Eine kostenlose Mahlzeit für alle

Initiative der Schulleitungen von Rügen und Hiddensee für Veränderungen in der Schulspeisung

Insel Rügen – Führende MV-Politiker bekommen in diesen Tagen Post aus den Schulen der Inseln Rügen und Hiddensee. In einer gemeinsamen Initiative setzen sich 19 Schulleitungen für eine kostenlose Schulspeisung ein und werben unter anderem bei Bildungsministerin Simone Oldenburg und Sozialministerin Stefanie Drese und den Vorsitzenden der Landtagsfraktionen für ihre Idee. Sie möchten das Vorhaben als Modellregion ausprobieren, Erfahrungen sammeln und diese an andere öffentliche Schulen des Landes weitergeben.

„Alle Schulen der beiden Inseln sind bereits gesunde Schulen“, sagt Schulleiter André Farin, der für die Aktion die Federführung übernommen hat. „In unserem Positionspapier beschreiben wir unterschiedliche Beispiele, wie wir aktuelle Landesforderungen und Bildungsstandards umsetzen.“

Sport und Bewegung spiele in den Grund- und weiterführenden Schulen eine wesentliche Rolle im Unterricht, in Projekten und bei Exkursionen. Man kümmere sich um gesunde Ernährung genauso wie um soziales und inklusives Lernen. Für alles habe man eine verlässliche zeitliche, inhaltliche und personelle Struktur in den Ganztagsschulen gefunden und verweise auf eine große Vielfalt an Angeboten für die Jungen und Mädchen der ländlich geprägten Region.

Rügen ist sich einig: Gesunde Kinder an der Küste brauchen eine kostenlose Mahlzeit an der Schule genauso wie Sportprojekte an der Ostsee oder Ernährungsstunden im Biologieunterricht. Foto: privat

Rügen ist sich einig: Gesunde Kinder an der Küste brauchen eine kostenlose Mahlzeit an der Schule genauso wie Sportprojekte an der Ostsee oder Ernährungsstunden im Biologieunterricht. Foto: privat

Nur ein wesentliches Element fehle, meint der Schulleiter aus Gingst: eine kostenlose Schulspeisung, die für mehr Bildungsgerechtigkeit sorge und für alle Chancen auf ein gesundes Mittagessen in der Schule ermögliche. Erfolgreiche Beispiele gäbe es nicht nur in Finnland und Schweden, die bereits seit den 1940er Jahren kostenloses Mittagessen anbieten und auf passende Lernerfolge verweisen können.

Uni-Studien belegen, welche Auswirkungen eine kostenlose Mahlzeit auf das Wachstum, die Leistungsfähigkeit und berufliche Chancen von Kindern und Jugendlichen habe. In Deutschland funktioniere das auch schon, denn seit drei Jahren bietet das Land Berlin zusammen mit dem Verband deutscher Schul- und Kitacaterer e. V. (VDSKC) ein kostenloses Essen für die Schüler der Klassenstufen 1 bis 6 an.

„Genau das brauchen wir in dieser schwierigen Situation“ erklärt Steffen Blumenthal vom Speiseservice Rügen. Er kooperiere mit zahlreichen Schulen und Kindertagesstätten auf Rügen und wünscht sich unbedingt Unterstützung vom Land. „Die Kosten für Energie, Personal und Produkte haben sich unwahrscheinlich erhöht“, meint er und begründet damit die mehrfache Anhebung von Preisen. Eine kostenlose oder vom Land geförderte Schulspeisung würde nicht nur Eltern entlasten, sondern den Spielraum für Speiseanbieter wieder verbessern.

Schulleiter André Farin ist sich mit seinen Kollegen an der Küste einig: Die Landespolitik wird sich mit der Thematik auseinandersetzen und über Parteigrenzen hinweg gute Lösungen für die Kinder finden. Denn auch der nächste Wahlkampf stehe an und brauche geeignete Vorhaben und Versprechen.

Eine Spende für Tiere in Not

Gingster Schüler übergeben Spendenlauf-Scheck an die Tiernotstation in Tilzow

Insel Rügen – Gingster Schüler zeigen erneut ein Herz für Tiere. Die 280 Jungen und Mädchen der Regionalen Schule sammelten in ihrem traditionellen Triathlon „Westrügen-Cross“ Gelder für die Tiernotstation in Tilzow. Dorthin fuhren jetzt die beiden Schülersprecher Neele Nordt und Fynn Venzmer zusammen mit ihrem Schulleiter André Farin, um den 500-Euro-Spendenlaufscheck der Stationsleiterin Daniela Busch zu überreichen.

„Unsere Tiernotstation kann jede Unterstützung gebrauchen“, erklärt sie, denn das Haus bekomme aktuell nur noch von drei Inselgemeinden einen Zuschuss, um die tägliche Arbeit für Hund, Katze und Co. zu leisten. Das sei nicht immer einfach, wenn man allen gefundenen oder abgegebenen Tieren ein gutes Zuhause oder eine Zwischenstation bis zur Vermittlung an neue Besitzer geben möchte.

Eine Schülerspende für die Tilower Tiernotstation. Fynn Venzmer (1. v. l.) und Neele Nordt (1. v. r.) überreichen an Daniela Busch in der Bildmitte den 500-Euro-Scheck im dortigen Katzenwohnzimmer. Foto: privat

Eine Schülerspende für die Tilower Tiernotstation. Fynn Venzmer (1. v. l.) und Neele Nordt (1. v. r.) überreichen an Daniela Busch in der Bildmitte den 500-Euro-Scheck im dortigen Katzenwohnzimmer. Foto: privat

„Dann haben wir uns für den richtigen Spendenort entschieden“, meint Fynn Venzmer in dem Gespräch vor den Katzenwohnzimmern. Dort beschreibt er Daniela Busch und ihrem Mitarbeiter, wie sich die Schüler in ihren Klassen über mögliche Vereine und Projekte mit besonderem Finanzbedarf informieren. In einer Schulabstimmung falle danach ganz demokratisch die Entscheidung für ein Vorhaben, das gemeinschaftlich mit einer Summe unterstützt wird.

Beim Rundgang durch die Einrichtung staunen die Gingster Gäste nicht schlecht. „Es ist schon traurig“, meint Neele Nordt, „wenn man bedenkt, wie viele Katzen einfach so ausgesetzt werden und hier ein neues Frauchen suchen.“ Wie sie würden sich bestimmt noch mehr Mitschüler gern hier einmal umschauen, Tiere bewundern oder der Station helfen. Hilfe sei immer erwünscht, erfuhren sie zudem, egal ob beim täglichen Gassi-Gehen mit den Hunden, der Vermittlung von Tieren über das Facebook-Portal oder in einem Schülerpraktikum.

Gingster Grundschüler als Adventssinger

Pastor Joachim Gerber begrüßt musikalische Grundschule in der Sankt-Jakob-Kirche

Insel Rügen – Endlich! Eine gemeinsame Tradition von Schule und Kirche in Gingst lebte am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien wieder auf. Pastor Joachim Gerber begrüßte in der Sankt-Jakob-Kirche die 150 Jungen und Mädchen aus der Grundschule zu einem gemeinsamen Adventssingen. „Wir freuen uns darüber, dass wir nach einer Wartezeit von zwei Jahren wieder die Tradition aufnehmen dürfen“, sagt Joachim Gerber gleich zu Beginn der Veranstaltung.

Unter der Regie von Nicole Hoppe entstand in der Adventszeit ein buntes Programm aus Gesang, Rezitation und Instrumentalstücken, das nun alle Kinder und Lehrer sowie einige Eltern erlebten. Sie leitet über das Jahr verschiedene Musikprojekte an der Schule und ist sichtbar zufrieden mit der Gemeinschaftsarbeit im Advent: „Aus allen Klassen haben wir Beiträge gesammelt, aufeinander abgestimmt und geprobt“, erklärt sie das gelungene Zusammenspiel der Lieder und Gedichte zum Weihnachtsfest.

Gingster Grundschüler trafen sich am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien zum Adventssingen in der Sankt-Jakob-Kirche ihres Schulortes. Foto: Martina Zabel

Gingster Grundschüler trafen sich am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien zum Adventssingen in der Sankt-Jakob-Kirche ihres Schulortes. Foto: Martina Zabel

Sichtbar stolz ist sie auf die Kinder aus den ersten Klassen, die ein Lied von den finnischen Heinzelmännchen sangen. Das hat sie nämlich von einem Besuch ihrer dort lernenden Tochter mitgebracht und hier mit den Jüngsten des Hauses einstudiert. Großen Applaus bekam auch Thea Hesemann aus der 2b, die trotz der Kirchenkälte auf dem Klavier „Fröhliche Weihnacht überall“ spielte. Und die 4. Klasse kam mit ihrem Gitarre spielenden Lehrer Clemens Oppermann ganz international daher, denn sie begeisterten die Zuschauer mit dem Song „Santa Claus is coming to town.“

Pastor Joachim Gerber, Nicole Hoppe und Dorothee Gerber freuen sich über das Adventssingen mit den Gingster Grundschülern, wie zum Beispiel Lotta Ribitzki, Thea Hesemann und Pauline Brussig (jeweils v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel

Pastor Joachim Gerber, Nicole Hoppe und Dorothee Gerber freuen sich über das Adventssingen mit den Gingster Grundschülern, wie zum Beispiel Lotta Ribitzki, Thea Hesemann und Pauline Brussig (jeweils v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel

„Das war eine stimmungsvolle Musikstunde“, meint Schulleiter André Farin, der zusammen mit seiner Stellvertreterin Martina Zabel und Bürgermeisterin Gerlinde Bieker das Adventssingen der Schule erlebte. Gerade in der weihnachtlich geschmückten Kirche und mit einem herrlichen Orgelspiel von Dorothee Gerber käme die vorweihnachtliche Stimmung zum Tragen. Das gemeinsame Singen altbekannter Weihnachtsliedern präge das Schülerleben in besonderer Weise. Daher werde die Schule Gingst die perfekt abgestimmte Kooperation mit der hiesigen Kirche fortsetzen.

Ein Buch über Rügens erstes Seebad

Neuauflage einer besonderen Chronik erscheint im Herbst 2022

Insel Rügen – „Gefragt nach dem ältesten Seebad auf der Insel Rügen, denken viele an Binz. Warum auch nicht? Das Ostseebad hat spätestens mit dem nach der Wende von 1989 einsetzenden Bauboom nicht nur den ersten Rang im Bereich der Bettenzahlen, sondern bleibt nach wie vor der Ort, den fast jeder Tourist von heute einmal gesehen haben will, wenn er hier gewesen war. Da kann man sich fast nicht vorstellen, dass es vor 200 Jahren im Süden Rügens einen Ort gab, in dem eigentlich der Badetourismus Rügens begonnen hatte, nämlich in Lauterbach-Neuendorf.“

Mit diesen Worten macht der Autor André Farin auf sein neu aufgelegtes Buch „Lauterbach. Rügens ältestes Seebad. Hafenort. Bootsbautradition“ aufmerksam, mit dem er über ein Thema schreibt, das bislang nur nebenbei oder gar nicht bearbeitet oder gar beachtet worden war. Das 100. Jubiläum des Hafenbaus nahm er zum Anlass, um über einen Ort auf Rügen zu schreiben, der auf eine bemerkenswerte Geschichte verweisen kann.

Im Lauterbach-Buch beleuchtet der Autor die Geschichte des ersten Seebades auf Rügen. Repro: privat

Im Lauterbach-Buch beleuchtet der Autor die Geschichte des ersten Seebades auf Rügen. Repro: privat

Auf 96 Seiten gibt er im vorliegenden Buch einen Überblick über die Entwicklung des Seebades von einem reinen Badeort, angelegt und stets gefördert vom Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus, bis zu dem bekannten Hafen, der an der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert an dem Platz entstand, wo zunächst nur eine fürstliche Landungsbrücke existierte. Der Enkel des Fürsten, Wilhelm zu Putbus trat 1901 als Bauherr des Hafens in Erscheinung und setzte die Tradition seines Großvaters als Investor in der eigenen Herrschaft fort.

Die Veröffentlichung gewährt Einblicke in das Leben von Menschen, die in und mit dem Hafen ihre Existenz aufbauen konnten und erzählt beispielhaft von einigen Fischern, Schiffern und Bootsbauern. Da dürfen natürlich auch Menschen, die wegen ihres Auftretens, ihres ständigen Engagements für andere und ihrer speziellen Eigenheiten zu Originalen geworden sind, nicht fehlen. Auch die Jahre nach 1989 und derzeitige Vorhaben fehlen in der Publikation nicht. Die sich durch das Buch ziehende Chronik gibt einen geschichtlichen Überblick über Lauterbachs Entwicklung von 1809 bis 2002.

Hervorzuheben sind die im Buch enthaltenen Kindheitserinnerungen der geborenen Lauterbacherin Marlene Lübbe, deren Vater vor dem 2. Weltkrieg die dortige Fischkonservenfabrik leitete. Vor allem die 1930-er Jahre sind Gegenstand ihres Berichtes, der mit wertvollen Bildern aus dieser Zeit sehr anschaulich einen Ausschnitt aus der Geschichte des Hafenortes gibt. Ähnlich wie alle anderen schwarz-weißen Fotos, die größtenteils zum ersten Mal mit dieser Publikation veröffentlicht werden.

Die historische Ansicht aus den 1830er Jahren zeigt das Badehaus Goor und die fürstliche Landungsbrücke in Lauterbach. Repro: André Farin

Die historische Ansicht aus den 1830er Jahren zeigt das Badehaus Goor und die fürstliche Landungsbrücke in Lauterbach. Repro: André Farin

André Farin, 1970 auf Rügen geboren, wuchs in Wreechen und Putbus auf, studierte von 1990 bis 1995 Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Rostock. Nach seinem Referendariat arbeitet er seit 1997 im Schuldienst der Insel. An der Gingster Schule entwickelte der „Lehrer des Jahres 2013“ zusammen mit Schülern einen Rügenführer für Kinder und leitete über Jahre den Schülerzeitungs-Kurs „Die Gingster Welle“.

Er beschäftigte sich mit der Geschichte von Rügen und veröffentlichte eine Biografie über den Ortsgründer Wilhelm Malte Fürst zu Putbus. Für den im Eigenverlag herausgegebenen Band „Schaurig-schönes Rügen“ schrieb er in 30 Geschichten über historische Themen aus 500 Jahren Rügengeschichte. In seinem Werk „In Schmierstiefeln weit weg von der Zivilisation“ untersucht er Otto von Bismarcks Besuche auf der Insel Rügen. Sein aktuelles Buch „Zur Sommerfrische an die Ostseeküste“ beleuchtet die Geschichte der Seebäder auf Rügen und Hiddensee in der Zeit von 1815 und 1915.

Auf der Suche nach Opferbiografien

Gingster Schüler recherchieren mit Volksbund für Kriegsgräberfürsorge zum Schicksal von Gefallenen der Weltkriege

Insel Rügen –  Ein Novum an der Gingster Schule. In einem neuen Wahlpflichtkurs beschäftigen sich Schüler aus den 9. Klassen mit einem für sie nicht alltäglichen Thema: Weltkriege und deren Folgen für die beteiligten Menschen.

Kursleiter Jörg Kruspe war überrascht, auf wie viel Interesse seine Idee am Anfang des Schuljahres stieß. Bereits in den Stunden zum Remarque-Klassiker „Im Westen nichts Neues“ erlebte er viele fragende junge Menschen. Zwar liege der 1. Weltkrieg über 100 Jahre zurück, doch noch immer möchten sie mehr über dessen Verlauf und Auswirkungen wissen.

Jetzt bekamen sie bei ihren Untersuchungen tatkräftige Hilfe von Mitarbeitern des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge aus Schwerin und von der Insel Rügen. Landesgeschäftsführer Karsten Richter besuchte den Kurs und gestaltete mit den Schülern eine gemeinsame Unterrichtseinheit.

„Wir berichten dabei nicht nur über unsere tägliche Arbeit“, erklärt Karsten Richter, der den Kreisvorsitzenden Thomas Reichenbach in die Unterrichtsstunde einbezogen hat. Vielmehr wolle man mit den Jugendlichen in eine konfliktreiche Zeit schauen, die damals viele Menschenleben gekostet habe. In einer Zeit, in der vor unserer Haustür Kriege stattfänden, seien Informationen und Aufklärung über geschichtliche Zusammenhänge immer Bestandteil im Unterricht.

Karsten Richter vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge im Gespräch mit Francis Easterbrook, Charlotte Rösch und Leon Pingler sowie Kursleiter Jörg Kruspe (v. l. n. r.) Foto: André Farin

Karsten Richter vom Volksbund für Kriegsgräberfürsorge im Gespräch mit Francis Easterbrook, Charlotte Rösch und Leon Pingler sowie Kursleiter Jörg Kruspe (v. l. n. r.) Foto: André Farin

„Ich denke, es ist wichtig zu wissen, was in dieser schrecklichen Zeit vor sich ging und in unserem Fall auch, was mit den Kriegstoten passierte“, meint Charlotte Rösch aus der 9b am Ende der Projektstunden. Sie begrüßt die das Anliegen von Karsten Richter, der unter anderem die Datenbank des Volksbundes für Nachforschungen vorstellte. Gerade mit dem Recherche-Instrument der Kriegsgräberfürsorge werden persönliche Schicksale für Schüler nachvollziehbar.

Sie können sich viel besser mit der Thematik beschäftigen und die Hilfe für die Rekonstruktion von Opferbiografien nutzen. Eine Arbeitsaufgabe für den Kurs bestehe darin, zu dem Schicksal von 120 Gingster Männern Nachforschungen anzustellen. Sie werden auf dem Gingster Kriegerdenkmal erwähnt, das von dem ortsansässigen Verein zurzeit wiederhergestellt wird. „Das ist eine mühsame Arbeit“ erklärt Jörg Kruspe, „weil es erst einmal wenige Anknüpfpunkte gibt“.

Und trotzdem werden die jungen Forscher in der Gemeinde aktiv und suchen nach Angehörigen, um beispielsweise biografische Angaben und Momente der Gefallenen und ihrer Familien herauszufinden.

Das ist ein wesentlicher Baustein ihrer wöchentlichen Arbeit. Ein Ergebnis ihres Kurses haben sie bereits der Gingster Bürgermeisterin übergeben. Sie verfassten einen würdigen Text für die 4. Tafel an dem Kriegerdenkmal. Darin gedenken sie der Opfer aller Kriege, von Diktaturen, Gewalt, Hass und Terror und drücken ihre Achtung vor deren Lebensleistung aus.

„Ich freue mich darüber, dass sich die Schule Gingst bei der Nutzung des Denkmals so aktiv einbringt“, sagt Bürgermeisterin Gerlinde Bieker. In dieser Form bekomme das es eine Bedeutung, die wie in anderen Orten der Insel auch über den Bezug zum 1. Weltkrieg hinausgehe.

Passende Jobs im Blick

280 Gingster Schüler besuchen die schuleigene 16. Berufsmesse

Insel Rügen – „Wir sind stolz auf diese Berufsmesse in unserer Gemeinde“, lobt Bürgermeisterin Gerlinde Bieker die besondere Veranstaltung der Gingster Schule, die sie zusammen mit Schulleiter André Farin in dieser Woche eröffnete. Es sei nicht der Regelfall, dass Lehrer, Schüler und die technischen Kräfte mit einem großen Kraftakt die Turnhalle in eine Messehalle verwandeln. „Doch dieser Aufwand lohnt sich“, ergänzt Goswin Schreck, der neue Messechef der Schule. „Wir können auf ein gewachsenes Konzept zurückgreifen und müssen nur noch an Details feilen“, erklärt er und ist froh, dass seine Vorgängerin Ramona Hatrath alles so gut vorgearbeitet habe.

Zur mittlerweile 16. Berufsmesse reisten über 30 Unternehmen und Institutionen der Insel und vom Festland an, um sich den 280 Schülern aus den Jahrgangstufen 5 bis 10 vorzustellen. Mit im Gepäck hatten sie die wichtigsten Informationen für junge Leute, die auf Ausbildungssuche sind oder schon erste Eindrücke aus der Berufswelt sammeln möchten. In persönlichen Gesprächen erfuhren sie mehr über Ausbildungschancen, Voraussetzungen für die angebotenen Jobs und Karriereaussichten.

Bürgermeisterin Gerlinde Bieker (links) und Schulleiter André Farin (rechts) eröffneten die 16. Berufsmesse an der Gingster Schule zusammen mit den Schülersprechern Neele Nordt (2. v. r.) und Fynn Venzmer (3. v. r.). Foto: Martina Zabel

Bürgermeisterin Gerlinde Bieker (links) und Schulleiter André Farin (rechts) eröffneten die 16. Berufsmesse an der Gingster Schule zusammen mit den Schülersprechern Neele Nordt (2. v. r.) und Fynn Venzmer (3. v. r.). Foto: Martina Zabel

Langjährige Partner kamen nach Gingst, wie etwa die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege Güstrow, die Bundespolizeiakademie, die Arbeitsagentur, die Deutsche Rentenversicherung oder die AOK. Altbekannte Gesichter von Rügenhaustechnik, Liebherr, Nordex, vom Bauernverband oder Media Markt warben an ihren Ständen für verschiedene Ausbildungsangebote. Erstmals nahmen mehr Handwerker teil, die Kay Wellner von der Kreishandwerkerschaft ins Boot geholt hatte. Neben Sattlermeister Arne Witt nutzten Malermeister Lutz Lubozki und Dachdeckermeister Christian Stöhr die Chance, Einblicke in ihren Arbeitsalltag zu geben. Premiere hatte auch die Firma Hanse Yacht aus Greifswald, die vom Interesse und von der Vorbereitung der jungen Messebesucher beeindruckt war.

„Wir können wieder viele Firmen vor Ort ansprechen und haben mit den Messeaufgaben gut zu tun“, sagt Neele Nordt, Schülersprecherin der Gingster Schule. Zusammen mit ihrem Sprecherkollegen Fynn Venzmer erzählt sie von der Messemappe, die alle Besucher mit dabei haben und bis zum Ende des Schultages ausfüllen. Darin sind Deutschaufgaben und Aufträge aus dem Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik, die das Erkunden der Stände und Angebote unterstützen sollen. Gerade das loben die Unternehmen in der abschließenden Feedbackrunde, die schon einen Ausblick auf das kommende Jahr gab: Die Neuauflage der Messe steht bereits jetzt für November 2023 fest.

Ausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Museum

Insel Rügern – Als Kontrapunkt zur grauen Novembertristesse lädt das Ernst-Moritz-Arndt-Museum mit einer Matinee zur Eröffnung der neuen Sonderausstellung der Rügener Künstlerin Ute Rückert ein:

Sonntag, den 13. November 2022, von 11 bis 14 Uhr

Ute Rückert lebt und arbeitet in Samtens. Sie präsentiert in dieser Einzelausstellung eine kontrastreiche Auswahl an Gemälden und Zeichnungen. Mensch und Tiermarkieren zentrale Sujets innerhalb ihres Schaffens, jedoch nicht in einer reinnaturalistischen Wiedergabe, sondern oftmals als Projektion einer tiefschürfendenKonfrontation mit dem Zeitgeschehen, die den Betrachter eindringlich herausfordert.

Auch eine christlich-religiöse Thematik, im Stile byzantinischer Ikonenmalerei, rücktdabei in den Blickpunkt und regt ebenfalls zu Denkanstößen an: Eine einerseitsinspirierend meditative, zum anderen aber auch aufwühlend kontroverse Bildwelt, diedie Verwerfungen zwischen Schein und Wirklichkeit zutage treten lässt.

Die Künstlerin begleitet die Eröffnung und freut sich auf einen gemeinsamenAusstellungsrundgang, der mit heimischem Apfelsaft und frischen Streuselschnecken versüßt wird.

Die Ausstellung ist anschließend immer Montag bis Freitag von 11 bis 15 Uhr zubesichtigen. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wird empfohlen, ist jedoch nicht verpflichtend.

Rügener Krankenhaustage

Gesundheitsministerin verweist auf notwenigen Strukturwandel in der Krankenhauslandschaft

Insel Rügen – Anlässlich der 29. Rügener Krankenhaustage, die am  27. und 28. Oktober stattfanden, verwies Gesundheitsministerin Stefanie Drese bei ihrem Besuch auf notwenige Veränderungen in der Krankenhauslandschaft: „Die Struktur der Krankenhauslandschaft in M-V wird zwangsläufig Veränderungen unterliegen. Diesen Prozess zu gestalten, ist Aufgabe der Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung.“

Zur Tagung kommen die Direktorinnen und Direktoren der Krankenhäuser und Reha-Kliniken bereits zum 29. Mal zusammen. Im Mittelpunkt steht die Krankenhausplanung in Mecklenburg-Vorpommern für die kommenden Jahre.

Drese betonte gegenüber den Direktorinnen und Direktoren, dass sich die Koalitionspartner auf Landesebene für den Erhalt aller Krankenhausstandorte ausgesprochen hätten. „An diesem Ziel halten wir fest. Eine Konzentration von bestimmten Leistungen an ausgewählten Krankenhausstandorten sowie eine Arbeitsteilung zwischen den Krankenhäusern wird jedoch unvermeidlich sein,“ verdeutlichte die Ministerin.

Drese appellierte dabei an das Zusammenwirken aller Akteure: „Wir müssen in diesem Prozess auf Bundes- und Landesebene miteinander und nicht gegeneinander nach den besten Lösungen suchen. Ohne Kompromissbereitschaft kann dies nicht gelingen.“

Gute Voraussetzungen für ein gutes zukunftsfähiges Gesundheitswesen habe das Land mit knapp drei Milliarden Euro Investitionen seit 1990 zusammen mit den Krankenhäusern geschaffen. Die großen Investitionen der Vergangenheit müssten nun bewahrt und die Versorgung gerade in ländlichen Regionen gesichert werden, so Drese.

Baltic Sail-Verbund zu Gast im Hafen Sassnitz

Baltische Häfen unterzeichnen Kooperationsabkommen zum Erhalt von Traditionsschiffen

Insel Rügen –  — Am 19. Oktober haben die Partnerstädte des Baltic Sail-Verbundes im Stadthafen Sassnitz auf Rügen ein neues Kooperationsabkommen unterzeichnet. Neben Sassnitz und Rostock sind aktuell das litauische Klaipeda, die polnischen Hafenstädte Stettin und Danzig, das finnische Turku sowie Guldborgsund aus Dänemark und Karlskrona aus Schweden Mitglieder im Netzwerk der Baltic Sail. Ihr gemeinsames Ziel: sich gegenseitig bei der Durchführung maritimer Veranstaltungen zu unterstützen und zum Erhalt von Traditionsseglern und historischen Schiffen beizutragen.

Während in anderen Regionen der Welt allenfalls vereinzelt Traditionsschiffe erhalten sind, gibt es in der Nord- und Ostsee stolze 2.500 Oldtimer in Fahrt. Die Spanne dieses einzigartigen maritimen Erbes reicht vom Segel- bis zum Dampfschiff. Das Alter variiert von mehreren Jahrzehnten bis zu über einem Jahrhundert. Die Betreiber sind meist gemeinnützige Organisationen und Vereine.

In einem Großteil der europäischen Länder ist es nicht erlaubt, diese Art von Schiffen gewerbsmäßig zu nutzen. Es dürfen aber Einnahmen erzielt und für den Erhalt der Traditionsschiffe eingesetzt werden, z. B. im Rahmen von Veranstaltungen, wie der Hanse Sail Rostock oder der Sail Sassnitz.

„Als Baltic Sail-Verbund haben wir uns gegründet, um die Eigner bei ihren Bemühungen um dieses europäische Kulturgut zu unterstützen. Wir fördern dies, indem wir Großveranstaltungen ausrichten, die Traditionsschiffe in den Mittelpunkt stellen“, sagt Holger Bellgardt, Manager Maritime Tourism der Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde und federführender Sprecher des Baltic Sail-Verbundes.

Bei dem jetzt unterzeichneten Kooperationsabkommen handelt es sich um eine Neuauflage nach zwei Jahren Zwangspause durch die Corona-Pandemie. Der Baltic Sail-Verbund an sich existiert bereits seit 1996 mit teils wechselnden Mitgliedern. Im vergangenen Jahr hätte er damit sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.

„Nach zwei Jahren ist es uns endlich wieder möglich, voller Tatendrang gemeinsam durchzustarten und eine länderübergreifende Veranstaltungs-Plattform zu schaffen, auf der sich die maritimen Oldtimer präsentieren können. Gerade in der heutigen Zeit, in der es so viele Konflikte gibt, ist diese Zusammenarbeit von acht Städten aus sechs Nationen ein wichtiges Zeichen der Verständigung und für alle Partner von großer Bedeutung“, sagt Bellgardt.

Thomas Langlotz, Geschäftsführer des Stadthafens Sassnitz, bestätigt dies: „Wir sind stolz, Teil dieses Verbundes zu sein und als Gastgeber das diesjährige Treffen ausrichten zu dürfen. Auch für die Sail Sassnitz erhoffen wir uns im Verbund neue Impulse und Konzepte, um im kommenden Jahr weitere Traditionssegler hier im Hafen unterstützen zu können. Eine erste Idee wäre es zum Beispiel, als zusätzliche Einnahmequelle für die Schiffseigner Touren von der Hanse Sail Rostock zur Sail Sassnitz anzubieten. Wir würden uns freuen, wenn wir dies gemeinsam umsetzen können.“

Filmmelodien der 30er & 40er Jahre

KONZERT: „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine…!“ – Gassenhauer des frühen Tonfilms

Insel Rügen – Es sind die großen Gefühle, welche die Melodien des Konzertes durchziehen. So rankt sich das Programm der zu hörenden Liedauswahl, um die Themen Liebe, Träume, Wünsche und das Leben. Unter den Liedern des Nachmittags befinden sich deshalb Klassiker, wie „In einer Nacht im Mai…!“, „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Ich brauche keine Millionen…!“, „Man kann sein Herz nur einmal verschenken…!“, „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da…!“ und etliche weitere der beliebten Gassenhauer des frühen Tonfilms der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Es ist eine vergnügliche, nachdenkliche, melancholische Mischung an Evergreens. Das ist brillant und sensibel, ganz und gar dem Namen des Duos entsprechend: ›con emozione‹.

Der erste Tonfilm entstand im Jahr 1929 und nahm in rasantem Tempo in den 1930er Jahren die Menschen in ihren Bann. Man ging ins Kino, vom herannahenden Krieg war noch nichts zu spüren und man hatte einfach nur Freude an den sogenannten „Revue- oder Operettenfilmen“. Während des Krieges war es etwas anderes, was das Publikum bewegte. Sie fanden in den Filmen Trost und eine heile Welt, die es so gar nicht mehr gab.

Das dauerte so bis in die späten Nachkriegsjahre an. Erst mit der Zeit des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren wurden die Filme anders, es folgten die sogenannten „Heimatfilme“. Umso bewundernswerter ist es, dass diese Melodien bis in die heutige Zeit überdauert haben.

Freitag, 28.10.2022 | 19.30 Uhr
LebensGut Frankenthal e. V. , Frankenthal 7, 18573 Samtens/Rügen

Ausführende Künstler:
Duo ›con emozione‹
Liane Fietzke, Gesang/Moderation
Norbert Fietzke, Piano
https://www.con-emozione.de

Duo ›con emozione‹ Foto: Matthias Wolf

Duo ›con emozione‹ Foto: Matthias Wolf

Liane Fietzke wird vom Publikum und von der Fachpresse als sehr ausdrucksvolle Sängerin gelobt. Sie hat nicht nur eine herrliche, reine und klare Sopranstimme, ausgestattet mit einem warmen Timbre, sie führt auch, wie immer, mit der ihr eigenen mitreißenden Frische und Fröhlichkeit durch das Programm. Norbert Fietzke gilt als hervorragender Liedbegleiter.

Das Duo ›con emozione‹, Liane Fietzke (Sopran/Moderation) und Norbert Fietzke (Piano), arbeitet seit vielen Jahren musikalisch zusammen. Sie erhielten beide ihre Ausbildung an der Musikhochschule Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Weitere Studien folgten in Köln und Weimar. Ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt ist das Havelland.

Eintritt frei! Um eine angemessene Spende wird gebeten!

Grandioser Erfolg der Rügener Turnriege

Insel Rügen –  Am letzten Samstag im September machten sich 8 Turnerinnen der Sana Sportgemeinschaft mit ihren Trainern und Eltern auf zur ersten Teilnahme an den Kreisjugendspielen in Ribnitz-Damgarten. Natürlich waren alle sehr aufgeregt, war es doch der erste Wettkampf für die meisten Mädchen. Schon die große Turnhalle mit den richtigen Turngeräten und dann noch die vielen anderen Mädchen waren überwältigend. Trotzdem freuten sich alle auf den bevorstehenden Wettkampf.

Im ersten Durchgang waren die jüngeren Mädchen mit den Pflichtübungen an der Reihe. Hier werden schon der Handstand, das Rad am Boden, die Grätsche über den Bock und der Hüftaufzug, Umschwung und Unterschwung am Reck verlangt. Vieles funktionierte schon recht gut und unsere Betreuer, Frau Deichen und Herr Eicke motivierten und trösteten die Turnerinnen hervorragend. Bei der Siegerehrung waren alle gespannt, und es wurde sehr erfolgreich. Jördis wurde in der AK 7 Kreismeisterin mit fast 4 Punkten Vorsprung.

In der AK 8 errang Pauline den 4. Platz und das mit einem Patzer am Boden. Carlotta wurde hier 7. beste Turnerin in der Altersklasse. Sie hatte sich noch kurzfristig entschieden zu turnen und tat dies ganz großartig. Zur Freude aller erturnte sich in der AK 9 Eleen die Bronzemedaille und Florentina belegte den 5. Platz.

Im zweiten Durchgang waren dann die Kürmädchen am Start. Hier wird bereits nach Musik am Boden geturnt und eigentlich über den Sprungtisch gesprungen. Leider haben wir in Bergen noch nicht solche Geräte und müssen viel improvisieren. Trotzdem wagten Jennifer und Filia bereits den Handstütz-Überschlag über dieses Gerät. Beide lösten diese Aufgabe sehr mutig und bereits in recht guter Ausführung.

Lilly zeigte am Stufenbarren eine großartige Übung und Filia verzauberte mit ihrer ausdruckstarken und sauber geturnten Bodenübung nach Musik die Zuschauer und Kampfrichterinnen. Sie erhielt mit 12,70 Punkten die höchste Wertung in ihrer Altersklasse. Bei der Siegerehrung wurden Filia und Jennifer als Kreismeisterinnen geehrt und Lilly erturnte sich einen sehr guten 7. Platz.

Der Tag bei der ersten Teilnahme an den Kreisjugendspielen im Turnen ging für die kleine Turnriege der Sana Sportgemeinschaft Rügen mit 3 x Gold, 1 x Bronze und weiteren guten Platzierungen sehr erfolgreich zu Ende. Ein großer Dank geht an die Betreuer, Frau Deichen, Herrn Eicke und an die Kampfrichterin, Frau Eicke.

Für den weiteren Trainingsbetrieb muss man versuchen, die speziellen Turngeräte, wie eine Airtrack, einen Stufenbarren und den Sprungtisch, zu erwerben, damit wir weiterhin erfolgreich und mit viel Freude trainieren können.

Jennifer, Filia und Lilly

Jennifer, Filia und Lilly

Jördis, Eleen, Pauline, Carlotta und Florentina

Jördis, Eleen, Pauline, Carlotta und Florentina

Aussichtspunkt auf dem Königsstuhl schließt

Insel Rügen – Der Aussichtspunkt auf dem Kreidefelsen Königsstuhl wird am Sonntag (25. September 2022) im Rahmen eines mehrtägigen Ausklang mit mehreren Veranstaltungen und Aktionen im Zeichen der Romantik geschlossen.

Dazu Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV: „Mit dem neuen Königsweg, einer schwebenden Aussichtsplattform, die den alten Aussichtspunkt ersetzen soll, entsteht eine architektonische und technische Meisterleistung, die das Erlebnis Kreideküste weiterhin möglich macht und gleichzeitig den natürlichen Küstenrückgang und damit die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher berücksichtigt.

Jährlich gehen etwa 30 Zentimeter der Küste aufgrund von Erosionsprozessen verloren. Davon bleibt auch der Königsstuhl nicht verschont. Über 300.000 Besucher jährlich beanspruchen das Naturmonument zusätzlich. Insofern bin ich dankbar, eine Lösung gefunden wurde, um das wohl bekannteste Wahrzeichen Mecklenburg-Vorpommerns, das auch Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ‚Alte Buchenwälder‘ ist, für Besucher und Einheimische zugänglich zu halten und sicher zu machen.“

Bereits 2012 kamen der Geologische Dienst Mecklenburg-Vorpommern und das Ingenieurbüro Baugrund Stralsund Ingenieurgesellschaft mbH zu dem Schluss, dass eine dauerhafte Standsicherheit der Zuwegung zum Königsstuhl nicht zu gewährleisten ist. Eine Sperrung wurde aus touristischer Sicht aber abgelehnt.

Daher wurde die Nationalparkzentrum Königsstuhl gGmbH von seinen Gesellschaftern beauftragt, Alternativen zum bisherigen Zugangskonzept zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit der Stadt Sassnitz, dem Wirtschaftsministerium MV, dem Nationalparkamt Vorpommern und dem Umweltministeriums MV ist das Konzept einer freischwebenden Aussichtsplattform entstanden. Für den Bau hat das Land MV sieben Millionen Euro aus der touristischen Infrastrukturentwicklung bereitgestellt.

Auf einer Länge von 90 Metern wird die Konstruktion über dem berühmten Kreidefelsen schweben. Insgesamt 185 Meter lang und zwischen 2,50 Meter und 3,50 Meter breit soll der neue Rundweg sein, der in Form einer Ellipse die Besucherinnen und Besucher über den Königsstuhl führt. Der Abspannmast, an dem der Weg hängen wird, ist 42 Meter hoch. Er ist mit 48 Meter tiefen Bohrpfählen im Boden verankert.

Minister Backhaus dankt allen, die mit dem aufwändigen Planungs- und Genehmigungsverfahren befasst waren. Dazu zählen die Nationalpark­zentrum Königsstuhl gGmbH, die Stadt Sassnitz, der WWF Deutschland sowie das Nationalparkamt Vorpommern.

Ummanz gewinnt „Unser Dorf hat Zukunft“

Ummanz – Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zeichnet heute die Gemeinde Ummanz (Landkreis Vorpommern-Rügen) für ihren Sieg im 11. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ aus. Den zweiten Platz belegt die Gemeinde Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), die Gemeinde Grambow (Nordwestmecklenburg) erreicht den dritten Platz.

Der Minister übergibt im Beisein der Bürgermeister, des Chefs der Staatskanzlei Patrick Dahlemann und des Landrates Vorpommern-Rügen, Dr. Stefan Kerth, den drei Siegergemeinden jeweils eine Bronzeplakette. Auch die drei anderen für den Landeswettbewerb qualifizierten Gemeinden Barnin (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Groß Wokern (Landkreis Rostock) und Ferdinandshof (Landkreis Vorpommern-Greifswald) erhielten Urkunden sowie Prämienschecks.

Die Siegergemeinde Ummanz überzeugte die Bewertungskommission in allen Bewertungsbereichen und zeichnete sich dabei besonders durch ihr großes Engagement im sozialen und kulturellen Leben, einer strukturierten und ortsbildprägenden Baugestaltung sowie einer geplanten, nachhaltigen und umweltbewussten Grüngestaltung aus.

Minister Backhaus nimmt die Auszeichnungsveranstaltung zum Anlass, um das Engagement aller Gemeinden zu würdigen, die sich seit 1991 an dem Wettbewerb beteiligt haben: „Bereits elfmal haben sich Gemeinden im ganzen Land dazu entschlossen, ihr Lebensumfeld, ihre Dorfgemeinschaft und ihr soziales Engagement mit hohem Aufwand der Öffentlichkeit zu präsentieren und in den Wettstreit mit anderen Gemeinden zu treten. Und dass trotz aller beruflichen und privaten Verpflichtungen, trotz aller Sorgen und trotz Corona. Die Gemeinde Ummanz und ihre Einwohnerinnen und Einwohner haben in diesem Jahr mit einer überzeugenden Gesamtleistung gewonnen. Sie werden Mecklenburg-Vorpommern 2023 im Bundeswettbewerb vertreten. Auch die fünf anderen Gemeinden haben sich herausragend präsentiert. Ich gratuliere allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ihrer Platzierung. Sie können wirklich stolz auf sich und Ihre Gemeinde sein.“

Folgende Einzelbereiche wurden von der Landesbewertungskommission im Rahmen des Wettbewerbs nach einheitlichen Kriterien bewertet: Entwicklungskonzepte, wirtschaftliche Initiativen und Verbesserung der Infrastruktur, soziales und kulturelles Leben, Baugestaltung und –Entwicklung, Grüngestaltung und Gesamteindruck des Dorfes. Zur Bewertungskommission gehörten Vertreter:innen der Architektenkammer, des Landkreistages, des Städte- und Gemeindetages, des Landschaftspflegeverbandes Mecklenburger Endmoräne e.V. und des Wirtschaftsministeriums MV.

Die erstplatzierte Gemeinde erhält einen Scheck über 10.000 Euro, die zweitplatzierte Gemeinde über 7.500 Euro, die drittplatzierte Gemeinde über 5.000 Euro und die übrigen drei Gemeinden für ihre erfolgreiche Teilnahme jeweils einen Scheck über 1.500 Euro.

„Ländliche Entwicklung ist kein endender Prozess. Ländliche Entwicklung im persönlichen Lebensumfeld ist vielmehr Lebensaufgabe dieser, der nächsten und aller weiteren Generationen. Dem möchten wir Rechnung tragen und die Gemeinden mit den Prämien in ihrem Wirken für die Dorfgemeinschaften unterstützen. Dies ist einerseits als Anerkennung ihrer präsentierten Leistungen zu verstehen. Es soll aber auch Ansporn sein: Ansporn für die ausgezeichneten und prämierten Gemeinden, ihren Weg weiter so erfolgreich zu verfolgen. Ansporn aber auch für die Gemeinden, die es trotz sehr guter Leistungen leider nicht in den Landeswettbewerb geschafft haben und auch für die Gemeinden, die sich bisher noch nicht zu einer Teilnahme am Wettbewerb entschließen konnten“, so Backhaus.

Sanierung der St. Jacobi Kirche in Gingst

Insel Rügen – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern und das östliche Mecklenburg Heiko Miraß hat heute an den Pastor der St. Jacobi Kirche in Gingst Joachim Gerber einen Zuwendungsbescheid für die weitere Sanierung der Kirche in Höhe von 200.000 Euro übergeben.

Diese Mittel aus dem Kultusministerium stehen für den Abschluss der Sanierung des Dachstuhls, die Dacheindeckung, umfangreiche Arbeiten am Mauerwerk sowie die Installation einer Blitzschutzanlage zur Verfügung.

„Die St. Jacobi-Kirche ist ein bedeutendes Kulturdenkmal, für dessen Erhaltung wir gemeinsam Verantwortung tragen. Sie beherbergt eine der bedeutendsten Orgeln Vorpommerns. Die Kirche ist aber auch ein die Landschaft Westrügens und das Ortsbild prägendes, seit Jahrhunderten weithin sichtbares Gebäude“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids.

Kirchen gehörten insgesamt zum Kulturgut im Land. „Deshalb ist es wichtig, sie für uns und unsere Nachwelt zu erhalten. Es ist gut, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern Zuwendungen zur Sanierung von Kirchen­gebäuden gewährt, die gerade in ländlichen Regionen neben ihrer Funktion als Gotteshaus oft auch die kulturellen Zentren darstellen. Deshalb war es mir eine große Freude, heute diese Zuwendung zu übergeben. Ich wünsche bei der weiteren Sanierung der Kirche viel Erfolg“, erklärte Miraß.

Nachdem von 2000 bis 2004 das Chordach, die zwölf Kirchenfenster und drei Portale erneuert wurden, wird seit 2017 der Dachstuhl neu hergerichtet und das Dach neu gedeckt. Insgesamt betragen die Gesamtkosten für die Sanierungsarbeiten rund 663.000 Euro.

Ferienspiele in der Schule

Gingster Schüler erleben mit Schulsozialarbeiter kreative, feurige und bewegte Angebote

Insel Rügen – Langeweile in den Sommerferien? Aber wirklich nicht! Über 30 Kinder hatten sich zu den Sommerferienspielen der Gingster Schule angemeldet, die der Schulsozialarbeiter Stephan Dresel mit seinen Kollegen aus der Regionalen Schule für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren organisiert hatte.

„An fünf tollen Tage konnten die Kids gemeinsam mit dem Betreuungsteam spielen, drucken, sich bewegen, dabei viel lernen und für sich entdecken“, erklärt Stephan Dresel. Seit einem guten halben Jahr arbeitet er an der dortigen Schule und hat die Idee von den Ferienspielen der vergangenen Jahre aufgenommen. Mit einer so großen Teilnehmeranzahl hätte er aber nicht gerechnet.

Die Organisatoren sorgten dafür, dass sich alle wohlfühlen konnten. Vom gesunden Frühstück über die vielen kreativen Angebote in der Gruppe bis hin zum Trösten bei kleineren Wehwehchen hatten sie ein „Rundum-Sorglospaket“ für die Kinder geschnürt. Und dabei an die vielen unterschiedlichen Interessen der Jungen und Mädchen gedacht.

So lernten die Kinder am Montag die Spiele aus längst vergangenen Zeiten kennen. Nicole Hoppe, eine der Honorarkräfte der Gingster Schule, hatte zusammen mit ihren zwei Kindern Emma und Maris vergessene Spiele mitgebracht und für begeistertes Kinderlachen gesorgt. Am Dienstag kamen die Kreativen zu Wort und Wirken, denn die Kinder konnten in einem Siebdruckworkshop ihre verblichenen T-Shirts aufhübschen.

Am Mittwoch erkundete die Truppe mit dem Fahrrad die nahe gelegene Insel Ummanz, bevor der Donnerstag ganz im Zeichen der Kunst des Feuermachens mit dem so genannten Drillbogen stand. Stephan Dresel führte den neugierigen Schülern vor, wie man mit wenigen Hilfsmitteln zu einem Feuer kam.

Ferienspiele ganz praktisch. Schulsozialarbeiter Stephan Dresel zeigt den Kindern, wie man mit wenigen Hilfsmitteln Feuer machen kann. Foto: privat

Ferienspiele ganz praktisch. Schulsozialarbeiter Stephan Dresel zeigt den Kindern, wie man mit wenigen Hilfsmitteln Feuer machen kann. Foto: privat

Und zum Abschluss eroberten alle den Wald gleich um die Ecke. Hier lernten die Kinder etwas über die Flora in heimischen Wäldern, sie errieten ausgewählte Tierfährten und verfolgten diese durch den Wald. Viel zu schnell vergingen die Ferientage, die im kommenden Sommer eine Neuauflage erfahren werden. Darüber waren sich Stephan Dresel und seine Schützlinge einig.