Tage des Energielabels 2017

Mehr als 1.100 Elektrogeräte und Autoreifen auf Kennzeichnung kontrolliert

Schwerin – In einer abgestimmten Aktion haben die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer vom 18. bis 22. September 2017 in ganz Deutschland die Einhaltung der Kennzeichnungspflicht zum Energielabel im Handel kontrolliert. In Mecklenburg-Vorpommern ist dafür das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung zuständig.

Die Behörde hat die Kennzeichnung von 1.189 Elektrogeräten und Autoreifen geprüft. Bei 61 Produkten (5,1 Prozent) mussten die Kontrolleure sie beanstanden. Das ist eine geringfügige Verbesserung im Vergleich zu Vorjahresaktion (5,9 Prozent). Die Behörde beanstandete vor allem Produkte, bei denen das Energielabel ganz fehlte.

Die höchste Beanstandungsquote gab es mit 45,5 Prozent bei den Autoreifen. Das Label fehlt aber auch an Haushaltsgeschirrspülern (7 Prozent), Fernsehgeräten (6 Prozent), Kühlschränken (5 Prozent) und Staubsaugern (4,8 Prozent). Hingegen musste die Behörde fehlende Energielabel an Wäschetrocknern nur in 1,6 Prozent der Fälle, bei den Waschmaschinen gar nicht beanstanden.

Die Marktüberwachungsbehörde hat bei dieser Aktion 27 Händler, darunter Elektrofachmärkte, Küchenstudios, Kfz-Handwerksbetriebe und Autohäuser sowie Reifenhändler kontrolliert. Bei 14 Händlern hat die Behörde Geräte beanstanden müssen. Dies entspricht einer Quote von 52 Prozent und stellt gegenüber der Vorjahresaktion (59 Prozent) einen Rückgang um 7 Prozent dar. Nach Ansicht der Behörde deutet dies darauf hin, dass die regelmäßigen landesweiten Kontrollen die Händler zunehmend sensibilisieren und zu einer korrekten Kennzeichnung mit dem Energielabel veranlassen.

Die Hälfte der 14 beanstandeten Händler hat die festgestellten Mängel umgehend und freiwillig behoben. Bei den übrigen sieben Händlern wurden Verwaltungsverfahren eingeleitet.

Die Kennzeichnung mittels Energielabel versetzt die Verbraucherinnen und Verbrauchern in die Lage, sachkundige Entscheidungen auf der Grundlage des Verbrauchs an Energie und an anderen wichtigen Ressourcen sowie anhand verschiedener Parameter wie der Leistung beim Kauf von Elektrogeräten, Pkw und Reifen zu treffen.

Informationen über effiziente und nachhaltige energieverbrauchsrelevante Produkte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung und zur Senkung von Energiekosten. Sie fördern zugleich Innovationen und Investitionen in die Herstellung energieeffizienterer Produkte. Daher sind die Händler verpflichtet, das Energielabel gut sichtbar an den Produkten anzubringen.

Bundesweit haben die Marktüberwachungsbehörden der Länder bei dieser Aktion insgesamt 107.000 Elektrogeräte, Pkw und Reifen bei Händlern vor Ort und im Internet auf die Kennzeichnung mit dem Energielabel überprüft. Dabei lag die Beanstandungsquote bei rund 6,8 Prozent der geprüften Produkte, die damit höher ist als in Mecklenburg-Vorpommern.

Allerdings ist die Quote der bundesweit geprüften Händler, bei denen Beanstandungen festgestellt wurden, mit 38 Prozent geringer als in Mecklenburg-Vorpommern.

Bei den beanstandeten Produkten ist die Beanstandungsquote bei den Reifen mit 45 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern erheblich höher als im bundesweiten Durchschnitt von 5,5 Prozent. Bei den anderen Produktgruppen entsprechen die Beanstandungsquoten in Mecklenburg-Vorpommern in etwa denen im bundesweiten Durchschnitt.

Unternehmenstour bei den Preisträgern des landesweiten Wettbewerbs „Unternehmer des Jahres“

Schwerin – Wirtschaftsminister Harry Glawe hat sich am Montag (23.10.) bei zwei Preisträgern des landesweiten Wettbewerbs „Unternehmer des Jahres“ über die aktuelle Geschäftslage informiert. Auf dem Tourplan standen die Schweriner Hotels „ARTE“ und der „Mueßer Hof“ sowie das Parchimer Unternehmen DBL Textil-Service Mecklenburg GmbH.

„Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen bringen das Land wirtschaftlich voran. 99,5 Prozent aller Unternehmen im Land gehören quantitativ zum Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen sind Arbeitgeber für mehr als 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und Motor unserer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. Die Vielfalt der Unternehmen zeigt sich jedes Jahr auf´s Neue bei den herausragenden Nominierungen für den Wettbewerb `Unternehmer des Jahres´. Mit der Preisträgertour wollen wir das außerordentliche Engagement der Unternehmer würdigen und einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Schon jetzt ist klar, auch im kommenden Jahr werden wir den Preis ausloben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe während der Tour.

Die Informationsbesuche wurden von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Schwerin organisiert. IHK-Präsident Hans Thon und IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach begleiteten die Tour. „Die Wertschätzung erfolgreicher Unternehmer in unserem Land ist ein gutes und richtiges Zeichen. Auch auf diese Weise erfährt die breite Öffentlichkeit von der besonderen gesellschaftlichen Verantwortung ehrbarer Kaufleute, ihrem Wirken für die Menschen in unserem Land. Unternehmertum ist die Grundlage unseres gemeinsamen Wohlstandes und der sozialen Sicherungssysteme. Viele Unternehmer engagieren sich darüber hinaus ehrenamtlich und unterstützen häufig das sportliche, kulturelle und karitative Leben. Die Preisträgertour zu den ´Unternehmern des Jahres´ soll diese Wertschätzung auch hinsichtlich aller anderen Unternehmer im Land ausdrücken“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach.

Die Wirtschaftspolitik zielt auf die Stärkung der mittelständischen Wirtschaft im Land ab. „Insbesondere gilt es, die Basis unserer Wirtschaft durch Ansiedlungen und Erweiterungen zu stärken, die industrielle Wertschöpfung im Land zu erhöhen, die Innovationsfähigkeit zu stärken und mehr wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen, Mittelstand und Handwerk zu unterstützen und den Infrastrukturausbau wirksam zu fördern. Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Bei unseren mittelständischen Unternehmen spielt die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften eine zunehmende Rolle. „Neben der Gewinnung von Arbeitskräften geht es darum, vorhandene Mitarbeiter durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen Herausforderungen heranzuführen. Auch dabei werden wir unterstützen“, betonte Glawe.

Preisträgerin „Unternehmerpersönlichkeit des Jahres“ ist die Inhaberin vom Hotel ARTE und des „Mueßer Hofes“ in Schwerin, Jana Maiwirth, geworden, die seit mehr als zehn Jahren das Hotel ARTE führt. Heute arbeiten 14 Facharbeiter und drei Auszubildende im Unternehmen. Darüber hinaus übernahm Jana Maiwirth 2016 das ehemalige Hotel „Zum Reppin“ in Schwerin-Mueß und eröffnete es im März 2016 unter dem Namen „Mueßer Hof“ neu. Weitere zehn Mitarbeiter sind hier beschäftigt. „Die Unternehmerin Jana Maiwirth ist eine Vollblut-Gastronomin, die sich zusätzlich auch stark ehrenamtlich engagiert. Sie trägt dafür Sorge, dass Eltern mit schulpflichtigen Kindern in sogenannten `Mutti-Schichten´ Familie und Beruf in Einklang bringen können. Das ist ein vorbildliches Agieren für die Mitarbeiter“, sagte Glawe.

Die DBL Textil-Service Mecklenburg GmbH aus Parchim bietet einen umfassenden Textilservice von der Mietberufsbekleidung, über Matten, Waschraumservice, Oberhemdenservice bis hin zur Businesskleidung. Das Unternehmen ist 1990 als 2-Mann-Betrieb gestartet und bis heute ein familiengeführtes Unternehmen mit 176 Beschäftigten sowie sieben Auszubildenden. Die Geschäftsführer Horst und Knut Wetzig erhielten die Auszeichnung in der Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“. „Die konsequente Ausrichtung auf die Mitarbeiter und die nachhaltige Sicherung des Fachkräftebedarfs ist bei der DBL Textil-Service Mecklenburg GmbH gelebte Unternehmenspraxis. Zugleich wird konsequent und mit Weitblick in den Standort investiert“, sagte Glawe.

Der Preis würdigt das Engagement der mittelständischen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, die für Innovation, Beschäftigung und Wohlstand im Land beitragen. Der landesweite und branchenübergreifende Wettbewerb wurde 2017 zum zehnten Mal ausgelobt. Insgesamt hat es in diesem Jahr 134 Nominierungen gegeben. Die Preise wurden in Stralsund Ende Mai in drei Kategorien „Unternehmerpersönlichkeit“, „Unternehmensentwicklung“ und „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“ vergeben. Zudem wurden in diesem Jahr zwei Sonderpreise vergeben. Die fünf Preisträger teilen sich ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 15.000 Euro. Neben den Preisgeldern erhalten die Preisträger auch eine Urkunde und eine Stele. Träger des Wettbewerbes sind das Wirtschaftsministerium, der Ostdeutsche Sparkassenverband, die drei IHK‘s in Mecklenburg-Vorpommern, die beiden Handwerkskammern des Landes sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern.

Christian Pegel: „Ländliche Gestaltungsräume gemeinsam voranbringen“

Schwerin – Landesentwicklungsminister Christian Pegel begrüßt die Initiative der IHK zu Schwerin, in den Ländlichen Gestaltungsräumen Westmecklenburgs mit der Wirtschaft über die Perspektiven dieser Räume zu diskutieren. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer sind besonders wichtig für die Zukunft dieser Regionen, deren Wirtschaftskraft derzeit unter dem Landesdurchschnitt liegt“, sagt der Minister.

In landesweit vier Modellregionen – Goldberg, Tribsees, Loitz sowie Eggesin/Ferdinandshof/Torgelow/ Ueckermünde – wollen die Akteure vor Ort mit Unterstützung der Landesregierung Strategien zur gemeinsamen Entwicklung der Grundzentren und ihrer Umlandgemeinden erarbeiten. Die prioritären Projekte sollen dann umgesetzt werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen sollen allen Ländlichen Gestaltungsräumen zu Gute kommen.

Christian Pegel hat in den vergangenen Wochen die vier Modellregionen besucht und mit den Bürgermeistern sowie Vertretern der Gemeindeverwaltungsämter die Stärken und Schwächen ihrer Regionen erörtert. Die Ergebnisse dienten auch zur Vorbereitung der zweiten Sitzung der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) zur Entwicklung der Ländlichen Gestaltungsräume am 11.Oktober, bei der sich die vier Modellregionen vorstellten. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Initiativen der Regionen ressortübergreifend zu unterstützen.

„Die Treffen waren überaus konstruktiv“, sagt Christian Pegel. „Die Bürgermeister haben berichtet, wo konkret in ihrer Gemeinde der Schuh drückt und auch gleich erste Ideen vorgetragen, wie man dieser Sorgen Herr werden könnte.“ Viele Probleme teilen sie: leere Gemeindekassen, das Verschwinden von Infrastruktur wie Geschäften, Arztpraxen, Schulen und Verkehrsanbindungen durch sinkende Einwohnerzahlen und Überalterung, Hemmnisse bei der baulichen Entwicklung ihrer Orte.
„Aber auch positive Ansätze wurden diskutiert. So berichteten einige Bürgermeister, dass in ihren Gemeinden z. B. kaum Wohnungen und Gebäude leer stehen. Häufig würden Auswärtige Häuser kaufen, sanieren und als Zweitwohnsitz nutzen. Und auch wirtschaftliche Initiativen sind zu beobachten, sowohl im Tourismus als auch im Dienstleistungs-, Handwerks- und sogar industriellen Bereich“, hebt Christian Pegel hervor.

Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass sie künftig sehr viel stärker gemeindeübergreifend zusammenarbeiten wollen und müssen, um die vorhandenen Ansätze und Potenziale zu vernetzen und sich gemeinsam weiter zu entwickeln. Erforderlich sei auch eine stärkere Zusammenarbeit mit und zwischen den anderen Akteuren vor Ort wie z. B. Unternehmern.

„Die Vorschläge und Probleme, die benannt wurden, werden jetzt vor Ort gemeinsam mit den Fachleuten aus den Ministerien und den Landkreisen bearbeitet, konkrete Projekte sollen angeschoben und daraus abgeleitet Empfehlungen für alle ländlichen Gestaltungsräume erarbeitet werden “, erklärt Christian Pegel die weiteren Schritte. Er geht davon aus, dass im kommenden Jahr mit der Umsetzung erster konkreter Vorhaben und Projekte begonnen wird.

90 Prozent der Fläche Mecklenburg-Vorpommerns, in denen 60 Prozent der Einwohner leben, sind ländliche Räume. Sie sind besonders von den Auswirkungen der demografischen Entwicklung betroffen. Dies gilt insbesondere für die Ländlichen Gestaltungsräume – erstmals im Landesraumentwicklungsprogramm (LEP) 2016 gesondert ausgewiesene Teilräume, die in ihrer demografischen wie in ihrer Wohlstands- und Wirtschaftsentwicklung deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegen und somit vor besonderen Herausforderungen stehen.

Um diesen vereint zu begegnen, wurde im Juli die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) zur Entwicklung der Ländlichen Gestaltungsräume gegründet. Sie besteht aus den Staatssekretärinnen und Staatssekretären aller Ressorts der Landesregierung einschließlich des Staatssekretärs für Vorpommern sowie den Parlamentarischen Geschäftsführern der Koalitionsfraktionen. Geleitet wird sie vom Chef der Staatskanzlei.

Ihre Aufgabe: mit den Gemeinden der Ländlichen Gestaltungsräume den Handlungsbedarf ermitteln und dann Ansätze und Instrumente für eine Unterstützung durch das Land entwickeln. Besonders zu berücksichtigen sind dabei die Handlungsfelder Mobilität/Erreichbarkeit, Nahversorgung, Gesundheit, Bildung, Kitas/Horte, Kultur sowie Kooperation und Gemeinschaft

Im Osthafen entsteht ein Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen

Ein neuer Rad- und Fußweg führt am Campus Altkarlshof vorbei

Rostock – Nach der erfolgreichen Altlastensanierung in bester städtischer Wasserlage soll am Warnowufer ein bislang einzigartiges Kompetenzzentrum für Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Die Initiatoren, das Architekturbüro Bastmann + Zavracky BDA Architekten GmbH, schaffen im Zusammenspiel mit ihren Partnern am Standort Altkarlshof einen Campus für Dienstleistungen rund um das Thema nachhaltiges energieeffizientes Bauen. Baubeginn ist 2018.

„Land, Stadt und Wirtschaft setzen gemeinsam ein richtungsweisendes und beispielhaftes Zeichen für nachhaltiges Bauen in der Hansestadt Rostock um. Aus einem mit Altlasten belasteten Sanierungsgebiet ist ein moderner Wirtschaftsstandort in attraktiver Lage entstanden“, sagte heute der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph. „Wir haben damit die Voraussetzungen geschaffen, dass ein innovatives und leistungsfähiges Kompetenzzentrum für die heimische Wirtschaft entstehen kann. Solche Zentren sind die Keimzelle für Innovation aus Mecklenburg-Vorpommern. Wir brauchen mehr solcher Projekte, bei denen aus Ideen am Reißbrett konkrete praxistaugliche Vorhaben entstehen. Das ist ein wesentlicher Beitrag für die Sicherung und Steigerung von Beschäftigung in unserem Land“, so Rudolph.

„Ich freue mich sehr, dass wir ab 2018 das Vorhaben ‚Campus Altkarlshof‘ realisieren können und danke allen Akteuren, die uns auf dem Weg von der ersten Idee bis heute begleitet haben“, sagte Stephan Bastmann, Mitinitiator des Projektes. „Die Aussicht, ab 2019 das Thema nachhaltiges Bauen hier in völlig neuer Qualität interdisziplinär mit unseren Partnern denken zu können, hat uns stark motiviert.“ Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling begrüßte das Bauvorhaben. „Mit dem Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen entsteht ein ganz wesentlicher Baustein für zukunftsorientierte und ganzheitliche Stadtentwicklung. Die Initiative der Rostocker Architekten Stephan H. Bastmann und Martin Zavracky ist mutig und wird auch überregional auf große Beachtung stoßen. Die Arbeit auf dem Campus wird dazu beitragen, Bauen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zur Norm zu machen.“

Mit diesem Vorhaben setzt sich die dynamische Entwicklung Rostocks entlang der Warnow von der Silohalbinsel über die Holzhalbinsel nun auch im Osthafen fort. Auf 3.800 m² Bürofläche werden sich eine Vielzahl von Ingenieurbüros, Architekturbüros und weitere artverwandte Dienstleister ansiedeln. Die einzelnen Akteure belegen dabei eigene, feste Einheiten und nutzen gemeinsame Funktions- und Aufenthaltsflächen. Flächensharing und flexible Erweiterungsmöglichkeiten ermöglichen es sowohl etablierten Büros wie auch Startups, in dem Neubau einen leistungsfähigen, bezahlbaren und attraktiven Standort zu finden. Die räumliche und inhaltliche Nähe der Dienstleister führt zu einem regen inhaltlichen Austausch, gemeinsamen Projekten, Synergieeffekten und einer hohen Innovationskraft für jeden Einzelnen wie auch dem Campus als gemeinsamer Marke. Im gemeinsamen Verbund sollen auch größere überregionale Projekte erfolgreich akquiriert und bearbeitet werden.

Die offene bauliche Struktur, die durchbindende Wegeführung und die qualitätsvolle Architektur führen zu einer klaren öffentlichen Wahrnehmung für den Standort und das Thema nachhaltiges, energieeffizientes Bauen. Der Standort Osthafen erfährt durch dieses ambitionierte Projekt einen wesentlichen Impuls für seine städtebauliche und inhaltliche Neuausrichtung: weg vom klassischen Gewerbegebiet hin zum innovativen Quartier in der Mischung aus Arbeit, Freizeit, Bildung und Forschung. Im Osthafen entstehen so über 100 Arbeitsplätze mit direktem Wasserbezug. Die Uferkante der Warnow wird über einen Fuß- und Radweg für die Öffentlichkeit erschlossen; als Teil des Gesamtkonzeptes und ohne Kosten für die Hansestadt Rostock.

Derzeit wird das stark kontaminierte Gelände des ehemaligen VEB Bitumenverarbeitung Rostock direkt am Ufer der Unterwarnow saniert. Projektträger ist die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg-Vorpommern (GAA mbH M-V) für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Sanierungskosten belaufen sich nach aktuellem Stand auf ca. 5,2 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen „Sanierung ökologische Altlasten in MV“ aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt.

Backhaus: Bestehende Rechtsnormen im Interesse der Landwirte anpassen

Höfeordnung ist unzeitgemäß

Schwerin – „Der Generationswechsel in der Landwirtschaft ist in vollem Gange. Die Hofnachfolge ist daher für viele Betriebsleiter, aber auch für mich, ein drängendes Thema. Schon allein deshalb, weil es um viel mehr geht als nur um die Suche nach sinnvollen Lösungsansätzen zur Regelung der Hofnachfolge“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag. Die Entwicklung der Pacht- und Bodenpreise, die Rolle institutioneller und außerlandwirtschaftlicher Anlege, die Transformation der Betriebsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern – das seien entscheidende Faktoren, die hier mit hineinspielen.

Das altrechtliche Höferecht der einzelnen Länder, das auch in Mecklenburg-Vorpommern galt, stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert, als die Gefahr bestand, dass mit der Vererbung des Hofes die gesamte Familie in Notleidenschaft geriet. Die norddeutsche Höfeordnung hatte damals eine positive agrarstrukturelle Wirkung, weil sie der Zersplitterung landwirtschaftlichen Grundeigentums entgegenwirkte.

„Wir haben heute jedoch gänzlich andere agrarstrukturelle, gesellschaftliche und familiäre Verhältnisse als damals“, so der Minister. Der überwiegende Teil des landwirtschaftlichen Vermögens befindet sich in den Händen der Gesellschafter juristischer Personen und Personengesellschaften. Die Übertragung der Gesellschaftsanteile erfolgt in der Regel nicht nach den erbrechtlichen, sondern den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen.

Die Landwirtschaft unterscheidet sich bezüglich des Fortführungsinteresses nicht wesentlich von anderen mittelständischen Betrieben. „Dennoch: Ein gewisser Schutz des Fortführungsinteresses im Bereich der Landwirtschaft findet bereits durch spezielle Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch statt. Der Landesregierung ist kein einziger Fall bekannt, dass eine Nachfolge in den Familien mangels Höfeordnung gescheitert wäre“, hob Dr. Backhaus hervor.

Fast 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche liegen im Eigentum von juristischen Personen oder Personengesellschaften. Dementsprechend gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 1.300 Einzelunternehmen, die ihren landwirtschaftlichen Betrieb mit durchschnittlich 253 ha Betriebsfläche im Haupterwerb führen.

Diesen Landwirten – immerhin bewirtschaften sie ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche – muss bei der Hofübergabe Sicherheit gegeben werden. „Allerdings ist die Höfeordnung dafür kein geeignetes Instrument. Vielmehr gilt es, die bestehenden Rechtsnormen im Interesse der Landwirte anzupassen, so zum Beispiel im Bürgerlichen Gesetzbuch.

„Das Höferecht ist ungeeignet, den Ursachen entgegenzuwirken, die den Generationenwechsel in der Landwirtschaft zu erschweren scheinen“, so der Landwirtschaftsminister. Das seien insbesondere die Eigentumskonzentration, die Tendenz zur Organisation großstrukturierter Betriebe in Gesellschaften sowie der Einfluss außerlandwirtschaftlichen Kapitals. Das Höferecht vermag diese Probleme, die auf dem Gebiet des landwirtschaftlichen Grundstücksverkehrs liegen, nicht zu lösen.

„Mit Nachdruck möchte ich nochmals klarstellen, dass wir uns in den nächsten Monaten und Jahren dafür einsetzen werden, die soeben geschilderten Probleme mit den geeigneten Instrumenten zu reduzieren. In den kommenden Monaten beginnen die Verhandlungen für eine neue Gemeinsame Agrarpolitik. Wir werden uns aktiv in diesem Prozess einbringen und behalten dabei besonders die Interessen der bäuerlichen Landwirtschaft im Auge. Parallel arbeiten wir daran, die Agrarstruktur in Mecklenburg-Vorpommern in ihrer bestehenden Form zu erhalten. Hier sind wir auch im fachlichen Austausch mit den Verbänden. Der Vorschlag, mit der Einführung einer Höfeordnung die geschilderten Probleme lösen zu wollen, ist nicht zeitgemäß und nahezu wirkungslos!“, führte der Minister aus.

Wirtschaftsförderung für Unternehmen

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Donnerstag die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) diskutiert worden. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister machte deutlich, dass die GRW-Förderung das zentrale und bewährte Instrument der deutschen Regionalförderung ist.

„Im Koordinierungsrahmen legen der Bund und die Länder gemeinsam die Regeln der Förderung fest, damit ihre Koordinierungsfunktion – gleiche Förderbedingungen in den strukturschwachen Regionen – erfüllt ist. Diese umfassen u.a. das Fördergebiet, die Fördertatbestände, Voraussetzungen, Art und Intensität der Förderung. Die Förderung ist hierbei auf ausgewählte, strukturschwache Regionen beschränkt und hat zum Ziel, Disparitäten bei der wirtschaftlichen Entwicklung zu minimieren. Es entstehen am Ende jeder Investition neue Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt, bestehende Jobs werden gesichert. Ein funktionierendes Fördersystem ist unerlässlich“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Seit 1990 wurden im Rahmen der GRW für die gewerbliche Wirtschaft rund 9.400 Investitionsvorhaben in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 19,6 Milliarden Euro bewilligt. Das Wirtschaftsministerium hat Investitionszuschüsse in Höhe von über 4,3 Milliarden Euro ausgereicht. Durch Investitionsvorhaben im Rahmen der einzelbetrieblichen Förderung sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 97.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

„Mit den Investitionszuschüssen werden Anreize für Unternehmen geschaffen, die Standortwahl für die Investition zu Gunsten von strukturschwachen Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern zu treffen oder die am bestehenden Standort geplante Investition größer zu planen, um im Ergebnis mehr zu investieren“, betonte Glawe weiter.

Darüber hinaus betonte Wirtschaftsminister Glawe die Bedeutung der Förderung für den Tourismus. „Unsere Erfolge im Bereich Tourismus gehen maßgeblich auf die durchgeführte Wirtschaftsförderung zurück. Die Höhe der Fördermöglichkeiten war wichtig, dass Mecklenburg-Vorpommern gegenüber anderen Tourismusregionen wie Schleswig-Holstein oder Bayern wettbewerbsfähig ist. Wir müssen unsere Fördermöglichkeiten weiter nutzen, um die Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns als Urlaubsland aufrechtzuerhalten. Innovative Ideen und Konzepte sind gefragt, um weiterhin touristisch vorn mitzuspielen“, forderte Glawe.

Die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ ist eine wesentliche Unterstützung dabei, dass Mecklenburg-Vorpommern als Investitionsstandort sowohl im Vergleich zum übrigen Inland als auch im Vergleich zum Ausland konkurrenzfähig bleibt. „Wir setzen uns weiter für ein gesamtdeutsches Fördersystem in strukturschwachen Regionen ein, welches die regionale Wettbewerbsfähigkeit stärkt und Lebensverhältnisse im Bundesgebiet angleicht. Der regionale Bedarf und nicht die Himmelsrichtung müssen bei der Frage der Förderung entscheidend sein“, so Wirtschaftsminister Glawe im Landtag abschließend.

Wechselspur zum Schiffstransport bei TAMSEN MARITIM in Rostock offiziell freigegeben

Rostock – Eine neue Wechselspuranlage ist am Donnerstag (19.10.) auf dem 120.000 Quadratmeter großen Gelände der TAMSEN MARITIM GmbH in Rostock durch Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph offiziell in Betrieb genommen worden. Die Wechselspuranlage hilft, zusätzliche Rangiermöglichkeiten für Schiffe und zugleich einen weiteren Außenarbeitsplatz zu schaffen.

„Die TAMSEN MARITIM hat sich als zuverlässiger Dienstleister der maritimen Industrie am Markt etabliert. Die TAMSEN Werft ist ein zuverlässiger Botschafter unserer maritimen Industrie. Die Investition sichert höchstmögliche Flexibilität bei Kundenwünschen. Bereits jetzt werden jährlich rund 50 Reparaturen, Umrüstungen und Neumotorisierungen realisiert. Mit der Investition in die neue Wechselspuranlage kann das Unternehmen noch flexibler auf Markterfordernisse reagieren“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Die TAMSEN MARITIM GmbH ist mit 89 Mitarbeitern in drei Geschäftsfeldern tätig: Wartung und Reparatur von Behörden-, Fahrgast- und Marineschiffen mit einer Länge von bis zu 70 Metern, Schiffsneubau von kleineren Einheiten sowie die Verarbeitung von Kunststoffen („Composite Produktion“) als Zulieferung für den Schiffbau, den Windenergiebereich und andere Auftraggeber. Unter anderem werden über 70 Meter lange Composite-Urformen gefertigt, in denen Rotorflügel produziert werden können.

Nach Unternehmensangaben gehören die Deutsche Marine und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zu den größten Kunden. So ist beispielsweise für die DGzRS bis zum Jahr 2019 der Bau von sieben Seenotrettungsbooten vorgesehen. „Die TAMSEN MARITIM reiht sich ein in die Riege der erfolgreichen maritimen Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Die maritime Industrie mit ihren Werften sowie den dazugehörigen Zulieferern und Dienstleistern ist für das Land von strategischer Bedeutung. In der Branche sind interessante Perspektiven entstanden und attraktive Arbeitsplätze neu geschaffen worden“, sagte Rudolph.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) mit knapp 300 Unternehmen und insgesamt rund 10.000 Beschäftigten sowie einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro ein industrieller Kern der Wirtschaft. Zum Schiff- und Bootsbau im Land zählen ca. 160 Unternehmen mit rund 5.000 Mitarbeitern. In den sechs größeren Unternehmen, den MV Werften in Wismar, Rostock und Stralsund, der Neptun Werft in Rostock, der Peene-Werft in Wolgast und der TAMSEN MARITIM in Rostock sind derzeit etwa 2.300 Mitarbeiter und rund 280 Auszubildende beschäftigt.

Zu dieser Branche zählen auch maritime Zulieferer und Dienstleister, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren. Diese beziehen sich nicht nur auf das Finalprodukt Schiff, sondern auch auf maritime Anlagen und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik. Insgesamt umfasst dieser Bereich etwa 140 Unternehmen mit rund 5.000 Arbeitsplätzen.

Die Gesamtinvestitionen für die neue Wechselspuranlage betrugen rund 671.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 147.000 Euro.

Sozialberufe-Anerkennungsgesetz auf den Weg gebracht

Sozialberufe-Anerkennungsgesetz macht Weg frei für Eingliederung von qualifizierten Einwanderern und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt

Schwerin – Der Landtag debattierte jetzt über die staatliche Anerkennung von Sozialberufen. Sozialministerin Stefanie Drese stellte den entsprechenden Gesetzentwurf für die Landesregierung vor.

„Wir schaffen damit die Voraussetzungen für die staatliche Anerkennung in- und ausländischer Berufsqualifikationen, die Berufsbezeichnungen, das Verwaltungsverfahren, die behördliche Zuständigkeit und die Gleichstellung staatlicher Anerkennung mit in anderen Bundesländern verliehenen staatlichen Anerkennungen“, sagte Drese im Landtag.

Die Ministerin verdeutlichte, dass bislang nicht alle im Ausland erworbenen Nachweise erfasst werden, da sich die Antragsbefugnis auf Staatsangehörige der Europäischen Union beschränkt. „Das bedeutet in der Praxis, dass die im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Abschlüsse in den Bereichen Soziales und Pädagogik auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern oft nicht angemessen genutzt werden können, weil entsprechende Bewertungsverfahren und Bewertungsmaßstäbe für Nicht-EU-Bürgerinnen und Bürger bisher fehlen“, so Drese.

„Hier setzt unser Gesetzentwurf an und vollzieht den dringend notwendigen Lückenschluss. Wir machen somit einen entscheidenden Schritt zur Eingliederung von qualifizierten Einwanderern und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern. Erkennen wir die Abschlüsse in sozialen Berufen von ausländischen Bürgerinnen und Bürgern an, eröffnen sich neue Möglichkeiten im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte, die gerade im Sozialbereich dringend benötigt werden“, betonte Ministerin Drese.

Der Gesetzentwurf der Landesregierung wurde vom Landtag zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen.

Änderung des Mittelstandsförderungsgesetzes

Schwerin – Im Schweriner Landtag ist am Mittwoch der Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Mittelstandsförderungsgesetzes (MFG-MV) diskutiert worden. „Das Mittelstandsförderungsgesetz ist die Grundlage für die Entwicklung des Mittelstandes in Mecklenburg-Vorpommern. Das Gesetz bildet den Rahmen für die vielfältigen Fördermaßnahmen zur Flankierung der wirtschaftlichen Entwicklung mittelständischer Unternehmen. Es ist insofern der Leitfaden für die Mittelstandspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Entscheidend wird weiterhin sein, dass das Ziel dieses Gesetzes – die Mittelstandsfreundlichkeit – im Regierungshandeln und in der täglichen Verwaltungspraxis gelebt wird“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am Mittwoch im Landtag.

In einer ersten Evaluation des Gesetzes im Jahr 2015 für die Legislaturperiode 2011 bis 2016 hat sich gezeigt, dass das Gesetz noch zu jung war, um von den Beteiligten substanzielle Aussagen zur Wirkung des Gesetzes zu erhalten. Das Außerkrafttreten des Gesetzes soll auf den 31. Dezember 2023 neu festgelegt werden. „Damit werden wir und die Vertreter der mittelständischen Wirtschaft ausreichend Zeit für eine gründliche Auswertung der nächsten Evaluation, die im Jahr 2020 für diese Legislaturperiode erfolgen wird, und für die sich daraus möglicherweise ergebene Novellierung des Gesetzes haben“, so Glawe weiter.

Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen bringen das Land wirtschaftlich voran, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich. „99,5 Prozent aller Unternehmen im Land gehören quantitativ zum Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen sind Arbeitgeber für mehr als 80 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Unsere kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und Motor unserer positiven wirtschaftlichen Entwicklung“, betonte Glawe.

Das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern betrug 2011 rund 36,3 Milliarden Euro, 2016 wurde mit rund 41,4 Milliarden Euro das historisch höchste Bruttoinlandsprodukt des Landes erzielt. „Wir haben uns bei nahezu allen wichtigen Indikatoren der Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung weiter deutlich verbessert. Neue zukunftsfähige Arbeitsplätze sind entstanden und die Arbeitslosenzahlen sind spürbar zurückgegangen. Zugpferd ist vor allem das produzierende Gewerbe (MV: +2,4 Prozent), welches deutlich über dem Bundesschnitt liegt (Bund: +1,8 Prozent). Hier machen sich die Ansiedlungen und Erweiterungen der Unternehmen bemerkbar. Das Handwerk entwickelt sich positiv, die Gesundheitswirtschaft kommt voran. Auch die Tourismuswirtschaft hat sich gesteigert. Die Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern spricht auch für die wachsende Nachfrage des vorhandenen Angebotes im Land“, sagte Glawe.

Die Arbeitsmarktlage in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Betrug die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenzahl in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2011 rund 107.500, lag sie im Jahresdurchschnitt 2016 bei 80.400 Arbeitslosen, das sind rund 27.100 Arbeitslose (rund 25 Prozent weniger). Aktuell waren in unserem Land im September 64.400 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Land beträgt 7,8 Prozent. Die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse liegen bei 568.100 Beschäftigten. „Allein im Vorjahresvergleich ein Plus von 9.100 zusätzlichen Jobs“, so Glawe.

Die Wirtschaftspolitik zielt auf die Stärkung der mittelständischen Wirtschaft im Land ab. „Insbesondere gilt es, die Basis unserer Wirtschaft durch Ansiedlungen und Erweiterungen zu stärken, die industrielle Wertschöpfung im Land zu erhöhen, die Innovationsfähigkeit zu stärken und mehr wissensbasierte Arbeitsplätze zu schaffen, Mittelstand und Handwerk zu unterstützen und den Infrastrukturausbau wirksam zu fördern. Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Bei unseren mittelständischen Unternehmen spielt die Verfügbarkeit von Arbeits- und Fachkräften eine zunehmende Rolle. „Neben der Gewinnung von Arbeitskräften geht es darum, vorhandene Mitarbeiter durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen Herausforderungen heranzuführen. Auch dabei werden wir unterstützen“, betonte Glawe.

Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass Wirtschaftsförderung künftig an eine tarifliche Entlohnung anknüpfen soll. „Das findet bereits jetzt Eingang in einem Bonus- bzw. Malus-System im Rahmen der Förderung von Unternehmensinvestitionen aus der Gemeinschaftsaufgabe ´Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur´ (GRW). Zudem ist eine Arbeitsgruppe dabei, die Richtlinie zur Vergabe von Mitteln aus der GRW zu überarbeiten“, erläuterte Glawe weiter.

„Trotz der insgesamt positiven Entwicklung haben wir noch eine Menge vor: In dieser Legislaturperiode setzen wir einen klaren Schwerpunkt im Bereich der Gesundheitswirtschaft. Gemeinsam mit der BioCon Valley®-Initiative und den heimischen Unternehmen bringen wir die Branche weiter voran. Denn: Die Gesundheitswirtschaft ist mittlerweile eine der wichtigsten Wachstumsbranchen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist ein starker Impulsgeber für die Wirtschaft in M-V, für unser Land insgesamt. Die Gesundheitswirtschaft entwickelt sich auch als jobintensive Branche für unser Land weiter nach vorn“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Fast 150.000 Beschäftigte haben Arbeit in der Gesundheitswirtschaft, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz im Land. „Allein seit 2014 sind 11.400 neue Stellen in der Branche entstanden. Das ist Spitze in Deutschland. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation. Dadurch entstehen nicht nur hochwertige Arbeitsplätze, sondern dies sorgt auch dafür, dass die Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben“, machte Glawe deutlich.

Im Handwerk als eine der tragenden Säulen der heimischen Wirtschaft spielt das Thema Fachkräftesicherung eine große Rolle. Um hier unterstützend zu wirken wird die Kampagne „Besser ein Meister“ weiterhin gefördert. Ziel dieser Kampagne der Handwerkskammern ist es, das positive Image des Meisters zu fördern und die Identifikation mit dem Meisterhandwerk zu stärken. Unterstützt wird dies mit dem „Meister-Extra“ und „Meister-Dank“. „Und wenn ein Meister erstmalig eine Existenz durch Übernahme eines Unternehmens gründet, dann kann er auch weiterhin mit der sogenannten Meisterprämie einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro erhalten“, sagte Wirtschaftsminister Glawe im Landtag abschließend. Auch das Projekt „Unternehmensnachfolge MV“, das Unterstützung bei Unternehmensnachfolgen gibt, wird fortgeführt.

WEMAG richtet Servicestation im Roggendorfer Dorfladen ein

Energieversorger stattet Dorfläden als Servicepartner für Strom und Gas aus

Roggendorf – Ab sofort können die Kunden der WEMAG und alle, die sich für die Ökostrom- und Erdgasprodukte des kommunalen Energieversorgers interessieren, bei ihrem Einkauf im Dorfladen in Roggendorf auch den Service der WEMAG nutzen. Denn in der Gemeinde im Landkreis Nordwestmecklenburg ist seit dem 13. Oktober die vierte WEMAG-Servicestation eröffnet. „In einer Flächenregion wie Mecklenburg-Vorpommern ist es gar nicht immer einfach, seine Fragen in einem persönlichen Gespräch zu klären“, weiß Jenny Wrobel, Ansprechpartnerin für Privat- und Gewerbekunden bei der WEMAG. „Mit der Servicestation bieten wir Interessenten die Möglichkeit, sich schnell und unkompliziert in ihrer Nähe über die Angebote der WEMAG zu informieren und unsere Serviceleistungen in Anspruch zu nehmen.“

Geschäftsinhaberin Sylvia Illgen und WEMAG-Mitarbeiterin Jenny Wrobel (v.l.) bestücken den Dorfladen in Roggendorf mit Informationsmaterial für Strom- und Gaskunden Foto @ WEMAG/Fabian Franz

Zur Eröffnung in Roggendorf hat Jenny Wrobel Ladeninhaberin Sylvia Illgen mit Informationsmaterialien rund um die Themen Ökostrom, Erdgas und Energiesparen ausgestattet. Aber auch Vordrucke zur Zählerstandsmitteilung, Abschlagsanpassung oder Neuanmeldung liegen im Lebensmittelmarkt bereit. Die Post an die WEMAG können die Roggendorfer nun auch im Geschäft abgeben. „So halten wir den kurzen Draht zu unseren Kunden“, so Wrobel weiter.

„Mit den Servicestationen schafft die WEMAG Kontaktmöglichkeiten auch in kleineren Ortschaften. So müssen die Leute vor Ort keine weiten Wege mehr in Kauf nehmen und können quasi während des Einkaufens die Serviceleistungen der WEMAG in Anspruch nehmen“, sagt Ladeninhaberin Sylvia Illgen. Sie freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit der WEMAG und in dem Zusammenhang auch auf mehr Kunden in ihrem Geschäft.

Im Roggendorfer Dorfladen findet sich nun der vierte Servicepunkt der WEMAG. In Grebs bei Eldena, Marnitz und Warnow wurden bereits weitere Lebensmittelmärkte mit Servicematerialien von der WEMAG ausgestattet. Noch einige weitere sollen im gesamten regionalen Versorgungsgebiet bis zum Jahresende folgen.

Neben Servicepunkten stehen Kunden natürlich auch weiterhin die Türen zum Kundencenter in Schwerin offen. Auch die mobile Kundenberatung, das WEMAG-Infomobil, bleibt weiter im Einsatz. Zu insgesamt 185 Terminen an 32 Standorten war es im Jahr 2016 für Einwohner vor Ort.

Regionalkonferenz der IHK zu Rostock

Rostock – Unter dem Titel „Industriepotenziale für die Regiopolregion Rostock – Welche Chancen bietet der Standort Rostock?“ fand am Dienstag (17.10.) die Regionalkonferenz der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK) statt. „Die Regiopolregion Rostock ist wirtschaftlich auf gutem Kurs. Die ansässige Industrie hat eine große Bedeutung für die Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns und ist zu einem starken Standbein der Wirtschaft des Landes geworden. Dazu gehören auch die zahlreichen Unternehmen und Arbeitsplätze im Handwerk und im Dienstleistungsbereich, die für und mit der Industrie arbeiten. Sie alle stehen für hochqualifizierte Arbeitsplätze, innovative Produkte und moderne Technologien. So werden gesellschaftliche Werte, nachhaltige Arbeitsplätze und wirtschaftliches Wachstum geschaffen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph anlässlich der Regionalkonferenz. Der Staatssekretär wurde vor Ort von Jochen Freese, Referatsleiter Wirtschafts- und Strukturpolitik im Wirtschaftsministerium, vertreten.

Um die wirtschaftliche Basis in Mecklenburg-Vorpommern zu verbreitern, wirbt das Wirtschaftsministerium mit einer Industrieoffensive für den Standort Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ist vorgesehen, das Land im In- und Ausland verstärkt als Industriestandort zu vermarkten. Vor allem die weitere gezielte Entwicklung und Erschließung von hafennahen Flächen in Rostock, Stralsund, Wismar und Sassnitz/Mukran stehen dabei im Fokus. Auch Großgewerbestandorte in Schwerin, Rostock-Laage, dem Pommerndreieck bei Grimmen und der Standort Pasewalk sollen beworben werden. „Grundvoraussetzung für neue Unternehmensansiedlungen sind attraktive Industrie- und Gewerbegebiete. Wir treiben den gezielten und funktionalen Ausbau der Infrastruktur voran. Dem Großgewerbegebiet Rostock-Laage kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Am Standort sind insgesamt rund 500 Hektar für Gewerbe und Industrieanlagen ausgewiesen. Dafür wollen wir verstärkt in die Offensive gehen, beispielsweise über Messepräsenzen mit Beteiligung der regionalen Partner der Wirtschaftsförderung sowie Wirtschaftsreisen mit Unternehmensvertretern ins In- und Ausland, um Investoren für diese Flächen zu gewinnen“, sagte Rudolph.

Für die Erschließung, den Ausbau und die Revitalisierung von Industrie- und Gewerbegebieten sowie für weitere Infrastrukturmaßnahmen in der Region sind aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) seit 1990 bei Gesamtinvestitionen in Höhe von 579 Millionen Euro Investitionszuschüsse in Höhe von 387 Millionen Euro ausgereicht worden. So hat das Wirtschaftsministerium unter anderem für den ersten bis dritten Bauabschnitt im maritimen Gewerbegebiet Seehafen Rostock die Gesamtinvestitionen in Höhe von 72,1 Millionen Euro mit knapp 62 Millionen Euro unterstützt. Des Weiteren sind der Technologiepark Warnemünde, die Gewerbegebiete Ost und West in Ribnitz-Damgarten sowie das maritime Gewerbegebiet Rostock-Groß Klein mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums hergerichtet worden. „Die Regiopole Rostock verfügt über hervorragende Standortbedingungen. Maritime Gewerbeflächen, Standorte in Hochschulnähe, direkte Verbindungen an den Hauptverkehrsadern zu Wasser und zu Lande sowie vor Ort ansässige Forschungseinrichtungen bieten ideale Voraussetzungen für Unternehmensansiedlungen“, sagte Rudolph.

Insgesamt hat das Wirtschaftsministerium seit dem Jahr 2011 in der Regiopolregion Rostock (Hansestadt Rostock, Landkreis Rostock, Ribnitz-Damgarten) 170 unternehmerische Investitionsvorhaben im gewerblichen und industriellen Bereich in Höhe von rund 82 Millionen Euro bei einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 355 Millionen Euro unterstützt. Damit sind rund 1.061 neue Dauerarbeitsplätze geschaffen und rund 5.865 Arbeitsplätze gesichert worden. In Mecklenburg-Vorpommern gesamt waren es im gleichen Zeitraum 681 Investitionsvorhaben, die mit rund 392 Millionen Euro bei einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von knapp 1,9 Milliarden Euro gefördert wurden. Dadurch entstanden 5.314 neue Arbeitsplätze und 25.400 Jobs wurden gesichert. Jüngste Beispiele für Unternehmenserweiterungen in der Region sind die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH, die EEW Specialpipe GmbH und die Rostocker Korrosionsschutz GmbH.

Förderung für Kleinstunternehmen

Schwerin – Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV bietet in der aktuellen Förderperiode (2014-2020) eine Kleinstunternehmensförderung für Betriebe mit weniger als zehn Beschäftigten und weniger als 2 Mio. Euro Jahresumsatz an. Wer noch in diesem Jahr eine Förderzusage erhalten möchte, der sollte bis zum 30.11. 2017 seinen Antrag einreichen.

Bezuschusst werden können die Anschaffungskosten für langlebige Wirtschaftsgüter, die im Sachanlagevermögen von Betrieben verbucht werden, z.B. Baukosten für Neubau und Modernisierung, Bürohardware und Software, Verkaufstresen, Kühlzelle oder Möbel.

Der Fördersatz beträgt 35 Prozent bei Existenzgründungen und 30 Prozent bei Modernisierungen. Voraussetzung für die Förderung ist u.a. dass der Unternehmenssitz in ländlicher Region, außerhalb größerer und mittelgroßer Städte, angesiedelt ist und der überwiegende Absatz im Umkreis von 50 km realisiert wird.

Zielgruppe sind Kleinstunternehmen, die vor allem der Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Dienstleistungen vor Ort dienen. Die Förderbereiche sind sehr vielfältig, es lohnt sich nachzufragen. Beispielhaft seien das Friseurgewerbe oder der Tischler genannt. Bislang haben 17 Kleinstunternehmen eine Förderung in Anspruch genommen.
Anträge können ganzjährig beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, Bleicherufer 13, 19053 Schwerin, eingereicht werden.

Unterstützung bei der Antragstellung und Entwicklung der Unternehmenskonzepte geben auch die Handwerkskammern und IHK in Ihrer Region.

Branchentag der Unternehmerverbände in Mecklenburg-Vorpommern

Roggentin – Das Thema „Informations- und Kommunikationstechnologie in Mecklenburg-Vorpommern“ stand am Mittwoch (18.10.) in Roggentin (Landkreis Rostock) im Mittelpunkt des fünften Branchentages der regionalen Unternehmerverbände Mecklenburg-Vorpommerns. „Der digitale Wandel bringt zahlreiche Veränderungen für die Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns mit sich. Ein produktiver Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung ist bei Strafe des Marktaustritts alternativlos. Bereits bestehende Wertschöpfungsmodelle und Produktionsabläufe in den Unternehmen werden sich nachhaltig verändern. Daraus folgend verschieben sich die Kompetenz- und Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten. Damit die Unternehmen ihre aktuelle Marktposition in Zukunft behaupten und ausbauen können, müssen sie die digitale Transformation stärker mitgestalten. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, um die Digitalisierung als einen sich kontinuierlich verändernden Prozess, der eine ständige Neuausrichtung und Überarbeitung bestehender Unternehmensprozesse erfordert, zu verstehen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Unternehmen auf diesem Weg“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Um sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und entsprechende unternehmerische Anpassungen zu gestalten, unterstützt das Wirtschaftsministerium unter anderem im Rahmen der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEI) einen Einstieg in den Digitalisierungsprozess. Seit 2015 wurden aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) insgesamt 235 Projekte mit rund 82,1 Millionen Euro unterstützt, welche im Rahmen von Produkt- und Verfahrensentwicklungen durch Digitalisierungskomponenten an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Lang Metallwarenproduktion Neubrandenburg GmbH. Der Serienfertiger und Zulieferer für die Automobilindustrie hat sich auf die Produktion von Stanz- und Tiefziehteilen spezialisiert. Derzeit soll die mobile und automatisierte Bestückung, Bedienung und Werkstückentnahme der im Unternehmen vorhandenen Pressen mittels mobilen Robotern für den Ausgleich kurzfristiger Kapazitätsschwankungen oder bei kurzfristigen Auftragseingängen umgesetzt werden. „So kann das Unternehmen durch die Digitalisierung eine flexiblere Auftragsbearbeitung umsetzen und langfristig die eigene Wertschöpfung nachhaltig erhöhen“, sagte Rudolph.

Eine weitere Unterstützungsmöglichkeit für Unternehmen auf dem Weg zur steigenden Digitalisierung liegt in der Regionalen Innovationsstrategie (RIS). Ziele sind die Profilierung des Forschungs- und Technologiestandortes Mecklenburg-Vorpommern in den technologischen Zukunftsfeldern Gesundheit/Life Science, Ernährung, Energie und Klima, Mobilität, Information und Kommunikation sowie nachhaltige Produktionstechniken und neue Werkstoffe (insbesondere im Maschinenbau). In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 stehen insgesamt im Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 168 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Regionale Innovationsstrategie soll ein positives Innovationsklima schaffen, um die Wirtschaft und die Wissenschaft des Landes noch mehr als bisher zu motivieren, wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln und zukunftsorientierte sowie attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei spielen die Veränderungen durch die Digitalisierung eine große Rolle“, sagte Rudolph.

Veranstalter des Branchentages waren der Unternehmerverband Norddeutschland Mecklenburg-Schwerin e.V., der Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg e.V. und der Unternehmerverband Vorpommern e.V. „Die Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern leisten mit der Organisation der Veranstaltungsreihe einen wichtigen Dienst für ihre Mitglieder. So ist ein effektiver Informations- und Erfahrungsaustausch gegeben“, sagte Rudolph abschließend.

Verkauf der Bergener Molkerei im Bereich des Möglichen

Insel Rügen – Das Deutsche Milchkontor (DMK) ist offen für die Weiternutzung seines Molkereistandortes Bergen auf Rügen durch einen Investor aus der nicht-milchwirtschaftlichen Branche. Das unterstrichen Vertreter der Geschäftsführung der DMK-Group in ihrem Gespräch mit dem Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Dr. Jürgen Buchwald.

Im September hatte das DMK die Schließung der „Rügener Badejunge“-Molkerei für Mitte 2019 angekündigt. Auslöser seien zu hohe Produktionskosten, hieß es aus dem Unternehmen. Heute erklärte sich das Molkereiunternehmen erneut bereit, Weiternutzungsnutzungskonzepte branchenfremder Investoren zu prüfen, die Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region sicherten, so ein DMK-Sprecher. Allerdings liegt ein solches Investorenkonzept dem Molkereiunternehmen derzeit nicht vor.

Staatssekretär Dr. Buchwald sicherte dem DMK Begleitung bei der Investorensuche zu. „Dem Landwirtschaftsministerium ist daran gelegen, die knapp 60 Arbeitsplätze der Molkerei in Bergen zu erhalten“, sagte er. Die Produktion des Camemberts der Traditionsmarke „Rügener Badejunge“ ist derzeit noch bis Mitte 2019 vertraglich gesichert.

Dahlemann unterstützt Forderung nach Steigerung des Lohnniveaus

Anklam – Auf dem 2. Betriebsräteforum in der Anklamer Zuckerfabrik hat sich der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann für höhere Löhne ausgesprochen: „Wir haben eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Das muss noch viel stärker bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen. Gerade auch bei uns in Vorpommern.“

Die Landesregierung habe beschlossen, „in dieser Wahlperiode zu prüfen, wie wir die Wirtschaftsförderung noch stärker auf die Schaffung sozialversicherungspflichtiger, tarifgebundener Arbeitsplätze ausrichten können. Und wir haben uns darauf verständigt, dass wir auch Veränderungen im Vergabegesetz diskutieren wollen. Wir wollen Anreize setzen, dass mehr Unternehmen gute Löhne, am bestem Tariflohn zahlen.“

Dahlemann verwies auf den vom Kabinett beschlossenen Fahrplan für das weitere Vorgehen in dieser Sache. Bis zum 5. Dezember werde eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Wirtschaftsministeriums Vorschläge für die Überarbeitung des Vergabegesetzes unterbreiten. Zeitgleich würden die Richtlinien für die Vergabe von Fördermitteln zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur überarbeitet.

„Kernanliegen ist, Unternehmen, die ihren Beschäftigten ein mindestens tarifgleiches Entgelt zahlen gegenüber anderen Unternehmen besser zu stellen und damit die Schaffung guter Arbeitsplätze mit guten Löhnen zu befördern. Das ist ein richtiger Schritt. Mecklenburg-Vorpommern wird auf Dauer nur wettbewerbsfähig und auch für Rückkehrer attraktiv sein, wenn auch die Löhne steigen.“