Sozialpartnerprojekt „mv-works“ gestartet

Warnemünde – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL, Thomas Lambusch, sowie dem Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, das Kompetenzzentrum Arbeit 4.0 „Digitalisierung in der Arbeitswelt Mecklenburg-Vorpommern“ eröffnet. Die zentrale Anlaufstelle für Beschäftigte und Unternehmen wird ab sofort Informationen zur digitalen Arbeitswelt geben, Fragen und Anregungen aus den Unternehmen aufnehmen und beantworten sowie bei Bedarf über Angebote zur weiteren Unterstützung informieren.

Das Kompetenzzentrum soll u.a. Digitalisierungs-Projekte in Unternehmen begleiten, die sich mit der Gestaltung und Entwicklung von Arbeitsbeziehungen befassen. Die Ergebnisse sollen im Anschluss für andere Unternehmen sicht- und nutzbar gemacht werden. Eine wichtige Funktion des Kompetenzzentrums ist die Organisation des Erfahrungsaustausches von MitarbeiterInnen und Führungskräften auf allen Ebenen. Auch die gemeinsame Beratung der Erkenntnisse mit den Sozialpartnern sowie mit VertreterInnen der Landesregierung und Forschungseinrichtungen im Beirat des Kompetenzzentrums wird im Fokus stehen.

„mv-works“, das Arbeit 4.0-Kompetenzzentrum „Digitalisierung in der Arbeitswelt Mecklenburg-Vorpommern“, wird vom Arbeitgeberverband NORDMETALL und der Industriegewerkschaft IG Metall betrieben.  Das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert das Vorhaben mit einer Million Euro. NORDMETALL und IG Metall steuern weitere 100.000 Euro bei. Auch die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VU) sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sind beteiligt und tragen das Projekt in die unternehmerische Breite.

Die Landesregierung hatte im Rahmen ihrer Digitalen Agenda die Einrichtung einer solchen zentralen Anlaufstelle beschlossen. „Um die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes weiter voranzubringen, ist es notwendig, die richtigen Weichenstellungen in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik vorzunehmen. Beispielsweise kommt es aufgrund des demografischen Wandels und der Entwicklung neuer digitaler Geschäftsprozesse zu Veränderungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Wir unterstützen Mitarbeiter und Unternehmer dabei. Das Projekt schließt im Rahmen der Digitalen Agenda eine wichtige Lücke, da es unternehmensübergreifendes Wissen und erfolgreiche praktische Ansätze aus den Betrieben zur Gestaltung des digitalen Strukturwandels sichtbar macht. Erstmals werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt hier in Mecklenburg-Vorpommern erfasst“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe zum Start. „Die Metall- und Elektroindustrie hat bereits einige Erfahrungen mit der Digitalisierung gesammelt. Ich begrüße es, dass Nordmetall und IG Metall den Startschuss für das Kompetenzzentrums geben und andere Branchen von Beginn an von diesem Erfahrungen profitieren können“, so Glawe weiter.

Der NORDMETALL-Präsident sieht seine Branche in einer Vorreiterrolle. „Die Metall- und Elektroindustrie ist technologiestark und kann anderen Branchen als Beispiel dienen, wenn es um die Neugestaltung von Arbeit im Strukturwandel geht“, so Thomas Lambusch, der auch Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern ist, zur Eröffnung des Kompetenzzentrums. „Die Arbeit von mv-works unterstützt unsere Unternehmen dabei, sich zu ähnlichen Fragestellungen und Lösungsansätzen untereinander und mit Dritten zu vernetzen. Diese offene Form des Kooperierens bringt große Entwicklungschancen mit sich“. Bereits jetzt werden auch Unternehmen außerhalb der Metall- und Elektroindustrie gesucht, die in konkreten Projekten mit dem Kompetenzzentrum zusammenarbeiten und für den Erfahrungsaustausch zur Verfügung stehen.

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, sieht durch das Kompetenzzentrum die Sozialpartnerschaft bei der Gestaltung des digitalen Strukturwandels gestärkt. „Auf die Unternehmen kommen auch in Mecklenburg-Vorpommern durch die Digitalisierung massive Veränderungen zu. Sie müssen sich für die Transformation rüsten. Der Wandel wird allerdings nur mit den Beschäftigten gelingen. Deshalb ist es so wichtig, dass in diesem Projekt ArbeitnehmerInnen, Betriebsräte, Führungskräfte und GeschäftsführerInnen an einem Strang ziehen und gemeinsam neue Arbeitsprozesse gestalten wollen. Mit diesem sozialpartnerschaftlichen Ansatz kann das Kompetenzzentrum ein Vorbild für andere Regionen sein“, so der Gewerkschafter.

Das Kompetenzzentrum wird durch die gemeinsame Gesellschaft von NORDMETALL und IG Metall Küste, der TGS Gesellschaft für Strukturentwicklung mbH, errichtet und arbeitet mit drei MitarbeiterInnen im Technologiezentrum Rostock-Warnemünde. Die MitarbeiterInnen sind landesweit aktiv.

Durchstarten in MV sagt Danke!

Schwerin – „Durchstarten in MV sagt Danke!“ – drei Ehrungen für besonderes Engagement in Sachen Berufsvorbereitung: Die Initiatoren der Fachkräfteinitiative „Durchstarten in MV“ (durchstarten-in-mv.de) haben sich am Montag im Ludwig-Bölkow-Haus der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin bei drei Aktiven rund um das Thema Berufsorientierung und Ausbildung bedankt.

„Wir ehren drei außergewöhnlich engagierte Persönlichkeiten, die sich in der Berufsorientierung oder in der dualen Berufsausbildung besonders verdient gemacht haben. Sie sind aktive Kümmerer, die junge Menschen auf den ersten Schritten in Richtung Berufsleben begleiten. Im Mittelpunkt der Ehrung sind dabei Engagierte aus unserem Land, die Anderen auch Perspektiven für einen beruflichen Karriereweg in der Heimat aufzeigen. Dafür stehen die drei Geehrten exemplarisch“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Alle drei erhielten einen Pokal sowie eine Urkunde im „Durchstarten in MV“-Design.

Ausgezeichnet wurden durch Wirtschaftsminister Harry Glawe und dem Präsidenten der IHK zu Schwerin Matthias Belke, die Lehrerin Andrea Kagel. Sie arbeitet in der Regionale Schule Mühlen Eichsen als Arbeit/Wirtschaft/Technik (AWT)- und Berufsorientierungs-Kontaktlehrerin. Die stellvertretende Schulleiterin bereitet Ihre Klassen beispielsweise hervorragend auf regionalen Berufsmessen und Schulpraktika vor. Ihre Schüler gehen zielgerichtet in die verschiedenen Ausbildungswege nach dem Schulabschluss. Darüber hinaus hat sie gemeinsam mit dem Unternehmen Fertigungstechnik Nord die Lehrstellenbörse in der Region Gadebusch-Mühlen Eichsen erfolgreich organisiert. „Das ist aktiv gelebte und engagierte Berufsorientierung für die Heimat“, so Glawe weiter.

Als langjährige und erfahrene Ausbilderin in den gastgewerblichen Berufen und Standortleiterin für Schwerin und Wismar wurde Andrea Lehmann vom Jugendförderverein Parchim / Lübz e. V. geehrt. Ihr fachliches Wissen hat sie an kommende Generation von Fachkräften im Rahmen der Erstausbildung und bei Umschulungen, im Prüfungstraining sowie in Zusammenarbeit mit dem DEHOGA –Verband MV bei der Durchführung von Jugendmeisterschaften weitergegeben. Als Vorsitzende des Prüferausschusses ist Andrea Lehmann aktiv bei der Vorbereitung und Durchführung von Zwischen- und Abschlussprüfungen und bescheinigt den zukünftigen Facharbeitern die erlangte Fachkompetenz.

„Das Engagement ist besonders hervorzuheben. Gerade im Hotel- und Gaststättenbereich werden Fachkräfte gesucht. Praxisorientierte Wissensvermittlung ist dabei ein erfolgreicher Baustein. Dankeschön“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Andreas Hehr von der Carl Kühne KG (GmbH & Co. – Niederlassung Hagenow) organisiert mit der IHK zu Schwerin und dem Netzwerk Schule/Wirtschaft Hagenow-Wittenburg-Zarrentin kostenfrei und im Rahmen des ganz normalen Schichtbetriebes des Logistikunternehmens die sehr erfolgreiche Hagenower Berufsinformationsmesse. Jährlich besuchen zwischen 1.100 und 1.200 Interessierte die große Logistikhalle, bis zu 80 Unternehmen nehmen an dieser Messe teil.

„Die Hagenower Berufsinformationsmesse ist heute für viele ein fester Platz im Terminkalender. Die erfolgreiche Resonanz sucht Seinesgleichen in der Region. Das spricht für das hohe Niveau und für das Organisationstalent vor Ort“, so Glawe.

Am Montag wurden die besten Absolventen der Abschlussprüfungen im Zeitraum Sommers 2019 in der IHK zu Schwerin geehrt. Die IHK-Zeugnisse sind von Wirtschaftsminister Harry Glawe und vom IHK-Präsident Matthias Belke überreicht worden. „Das gute Abschneiden der jungen Menschen schafft die Basis für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn. Wir brauchen tatkräftige junge Menschen. Als Fachkräftenachwuchs im Land sind die besten Absolventen heute Goldstaub für die heimische Wirtschaft“, sagte Glawe.

An den Abschlussprüfungen nahmen knapp 890 Auszubildende teil. Die Besten der Berufsgruppe – insgesamt 69 – wurden mit einer Urkunde ausgezeichnet. Die Absolventen wurden in 58 Ausbildungsbetrieben (27 Landeshauptstadt Schwerin, 17 Nordwestmecklenburg, 14 Ludwigslust-Parchim) ausgebildet. Sie haben ihre Ausbildung in 28 Ausbildungsberufen abgeschlossen. Zu den Berufsgruppen zählen dabei die IT-Berufe (5 Absolventen); Lager-Logistikberufe (10); Berufe der Ernährungsindustrie (5); Veranstaltungs- und Touristikberufe (3); Hotel- und Gastronomieberufe (5); Metall-, Elektro- und Kunststoffberufe (3); Kaufmännische (Büro-)berufe (25); Handelsberufe (10); Bauberufe (3).

Der Minister dankte den Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin und den ehrenamtlichen Prüfern für ihr Engagement. „Die Sicherung der Qualität der Berufsausbildung ist ein elementares Anliegen. Unternehmen und Ausbilder, Prüfer, Kammer sowie Berufsschulen und Lehrer setzen sich immer wieder gemeinsam und in besonderem Maße für einen erfolgreichen Abschluss ein. Familien und Freunde haben den Weg der Absolventen stets begleitet“.

Auf der Veranstaltung wurden die drei besten Meister-Abschlüsse aller drei IHKn des Landes M-V mit dem Meister-Extra prämiert. Die drei Meister sind aus dem IHK-Bezirk Schwerin. Der Minister hat gemeinsam mit IHK-Präsident Belke eine Urkunde an die drei Industriemeister (jeweils ein Meister in der Fachrichtung Mechatronik, Fachrichtung Lebensmittel und Fachrichtung Elektrotechnik) überreicht. Als Beste ihrer Fachrichtung erhalten sie jeweils 5.000 Euro.

„Wir wollen das Engagement, den Ehrgeiz und die Leistungen der Absolventen mit dem Meister-Extra anerkennen. Denn wir brauchen in Mecklenburg-Vorpommern gut ausgebildete Fachkräfte, um die wirtschaftliche Entwicklung weiter in Schwung zu halten. Die Meisterqualifikation ist und bleibt das anerkannte Gütesiegel für Qualität in Industrie und Handwerk. Darauf setzen auch Kunden und Verbraucher. Das duale Ausbildungssystem und seine tragenden Strukturen zu stärken ist daher oberstes Ziel. Dazu gehört unverzichtbar der Meisterbrief. Der heutige Wettbewerb erfordert auch stetige Qualifizierung und Weiterbildung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Das Wirtschaftsministerium honoriert den erfolgreichen Abschluss von Meisterinnen und Meistern in Handwerk und Industrie mit dem Meister-Extra. Eine erfolgreiche bestandene Meisterprüfung in Industrie und Handwerk wird mit 2.000 Euro prämiert. Bis zu 50 Absolventinnen und Absolventen erhalten ein Meister-Extra in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste oder Bester ihres Gewerkes bzw. ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Insgesamt wurde das Meister-Extra bereits 1.214 Mal ausgereicht. Das Wirtschaftsministerium hat die Meisterausbildung seit 2016 mit 1,76 Millionen Euro prämiert.

Dritter Test für Notstromversorgung

Technisches Hilfswerk und WEMAG üben Ernstfall in Neu Brenz

Neu Brenz/Schwerin – Die Elektrofachleute des Technischen Hilfswerks (THW) aus den Ortsverbänden Rostock und Schwerin sowie die Mitarbeiter der WEMAG-Netzdienststelle Neustadt-Glewe haben am Sonnabend, den 14. September 2019 in Neu Brenz bei Neustadt-Glewe ihre dritte gemeinsame Übung erfolgreich absolviert. Damit konnte der 2017 in Dolgen und 2018 in Moraas durchgeführte Erfahrungsaustausch der Fachleute fortgesetzt und die Zusammenarbeit weiter gefestigt werden.

„Ich finde es sehr gut, dass das THW auch in unserer Region eine Übung durchgeführt hat. So kennen wir im Einsatzfall, zum Beispiel nach einem schweren Sturm, die Ansprechpartner und die technischen Möglichkeiten des THW. Das stärkt das Vertrauen zwischen den THW-Fachleuten und unseren Monteuren“, sagte der Leiter der Netzdienststelle Neustadt-Glewe Maik Reimann.

An der Übung haben 6 Elektrofachleute des THW aus Rostock und 4 aus Schwerin sowie 6 Mitarbeiter der WEMAG-Netzdienststelle Neustadt-Glewe teilgenommen. Das THW war mit zwei großen Netzersatzanlagen mit einer Leistung von jeweils 175 Kilovoltampere angerückt. Zusätzlich kam ein mobiler Kabelverteilerschrank zum Einsatz, der als Verbindungsstück zwischen der auf Zivil- und Katastrophenschutz ausgelegten Technik des THW und den Anforderungen von Netzbetreibern beziehungsweise Energieversorgern wie der WEMAG betrachtet werden kann.

„Geübt wurde die Stromeinspeisung in den Niederspannungsausgang des Ortsnetztransformators. Dieses Szenario tritt beispielsweise dann ein, wenn ein Notstrombetrieb für Ortschaften oder Anlagen der kritischen Infrastruktur nach Sturmschäden nötig wird“, erläuterte Alexander Schröder vom THW-Ortsverband Rostock.

Die Elektrofachleute des Technischen Hilfswerks aus den Ortsverbänden Rostock und Schwerin sowie die Mitarbeiter der WEMAG-Netzdienststelle Neustadt-Glewe haben in Neu Brenz erfolgreich eine gemeinsame Übung absolviert. Foto @ THW/Michael Hoerenz

Die Elektrofachleute des Technischen Hilfswerks aus den Ortsverbänden Rostock und Schwerin sowie die Mitarbeiter der WEMAG-Netzdienststelle Neustadt-Glewe haben in Neu Brenz erfolgreich eine gemeinsame Übung absolviert. Foto @ THW/Michael Hoerenz

Während dieser Übung haben die THW-Fachleute gemeinsam mit den Monteuren der WEMAG die Netzersatzanlage an den Ortsnetztransformator angeschlossen. Nachdem sich die Netzersatzanlage der Frequenz des Versorgungsnetzes, die 50 Hertz beträgt, angeglichen hatte, konnte der Transformator ausgeschaltet werden. Ab diesem Moment wurde Neu Brenz ausschließlich durch die Notstromaggregate des THW versorgt. „Die großen Herausforderungen bildeten hierbei das Synchronisieren und die Rücksynchronisation auf die Frequenz des Stromnetzes. Beide technische Abläufe haben reibungslos funktioniert und blieben unbemerkt für die Anwohnerinnen und Anwohner der Gemeinde“, berichtete Alexander Schröder und verwies darauf, dass für diese Tätigkeiten neben der Ausrüstung eine fundierte Ausbildung große fachliche Routine erforderlich ist.

Die seit Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der WEMAG Netz GmbH und dem THW begann kurz nach dem Elbehochwasser 2013. Ein Jahr später wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Das Energieunternehmen unterstützte das THW bei der Anschaffung des mobilen Kabelverteilerschrankes und anderer wichtiger Ausrüstung „Dadurch konnten die Einsatzmöglichkeiten der Fachgruppe Elektroversorgung enorm gesteigert werden“, ergänzte Alexander Schröder vom THW.

25-jähriges Bestehen der SIC GmbH

Stralsund – In Stralsund ist feierlich das 25-jährige Bestehen der SIC GmbH begangen worden. „Die SIC GmbH musste als kommunale Beschäftigungsgesellschaft vielen Widrigkeiten trotzen und immer wieder um das eigene Überleben kämpfen. Sie hat sich als Anlaufstation für sozial schwache Bewohner vor allem im Stadtteil Knieper West etabliert. Die SIC GmbH hat in den vergangenen Jahren immer Wege und Mittel gefunden, um Gutes für die Menschen im Knieper West tun zu können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die SIC GmbH in Stralsund ist vor allem im Stadtviertel „Knieper West“ in Stralsund tätig. Hier versucht sie, die Menschen im Stadtteil mittels verschiedener Projekte aus ihrer Isolation zu holen und in die Gesellschaft und in Arbeit zu integrieren.

In einer sozialen Marktwirtschaft ist es daher von zentraler Bedeutung, dass sich um Menschen gekümmert wird – vor allem auch um diejenigen, denen es nicht so gut geht. „Mit Herzblut und Engagement wird hier geholfen und den Menschen eine neue Perspektive eröffnet. Und genau darin besteht die Wirksamkeit der SIC in den vergangenen 25 Jahren: Hier wird ein wichtiger Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft geleistet, indem Menschen in einer schwierigen Phase ihres Arbeitslebens wieder auf die Beine geholfen wird. Und das war nicht allein in der Vergangenheit wichtig. Angesichts des rasanten Wandels unserer Arbeits- und Lebenswelt ist es auch heute wichtig, dass diejenigen, die den Anschluss an diesen Wandel nicht schaffen, Unterstützung finden. Damit der uns wichtige Zusammenhalt der Gesellschaft gelingt, gibt es in Stralsund die SIC“, betonte Glawe. Allein in den vergangenen fünf Jahren konnten dadurch fast 400 Menschen an verschiedenen Projekten und Maßnahmen teilnehmen und haben durch diese Projekte auch den Weg in Arbeit gefunden.

Wirtschaftsminister Glawe machte vor Ort auch auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes aufmerksam. „Unser Ziel ist es, diejenigen stärker an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die nicht ohne Anstrengungen vermittelt und beschäftigt werden können. Mir ist wichtig, dass auch die Unternehmen die Möglichkeiten passgenauer Qualifizierungen und Angebote nutzen. Dies ist auch ein Beitrag, Menschen wieder in Arbeit zu bringen“.

Mit dem Teilhabechancengesetz soll den Langzeitarbeitslosen die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtert werden. Bei der Schaffung von Arbeitsverhältnissen mit erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens sechs Jahren Leistungen nach dem SGB II beziehen und in dieser Zeit nicht oder nur kurzzeitig erwerbstätig waren, erhalten Arbeitgeber in den ersten beiden Jahren einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns bzw. des tariflichen Entgelts bei tarifgebundenen Arbeitgebern; danach sinkt der Betrag um zehn Prozentpunkte jährlich. Die Förderdauer beträgt bis zu fünf Jahre. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Personen mit einer längeren Dauer von Langzeitarbeitslosigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Gefördert werden Arbeitsverhältnisse mit Personen, die seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind. Arbeitgeber erhalten pauschal im ersten Jahr 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent des zu berücksichtigenden Arbeitsentgelts.

Mit den seit Januar 2019 geltenden Regelungen des SGB II im Rahmen des Teilhabechancengesetzes konnte bereits jetzt zahlreichen Langzeitarbeitslosen wieder geholfen werden, einen neuen Start ins Berufsleben aufzunehmen. Im aktuellen Berichtsmonat wurden 717 Personen über §16i SGB II (Teilhabe am Arbeitsleben) gefördert. Über §16e SGB II (Eingliederung von Langzeitarbeitslosen) wurden 205 Personen gefördert. Minister Glawe warb auch dafür, die Fördermöglichkeiten des Landes für Integrationsprojekte und Kleinprojekte zu nutzen. Er dankte dem Regionalbeirat Vorpommern, der für die Votierung von arbeitsmarktpolitischen Projekten in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen zuständig ist.

„Die wirtschaftlich positive Entwicklung der vergangenen Jahre sorgt für eine weiter sinkende Arbeitslosigkeit. Regional gibt es Unterschiede. Die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote waren im August 2019 im ganzen Land die niedrigsten in einem August seit der Wiedervereinigung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern waren 55.100 Personen arbeitslos, 141 (0,3 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 6.400 (10,5 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Auch die Lage bei den Langzeitarbeitslosen hat sich verbessert. Aktuell sind 19.400 Menschen langzeitarbeitslos bei uns im Land. Das sind 13.700 – 41 Prozent – weniger als vor fünf Jahren. Die Zahl langzeitarbeitsloser Personen liegt in Mecklenburg-Vorpommern bei 2.400. Das sind 1.600 Langzeitarbeitslose (40 Prozent) weniger als vor fünf Jahren.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen kommt beim Abbau der Arbeitslosigkeit voran. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,9 Prozent. Im August 2019 waren im Landkreis Vorpommern-Rügen 7.800 Arbeitslose, 1.100 (12,6 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat, zu verzeichnen. Innerhalb der letzten fünf Jahre sank die Arbeitslosenzahl um 4.800 (38,2 Prozent).

Handwerk präsentiert sich auf der MeLa

Mühlengeez – Noch bis Sonntag findet die diesjährige Messe MeLa – die 29. Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau in Mühlengeez bei Güstrow statt. Am Sonnabend hat sich Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph im Rahmen des `Festes des Handwerks´ über ausstellende Unternehmen informiert.

„Die Messe ist eine ideale Plattform für heimische Unternehmen für sich zu werben, um neue Zielgruppen und Absatzmärkte zu erschließen. 30 Aussteller aus unserem Land präsentieren ihre Angebotsvielfalt auf der ´Straße des Handwerks´. Es gibt bei uns im Land keine publikumsstärkere Messe um für das Handwerk und die Fachkräftesicherung zu werben“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat die Einigung der schwarz-roten Koalition für die Wiedereinführung der Meisterpflicht auf der MeLa thematisiert. Die Meisterpflicht soll ab Anfang 2020 für insgesamt zwölf Gewerke gelten. „Unser Land hat sich im Bund dafür eingesetzt. Auf dieses starke Signal für Qualität und Qualifikation im Handwerk haben viele gewartet. Der Meisterbrief steht für Qualitätsarbeit, Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Der Brief ist auch unter dem Blickwinkel wichtig, die berufliche Bildung in kleinstrukturierten Betrieben zu fördern. Hohe Anforderungen an den Verbraucherschutz sind ebenso wertvolle und gewichtige Gründe für die Wiedereinführung. Gerade für Kunden der Handwerksfirmen ist der Brief ein wichtiges Qualitätskriterium“, machte Rudolph deutlich.

Zu den zwölf Gewerken zählen: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger; Betonstein- und Terrazzohersteller; Estrichleger; Behälter- und Apparatebauer; Parkettleger; Rollladen- und Sonnenschutztechniker; Drechsler; Holzspielzeugmacher; Böttcher; Glasveredler; Schilder- und Lichtreklamehersteller; Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer. Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, sollen Bestandsschutz erhalten.

Im Bezirk der Handwerkskammer Schwerin sind derzeit 2037 junge Menschen in der Ausbildung. Hier sind aktuell 189 Lehrstellen nicht besetzt. Der Bezirk der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verzeichnet 3.076 Auszubildende, 521 Lehrstellen sind noch frei.

„Die Fachkräftesituation ist eine der drängendsten Herausforderungen. Der wachsende Bedarf an Handwerkern ist bereits heute überall spürbar, denn es macht sich praktisch bemerkbar: Wartezeiten für Kunden werden länger. Läden müssen schließen, weil sie keine Nachfolger mehr finden. Der Markt ist angespannt. Umso wichtiger ist es, noch stärker für eine Ausbildung im Handwerk zu werben“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph abschließend. Die meisten unbesetzten Stellen sind in den beiden Kammerbezirken in den Gewerken Elektroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker, Tischler, Kfz-Mechatroniker und Dachdecker zu finden.

Die Kreishandwerkerschaften in Mecklenburg-Vorpommern werden vom Wirtschaftsministerium beim Ausbildungsmarketing für Handwerksbetriebe für die Ausbildungskampagne `weitersagen´ (www.das-beste-am-handwerk.de) unterstützt. „Die Auftragsbücher sind voll. Deshalb bleibt in den Betrieben im Alltag wenig Zeit, sich um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu kümmern. Wir wollen mit der Unterstützung das Handwerk bei der Fachkräftegewinnung noch sichtbarer machen. Im Mittelpunkt stehen authentische Menschen, die über ihre Erfahrungen berichten können Es geht auch darum, mögliche Vorurteile über Ausbildungsberufe im Handwerk abzubauen und für mehr Klarheit über die verschiedenen Berufsbilder zu sorgen“, erläuterte Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph.

Kernelemente des Ausbildungsmarketings sind Wort-Bild-Botschaften von Handwerkmeistern sowie Auszubildenden im Handwerk. Diese Botschaften werden QR-Code-basiert und ständig aktualisiert. Geworben wird sowohl auf analogen Wegen (Plakate, Aufsteller) als auch auf digitalen Wegen (Homepages, Facebook, Instagram, Xing).

Die Handwerkskammer Schwerin hat in diesem Jahr erstmalig gemeinsam im Rahmen der MeLa mit der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern die „Straße des Handwerks“ auf einer Gesamtfläche von ca. 1.400 Quadratmetern organisiert. „Aussteller und Fläche wachsen. Das spricht für den hohen Zuspruch. Damit hat sich die Fläche, auf der sich das Handwerk präsentiert, nahezu verdoppelt. Das Handwerk hat in diesem Jahr erstmalig einen auch für die Zukunft festen Standort (Block H) zugewiesen bekommen. Dieser ist im Orientierungsplan in handwerksblau gekennzeichnet“, so Rudolph weiter.

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen und 5.113 Lehrlinge. Sie erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In diesem Lehrjahr haben 1.572 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen.

MeLa: Preise in Anerkennung für langjährige und engagierte Zuchtarbeit

Mühlengeez – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat die diesjährigen Preise für hervorragende Verdienste in der Tier- und Pflanzenzucht in Mecklenburg-Vorpommern an Dr. Edgar Coym und Hartmut Giermann überreicht. Beide Ausgezeichneten sind Geschäftsführer von Agrarbetrieben und gleichzeitig verdienstvolle Verbandsfunktionäre, die Mecklenburg-Vorpommerns auch auf Bundesebene vertraten bzw. noch vertreten. Coym ist Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz und Giermann ist Vorsitzender des Vorstandes des Saatgutverbandes MV.

Den Tierzuchtpreis 2019 erhielt mit Coym ein Brandenburger. Der Geschäftsführer der Agrarprodukte Dedelow GmbH (Landkreis Uckermark) prägt jedoch als Aufsichtsratsvorsitzender der RinderAllianz auch die Rinderzucht in Mecklenburg-Vorpommern. Die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist als Betrieb im ehemaligen Bezirk Neubrandenburg von Anfang an Mitglied des Rinderzuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Coym übernahm 1979 die Leitung der Milchrind-Zucht in Dedelow. Mit der Umstrukturierung der ZBE Milchproduktion Dedelow in die Agrarprodukte Dedelow GmbH ist sein Name untrennbar mit den Fortschritten der Zucht der Milchrindrasse Deutsche Holstein verbunden.

„In der Person von Dr. Edgar Coym verbinden sich wirtschaftliches Betriebsmanagement mit gelebter, kenntnisreicher Züchterpassion zur modernen Rinder­zucht“, sagte Backhaus in der Laudatio. „Oberste Prämisse war hierbei das Streben nach einer wirtschaftlichen Landwirtschaft mit gesunden, leistungsstabilen und langlebigen Tieren.“ Mit Nachdruck betrieb Coym seit 2005 das so genannte Testherden­programm, das deutschlandweit anerkannt ist. Vereinfacht gesagt werden hier Gesundheitsdaten der Kälber und Kühe der teilnehmenden Herden gesammelt, um Rückschlüsse auf genetisch bedingte Anfälligkeiten zu ziehen und Zuchtwerte zu erreichen, die stärker auf Gesundheit und Fitness der Hochleistungskühe ausgerichtet sind.

Den Pflanzenzuchtpreis 2019 erhielt mit Giermann ein bodenständiger Landwirt aus der Region Jarmen, der sich von Anfang mit der Saatgutvermehrung befasst hat. „Seit über 25 Jahren leitet er den Landessaatgutverband, dessen Entwicklung zu einem leistungsfähigen Verband der Agrarwirtschaft er entscheidend mitgeprägt hat“, betonte Backhaus. „Auch seiner persönlich engagierten Arbeit ist es zu verdanken, dass die Saatgutwirtschaft in unserem Land einen hohen Stellenwert hat und hier etwa 15 Prozent der Saat für Mähdruschfrüchte und 20 Prozent der Pflanzkartoffeln Deutschlands erzeugt werden.“

Der Geschäftsführer der Benziner Ackerbau GmbH baut auf rund 60 Prozent der Betriebsfläche Mähdruschfrüchte und Pflanzkartoffeln an, die anderen Landwirten Mecklenburg-Vorpommerns und Deutschlands gesundes Saat- bzw. Pflanzgut sichern. Unter Giermanns Leitung wurde unter anderem das deutschlandweit einmalige Projekt des Landessaatgutverbandes „Pro Z-Saatgut“ durchgeführt. Ziel war es Gesundheit und Qualität des Erntegutes zu sichern, indem die Landwirte Saatgut aus kontrolliertem Anbau bei Vermehrungsbetrieben verwenden statt es selbst zu gewinnen. „Dadurch ist in Mecklenburg-Vorpommern ein hoher und stabiler Saatgutwechsel von fast 70 Prozent erreicht worden, das sind 2 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt“, würdigt Backhaus die Initiative.

Keine Lebensmittel tierischer Herkunft aus dem Ausland mitbringen

Mühlengeez – Vor einem Jahr platzte mitten in die Mela eine Nachricht, die insbesondere die schweinehaltenden Betriebe erschreckte und die Veterinärdienste in erhöhte Alarmbereitschaft versetzte. Nur rund 70 Kilometer westlich der deutschen Grenze wurde in Belgien bei einem toten Wildschwein das ASP-Virus (Afrikanische Schweinepest) nachgewiesen.

Während sich die Seuchensituation in Belgien derzeit stabilisiert zu haben scheint, dringt die Afrikanische Schweinepest im Osten der Europäischen Union langsam aber stetig nach Westen vor. Deshalb warnt das Landwirtschaftsministerium erneut vor dem Einschleppen von Tierseuchenerregern durch Mitbringsel und Reiseproviant.

„Ich möchte nochmals eindringlich auf die Einhaltung grundlegender Biosicherheitsmaßnahmen hinweisen. Diese gelten nicht nur für Tierhalter, sondern gehen uns alle an“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Die Viren, die für die ASP verantwortlich sind, mögen die Kälte“, so Backhaus weiter. „Gefrierfleisch und Wurstwaren sind somit besonders häufig Träger von solchen Tierseuchenerregern.“

Entsprechend streng sind die Vorschriften, die das Mitbringen von Fleisch- und Wurstwaren sowie von Milch-produkten aus dem Ausland regeln. Jedoch werden bei Stichprobenuntersuchungen an Flughäfen in regelmäßigen Abständen ASP-Viren in mitgebrachtem Reiseproviant nachgewiesen.

Da der Reiseverkehr innerhalb der EU- Mitgliedstaaten jedoch nicht mehr der Einfuhruntersuchung an Grenzkontrollstellen unterliegt, ist das Risiko des Einschleppens, insbesondere entlang des Fernstraßennetzes, durch Fahrzeuge oder Personen nach wie vor hoch.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger des Landes daher eindringlich darum, keine Fleisch- oder Wurstwaren aus den Gebieten mitzubringen, die von der Afrikanischen Schweinepest betroffen sind. Auch die Menschen, die von dort zu uns nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, bitte ich um entsprechende Achtsamkeit“, sagte Backhaus.

Schiffsmesse „Neva“ in St. Petersburg

Schwerin – Am Montag, 16. September, startet Landesinfrastrukturminister Christian Pegel mit Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stephan Rudolph zu einer dreitägigen Delegationsreise nach St. Petersburg und ins Leningrader Gebiet. Vertreter aus der Schiffbau- und Hafenwirtschaft sowie der maritimen Industrie des Landes begleiten sie.

Anlass der Reise ist ein Besuch der Neva 2019, der größten Messe Russlands zu Schiffbau, Schifffahrt und Offshore-Technik. Christian Pegel wird die Messe mit dem russischen Transportminister Jewgeni Iwanowitsch Ditrich eröffnen. Daneben steht ein Besuch des Gemeinschaftsstands Mecklenburg-Vorpommerns an, auf dem sich die Branche des Landes präsentiert.

Zudem stehen ein Treffen mit Dmitry Yalov, Vize-Gouverneur des Leningrader Gebiets, Gespräche mit Vertretern des Transportministeriums sowie ein Besuch der Kirow-Werke an, die automatisierte, ressourcenschonende Landwirtschaftsfahrzeuge produzieren.

Neben der Pflege der Beziehungen zur Region stehen Logistik- und Handelsfragen im Fokus. So wird der Minister beim „Baltic Region China 2019 Business“-Forum für den Ausbau der Güterverkehrswege über die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des Vorhabens Neue Seidenstraße werben.

Daneben rücken auch Fragen zu den erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt. Dazu trifft sich Christian Pegel mit Vertretern von Fraunhofer Russland und Rossatom, um über deren Forschungen zu erneuerbaren Energien und Wasserstoff zu sprechen.

Industriekongress M-V 2019

Neubrandenburg – In Neubrandenburg hat der Industriekongress Mecklenburg-Vorpommern 2019 der Industrie- und Handelskammern stattgefunden. Die diesjährige Veranstaltung beschäftigte sich mit praktischen Beispielen zu den Themen Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern modernste Produktionsanlagen und -prozesse, die auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sind. Die Digitalisierung der Produktion und der Prozesse zwischen Unternehmen und Kunden sind im vollen Gange. Dabei ist die Durchdringung in die Masse der mittelständischen Unternehmen eine drängende Aufgabe“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe vor Ort.

Die Veränderungen durch die Digitalisierung betreffen alle Branchen unserer Wirtschaft. „Wir müssen in diesem Prozess alle Wirtschaftsbereiche mitnehmen. Darum ist es wichtig, anhand von Best-Practice Beispielen aufzuzeigen, was heute schon möglich ist. Aktuell volle Auftragsbücher im Handwerk oder im Mittelstand dürfen nicht dazu verleiten, die Innovationsaktivitäten und die Digitalisierung nicht oder noch zu wenig anzupacken. Das ist eine Riesenherausforderung, die gemeistert werden muss, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, forderte Glawe.

Wirtschaftsminister Harry Glawe machte auf die Unterstützungsangebote des Landes aufmerksam. Im Rahmen der digitalen Agenda unterstützt das Wirtschaftsministerium mit einer Reihe von Maßnahmen die heimische Wirtschaft. „Wir wollen, dass damit die Chancen der Digitalisierung zukünftig noch besser genutzt werden. Wir haben die Rahmenbedingungen deutlich verbessert“, so Glawe weiter. Als Beispiele nannte er die Erweiterung der Qualifizierungsrichtlinie, die Erweiterung der Einstellungsrichtlinie, den Ausbau von Forschung, Entwicklung und Innovation sowie das Auflegen von Beteiligungsfonds (Risikokapital).

„Die insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich auf dem Arbeitsmarkt nieder. Ursächlich für den Rückgang der Arbeitslosigkeit ist vor allem der Anstieg von sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Stellen werden bei Unternehmen besetzt“, so Glawe.

Bislang setzt sich auch im Jahr 2019 die Entwicklung weiter fort. Bereits im April dieses Jahres hat die Arbeitslosenzahl die Schwelle von 60.000 unterschritten, im Vorjahr gelang dies erst im September. Im August lag die Arbeitslosenzahl bei 55.100. Ein deutlicher Rückgang von 6.400 Arbeitslosen oder 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei 6,7 Prozent. Von 2010 bis heute erfolgte ein Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 11 Prozent, allein seit 2017 um nahezu 3 Prozent.

„Mecklenburg-Vorpommern ist zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Investoren geworden. Ein Schwerpunkt der Industriepolitik ist es, die Bereitschaft von Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern zu investieren, noch stärker zu wecken und zum Erfolg zu führen. Das gelingt durch intensives Werben auf Messen und durch die konkrete Investorenansprache im Ausland. Jede Neuansiedlung schafft und sichert vor allem auch Industriearbeitsplätze bei uns im Land“.

Als Beispiel nannte der Minister den Produktionsstart des Schweizer Medizintechnikunternehmens Ypsomed im August in Schwerin. In den kommenden fünf Jahren werden hier bis zu 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Ypsomed Gruppe mit Hauptsitz in Burgdorf (Schweiz) entwickelt und produziert Injektions- und Infusionssysteme für die Selbstmedikation, unter anderem zur Selbstbehandlung bei Diabetes. Im neuen Schweriner Werk sollen künftig Bauteile für Pens, Autoinjektoren und Pumpensysteme entstehen.

Das verarbeitende Gewerbe im Land steht für rund 11 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung des Landes. „Dabei sind im gesamten verarbeitenden Gewerbe rund 70.000 Menschen beschäftigt. Die industrielle Basis in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren stetig gewachsen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Zu den bedeutendsten industriellen Branchen im verarbeitenden Gewerbe zählen die Ernährungsindustrie, die maritime Industrie, der Maschinen- und Anlagenbau, die Erzeugung und Bearbeitung von Metall sowie Herstellung von Metallerzeugnissen, die Holzindustrie, die Luft- und Raumfahrtzulieferindustrie und die Automobilzulieferindustrie.

Der Industriekongress der Industrie- und Handelskammern soll für ein Land mit mehr Industrie und Chancen in der Zukunft werben. Die Industrie in Mecklenburg-Vorpommern soll einerseits als bedeutender Wirtschaftsfaktor und attraktiver Arbeitgeber bekannter gemacht werden, andererseits soll die Akzeptanz für die Industrie in einem touristisch geprägten Land wie Mecklenburg-Vorpommern erhöht werden. Der Kongress fand beim Autozulieferer Webasto in Neubrandenburg statt.

Lebensmittelwertschätzung

Mühlengeez – Beim Podiumsgespräch „Lebensmittelwertschätzung“ zum Auftakt der Mecklenburgischen Landwirtschafts­ausstellung 2019 kritisierte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute die Erwartung der Wohlstandsgesellschaft, dass Lebensmittel zu jeder Tageszeit in breiter Vielfalt möglichst billig zur Verfügung stehen und gleichwohl den steigenden Anforderungen an Umweltschutz, fairen Handel und Tierwohl entsprechen.

„Viele Menschen haben den Bezug zum Ursprung unserer Lebensmittel und damit auch zu deren Wert verloren“, so der Minister. Ursachen sehe er im äußerst geringen Preisniveau und in der Tatsache, dass Europa seit Jahrzehnten keine Lebensmittelknappheit mehr erlebt hat. „Alles ist in Hülle und Fülle vorhanden“, sagte Backhaus. Der Überfluss sei zur Selbstverständ­lichkeit geworden.

Der Minister betonte, dass statistisch jeder Deutsche pro Jahr rund 55 Kilogramm Lebensmittel wegwerfe. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette seien es bundesweit pro Jahr rund elf Millionen Tonnen. Das mache rund ein Drittel der gesamten Nahrungsmittel­produktion aus. „Beim Transport, für die Weiterver­arbeitung, Verpackung und Zubereitung von Nahrung werden tonnenweise Treibhausgase freigesetzt – völlig umsonst, wenn die Lebensmittel nie gegessen werden“, monierte der Minister. Auch würden auf diese Weise Ressourcen wie Ackerboden und Wasser verschwen­det.

Diese Entwicklung sei auch der Überproduktion in der Landwirtschaft geschuldet, ergänzte Backhaus. So habe sich beispielsweise der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch in den letzten 100 Jahren verdoppelt und lag 2018 bei fast 44 Kilogramm. In Deutschland liege der Fleischkonsum mit 60 Kilogramm pro Kopf/Jahr sogar noch deutlich über dem Weltdurchschnitt. Die weltweite Fleischproduktion habe sich parallel dazu fast vervierfacht und liege derzeit bei etwa 330 Millionen Tonnen.

Durch den verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln könne jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag für den nachhaltigen Ressourceneinsatz sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Bereich und damit für den Klimaschutz leisten, ist sich Minister Backhaus sicher.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern setze deshalb auf Aufklärungskampagnen und Informationsplattformen. „Nur was ich kenne, kann ich schätzen“, begründete Backhaus diese Herangehensweise. Besonders wichtig sei es, schon in Schulen mit der Aufklärung zu beginnen. So würde im Rahmen des EU-Schulpro­gramms mit Unterstützung des Bauern- und des Landfrauenverbandes entsprechende Bildungsarbeit an Grund- und Förderschulen geleistet. Kooperationen bestehen auch mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung sowie der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Auf der MeLa bieten diese Institutionen entsprechende Informationen und Beratungen an.

Abschließend kündigte Backhaus an, dass es am 21. Oktober 2019 an seinem Dienstsitz in Schwerin einen Runden Tisch „Wertschätzung von Lebens­mitteln“ geben wird. Mit dabei sind Vertreter aus Produktion, Verarbeitung, Handel, Gastronomie, Politik, Forschung sowie Konsumenten.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung

Greifswald – Bildungsministerin Bettina Martin und der Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild, haben heute gemeinsam das Ausbildungsunternehmen CZIOTEC GmbH in Greifswald besucht. Dabei hat die Bildungsministerin dem Präsidenten der Handwerkskammer einen Förderbescheid zur Förderung von Lehrgängen der „Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Handwerk (ÜLU)“ übergeben.

„Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ist ein im Handwerk unverzichtbarer Qualifizierungsbaustein. ÜLU gewährleistet ein einheitliches Ausbildungsniveau in MV. Die Auszubildenden profitieren von ÜLU, weil für Sie damit eine hochqualifizierte Ausbildung gewährleistet ist“, sagte Ministerin Martin. „Den kleinen und mittleren Betrieben ermöglichen wir mit diesem Zusatzangebot, dass sie auch in spezialisierten Berufen gut ausbilden können. Damit machen wir gemeinsam die Ausbildung im Handwerk noch attraktiver.“

Mit rund 1,3 Mio. EUR aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) wird für das neue Ausbildungsjahr der betriebliche Teil der dualen Ausbildung im Kammerbereich unterstützt. Im Rahmen der ÜLU absolvieren die Auszubildenden einzelne, oft spezialisierte Teile der betrieblichen Ausbildung in Lehrgängen, die größtenteils in den Handwerkerbildungszentren der Kammern durchgeführt werden. Neben Betrieb und beruflicher Schule gibt es bei der ÜLU mit dem Handwerkerbildungszentrum einen dritten Lernort (Rostock und Neustrelitz).

„Die Förderung der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung als ‚verlängerte Werkbank‘ der Handwerksbetriebe trägt zur Entlastung der Unternehmen und zur Sicherung der hohen Ausbildungsqualität im Handwerk bei hohem Tempo der technischen und branchenspezifischen Entwicklung bei“, betonte Präsident Hochschild, von der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. „Zugleich ist dies ein Signal der Politik für die Stärkung der beruflichen Bildung.“

In den mehr als 12.100 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Rostock arbeiten rund 60.500 Beschäftigte, davon mehr als 3.400 Auszubildende. Im Ausbildungsjahr 2019/20 können nun mit dieser Förderung bis zu 7.241 Teilnehmer an 1.033 ÜLU-Lehrgängen im Kammerbezirk teilnehmen. Aufgabe der Zusatzkurse ist es, eine breite einheitliche Grundausbildung und die Anpassung an den technischen Fortschritt sicherzustellen. Für den Gesamtförderungszeitraum von 2015 – 2022 stellt die Landesregierung dem Handwerk insgesamt 9,5 Mio. EUR für die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung zur Verfügung.

MeLa öffnet ihre Pforten

Mühlengeez – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Mühlengeez bei der Eröffnung der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) die große Bedeutung der Messe hervorgehoben.

„Diese Leistungsschau hat sich inzwischen zur größten Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau im Norden Deutschlands entwickelt. Die MeLa bietet vor allem einem breiten Fachpublikum neueste Informationen auf allen Gebieten der Land- und Ernährungswirtschaft. Aber gleichzeitig ist sie offen für alle und ein echter Publikumsmagnet im Herbst. Hier in Mühlengeez schlägt ab heute wieder das „Herz der Landwirtschaft“ mit mehr als 1000 Ausstellern aus dem In- und Ausland.“

Die Jahre 2017 und 2018 waren für die Landwirtinnen und Landwirte sehr schwierige Jahre. „Nach den letzten beiden schlechten Jahren können wir sagen, die vorläufige Erntebilanz gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Die Erträge fallen in diesem Jahr deutlich besser aus als im Vorjahr. Bei meiner Erntebereisung in diesem Sommer konnte ich mich von der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft, auch unter schwierigen Bedingungen, überzeugen. Unsere Landwirtschaft ist gut aufgestellt und leistungsstark – das gilt für konventionelle als auch für ökologische Betriebe“, sagte die Ministerpräsidentin.

Die Landwirtschaft habe eine wichtige Funktion für den ländlichen Raum. „Wo starke landwirtschaftliche Betriebe sind, da ist das Leben vielfältiger und die Gemeinden lebendiger“, so die Ministerpräsidentin weiter.

Die Landwirtschaftspolitik werde stark durch die Politik auf europäischer Ebene bestimmt. „Wir haben im letzten Jahr eine Kabinettsklausur in Brüssel abgehalten. Dort haben wir uns auch mit der finanziellen Ausstattung der Betriebe in der kommenden Förderperiode beschäftigt. Unsere Landwirte brauchen dringend Planungssicherheit und eine angemessene Finanzausstattung für den Zeitraum von 2021 – 2027. Dafür werden wir uns weiter einsetzen“, so die Regierungschefin.

Auszeichnung für „Grünes Gewerbegebiet“

Hagenow – Landesenergieminister Christian Pegel verlieh heute dem Hagenower Gewerbegebiet „Steegener Chaussee“ die „Zusatzqualifikation Mobilität“. Damit wird der Unternehmensverbund, der bereits das Gütesiegel „Grünes Gewerbegebiet“ trägt, für seine weiterführenden Aktivitäten im Bereich der Mobilität ausgezeichnet.

„Die Hagenower betreiben zwei Biomasseheizkraftwerke, nutzen energieeffiziente Maschinen und Beleuchtung und setzen Energiemanagementsysteme ein. Damit sind sie Vorbild in Sachen regenerative Energieproduktion und Energieeffizienz“, lobte Christian Pegel.

„Darüber hinaus haben sie nun in ihrem Gewerbegebiet ein Car-Sharing-Unternehmen angesiedelt, das beim Laden seiner Fahrzeuge auf Solarstrom setzt. Eine öffentliche Bushaltestelle wird um einen Umsteigepunkt für E-Mobilität erweitert, so dass Fahrgäste dort in ein elektrisch betriebenes Car-Sharing-Auto wechseln können. Zudem etablieren sie jetzt ein Rufbussystem, das es den Arbeitnehmern ermöglicht, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Gewerbegebiet zu gelangen“, erläuterte der Minister bei der Auszeichnung im Rahmen des heutigen Netzwerktreffens zum „Landesdialog Grüne Gewerbegebiete“ in Hagenow.

Zu diesem Treffen kamen knapp 100 Vertreter von Unternehmen, Kommunen und Institutionen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, um – gleich am bereits praktizierten Beispiel vor Ort – zu erfahren, wie regenerative Energieversorgung, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und alternative Mobilität im Gewerbegebiet umgesetzt werden können. Bei Workshops konnten sie sich zudem über aktuelle Förderungen und neue Trends etwa bei Mobilität und Vernetzung informieren.

Am Nachmittag trafen sich die an der Steegener Chaussee ansässigen Unternehmer, um eine Potenzialstudie auszuwerten, die das Energieministerium für sie im Zusammenhang mit der Auszeichnung als „Grünes Gewerbegebiet“ beauftragt hatte. Diese Studie soll sie noch weiter voranbringen auf ihrem Weg zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Gewerbegebiet.

Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft

Mühlengeez – Anlässlich der 29. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (kurz: MeLa), die morgen (12.09.2019, 10 Uhr) in Mühlengeez eröffnet, forderte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus einen neuen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft.

„Landwirtschaft betrifft uns alle. Jeden Tag, bei jeder Mahlzeit. Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen davon, wie unsere Landwirtschaft aussehen sollte. Sie basieren häufig auf einer unübersichtlichen Faktenlage, die unterschiedliche Interessengruppen ganz unterschiedlich interpretieren und für ihre Argumentation verwenden. Deshalb ist es wichtig, dass wir miteinander reden und gemeinsam Projekte und Ideen entwickeln, wie Landwirtschaft und Umweltschutz Hand in Hand gehen können oder dies heute schon tun. Die MeLa ist die zentrale Veranstaltung im Land, bei der Branche, Politik und Verbraucher dazu ins Gespräch kommen können.“

Im Mittelpunkt der diesjährigen MeLa steht die Frage, welchen Beitrag Landwirtschaft zum Klimaschutz und zum Erhalt der natürlichen Ressourcen für nachkommende Generationen leisten kann.

„Für mich muss die Landwirtschaft ganz klar als Teil der Lösung betrachtet werden. Alles andere wäre widersinnig. Die Landwirtschaft sichert unsere Lebensgrundlagen und ist damit ein zentraler Wohlstandsfaktor. Lebensmittel in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung zu stellen, hat auch etwas mit nationaler Sicherheit zu tun. Wir alle sind vor diesem Hintergrund von einer intakten Natur abhängig. Ohne gesunde Böden, sauberes Wasser und Biodiversität gibt es auf Dauer keine gute Ernte. Um bestehende Probleme angehen zu können, braucht es deshalb eine neue kooperative Zusammenarbeit von Landwirten und Naturschützern“, positionierte sich Backhaus

Im Zusammenhang mit dem Ressourcenschutz sei die Umsetzung der Düngeverordnung eines der Themen, das die Gemüter des Berufsstandes, aber auch die Agrarverwaltung derzeit am meisten erhitze, so der Minister.

„Wir müssen leider feststellen, dass Bund, Länder und Berufsstand in dieser Frage gemeinsam versagt haben. Anstatt auf die Vorgaben von 2012 mit Konsequenz und mit glaubhaften Maßnahmen zu reagieren, wurde erst versucht, das Problem auszusitzen, dann wurde taktiert und klein geredet und schließlich vom Bund nahezu kopflos agiert“, kommentierte Backhaus. Fakt sei. Die Düngeverordnung werde kommen und sie werde Landwirte zum Umdenken und zur Suche nach alternativen Fruchtfolgen für ihren jeweiligen Standort zwingen. Auch Pflanzenschutzmittel müssten künftig noch zielgenauer eingesetzt werden. „Um innovative Technologien, die dies ermöglichen auch bei uns im Land noch mehr einsetzen zu können, brauchen wir schnelles Internet an jeder Milchkanne – und nicht nur dafür“, sagte er weiter.

Backhaus warb in diesem Zusammenhang auch für eine Allianz für Wasser, die nicht nur die Landwirte allein in die Pflicht nimmt, sondern die Gesamtverantwortung deutlich macht, das gesellschaftliche Ziel beschreibt und die konkreten Maßnahmen zum Erreichen dieses Zieles aufzeigt.

Wie wichtig es ist, dass die Landwirtschaft, aber auch andere Wirtschaftsbereiche, wie Industrie und Verkehr, klimaschonend produzieren, sei uns in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich vor Augen geführt worden, so der Minister. Nach drei schlechten Erntejahren, könnten die Landwirte in diesem Jahr aufatmen. Dennoch seien die Erträge aufgrund von Hitze und Trockenheit regional sehr unterschiedlich ausgefallen und der Berufsstand nach wie vor dazu angehalten, sich auf Klimaveränderungen einzustellen. Besonders schlecht sei die Ernte auf den grundwasserfernen Sandstandorten rund um die Müritz, im Süden des Landkreises Ludwigslust-Parchim und im Uecker-Randow-Kreis ausgefallen. Auch die Futtersituation bleibe weiterhin angespannt. Eine Reihe von Futterbaubetrieben habe die Winterfutterversorgung noch nicht absichern können.

Auch die Verbraucherinnen und Verbraucherinnen seien gefragt, wenn es um den Klima- und Ressourcenschutz geht, unterstrich Backhaus. Am Messestand des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt erfahren Gäste mehr über den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln. „Wir geben zum Beispiel ganz konkrete Tipps, wo und wie Lebensmittel am besten aufbewahrt werden müssen“, erklärte er.

Neue Angebote für Unternehmer auf dem MV-Serviceportal

Schwerin – Ab sofort können Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt mit Internetzugang Ausnahmen vom Sonntagsarbeitsverbot sowie die Bewilligung einer Werkstattkarte beantragen. Möglich macht es das MV-Serviceportal, das nun auch diese beiden Leistungen des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) online anbietet.

„Damit können über das Portal nun 39 Leistungen voll digital beantragt werden. Das Angebot reicht von der Anzeige für das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände über das Beantragen eines Grundbuchauszugs bis hin zur Ausstellung eines Führungszeugnis‘“, sagt Energieminister Christian Pegel. Dazu kommen ca. 350 teildigitalisierte Leistungen, zu denen die Webseite www.mv-serviceportal.de Zugang bietet.

Für Arbeitnehmer ist Sonn- und Feiertagsbeschäftigung nach dem Arbeitszeitgesetz grundsätzlich verboten. Neben Ausnahmen etwa für Not- und Rettungsdienst, Krankenhäuser oder auch Bus- und Bahnfahrer kann das Lagus bei besonderen Fällen auf Antrag Ausnahme von der Sonntagsruhe für maximal fünf Tage genehmigen, wenn zum Beispiel unerwartet viele Beschäftigte gleichzeitig erkranken oder Material verspätet angeliefert wird und dadurch ein Auftrag nicht rechtzeitig erledigt werden kann. Diese Ausnahme können Arbeitgeber jetzt ganz einfach online beantragen.

Der zweite neue Onlinedienst auf www.mv-serviceportal.de richtet sich vor allem an die Inhaber von Autowerkstätten: Sie können jetzt die Werkstattkarte online beantragen, die sie dazu berechtigt, digitale Fahrtenschreiber zu warten, zu reparieren und zu kalibrieren sowie die darauf gespeicherten Daten herunterzuladen und zu sichern. Diese Karten für qualifiziertes Werkstattpersonal müssen jährlich neu beantragt werden.

Das MV-Serviceportal bietet seit 28. Juni Verwaltungsleistungen von Kommunen, Land und anderen Behörden online an. 149 Menschen haben dort bislang ein Nutzerkonto eingerichtet, das ihnen die Antragstellung erleichtert, indem zum Beispiel persönliche Daten in Formularen automatisch eingetragen werden. Nutzer haben bislang 23 volldigitalisierte Anträge gestellt, darunter zum Beispiel auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung fürs Parken, auf Förderung der digitalen Transformation im Unternehmen oder sie haben ein Gewerbe an- bzw. abgemeldet.

Behörden in M-V, die ihre Leistungen über das Portal anbieten wollen, finden auf www.mv-serviceportal.de/zb Informationen, wie das geht, sowie Ansprechpartner.