Sanierung der Petribrücke in Rostock

Land unterstützt die Stadt mit 285.200 Euro

Rostock – Das Land greift der Stadt Rostock bei der Sanierung der Petribrücke finanziell unter die Arme. „285.200 Euro fließen als Sonderbedarfszuweisung in den städtischen Haushalt“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Dass eine grundhafte Instandsetzung dringend nötig war, zeigten die Brückenprüfungen, die alle drei Jahre stattfinden. Daher hatten wir die Maßnahme schon 2016 auf die Prioritätenliste gesetzt.“

Bei der Petribrücke handelt es sich um eines der wichtigsten Brückenbauwerke der Hansestadt, die nahezu unverzichtbar ist für den öffentlichen Nahverkehr. Der schlechte Zustand u.a. wegen des mangelnden Korrosionsschutzes und angegriffener Stahlbauteile machten größere Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die derzeit laufen.

Schwesig: Wir wollen alles dafür tun, dass Lichtenhagen nicht wieder passiert

Rostock – „Wir wollen an die schrecklichen Ereignisse im Sonnenblumenhaus in Lichtenhagen erinnern, die vor genau 25 Jahren begonnen haben. Und wir wollen alles dafür tun, dass sich Ereignisse wie im August 1992 in Deutschland nie mehr wiederholen“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf der Festveranstaltung in Erinnerung an die rassistischen Ausschreitungen am Dienstag in der Rostocker Marienkirche.

Die furchtbaren Bilder seien immer noch in Erinnerung: „Ich war 18, als ich die schlimmen Nachrichten aus Rostock hörte: aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger, die die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge angriffen, die immer wütender wurden, immer aggressiver. Aufgestachelt von Beifall klatschenden Schaulustigen, von Rechtsgesinnten aus ganz Deutschland und begünstigt durch überforderte Verantwortliche.“

An den Vorfällen gebe es nichts zu beschönigen. Schwesig: „Sie mahnen und verpflichten uns bis heute auf besondere Weise. Wir haben diese Verpflichtung angenommen. Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren deutlich gemacht, dass wir den Kampf gegen den Rechtsextremismus als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehen. Mit konsequenter Bekämpfung rechtsextremistischer Straftaten, mit unseren Regionalzentren für demokratische Kultur, mit landesweiten Bündnissen wie „Wir. Erfolg braucht Vielfalt“ und vor allem mit vielen bunten Initiativen vor Ort.“

Ziel müsse es sein, die Menschen vor Ort zu erreichen, gerade auch junge Menschen, die sich abgehängt fühlten, die dann leicht empfänglich für radikale Ideologien seien. „Da müssen wir präventiv arbeiten.“ Deswegen sei es besonders wichtig, dass die Politik diejenigen unterstütze und stärke, die sich für Demokratie einsetzen würden. „Jede und jeder in unserem Land ist gefordert, sich rechtsextremistischen Tendenzen entschieden entgegenzustellen, denn von Hass und Hetze ist es nicht mehr weit bis zur ausgeübten Gewalt“, betonte die Regierungschefin.

Nach der Veranstaltung wurde am Rostocker Rathaus eine Stele zur Erinnerung an die Ereignisse vom August 1992 der Öffentlichkeit übergeben.

Schweriner Unternehmen forscht an neuartigem Schweißverfahren für Turbinen-Service

Schwerin – Das Schweriner Unternehmen OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG forscht derzeit zusammen mit der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH (SLV M-V GmbH, Rostock) an einem neuen Schweißverfahren. Dieses soll bei der Instandsetzung von Turbinenschaufeln angewendet werden und so deren Verschleißwiderstand deutlich erhöhen. „Ziel des neuen Verfahrens ist es, Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturen in Zukunft deutlich zu reduzieren. Denn Turbinenschaufeln sind in der Regel sehr heißrissempfindlich und damit nur bedingt schweißbar. Aufgrund der extremen Betriebsbeanspruchungen unterliegen die Turbinenschaufeln einem ungemein hohen Verschleiß, dass macht die Instandhaltung sehr kostenintensiv“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Turbinen sind rotierende Strömungsmaschinen, die durch strömende Flüssigkeiten oder Gase mechanische Leistung erzeugen. Zum Einsatz kommen sie beispielsweise in den Antriebseinheiten von Flugzeugen oder Schiffen, aber auch in Gas- oder Ölkraftwerken. In der Regel werden die Schaufeln von Turbinen aus Nickelbasislegierungen gefertigt, die nur bedingt zum Schweißen geeignet sind. Um dennoch Rekonditionierungsverfahren durchführen zu können, sollen die Laserpulverschweißanlagen in dem Vorhaben mit einer induktiven Vorwärmtechnik ausgestattet werden. Somit kann neben der konventionell-automatischen Schweißfertigung im Kronenbereich ohne Vorwärmung zukünftig auch eine spezielle Schweißfertigung erfolgen, bei der die Turbinenschaufeln im Kronenbereich lokal vorgewärmt werden. „Der Lösungsansatz des Forschungsvorhabens sieht vor, dass eine weitgehend eigenständige Einheit entwickelt wird. Das hat den Vorteil, dass diese bei Bedarf an der Fertigungsanlage direkt angebracht und über eine Hard- und Software-Schnittstelle verbunden werden kann“, sagte Glawe.

Der Fokus der OT Oberflächentechnik GmbH liegt zunächst auf der technischen Vorbereitung der geplanten Versuchsschweißungen sowie der anschließenden metallurgischen Untersuchung und deren Auswertung. Die SLV M-V GmbH wird federführend für die Schweißversuche verantwortlich sein. Zusätzlich wird die Forschungseinrichtung die Anforderungen zur Durchführung einer digitalen Radioskopie ermitteln und daraus resultierend die Verfahrensparameter bestimmen sowie diese in realen Bauteilversuchen validieren. „Die Fertigstellung, Erprobung und Inbetriebnahme der Anlagentechnik ist für den Beginn des nächsten Jahres vorgesehen“, sagte Glawe.

Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von knapp 662.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen der Projektpartner auf mehr als 950.000 Euro. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln zur Verfügung. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die OT Oberflächentechnik GmbH & Co. KG ist ein zertifiziertes Unternehmen, das sich auf die komplette Regeneration von Bauteilen aus stationären Gas- und Dampfturbinen sowie auf das Oberflächenbeschichten mit metallischen und keramischen Werkstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen bietet seinen Kunden individuelle Applikationen für die Bearbeitung von Bauteilen aus unterschiedlichen, überwiegend Hochtemperatur-Werkstoffen an.

Die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH ist eine staatlich anerkannte Einrichtung nach dem Weiterbildungsförderungsgesetz. Gegründet wurde sie 1990 an der Universität Rostock, Fachbereich Maschinenbau und Schiffstechnik. Für die Gründung war bestimmend, auf den Gebieten der Werkstoff-, Schweiß- und Lasertechnik in Mecklenburg-Vorpommern beratend und unterstützend tätig sein zu wollen, das Prüf- und Überwachungssystem auf diesen Gebieten zu fördern und damit einen Beitrag für die Entwicklung und den Wiederaufbau von Wirtschaft und Industrie zu leisten.

Spaß und Zivilcourage im Doppelpack bei Jamel rockt den Förster

Jamel – Am 25. und 26. August feiern die Veranstalter Birgit und Horst Lohmeyer zum elften Mal, zusammen mit den BesucherInnen ihres bereits seit Monaten ausverkauften Festivals „Jamel rockt den Förster“, wieder die Demokratie. Erneut haben viele bekannte MusikerInnen ihr Kommen in das kleine Dorf Jamel bei Wismar zugesagt.

„Doch anders als bisher, kündigen wir die auftretenden Bands diesmal nicht vorher an“, erläutert Horst Lohmeyer. „Denn bei Jamel rockt den Förster geht es darum, dass 1.200 bunte Menschen eine Angstzone besetzen und Spaß haben. Es geht darum, der hiesigen Naziszene entgegen zu treten und zu zeigen, dass diese selbst ernannte „National Befreite Zone“ nur so lange eine ist, so lange wir alle das zulassen!“ „Es ist also im Prinzip egal, wer genau in Jamel spielt“, ergänzt Birgit Lohmeyer. „Alle kommen trotzdem und haben Spaß!“

Außerdem empfehlen die Forstrocker ihren BesucherInnen die Mitmachaktionen des Theaterlabors Bielefeld, das Schachcafé des Schachklubs Kaltenkirchen, die Diskussionsveranstaltungen der Offenen Gesellschaft sowie die Info- und Verkaufsstände.

Ganz wichtig: Die Anreise ohne Ticket an beiden Tagen ist sinnlos; eine Abendkasse wird es nicht geben!

„Wir freuen uns auf viele Wochenendgäste aus ganz Deutschland, die mit uns zusammen feiern und zugleich ein deutliches Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit setzen werden“, so Wolfram Nagel, Vorstand des Festivalträgervereins.

Das „Jamel Rockt den Förster“ Festival wurde im Jahre 2007 von Birgit und Horst Lohmeyer ins Leben gerufen, um auf die Vereinahmung des Dorfes Jamel durch die hiesige Neonaziszene aufmerksam zu machen und diesem Treiben etwas entgegen zu setzen. In den letzten Jahren haben Bands und KünstlerInnen wie u. a. Die Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot, Terrorgruppe, Madsen, Wolf Maahn mit ihrem Auftritt das Anliegen von Horst und Birgit Lohmeyer unterstützt und sich solidarisch mit ihnen erklärt.

Regionale Schule „Martha Müller-Grählert“ in Franzburg wird saniert

Franzburg – Die Stadt Franzburg (Landkreis Vorpommern-Rügen) investiert in die Sanierung der Regionalen Schule mit Grundschulteil „Martha Müller-Grählert“ am Platz des Friedens, die Arbeiten haben begonnen. Die Stadt als Schulträger erhält neben Fördermitteln aus dem Wirtschaftsministerium auch Unterstützung aus dem Innenministerium. Rund 425.000 Euro fließen als Sonderbedarfszuweisung in das Vorhaben. Minister Lorenz Caffier übergab heute an den Bürgermeister Dieter Holder einen entsprechenden Bewilligungsbescheid.

„Ich freue mich, dass wir die Stadt bei der Sanierung ihrer Schule finanziell unterstützen können. Bei Gesamtkosten von über 2 Millionen Euro entlasten die Fördermittel den Haushalt der Stadt schon in beträchtlichem Maße“, sagte Lorenz Caffier. „Gut ausgestattete und moderne Unterrichtsräume sind für Schüler und Lehrer gleichermaßen wichtig.“

Die Schule wurde 1976 als Polytechnische Oberschule Hans Beimler eröffnet. Heute lernen dort Jungen und Mädchen der Stadt und den Umlandgemeinden des Amtes Franzburg-Richtenberg sowie aus angrenzenden Amtsbereichen. Seit dem Jahr 2006 trägt die Schule den Namen der Heimatdichterin Martha Müller-Grählert, die vor allem mit ihrem in vorpommerschem Platt geschriebenen Gedicht von den Ostseewellen „Mine Heimat“ bekannt wurde.

Jetzt ist vorgesehen, das bestehende Schulgebäude innen und außen zu sanieren. Die Sanierung der Schule ist Bestandteil der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Platz des Friedens“ im Rahmen des Städtebauprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden.“

Erste Gemeindefusion nach Leitbildgesetz

Insel Rügen – Die Gemeinden Gager, Middelhagen und Ostseebad Thiessow (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben einen Gebietsänderungsvertrag geschlossen. Sie werden sich mit Wirkung zum 1. Januar 2018 als Rechtssubjekte auflösen und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Mönchgut“ zusammenschließen. Die Gebietsänderung und die Namensgenehmigung wurden jetzt im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben.

„Die Neubildung der Gemeinde Mönchgut als erster Gemeindezusammenschluss nach dem Gemeindeleitbildgesetz war vom ausdrücklichen Bürgerwillen getragen. In allen drei Gemeinden fand jeweils eine Bürgerbefragung statt, bei der sich eine deutliche Mehrheit für die Fusion ausgesprochen hatte. Dieser Erfolg sollte auch andere Gemeinden ermutigen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Aus drei mach eins, so ist das Ergebnis nach dieser Fusion. Aufgaben werden künftig auf eine breite Schulter verteilt. Und Geld fließt auch noch in die neue Gemeindekasse.“ Nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz zahlt das Land je wegfallender Gemeinde 200.000 Euro, also in diesem Fall insgesamt 400.000 Euro Fusionsprämie.

Innenminister Lorenz Caffier: „Nur in größeren und leistungsfähigeren Verwaltungsstrukturen können unsere Kommunen zukünftig ihre Aufgaben erfüllen. Ich kann die örtlichen Kommunalpolitiker nur ausdrücklich ermuntern, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Frage sinnvoller Gemeindestrukturen zu diskutieren und Fusionsgespräche aufzunehmen oder fortzuführen.“

Bei den unteren Rechtsaufsichtsbehörden sind für Fragen, die freiwillige Gemeindezusammenschlüsse oder das Zusammenführen von Verwaltungen betreffen, Koordinierungsstellen eingerichtet worden. Die dort tätigen Personen sind im Gebiet des jeweiligen Landkreises Ansprechpartner für diese Fragen. Sie beraten die Gemeinden bzw. Ämter und sie unterstützen die an Fusionsverhandlungen beteiligten Gemeinden auch bei der Beurteilung der strukturellen Zukunftsfähigkeit der beabsichtigten neuen Gemeindestruktur.

Neues Drehleiterfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Teterow

Teterow – Die Freiwillige Feuerwehr Teterow muss für eine Vielzahl von Gefahren und Risiken gut gewappnet sein, denn das Aufgabengebiet hat sich im Laufe der Jahre wie bei anderen Freiwilligen Feuerwehren des Landes auch erweitert und geändert. „Die technische Ausstattung einer Feuerwehr muss mit dieser Entwicklung Schritt halten und entsprechend den Anforderungen angepasst werden“, sagte Innenminister Lorenz Caffier heute in Teterow.

„Deshalb unterstützen wir den Ersatz der alten Drehleiter durch ein Teleskophubrettungsfahrzeug mit 192.000 Euro Sonderbedarfszuweisung. Nur eine gut ausgerüstete Feuerwehr kann bei allen Notlagen, vom Verkehrsunfall über Großbrände bis hin zum Katastrophenfall, ihren vollen Einsatz bringen und wirksame Hilfe leisten.“

Die Freiwillige Feuerwehr Teterow ist als Schwerpunktfeuerwehr eingestuft. Der Einsatz der Drehleiter ist immer dann wichtig, wenn ein baulicher, zweiter Rettungsweg nicht zur Verfügung steht. Da die Feuerwehr dies im Vorfeld nie wissen kann, ist ein solches Fahrzeug für die Personenrettung und Brandbekämpfung unerlässlich. Besondere Einsatzschwerpunkte der Freiwilligen Feuerwehr Teterow sind u.a. mehrere Gewerbegebiete, ein Baurecyclingunternehmen, Hotels, Pensionen und Einkaufszentren, sowie das Biomedizinische Zentrum und ein großer EG-Versandschlachthof.

Die Feuerwehr erfüllt nicht nur Aufgaben des örtlichen und überörtlichen Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung im eigenen Gemeinde- und im Amtsgebiet Mecklenburgische Schweiz. Mit ihrem Hubrettungsfahrzeug ist sie auch in den benachbarten Ämtern Krakow am See und Gnoien bei Brandeinsätzen in Gebäuden mit mehr als drei Geschossen im Einsatz. Durch die Ersatzbeschaffung soll eine Drehleiter aus dem Jahr 1993 ersetzt werden, die nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und zudem hohe Reparaturkosten verursacht.

Feierliche Zeugnisübergabe an Geomatiker und Vermessungstechniker

Schwerin – Neunzehn angehende Geomatikerinnen und Geomatiker sowie Vermessungstechnikerinnen und Vermessungstechniker erhielten am 18. August 2017 im Festsaal der Kunst- und Musikschule ATARAXIA ihre Abschlusszeugnisse.

Die feierliche Zeugnisübergabe wird traditionell für alle Ausbildungsstätten der Geoinformationstechnologie in Mecklenburg-Vorpommern zentral veranstaltet. In seiner Festrede hob der Behördenleiter des Landesamtes für innere Verwaltung, Wolfgang Isbarn, die Bedeutung des Vermessungs- und Geoinformationswesens für die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft hervor.

Die Absolventinnen und Absolventen hätten sich für einen Beruf entschieden, der interessante Aufgaben bereithalte. Bereits heute herrsche hier Fachkräftebedarf. Damit eröffneten sich exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Internationale Auszeichnung für Greifswalder Intensivspezialisten

Klaus Wagner – ein Rüganer kämpft sich zurück ins Leben

Greifswald – Auf diese internationale Auszeichnung sind die Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin B besonders stolz. Als zweites Deutsches Zentrum nach Regensburg hat die Klinik von der Extracorporeal Life Support Organization* mit Sitz in Ann Arbor (USA/Michigan) den Gold Level ELSO Award for Excellence in Life Support erhalten. Damit werden weltweit exzellente ECMO-Zentren prämiert, die auf hohem Niveau Menschen mit einem Ausfall der Herz- und Lungenfunktionen behandeln. Was das bedeutet, kann der 53-jährige Rüganer Klaus Wagner berichten. Er weilte nach einem Herzstillstand Anfang Mai eigentlich nicht mehr unter den Lebenden. Seit 14 Tagen kann er wieder die Sommerluft genießen und sich auf seine baldige Rückkehr auf die Insel Rügen freuen. Im vergangenen Jahr wurden 41 schwerstkranke Frauen und Männer in Greifswald an Herz-Lungen-Maschinen behandelt.

Eine Kämpfernatur – Patient Klaus Wagner (mi.) mit Oberarzt Dr. Peter Abel (v. li.), Pfleger Erik Mota, Oberarzt Dr. Kai Nöckler, Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, Pfleger Matthias Holz und Klinikdirektor Prof. Stephan Felix. Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

„Diese internationale Anerkennung ist für unser gesamtes Team, für unsere Arbeit am Patienten und für eine hochwertige Ausbildung eine enorme Bestätigung. Jeder Betroffene, den wir mit unserer Spitzenmedizin ein neues Leben schenken können, ist der Lohn für unseren Einsatz und unsere Forschung“, sagte Prof. Stephan Felix (Foto), Direktor der Klinik für Innere Medizin B an der Universitätsmedizin Greifswald. „Der ELSO Award bedeutet für die Patienten und ihre Familien, dass sie sich auf höchste Qualitätsstandards, spezialisierte Geräte und Verbrauchsmaterialien sowie eine entsprechende intensive Weiterbildung aller Mitarbeiter verlassen können.“

Das Team ist stolz auf seine internationale Auszeichnung, den Gold Level ELSO Award (v.li.: Prof. Stephan Felix, Dr. Sigrun Friesecke, Dr. Kai Nöckler und Dr. Peter Abel). Fotos @ Hans-Werner Hausmann/UMG

Schafft es die Lunge nicht mehr, das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, ist schnelles Handeln gefragt. Jede Minute zählt. Die extrakorporale Membranoxygenierung, kurz ECMO, ist eine technische Methode, das Blut eines Patienten mit einem Lungenversagen mittels einer externen Maschine und über einen Venenzugang künstlich mit Sauerstoff zu versetzen (venovenöse ECMO). Die ECMO kann auch bei einem primären Herzversagen eingesetzt werden. Hier ersetzt die Maschine die Herz- und Lungenfunktion (Herz-Lungen-Maschine: HLM). Dabei wird Blut aus einer Vene angesaugt und in eine große Arterie gepumpt (venoarterielle ECMO). Vor einem Jahrzehnt waren herkömmliche HLM noch 200 Kilogramm schwer und stationär gebunden. Inzwischen sind die Geräte, die über einen gewissen Zeitraum die Funktionen von Herz und Lunge übernehmen können, handlich klein und transportabel. Die Mini-HLM können auch in Rettungswagen oder Hubschraubern eingesetzt werden und kosten ca. 60.000 Euro. Notwendig wird der maschinelle Lebensretter vor allem bei schwersten Lungenfunktionsstörungen und Herz-Kreislaufversagen. Jedes Jahr sind auch schwere Grippefälle betroffen.

Die Internistische Intensivmedizin in der Klinik für Innere B mit 18 Betten verfügt über eine hochmoderne Intensivstation mit neuester Technologie für alle Organersatzverfahren, darunter die ECMO Gleichzeitig können vier ECMO-Patienten auf dieser Intensivstation behandelt werden. „Aufgrund der bereits zehnjährigen Erfahrung mit der Methode bekommen wir Patienten aus ganz Norddeutschland“, sagte Oberärztin Dr. Sigrun Friesecke, die das ECMO-Zentrum gemeinsam mit Oberarzt Dr. Peter Abel leitet. „In erster Linie sind wir aber ein ECMO-Zentrum für die Kliniken im Land. Manchmal geht es auch andersrum. So konnten wir unter anderem einen Urlauber mit Herz-Lungen-Maschine in sein Heimatkrankenhaus nach Heidelberg fliegen“, so Friesecke.

Auch Klaus Wagner traf das Unheil völlig unerwartet. Anfang Mai wurde ihm schlecht. Ein schwerer Herzinfarkt. Seine Familie rief den Notarzt und die Rettungskräfte haben sofort reagiert und den gelernten Fensterbauer mit Hubschrauber in die Greifswalder Universitätsmedizin bringen lassen. Dort kommt es zum Herzstillstand. Die Greifswalder Intensivspezialisten mussten den 53-Jährigen fast 90 Minuten mechanisch reanimieren, bevor er für neun Tage an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden konnte. Weitere Komplikationen erschweren den Heilungsprozess. Klaus Wagner verliert auch noch infolge von Durchblutungsstörungen ein Bein. Aber, er ist ein Kämpfer, er lernt wieder selbständig zu atmen, zu schlucken und zu sprechen. Nach drei Monaten kann er erstmals ohne Apparate und Beatmungsgeräte, aber mit großer Lebensfreude und seiner positiven Lebenseinstellung mit dem Rollstuhl das Greifswalder Klinikgelände erkunden. Nun geht es in die Reha-Anschlussbehandlung und der Rüganer freut sich schon riesig auf das Weihnachtsfest mit seiner Familie.

„Patienten wie Klaus Wagner zeigen uns, dass die Hightech-Medizin ihre Berechtigung hat“, betonte Oberarzt Dr. Peter Abel „Ohne die moderne Technik wären fast alle unserer ECMO-Patienten ohne Überlebenschance. Viele sind äußerst dankbar über ihre Rückkehr ins Leben und kommen uns regelmäßig besuchen. Je nach Schwere der Erkrankung oder Dauer der Reanimation ist auch wieder ein völlig normaler Alltag in gewohnter Lebensqualität möglich.“

Wie bei Klaus Wagner beginnt mit dem Anschluss an die lebensrettenden Maschinen ein meist langwieriger Aufbau- und Entwöhnungsprozess, der in der Regel mit Medikamenten und operativen Eingriffen, aber auch mit Selbstheilungskräften des Körpers, Physiotherapie und sehr viel Geduld verbunden ist.

Die 1989 gegründete *Extracorporeal Life Support Organisation (ELSO) ist ein internationales Non-Profit-Konsortium von Gesundheitszentren und Einzelpersonen, die sich der Entwicklung, Erforschung, Bewertung und Verbesserung der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) und anderen innovativen Therapien zur Unterstützung von Organsystemen widmet. Das Ziel von ELSO ist es, ECMO-Programme zu fördern, die das höchste Maß an Leistung, Innovation, Zufriedenheit und Qualität erreichen. www.elso.org

Die Klinik für Innere Medizin B zählt mit neun Stationen und 132 Betten zu den größten Kliniken an der Greifswalder Universitätsmedizin. Im vergangenen Jahr wurden 2.471 Patienten ambulant und 4.677 Patienten stationär in der Universitätsklinik betreut. Die Herzklinik verfügt über eine High-Tech-Intensivstation sowie zwei hochmoderne Herzkatheterlabore, eines davon als Hybrid-OP. Die Klinik für Innere Medizin B gehört zum Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird.

„Schaubrüterei“ und ein neuer „alter“ Pferdestall im Wildpark-MV

Güstrow – Der 200 Hektar große Wildpark-MV in Güstrow (Landkreis Rostock) investiert in die Ausweitung seines Angebotes; geplant ist der sorgsame Umbau älterer Gebäude zu modernen Tierbegegnungsstätten. So ist eine erste Schaubrüterei im Land vorgesehen sowie verbesserte Bedingungen für die Pferde und den Reit- und Fahrtourismus in der Anlage. „Der mit vielen einheimischen Wildtierarten ausgestattete Park hat sich zu einer beliebten Freizeiteinrichtung für Jung und Alt im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Die kontinuierlichen Investitionen werden von den Besuchern honoriert. Mehr als 160.000 Gäste wollten im vergangenen Jahr den Spuren der Wölfe, Bären und Seeadler folgen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Eine Zukunft für den alten Pferdestall – hier zeigen Tierpfleger Jürgen Kölpin und Azubi Gina Motschneck zwei Kaltblüter vor dem historischen Gebäude. Besonders beliebt sind die Kremsertouren mit den verschiedenen Erlebnisstationen durch den Wildpark. Fotos @ Wildpark MV

Noch in diesem Jahr soll das Reetdach auf dem Pferdestall und im kommenden Jahr auf dem Verwaltungsgebäude erneuert werden. 2018 ist eine Modernisierung des Fachwerkbaus zu einem begehbaren Pferdestall inklusive der Sanitäranlagen und einer behindertengerechten Toilette vorgesehen. Darüber hinaus wird ein Neubau für die Wagenremise als Unterstellmöglichkeit für Kremser, Fahrräder und Bollerwagen entstehen. Ebenfalls im nächsten Jahr richten die Parkbetreiber in dem historischen Haus einen Informationsbereich ein, der mit der Verwaltung, dem Pferdestall mit Wagenremise und der künftigen Schaubrüterei eine touristische Einheit bildet. Im neuen Infocenter werden künftig alle Angebote und Ausleihmöglichkeiten des Wildparks übersichtlich für den Besucher dargestellt. „Der Wildpark-MV setzt auch künftig seine Philosophie um, das Tiererleben mit wissenswerten Fakten zum Natur- und Artenschutz zu verknüpfen. Das ist genau der richtige Ansatz, um neben dem Erholungswert auch eine innovative Umweltbildung einzubinden“, sagte Glawe.

„Besonders freuen wir uns, das alte Entenhaus 2018 als eine gläserne Schaubrüterei neu zu eröffnen“, sagte Wildparkdirektor Klaus Tuscher. „In der ersten Schaubrüterei des Landes können die Besucher erleben, wie sich aus einem Ei ein Huhn entwickelt. Da viele Kinder Eier nur aus dem Supermarkt und Hühner nur aus dem Fernsehen kennen, wird das sicher für einige Aha-Effekte sorgen.“ Der Blick hinter die Kulissen ist dann eine der Erlebnisstationen auf den beliebten Kremsertouren mit den Kaltblütern durch den Wildpark-MV. Auch die Trekkingtouren mit Eseln und Ponys sowie Bildungsveranstaltungen rund um das Pferd sollen ausgeweitet werden.

Das Projekt mit zahlreichen touristischen Synergien für den Wildpark-MV und die Region wird vom Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 307.000 Euro unterstützt. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 341.000 Euro.

Beachsoccer: Deutsche Meisterschaft in Rostock-Warnemünde

Warnemünde – Strandfußball in Rostock-Warnemünde – Deutscher Meister gesucht: An diesem Wochenende findet in Warnemünde die Deutsche Meisterschaft im Beachsoccer des Deutschen Fußball Bundes (DFB) statt.

„Beachsoccer als aufstrebende, junge Sportart passt perfekt nach Mecklenburg-Vorpommern, nach Rostock und an den Warnemünder Strand. Neben der Schnelligkeit des Spiels mit vielen Toren, den fußballerischen Tricks der Spieler ist vor allem die mitreißende Stimmung im Publikum ein besonderes Merkmal der Veranstaltung. Die Besucher können das maritime Flair am Strand mit Badegästen, ein- und auslaufenden Fährschiffen, Segel- und Motorbooten sowie Fahrgastschiffen genießen. Das ist attraktive Werbung für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Sonntag vor Ort. Wirtschaftsminister Glawe ist Schirmherr der Veranstaltung.

Beachsoccer wird von zwei Mannschaften mit je fünf Spielern (4 Feldspieler + 1 Torwart) bestritten. Die Spieler dürfen keine Ausrüstung tragen, die Andere verletzen könnte. Gespielt wird barfuß auf einer Sandfläche in drei Perioden mit jeweils zwölf Minuten. Nach jeder Spielperiode wird die Seite gewechselt. Der Deutsche Fußball-Bund trägt seit 2013 jährlich den DFB-Beachsoccer-Cup beziehungsweise seit 2015 die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft in Rostock-Warnemünde aus. Nach der Deutschen Meisterschaft werden Beachsoccer-Mannschaften aus acht Nationen – England, Italien, Deutschland, Niederlande, Ukraine, Litauen, Rumänien und Aserbaidschan – vom 25. bis 27. August in Warnemünde um den Einzug in das Finalturnier der Euro Beach Soccer League kämpfen.

„Ein Event wie die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft bringt eine immense Aufmerksamkeit für unser Land mit sich. In den vergangenen Jahren hat sich die Region als herausragender Gastgeber für die Teilnehmer und Gäste des Beachsoccers erwiesen. Der nächste Schritt ist bereits getan: Jetzt ist auch die europäische Elite dieses Sports auf Warnemünde aufmerksam geworden und spielt hier vom 25. bis 27. August die Qualifikation für die Weltmeisterschaft. Bei der Begeisterung für den Beachsoccer in Deutschland ist Warnmünde zukünftig sicher ebenfalls ein ausgezeichneter Austragungsort für eine Weltmeisterschaft“, regte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe an. Die Weltmeisterschaft findet im September in Italien statt.

Beginn der Veranstaltung ist am Sonntag um 10:00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag stehen die Halbfinals und das Finale an.

„Jedermann“ funkt bei den Klassikertagen Wismar

Ministerin Hesse: Festspiele bereichern im Sommer das Kulturangebot

wismar – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Festspiele Wismar bei der Anschaffung von 16 hochwertigen Funkmikrofonen. Die Fördermittel in Höhe von 10.000 Euro stammen aus dem Kulturfördersonderprogramm für Investitionen. Die Mikrofone, Sender und Empfänger sind für die künftigen Inszenierungen der Klassikertage Wismar bestimmt. Bislang musste die erforderliche Technik angemietet werden.

„Mit ‚Faust‛ und ‚Jedermann‛ waren in diesem Jahr wieder zwei Klassiker in Wismar zu Gast. Die noch jungen Festspiele bereichern im Sommer das Kulturangebot in der Hansestadt und erhalten regen Zuspruch. Dazu trägt sicherlich der außergewöhnliche Spielort der St. Georgenkirche bei“, lobte Kulturministerin Birgit Hesse bei ihrem Besuch des diesjährigen Schwedenmahls. „Ich freue mich darüber, dass die Festspiele Wismar barrierefreie Vorstellungen, Gebärdensprache und Hörschleifen anbieten. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Inklusion“, betonte Hesse.

Mit dem Investitionsprogramm unterstützt das Land Kulturschaffende, Einrichtungen und freie Projektträger bei besonderen Investitionsvorhaben. In diesem Jahr zählt die technische Ausstattung der festen Live-Spielstätten zu den Schwerpunkten der Förderung.

Haushalt 2017 der Stadt Neubrandenburg

Neubrandenburg – Das Ministerium für Inneres und Europa hat über die Haushaltssatzung 2017 der Stadt Neubrandenburg entschieden. Damit ist die Zeit der vorläufigen Haushaltsführung beendet und die Stadt kann die beschlossenen Investitionsvorhaben umsetzen.

Da sich die Stadt verpflichtet hat, eine mit dem Ministerium geschlossene Konsolidierungsvereinbarung umzusetzen, wurden keine Haushaltsverbesserungen angeordnet. Im Jahr 2017 strebt Neubrandenburg einen Überschuss von knapp 2,7 Mio. Euro an, um damit einen Teil der in den Vorjahren entstandenen Haushaltsdefizite von derzeit noch 88,5 Mio. EUR zu tilgen. Wenn die Stadt die vereinbarten Ziele erreicht, erhält sie dafür vom Land bis zu 27 Mio. Euro aus dem Haushaltskonsolidierungsfonds.

„Ich freue mich, dass die Stadt Neubrandenburg den in den letzten Jahren begonnenen Konsolidierungsprozess konsequent fortführt und damit auf einem guten Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt ist. Durch die Stabilisierung der Haushaltslage ist sichergestellt, dass die Stadt auch künftig ihre wichtigen Aufgaben für die gesamte Region erfüllen kann“, betont Innenminister Lorenz Caffier.

Nach dem beschlossenen Haushaltssicherungskonzept soll der vollständige Haushaltsausgleich spätestens 2027 erreicht werden.

Land(auf)Schwung

Projekt „Konservenladen“ vom Hiddenseer Kutterfisch eröffnet

Insel Hiddensee – Am Freitag wurde in Vitte auf Hiddensee der erste Fischkonservenladen Hiddensees eröffnet. Das Projekt des Landwirts und Initiators Mathias Schilling wurde im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung gefördert. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 243.600 Euro, wovon insgesamt 146.100 Euro durch Bund und Land gefördert werden.

Von 2015 bis 2019 fördert der Bund die Umsetzung von Projekten im Rahmen von Land(auf)Schwung in der Modellregion Vorpommern-Greifswald zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Nahversorgung mit insgesamt 1,5 Mio. Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich als einziges Bundesland auch finanziell mit jährlich 50.000 € am Bundesvorhaben, das noch bis Ende 2019 läuft.

Der Fischkonservenladen stellt die Weiterentwicklung des Projekts “Hiddenseer Kutterfisch“ dar, welches 2016 abgeschlossen wurde. Die Erhaltung traditioneller Wirtschaftsformen wie der Weidewirtschaft, der Inselschäferei sowie der Küstenfischerei auf Hiddensee in Verbindung mit der Produktion handwerklich konservierter Fischprodukte in kreativ gestalteten Dosen ist die innovative Verbindung von Tradition und Moderne. Das Konzept ist in Deutschland einmalig. Mit dieser Initiative wird der Mehrzahl der noch aktiven Fischer auf Hiddensee, dem Fischfang der Region eine neue Perspektive, jenseits sinkender Fangquoten und fallender Erzeugerpreise, gegeben. Der küstennah gefangene Ostseehering wird zu hochwertigen Produkten in Konserven verarbeitet, die ihren Weg in die Metropolen antreten, aber auch in der Region selbst zu erwerben sind.

Dabei nutzen die Initiatoren bewusst den Netzwerkgedanken der Modellregion und kooperieren mit weiteren Produzenten, unter anderem der Gärtnerei Schnelles Grünzeug Grammendorf, Olaf Schnelle oder der Senfmühle Schlemmin, Ivonne Kostroß.

Viele Land(auf)Schwung Projekte präsentieren sich zudem mit ihren Produkten und Ideen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommerns. Dort werden auch der „Hiddenseer Kutterfisch“ mit kreativen Konserven zu finden sein.

Luxusyachten kommen zukünftig aus Greifswald

Greifswald – Das Greifswalder Unternehmen Michael Schmidt Yachtbau GmbH hat in der Hansestadt eine Betriebsstätte zum Bau von Luxusyachten errichtet. Ab sofort sollen bereits vorliegende Auftragsarbeiten im neuen Werk im Greifswalder Stadtteil Ladebow gebaut werden. „Entscheidend für die Wahl des Standortes war der Zugang zum Wasser mit entsprechendem Tiefgang. Das stellt in Greifswald kein Problem dar. Zudem sind viele Zulieferer für Möbel oder Tischler- und Edelstahlarbeiten in unmittelbarer Umgebung, sodass sich weitere Synergieeffekte für die regionale Wirtschaft ergeben können. Mit der neu errichteten Betriebsstätte werden die Produktionsbedingungen deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Bisher verfügte der Schiffsbauer in Greifswald über einige Räumlichkeiten zur Entwicklung und zur Markterforschung. Die jetzt neu errichtete Betriebsstätte ist 50 Meter lang und 40 Meter breit und verfügt unter anderem über ein 800 Quadratmeter großes Lager, eine Lackierhalle sowie einen Maschinenpark mit Kunststoffbearbeitungsmaschinen und Hubwerkzeugen. Insgesamt beträgt die Fläche aller Baueinheiten mehr als 3.500 Quadratmeter. Am Standort ist es nun möglich, gleichzeitig vier bis sechs Leichtbauyachten zwischen 20 und 30 Metern Länge zu bauen.

Der Vertrieb der Yachten soll nach Unternehmensangaben eigenständig oder über Makler und Vermittler erfolgen. „Das Unternehmen hat den internationalen Markt für die Yachten im Fokus. So wird zukünftig ein in Mecklenburg-Vorpommern hergestelltes Produkt auf den Weltmeeren unterwegs sein“, so Glawe weiter.

Das Land unterstützt das Vorhaben im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 1.014.300 Euro. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 3,5 Millionen Euro.

Derzeit gibt es 1.400 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten in der Branche. Die Umsätze haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht auf 474 Millionen Euro Bruttoumsatz. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland.