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Kategorie: Polizei / Feuerwehr / THW / Rettung

Landespolizei stemmte 2024 Sonderlagen mit hohem Engagement

Schwerin – Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern war im Jahr 2024 in besonderem Maße gefordert. Neben dem normalen Dienstbetrieb stellten insbesondere zwei Großereignisse zusätzliche Anforderungen an die Einsatzkräfte: die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Schwerin sowie die Fußball-Europameisterschaft 2024, die bundesweit für erhöhte Sicherheitsanforderungen sorgte und auch die Unterstützung anderer Länderpolizeien erforderte.

„Die Polizistinnen und Polizisten unseres Landes haben auch im Jahr 2024 wieder gezeigt, dass sie in jeder Lage verlässlich und engagiert für die Sicherheit der Menschen einstehen. Ob bei Großveranstaltungen, länderübergreifenden Einsätzen oder im täglichen Streifendienst – sie leisten Außergewöhnliches für unser Gemeinwesen. Die professionellen Einsätze bei Großveranstaltungen und bundesweiten Sicherheitslagen zeigen einmal mehr, dass auf die Polizei Mecklenburg-Vorpommern Verlass ist. Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft“, sagt Innenminister Christian Pegel.

Im Jahr 2024 wurden bei den Polizeibehörden des Landes insgesamt 2.428,11 Stunden Mehrarbeit geleistet. Die Verteilung dieses Mehrarbeitsvolumens auf die einzelnen Behörden gestaltet sich wie folgt: Das Landeskriminalamt mit 1.188,22 Stunden sowie das Landesbereitschaftspolizeiamt mit 1.097,46 Stunden weisen die höchsten Werte auf. Das Polizeipräsidium Rostock verzeichnete 17,33 Stunden Mehrarbeit, während beim Polizeipräsidium Neubrandenburg 85,10 Stunden anfielen. Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern (LPBK M-V) meldete 40 Stunden Mehrarbeit. Beim Landeswasserschutzpolizeiamt wurden hingegen keine Mehrarbeitsstunden registriert.

Für 2024 ergibt sich ein durchschnittliches Mehrarbeitsaufkommen von 0,49 Stunden pro Polizeivollzugskraft. Die Verteilung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Behörden: So gab es im Landeskriminalamt im Durchschnitt 3,17 Stunden Mehrarbeit, im Landesbereitschaftspolizeiamt 2,31 und das LPBK M-V weist im Schnitt 0,51 Stunden Mehrarbeit, das Polizeipräsidium Neubrandenburg 0,05 sowie das Polizeipräsidium Rostock 0,01 Stunden aus.

Die vergleichsweise höheren Werte beim Landeskriminalamt und dem Landesbereitschaftspolizeiamt spiegeln den intensiven Einsatz dieser Kräfte im Rahmen der Großereignisse und Sonderlagen wider.

„Gerade im Jahr 2024 wurde erneut deutlich, wie stark unsere Polizei aufgestellt ist – nicht nur in organisatorischer Hinsicht, sondern vor allem durch die Menschen, die mit Fachwissen, Ruhe und Einsatzbereitschaft ihre Aufgaben erfüllen. Das verdient unsere höchste Anerkennung. Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern steht für Stabilität und Vertrauen. Was unsere Beamtinnen und Beamten tagtäglich leisten, geschieht oft im Hintergrund – aber es ist die Grundlage für Freiheit, Demokratie und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger“, so Minister Pegel weiter.

Ein erheblicher Teil des Mehrarbeitsaufkommens in der Landespolizei in 2024 ist auf außergewöhnlichen Einsatzlagen zurückzuführen.

117 junge Polizistinnen und Polizisten beginnen Dienst in M-V

Innenminister Christian Pegel überreicht Zeugnisse und Ernennungsurkunden in feierlichem Rahmen

Güstrow – Im Festsaal der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow haben heute 117 Absolventinnen und Absolventen ihre zweijährige Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst erfolgreich abgeschlossen. Sie wurden feierlich zu Polizeimeisterinnen und Polizeimeistern ernannt und treten nun ihren Dienst in den verschiedenen Behörden der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern an.

Innenminister Christian Pegel überreichte die Abschlusszeugnisse und betonte im Anschluss: „Unsere Polizei wird durch diese motivierten Nachwuchskräfte spürbar gestärkt. Die Absolventinnen und Absolventen sind umfassend auf die vielfältigen Herausforderungen des Polizeialltags vorbereitet – sowohl fachlich als auch menschlich. Sie stehen künftig für Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und bürgernahe Präsenz im ganzen Land.“

Mehr als die Hälfte der neuen Polizistinnen und Polizisten wird künftig beim Polizeipräsidium Neubrandenburg eingesetzt. Weitere verstärken ab August 2025 das Landesbereitschaftspolizeiamt M-V an den Standorten Schwerin, Waldeck und Anklam. Zusätzlich werden Absolventinnen und Absolventen dem Polizeipräsidium Rostock, dem Landeswasserschutzpolizeiamt sowie weiteren Dienststellen der Landespolizei zugewiesen.

Hintergrund zum Ausbildungsjahrgang 2023

Die 32 Frauen und 85 Männer hatten ihre Ausbildung im August 2023 aufgenommen. Insgesamt 811 Bewerberinnen und Bewerber hatten sich damals für den Ausbildungsjahrgang beworben, den letztlich 117 Personen in der regulären Ausbildungszeit erfolgreich durchlaufen haben. Weitere 17 können das Ausbildungsziel noch erreichen, sie müssen noch Prüfungen nachholen. 32 Personen hingegen sind endgültig ausgeschieden; 12 von ihnen wurden auf eigenen Antrag entlassen.

Zahlen

  • 811 Bewerbungen von 255 Frauen und 556 Männern
  • 166 Einstellungen (38 Frauen, 128 Männer)
  • 149 aus Mecklenburg-Vorpommern (34 Frauen, 115 Männer)
  • 17 aus anderen Bundesländern (7 x Brandenburg, 6 x Schleswig-Holstein, jeweils 1 x Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt)
  • Durchschnittsalter: 20 Jahre (16 bis 33 Jahre)

Angriffsversuch auf dienstliche Smartphones

Schwerin – Nach einem versuchten Hacker-Angriff auf die Diensthandys der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern über den Server, der diese Smartphones vernetzt, finden derzeit auf den Computerservern, die diese polizeilichen Diensthandys kontrollieren und vor Hacker-Angriffen schützen, Ermittlungen und Analysen statt.

Während der Untersuchungen und Ermittlungen werden die sogenannten mPol (mobile Polizei)-Handys der Polizei für einige Tage nicht in vollem Umfang durch die Polizeibeamtinnen und -beamten im Streifendienst genutzt werden können. Mit den Geräten können auf Streifenfahrten und -gängen online Abfragen nach Fahrzeughaltern, Prüfungen von Ausweispapieren oder weitergehende Recherchen erfolgen.

Die seit Einführung der mPol-Geräte möglichen online-Abfragen auf den Streifenfahrten werden deshalb für kurze Zeit wieder auf dem ursprünglichen Weg erfolgen müssen. Die Polizeibeamten werden – wie vor Einführung der mPol-Geräte in den zurückliegenden Jahren – beispielsweise ein Fahrzeugkennzeichen per Funkspruch in das Polizeirevier geben.

Dort wird mit dem Dienstcomputer die erbetene Information, wie zum Beispiel der Fahrzeughalter oder das Vorhandensein eines Führerscheins, ermittelt und per Funkspruch zurückgegeben werden. Unabhängig davon können die Smartphones weiterhin durch die Polizisten zum Telefonieren verwendet werden.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern wurde bereits informiert und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Aktionstag „sicher.mobil.leben“: Kinder im Blick

Schwerin – Unter dem Motto „Kinder im Blick“ findet am 3. Juni 2025 der diesjährige länderübergreifende Aktionstag der Verkehrssicherheitskampagne „sicher.mobil.leben“ statt. Dabei stehen die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder, im Mittelpunkt. Auch die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich mit umfassenden Kontrollen im gesamten Land.

Seit 2018 wird die bundesweite Aktion jährlich unter einem wechselnden Themenschwerpunkt durchgeführt. Ziel ist es, das Bewusstsein aller Verkehrsteilnehmer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu stärken.

„Kinder sind aufgrund ihrer geringen Körpergröße, ihrer begrenzten Wahrnehmung und ihrer mangelnden Erfahrung besonders gefährdet”, betont Innenminister Christian Pegel. „Unsere Aufgabe ist es, nicht nur Kinder zu schulen, sondern auch Erwachsene an ihre besondere Verantwortung zu erinnern. Wer mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, muss stets damit rechnen, dass Kinder anders reagieren und entsprechend vorsichtig handeln.“

Im Jahr 2024 verunglückten in Mecklenburg-Vorpommern 513 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr. Diese Zahl unterstreicht die Dringlichkeit des diesjährigen Schwerpunkts.

Im Rahmen der Aktion werden am 3. Juni an zahlreichen Orten im Land Kontrollen durchgeführt. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf sicheren Schulwegen, der Geschwindigkeit im Umfeld von Kitas und Schulen, der Ablenkung am Steuer sowie dem Verhalten gegenüber Kindern im Straßenverkehr. Ziel ist es, das Verkehrsbewusstsein aller Beteiligten für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr zu schärfen.

Ermittlungserfolg bei Durchsuchungen

Rampe – Polizeilicher Staatsschutz vollstreckt mehrere Durchsuchungsbeschlüsse in den Landkreisen Nordwestmecklenburg sowie Rostock im Zusammenhang mit jungen Menschen in rechtsextremen Chatgruppen

Das Landeskriminalamt MV hat am heutigen Morgen des 21.05.2025 ab 06:00 Uhr im Auftrag der Staatsanwaltschaften Rostock und Schwerin an insgesamt 6 Objekten in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Rostock gerichtlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt. Hierbei kamen zum Teil auch Spezialeinsatzkräfte des LKA MV zum Einsatz.

Vorausgegangen waren umfangreiche Ermittlungen des polizeilichen Staatsschutzes im LKA MV über mehrere Monate zu einer WhatsApp-Chatgruppe, in der mehrere Personen rechtsextreme Inhalte austauschten und zur Begehung von Straftaten aufriefen. Bei den Beschuldigten handelt es sich mehrheitlich um Heranwachsende und vereinzelt um Jugendliche. Ziel der Durchsuchungen war das Auffinden von weiteren Beweismitteln.

Die Ermittlungen beziehen sich zum aktuellen Zeitpunkt auf Verstöße gem. §§ 86a, 130, 223, 224, 304 StGB sowie gegen das Waffengesetz. Bitte haben Sie Verständnis, dass zum jetzigen Zeitpunkt, zur Sicherung des Ermittlungsverfahrens, keine weiteren Details zu den einzelnen Tathandlungen herausgegeben werden können. Im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen wurden ca. 100 Kräfte aus unterschiedlichen Bereichen der Landespolizei MV eingesetzt.

Zeitgleich fanden in MV mehrere Durchsuchungen des Bundeskriminalamts im Auftrag der Bundesanwaltschaft, ebenfalls mit Staatsschutzbezug der PMK -rechts-, statt.

Dazu Innenminister Christian Pegel: „Die aktuellen Ermittlungen machen erneut deutlich: Es entsteht derzeit eine neue Szene sehr junger Rechtsextremer – extrem digital und gewaltbereit. Es ist erschreckend, dass rechtsextreme Umtriebe in rechtsextremen Chatgruppen vor allem bei sehr jungen Menschen momentan dermaßen erfolgreich verfangen. Rechte Ideologien haben in unserer Gesellschaft keinen Platz, egal, ob sie auf der Straße oder in Chats geäußert werden.

Diese Entwicklung macht deutlich, wie wichtig frühzeitige Aufklärung und klare Grenzen sind. Mein besonderer Dank gilt den Ermittlerinnen und Ermittlern sowie allen beteiligten Behörden für ihre akribische und entschlossene Arbeit. Sie macht noch einmal deutlich: Wer Hass und Hetze verbreitet und damit unsere demokratischen Werte angreift, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Pilotprojekt zur 110-Notruf-Ortung

MV beteiligt sich am Pilotprojekt zur 110-Notruf-Ortung – Pegel: Seit Monaten klar

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat in der heutigen Debatte im Landtag erneut das dargestellt, was das Innenministerium Anfang April bereits im Rahmen der Antwort einer Kleinen Anfrage an die Parlamentarier geantwortet hatte. Inhalt der Information an den Landtag damals wie heute: Die Landespolizei und das Innenministerium bereiten seit mehreren Monaten technisch und vertraglich die Teilnahme an der einzigen derzeit in Deutschland verfügbaren technischen Lösung für eine Standortübertragung bei Handyanrufen unter der Polizeinotrufnummer 110 vor.

Heute ergänzte der Minister, dass zwischenzeitig die Teilnahme Mecklenburg-Vorpommerns an dem Pilotprojekt zur Ortung von Notrufen aus Baden-Württemberg unterzeichnet wurde und jetzt technisch für die Notrufannahmestellen der Polizei vorbereitet wird, um zeitnah startklar zur Anwendung zu sein.

„Bereits in unserer Antwort auf die entsprechende Kleine Anfrage haben wir deutlich gemacht, dass wir dieses Pilotprojekt befürworten und unsere Teilnahme daran vorbereiten. Die erfolgte Unterschrift dazu habe ich auch heute in der Landtagssitzung deutlich gemacht. Dieser Prozesse musste gezielt angegangen und in intensiven Gesprächen mit dem Land Baden-Württemberg fertiggestellt werden. Bereits Geschehendes erneut einzufordern, ist absurd“, so Innenminister Christian Pegel.

Mit dieser Technologie kann bei Anrufen über die Notrufnummer 110 automatisch der genaue Standort der Anrufenden ermittelt werden. Die sogenannte „Advanced Mobile Location“-Technologie (AML) ermöglicht es, Einsatzorte deutlich schneller und präziser zu bestimmen – selbst dann, wenn die Anrufenden ihren Aufenthaltsort nicht genau mitteilen können. Die Landespolizei Baden-Württemberg hat dieses Projekt initiiert.

Zudem ist vorgesehen, dass in der anstehenden Novelle des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes eine sogenannte bereichsspezifische Rechtsgrundlage geschaffen wird, um diese sehr persönlichen Daten des Standortes des Anrufers auch dauerhaft automatisiert aus dem AML-Endpunkt des Landes Baden-Württemberg zur Notrufnachverfolgung abrufen zu können und damit Rechtssicherheit für die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen.

„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger steht für uns an oberster Stelle. Deshalb war es uns wichtig, nicht nur zu fordern, sondern zu handeln – und zwar gründlich, rechtssicher und mit den richtigen Partnern. Deshalb bemüht sich die Landespolizei aktuell, auch schon vor der langfristig wirkenden Gesetzesänderung im Rahmen eines Projektes einen Testlauf durchzuführen – Abstimmungen mit Datenschützern und Technikern sind bereits eingeleitet“, so Christian Pegel.

Verkehrsunfallgeschehen in M-V

Unter Vor-Corona-Niveau – Zahl der Verkehrstoten jedoch deutlich gestiegen

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat heute die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2024 vorgestellt. Insgesamt verzeichnete die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2024 55.106 Verkehrsunfälle, das entspricht einem leichten Rückgang um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden blieb mit 4.895 Fällen nahezu konstant (+0,3 Prozent).

„Das Gesamtunfallgeschehen liegt weiterhin unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie, was zunächst eine erfreuliche Entwicklung darstellt. Dennoch gibt es klare Wermutstropfen – allen voran der deutliche Anstieg der Verkehrstoten. Hochgerechnet haben wir auf unseren Straßen alle vier Tage einen Unfall mit Getöteten zu beklagen“, so der Minister.

Alle zwei Stunden ein Unfall mit Personenschaden

Im Jahr 2024 starben 93 Menschen auf den Straßen im Nordosten – ein Anstieg um 63 Prozent gegenüber dem historischen Tief von 2023. Damit verzeichnet das Land den höchsten Stand an Verkehrstoten seit 2015.

Besonders tragisch ist der Anstieg bei den getöteten Radfahrenden auf 14 Personen in 2024 (2023: 2) – darunter fünf Fahrerinnen und Fahrer von Pedelecs. „Neun der tödlich verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrer in unserem Land trugen keinen Helm. Diese Zahl macht betroffen und zeigt eindrücklich: Ein Fahrradhelm kann im Ernstfall Leben retten. Ich appelliere deshalb an alle Radfahrenden – ob jung oder alt: Tragen Sie Helm! Es ist ein kleiner Aufwand, der im entscheidenden Moment den entscheidenden Unterschied machen kann.“

Auch bei den Baumunfällen blieb das Risiko hoch: Ein Drittel aller Getöteten (31 Personen) verunglückte bei Kollisionen mit Bäumen. „Das ist ein alarmierender Anteil. Baumunfälle sind oft das Ergebnis überhöhter Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit – mit tragischen Folgen. Passen Sie daher Ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen an, besonders auf Landstraßen.“

Besondere Sorge bereitet auch der starke Anstieg bei motorisierten Zweiradfahrern (+16,7 Prozent Verunglückte), darunter Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen (+34 Prozent).

„Gerade vulnerable Gruppen wie Radfahrende, Kinder, Seniorinnen und Senioren oder Nutzer neuer Mobilitätsformen stehen zunehmend im Fokus unserer Verkehrssicherheitsarbeit“, betont der Minister. Zudem war etwa ein Drittel der Getöteten im Straßenverkehr 2024 älter als 65 Jahre.

Ein positiver Trend ist hingegen bei den Schwerverletzten zu beobachten: Ihre Zahl sank leicht auf 1.103 Personen (-0,2 Prozent). Die Zahl der Leichtverletzten stieg dagegen leicht auf 5.117 Personen (+0,4 Prozent), liegt aber weiter unter dem Vor-Corona-Niveau.

Wildunfälle – ein unverändert hohes Risiko

Rund ein Drittel aller Unfälle in Mecklenburg-Vorpommern sind Wildunfälle: 2024 wurden 17.129 Wildunfälle registriert – ein Anstieg um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Besonders tragisch: Zwei Menschen verloren bei Wildunfällen ihr Leben. Wir rufen alle Verkehrsteilnehmer dazu auf, in bekannten Wildwechselzonen besonders achtsam zu fahren und ihre Geschwindigkeit stets den Sichtverhältnissen anzupassen“, so Minister Pegel.

Unfallflucht: Deutlicher Anstieg bei Personenschäden

Mit 10.502 Fällen blieb die Zahl der Unfallfluchten insgesamt nahezu konstant (+0,1 Prozent). Besorgniserregend sei jedoch der Anstieg der Unfallfluchten mit Personenschaden um elf Prozent. „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt – sie ist eine Straftat und ein Akt völliger Verantwortungslosigkeit. Wer sich vom Unfallort entfernt, lässt nicht nur Sachschäden zurück, sondern im schlimmsten Fall verletzte Menschen ohne Hilfe. Das ist unanständig und gefährlich – und wird von uns mit aller Konsequenz verfolgt.“ Wer sich nach einem Unfall einfach vom Unfallort entfernt, begeht nicht nur eine Straftat – er lässt vor allem möglicherweise verletzte Menschen im Stich. Das ist inakzeptabel.“

Geschwindigkeit und Abstand Haupt-Unfallursachen

„Die überhöhte Geschwindigkeit bleibt eine der häufigsten Unfallursachen – auch wenn wir hier einen erfreulichen Rückgang um 22 Prozent – auf 650 – bei Unfällen mit Personenschaden verzeichnen“, erklärt Pegel.

Allerdings gab es deutliche Anstiege bei Unfällen mit Personenschaden durch Vorfahrtsmissachtung, wodurch diese Unfallursache 2024 mit 745 Unfällen auf den traurigen ersten Platz gerutscht ist (+7 Prozent), Platz zwei nimmt der „Abstand“ mit 724 Unfällen (-2 Prozent) ein. „Vorfahrt zu beachten ist kein höflicher Akt, sondern eine zwingende Regel – sie schützt Leben. Der Anstieg bei Unfällen durch Vorfahrtsmissachtung zeigt, dass hier zu viele mit Nachlässigkeit oder Selbstüberschätzung unterwegs sind. Wer Vorfahrt missachtet, gefährdet andere – und sich selbst“, sagt Christian Pegel und ergänzt: „Wer auch den nötigen Abstand nicht einhält, handelt rücksichtslos und riskiert schwere Unfälle. Gerade auf Landstraßen und Autobahnen kann eine Sekunde Unachtsamkeit fatale Folgen haben. Sicheres Fahren beginnt mit dem richtigen Abstand – das ist keine Empfehlung, sondern eine lebenswichtige Regel.“

Die Unfallursache „Überholen“ ist mit 284 Unfällen im Jahr 2024 um 20 Prozent gestiegen. „Auch hier brauchen wir wieder mehr Disziplin und Rücksichtnahme im Straßenverkehr“, so der Minister.

Unfallverursacher: Kinder und Senioren im Blick

„2024 sehen wir eine gemischte Entwicklung: Während bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren die Zahl der Hauptverursacher nur leicht anstieg (600 Unfälle; +0,8 Prozent), nahm sie bei Kindern bis 18 Jahren um insgesamt 16,7 Prozent (334 Gesamtunfälle) und bei den über 75-Jährigen sogar um 6,4 Prozent (482 Unfälle) zu“, erläutert Minister Christian Pegel. „Diese Altersgruppen bleiben im Fokus unserer Verkehrssicherheitsarbeit – mit gezielten Präventionsprogrammen für Schulen und Seniorengruppen.“

Trotz intensiver Präventions- und Kontrollmaßnahmen, darunter mehr als 1.500 Veranstaltungen für Kinder und Verkehrssicherheitstage für Senioren, zeigt die Bilanz: Verkehrssicherheit bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

„Wir arbeiten weiter intensiv daran, das Unfallgeschehen zu reduzieren – durch Verkehrskontrollen, gezielte Prävention und den Schutz besonders gefährdeter Gruppen. Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Deshalb bleibt unser Ziel: Mehr Sicherheit auf allen Straßen – für alle! Ich appelliere deswegen auch an alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer: Seien Sie achtsam, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst unterwegs. Jeder Unfall ist einer zu viel – besonders, wenn Menschen dabei ihr Leben verlieren“, so Christian Pegel abschließend.

Digitales Polizeirevier startet

Meilenstein für moderne Polizeiarbeit in MV

Neubrandenburg – Mit dem heutigen Tag nimmt das Digitale Polizeirevier in Mecklenburg-Vorpommern offiziell seinen Betrieb auf. Im Polizeipräsidium Neubrandenburg angesiedelt, bündelt die neue Einrichtung ab sofort die Bearbeitung von Online-Anzeigen zentral an einem Ort. Ziel ist es, die rund 25.000 jährlich eingehenden Online-Anzeigen effizient zu verarbeiten und gleichzeitig die Kriminalkommissariate, Kriminalkommissariat-Außenstellen und Einsatzleitstellen im Land spürbar zu entlasten.

„Mit dem Digitalen Polizeirevier schlagen wir ein neues Kapitel in der digitalen Modernisierung der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern auf. Es ist ein wichtiger Schritt, um Prozesse zu optimieren und gleichzeitig die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Denn, wo bisher an vielen unterschiedlichen Stellen Online-Anzeigen bearbeitet wurden, machen wir das nun zentral an einer Stelle“, erklärt Innenminister Christian Pegel und: „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die mit viel Engagement und Fachwissen zur erfolgreichen Umsetzung dieses Vorhabens beigetragen haben.“

Das Digitale Polizeirevier startet zunächst mit sieben Mitarbeitenden – Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sowie Tarifbeschäftigten – und ist von Montag bis Freitag zwischen 6 und 18 Uhr im Einsatz. In dieser Zeit liegt der Schwerpunkt der Online-Anzeigen. Außerhalb dieser Zeiten übernimmt die Einsatzleitstelle im Polizeipräsidium Neubrandenburg das Monitoring.

Die Onlinewache (Onlinewachen der Polizeien der Länder – Offizielles Portal) wird seit dem 1. Februar 2023 als Anzeigenportal in Mecklenburg-Vorpommern angeboten; im Jahr 2023 wurden über diese 22.897 Vorgänge bearbeitet und 2024 insgesamt 24.935. 11 von 16 Landespolizeien nutzen diese Onlinewache.

Innenminister Christian Pegel würdigt ausdrücklich die Arbeit der Polizistinnen und Polizisten im Land: „Die Kolleginnen und Kollegen unserer Landespolizei leisten Tag für Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Sicherheit – mit großem Einsatz, hoher Professionalität und starker Bürgerorientierung. Mit Projekten wie dem Digitalen Polizeirevier schaffen wir bessere Rahmenbedingungen für diese wichtige Arbeit.“

Darüber hinaus betont Christian Pegel die Bedeutung digitaler Weiterentwicklung für die Polizei: „Die fortschreitende Digitalisierung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass unsere Polizei auch in Zukunft handlungsfähig und effizient bleibt. Moderne Technik und smarte Prozesse sind kein Selbstzweck, sondern ermöglichen zielgerichtete Ermittlungen, schnellere Abläufe und mehr Zeit für das Wesentliche – den Schutz der Menschen in unserem Land.“

Der Weg zur Realisierung des Digitalen Polizeireviers begann im September 2024 mit einem Auftakt-Workshop und der Gründung einer behördenübergreifenden Arbeitsgruppe. Es wurde ein tragfähiges Konzept erarbeitet, das nun mit dem Wirkbetrieb Realität wird.