Fernwärmeleitung zur Reha-Klinik

Lohmen – Für Bau und Betrieb einer Fernwärmeleitung erhält das Unternehmen „Lohmen Fernwärme GmbH“ vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 298.890 Euro. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Der Wärmeversorger will die Reha-Klinik „Garder See“ in Lohmen (Landkreis Rostock) mit Wärme versorgen, die als Abwärme in der nahegelegenen Biogasanlage der Produktionsgenossenschaft Gerdshagen entsteht. Dafür soll eine 2100 Meter lange Fernwärmeleitung gebaut werden.

An den Kosten in Höhe von 729.000 Euro beteiligt sich das Energieministerium mit einer Förderung von 41 Prozent der förderfähigen Kosten. Mit dieser Investition wird die Wärmeversorgung in der Reha-Klinik regenerativ und zugleich vor Ort produzierte Energie dafür genutzt.

Nach Fertigstellung der Fernwärmeleitung können damit pro Jahr rund 530 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Damm- und Deichbau im Polder Bargischow

Anklam – Die Renaturierung des Teilpolders Bargischow wird fortgesetzt. Heute setzten Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und Daniela Degen-Lesske, Geschäftsführerin der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, gemeinsam mit Steffen Ebert, Communications Manager Germany der Nord Stream 2 AG, sowie Michael Sack, Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, den offiziellen Spatenstich für den Beginn der Damm- und Deichbauarbeiten im Poldergebiet, das sich östlich von Anklam befindet. Die planfestgestellte Naturschutzmaßnahme ist Bestandteil des Kompensationskonzeptes für die Nord Stream 2 Pipeline.

„Moorschutz kann nur funktionieren, wenn er von den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mitgetragen und akzeptiert wird. Deshalb bin ich froh, dass wir nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde einen guten Kompromiss zur Vernässung des Polders Bargischow/Gnevezin ausgehandelt haben. Zum einen leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Und zum anderen verbessert sich die Infrastruktur vor Ort“, betonte Minister Backhaus.

Die Renaturierung des ca. 440 Hektar großen Teilpolders Bargischow sei dringend notwendig, so Backhaus weiter. Er gehört zu einem Großpolder von über 1.000 Hektar im großflächigen Moorkomplex im Bereich der südlichen Peenemündung. Durch frühere landwirtschaftliche Nutzung sei der Polder stark entwässert. Derzeit liegen die Polderflächen auf einem Niveau von bis zu einem Meter unter dem Peene-Mittelwasser.

„Mit den baulichen Maßnahmen verfolgen wir das Ziel, die naturnahen Wasserverhältnisse des Moores wiederherzustellen und den Lebensraum für typische, seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere neu zu entwickeln“, erklärte Degen-Lesske. „Das erreichen wir, indem wir mit einem entsprechenden Schöpfwerks­regime den Wasserstand oberflächennah einstellen, so dass weitere Torfzersetzungen und hiermit gekoppelte Nährstofffreisetzungen gestoppt werden.“

In den kommenden zwei Jahren soll zunächst ein neuer, fast drei Kilometer langer und auf der Krone ca. sieben Meter breiter Damm entstehen, der den nördlichen und südlichen Polderbereich trennt. Auf diesen Damm plant der Landkreis, die Kreisstraße K48 sowie den Radfernweg Berlin – Usedom zu verlegen. Die Kreisstraße wird künftig über Gnevezin verlaufen. Zudem sollen zwei Rohrlagerplätze für die Schilfmahd angelegt werden. Vor Beginn der Baumaßnahmen wurden bereits die Ortsdurchfahrten in Gnevezin und in Bargischow instandgesetzt.

Geplant ist weiterhin, den Polderdeich am Grenzgraben zu erneuern, die Seezeichen zu verlegen, einen neuen Verbindungs- bzw. Radweg zwischen dem Damm und dem Grenzgraben zu bauen und im südlichen Polderteil einen Wildschutzzaun aufzustellen. Diese Baumaßnahmen beginnen im kommenden Frühjahr. Die gesamten Damm- und Deichbauarbeiten werden voraussichtlich bis zum Jahr 2023 dauern. Im vergangenen Jahr wurden bereits das Schöpfwerk Bargischow ertüchtigt und die Pumpen erneuert.

Die gesamten Baumaßnahmen im Polder sind Gegenstand der von der Landgesellschaft als Flächenagentur von Nord Stream 2 übernommenen Kompensationsverpflichtung für Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Bau der Ostsee-Pipeline. In anderen Fällen setzt die Landgesellschaft als Ökoflächenagentur Kompensationsmaßnahmen für bauliche Vorhaben um oder vermittelt Kompensationsflächenäquivalente aus eigenen Ökokonten an Vorhabenträger.

Landwirte reagieren auf Verbraucherwünsche

Schwerin – Landwirte investieren trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten zunehmend in den Umwelt- und den Klimaschutz. Das geht aus den Anträgen zum Agrarförderungsprogramm (AFP) hervor. Mit dem Geld sollen Betriebe unterstützt werden, die besonders umwelt- und klimaschonend und tiergerecht agieren.

Zum Ende der ersten Jahreshälfte haben bereits über 100 Antragsteller eine Förderzusage vom Land erhalten. Dahinter verbirgt sich ein Zuschussvolumen von knapp 10 Millionen Euro.

„Mit dem Förderprogramm helfen wir den Betrieben den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und hochwertigen Lebensmitteln gerecht zu werden. Es freut mich, dass die Landwirte dieses Angebot in Anspruch nehmen. Für mich ist dies ein Beleg, dass die Landwirte die Wünsche der Verbraucher wahr- und ernstnehmen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Zahlen verdeutlichen dem Minister zufolge aber auch, unter welchem Druck die Landwirte stehen. Die Düngeverordnung zwinge die Betriebe beispielsweise zur längeren Lagerung von Wirtschaftsdünger. Das Agrarinvestitionsförderprogramm begleitet noch bis Ende 2020 den Bau von teuren Güllelagerstätten mit emissionsmindernden festen Abdeckungen mit einem Zuschuss von 40 Prozent.

Auch beim Pflanzenschutz seien die Anforderungen gestiegen, so Backhaus. Förderung gebe es nur noch für besonders innovative abdriftarme und Pflanzenschutzmittelsparende Maschinen, die vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen („Julius-Kühne-Institut“) zertifiziert sein müssen.

Seit 2018 bietet das Land Mecklenburg-Vorpommern zudem die Förderung von Maschinen zur mechanischen Beikrautbekämpfung an. „Wir müssen dahin kommen, dass der Pflanzenschutzmitteleinsatz nur noch erfolgt, wenn er aus fachlicher Sicht absolut nötig ist“, so Minister Backhaus. Ziel müsse ein angepasster, situativer Pflanzenschutz sein.

Auch die Förderung von Stallbauten zur Verbesserung des Tierwohls wird durch das Agrarinvestitionsförderprogramm abgedeckt. Da sich die Baukosten in den vergangenen Jahren wesentlich erhöht haben, hatte das Landwirtschaftsministerium das förderfähige Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro auf zwei Millionen erhöht. Zuschüsse bekommen allerdings nur Betriebe, die weit über gesetzliche Standards hinaus bauen. Anpassungen im Stall werden laut Backhaus auch wegen des Fachkräftemangels notwendig. Manche Betriebe investieren deshalb in automatische Melksysteme.

Heute übergab Minister Backhaus einen Förderbescheid in Höhe von rund 100.000 Euro für die Anschaffung und den Einbau von Melkrobotern sowie die Errichtung eines Milchsilotanks und eines Futtermittelsilos an einen Milchhof in Warlin (Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte).

LED-Straßenbeleuchtung in Groß Polzin

Groß Polzin – Die Gemeinde Groß Polzin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 196.716 Euro (Fördersatz 60 Prozent) für die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung.

Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in Groß Polzin und den Ortsteilen. Die vorhandenen 191 Leuchten werden durch 218 neue ersetzt. Im Rahmen dieser Maßnahme werden auch 86 Maste sowie die Kabel erneuert. In Groß Polzin wird es künftig 67, im Ortsteil (OT) Quilow 43, im OT Konsages 25, im OT Pätschow 50, im OT Vitense 18 und im OT Polzin 15 neue Leuchten geben.

Durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung können pro Jahr rund 67.000 Kilowattstunden Strom sowie knapp 40 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Fördermittel für LED-Umrüstung

Carlow – Die Gemeinde Carlow (Landkreis Nordwestmecklenburg) erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 51.412,50 Euro (Fördersatz 50 Prozent) für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung.

Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Beabsichtigt ist, in den Ortsteilen Neschow und Carlow sowie in Klein Molzahn, Kuhlrade und Samkow die Straßenbeleuchtung energieeffizient umzurüsten. Dabei werden 59 Leuchten inklusive Maste und Kabel ausgetauscht. Bei 16 Leuchten kann der Mast weiterhin genutzt werden, so dass nur der Leuchtenkopf ersetzt wird. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 102.825 Euro.

Durch den Umtausch der Leuchten können pro Jahr knapp 20.000 Kilowattstunden Strom und ca. zwölf Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Zuschuss für Biomasseheizung an Nahwärme Ahrensboek GmbH

Cambs – Die Nahwärme Ahrensboek GmbH in Cambs (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erhält vom Energieministerium einen Zuschuss in Höhe von 328.772,89 Euro. Mit diesen Mitteln sollen eine Biomasseheizung und ein Nahwärmenetz zur Versorgung umliegender Haushalte und landwirtschaftlicher Betriebe mit Wärmeenergie in Cambs, Ortsteil Ahrensboek errichtet und betrieben werden.

Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen 727.024 Euro.

Geplant ist, ein Nahwärmenetz, das auf Basis von Biomasse betrieben wird, mit einer Länge von 935 Metern zu errichten. Als Wärmelieferant werden Holzhackschnitzel aus der Region dienen, die in einer Anlage bestehend aus zwei 200 Kilowatt-Kesseln verarbeitet werden. Alle anzuschließenden Gebäude erhalten Hausanschlussstationen.

Durch diese Maßnahmen können jährlich rund 140 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

LED-Straßenbeleuchtung

Graal-Müritz – Die Gemeinde Graal-Müritz im Landkreis Rostock erhält einen Zuwendungsbescheid über 40.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in der gesamten Gemeinde. Dabei werden insgesamt 110 Leuchten, davon 34 inklusive neuer Maste, umgerüstet.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. 18 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin werden der Energieverbrauch um etwa 33.000 Kilowattstunden und die Betriebskosten um ca. 8.300 Euro jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf 80.000 Euro.

Klimaschutz

Schwesig: Wir haben nur eine Welt – und die müssen wir schützen

Schwerin – Das Thema Klimaschutz stand heute im Mittelpunkt der Aktuellen Stunde im Landtag. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land, das entscheidend von seiner intakten Natur lebt. Deshalb müssen wir besonders engagiert für den Klimaschutz eintreten“, forderte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in der Aktuellen Stunde.

Das Thema Klimaschutz werde heute in allen Generationen diskutiert. „Es waren junge Menschen, die mit der Fridays-for-Future-Bewegung einen wichtigen Impuls gesetzt haben. Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Jugend frischen Wind in die Klimaschutzdebatte bringt“, sagte Schwesig. Sie habe deshalb gemeinsam mit Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus bei Fridays-for-Future engagierte Jugendliche aus Mecklenburg-Vorpommern getroffen und die Gründung eines Klima- und Nachhaltigkeitsrates vereinbart.

Mecklenburg-Vorpommern habe schon bisher einen Beitrag zum Klimaschutz erbracht. „Wir sind Vorreiter beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland.“ Die Landesregierung habe eine Energiepolitische Konzeption inklusive eines Aktionsplans Klimaschutz erarbeitet, eine Landesenergie- und Klimaschutzagentur und ein Landesenergiezentrum gegründet. „Die Renaturierung von Mooren und Feuchtgebieten der wichtigste Beitrag des Landes zur Bindung von Treibhausgasen“, zählte Schwesig auf. Mit den vom Land herausgegebenen MoorFutures könnten sich alle Bürgerinnen und Bürger an Klimaschutzprojekten beteiligen.

Dennoch stehe auch Mecklenburg-Vorpommern noch vor großen Herausforderungen, „bei der Mobilität, bei der Gebäudesanierung oder bei der Frage, wie Klimaschutz noch besser in Bildungsangebote integriert werden kann. Außerdem haben wir eine Arbeitsgruppe in der Landesregierung eingesetzt, die Vorschläge erarbeiten soll, wie wir als Land stärker zum Klimaschutz beitragen können“, so Schwesig. „Wir sind als Land zum Leben, Arbeiten und Urlaub machen für unsere schöne Natur bekannt – und das soll auch so bleiben. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen im Klimaschutz weiter verstärken. Das ist unsere Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen. Wir haben nur eine Welt – und die müssen wir schützen.“

Neue Straßenbeleuchtung in Carlow

Carlow – Die Gemeinde Carlow im Landkreis Nordwestmecklenburg erhält vom Energieministerium einen Zuwendungsbescheid über ca. 40.000 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik für den Ortsteil Klocksdorf, im Zuge der Sanierung der Kreisstraße 9. Dabei werden die vorhandenen Leuchten durch 21 sparsame LED Leuchten inklusive Masten und Kabel ersetzt.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. 4,6 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin wird der Energieverbrauch um etwa 7.800 Kilowattstunden jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 80.000 Euro.

Förderung für neue Straßenbeleuchtung

Dolgen am See – Die Gemeinde Dolgen am See im Landkreis Rostock erhält einen Zuwendungsbescheid über 81.250 Euro für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Kommunen.

Das Vorhaben umfasst die Umrüstung der Straßen- und Gehwegbeleuchtung auf LED-Technik in Dolgen am See sowie in den Ortsteilen Friedrichshof, Striesdorf und Groß Lantow. Insgesamt werden 81 Leuchten mit moderner LED-Reflektortechnik ausgestattet. Von diesen werden 11 inklusive Masten ausgetauscht.

Mit der Umstellung auf die LED-Beleuchtung können ca. 8,4 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden. Weiterhin wird der Energieverbrauch um etwa 14.205 Kilowattstunden jährlich gesenkt.

Die Gesamtkosten für dieses Vorhaben belaufen sich auf ca. 162.500 Euro.

Städte müssen sich gegen Klimawandel wappnen

Schwerin – Das Bundeskabinett hat auf seiner heutigen Sitzung den „Masterplan Stadtnatur“ verabschiedet. Hierzu erklärt der klimaschutzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Mathias Brodkorb: „Der Masterplan ist der richtige Weg, um insbesondere unsere Städte perspektivisch fit zu machen für die unausweichlichen Folgen des Klimawandels. Konsequente Begründung von Städten hilft dabei, die Temperaturen in der Stadt in Phasen großer Hitze um bis zu vier Grad abzusenken. Gerade für Kleinkinder und Senioren kann das bei extremen Heißphasen den Unterschied zum Aufenthalt in der Notaufnahme bedeuten.

Aber auch darüber hinaus steigert mehr Grün in den Städten die Lebensqualität, sorgt für mehr Artenvielfalt. Mecklenburg-Vorpommern hat mit dem „Bienenweiden-Katalog“ bereits eine eigene Handreichung herausgegeben, die insbesondere die Lebensbedingungen für Insekten wie Bienen verbessern hilft. Der Masterplan Stadtnatur ergänzt unsere Arbeit sinnvoll und ist für die Kommunen im Land ein guter Ansatzpunkt, um Lebensqualität nachhaltig zu steigern.“

Förderung von Solaranlagen

Rostock – Das Unternehmen Wärme in Rostocker Wohnanlagen GmbH erhält vom Energieministerium für das Errichten und Betreiben einer solarthermischen Anlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung für ein Mehrfamilienhaus in der Rostocker Clara-Zetkin-Straße 1-4 einen Zuschuss in Höhe von 13.743 Euro (Fördersatz 22 Prozent). Die Fördermittel aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) dienen der Förderung von Projekten zur Umsetzung des Aktionsplans Klimaschutz gemäß der Klimaschutz-Förderrichtlinie Unternehmen.

Es ist beabsichtigt, die bestehende Gasheizungs- und Warmwasserbereitungsanlage durch eine moderne zentrale Heizanlage mit Gas-Brennwertkesseln und einer zentralen Warmwasseraufbereitungsanlage zu ersetzen. Die Solaranlage soll Warmwasseraufbereitung und Heizung unterstützen. Auf dem Dach des Hauses wird eine Solar-Kollektorfläche von ca. 65 Quadratmetern installiert. Dem Solar-System wird ein Pufferspeicher mit einer Kapazität von knapp 170 Kilowattstunden Strom nachgeordnet. Die Arbeiten laufen bereits. Sie sollen Ende des Monats abgeschlossen sein.

Durch die Solaranlage können pro Jahr rund fünf Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Des Weiteren stehen jährlich rund 25.000 Kilowattstunden Strom zur Verfügung.

Lebensmittel im Müll

Schwerin – „Nachhaltiges Handeln lässt sich nicht verordnen“, sagte Mecklenburg-Vorpommern Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Landtag in Schwerin in Reaktion auf einen Antrag der Fraktion DIE LINKE zum Thema „Lebensmittelverschwendung stoppen“. „Sicherlich hat Mecklenburg-Vorpommern noch Potenziale, insbesondere was die gesetzliche Verankerung des Themas angeht. Um spürbare und langfriste Erfolge zu erzielen, brauchen wir aber ein Umdenken in der Gesellschaft. Deshalb legt die Landesregierung den Fokus auf die Verbraucherbildung und die Aufklärungsarbeit sowie den Austausch mit den betroffenen Verbänden.“

Regelmäßige Gespräche finden unter anderen mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, der Verbraucherzentrale, der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Mecklenburg-Vorpommern, den Landfrauen und der Agrarmarketinggesellschaft statt. „In den Gesprächen werden vorbildliche Strategien und Praktiken zur Vermeidung von Nahrungsabfällen vorgestellt und diskutiert. Für mich sind die Verbände wichtige Partner, wenn es darum geht, innovative Lösungsansätze in der gesamten Wertschöpfungskette, also bei den Landwirten, Händlern, Gastronomen und Endverbrauchern, zu verankern und eine Verhaltensänderung anzuschieben – und zwar auf freiwilliger Basis.“

Warum ein ganzheitlicher Ansatz wichtig ist, begründete Backhaus so: „In der Landwirtschaft werden Erzeugnisse, die nicht marktfähig sind, nicht geerntet, weil sie in Form, Farbe oder Größe abweichen und zu niedrige Preise erzielen. Der Handel entsorgt Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. In Kantinen müssen Buffetreste aus hygienischen Gründen entsorgt werden. Verbraucher kaufen oder kochen zu viel oder lagern Lebensmittel falsch. Jedes achte Lebensmittel, das wir in Deutschland einkaufen, landet in der Tonne. Pro Person und Jahr sind das durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel. Kurz gesagt: Alle tragen zu diesem Problem bei und nur gemeinsam können wir es lösen!“

Richtungsweisend seien für Mecklenburg-Vorpommern natürlich auch die Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene, ergänzte Backhaus. In seinem „Fahrplan“ für ein ressourcenschonendes Europa hat die Europäische Kommission beschlossen, der Lebensmittelverschwendung in Europa Einhalt zu gebieten. Demnach sollen die Mitgliedstaaten im Rahmen der Novellierung der europäischen Abfallrichtlinie dazu verpflichtet werden, ihre Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent zu reduzieren. Das entspricht einer Reduktion von geschätzten 90 auf 63 Millionen Tonnen.

Im Bereich der Verbraucherbildung wird die erfolgreiche Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft genutzt. Die dort verfügbaren Informationen und Materialien machen Bürgerinnen und Bürgern aus allen Lebenswelten auf den Wert von Lebensmitteln, die Folgen der Verschwendung und Möglichkeiten zu der Vermeidung aufmerksam.

Auch unterstützt das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern die „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“.

Das Thema gesunde Ernährung und Ernährungs­kompetenz, dazu gehört auch das Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln, ist integraler Bestandteil der Landespolitik. Die Förderung der Gemeinschaftsverpflegung, ob für Vorschulkinder, Schüler oder Senioren, ist ein wirkungsvolles Beispiel neben vielen anderen. Bisher haben 18 Kitaeinrichtungen und 7 Caterer, die 18.300 Kinder versorgen, das Zertifizierungsverfahren erfolgreich absolviert.

Minister Backhaus kündigte an, das Thema „Lebensmittelwertschätzung“ in diesem Jahr zum zentralen Thema auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung (MeLa) in Mühlengeez zu machen. Im Oktober soll es einen Runden Tisch mit Vertretern des BMEL und des Vereins „United Against Waste e.V. und Akteuren aus MV geben, bei dem das Problem in der Außer-Haus-Verpflegung erörtert wird.

Jugendliche aus MV gründen Klimabeirat

Schwerin – Die Fridays for Future-Bewegung hat in Mecklenburg-Vorpommern zu einem ganz konkreten Beteiligungsangebot für Jugendliche in Klimaschutzfragen geführt: Nach Gesprächen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Umweltminister Dr. Till Backhaus in der Schweriner Staatskanzlei haben die Jugendlichen nun den Entschluss gefasst, den Rat für Umwelt und Nachhaltigkeit – kurz: RUN – zu gründen.

„Ich freue mich sehr, dass die Jugendlichen weiter am Ball bleiben und sich nun auch formal organisieren, um die weitere Zusammenarbeit mit politischen Gremien und anderen Organisationen zu erleichtern. Mir ist es wichtig, dass wir die von den Jugendlichen aufgemachten Forderungen nun im Detail besprechen, gemeinsam schauen, was geht und was nicht, und einen für alle Beteiligten und vor allem das Klima gangbaren Weg finden“, sagte Backhaus. Dafür sehe er in seinem Ressort viele Anknüpfungspunkte: den Moorschutz, die Paludikultur, den Öko-Landbau, den Insektenschutz, den Wasser- und Bodenschutz, die Lebensmittelwertschätzung oder aber den Erhalt und die Weiterentwicklung der Nationalen Naturlandschaften, die Wiege der Artenvielfalt.

Die Jugendlichen kündigten gegenüber Minister Backhaus an, zunächst eine Liste von potenziellen Mitgliedern zusammenzustellen. Sofern sich der Rat formiert hat, sollen erste Inhalte erarbeitet werden, mit denen die Jugendlichen auf den Umweltminister zukommen wollen.

Antimüllmonster-Projekt

Wismar – Die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Schule „Robert Lansemann“ in Wismar sind Landesenergiesparmeister 2019. Die sieben bis neun Jahre alten Schülerinnen und Schülern konnte die Jury durch ihren Verzicht auf Plastik vollends überzeugen. In Ihrem Antimüllmonster-Projekt haben sie sich das Ziel gesetzt, überhaupt keinen Müll in den Brotdosen zu haben.

Energieminister Christian Pegel zeigt sich begeistert von dem großem Engagement: „Ich gratuliere den neuen Energiesparmeistern aus Wismar herzlich. Mit großer Freude beobachte ich die aktuelle Entwicklung, dass sich die jungen Generationen aktiv mit dem Klimaschutz auseinandersetzen und ihre Ideen und Vorstellungen der Welt von morgen auch in ihre Familien tragen. Dafür sind die Schülerinnen und Schüler aus Wismar mit ihrem Antimüllmonster-Projekt beispielhaft.“

Kinder, die überhaupt keinen Plastikmüll in ihren Brotdosen hatten, durften einen Strich auf der Antimüllmonsterliste machen und motivierten so ihre Eltern, ein plastikfreies Frühstück zu bereiten. „Der direkte Effekt in der eigenen Familie ist beim Projekt enorm und die Antimüllmonsterliste eine tolle Art, die Kinder und deren Familien zu motivieren und das eigene Verhalten ein Stück weit zu hinterfragen“ so Christian Pegel weiter. Die Aktionen der Schülerinnen und Schüler hörten aber nicht in der eigenen Familie auf. Sie hielten Vorträge in anderen Klassen, sprachen beim Bürgermeister vor und warben bei heimischen Fabriken dafür, auf Plastik zu verzichten.

Als Landessieger erhalten die Wismarer ein Preisgeld von 2.500 Euro – und haben sich zudem fürs Bundesfinale qualifiziert. Welcher der 16 Landessieger sich am Ende bundesweiter „Energiesparmeister Gold“ nennen und weitere 2.500 Euro Preisgeld mitnehmen darf, wird per Online-Abstimmung entschieden „Bis zum 5. Juni 2019 können Sie unter www.energiesparmeister.de/ abstimmen. Ich drücke die Daumen, dass viele Bürgerinnen und Bürger für das Projekt aus Wismar stimmen, damit aus den Landesmeistern vielleicht bald Bundesmeister werden“, ruft Christian Pegel auf.

Der Bundessieger wird am 14. Juni in Berlin bei der Preisverleihung im Bundesumweltministerium bekannt gegeben.