Konsultationsbetriebe ergänzen Beratungsangebot zum Ökolandbau

Schwerin – Das Landwirtschaftsministerium hat 12 zertifizierte Ökobetriebe ausgewählt, die künftig im Rahmen des Landesprogramms „Öko-Kompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ als Konsultationsbetriebe im ökologischen Landbau fungieren werden. Diese Betriebe sollen wie Leuchttürme Anlaufstellen für andere Landwirte sein, die ökologisch wirtschaften oder sich für eine Umstellung auf den ökologischen Landbau interessieren. Sie wurden im Ergebnis eines Interessenbekundungsverfahrens entsprechend der 12 vorgegebenen Produktionsrichtungen ausgewählt.

„Ich danke den ausgewählten aber auch den anderen sich gemeldeten Betrieben für ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus „Mit den Konsultationsbetrieben wird der hohe Beratungsbedarf für den ökologischen Landbau durch ein weiteres Angebot abgedeckt. Das wird uns helfen, den ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern weiter voranzubringen.“

Das Landwirtschaftsministerium vereinbarte mit den Konsultationsbetrieben Termine, an denen sie zur ersten Besichtigung und Beratung einladen. Die Termine sind als Anlage beigefügt.

Wirtschaftsminister auf Informationstour bei Unternehmen

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Donnerstag bei vier Unternehmen aus Ludwigslust, Rastow und Schwerin über aktuelle Vorhaben informiert. Auf dem Tourplan standen die beiden Ludwigsluster Betriebe Rattunde GmbH & Co KG und M & M Autoteile GmbH sowie die Sörgel & Bunsen Gerüstbau GmbH aus Fahrbinde und das Hotel „Speicher am Ziegelsee“ in Schwerin. „In der Region zeigt sich eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung. Das ist dem hohen Engagement, dem verantwortungsvollen Wirken und dem unternehmerischen Mut der Firmenchefs und ihrer Mitarbeiter zu verdanken. Mit der Informationstour wollen wir beispielhaft auf die Innovationskraft und das technische Können der Unternehmen hinweisen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die Betriebstour wurde von der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) organisiert und durch den Präsidenten Hans Thon sowie den Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach begleitet.

Seit dem Jahr 2011 sind für 385 neue Investitionsvorhaben im Kammerbezirk der IHK zu Schwerin Investitionszuschüsse in Höhe von rund 255,9 Millionen Euro ausgegeben worden unter anderem aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE). Das Gesamtinvestitionsvolumen der Vorhaben betrug rund 1,35 Milliarden Euro. Damit wurden rund 3.900 neue Arbeitsplätze geschaffen und knapp 15.500 Arbeitsplätze gesichert. „Wir werden künftig weiter an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeiten. Neuansiedlungen und Erweiterung von bestehenden Unternehmen haben wir klar im Fokus. Dadurch entstehen neue Arbeitsplätze, bestehende Jobs werden gesichert“, erläuterte Glawe weiter.

Das Ludwigsluster Maschinenbau-Unternehmen wurde im Jahr 1990 in Wittenberge als „Garagenfirma“ gegründet und begann mit der Fertigung von Maschinen, die später zu Sägebearbeitungszentren und flexiblen Fertigungssystemen weiter entwickelt wurden. Heute produzieren 235 Mitarbeiter vom Standort Ludwigslust aus Maschinen, Anlagen und technische Geräte, die nach Unternehmensangaben weltweit verkauft werden. Die Maschinen kommen in der Rohrindustrie, bei Stahlwerken, Automobilzulieferern, Möbel- und Fahrradherstellern zum Einsatz. Seit einigen Jahren hat die Rattunde GmbH auch Niederlassungen in den USA und in Mexico. Derzeit werden im Unternehmen 16 Jugendliche in insgesamt zehn Berufen der Metall- und Logistikbranche ausgebildet. „Die Rattunde GmbH investiert seit vielen Jahren vorbildlich in die Ausbildung junger Menschen. So wird Schulabgängern eine Perspektive für eine berufliche Karriere in der Region geboten. Zugleich ist so sichergestellt, dass den Unternehmen qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen“, sagte Glawe.

„Welche erfolgreichen Anstrengungen in der Rattunde GmbH in Punkto Ausbildung unternommen werden, zeigen seit Jahren die Ergebnisse. So konnte dieses Unternehmen zuletzt mit Toni Dahl einen der besten Auszubildenden der IHK-Winterprüfungen präsentieren“, ergänzt IHK-Präsident Thon.

Die Autoteile M & M GmbH ist ein Groß- und Einzelhändler für Autoersatzteile. Zudem werden Dienstleistungen rund um die Bereiche Automobile, Zweiräder, Kraftfahrzeugteile, Reifen und Zubehör angeboten. Das Sortiment umfasst Produkte zur Wartung, Reparatur und Pflege von Personen- und Nutzfahrzeugen für Gewerbetreibende und Hobbyschrauber. Insgesamt 13 Mitarbeiter sind an fünf Standorten (Ludwigslust, Schwerin, Parchim, Wismar-Kritzow und Hagenow) beschäftigt. Im Jahr 2016 wurde der Betrieb seitens der IHK als „Unternehmer in Verantwortung“ ausgezeichnet. Seit 2007 unterstützt das Unternehmen die Entwicklung des SG03 Ludwigslust/Grabow e.V., mit knapp 1.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine Westmecklenburgs. „Die Autoteile M & M GmbH zeichnet sich durch ein besonderes ehrenamtliches Engagement aus – vor allem in den Bereichen Sport, Gesundheit und Jugendförderung. Mit der Unterstützung sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, ein attraktives Freizeitangebot zu nutzen“, sagte Glawe.

„Mit Matthias Belke hat die M & M Autoteile GmbH einen außerordentlich engagierten Geschäftsführer, der neben seiner beruflichen Tätigkeit auch viel ehrenamtliche Arbeit leistet. Als Vizepräsident der IHK zu Schwerin vertritt er die Interessen der Unternehmer sehr erfolgreich“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Eisenach.

Die Sörgel & Bunsen Gerüstbau GmbH besteht seit 1990 und bietet ein breites Leistungsspektrum rund um den Gerüstbau und -verleih. Dazu gehören beispielsweise Arbeits- und Schutzgerüste, Einhausungen und Überdachungen sowie Sonderkonstruktionsgerüste für Denkmalpflege und Aufzüge. Nach Unternehmensangeben kommen die öffentlichen, gewerblichen und privaten Kunden aus Mecklenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg. Insgesamt 35 Mitarbeiter – Gerüstbaumonteure, geprüfte Gerüstbaukolonnenführer, geprüfte Gerüstbaukolonnenführer mit Ausbildereignung, Gerüstbaumeister und Bauleiter – sind beim Unternehmen beschäftigt. „Familienfreundlichkeit und Fachkräftesicherung sind neben der kompetenten Absicherung von Bauarbeiten ein wichtiger Schwerpunkt in der täglichen Arbeit bei der Sörgel & Bunsen Gerüstbau GmbH. So können Mitarbeiter langfristig im Unternehmen gehalten werden“, sagte Glawe.

Das Hotel „Speicher am Ziegelsee“ in Schwerin entstand 1998 aus einem denkmalgeschützten Getreidespeicher und bietet 77 Zimmer, ein Restaurant, Tagungsräume sowie einen Wellnessbereich. Unter den 50 Mitarbeitern ist eine im April 2018 gekürte „Landesmeisterin in den gastgewerblichen Grundberufen Koch, Restaurantfach und Hotelfach“ des DEHOGA MV und der IHKs. „Eine sehr gute Berufsausbildung leistet einen hervorragenden Beitrag zur Fachkräftesicherung im eigenen Unternehmen. Das Hotel ´Speicher am Ziegelsee´ war hier in der Vergangenheit höchst erfolgreich und ist beispielgebend für die Hotelbranche“, unterstreicht IHK-Präsident Thon.

Das Hotel wurde im Oktober 2005 außerdem als erstes Hotel für die Region Mecklenburg-Schwerin von der Dachmarke „Viabono“ zertifiziert. Viabono ist eine Gemeinschaftsinitiative der Bundesregierung in Kooperation mit Tourismus-, Umwelt- und Verbraucherverbänden. Seit dem Jahr 2010 wird das Hotel nach Unternehmensangaben komplett klimaneutral geführt. „Ein modernes und qualitätsbewusstes Hotelgewerbe ist für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern von entscheidender Bedeutung. Das bedeutet, stetig in Qualitätsverbesserungen zu investieren. Das Hotel ´Speicher am Ziegelsee´ geht konsequent den Weg der Ressourcenschonung und schafft sich so ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte Glawe.

Die IHK zu Schwerin vertritt für rund 25.000 Mitgliedsunternehmen die Interessen der gewerblichen Wirtschaft in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg sowie in der Landeshauptstadt Schwerin. „Die IHK zu Schwerin ist eine entscheidende, gestaltende Kraft für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Sie berät Unternehmen, bündelt deren Interessen gegenüber Politik und Verwaltung, bildet Menschen aus und weiter“, sagte Glawe.

Landesfinale Ideenwettbewerb „inspired“ in Wismar

Wismar – Landesfinale beim Ideenwettbewerb inspired“: In dem Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Rostock und Greifswald sowie der Fachhochschulen Neubrandenburg, Stralsund, Wismar und der Fachhochschule des Mittelstands Rostock/Schwerin präsentieren sich am Donnerstag (19.07.) die Finalisten zum Endausscheid. „Der Gründer-Ideenwettbewerb ist ein gutes Instrument, um kreative Ideen der Studierenden, Forschenden und Absolventen in konkrete und qualitativ hochwertige Gründungen umzusetzen. Wichtig ist, dass die unternehmerischen Konzepte realisiert werden. Das schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Ziel dieses Wettbewerbs ist es, potenzielle Gründer zu motivieren und frühzeitig bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Auch innovative Technologien und Ideen an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollen identifiziert und mit wertvollen Kontakten, intensivem Coaching und wichtigen Erfahrungswerten unterstützt werden. Der Ideenwettbewerb wird in einem zweistufigen Verfahren umgesetzt: Zunächst gibt es lokale Ideenwettbewerbe, veranstaltet von den Hochschulen an ihrem jeweiligen Standort (Forschungsraum), ggf. in Kooperation untereinander oder mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Dann folgt das Landesfinale. Die Bewertungskriterien sind Innovationsgehalt, Kundennutzen, Marktpotenzial, Realisierungswahrscheinlichkeit und die Motivation des Gründungsteams.

„Hinter allen Projektvorschlägen steckt Kreativität, Arbeit, Zeit und persönliches Engagement. Mit Unterstützung der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes haben die Teilnehmenden originelle Geschäftsideen und entscheidende Forschungsergebnisse zu wirtschaftlichen Gründungsszenarien weiterentwickelt“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Projekt mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von rund zwei Millionen Euro. „Der Wettbewerb trägt dazu bei, die allgemeine Ideenfindungs- und Gründungskultur in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken“, sagte Glawe.

Kein gutes Jahr für die Landwirte

Schwerin – „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos!“, mit diesem Satz überschreibt der Minister die aktuelle Situation der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Das aktuelle Dürregeschehen habe ohne Zweifel zum Teil existenzbedrohende Auswirkungen für die Landwirtschaftsbetriebe des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Betroffenheit sei je nach den regionalen Witterungs- und Standortbedingungen unterschiedlich groß. „Das Ausmaß der Dürre zeichnet sich jedoch ab. Die Ernte der Wintergerste ist abgeschossen, da haben wir erhebliche Mindererträge von bis zu 50 Prozent und damit verbundene Mindererlöse von rund 47 Mio. Euro“, so der Minister. „Auch die ersten Ergebnisse weiterer Mähdruschfrüchte deuten darauf hin, dass die Verluste noch höher ausfallen werden als bisher befürchtet. Die Erträge beim Raps liegen demnach nur zwischen 15 und 35 Dezitonnen pro Hektar und beim Winterweizen zwischen 35 und 60 Dezitonnen pro Hektar.“ Außerdem sei abzusehen, dass der 2. und. 3. Schnitt auf den Wiesen und Weiden ausfällt, was die Futterversorgung in den viehhaltenden Betrieben gefährde.

Erst nach Abschluss der gesamten Ernte könnte das Schadensausmaß insgesamt bewertet werden. „Deshalb sind uns im Moment auch noch die Hände gebunden, was finanzielle Hilfen zum Schadensausgleich angeht“, wirbt der Minister um Verständnis bei den betroffenen Landwirten.

Sollte sich im weiteren Ernteverlauf abzeichnen, dass aufgrund widriger Witterungsverhältnisse bei einer erheblichen Anzahl von Betrieben das gesamtbetriebliche Einkommen um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum 3-Jahresdurchschnitt aus den letzten 5 Jahre sinkt, seien Hilfsmaßnahmen zum Schadensausgleich möglich. Dazu zähle der Erlass einer entsprechenden Schadensausgleichsrichtlinie, um finanzielle Unterstützung zu gewähren. Die dafür benötigten finanziellen Mittel müssten aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden. Grundlage dafür sei die „Nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursacht durch Naturkatastrohen oder widrige Witterungsverhältnisse“ vom 29.06.2015.

„In der Zwischenzeit sind wir aber nicht untätig“, betont der Minister. So habe er bereits frühzeitig eine Arbeitsgruppe „Dürre“ eingerichtet, die sich permanent mit dem Erntegeschehen und den Ernteergebnissen beschäftigt. Darin eingebunden seien Vertreter aus dem Ministerium, der Landesforschung, der LMS Agrarberatung GmbH und des Bauernverbandes.

„Das zeigt, wir nehmen die Situation sehr ernst und setzen weiterhin alles daran, den betroffenen Landwirten zu helfen“, sagt der Minister und verweist darauf, dass das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt bereits eine Reihe unterstützender Maßnahmen eingeleitet habe. So würden beispielsweise für die landwirtschaftlichen Flächen in Landesbesitz auf Antrag Pachten gestundet. Gleiches gelte für fällige Steuerzahlungen. „Außerdem bieten wir den Landwirten den zeitweisen Flächenankauf durch die Landgesellschaft (LG M-V) an. Damit wollen wir den Betrieben zu neuer Liquidität verhelfen“, so Backhaus. Sie hätten dann die Möglichkeit, die Flächen innerhalb von sechs Jahren zu gleichen Konditionen von der Landgesellschaft zurückzukaufen.

Auch seien die ökologischen Vorrangflächen für Mahd und Beweidung freigegeben worden, um die viehhaltenden Betriebe im Land zu unterstützen.

„Wir haben außerdem bereits die Banken zu uns an den Tisch geholt und um ihre Unterstützung für die betroffenen Betriebe geworben“, ergänzt der Minister und appelliert auch an den Bauernverband und die Landwirte im Land, sich mit den betroffenen Betrieben solidarisch zu zeigen und diese zum Beispiel bei der Futterversorgung zu unterstützen.

„Ich sehe aber auch weiterhin den Bund in der Pflicht“, so der Minister und verweist auf die im Rahmen des Bund-Länder-Treffens am 10.07.2018 in Brüssel erteilte Zusage des Bundes, noch bis Ende Juli die Abteilungsleiter der Länder zu einer gemeinsamen Beratung einzuladen. Dort sollen sowohl die Auswirkungen der anhaltenden Dürre im Norden als auch der Starkregenereignisse im Süden ausgewertet und daraus abzuleitende Maßnahmen erörtert werden. „MV wird dabei vor allem dafür eintreten, dass sich der Bund auch finanziell an der Bewältigung der nunmehr dritten schlechten Ernte in Folge beteiligt“, sagt der Minister zu.

OVG Greifswald kassiert Bäderverkaufsverordnung M-V

Greifswald – Mit heute verkündetem Urteil hat das Oberverwaltungsgericht in Greifswald die Bäderverkaufsverordnung M-V für unwirksam erklärt.

Nach Auffassung des Gerichts ist die Bäderverkaufsverordnung bereits aus formellen Gründen wegen eines Verstoßes gegen das Zitiergebot des Art. 57 Landesverfassung M-V verfassungswidrig und deshalb unwirksam. Der Antragsgegner habe die ihm verfassungsrechtlich obliegende Pflicht verletzt, die vollständigen Ermächtigungsgrundlagen, auf die die Bäderverkaufsverordnung M-V beruht, zu zitieren. Der Hinweis auf § 10 Satz 1 Ladenöffnungsgesetz in Verbindung mit dem Organisationserlass des Ministerpräsidenten vom 18. November 2011 i.d.F. vom 25. September 2014 genüge nicht. Vielmehr hätte mit Blick auf den erfolgten Zuständigkeitswechsel für Sonn- und Feiertagsrecht vom Innenministerium auf das Justizministerium § 5 Abs. 5 Landesorganisationsgesetz genannt werden müssen.

Eine Entscheidung, ob die Bäderverkaufsverordnung M-V (auch) aus materiellen Gründen zu beanstanden ist, hatte das Oberverwaltungsgericht daher nicht mehr zu treffen. Allerdings hatte das Gericht bereits in der mündlichen Verhandlung am 11.Juli 2018 deutlich gemacht, dass es gegen § 5 BädVerkVO M-V (Freizeiteinrichtungen) aus materiell-rechtlichen Gründen Bedenken hat. Hingegen hat es sich zu der Anzahl der Sonntage in der Bäderverkaufsverordnung, zu dem sog. Warenkorb und der Zahl der betroffenen Orte nicht abschließend geäußert.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

In einer ersten Stellungnahme sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe zur Entscheidung des OVG Greifswald: „Die Aufrechterhaltung des Angebotes sonntags öffnen zu können, halte ich in unserem Tourismusland für enorm wichtig. Der Sonntagseinkauf wird von unseren Gästen geschätzt und erwartet. Für die touristische Entwicklung unserer Wirtschaft ist er unverzichtbar. Kühlere Monate, in denen das Wetter ein Sonnenbad und längeren Aufenthalt am Strand erschweren, können so besser abgefedert werden. Letztlich wird im Handel in den touristischen Orten vor allem noch in der Hauptsaison das Geschäft nahezu für das ganze Jahr gemacht.

Ich möchte auch klar sagen: Niemand wird gezwungen, sein Geschäft am Sonntag zu öffnen. Die Bäderverkaufsverordnung ermöglicht der heimischen Wirtschaft, zu öffnen und für unsere Gäste bleibt es ein Angebot, sonntags einzukaufen.

Die Gewerkschaft Verdi misst in ihren Forderungen mit zweierlei Maß – in Schleswig-Holstein trägt sie eine ähnlich lautende Bäderregelung wie bei uns im Land mit. Umso weniger ist es nachvollziehbar, dass Mecklenburg-Vorpommern das Nachsehen haben soll. Hier entsteht eine absolute Wettbewerbsverzerrung und im Ergebnis bedeutet dies auch einen deutlichen Wettbewerbsnachteil zu Lasten der heimischen Wirtschaft.

Wir haben vor dem Gerichtstermin der Gewerkschaft einen neuen Entwurf einer Bäderverkaufsverordnung vorgelegt. Leider sind die im Hintergrund gelaufenen Bemühungen eine Einigung zu erzielen, ins Leere gelaufen. Auch ein unmittelbares Gesprächsangebot nach dem Verhandlungstag (11. Juli) wurde von Seiten der Gewerkschaft abgelehnt. Diese Blockadehaltung ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die bisher geltende Regelung ist ein Kompromiss, der gemeinsam mit vielen Beteiligten erzielt worden ist.

Die heutige Entscheidung ist keine Entscheidung für oder gegen den Sonntagsschutz. Wir werden das heutige Gerichtsurteil sorgsam prüfen und dies gemeinsam mit den Betroffenen besprechen, um die aus dem Urteil notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

Die Bäderregelung ist für die Versorgung der ca. 7,5 Millionen Urlauber im Land unverzichtbar.“

„Seeweide Naturcamping“ entsteht in Penzlin

Penzlin – Im Ortsteil Werder in der Stadt Penzlin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) entsteht derzeit ein neuer Campingplatz mit 120 Stellplätzen. „Es entsteht ein neues touristisches Angebot inmitten einer beeindruckenden Naturlandschaft am Penzliner Stadtsee. Mit dem Campingplatz bietet sich Gästen eine attraktive Möglichkeit, von dort aus den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zu erkunden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Mit dem Vorhaben werden zwei neue Arbeitsplätze geschaffen.

Der Campingplatz wird am Großen Penzliner Stadtsee, rund vier Kilometer vom Tollensesee-Radrundweg, auf einem ehemals mit Stallanlagen bebautem Gelände neu errichtet. Neben der verkehrstechnischen Erschließung und der Gestaltung der Außenflächen ist vorgesehen, unter anderem ein Sanitärgebäude, ein Rezeptionsgebäude, ein Spielplatz und eine Minigolfanlage zu bauen. Die Eröffnung des Campingplatzes ist Ostern 2019 geplant.

„Camping wird von einer stetig wachsenden Gästegruppe nachgefragt. Deshalb gilt es, kluge Investitionen zu tätigen, die Qualität und Komfort mit attraktiven Freizeitangeboten kombinieren“, sagte Glawe. Die Campingplätze im Land erzielten nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis März 2018 ein Plus von 79,6 Prozent bei den Ankünften (16.668) und 91,1 Prozent bei den Übernachtungen (58.101).

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen knapp 1,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 352.000 Euro.

Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es im Zeitraum Januar bis März 2018 im Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte rund 153.000 Ankünfte (+4,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und knapp 484.000 Übernachtungen (+8,2 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es mehr als eine Million Ankünfte (+4,9 Prozent) und knapp 3,7 Millionen Übernachtungen (+6,8 Prozent).

Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“

Schwerin – Noch bis zum 05. September können sich Interessierte beim Filmwettbewerb „Entwicklung der deutsch-polnischen Nachbarschaft an Oder und Ostsee“ bewerben. Veranstalter ist das Gemeinsame Sekretariat des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Das grenzüberschreitende Programm trägt erheblich zur gegenseitigen Verständigung im Grenzraum zwischen Polen und Deutschland bei. Mit dem Wettbewerb sollen die Projekte des Programms in Filmbeiträgen dargestellt werden. Das Themenspektrum ist so vielfältig wie das Programm. Jeder kann mitmachen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Das Ziel des Wettbewerbs ist eine aussagekräftige Darstellung der Ergebnisse des Interreg V A-Programms oder aus vorherigen Förderperioden zu folgenden Projektthemen: Wirtschaft und Wissenschaft, Infrastruktur und Transport, Zusammenarbeit von Institutionen, Bildung, Umweltschutz und Wiederherstellung der Biodiversität, Tourismus, Gesundheit, Kultur. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden ab dem 21. September auf den folgenden Internetseiten präsentiert: www.interreg5a.info, www.ewt.wzp.pl, www.pomerania.org.pl, www.pomerania.net sowie auf den Facebook- und Instagram-Profilen des Kooperationsprogramms Interreg V A Mecklenburg-Vorpommern/Brandenburg/Polen. „Wir wollen aufzeigen, wie erfolgreich das Interreg-Programm wirkt. So werden die Bewohner beiderseits der Grenzen noch besser zueinander gebracht, um den europäischen Gedanken intensiver zu leben“, sagte Glawe.

Die Arbeiten müssen bis zum 05. September 2018 (Eingangsdatum) eingereicht werden. Die Filmaufnahmen können in Form von Werbespots, Videoclips oder kurzen Reportagen erfolgen. Sie sollen grundsätzlich konkrete Interreg-Projekte darstellen.

Die Dauer der Filmaufnahme sollte nicht mehr als 5 Minuten betragen. Die Filmaufnahme sollte in Full HD (1920 x 1080 Pixel) sowie in einem der Formate MPEG-2, MPEG-4, QuickTime oder WMV zur Verfügung gestellt werden.

Die drei besten Filme werden in Form von Statuetten, Urkunden und Präsenten aus dem Kooperationsprogramm Interreg V A und dem EU-Programm Interact prämiert. Die Auszeichnung findet auf der Jahresveranstaltung des Programms am 18. September 2018 statt, auf der auch die Filme präsentiert werden.

Die DVD, der USB-Stick oder der Downloadlink ist mit dem ausgefüllten Anmeldeformular an folgende Adresse zu schicken:

Gemeinsames Sekretariat Interreg V A
E.-Thälmann-Str. 4
D – 17321 Löcknitz

Ansprechpartner beim Gemeinsamen Sekretariat ist Frau Aleksandra Wietrzychowska (aleksandra.wietrzychowska@interreg5a.net).

Neue Waschanlage für LKW, Busse und Wohnmobile in Schwerin

Schwerin – Die WMG Wasch und Service GmbH & Co. KG aus Schwerin investiert derzeit in eine neue Waschanlage für LKW, Transporter, Busse und Wohnmobile. „Mit der Errichtung des Unternehmens entsteht ein Servicedienstleistungszentrum für große Fahrzeuge. Künftig können an einem Ort die komplette Innen- und Außenreinigung sowie kleinere Reparaturen durchgeführt werden. Mit der Gründung entstehen drei neue Arbeitsplätze vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Vorgesehen ist, auf 640 Quadratmetern Fläche eine Halle zu errichten, in der unter anderem eine Waschstraße, eine Servicestraße mit Werkstattfläche, Aufenthalts- und Sozialraum sowie ein Technikbereich untergebracht sind. Ergänzend dazu wird eine Fläche von 2.250 Quadratmetern als Stellfläche für sieben LKW ausgebaut. Weiterhin wird umfangreich in einen Maschinenpark investiert. Das künftige Angebot soll vorrangig Außenwäschen sowie Reinigungsdienstleistungen und Fahrzeugaufbereitung umfassen. Darüber hinaus ist vorgesehen, servicenahe Werkstattdienstleistungen wie beispielsweise Reifenservice, Ausbesserung von Lackschäden und Reparatur von Aufliegerplanen vorzunehmen. „Mit der Ansiedlung wird ein Anlaufpunkt für Geschäfts- und Privatkunden geschaffen, um ihr Fahrzeug professionell reinigen zu lassen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen knapp 1,2 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 191.000 Euro.

Die Agrarminister in Sachen GAP erneut in Brüssel

Brüssel – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nahm heute gemeinsam mit der Bundesministerin Frau Klöckner und seinen Länderkollegen am Bund-Länder-Gespräch zur Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in Brüssel teil.

Neben dem gemeinsamen Austausch zum weiteren Verfahren standen dabei vor allem Gespräche mit den EU-Kommissaren Phil Hogan und Günther Oettinger im Mittelpunkt.

„Diese Gespräche waren wichtig, um den Fokus der EU-Verantwortlichen noch einmal auf die Forderungen der deutschen Seite zu ziehen“, so Backhaus. Auch wenn er es immer noch bedauere, dass die von der EU-Kommission vorgelegten Verordnungsentwürfe einen echten Reformwillen und den versprochenen Bürokratieabbau vermissen lassen, sei es jetzt umso wichtiger zu gangbaren Kompromissen zu finden.

Der Minister betonte die enorme Bedeutung der GAP. Sie sei eine der wichtigsten Aufgabenfelder europäischer Politik. „Es geht dabei um viel mehr als bloße Landwirtschaftspolitik, es geht um die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse und die Zukunft des ländlichen Raumes“, so Backhaus.

Die neue GAP müsse daher einen erkennbaren gesellschaftlichen Mehrwert bringen, dafür trete er auch weiterhin ein, erklärte der Minister und verwies erneut auf seinen MV-Vorschlag zur Weiterentwicklung der GAP. Mit Blick auf die Herausforderungen des Klima- und Umweltschutzes seien deutlich höhere Anstrengungen als bisher notwendig. Dafür müssten alle landwirtschaftlichen Betriebe in Europa verstärkt ökologische Leistungen für sauberes Wasser, saubere Luft und die Verbesserung der Bodenqualität erbringen, so der Minister. „Hierfür brauchen wir echte Anreize. Für den Erfolg unserer zukünftigen Agrarpolitik kommt es entscheidend darauf an, die Landwirte auf diesen Reformweg mitzunehmen. Das wird nur gelingen, wenn wir die ökologischen und klimarelevanten Leistungen der Landwirte endlich angemessen honorieren“, gab der Minister zu bedenken.

Nur so ließe sich die Landwirtschaft zukunftssicher gestalten. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die besondere Bedeutung der Landwirtschaft für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

Backhaus machte dabei nochmals deutlich, dass er eine vereinfachte Umsetzung für dringend nötig halte, insbesondere in der Flächenförderung. Auch das in den Verordnungsentwürfen vorgesehene Ausmaß an delegierten Rechtsakten sehe er kritisch.

„Wir brauchen schnellstmöglich Planungs- und Rechtssicherheit. Auch müssen wir zu einem erkennbaren Bürokratieabbau kommen. Jetzt liegt es an uns, noch vor den Wahlen des Europäischen Parlaments im Frühjahr 2019 zu einer europäischen Einigung zu finden – das ist eine schwierige Aufgabe, aber sie ist lösbar“, zeigte sich der Minister optimistisch.

Nicht zuletzt wurde im Rahmen dieses Treffens auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern auch die aktuelle Situation der Landwirtschaft thematisiert. Der Bund hat zugesichert, noch bis Ende Juli die Abteilungsleiter der Länder zu einer gemeinsamen Beratung einzuladen, um sowohl die Auswirkungen der anhaltenden Dürre im Norden als auch der Starkregenereignisse im Süden zu analysieren und daraus abzuleitende Maßnahmen zu erörtern.

Berrigarden GmbH errichtet Betriebsstätte in Lutheran

Lübz – Die Berrigarden GmbH errichtet in Lutheran (Ortsteil der Stadt Lübz im Landkreis Ludwigslust-Parchim) eine Betriebsstätte zur Herstellung und Verarbeitung von Trockenobst, getrockneten Rohwaren und Pasten. „In Lutheran wird die gewerbliche Wirtschaft weiter gestärkt. Mit der Ansiedlung der Berrigarden GmbH entstehen zehn neue Arbeitsplätze vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die Ansiedlung wurde durch die Landeswirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV GmbH begleitet.

Die Berrigarden GmbH baut derzeit in der Hauptstraße ein bestehendes Gebäude zu einer Produktionsstätte mit Lager, Büro, Werkstatt und Sozialräumen um. Der Maschinenpark ist unter anderem mit einer Verpackungs- und einer Füllmaschine, Messgeräten und Förderbändern ausgestattet. Das Unternehmen bezieht Rohwaren wie beispielsweise Nüsse und Früchte, die vor Ort getrocknet, zerkleinert, gemischt und anschließend für die gewerblichen Kunden abgefüllt werden. Nach Unternehmensangaben werden die Produkte ausschließlich an gewerbliche Kunden in Deutschland und Dänemark ausgeliefert. „Die Produkte werden überregional und international vermarktet. Das stärkt den Export in unserem Land und sichert Arbeitsplätze in den Unternehmen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen knapp 700.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 181.000 Euro.

Seit dem Jahr 2011 hat das Wirtschaftsministerium im Landkreis Ludwigslust-Parchim 226 unternehmerische Investitionsvorhaben – Neuansiedlungen und Erweiterungen – mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 665 Millionen Euro in Höhe von rund 131 Millionen Euro unterstützt (Stand März 2018). Dadurch sind knapp 2.200 Arbeitsplätze neu entstanden und knapp 10.200 Jobs wurden gesichert. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum 1.104 Investitionsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro, die mit rund 626 Millionen Euro gefördert wurden. Daraus sind knapp 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden und mehr als 35.000 Jobs wurden gesichert. „Wir werden auch künftig Unternehmen bei ihren Vorhaben in der Region unterstützen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Mehr Bio in MV – Potenzial öffentlicher Verpflegung nutzen

Rostock – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nahm heute auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern an deren diesjähriger Sommerreise teil. Die Reise zu Betrieben des ökologischen Landbaus und der Rostocker Uni-Mensa Süd stand unter der Überschrift „Mehr Bio in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“.

„Mecklenburg-Vorpommern ist in Sachen Ökolandbau ganz weit vorn. Um auf diesem erfolgreichen Kurs zu bleiben, ist die Erschließung neuer Absatzmärkte besonders wichtig“, betonte der Minister. Dabei sei die bio-regionale Verpflegung in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ein wichtiger Baustein. „Angesichts von 7,5 Millionen Gästen mit fast 30 Millionen gebuchten Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2017 sehe ich aber auch in der Gastronomie deutlich mehr Potenzial für den Absatz von regionalen und saisonalen Bio-Produkten“, so der Minister.

Klare Strategie des Landwirtschaftsministeriums ist daher vor allem eine stärkere Vernetzung auf der Angebotsseite. „Hierfür müssen schnellstmöglich Lösungsvorschläge auf den Tisch. Ich denke da zum Beispiel an die Zusammenstellung von Bio-Angebotspaketen für die Gastronomen und Kantinenbetreiber im Land“, sagte der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt den Aufbau eines solchen „Netzwerkes Ökologischer Landbau“ in den Teilnetzwerken Ackerbau, Tierhaltung, Gartenbau sowie Verarbeitung und Gastronomie im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2019 mit über 550.000 Euro. Um auch auf der Nachfrageseite weiter voranzukommen, erarbeitet das Ministerium zudem einen Leitfaden, wie Gastronomen und Kantinenbetreiber Bioprodukte zukünftig noch gezielter verwenden und bewerben können.

„Unser erklärtes Ziel ist es, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite ein schlüssiges Konzept vorlegen“, bekräftigte Backhaus. Dies gehe jedoch nicht ohne die aktive Mitgestaltung der Ökobranche. “Ich bin sicher, dass wir den Anteil der ökologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe erhöhen können, wenn diese Betriebe den Absatz ihrer kostenintensiven Bioprodukte gesichert sehen.“ Der Minister forderte die ökologischen Anbauverbände mit ihren Vermarktungseinrichtungen daher auf, sich noch stärker in die Vermarktung ökologischer Erzeugnisse einzubringen.

Gleichzeitig sei aber auch die Beratung und Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben wichtig, die auf die ökologische Wirtschaftsweise umstellen wollen. „Auch da sehe ich die Anbauverbände noch stärker in der Pflicht“, so der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt die Beratung zu Fragen des ökologischen Landbaus mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit einem Fördersatz von 90 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern lag der Zuwachs an ökologisch bewirtschafteter Fläche zwischen Januar und Mai 2018 bei 9.662 Hektar. Insgesamt werden aktuell damit bereits mehr als 149.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Das sind 11,1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. 944 Landwirtschaftsbetriebe und damit fast jeder 5. Betrieb (19,3 %) wirtschaftet ökologisch.

Das von der Landesregierung festgesetzte Ziel, bis zum Jahr 2021 im Land eine Fläche von 150.000 Hektar ökologisch zu bewirtschaften, wird voraussichtlich bereits zur Jahresmitte 2018 erreicht. Die Landesregierung wird sich auch weiterhin nachdrücklich für die erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus einsetzen. Dazu wurde das Landesprogramm zur Stärkung und Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in MV „Öko-Kompetenz MV 2020“ erarbeitet. Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft „Regionalität“ aus dem Gesundheits- und Tourismusland MV deutlich mit der Eigenschaft aus „ökologischen Landbau“ und „ökologischer Tierhaltung“ zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.

Wirtschaftsminister informiert sich über Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock

Rostock – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Montag (09.07.) beim Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock über aktuelle Vorhaben informiert. Das Leibniz-Institut für Katalyse ist im Bereich der angewandten Katalyseforschung tätig (Katalyse ist die Wissenschaft von der Beschleunigung chemischer Elementarprozesse). „Wir brauchen mehr Forschung und Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern, um die Wirtschaft zu stärken und zukunftsfähige Arbeitsplätze weiterhin zu schaffen. Entscheidend ist, dass Wirtschaft und Wissenschaft dabei eng zusammenarbeiten, um gemeinsam praxisrelevante Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die aus unserem Land heraus vermarktet werden können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Das LIKAT ist eine Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und hat die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.). Hauptziele der wissenschaftlichen Arbeit in Rostock sind die Gewinnung neuer Erkenntnisse in der Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Katalyse und deren Anwendung bis hin zur technischen Umsetzung.

Bis zum Jahr 2021 soll zu dem bestehenden Institut in direkter Nachbarschaft ein neues Technikum („Transfer-Technikum ZeroCarbon-Catalysis“) gebaut werden. Die Finanzierung erfolgt durch Bund und Land. In dem Forschungs- und Entwicklungszentrum ist geplant, neue Verfahren zu entwickeln und zu erproben, um Kohlenstoff aus alternativen, sauberen Quellen zu gewinnen und die chemischen Forschungsergebnisse damit in die Praxis zu führen. Ziel ist es, in dem Gebäude Pilotanlagen und Prototypen für Praxistests zu bauen. „Das Technikum kann künftig insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit bieten, aufwendige Technik für Tests und Prototypen dort umzusetzen. Wichtig ist, dass die Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung hin zur industriellen Anwendung konsequent ausgebaut wird, um marktfähige Produkte, Technologien und Dienstleistungen zu entwickeln“, sagte Glawe.

In der aktuellen Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) 168 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Es ist geplant, den Bereich um 50 Millionen Euro aufzustocken. Seit dem Jahr 2014 wurden bislang (Stand 31.12.2017) für 354 Vorhaben Fördermittel in Höhe von 122,5 Millionen Euro bewilligt.

Daraus sind bislang unter anderem die folgenden Projekte unterstützt worden: 80,5 Millionen Euro für 184 Verbundforschungsvorhaben, 32,6 Millionen Euro für 59 einzelbetriebliche FuE-Vorhaben, 5,9 Millionen Euro für 78 Durchführbarkeitsstudien sowie 2,3 Millionen Euro für 15 Prozessinnovationen. Von den bewilligten Mitteln gingen insgesamt 36,6 Millionen Euro an kleine und mittlere Unternehmen für 182 Projekte, 45,4 Millionen Euro an große Unternehmen für 54 Projekte, 24,2 Millionen Euro an Universitäten/Hochschulen (einschließlich Universitätsmedizin) für 74 Projekte und 16,3 Millionen Euro an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen für 44 Projekte.

Die Forschungsbereiche des Institutes sind in verschiedene Themenfelder unterteilt: Angewandte nachhaltige Katalyseprozesse (Angewandte Homogenkatalyse, Heterogene katalytische Verfahren und Katalyse mit erneuerbaren Rohstoffen), Innovative Methoden und Technologien in der Katalyse (Katalytische in situ-Studien, Katalysatorenentwicklung und Reaktionstechnik und Heterogene Photokatalyse), Spezielle (metall) organische Synthesen und Katalysen (Koordinationschemische Katalyse, Hydrierungen und Hydroformylierungen und Bioinspirierte Homo- & Heterogene Katalyse. Im LIKAT sind nach Angaben des Institutes 300 Mitarbeiter beschäftigt. Derzeit gibt es 39 Forschungsprojekte mit der Wirtschaft: vertragliche Kooperationen mit 41 Hochschulen, 27 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und 39 Unternehmen. Gegenwärtig sind am LIKAT 78 Doktoranden (inklusive der Gastdoktoranden und Stipendiaten) und 33 PostDoc‘s aus 24 Ländern tätig. Jährlich werden ca. 20 Promotionen und ca. 15 Master- bzw. Bachelorarbeiten abgeschlossen.

WEMAG unterstützt Wiederaufbau des Kinderspielplatzes in Suckow

Kommunaler Energieversorger stellt auch Crowdfunding-Plattform für gemeinnützige Projekte bereit

Suckow/Schwerin – Der kommunale Energieversorger WEMAG hat den Wiederaufbau des Kinderspielplatzes in Suckow, der Ende Mai des vergangenen Jahres von einer Windhose teilweise zerstört wurde, finanziell unterstützt. „Die Spende hat uns sehr geholfen. Auch in der Gemeinde haben alle etwas gegeben. Es war unglaublich“, freute sich Ronny Kleinke, stellvertretender Vorsitzenden des Vereins Spielplatz-Freunde e.V. Suckow. Im Verein engagieren sich derzeit 20 Mitglieder. Als Dankeschön für die Helfer und Unterstützer hatten sie am 5. Juli eine kleine Wiedereinweihungsfeier organisiert. „Ohne die großzügige Spende der WEMAG wäre die Wiederherstellung und Erweiterung des Spielplatzes nicht möglich gewesen. Dafür bin ich dem Unternehmen sehr dankbar“, ergänzte Suckows Bürgermeister Jürgen Kühl.

Als kommunales Unternehmen ist die WEMAG fest in der Region verankert. Dabei belässt sie es aber nicht bei der zuverlässigen Lieferung von Strom und Gas, sondern engagiert sich mit Spenden und Sponsoring-Maßnahmen in den Städten und Gemeinden ihres Versorgungsgebietes. Unterstützt werden überwiegend kulturelle, sportliche und soziale Engagements. Zu den festen Größen gehören unter anderem die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, der Landesfußballverband, der Wettbewerb Jugend forscht – Schüler experimentieren, der 5-Seen-Lauf und die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Schaalsee. Auch der Suckower Carneval Club Blau-Gelb-Rot e.V. hat bereits Spenden für seine Jugendarbeit und Karnevalsveranstaltungen erhalten.

Im Rahmen der Wiedereinweihung des Kinderspielplatzes überreichte WEMAG-Kommunalbetreuer Bernd Halfkath (li.) den symbolischen Spendenscheck im Beisein des Bürgermeisters Jürgen Kühl (re.) an den stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Spielplatz-Freunde e.V. Suckow, Ronny Kleinke. Foto by WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Anfang April 2018 hat die WEMAG eine Plattform zur Verfügung gestellt, die den Förderbedarf von Projekten aus der Region öffentlich macht. Über die Internetseite www.wemag-crowd.com können sich Initiatoren von gemeinnützigen Projekten mit Menschen verbinden, die diese Projekte finanziell unterstützen möchten. Bedingung ist, dass die Projekte den Bereichen Kunst, Kultur, Sport, Bildung oder Umwelt zuzuordnen sind.

So hatte ein gemeinnütziger Verein aus Grambow kürzlich diese Möglichkeit genutzt und die erforderlichen Mittel für die Erweiterung des Kinderspielplatzes im Ort auf der neuen Crowdfunding-Plattform der WEMAG gesammelt. „Wenn möglichst viele Menschen spenden, kann gemeinsam viel erreicht werden. Mit unserer neuen Crowdfunding-Plattform können Ideen vor der eigenen Haustür sichtbar gemacht und umgesetzt werden. Wir fördern damit ein schöneres und besseres Miteinander in der Region“, sagte Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand der WEMAG.

Umweltminister ruft auch Industrie­betriebe zur verstärkten Vorsorge auf

Schwerin – Der Brand auf dem Gelände des Recyclingunternehmens Alba Nord am Mittwoch in Rostock-Marienehe zeigt erneut, dass auch Industrieunternehmen, die entzündliche und brennbare Stoffe lagern, angesichts der extremen Witterungsbedingungen den vorbeugenden Brandschutz noch stärker beachten müssen. „Zwar kann zu den Ursachen der Brandentstehung noch nichts Abschließendes gesagt werden, aber ich appelliere an alle Betreiber solcher Anlagen, dieser Tage besonders auf den Brandschutz zu achten. Leicht entzündliche Stoffe sollten nicht der prallen Sonne ausgesetzt werden“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Mit dem Anlagenbetreiber hat das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Mittleres Mecklenburg bereits am gestrigen Tage vor Ort weitere Maßnahmen vereinbart, um erforderliche Schlussfolgerungen zur Verbesserung des Brandschutzes ziehen zu können und bei Wiederaufnahme des Betriebes ein erneutes Ausbrechen des Brandes zu verhindern. Die letzte Kontrolle des StALU erfolgte November 2016 im Zusammenhang mit der Genehmigung einer Erweiterung der Metallaufbereitung, in Zusammenarbeit mit dem Brand- und Rettungsamt der Hansestadt Rostock war darunter auch die Kontrolle der Auflagen zum Brandschutz.

Da beim Löschen Wasser in die Warnow floss, hat das StALU zusätzlich zu den gestrigen Probenahmen der Unteren Wasserbehörde weitere Proben genommen, um die Belastung mit Schadstoffen zu ermitteln. Nach einer ersten Analytik handelt es sich jedoch vorrangig um organische Stoffe. Abschließende Aussagen sind gegenwärtig noch nicht möglich.

Als der Brand gestern in Rostock ausbrach, kontrollierte das StALU gerade die Alba-Anlage in Parkentin in Nachbereitung des dortigen Brandes vom 05. Juni. Im Ergebnis der Brandverhütungsschau muss ein Löschwasserteich angelegt werden. Mittelfristig soll Alba ein neues brandschutztechnisches Konzept erstellen.

Sowohl die Recyclinganlage in Parkentin als auch die Anlage der Veolia in Nienhagen, wo es am 30. Mai brannte, arbeiten inzwischen wieder. Auf Weisung des StALU laufen sie jedoch nur im eingeschränkten Betrieb, um die Lagerbestände bis zur endgültigen Klärung der brandschutztechnisch notwendigen Maßnahmen möglichst gering zu halten. Durch das StALU wurden Analysen der Brandrückstände veranlasst. Ergebnisse liegen derzeit aber noch nicht vor.

Start für Mentoringprogramm „Aufstieg in Unternehmen“

Drese will mehr Frauen in Führungspositionen

Neustrelitz – „Ich möchte den Anteil von Frauen in Führungspositionen in allen beruflichen Bereichen erhöhen. Die Mentoring-Programme des Landes für die Wirtschaft, Wissenschaft sowie in der Landesverwaltung und im künstlerischen Bereich haben sich in den letzten Jahren dafür als geeignete und erfolgreiche Instrumente erwiesen.“ Mit diesen Worten gab Gleichstellungsministerin Stefanie Drese in Neustrelitz heute den Startschuss für die vierte Auflage des Unterstützungsprogramms zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in Unternehmen.

Die Ministerin hob in ihrem Grußwort die Weiterentwicklung des Mentoringprogramms in der Wirtschaft hervor. So steigt im aktuellen Jahrgang mit neuen Qualitätsstandards die Anzahl der Teilnehmerinnen (Mentees) auf 100 gegenüber 50 im ersten und 72 im dritten Durchgang. „Das zeigt, dass unsere Mentoringprogramm zunehmend bekannter ist, für gut befunden und weiterempfohlen wird“, so Drese.

Besonders erfreut zeigte sich Drese darüber, dass die Region Vorpommern verstärkt einbezogen werden konnte. Somit wird das Programm nunmehr durch fünf Träger in sechs regionalen Projekten landesweit umgesetzt. Drese: „Gleichzeitig werden die Unternehmen mehr einbezogen und sind viele Branchen und Firmen verschiedenster Größen vertreten – nun auch verstärkt aus dem Bereich Technik und Energie“, verdeutlichte die Ministerin.

Viele der Mentorinnen und Mentoren aus Unternehmen sind bereits mehrfach dabei. Dazu zählen z. B. die Rostocker Stadtwerke oder cheplapharm. Neu dazugekommenen sind Vertreterinnen und Vertreter aus den Firmen Nordwasser und der Ostseezeitung. Sie begleiten mit Rat und Tat Frauen bei ihrem beruflichen Aufstieg in die Unternehmensspitze.

Die Förderung qualifizierter weiblicher Führungskräfte und eine gleichstellungsorientierte Personalpolitik liegen nach Ansicht Dreses im ureigenen Interesse der Unternehmen. „Frauen sind hervorragend ausgebildet, leistungsfähig und motiviert, tauchen jedoch auch in Mecklenburg-Vorpommern zu selten in der oberen Führungsebene auf“, so Ministerin Drese.

Auch angesichts des Fachkräftemangels sieht Drese das landesweiten Mentoring-Programm als wichtiges Angebot für Unternehmen sich zukunftsfähig aufzustellen. „Firmen, die sich beteiligen, setzten damit gegenüber ihren weiblichen Fach- und Führungskräften ein wertschätzendes und nachhaltiges Zeichen“, sagte Drese.

Die vierte Auflage des Mentoringprogramms „Aufstieg in Unternehmen“ läuft von Anfang 2018 bis Ende 2020. Insgesamt stellt das Sozialministerium dafür gut eine Million Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.