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Monat: August 2026

Schwesig: Die Landesregierung steht zur Landwirtschaft

Hagenow – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besucht heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern Karsten Trunk landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Für das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Landwirtschaft eine besondere Bedeutung. Wir können gemeinsam auf unsere Land- und Ernährungswirtschaft stolz sein. Sie ist eine der modernsten und leistungsfähigsten in ganz Europa“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

 Zu Beginn besuchten Schwesig und Trunk den Landwirtschaftsbetrieb Schmüser in Hagenow. Der Betrieb ist in der Milcherzeugung und im Futtermittelanbau tätig und verfügt über eine eigene Biogasanlage. Anschließend waren Ministerpräsidentin und Bauernpräsident bei der Gut Rögnitztal GmbH zu Besuch, die in der Schweineproduktion tätig ist. „Ich bin beeindruckt, mit wie viel Einsatz die Familienbetriebe in der Landwirtschaft dafür sorgen, dass wir gutes Essen auf dem Tisch haben. Das ist eine Arbeit, die Wertschätzung, Anerkennung und stabile Preise verdient. Uns ist es wichtig, dass wir weiter aus der Region mit Lebensmitteln versorgt werden. Deshalb ist es wichtig, lokale Unternehmen zu unterstützten“, sagte die Ministerpräsidentin.

 „Wir drängen weiter auf Lösungen für den Bestand von Biogasanlagen. Ich habe mich dazu bereits an Bundeswirtschaftsministerin Reiche gewandt. In unserem Land gibt es 531 Biogasanlagen. Nach Auslaufen der 20 Jahre garantierten Einspeisevergütung müssen sich die Betreiber an Ausschreibungen beteiligen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ausschreibungsmenge erhöht wird. Denn wir wollen, dass Biogas weiter ein Standbein für die Landwirtschaft bleibt. Und zugleich ist Biogas ein wichtiger Bestandteil der Energiewende, insbesondere bei der dezentralen Wärmeversorgung“, sagte Schwesig.

 Am Nachmittag informiert sich die Ministerpräsidentin bei der MFM Agrargenossenschaft Neu Kaliß über die Kartoffelernte. Den Abschluss der Erntebereisung bildet traditionell ein Gespräch mit dem Präsidium des Bauernverbandes sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kreisbauernschaften.

 „Die Landwirtschaft steht unter erheblichem wirtschaftlichen Druck. Sinkende Erzeugerpreise treffen auf anhaltend hohe Produktionskosten. Und das selbst dann, wenn die Ernte wie dieses Jahr ordentlich ausfällt. Ich habe heute in all meinen Gesprächen deutlich gemacht: Die Landesregierung steht zu den Landwirtinnen und Landwirten, zu den rund 5.000 Betrieben und ihren Beschäftigten“, sagte die Ministerpräsidentin. So habe sich das Land mit Erfolg auf Bundesebene für die Wiedereinführung des Agrardiesels eingesetzt. Als Ergebnis einer Erntebereisung ist der Ortungsdienst für Landwirtschaftliche Anwendungen (Open RTK-Signal) in Mecklenburg-Vorpommern seit 2024 kostenfrei.

 Ein besonders wichtiges Thema für die Landwirtschaft sei die künftige EU-Förderpolitik. „Wir stellen uns gegen die aktuellen Pläne der EU. Dafür habe ich mich in der Ost-MPK und gegenüber dem Bundeskanzler stark gemacht. Mecklenburg-Vorpommern lehnt Kappung und Degression ab. Die Landwirtschaft und der ländliche Raum brauchen auch in Zukunft eine verlässliche, eigenständige Förderung. Und dabei dürfen große Betriebe, wie es sie in Mecklenburg-Vorpommern traditionell gibt, nicht schlechter gestellt werden. Das ist auch wichtig, damit wir bezahlbare Lebensmittelpreise haben, erklärte die Ministerpräsidentin.

Angebote der Digitalen Landesschule stark nachgefragt

Seit dem Schuljahr 2023/2024 mehr als 5.000 Schülerinnen und Schüler an 61 Schulen über digitalen Unterricht erreicht

Schwerin – Die Angebote der Digitalen Landesschule Mecklenburg-Vorpommern erreichen immer mehr Schülerinnen und Schüler. Seit dem Schuljahr 2023/2024 haben insgesamt 5.099 Schülerinnen und Schüler aus 228 Klassen von 61 allgemein bildenden Schulen an den digitalen Kursen teilgenommen. „Die Digitale Landesschule ist ein bundesweit einmaliges Projekt. Ihre Angebote unterstützen Schulen, an denen es einen längerfristigen Vertretungsbedarf gibt und Unterrichtsausfall entsteht. Die Zahlen zeigen, dass Schulen, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit des digitalen Lernens gut annehmen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Im Schuljahr 2024/2025 haben insgesamt 784 Schülerinnen und Schüler aus 38 Klassen an 26 Schulen den Vertretungsunterricht der Digitalen Landesschule in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Evangelische Religion genutzt. Im darauffolgenden Schuljahr 2025/2026 hat die Digitale Landesschule ihr Angebot um die Fächer Geschichte, Physik, Chemie, Biologie, Spanisch, Sozialkunde, Philosophie und Französisch erweitert. Dadurch ist die Zahl der Teilnehmenden auf 4.315 Schülerinnen und Schüler aus 190 Klassen an 35 Schulen gestiegen.

Auch die digitalen Angebote zur Deutsch-Intensivförderung für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf „Deutsch als Zweitsprache“ (DaZ) werden immer stärker nachgefragt. So ist die Zahl der Teilnehmenden von 186 im Schuljahr 2024/2025 auf 484 im Schuljahr 2025/2026 gestiegen. Insgesamt haben damit bereits 670 Schülerinnen und Schüler an den DaZ-Angeboten der Digitalen Landesschule teilgenommen.

Eine hohe Nachfrage verzeichnen zudem die digitalen Trainingskurse zur Vorbereitung auf die Mittlere Reife und das Abitur. Die als Selbstlernkurse konzipierten Angebote in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch können flexibel und eigenständig genutzt werden. Seit Einführung der Kurse haben bereits 1.963 Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit der gezielten Prüfungsvorbereitung wahrgenommen.

Um die Schulen im Land noch gezielter unterstützen zu können, erweitert das Land das Angebot der Digitalen Landesschule kontinuierlich. Schon jetzt deckt die Schule zahlreiche allgemein bildende Fächer ab und bietet Deutsch als Zweitsprache für die Klassenstufen 1 bis 9 an. Darüber hinaus wird derzeit sowohl der allgemein bildende als auch der berufsbildende Bereich ausgebaut. Bis 2029 soll die Digitale Landesschule schrittweise alle Schularten, Jahrgänge und Niveaustufen erreichen und sich somit als fester Bestandteil des Schulsystems in Mecklenburg-Vorpommern etablieren.

Mit der Novellierung des Schulgesetzes im Januar 2026 hat das Land den rechtlichen Rahmen dafür geschaffen, dass Lehrkräfte der Digitalen Landesschule künftig auch Leistungsbewertungen vornehmen, die anschließend an die jeweilige Stammschule übermittelt werden.

Abschaffung des begleiteten Trinkens kommt

Drese begrüßt Kabinettsbeschluss: „Abschaffung des begleiteten Trinkens ist überfällig“

Schwerin – Das sogenannte begleitete Trinken von 14- und 15-Jährigen soll bald Geschichte sein. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßt den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts zur Abschaffung der Ausnahmeregelung ausdrücklich. Der Kabinettsentwurf sieht vor, dass Jugendliche unter 16 Jahren künftig auch in Begleitung ihrer personensorgeberechtigten Eltern keinen Alkohol wie Bier, Wein oder Sekt in der Öffentlichkeit konsumieren oder erwerben dürfen.

„Ich freue mich sehr, dass die Bundesregierung jetzt handelt. Das begleitete Trinken ist ein falsches Signal und aus Sicht des Jugendschutzes längst nicht mehr zeitgemäß. Wer Kinder und Jugendliche besser vor Alkohol schützen will, muss den frühen Einstieg erschweren – und genau dafür ist die Abschaffung dieser Ausnahme ein wichtiger Schritt“, erklärte Drese am Mittwoch in Schwerin.

Drese setzt sich seit vielen Jahren mit Nachdruck für die Abschaffung des begleiteten Trinkens ein. „Durch viele Initiativen, Anträge und öffentliche Aktionen habe ich immer wieder deutlich gemacht: Alkohol ist kein harmloses Kulturgut, an das man 14- oder 15-Jährige unter dem Schutzmantel der elterlichen Begleitung frühzeitig heranführen sollte“, so die Ministerin.

Gemeinsam mit anderen Ländern brachte Mecklenburg-Vorpommern 2025 erfolgreich eine Initiative in den Bundesrat ein, die die Abschaffung des begleiteten Trinkens forderte. Auch die Gesundheitsministerkonferenz hatte auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns entsprechende Schritte beschlossen.

Drese bezeichnete die heutige Entscheidung des Kabinetts als einen „wichtigen Schritt für einen konsequenten Jugendschutz und großen Erfolg für die Alkoholprävention“. Es dürfe nicht als normal angesehen werden, jungen Menschen schon mit 14 oder 15 Jahren den Einstieg in den Alkoholkonsum zu ermöglichen. „Gerade in der Pubertät befindet sich das Gehirn in einer sensiblen Entwicklungsphase. Frühzeitiger und riskanter Alkoholkonsum kann gravierende gesundheitliche und soziale Folgen haben“, so Drese.

„Wir dürfen Alkohol vor allem auch mit Blick auf junge Menschen nicht länger gesellschaftlich verharmlosen“, sagte Drese weiter. Deshalb seien neben gesetzlichen Regelungen vor allem eine starke Prävention und Aufklärung wichtig. Seit vielen Jahren ist Drese unter anderem Schirmherrin der DAK-Aktion „bunt statt blau“ gegen das Rauschtrinken bei Jugendlichen. Auch 2026 übergab sie als Schirmherrin die Preise des Landeswettbewerbs.

Drese: „Mit dem heutigen Kabinettsbeschluss kommen wir bei einem Anliegen voran, für das Mecklenburg-Vorpommern seit Jahren kämpft. Jetzt hoffe ich, dass der Bundestag den Weg konsequent weitergeht. Kinder und Jugendliche brauchen klare Regeln, Schutz und Aufklärung – und keine gesetzlichen Ausnahmen, die einen frühen Einstieg in den Alkoholkonsum begünstigen können.“

Der Gesetzentwurf wird nun im Deutschen Bundestag beraten.

Hass ist keine Antwort

Minister Dr. Geue: „Wer das Finanzamt zum Feindbild erklärt, trifft vor allem die Menschen, die dort arbeiten“

Schwerin – Mit deutlichen Worten stellt sich Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue hinter die Beschäftigten der Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern. Anlass sind aktuelle Wahlplakate, die mit pauschalen Aussagen Stimmung gegen die Finanzämter machen. „Hass ist keine Antwort. Wer das Finanzamt zum Feindbild erklärt, trifft vor allem die Menschen, die dort arbeiten“, erklärt Dr. Geue.

Die Beschäftigten in den Finanzämtern sorgen dafür, dass die geltenden Steuergesetze fair und verlässlich umgesetzt werden. Dabei haben sie es täglich mit komplexen Regelungen, unterschiedlichen Lebenssituationen und teilweise schwierigen Gesprächen zu tun. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Finanzämtern haben die Steuergesetze nicht gemacht. Sie setzen sie um. Und sie tragen jeden Tag dazu bei, dass unser Gemeinwesen funktionieren kann“, so Dr. Geue.

Der Minister betont zugleich, dass Kritik an komplizierten Regelungen und Verwaltungsverfahren selbstverständlich möglich ist. Die Landesregierung arbeitet daran, Verfahren einfacher und digitaler zu machen und unnötige Bürokratie abzubauen. „Wir wollen eine Steuerverwaltung, die digitaler, schneller und bürgernäher ist. Dafür müssen wir Verfahren und Strukturen verändern. Aber diese notwendigen Veränderungen dürfen nicht mit Angriffen auf diejenigen gleichgesetzt werden, die jeden Tag dafür sorgen, dass die Verwaltung funktioniert“, sagt Dr. Geue.

Gerade bei einer zunehmend aufgeheizten öffentlichen Debatte sei es wichtig, zwischen berechtigter Kritik und persönlicher Herabwürdigung zu unterscheiden. „Eine zugespitzte Kampagne sagt nichts über die Qualität der Arbeit unserer Finanzämter aus. Im Gegenteil: Wer dort arbeitet, übernimmt Verantwortung für unser Land und muss dabei auch mit Unzufriedenheit und schwierigen Situationen umgehen. Für ihre wichtige Arbeit danke ich den Beschäftigten ausdrücklich“, erklärt Dr. Geue.

Abbau von Barrieren in Wohnungen

Programm zum Abbau von Barrieren in Wohnungen wird aufgestockt

Schwerin – Das Programm zum Abbau von Barrieren im Wohnungsbestand wurde jetzt um 2 Millionen Euro aufgestockt. „In diesem Jahr hatten wir rund 3,6 Millionen für das Programm zur Verfügung. Bereits Ende Juli war es fast vollständig belegt, sodass wir aufstocken müssen, um einen Antragsannahmestopp zu vermeiden“, so Landesbauminister Christian Pegel.

„Ich freue mich, dass wir weitere zwei Millionen Euro bereitstellen können. Das Programm ist sehr beliebt und trägt dazu bei, dass Menschen in ihrer vertrauten Wohnung leben können, auch wenn sie z. B. nach einem Krankenhausaufenthalt in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.“

Der Zuschuss beträgt bis zu 30 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben von bis zu 15.000 Euro je Wohnung, so dass bis zu 4.500 Euro Förderung für Treppenlifte sowie ein breites Spektrum an Umbaumaßnahmen möglich sind. Förderfähig sind beispielsweise bauliche Maßnahmen wie Türverbreiterungen, Schwellenbeseitigung, die Anpassung von Räumen für mehr Bewegungsflächen oder der Umbau von Bädern. Anträge können Eigentümer und Mieter von Wohnraum stellen.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.lfi-mv.de/foerderfinder/personenaufzuege-und-lifte-barrierearmes-wohnen/

Land unterstützt Weiterentwicklung der Museumsanlage Mueß

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Museumsanlage Mueß stärken wir den Tourismus und die regionale Identität“

Schwerin – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit hat heute in Schwerin einen Zuwen­dungsbescheid für die Weiterentwicklung der Museumsanlage Mueß überreicht.

Mit der Förderung in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro wird der zweite Realisierungsabschnitt des Bauvorhabens in Mueß ermöglicht. Vorgesehen sind unter anderem der Ersatzbau des Kälberstalls und die Neugestaltung ausgewählter Be­reiche im Freiraum. Die Gesamtausgaben für das Vorhaben belaufen sich auf rund 4,4 Millionen Euro.

„Die Museumsanlage Mueß ist weit mehr als ein Museum. Sie macht die Geschichte und die ländliche Kultur Mecklenburgs erlebbar für Jung und Alt. Damit ist sie ein wichtiger Bestand­teil des touristischen Angebots in Schwerin und der gesamten Region. Mit der Weiterentwicklung schaffen wir bessere Voraussetzungen dafür, dass auch in Zukunft Gäste wie Einheimische das Museum besuchen, und es zugleich weiter­hin als besonderer außerschulischer Lernort genutzt werden kann“, so Minister Dr. Blank.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Das Ziel ist es, die regionale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, touristische Nachfrage zu erhöhen und damit auch die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen.

Aktuelle Situation der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Drei Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren in Landwirtschaft und ländliche Räume geflossen

Schwerin – Im Rahmen der Landespressekonferenz hat Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die aktuelle Situation der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern skizziert. Demnach seien erhebliche Mittel für die Landwirtschaft, die ländlichen Räume bereitgestellt worden. Dennoch wachse der Druck auf die Brache multidimensional:

„Dass Hitzewellen und Dürren schlecht für die Landwirtschaft sind und sowohl den Ackerbau als auch die Tierproduktion belasten, muss nicht mehr extra betont werden, denke ich“, so der Minister. „Aber auch Regelungen von Seiten der EU, dem Bund und Verwerfungen auf den internationalen Märkten durch Kriege, Krisen und präsidiale Machtspiele, die an Klan-Kriminalität erinnern belasten die Betriebe in bisher beispielloser Art und Weise.“

Die Ernteaussichten seien bisher durchschnittlich, führt der Minister weiter aus. Angesichts der schlechten Preise erwarte er aber keine Erleichterung der Liquiditätssituation: „Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten haben Betriebsmittel, insbesondere Treibstoffe und Düngemittel, deutlich verteuert. Gleichzeitig werden weltweit gute Erträge erwartet, sodass die Erlöse nicht entsprechend mitziehen werden – für Weizen werden sogar rund 10 % niedrigere Preise erwartet.

Das zuletzt ausgewertete Wirtschaftsjahr 2024 lag bereits unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Legt man diesem Abschluss die aktuellen Preise zugrunde, ergäbe sich im Vergleich zu 2024 ein nochmals um etwa 300 € / ha LF niedrigeres Ergebnis, beziehungsweise fast 33.000,- € je Arbeitskraft weniger. Das sind alarmierende Zahlen. Damit könnte für Ackerbaubetriebe 2026 das wirtschaftlich schlechteste Jahr der letzten zehn Jahre werden.“

Die Erzeugerpreise seien aber nicht nur im pflanzlichen Bereich schlecht. Betroffen sei auch der tierische Bereich.

„Die Milcherzeuger befinden sich nach wie vor im Tal des Preistiefs, von den Schweineproduzenten mag ich kaum mehr reden. Nach meiner Ansicht ist der Lebensmitteleinzelhandel aufgefordert, seiner regionalen Verantwortung endlich gerecht zu werden. Die Schweinehaltung in Deutschland darf nicht allein gelassen werden. Die Insolvenz Geestferkel GmbH ist ein Menetekel für die gesamte Branche.“

Die wirtschaftliche Lage habe sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. Für Ferkel würden derzeit teilweise lediglich 30,- Euro je Tier erzielt. Das entspreche einem Verlust im Deckungsbeitrag von mehr als 25,- Euro je Tier. Auch die Mastschweinehaltung stehe massiv unter Druck. Bei einem Erlös von rund 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht entstehe ein Minus von mehr als 50,- Euro pro Schwein.

Vor diesem Hintergrund kritisiert der Minister die geplanten Änderungen bei der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP): „Die Vorschläge zur künftigen Gestaltung der GAP nach 2028 sind ein Schlag ins Gesicht der ostdeutschen Landwirtschaft. Ich werde nicht müde zu betonen: Kappung und Degression lehnen wir ab. Sie schwächen einseitig die ostdeutschen Landwirt­schafts­betriebe. Für MV kann erwartet werden, dass die Kappung ab 100.000, – € ca. 1.000 Antragsteller betrifft. Von den aktuell gezahlten ca. 314 Mio. € würden nach dem Modell dann ab 2028 nur noch ca. 151 Mio. € zur Zahlung gebracht werden. Das sind über 160,- Mio. Euro pro Jahr weniger für die Direktzahlungen an Landwirte. Dies bedeutet eine Schwächung des ländlichen Raums, die auf keinen Fall hinnehmbar ist.“

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung habe die ländliche Entwicklung stets im Blich gehabt. Sie seien die tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

 „Über die Prämienzahlungen sind allein in den Jahren 2021 bis 2025 rund zwei Milliarden Euro nach MV geflossen. Über das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) konnten seit 2023 254 Vorhaben gefördert werden. Das förderfähige Investitionsvolumen betrug rd. 129 Mio. EUR. Rund 28,6 Mio. EUR wurden durch die landwirtschaftlichen Unternehmen in spezifische Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz (SIUK, z.B. Maschinen im Außenbereich, Behälterabdeckungen, Abluftanlagen u.a.) investiert. Ebenso werden Kleinstunternehmen unterstützt, Junglandwirte gefördert, ebenso wie die Stärkung der Forschung, Züchtung und Entwicklung. Dieser Weg ist für mich alternativlos“, so Minister Backhaus.

Ergänzend betrachtet der Klimaschutz­minister auch den Energiesektor. Die Lage im Nahen Osten bleibe volatil und belaste alle Verbraucher im Land. Von großer Bedeu­tung sei es daher, sich unabhängig von Energieimporten zu machen und gleichzeitig Wertschöpfung im eigenen Land zu gewährleisten. Gerade im ländlichen Raum bestünden dazu die besten Voraussetzungen: „Neben Wind- und Solarkraft spielt im ländlichen Raum das Thema Biogas eine oft unterschätzte Rolle. Biogas ist ein steuerbarer, grundlastfähiger und systemdienlicher Baustein der Energieversorgung im ländlichen Raum, der zudem eine hohe regionale Wertschöpfungstiefe aufweist, weil sowohl Anlagen­bau als auch Rohstofferzeugung im Land erfolgen – ein deutlicher Unterschied etwa zur Photovoltaik, deren Module und Wechselrichter überwiegend aus China stammen.

In Mecklenburg-Vorpommern bestehen rund 500 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von etwa 270 MW; hinzu kommt eine Biomethan-Einspeisung ins Erdgasnetz von rund 70 Mio. m³ pro Jahr beziehungsweise etwa 745 GWh pro Jahr. Für viele Bestandsanlagen endet jedoch bekanntlich die 20-jährige EEG-Förderung. Ein Weiterbetrieb von Biogasanlagen im Stromsektor wäre aufgrund der Grundlastfähigkeit, aber auch der Abwärmepotenziale unbedingt wünschenswert.

Hierzu sind jedoch die Hemmnisse im Strombereich für Biogasanlagen abzuwenden. Diesbezüglich ist der Bund weiterhin gefordert, die angekündigten Gesetzesänderungen wie z.B. das Netzanschlusspaket, das sich zur Zeit immer noch in der Ressortabstimmung auf Bundesebene befindet, in das parlamentarische Verfahren zu überführen. Hier Potentiale liegenzulassen, wäre verantwortungslos“, so Backhaus.

 L11: Land investiert in Brücken

Ines Jesse: „Das ist ein wichtiger Beitrag für die Mobilität und die Wirtschaftskraft in M-V“

Rostock – Das Land Mecklenburg-Vorpommern investiert in die Erneue­rung wichtiger Brückenbauwerke im Landkreis Rostock. Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infra­struktur, Tourismus und Arbeit, hat sich heute vor Ort an der Landesstraße 11 in Langhagen und Kuchelmiß ein Bild vom aktuellen Baufortschritt gemacht.

Ines Jesse: „Leistungsfähige Landesstraßen sind im länd­lichen Raum besonders entscheidend: Sie sind Lebensadern für unsere Unternehmen und die Menschen vor Ort. Mit der Erneuerung der Brücken an der L 11 sichern wir wichtige Verkehrswege langfristig und fördern die Entwicklungs­perspektiven in der Region nachhaltig“, so Staatssekretärin Jesse. „Die Investitionen in unsere Brücken und Straßen sind ein weiterer wichtiger Beitrag für die Mobilität und die Wirt­schaftskraft in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig pro­fitieren davon auch die Bauwirtschaft und Ingenieur- und Planungsbüros hier bei uns in M-V.“

In Langhagen entsteht ein Ersatzbau über die Bahnstrecke Neustrelitz-Warnemünde. Die Brücke ist Teil der L 11 und damit eine wichtige Verbindung zur A 19. Rund 26 Prozent des Verkehrs entfallen auf den Schwerlastverkehr. Zugleich ist das Bauwerk die Verbindung zwischen den beiden Bahn­steigen des Haltepunkts Langhagen. Neben Treppenanlagen wird daher auch eine barrierefreie Gehwegrampe errichtet.

Die Bauarbeiten haben Ende Juli 2026 begonnen und werden Anfang 2028 fertiggestellt. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 8,9 Millionen Euro. Die Landesstraße L 11 ver­bindet unter anderem Kühlungsborn, Bützow, Krakow am See und Teterow und stellt eine wichtige Verbindung zur Autobahn A 19 dar. Mit der Baumaßnahme wird unter anderem auch sichergestellt, dass ein großes Kieswerk und ein Betonfertig­teilwerk direkt an die Bundesautobahn angeschlossen ist – das ist wichtiger Beitrag in die Zukunft der regionalen Wirt­schaft.

In Kuchelmiß wird eine historische Brücke über die Nebel erneuert. Dabei wird eine Tragkonstruktion aus Stahlbeton über dem Ziegelgewölbe aus dem Jahr 1907 errichtet und mit Naturstein verkleidet. Dadurch fügt sich das Bauwerk gut in die Landschaft ein und das historische Gewölbe kann erhalten werden. Die Kosten von rund 2,2 Millionen Euro trägt das Land. Die Bauarbeiten haben im Januar 2026 begonnen. Ziel ist eine Verkehrsfreigabe bis Ende dieses Jahres.

Darüber hinaus hat sich Wirtschaftsstaatssekretärin Ines Jesse über den Stand der Planung eines straßenbegleitenden Radweges auf dem Damm zwischen Krakower Ober- und Untersee an der Landesstraße L 204 zwischen Wadehäng und Dobbin informiert.

Für den Erhalt und den Neubau von Bundes- und Landes­straßen in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr Investitionen in Höhe von insgesamt rund 263 Millionen Euro geplant. Davon sind rund 182,4 Millionen Euro für Bundes­straßen und 80,6 Millionen Euro für Landesstraßen vorge­sehen. Im vergangenen Jahr hatten Bund und Land 159,6 Mil­lionen Euro für Straßenbaumaßnahmen in Mecklenburg-Vor­pommern investiert.