Jugendliche aus MV gründen Klimabeirat

Schwerin – Die Fridays for Future-Bewegung hat in Mecklenburg-Vorpommern zu einem ganz konkreten Beteiligungsangebot für Jugendliche in Klimaschutzfragen geführt: Nach Gesprächen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Umweltminister Dr. Till Backhaus in der Schweriner Staatskanzlei haben die Jugendlichen nun den Entschluss gefasst, den Rat für Umwelt und Nachhaltigkeit – kurz: RUN – zu gründen.

„Ich freue mich sehr, dass die Jugendlichen weiter am Ball bleiben und sich nun auch formal organisieren, um die weitere Zusammenarbeit mit politischen Gremien und anderen Organisationen zu erleichtern. Mir ist es wichtig, dass wir die von den Jugendlichen aufgemachten Forderungen nun im Detail besprechen, gemeinsam schauen, was geht und was nicht, und einen für alle Beteiligten und vor allem das Klima gangbaren Weg finden“, sagte Backhaus. Dafür sehe er in seinem Ressort viele Anknüpfungspunkte: den Moorschutz, die Paludikultur, den Öko-Landbau, den Insektenschutz, den Wasser- und Bodenschutz, die Lebensmittelwertschätzung oder aber den Erhalt und die Weiterentwicklung der Nationalen Naturlandschaften, die Wiege der Artenvielfalt.

Die Jugendlichen kündigten gegenüber Minister Backhaus an, zunächst eine Liste von potenziellen Mitgliedern zusammenzustellen. Sofern sich der Rat formiert hat, sollen erste Inhalte erarbeitet werden, mit denen die Jugendlichen auf den Umweltminister zukommen wollen.

Antimüllmonster-Projekt

Wismar – Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar sind Landesenergiesparmeister 2019. Die sieben bis neun Jahre alten Schülerinnen und Schülern konnte die Jury durch ihren Verzicht auf Plastik vollends überzeugen. In Ihrem Antimüllmonster-Projekt haben sie sich das Ziel gesetzt, überhaupt keinen Müll in den Brotdosen zu haben.

Energieminister Christian Pegel zeigt sich begeistert von dem großem Engagement: „Ich gratuliere den neuen Energiesparmeistern aus Wismar herzlich. Mit großer Freude beobachte ich die aktuelle Entwicklung, dass sich die jungen Generationen aktiv mit dem Klimaschutz auseinandersetzen und ihre Ideen und Vorstellungen der Welt von morgen auch in ihre Familien tragen. Dafür sind die Schülerinnen und Schüler aus Wismar mit ihrem Antimüllmonster-Projekt beispielhaft.“

Kinder, die überhaupt keinen Plastikmüll in ihren Brotdosen hatten, durften einen Strich auf der Antimüllmonsterliste machen und motivierten so ihre Eltern, ein plastikfreies Frühstück zu bereiten. „Der direkte Effekt in der eigenen Familie ist beim Projekt enorm und die Antimüllmonsterliste eine tolle Art, die Kinder und deren Familien zu motivieren und das eigene Verhalten ein Stück weit zu hinterfragen“ so Christian Pegel weiter. Die Aktionen der Schülerinnen und Schüler hörten aber nicht in der eigenen Familie auf. Sie hielten Vorträge in anderen Klassen, sprachen beim Bürgermeister vor und warben bei heimischen Fabriken dafür, auf Plastik zu verzichten.

Als Landessieger erhalten die Wismarer ein Preisgeld von 2.500 Euro – und haben sich zudem fürs Bundesfinale qualifiziert. Welcher der 16 Landessieger sich am Ende bundesweiter „Energiesparmeister Gold“ nennen und weitere 2.500 Euro Preisgeld mitnehmen darf, wird per Online-Abstimmung entschieden „Bis zum 5. Juni 2019 können Sie unter www.energiesparmeister.de/ abstimmen. Ich drücke die Daumen, dass viele Bürgerinnen und Bürger für das Projekt aus Wismar stimmen, damit aus den Landesmeistern vielleicht bald Bundesmeister werden“, ruft Christian Pegel auf.

Der Bundessieger wird am 14. Juni in Berlin bei der Preisverleihung im Bundesumweltministerium bekannt gegeben.

Fördermittel für LED-Umrüstung

Zingst – Die Gemeinde Zingst (Landkreis Vorpommern-Rügen) erhält vom Landesenergieministerium einen Zuschuss in Höhe von 256.500 Euro für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung bzw. Errichtung von insgesamt 368 Lichtpunkten auf LED-Technik und wird in zwei Bauabschnitten realisiert. Im ersten Bauabschnitt werden dazu die vorhandenen 20 Quecksilberdampfleuchten auf LED-Technik umgerüstet. Um die Straßenzüge der Gemeinde künftig optimal auszuleuchten, werden zusätzlich 35 LED-Leuchten errichtet. Masten und Kabel werden ebenfalls erneuert.

Im zweiten Bauabschnitt sollen 313 Lichtpunkte, bestehend aus Quecksilber- und Natriumdampfleuchten, auf die klimaschonendere Alternative umgerüstet werden.

Durch die Maßnahme können insgesamt ca. 91.000 kWh pro Jahr, sowie ca. 56 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 513.000 Euro.

Umrüstung von Lichtsignalanlagen auf LED

Stralsund – Für die Umrüstung von vier Lichtsignalanlagen im Stadtgebiet der Hansestadt Stralsund (Landkreis Vorpommern-Rügen) auf Lichtlösungen auf Basis von LED mit 24 Volt Betriebsspannung erhält die Hansestadt vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 56.500 Euro (Fördersatz 50 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Es ist vorgesehen, die Lichtsignalanlagen in der Friedrich-Engels-Straße in der Kniepervorstadt und in der Greifswalder Chaussee im Stadtteil Andershof sowie zwei Anlagen auf der Rostocker Chaussee, eine in der Tribseer Vorstadt und die andere im Stadtteil Langerdorfer Berg auf LED umzurüsten.

Durch dieses Vorhaben können pro Jahr ca. 18.600 Kilowattstunden Strom sowie ca. 9,7 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Neues Wärmekonzept der Hansestadt Rostock

Rostock – Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock erhält vom Energieministerium einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 70.000 Euro für die Erstellung eines integrierten Wärmekonzepts „Klimaneutral 2050 – Der Wärmeplan in Rostock“. Die Fördermittel stammen aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das geförderte Vorhaben umfasst die Erstellung eines Wärmekonzepts für Rostock, einschließlich der Untersuchung von kohlenstoffdioxidfreien, regenerativen Fernwärme- und Entwicklungsstrategien unter Berücksichtigung regionaler Vernetzungspotentiale. Als Ergebnis sollen eine oder mehrere Strategien zur kohlenstoffdioxidfreien Wärmeversorgung im gesamten Gebiet der Hanse- und Universitätsstadt Rostock entstehen. Genutzt werden sollen diese als Grundlage für die geplante Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Stadt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 200.000 Euro.

Neue Straßenbeleuchtung in Sülstorf

Sülstorf – Die Gemeinde Sülstorf im Landkreis Ludwigslust-Parchim erhält einen Zuwendungsbescheid in Höhe von etwa 118.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßen- und Gehwegbeleuchtung auf LED-Technik in der Hauptstraße in Sülstorf. Dabei werden 25 Leuchten inklusive Masten ausgetauscht. Außerdem werden fünf zusätzliche Leuchten inklusive Masten neu errichtet.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. vier Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin wird der Energieverbrauch um etwa 7.116 Kilowattstunden jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 281.400 Euro.

Förderung für Beleuchtungssystem

Rostock – Das Pflegeheim „Südhus“ in der Rostocker Südstadt erhält einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 35.700 Euro für die Umstellung des Beleuchtungssystems auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Durch eine spezielle Lichtsteuerung kann die Beleuchtung zeitgesteuert und automatisch an den Tagesablauf angepasst werden. Diese wird in den Fluren und im Speiseraum eingebaut.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. neun Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin werden der Energieverbrauch um ca. 17.151 Kilowattstunden sowie die Betriebskosten um 4.288 Euro jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf 59.500 Euro.

LED für Schweriner Paulskirche

Schwerin – Heute übergibt Energieminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 65.000 Euro (Fördersatz 50 Prozent) für die Umrüstung der Innenbeleuchtung der Paulskirche auf LED-Technik an Pastor Christian Heydenreich. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Um Energie einzusparen, sollen die Innenbeleuchtung der Paulskirche auf LED umgestellt und elektronische Steuerelemente eingebaut werden. Die vorhandenen 58 Leuchten (49 in Kirchenschiff und Eingang sowie 9 Leuchten unter der Empore), bestehend aus Hänge- und Wandleuchten sowie mobilen Strahlern sollen durch 62 LED-Leuchten (33 im Kirchenschiff und Altarraum, 21 unter der Empore, zwei an der Kanzel und sechs historische Leuchter) ersetzt werden. Dabei sollen die historischen Leuchter wieder an ihrem ursprünglichen Ort in den Seitenschiffen installiert werden.

Durch diese Maßnahmen können jährlich 2.247 Kilowattstunden Strom sowie ca. 1,2 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das Vorhaben ist zudem ein Beispiel dafür, wie Denkmalschutz und moderne Technik in Übereinklang gebracht werden können.

Norddeutsche Länder initiieren Wasserstoffstrategie

Hamburg –  – Die Wirtschafts- und Verkehrsminister der Küstenbundesländer haben im vergangenen November beschlossen, eine Strategie für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland zu erarbeiten. Die „Eckpunkte einer Norddeutschen Wasserstoffstrategie“ liegen nun vor – und wurden von der Regierungschefin und den Regierungschefs der norddeutschen Bundesländer auf ihrer Konferenz heute in Hamburg ausdrücklich begrüßt.

„Zudem wurde die eigens für die Strategie ins Leben gerufene ministerielle Arbeitsgruppe gebeten, ihre Arbeit aufgrund der vielversprechenden Grundlage fortzusetzen“, berichtet Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Christian Pegel.

„Wir haben uns bei der Erarbeitung des Eckpunktepapiers vor allem dafür eingesetzt, Lösungen zu finden, um die aktuell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Außerdem ist uns wichtig, die Sektorenkopplung – im Speziellen die Wasserstofferzeugung – im Blick zu behalten und künftig besser zu ermöglichen.“

Der Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft sei eine wirtschafts- und strukturpolitische Chance für die Küstenbundesländer und insbesondere Mecklenburg-Vorpommern. Pegel: „Diese Chance wollen wir ergreifen und die Wasserstoffstrategie zügig vorantreiben und umsetzen“. Die Norddeutsche Wasserstoffstrategie soll im November 2019 zur nächsten Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister/-senatoren der norddeutschen Küstenländer vorgelegt werden.

Neue Straßenbeleuchtung in Zölkow

Zölkow – Die Gemeinde Zölkow im Landkreis Ludwigslust-Parchim will ihre veralteten Straßenlaternen auf LED-Technik umrüsten.

Damit sie ihren Eigenanteil finanzieren kann und somit für diese Maßnahme in den Genuss von Fördermitteln des Landes nach der Klimaschutzrichtlinie kommt, hatte sie einen Antrag auf Kofinanzierungshilfe gestellt. Über den Antrag hatte das Innenministerium auf Grundlage des Votums des interministeriellen Vergaberates positiv entschieden, nun ist der Bürgermeisterin ein Bewilligungsbescheid über 101.825,00 Euro Kofinanzierungsmittel zugesandt worden.

Hauptzuwendungsgeber ist das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung M-V mit einer Förderung in Höhe von rund 144.000 Euro.

Deutscher Erdüberlastungstag: Ab heute leben wir auf Pump

Berlin – Am morgigen deutschen Erdüberlastungstag hat Deutschland bereits nach vier Monaten so viele Ressourcen verbraucht wie unserem Land rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. „Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und ein klares Zeichen für die verfehlte Umwelt- und Naturschutzpolitik der vergangenen Jahre. Die Bundesregierung muss endlich handeln und wirksame Maßnahmen wie eine sozialverträgliche CO2-Steuer umsetzen, um Deutschlands Ressourcenverbrauch dauerhaft zu senken“, fordert Olaf Bandt, Geschäftsführer Politik und Kommunikation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Im Gegensatz zum weltweiten Erdüberlastungstag im Sommer findet der deutsche Erdüberlastungstag bereits im Frühjahr statt. Gründe dafür sind unter anderem ein viel zu hoher Energieverbrauch, der steigende CO2-Ausstoß im Verkehr und in der Massentierhaltung sowie die Verunreinigung von Böden, Luft und Grundwasser. Würden alle Staaten der Welt so wirtschaften wie Deutschland, und alle Menschen so leben wie wir, bräuchte die Menschheit drei Erden, um ihren Ressourcenverbrauch zu decken. „Deutschland lebt ab heute auf Pump und verschwendet großzügig die Lebensgrundlagen anderer Länder und zukünftiger Generationen“, kritisiert Bandt.

Dürresommer und Starkregen, das Insektensterben oder der Verlust an Artenvielfalt: Die Folgen des unverantwortlichen Umgangs mit unserem Planeten sind unübersehbar und werden sich in den kommenden Jahren verschlimmern, wenn nicht gegengesteuert wird. Kira Heinemann aus dem Vorstand der BUNDjugend betont: „Sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Ressourcennutzung agiert die Bundesregierung als ob es kein Morgen gäbe. Doch wir werden unser Recht auf Zukunft nicht einfach aufgeben. Dass unsere Generation unter anderem jeden Freitag streikt und von der Politik ein schnelles, deutliches Umsteuern einfordert, ist nur konsequent.“

Olaf Bandt abschließend: „Die Zeiten eines Wirtschaftswachstums um jeden Preis sind vorbei. Wir brauchen klare gesetzliche Rahmenbedingungen, um gesellschaftliche und ökologische Veränderungen zu unterstützen und eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft. Wir setzen uns ein für ein Leben, das nicht auf Kosten zukünftiger Generationen und der Menschen im globalen Süden geht.“

Der Erdüberlastungstag wird jährlich von dem Global Footprint Network für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten errechnet. Am globalen Erdüberlastungstag hat die Weltbevölkerung alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Ab diesem Tag beanspruchen wir für das übrige Jahr mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen. Das Ziel des Aktionstages ist es, die Begrenztheit und Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Erde ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.

Länder wie Haiti, Ruanda oder auch Indien haben einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als Deutschland, gleichzeitig schultern sie einen Großteil der Folgen der katastrophalen Erdausbeutung wie Dürren, Überschwemmungen oder Artensterben.

Wasserstoff statt Diesel

Energieministerium fördert Studie zu Potenzialen des alternativen Kraftstoffs

Schwerin – Die WEMAG AG, die Stadtwerke Schwerin und das Transportunternehmen Volker Rumstich aus Parchim eint das Interesse an emissionsarmen Antrieben für Straßennutzfahrzeuge. Im Fokus steht aktuell Wasserstoff als alternativer Kraftstoff und Energieträger. Die Unternehmen haben gemeinsam eine Studie in Auftrag gegeben, in der die Einsatzbedingungen von kohlendioxidfrei betriebenen Nutzfahrzeugen und Stadtbussen in Mecklenburg-Vorpommern untersucht werden sollen. Die Studie wird vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern mit 36.000 Euro gefördert.

Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin sind die WEMAG AG, die Stadtwerke Schwerin sowie das Transportunternehmen Rumstich Partner des Projektes „Blue-Line“ Westmecklenburg. Entlang der Hauptinfrastrukturachsen A 24 über Valluhn/Gallin, Schwerin und Parchim soll Wasserstoff als alternative und grüne Energie genutzt werden. Erklärtes Ziel der Netzwerkpartner ist die Speicherung der in Mecklenburg-Vorpommern erzeugten Energie aus Wind- und Solaranlagen in molekularer Form, also Wasserstoff und auch LNG-Gas. Derzeit fehlt eine ausreichende Speichermöglichkeit.

Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern (r.) übergibt den Fördermittelbescheid in Höhe von 36.000 Euro an die Projektpartner, vertreten mit Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG; Volker Rumstich, Geschäftsführer des Transportunternehmen Volker Rumstich Transport GmbH; Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer zu Schwerin; Dr. Josef Wolf, Geschäftsführer Stadtwerke Schwerin GmbH und Sylvia Schimanek, Leiterin des Projektes „Blue-Line“ bei der WEMAG (v. r. n. l.). Foto @ WEMAG/Diana Kuhrau

„Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir nicht nur eine Strom-, sondern auch eine Wärme- und Mobilitätswende. Die deutschen und die europäischen Klimaschutzziele sind ohne einen Wandel in der Wärmeerzeugung und in unserer Mobilität kaum erreichbar. Deshalb haben wir großes Interesse daran, dass auch die Nutzfahrzeuge und öffentlichen Personenbeförderungs-Unternehmen zur Kohlenstoffdioxidreduzierung beitragen“, sagte Energieminister Christian Pegel und fügte hinzu: „Die Vorstudien sind von großer Bedeutung, um die Einsatzbedingungen von kohlstoffdioxidfreien Fahrzeugen zu analysieren. Die Partner des Netzwerkes „Blue-Line“ in Westmecklenburg unterstützen wir deshalb sehr gern bei diesem Vorhaben.“

Die WEMAG bietet grüne Stromprodukte. Sie errichtet und betreibt bereits seit Jahren Batteriespeicher. Diese sind jedoch nicht für eine Speicherung der Wind- und Solarenergie über Tage beziehungsweise Wochen geeignet. Daher steigt zunehmend weltweit das Interesse an der Nutzung von Windstrom für die Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse und für dessen Speicherung sowie die Bereitstellung als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben in der Vergangenheit bereits in die Entwicklung der Power-to-Gas-Speichertechnologie investiert und wertvolle Erfahrungen mit diesem umweltfreundlichen Verfahren gesammelt. Das Gasverteilnetz gilt nicht ohne Grund als die Batterie der Zukunft“, erklärte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG.

„Die Stadtwerke Schwerin GmbH (SWS) befassen sich mit der Entwicklung alternativer und nachhaltiger Energieversorgungskonzepte. Wir sind überzeugt, dass über Power-to-X-Technologien zukünftig Windstrom gespeichert wird und idealerweise dann als Raumwärme oder Treibstoff im Mobilitätsmarkt verwendet werden wird. Seit langem betreiben wir das Erdgasnetz in der Landeshauptstadt Schwerin und derzeit zwei Erdgastankstellen für Pkw“, so SWS-Geschäftsführer Dr. Josef Wolf. Dabei gewinnt Wasserstoff immer mehr an Bedeutung. Insbesondere besteht Interesse an einer Zumischung von Wasserstoff aus Windenergie in das bestehende Erdgasnetz. Damit sollen kommunale Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff zumischtauglichen Erdgasverbrennungsmotoren betankt werden, bis das Gasnetz auf kohlendioxidfreie Gase umgestellt ist.

Das Transportunternehmen Volker Rumstich Transport GmbH aus Parchim setzt sich aus Überzeugung für den Einsatz alternativer und emissionsarmer Antriebe ein. Das Unternehmen interessiert sich für den Einsatz vollelektrischer Nutzfahrzeuge. „Brennstoffzellen haben eine potenziell hohe Energiespeicherdichte. Im Gegensatz zum Batterieantrieb scheint der Brennstoffzellenantrieb in Nutzfahrzeugen bereits jetzt schon Reichweiten von 700 Kilometern zu ermöglichen. Das macht die schweren Fahrzeuge mit Brennstoffzellen für uns als Flottenbetreiber noch attraktiver“, sagte Geschäftsführer Volker Rumstich. Dem batteriebetriebenen LKW wird bei größeren Entfernungen keine Zukunft bescheinigt.

Die IHK zu Schwerin als Initiator des Projektes Blue Line“ ist überzeugt von der künftigen Nutzung von Wasserstoff: „Eine Blue-Line von West nach Ost über Schwerin kann die Nutzbarkeit von Wasserstoff erkennbar machen. Der Standort Westmecklenburg kann Kulminationspunkt sein für Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien und dessen Speicherung und Aufbau einer Infrastruktur für Mobilität und Wärme oder Kälte“, erklärte Klaus Uwe Scheifler, Geschäftsbereichsleiter bei der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. „Eine enge Abstimmung im Land und darüber hinaus mit der Metropolregion Hamburg und im ganzen Norden ist wichtig. Wir brauchen eine Ausweitung des Experimentierfeldes für die Sektorenkopplung auf Mecklenburg-Vorpommern“, so Scheifler abschließend.

Ziel der vom Energieministerium geförderten Studie ist die Erarbeitung einer Handlungsempfehlung für geeignete Herstellungs-, Speicher-, Verteilungs- und Anwendungsszenarien für Wasserstoff als Kraftstoff im Straßenverkehr. Dabei werden sowohl technische als auch ökonomische Aspekte berücksichtigt und die in Mecklenburg-Vorpommern erzeugten erneuerbaren Energien einbezogen.

Um eine Erweiterung der Wasserstoffinfrastruktur wirtschaftlich zu gestalten und die Zahl der Nutzfahrzeuge mit Brennstoffzellen für eine Auslastung der Tankstellen zu erhöhen, ist die Bündelung von Flottenbetreibern nötig. Als potenzielle Treiber gelten dabei hauptsächlich die norddeutsche Nahrungsmittelindustrie, aber auch der kommunale oder private Lieferverkehr mit Leichttransportern.

Die Nutzung der vorhandenen Tankstellen durch Pkw und LKW ist mit geringem Umbauaufwand bereits heute möglich. Auf der Basis der Ergebnisse der Studie, sollen ab Herbst 2019 Maßnahmen sowie eine Strategie zur Umsetzung in Westmecklenburg entwickelt werden. „Mit dieser Studie leisten wir in vielen Bereichen Pionierarbeit, die Ergebnisse werden von großer Relevanz sein“, kündigte WEMAG-Vorstand Murche an.

Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Power-to-Gas-Technologie, bei der Strom dazu eingesetzt, wird, durch Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Dafür soll die überschüssige Energie beispielsweise aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen genutzt werden. Gegenwärtig steigt das Interesse an der Sektorkopplung zur Nutzung von Energien aus nachhaltigen Quellen im Verkehrssektor. Parallel werden alternative Antriebstechnologien für Nutzfahrzeuge sowie die Verwendung von Wasserstoff als Kraftstoff und Energieträger weiterentwickelt.

Rekord: 19 Kommunen aus M-V beim „Stadtradeln“ dabei

Schwerin – Am 01. Mai 2019 startet das bundesweite „Stadtradeln“ des Klima-Bündnis‘. Bis zum 30. September 2019 haben die teilnehmenden Kommunen die Möglichkeit, innerhalb von drei zusammenhängenden Wochen möglichst viele Kilometer auf dem Fahrrad zurückzulegen.

Auch in diesem Jahr stellt das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mittel zur Verfügung, mit denen die Teilnahmegebühr für radelbegeisterte Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns erstattet wird. „Seit vier Jahren stellen wir dafür jährlich 10.000 Euro bereit. Letztes Jahr wurden diese Mittel zum ersten Mal ausgeschöpft und daher um 4.000 Euro aufgestockt. Aus diesem Grund stellen wir dieses Jahr von Beginn an 15.000 Euro für die Teilnahmegebühren zur Verfügung“, sagt Energieminister Christian Pegel.

In kürzester Zeit wurden 95 Prozent der Fördermittel von 19 Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern in Anspruch genommen. Darunter sind mit Rostock, Greifswald, Schwerin und Stralsund sowie Anklam und Neubrandenburg Städte vertreten, die sich bereits in den letzten Jahren an der Aktion beteiligt haben. Zudem haben sich in diesem Jahr Kommunen angemeldet, die erstmals beim „Stadtradeln“ dabei sind. Darunter sind unter anderem einige Kommunen aus dem Landkreis Vorpommern Rügen, und Boizenburg/ Elbe. Für weitere Städte und Gemeinden besteht noch bis Anfang September die Möglichkeit sich anzumelden.

„Die Zahl der teilnehmenden Kommunen aus M-V hat sich in diesem Jahr fast verdoppelt. Das ist in meinen Augen ein Signal dafür, dass das Fahrrad eine wichtige Rolle als Alternative zum Auto spielt. Zudem wird deutlich, dass das Bewusstsein für das Thema in den Kommunen geschärft ist. Diese Entwicklung gilt es mit Aktionen, etwa wie dem „Stadtradeln“ zu fördern“, führt Christian Pegel weiter aus.

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald gibt am 1. Mai 2019 den Startschuss zum „Stadtradeln“ – als erste Gemeinde im Land. Bis zum 21. Mai 2019 können die Greifswalderinnen und Greifswalder möglichst viele Kilometer auf ihren Fahrrädern zurücklegen. Die anderen Kommunen ziehen nach und bieten im Zuge der Aktion teils organisierte Radtouren an. Bislang steigen die Einwohner der Residenzstadt Ludwigslust und Anklam Anfang September zum Abschluss des „Stadtradelns“ in M-V auf den Drahtesel.

Beim „Stadtradeln“ kann jede Stadt, jede Gemeinde, jeder Landkreis und jede Region mitmachen. Ein Gemeindebeschluss oder ähnliches ist für eine Teilnahme nicht zwingend erforderlich. Das Einverständnis der Kommune, zum Beispiel durch den Bürgermeister/die Bürgermeisterin oder die Verwaltung, muss jedoch gegeben sein. Bei der Anmeldung über die Webseite www.stadtradeln.de muss zudem mindestens eine Ansprechperson vor Ort für das „Stadtradeln“ in der Kommune genannt werden. Der Aktionszeitraum, in dem dann alle Teilnehmer aus der Kommune mit dem Fahrrad zurückgelegte Kilometer sammeln, muss drei zusammenhängende Wochen nach Wahl zwischen dem 1. Mai und dem 30. September betragen. Das heißt, frühestmöglicher Starttermin ist der 1. Mai, letzter der 10. September. Anmeldungen werden bis kurz vor dem letztmöglichen Starttermin angenommen.

2018 haben unter anderem die Städte Rostock, Schwerin, Stralsund, Parchim und Greifswald den Nordosten erfolgreich vertreten. Beispielsweise konnte Greifswald im vergangenen Jahr einen internen Rekord aufstellen. Insgesamt legten 878 Aktive aus 62 Teams bei der Greifswalder „Stadtradeln“-Aktion knapp 190.000 Kilometer zurück. Das entspricht mehr als der viereinhalbfachen Länge des Äquators. Sie sparten damit 27 Tonnen Kohlendioxid ein. Insgesamt nahmen aus Mecklenburg-Vorpommern 6.686 Radfahrer teil. Deutschlandweit waren 2018 knapp 885 Kommunen dabei in denen knapp 295.000 Radelnde etwa 59,3 Millionen Kilometern gefahren sind.

Wasserstoff als Kraftstoff

Schwerin – Am Donnerstag, 2. Mai 2019, übergibt Energieminister Christian Pegel in Schwerin einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 36.000 Euro an den Stromversorger Wemag. Das Unternehmen will damit eine Studie zur Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff in Auftrag geben. Die Fördermittel werden nach der Richtlinie zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten in wirtschaftlich tätigen Organisationen vergeben.

Mit Hilfe der Fördermittel soll eine ganzheitliche Untersuchung der Herstellungs-, Distributions- und Anwendungsszenarien für Wasserstoff als Kraftstoff erstellt werden. Der Schwerpunkt der geförderten Studie liegt auf den Straßennutzfahrzeugen. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen abzuleiten, um die Wasserstoff-Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern voranzutreiben.

Die Schweriner Wemag ist ein bundesweit aktiver Öko-Energieversorger und Telekommunikationsdienstleister mit regionalen Wurzeln und Stromnetzbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Zusammen mit der Wemag Netz GmbH ist sie für ca. 15.000 Kilometer Stromleitungen verantwortlich, vom Hausanschluss bis zur Überlandleitung. Das Energieunternehmen liefert Strom, Gas, Internet und Netzdienstleistungen an Privat- und Gewerbekunden. Die Wemag befindet sich seit Januar 2010 im Mehrheitsbesitz der Kommunen ihres Versorgungsgebietes.

Förderung für klimafreundlichen Linienbus

Greifswald – Am Mittwoch, 1. Mai 2019, übergibt Verkehrsminister Christian Pegel im Rahmen des Fahrradfests zum Beginn des „Stadtradelns“ in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 130.000 Euro an Thomas Prauße, Geschäftsführer der Stadtwerke Greifswald. Die Förderung erfolgt gemäß der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Neubeschaffung von Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit der Förderung wird die Neuanschaffung eines Standardlinienbusses mit „Natural Gas Technology“ unterstützt. Diese Antriebstechnologie stellt eine Alternative zum klassischen Dieselantrieb dar. Der Bus kann sowohl mit Erdgas als auch mit Bio-Erdgas, einem Produkt aus erneuerbaren und abbaubaren Stoffen, betrieben werden und fährt damit nahezu kohlenstoffdioxidneutral. Er soll überwiegend im ÖPNV genutzt werden und wird mindestens 30.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen.

Die Gesamtkosten für die Anschaffung betragen 318.000 Euro. Die Differenz von 188.000 Euro finanziert die Universitäts- und Hansestadt aus Eigenmitteln.

Über die Richtlinie wird seit 2013 die Neubeschaffung von Bussen gefördert. In der Regel wird jedes Fahrzeug mit maximal 100.000 Euro gefördert. Bei alternativen Antrieben liegt die Höchstförderung bei 130.000 Euro. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung verbindet mit den Förderungen die Erwartung, dass mit den neuen Bussen die Attraktivität und insbesondere der Ausbau eines barrierefreien ÖPNV-Angebots nachhaltig verbessert werden.