Rostocker Unternehmen entwickelt webbasierte Röntgen-Software

Rostock – Das Rostocker Unternehmen Oehm und Rehbein GmbH plant derzeit die Entwicklung einer webbasierten Röntgen-Akquisitionssoftware, die der Erstellung, der Bildverarbeitung und der Befundung von Röntgenbildern dient.

„Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben der Oehm und Rehbein GmbH bietet neue, digitale Möglichkeiten für den medizinischen Bereich. So können Bilder und Befunde im Originalformat gespeichert, mit anderen Spezialisten geteilt und über Geräte mit Internetverbindung aufgerufen werden. So kann mit Unterstützung der Telemedizin Patienten schneller geholfen werden. Das ist ein effektiver Beitrag für eine verbesserte Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Oehm und Rehbein GmbH ist Anbieter kundenspezifischer Systemlösungen für die Human- und Veterinärmedizin, Industrie und Sicherheitsbehörden in den Bereichen digitales Röntgen, Bildmanagement und cloudbasierte Bildverteilung. Das Unternehmen liefert nach eigenen Angaben weltweit Systeme für konventionelle und digitale Röntgenanlagen in Krankenhäusern, Kliniken und Facharztpraxen, aber auch für den NDT- („non-destructive testing“ – zerstörungsfreie Werkstoffprüfung) und Security-Bereich.

Am Unternehmensstandort in Rostock arbeiten derzeit 64 Mitarbeiter. „Die Oehm und Rehbein GmbH hat sich national und international einen guten Ruf erarbeitet. Sie steht für innovative, hochwertige medizinische Softwarelösungen. Seit vielen Jahren ist das Unternehmen auch in Dubai auf der internationalen Medizintechnik-Fachmesse Arab Health mit anderen Ausstellern aus Mecklenburg-Vorpommern präsent und ist Beispiel für ein hochmodernes, innovatives Unternehmen aus unserem Land“, sagte Glawe.

Die Arab Health gehört zu den größten Healthcare-Plattformen für Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen für den Mittleren Osten und Asien. Während der Messe präsentieren mehr als 4.000 Aussteller aus ungefähr 60 Ländern ihre medizinischen Geräte und Gesundheitsprodukte. Knapp 100.000 Fachbesucher aus aller Welt reisen zur Arab Health in die Golfmetropole.

Zur Gesundheitswirtschaft zählen unter anderem die Medizintechnik, die Biotechnologie, das Gesundheitshandwerk, der medizinische Handel und die pharmazeutische Industrie. In Mecklenburg-Vorpommern sind über 148.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Der Anteil an der gesamten regionalen Bruttowertschöpfung beträgt 15,3 Prozent und ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gestiegen. Insbesondere im Bereich Life Science (z.B. Medizintechnik, Forschung und Entwicklung, Humanarzneiwaren usw.) gibt es in Mecklenburg-Vorpommern deutliche Zuwächse.

In den vergangenen zehn Jahren sind nach einer Studie der BioCon Valley® GmbH zufolge über 3.700 neue Jobs allein in diesem Bereich entstanden (2006: 8.000 Erwerbstätige – 2015: 11.700 Erwerbstätige; Quelle: BioCon Valley® GmbH/WifOR). „Die Gesundheitswirtschaft ist in Mecklenburg-Vorpommern zu einem bedeutenden Teil unserer Wirtschaft gewachsen. Entscheidend ist jetzt, dass wir die Trends, wie beispielsweise innovative App-Entwicklungen und Telemedizin, weiter vorantreiben. So können wir die Gesundheitsversorgung noch stärker an den Belangen der Patienten ausrichten“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt betragen knapp 523.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) mit rund 208.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung.

Schweriner Unternehmen forscht an neuartigem Schweißverfahren für Turbinen-Service

Schwerin – Das Schweriner Unternehmen OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V GmbH, Rostock) an einem neuen Schweißverfahren. Dieses soll bei der Instandsetzung von Turbinenschaufeln angewendet werden und so deren Verschleißwiderstand deutlich erhöhen. „Ziel des neuen Verfahrens ist es, Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturen in Zukunft deutlich zu reduzieren. Denn Turbinenschaufeln sind in der Regel sehr heißrissempfindlich und damit nur bedingt schweißbar. Aufgrund der extremen Betriebsbeanspruchungen unterliegen die Turbinenschaufeln einem ungemein hohen Verschleiß, dass macht die Instandhaltung sehr kostenintensiv“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Turbinen sind rotierende Strömungsmaschinen, die durch strömende Flüssigkeiten oder Gase mechanische Leistung erzeugen. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise in den Antriebseinheiten von Flugzeugen oder Schiffen, aber auch in Gas- oder Ölkraftwerken. In der Regel werden die Schaufeln von Turbinen aus Nickelbasislegierungen gefertigt, die nur bedingt zum Schweißen geeignet sind. Um dennoch Rekonditionierungsverfahren durchführen zu können, sollen die Laserpulverschweißanlagen in dem Vorhaben mit einer induktiven Vorwärmtechnik ausgestattet werden. Somit kann neben der konventionell-automatischen Schweißfertigung im Kronenbereich ohne Vorwärmung zukünftig auch eine spezielle Schweißfertigung erfolgen, bei der die Turbinenschaufeln im Kronenbereich lokal vorgewärmt werden. „Der Lösungsansatz des Forschungsvorhabens sieht vor, dass eine weitgehend eigenständige Einheit entwickelt wird. Das hat den Vorteil, dass diese bei Bedarf an der Fertigungsanlage direkt angebracht und über eine Hard- und Software-Schnittstelle verbunden werden kann“, sagte Glawe.

Der Fokus der OT Oberflächentechnik GmbH liegt zunächst auf der technischen Vorbereitung der geplanten Versuchsschweißungen sowie der anschließenden metallurgischen Untersuchung und deren Auswertung. Die SLV M-V GmbH wird federführend für die Schweißversuche verantwortlich sein. Zusätzlich wird die Forschungseinrichtung die Anforderungen zur Durchführung einer digitalen Radioskopie ermitteln und daraus resultierend die Verfahrensparameter bestimmen sowie diese in realen Bauteilversuchen validieren. „Die Fertigstellung, Erprobung und Inbetriebnahme der Anlagentechnik ist für den Beginn des nächsten Jahres vorgesehen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 662.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 950.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG ist ein zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus stationären Gas- und Dampfturbinen sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und keramischen Werkstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Applikationen für die Bearbeitung von Bauteilen aus unterschiedlichen, überwiegend Hochtemperatur-Werkstoffen an.

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetz. Gegründet wurde sie 1990 an der Universität Rostock, Fachbereich Maschinenbau und Schiffstechnik. Für die Gründung war bestimmend, auf den Gebieten der Werkstoff-, Schweiß- und Lasertechnik in Mecklenburg-Vorpommern beratend und unterstützend tätig sein zu wollen, das Prüf- und Überwachungssystem auf diesen Gebieten zu fördern und damit einen Beitrag für die Entwicklung und den Wiederaufbau von Wirtschaft und Industrie zu leisten.

Land(auf)Schwung

Projekt „Konservenladen“ vom Hiddenseer Kutterfisch eröffnet

Insel Hiddensee – Am Freitag wurde in Vitte auf Hiddensee der erste Fischkonservenladen Hiddensees eröffnet. Das Projekt des Landwirts und Initiators Mathias Schilling wurde im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung gefördert. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 243.600 Euro, wovon insgesamt 146.100 Euro durch Bund und Land gefördert werden.

Von 2015 bis 2019 fördert der Bund die Umsetzung von Projekten im Rahmen von Land(auf)Schwung in der Modellregion Vorpommern-Greifswald zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Nahversorgung mit insgesamt 1,5 Mio. Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich als einziges Bundesland auch finanziell mit jährlich 50.000 € am Bundesvorhaben, das noch bis Ende 2019 läuft.

Der Fischkonservenladen stellt die Weiterentwicklung des Projekts “Hiddenseer Kutterfisch“ dar, welches 2016 abgeschlossen wurde. Die Erhaltung traditioneller Wirtschaftsformen wie der Weidewirtschaft, der Inselschäferei sowie der Küstenfischerei auf Hiddensee in Verbindung mit der Produktion handwerklich konservierter Fischprodukte in kreativ gestalteten Dosen ist die innovative Verbindung von Tradition und Moderne. Das Konzept ist in Deutschland einmalig. Mit dieser Initiative wird der Mehrzahl der noch aktiven Fischer auf Hiddensee, dem Fischfang der Region eine neue Perspektive, jenseits sinkender Fangquoten und fallender Erzeugerpreise, gegeben. Der küstennah gefangene Ostseehering wird zu hochwertigen Produkten in Konserven verarbeitet, die ihren Weg in die Metropolen antreten, aber auch in der Region selbst zu erwerben sind.

Dabei nutzen die Initiatoren bewusst den Netzwerkgedanken der Modellregion und kooperieren mit weiteren Produzenten, unter anderem der Gärtnerei Schnelles Grünzeug Grammendorf, Olaf Schnelle oder der Senfmühle Schlemmin, Ivonne Kostroß.

Viele Land(auf)Schwung Projekte präsentieren sich zudem mit ihren Produkten und Ideen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommerns. Dort werden auch der „Hiddenseer Kutterfisch“ mit kreativen Konserven zu finden sein.

Luxusyachten kommen zukünftig aus Greifswald

Greifswald – Das Greifswalder Unternehmen Michael Schmidt Yachtbau GmbH hat in der Hansestadt eine Betriebsstätte zum Bau von Luxusyachten errichtet. Ab sofort sollen bereits vorliegende Auftragsarbeiten im neuen Werk im Greifswalder Stadtteil Ladebow gebaut werden. „Entscheidend für die Wahl des Standortes war der Zugang zum Wasser mit entsprechendem Tiefgang. Das stellt in Greifswald kein Problem dar. Zudem sind viele Zulieferer für Möbel oder Tischler- und Edelstahlarbeiten in unmittelbarer Umgebung, sodass sich weitere Synergieeffekte für die regionale Wirtschaft ergeben können. Mit der neu errichteten Betriebsstätte werden die Produktionsbedingungen deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Bisher verfügte der Schiffsbauer in Greifswald über einige Räumlichkeiten zur Entwicklung und zur Markterforschung. Die jetzt neu errichtete Betriebsstätte ist 50 Meter lang und 40 Meter breit und verfügt unter anderem über ein 800 Quadratmeter großes Lager, eine Lackierhalle sowie einen Maschinenpark mit Kunststoffbearbeitungsmaschinen und Hubwerkzeugen. Insgesamt beträgt die Fläche aller Baueinheiten mehr als 3.500 Quadratmeter. Am Standort ist es nun möglich, gleichzeitig vier bis sechs Leichtbauyachten zwischen 20 und 30 Metern Länge zu bauen.

Der Vertrieb der Yachten soll nach Unternehmensangaben eigenständig oder über Makler und Vermittler erfolgen. „Das Unternehmen hat den internationalen Markt für die Yachten im Fokus. So wird zukünftig ein in Mecklenburg-Vorpommern hergestelltes Produkt auf den Weltmeeren unterwegs sein“, so Glawe weiter.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 1.014.300 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 3,5 Millionen Euro.

Derzeit gibt es 1.400 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten in der Branche. Die Umsätze haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht auf 474 Millionen Euro Bruttoumsatz. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland.

Technologie-Unternehmen forscht zu Analyseplattform für Solaranlagen

Rostock – Das 2014 gegründete Rostocker Technologie-Unternehmen powerdoo GmbH entwickelt derzeit ein innovatives Analyse- und Monitoringsystem für Photovoltaikanlagen. Bislang erfolgt die Auswertung der Daten vor Ort direkt an den Anlagen. Jetzt soll in einem Forschungsvorhaben ein Monitoringsystem entwickelt werden, das die Daten ausliest und in Echtzeit an eine cloudbasierte Speicher- und Recheneinheit übermittelt. „Die powerdoo GmbH will eine innovative Software für die Überwachung und das Management von regenerativen Energiekraftwerken entwickeln, um den Aufwand für die Anlagenbetreiber zu verringern. Das junge Unternehmen setzt dabei auf eigene, wirtschaftsnahe Forschungs- und Entwicklungsarbeit, um für die Kunden intelligente Lösungen aufzuzeigen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Die powerdoo GmbH hat derzeit vier Mitarbeiter.

Über ein Webportal sollen die Anlagenbetreiber Zugriff auf die Daten Auswertungen zur Betriebsführung erhalten. Für das Testsystem integriert powerdoo die Datenformate und Protokolle verschiedener Hersteller, sodass die Lösung universell einsetzbar ist. Dabei werden geeignete Schnittstellen definiert und ein Betriebssystem für die verwendete Hardware-Plattform ausgewählt, welches die Daten aus der Solaranlage ausliest.

Der Webdienst soll für Photovoltaikbetreiber unterschiedliche Funktionalitäten darstellen, wie beispielsweise eine Verwaltung der Sensordaten, Datenverarbeitung und –analyse. Nach der Entwicklung des Hardware-Prototyps soll das Monitoringsystem im Livebetrieb getestet und optimiert werden. Dieser Schritt ist nach Unternehmensangaben für das nächste Jahr vorgesehen. Derzeit betreut das Unternehmen Systeme mit 697 Megawatt Peak (Einheit der maximalen Leistung eines Photovoltaik-Kraftwerks), produziert von 82.872 Wechselrichtern (diese dienen dazu, Gleichstrom in ein Wechsel- oder Drehstromnetz einzuspeisen, etwa bei ins Stromnetz einspeisenden Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung).

„International wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen stärken die Unternehmen und damit auch die Wirtschaft insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern. So werden zukunftssichere und attraktive Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gesichert und geschaffen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 207.380 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 365.000 Euro. „Die europäischen Fördermittel helfen, die Innovationskraft unserer Unternehmen durch die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu stärken“, sagte Glawe. In der Förderperiode von 2014 – 2020 können 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung aus dem EFRE eingesetzt werden.

Fipronil Auswirkungen auf MV

Schwerin – Seit dem 20. Juli 2017 beschäftigen Fipronil belastete Eier aus Belgien ganz Europa. „Das Ausmaß ist gigantisch“, sagte Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald heute in der Landespressekonferenz. Insgesamt wurden anhand der Kundenlisten der Geflügeldienstfirma, welche das Mittel eingesetzt hat, ca. 180 Geflügelbetriebe identifiziert, deren Tiere mit dem Mittel behandelt wurden. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Mecklenburg-Vorpommern die ersten Fälle zu verzeichnen hat“, sagte Dr. Jürgen Buchwald.

„Von Anfang an, waren unsere Behörden im Land sensibilisiert und in erhöhter Alarmbereitschaft“, betonte Buchwald. „Am 03.08.2017 erreichte uns leider auch die Nachricht von belasteten Eiern in einem Rostocker Supermarkt“, erläuterte er.

Folgendes Vorgehen wurde abgestimmt:

In den Legehennenbetrieben wurde der Einsatz von Dega-16 schriftlich abgefragt. Des Weiteren wurden die Betriebe zu Eigenkontrolluntersuchungen aufgefordert. Bei Vor-Ort-Kontrollen wurden schriftliche Aufzeichnungen der angewendeten Reinigungs- und Desinfektionesmittel sowie auch Schädlingsbekämpfungsmittel überprüft und die vorhandenen Mittel in Augenschein genommen. Pro Veterinäramt wurden zwei amtliche Proben genommen.

In die Packstellen wurden Informationen zum Geschehen aus Lebensmittelwarnungen, dem „Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel“ (RASFF) und die Veröffentlichung des Niederländischen Ministeriums zu den betroffenen Erzeugercodes weitergegeben. Die Packstellen wurden zudem auf verpackte und zugekaufte Eier kontrolliert.

Bezüglich des Vertriebs von mit Fipronil belasteten Eiern wurden die Lebensmittel-Zentrallager, die in Zusammenhang mit Eiprodukten stehen und Unternehmen, die Eier in großen Mengen verarbeiten, überprüft sowie die Rücknahmen und Rückrufe überwacht.

Untersuchungsergebnisse:

Insgesamt liegen 29 Eigenkontrollergebnisse von Unternehmen vor, die mitgeteilt haben, dass in ihren Betrieben kein Fipronil angewendet wurde.

In diesem Jahr wurde das Wirkstoffspektrum der Rückstandsuntersuchungen bei Eiern im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock auf Fipronil und Fipronil-sulfon erweitert. Insgesamt wurden 2017 27 Proben aus 27 Unternehmen gezogen und im LALLF untersucht. So wurden bereits im April Untersuchungen darauf mit 10 negativen Ergebnissen durchgeführt. Weitere 3 negative Eieranalysen erfolgten im Rahmen des Nationalen Rückstandskontrollplanes. 14 Analysen, die seit dem 24.07.2017 in Mecklenburg-Vorpommern gezogen wurden, ergaben eine positive Eierprobe, welche aus einem Geflügelzuchtbetrieb stammt, in dem Mast-Elterntiere gehalten werden. Die Eier werden also nicht für den Verzehr produziert, sondern dienen der Masthähnchenproduktion. Deshalb dürfen diese weiterhin als Bruteier ausgegeben werden, müssen jedoch anschließend bevor sie als Hähnchen in den Handel gehen auf Unbedenklichkeit getestet werden. Aus diesem Grund wurde zudem eine Fleischprobe in dem betroffenen Unternehmen gezogen, die negativ ist.

Es gibt Hinweise, dass in einem weiteren Geflügelzuchtbetrieb, das mit Fipronil versetzte Desinfektions- und Reinigungsmittel Dega-16 eingesetzt wurde. Die Tiere dieses Betriebes wurden vor dem Bekanntwerden des aktuellen Geschehens bereits zur Schlachtung nach Polen bzw. in die Niederlande gebracht. Die dortigen Behörden wurden durch den Bund informiert.

Zudem erfolgten vergangene Woche Rücknahmen verarbeiteter fipronilbelasteter Eiprodukte aus Niedersachsen aus drei Großhandelsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kamen zwei weitere Meldungen eines Zentrallagers in Schleswig-Holstein, welches seine Kunden, unter anderem auch in Mecklenburg-Vorpommern über den Rückruf informierte und eine Folgemeldung eines Betriebes, der aber nie belastete Eier aus den Niederlanden erhalten hat.

Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich an dem außerplanmäßigen Untersuchungsprogramm des Bundes, welches einen Überblick über die aktuelle Belastungssituation geben soll, mit jeweils 10 Untersuchungen von „Feinen Backwaren“ und „Teigwaren“. Dabei werden Brotfabriken, Großbäckereien, Hersteller von Teigwaren, Konditoreien und Direktvermarkter untersucht. die Ergebnisse werden nach Vorliegen bekannt gegeben.

Hormongift Bisphenol A in Lebensmittelkonserven nachgewiesen

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat bei einer Untersuchung von Lebensmittelkonserven großer deutscher Handelsketten eine Belastung von mehr als der Hälfte der getesteten Lebensmittel mit Bisphenol A (BPA) festgestellt. Von 26 in Stichproben ausgewählten Produkten aus dem Sortiment von Rewe, Lidl, Aldi, Netto, Penny und Edeka enthielten 14 Produkte das Hormongift.

BPA ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Epoxidharzen. Das sind Kunststoffe, mit welchen das Innere von Konservendosen häufig ausgekleidet wird, um Korrosion zu verhindern. BPA kann sich aus der Beschichtung lösen und auf die Lebensmittel übergehen. Im menschlichen Körper wirkt die Chemikalie ähnlich dem weiblichen Hormon Östrogen. Viele Studien belegen, dass BPA bereits in sehr geringen Mengen das Hormonsystem stören und schädlich für die Fortpflanzung sein kann. Unter anderem werden Unfruchtbarkeit, Prostata- und Brustkrebs, Diabetes Typ 2, Immunschwäche und Übergewicht mit BPA in Verbindung gebracht.

Der BUND hatte Konserven mit Thunfisch, gestückelten und ganzen Tomaten, Kokosmilch sowie Mais und Sauerkraut untersucht. Bei Thunfisch, Tomaten und Kokosmilch waren 74 Prozent der Proben BPA-belastet. Zwar handele es sich um eine stichprobenartige Untersuchung, die nicht repräsentativ für das gesamte Sortiment sein müsse, jedoch sei bei der Zahl belasteter Produkte eine deutliche Tendenz erkennbar, sagte der BUND-Chemikalienexperte Manuel Fernández. Ähnliche Ergebnisse habe ein parallel durchgeführter Test der österreichischen BUND-Partnerorganisation Global 2000 gezeigt: Auch hier waren Thunfisch-, Tomaten- und Kokosmilchkonserven am häufigsten von den untersuchten Proben mit BPA belastet.

Der BUND-Experte wies darauf hin, dass schwer kalkulierbar sei, wie viel BPA sich im Inhalt einer Dose anreichere. Dies hänge von verschiedenen Faktoren wie dem Säuregehalt des Inhalts, dem Erhitzen zur Konservierung und Temperaturschwankungen bei der Lagerung ab. Die Belastung von Menschen und Umwelt durch hormonell schädliche Chemikalien müsse jedoch insgesamt stark reduziert werden, da auch Kombinationseffekte bislang noch kaum untersucht seien, forderte Fernández.

„Das Hormongift BPA hat in Lebensmitteln rein gar nichts verloren. Für alle Produkte, die mit Menschen in Kontakt kommen, muss das Vorsorgeprinzip greifen, deshalb brauchen wir endlich ein EU-weites Verbot von Bisphenol A“, sagte Fernández. Da die Politik das Thema seit vielen Jahren verschleppe, müsse der Handel freiwillig den Verbraucherschutz gewährleisten und auf BPA-freie Lebensmittelverpackungen umstellen. „Besonders für die großen Lebensmittelketten mit Eigenmarken wäre es ein Leichtes, auf BPA-haltige Konservendosen zu verzichten und auch ihre Zulieferer in die Pflicht zu nehmen“, so Fernández.

FIM Friedland Industrial Minerals GmbH investiert in eigenen Standort

Friedland – Die FIM Friedland Industrial Minerals GmbH baut ihren Standort in Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) weiter aus. Das Unternehmen fördert den in der Fachwelt bekannten Friedländer Ton und verarbeitet diesen Rohstoff zu spezialisierten Adsorbentien für technisch-industrielle Applikationen, aber auch für den Einsatz in der Landwirtschaft. Vor dem Abschluss stehen Investitionen in neue Maschinen für die Herstellung ultrafeiner Tonmineralprodukte. „FIM Friedland ist in diesem Bereich dann nicht mehr auf Fremdfertigung durch andere Anbieter angewiesen, sondern kann diese in Eigenregie herstellen. 19 Arbeitsplätze werden gesichert, drei neue Arbeitsplätze entstehen vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

FIM Friedland Industrial Minerals GmbH hat ihre Geschäftstätigkeit im Jahr 2004 aufgenommen. Investiert wird mit dem Vorhaben in Maschinen und Anlagen wie Radlader, eine Mahlanlage einschließlich Zubehör und Anschlüssen, Befüllautomat sowie in ein Warenwirtschaftssystem. „Das Unternehmen kann auf diese Weise qualitativ weiter wachsen, die Produktivität ausbauen und ist somit noch flexibler im Wettbewerb eingestellt“, so Glawe weiter.

Die vor Ort verarbeiteten Tonminerale werden unter anderem für die Bereiche Umwelt & Naturschutz (Bindemittel, Ölbinder, Schadstoffabsorption), mineralische Dichtung (Brunnenbaugranulat, Deponiebau, Teichbau) sowie Heim & Garten (beispielsweise zur Herstellung hochwertiger Kultursubstrate) eingesetzt. Der hergestellte Quellton ist unter anderem als Dichtungsbaustoff für Deiche oder bei der Sanierung der Museumsinsel in Berlin eingesetzt worden. Zunehmend wird das Tonmineral als natürliches Toxinbindemittel in der Tierernährung angewendet.

Das Unternehmen setzt sich darüber hinaus auch für Maßnahmen hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Die FIM Friedland GmbH bietet die Möglichkeit des früheren Mutterschutzes sowie Fort- und Weiterbildung an. Darüber hinaus wird die Pflege Angehöriger befördert sowie Kinderbetreuungskosten übernommen. „Das sind wichtige Maßnahmen, um Fachkräfte im eigenen Unternehmen zu halten“, sagte Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 245.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten für das Vorhaben auf rund 1,1 Millionen Euro.

Erstmals Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft ausgelobt

Schwerin – Das Wirtschaftsministerium lobt zum ersten Mal einen Ideenwettbewerb im Bereich der Ernährungswirtschaft aus. „Wir rufen Wirtschaft und Wissenschaft auf, Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Ernährungswirtschaft zu initiieren. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit im Zukunftsfeld Ernährung zu verbessern und damit die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen nachhaltig zu unterstützen. Hier haben wir noch Nachholbedarf“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ernährung ist eines von sechs Zukunftsfeldern, welches die Ausrichtung der Technologieschwerpunkte des Wirtschaftsministeriums darstellt. Die Projekte im Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft können bis zum 08. November in schriftlicher oder digitaler Ausführung beim Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Für den Wettbewerb stehen vom Wirtschaftsministerium Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für Projektförderungen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

„Die bisherigen Forschungsaktivitäten in dieser Branche sind sehr gering. Innerhalb der Ernährungswirtschaft müssen noch mehr innovative und international marktfähige Produkte entwickelt werden. Das schafft Arbeitsplätze bei uns im Land und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Mit dem Wettbewerb wollen wir Anreize schaffen, das Engagement von Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Forschung und Entwicklung zu erhöhen“, so Glawe weiter.

Im Zeitraum 2015 bis 2016 sind 10 Projekte im Ernährungsbereich mit Zuschüssen vom Wirtschaftsministerium in Höhe von insgesamt 1,86 Millionen Euro bewilligt worden. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Das Wirtschaftsministerium und die Hochschule Neubrandenburg haben den Wettbewerb gemeinsam vorbereitet. „Die Zukunftsfähigkeit der Branche resultiert in erster Linie aus der regionalen und überregionalen Absatzfähigkeit der im Land produzierten Produkte. Dies in Verbindung mit modernen Verarbeitungstechnologien, innovativen Prozessabläufen vom Erzeuger bis zum Konsumenten und einer hohen Qualifikation der Fachkräfte trägt zur Sicherung und Steigerung der Wertschöpfungskette im Land bei“, sagte der Prorektor für Forschung, Wissenstransfer und Internationales der Hochschule Neubrandenburg, Prof. Dr. Gerd Teschke. Die Hochschule Neubrandenburg ist auch Mitglied der Jury im Wettbewerb.

In 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie sind über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. „Die Ernährungswirtschaft in MV ist gemessen an ihrem Gesamtumsatz von ca. 4,5 Milliarden Euro jährlich der größte Industriezweig innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in unserem Bundesland. Sie hat einen Gesamtanteil von 33 Prozent an den Gesamtumsätzen des verarbeitenden Gewerbes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Teilnahmeberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen und große Unternehmen, die eine Betriebsstätte in Mecklenburg-Vorpommern haben, sowie Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das Projekt ist in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen. Die Jury setzt sich aus fachkompetenten Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit zusammen.

Es gibt drei mögliche Schwerpunkte im Wettbewerb. Hierzu zählen „Gesunde Ernährung“ (Lebensmittel mit nachgewiesener Gesundheitswirkung, bioaktive Inhaltsstoffe, Enzym- und Biotechnologie, funktionelle, gesundheitsbezogene Lebensmittel); „Technologische Innovation“ (Rohstoffe und Produkte, innovative Verarbeitungstechnologien in der Lebensmittelproduktion sowie Lebensmittelverpackungen mit Funktion sowie „Prozessinnovation“ (Prozessinnovation in der Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Konsumenten, Automatisierung in der Qualitätskontrolle für Lebensmittelrohstoffe und -produkte).

Ansprechpartnerin für den Wettbewerb im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern:

Referat Technologie
Frau Carina Schröder
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Tel.: 0385 588-5316
E-Mail: c.schroeder@wm.mv-regierung.de

Dahlemann: Rückkehrer sind Riesenchance für Vorpommern

Torgelow – Mit einem Besuch der Firma ME-LE-Energietechnik in Torgelow hat der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute seine zweiwöchige Vorpommerntour abgeschlossen.

Bei seinem Besuch informierte sich der Staatssekretär über die Fachkräftesicherung im Unternehmen. Er führte ein Gespräch mit deutschen und polnischen Auszubildenden und Studierenden, die bei ME-LE einen dualen Studiengang absolvieren. Außerdem sprach Dahlemann mit Beschäftigten, die einige Jahre außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns gelebt haben und nun ins Land zurückgekehrt sind.

„Die Zeiten, in denen junge Menschen für eine Berufsausbildung aus Vorpommern weggehen mussten, sind zum Glück vorbei“, sagte Dahlemann mit Blick auf die aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungsmarkt. „Die Wirtschaft muss heute größere Anstrengungen unternehmen, um ihren Fachkräftebedarf zu sichern. Ich freue mich, dass Unternehmen wie ME-LE das erkannt haben und so vorbildlich für die gesamte Wirtschaft viel Zeit und Leidenschaft in die Fachkräftesicherung investieren.“

In den kommenden Jahren müsse ein noch stärkeres Augenmerk auf mögliche Rückkehrer nach Vorpommern gerichtet werden. „Es gibt viele gute Fachkräfte, die nach einer längeren Zeit in anderen Bundesländern oder gar im Ausland nach Vorpommern zurückkehren wollen. Ich sehe das als Riesenchance. Wir müssen noch gezielter um Rückkehrer werben. Dazu führe ich bereits Gespräche mit dem Unternehmerverband und den Wirtschaftsförderern in Vorpommern“, sagte Dahlemann.

Dahlemann zog ein positives Fazit seiner zweiwöchigen Sommertour: „Ich habe viele engagierte Menschen getroffen und sehr gute Ideen kennengelernt, wie wir Vorpommern gemeinsam weiter voranbringen können. Der Vorpommern-Fonds und die Lenkungsgruppe sind zwei wesentliche Instrumente dafür. Entscheidend sind jedoch die stärkere Vernetzung und das Fördern der Macher. Das ist Maßstab unseres Handelns.“

Rostocker Elektronik- und Softwareunternehmen investiert in neue Betriebsstätte

Rostock – Die pironex GmbH errichtet derzeit eine neue Betriebsstätte in Rostock. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Lieferung kundenspezifischer Elektronik- und Softwarelösungen für die Bereiche Medizin, Forschung und Industrie spezialisiert. „Die pironex GmbH hat sich mit ihrer praxisorientierten Umsetzung innovativer Technologien bei regionalen und überregionalen Kunden einen guten Namen erarbeitet. Jetzt soll das Geschäftsfeld rund um den Bereich E-Mobilität ausgeweitet werden. Mit dem Bau des neuen Unternehmenssitzes werden zwölf Arbeitsplätze gesichert und drei neue Jobs entstehen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die pironex GmbH entwickelt kundenspezifische Software, Apps und Steuerungselektronik. Ein weiterer Geschäftsbereich ist die Produktion elektronischer Baugruppen, Geräte und Systeme wie beispielsweise Ladegeräte sowie Batteriemanagementsysteme für Ladestationen und Elektrofahrzeuge. Als Diebstahlschutz, Zugangssystem oder für die Fahrzeugverwaltung bei öffentlichen Verleihsystemen baut das Unternehmen auch Elektronik für Pedelecs und E-Bikes.

Aufgrund steigender Kundennachfrage soll jetzt der Bereich E-Mobilität ausgebaut werden. Dafür wird derzeit eine neue Produktionsstätte errichtet. Der kombinierte Werkstatt- und Bürokomplex soll auf einer Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern entstehen. Weiterhin sind Investitionen in die Labor- und Werkstattausrüstung geplant. „Mit den Investitionen in die Erweiterung werden langfristig die Voraussetzungen für weiteres Unternehmenswachstum im Zukunftsfeld E-Mobilität geschaffen“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens für den Neubau der Betriebsstätte betragen knapp 1,3 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 277.000 Euro.

Campingplatz in Loissin investiert in Erweiterungen des Angebots

Loissin – Der Campingplatz der Ferien- und Freizeitpark Betreibergesellschaft mbH in Loissin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) erweitert derzeit seine Anlage. „Viele Camper verbinden in ihrem Urlaub den Wunsch nach Ferien inmitten der Natur mit gut ausgebauter Infrastruktur und abwechslungsreichen Freizeitangeboten. Auf dem Campingplatz in Loissin wird jetzt investiert, um den Gästen attraktive Übernachtungsmöglichkeiten mit noch größerem Komfort zu bieten. Die geplanten Maßnahmen sichern sieben Arbeitsplätze; zwei neue Jobs werden geschaffen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Campingplatz mit einer Gesamtfläche von 12 Hektar liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom am Südrand des Greifswalder Boddens. Die insgesamt 530 Stellplätze sind durchschnittlich 100 Quadratmeter groß. Jetzt ist vorgesehen, umfangreiche Baumaßnahmen vorzunehmen. Unter anderem sollen die sanitären Einrichtungen sowie der Küchenbereich erweitert, ein Lagerraum gebaut und Stellplätze mit Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüssen versorgt werden. „Die Maßnahmen verbessern deutlich die Qualität des Campingplatzes und erweitern die Kapazitäten für die Urlauber“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von 108.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen des Unternehmens auf 360.000 Euro. „Investitionen in die Erweiterungen und Qualitätssteigerungen sind von erheblicher Bedeutung, denn Camping ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Glawe. Die Studie „Entwicklungschancen des Campingtourismus in MV“ vom Mai 2014 ergab, dass 2012 von den Campern in Mecklenburg-Vorpommern Umsätze in Höhe von rund 212 Millionen Euro getätigt wurden. Mehr als 80 Prozent davon kamen dabei von Touristikcampern und Wohnmobilisten.

Nach Angaben des Loissiner Betreibers gab es im Jahr 2016 insgesamt 60.400 Übernachtungen auf dem Campingplatz. Im gesamten Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden nach Angaben des Statistischen Amtes 2016 auf den Campingplätzen knapp 173.000 Ankünfte (+6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und knapp 900.000 Übernachtungen (+4,5 Prozent) registriert. Die Campingplätze in ganz Mecklenburg-Vorpommern erzielten im Jahr 2016 mit 4,95 Millionen Übernachtungen ein Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt gab es in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Amtes 30,3 Millionen Übernachtungen (+2,8 Prozent) und 7,6 Millionen Ankünfte (+2,3 Prozent). „Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt sich stetig weiter. Jetzt gilt es, durch kluge Investitionen und verstärkte Angebote zur Saisonverlängerung das hohe Niveau zu halten“, sagte Glawe.

Sonne spendet Wärme für Wasserversorgung

AWG Sternberg und WEMAG gründen neue Gesellschaft für Wärme-Projekte

Schwerin/Sternberg – Die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft Sternberg-Dabel-Brüel e.G. (AWG Sternberg) will die Sonnenenergie für die Warmwassergewinnung nutzen. Für die Montage der Solaranlagen auf zwei Wohnhäusern in der Sternberger Karl-Marx-Straße erfolgte am 9. August der Baustart. „Mit der Kollektorfläche von jeweils 25 Quadratmetern können wir in jedem Wohngebäude die Warmwasserversorgung in 40 Haushalten unterstützen. Das heißt, etwa ein Drittel des Wassers wird von der Sonne erwärmt“, erklärte der geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Allgemeinen Wohnungsgenossenschaft Sternberg-Dabel-Brüel e.G. Sven Parwulski. Mit der Einbindung der Erneuerbare-Energien-Anlagen wird auch die Umwelt entlastet. „Der Ausstoß von fast vier Tonnen Kohlendioxid wird jährlich pro Anlage vermieden. Außerdem werden je Gebäude rund 1.900 Kubikmeter Erdgas eingespart“, sagte Projektleiter Michael Schütt von der WEMAG Energiedienste GmbH, die auch das technische Konzept entwickelt hat.

Heizungsbaumeister Lars Ost prüft auf dem Dach die gerade angelieferten Bauteile für die Solaranlage. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Die Montage der Solaranlagen hat die in Sternberg ansässige Firma Michael Dei Heizung/Sanitär/Solar übernommen. „Es freut mich ganz besonders, dass ein regionaler Anbieter diesen Auftrag bekommen hat“, sagte Sven Parwulski bei der Anlieferung der Solarmodule.

Für die Realisierung dieses und weiterer Projekte haben die AWG Sternberg und die WEMAG Energiedienste GmbH die Energiedienste Sternberg GmbH gegründet, wobei die AWG mit 51 Prozent Gesellschafteranteilen Mehrheitsgesellschafterin ist. Sie übernimmt die kaufmännische und die WEMAG Energiedienste GmbH die technische Betriebsführung. „Von der Idee bis zur Umsetzung dieser Vorhaben hat es etwa zwei Jahre gedauert“, berichtete Michael Schütt und verwies auf einige Anfangsschwierigkeiten, die es gemeinsam zu lösen galt.

Bereits zum 1. Juli sind fünf Heizstationen in Sternberg in AWG-Wohnblöcken Am Sehrransbach und in der Karl-Marx-Straße in Betrieb genommen worden. Darüber hinaus wird gegenwärtig in der Karl-Marx-Straße ein kleines Heizhaus gebaut. „Von hier aus wollen wir drei Wohnblöcke mit modernster Heiztechnik versorgen“, kündigte Sven Parwulski an. Er rechnet im September mit der Inbetriebnahme.

Die Wohnungsgenossenschaft will die Fernwärmeversorgung in Sternberg stetig erweitern. Geplant ist die Umstellung zunächst in der Seestraße. Auch in Brüel wird auf eine moderne Wärmeversorgung gesetzt. So wurden bereits drei bestehende Heizstationen von dem vorherigen Wärmelieferanten übernommen, im nächsten Jahr soll nun mit dem Umbau dieser bestehenden veralteten Ölheizungsanlagen auf eine Heizung mit moderner Gas-Brennwerttechnik begonnen werden.

WEMACOM baut Glasfaser in Plau am See auf

Planungen für das Wohngebiet Gerichtsberg abgeschlossen

Schwerin/Plau – Das Internet kann nie schnell genug sein. Wie angenehm das schnelle Surfen im Web tatsächlich sein kann, erleben bald auch viele Einwohner des Luftkurortes Plau am See. Das verspricht die Telekommunikationsgesellschaft WEMACOM mit Sitz in Schwerin und beginnt in Teilgebieten mit den Erschließungsarbeiten zur Zukunftstechnologie „Glasfaser“.

So sind die Planungen für die Erschließung des Wohngebietes Gerichtsberg bereits abgeschlossen. Ganz konkret werden hier etwa 50 Haushalte in den Straßen Am Köpken, Drinkelgrund, Frohnerweg, Gerichtsberg, Gustav-Barday-Platz, Ludwig-Düwahl-Weg, Rosenplan und Zur Alten Mühle an das Glasfasernetz der WEMACOM angeschlossen.

Die Bau-Anlaufberatung hat am 8. August stattgefunden. „Der Baustart selbst ist für die 33. Kalenderwoche vorgesehen“, kündigt Mario Jeske, Gruppenleiter für Privatkunden bei der WEMACOM an. Für die Tiefbau- und Glasfaserarbeiten wurde das Unternehmen Tele Media GmbH beauftragt. Für Fragen zum Zeitplan in der Bauphase können sich Kunden an die Tele Media GmbH unter der Rufnummer 038454/21200 wenden.

„Während der Arbeiten ist mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Wir bitten alle Betroffenen um Verständnis“, so Jeske. Mitarbeiter des Planungsbüros CEC werden mit Beginn der Bauarbeiten mit den Eigentümern die Hauseinführung und den Platz für den Hausübergabepunkt abstimmen. „Die ersten Kunden werden dann wahrscheinlich ab Oktober 2017 mit Lichtgeschwindigkeit durch das Internet surfen“, so Mario Jeske weiter. „Sie können dann  bequem und ohne Ladehemmung Mediatheken, Online-Shopping und Streaming-Dienste mit sehr hohen Bandbreiten nutzen.“

Die Glasfasertechnologie gilt als Investition in die Zukunft, denn die hochmodernen Leitungen ermöglichen die Übertragung großer Datenmengen. Sie bieten im Vergleich zu alten Kupferleitungen erhebliche Vorteile, wie beispielsweise ultraschnelle Datenübertragungsraten und eine geringe Störanfälligkeit.

Neubau einer Schiffbauhalle in Rostock-Warnemünde

Rostock – Am Mittwoch ist in Rostock-Warnemünde der erste Spatenstich für den Neubau einer Schiffbauhalle der MV WERFTEN gesetzt worden. „Mit dem Spatenstich setzt MV WERFTEN ein umfangreiches Investitionsprogramm für ihre drei Standorte im Land um. Neben Rostock-Warnemünde werden auch die Standorte in Stralsund und Wismar von den Erweiterungen profitieren“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

MV WERFTEN plant unter anderem, Flusskreuzfahrtschiffe (die sogenannte „Rhine-Class“ mit einer Länge von 135 Metern) sowie ab dem Jahr 2018 „Global Class“-Kreuzfahrtschiffe (Länge 340 Meter) in Wismar zu fertigen. Für die Megaliner der „Global Class“ sollen am Unternehmensstandort Rostock-Warnemünde die Laserpaneelschweißanlage zur Dünnblechverarbeitung, die Anlagen für den Sektionsbau und die Sektionsausrüstung untergebracht werden.

Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben insgesamt über 100 Millionen Euro am Standort Rostock, davon rund 80 Millionen Euro für den neuen Hallenkomplex. In dem 21.000 Quadratmeter großen Neubau werden Schweiß- und Fertigungsroboter Stahlteile für die neuen Schiffe fertigen. „Die Produktion soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Sommer nächsten Jahres beginnen. Dann geht es mit Hochdruck an die Fertigung von Großsektionen für die 342 Meter langen ´Global Class´-Schiffe. Das sind gute Aussichten für die gesamte maritime Industrie im Land“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die maritime Industrie mit den Bereichen Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro eine Schlüsselstellung ein. Zum Schiffs- und Bootsbau im Land zählen rund 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen, den MV WERFTEN an den Standorten Wismar, Rostock-Warnemünde sowie Stralsund, der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, der Peene-Werft in Wolgast und der Tamsen Maritim in Rostock, sind gegenwärtig rund 2.200 Mitarbeiter und etwa 180 Auszubildende beschäftigt.