauf an, präziser in der Vorhersage, genauer in der Bewertung und vorausschauender in der Planung von landwirtschaftlichen Aktivitäten zu sein.“

Der DWD ist gesetzlich verpflichtet, die Bundesländer im Bereich der Landwirtschaft zu unterstützen. Dafür dient das Informationssystem für die Agrarmeteorologische Beratung der Landwirtschaft (ISABEL).

Ein dichtes Netz von Wetterstationen ermöglicht eine aktuelle Beschreibung des Agrarwetters und die Festlegung notwendiger Handlungsoptionen. Parameter sind z.B. Bodenfeuchte, Sickerwasser, Bodentemperatur, Auftauschicht, Frosteindringtiefe, meteorologische Bedingungen für Düngen, Aussaat und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie der Bienenflugindex. Im Grünland sind beispielsweise Wärmesummen, Erträge und Ertragszunahmen je Tag oder Heufeuchte vorhersagbar, bei Raps und Getreide oder bei Kartoffeln ein Index für Schädlinge und Krankheiten.

Seitens des DWD wird davon ausgegangen, dass aufgrund technischer Entwicklungen im Bereich Fernerkundung oder Geschwindigkeit der Datenübermittlung der Vorhersagehorizont verlängert werden kann. Dann könnte man nicht nur stationsbezogen und interpoliert Landwirte beraten, sondern sogar schlagbezogen und flächendeckend.

Marketingverein wirbt für Lebens- und Arbeitsregion Westmecklenburg

Schwerin – Ein gezieltes Außenmarketing für die Lebens- und Arbeitsregion Westmecklenburg zu kreieren ist das Ziel des Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin e.V. Der Verein, in dem sich Unternehmen, Gebietskörperschaften und Kammern, Verbände und Vereine regional engagieren, setzt sich aktiv für die Stärkung der Region Westmecklenburg mit den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und der Landeshauptstadt Schwerin ein. Aus dem bisher eher heterogenen Bild vieler Aktivitäten in Westmecklenburg soll ein besser aufeinander abgestimmter Auftritt der Region werden.

„Es gibt viele gute Marketingmaßnahmen in der Region. Jetzt gilt es, diese miteinander zu vernetzen. Mit der Website ´westmecklenburg.de´ ist eine Plattform geschaffen worden, um die Potentiale besser zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, Interessierte auf eine Region aufmerksam zu machen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin e.V. ist als Unternehmernetzwerk bereits seit 20 Jahren aktiv, um Westmecklenburg als Lebens- und Arbeitsstandort zu vermarkten. Das Projekt „westmecklenburg.de“ existiert seit dem vergangenen Jahr. In dieser Zeit wurden öffentliche und privatwirtschaftliche Akteure mit ihren individuellen Zielstellungen und unterschiedlichen Projekten evaluiert. Im Rahmen des Projektes entwickelte sich ein Außenmarketingkonzept für Westmecklenburg mit Fokus auf die heute gängigen Kommunikationskanäle im Social Web und Veranstaltungen sowie Roadshows vor Ort und in benachbarten Regionen. In Abstimmung mit den Partnern sind dabei verschiedene Zielgruppen wie Schulabgänger, Studenten, Fachkräfte, Ein- und Auspendler definiert und mit einem gezielten Online-Marketingmix sowie verschiedenen Veranstaltungen bedient worden. Ziel ist, die Außenbekanntheit der Region signifikant zu erhöhen.

„Der gewünschte Image-Effekt soll allen Einheimischen, Rückkehrern, Neu-Westmecklenburgern und besonders den Menschen von außerhalb vermitteln, welch attraktive Region der westliche Teil unseres Landes ist. Zugleich geht es darum, den Stellenwert hier erfolgreicher Unternehmen und attraktiver Arbeitgeber aufzuzeigen. Dass es hier hervorragende Bedingungen für ein Leben im Einklang zwischen Familie und Berufsleben gibt, ist genau die Botschaft, die wir vermitteln möchten“, so Mecklenburg-Vorpommern Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Im Förderzeitraum von September 2017 bis Dezember 2018 betragen die Gesamtkosten des Projektes 34.200 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von ca. 24.000 Euro.

Engagierte Unternehmen, Kommunen und Verbände aus der Region haben den Verein im Jahr 1999 gegründet. Heute arbeiten in diesem Rahmen ca. 115 Mitglieder aktiv gemeinsam an der Mission Westmecklenburgs. Für ihr Leben und die Arbeit und dafür, die Region gemeinsam stark zu machen.

Ziel der Arbeit ist es, die wunderbaren Lebensbedingungen in unserer Region bekannter zu machen. Zu zeigen, welche spannenden Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sich bieten und wie gut sich Familien- und Erwerbsleben unter den viel zitierten Hut bringen lassen. Menschen zu ermuntern, ihren Lebensmittelpunkt in eine der schönsten Regionen Deutschlands zu verlagern. Oder sich einfach darüber zu freuen, schon da zu sein, zu Hause zu sein in Westmecklenburg.