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Kategorie: Arbeitsmarkt & Wirtschaft

„LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

Ausschreibung läuft bis 31.07  –  Meyer: Innovationsgeist, kreative Ideen und marktfähige Produkte gesucht

Schwerin – Die Bewerbungsfrist für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ ist bis zum 31. Juli 2023 verlängert worden. Ausgezeichnet werden Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie innovative technologische Dienstleistungen.

„Der Preis trägt dazu bei, das Potential der heimischen Wirtschaft und Wissenschaft noch bekannter zu machen. Gesucht werden Innovationsgeist, kreative Ideen und marktfähige Produkte“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Unter der Schirmherrschaft des Wirtschaftsministeriums vergeben die Industrie- und Handelskammern des Landes seit 1995 den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“. Dieser richtet sich an Unternehmen, unternehmerische Einzelpersonen und Projektgruppen von Forschungseinrichtungen, die in Mecklenburg-Vorpommern ansässig sind.

Eine Jury bewertet die eingereichten Bewerbungen nach den Kriterien technische beziehungsweise wirtschaftliche Vorteile und Umsetzbarkeit der Einreichung, Neuheitsgrad, Aktualität, Anwendungsbreite der Innovation, Nutzung des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, unternehmerische Leistung, Risikobereitschaft, persönlicher Einsatz sowie nachweislich wirtschaftlicher Erfolg mit dem Produkt/dem Verfahren, nachgewiesene Marktfähigkeit, bereits geschaffene sowie zukünftige Arbeitsplätze.

Die Bewerbungsunterlagen für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ können bis zum 31. Juli 2023 bei der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern eingereicht werden.

Ansprechpartner:

IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern
Holger Beyer
Katharinenstraße 48
17033 Neubrandenburg,

Telefon: 0395/55 97-206
E-Mail: holger.beyer@neubrandenburg.ihk.de

Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter www.boelkowpreis.de.

Von Koggen, Barken und Stahlschiffen

Feierliche Eröffnung der neuen Dauerausstellung „REEDER, RUDER, SEEMANNSGARN“ im Schifffahrtsmuseum Rostock

Rostock – Nach fünfjähriger Planungs- und Bauphase wurde die neue Dauerausstellung „REEDER, RUDER, SEEMANNSGARN – Von Rostock in die Welt.“ an Bord des Rostocker Schifffahrtsmuseums mit einem feierlichen Empfang eröffnet. Die rund 120 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung und Institutionen erlebten eine beeindruckende multimediale Ausstellung zur Schiffbau- und Schifffahrtsgeschichte Rostocks und Mecklenburg-Vorpommerns.

Jochen Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern, würdigte das große Engagement aller Beteiligten und betonte die Bedeutung der Ausstellung: „Der Besuch im Schifffahrtsmuseum Rostock ist für jeden maritim interessierten Urlauber ein Muss. Mit dem originalen Schiffskörper kann ein außergewöhnlicher Museumsstandort erlebt und erkundet werden. Die Bewahrung der maritimen Geschichte an Bord des Traditionsschiffes ist beispielhaft gelungen. Die aktuelle Ausstellung und das gesamte Museumskonzept tragen dazu bei, die langen Traditionen in der Schifffahrt und dem Schiffbau unseres Bundeslandes lebendig zu halten und gleichzeitig auf unsere starke maritime Expertise aufmerksam zu machen.“

Das Wirtschaftsministerium hat eine Förderung in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) für den Umbau der Dauerausstellung auf dem Traditionsschiff, der sogenannten „Stauung“, ausgereicht. Mithilfe der Zuwendung ist an Bord des Traditionsschiffes MS Dresden auf 1.600 Quadratmetern eine inszenierte und stark medial ausgerichtete moderne Dauerausstellung zur maritimen Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns entstanden. Sie gibt spannende, unterhaltsame und informative Einblicke in die Schiffbau- und Schifffahrtsgeschichte der Region, sowohl für Einheimische als auch für Urlauber.

Die Ausstellung erstreckt sich über das gesamte Deck 4 des Traditionsschiffes DRESDEN. Das heutige Museumsschiff hat 1970 im heutigen IGA Park Rostock festgemacht und ist seitdem für Besucher geöffnet. Das Schiff selbst als größtes Exponat ist mit seinen originalen Räumen ein beeindruckender Zeitzeuge und fester Bestandteil des Kulturangebots der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.

Senator Chris von Wrycz Rekowski und erster Vertreter der Oberbürgermeisterin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, beglückwünscht die Crew des Schifffahrtsmuseums zu Eröffnung der Ausstellung: „Diese Ausstellung bietet nicht nur einen tollen Blick in vergangene Zeiten, sondern ist auch ein großartiges Schaufenster für das maritime Erbe unserer Region. Sie zeigt eindrucksvoll, wie der Schiffbau und die Seefahrt die Entwicklung unserer Stadt bestimmt haben. Dadurch wird das Bewusstsein für unsere maritime Identität gestärkt und noch mal mehr die Bedeutung der maritimen Industrie für unsere Wirtschaft verdeutlicht.“ Er ermutigte alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gäste aus nah und fern, das Schifffahrtsmuseum zu besuchen: „Ein Museum auf einem 10.000-Tonnen-Frachter ist einzigartig in ganz Deutschland. Durch solche kulturellen Angebote wird der Tourismus gestärkt und die Attraktivität unserer Stadt als Reiseziel weiter erhöht.“

Oliver Fudickar, Geschäftsführer der Museumspark Rostock GmbH dankte der Crew im Schifffahrtsmuseum und allen Unterstützern, die zum Zustandekommen der Ausstellung beigetragen haben. „Wir sind richtig stolz, dass dieses museale Highlight bei uns an Bord nun Wirklichkeit geworden ist. Im Namen der Teams des Schifffahrtsmuseums und des IGA Parks bedanke ich mich sehr herzlich bei unseren Unterstützern, Sponsoren, dem Förderkreis und allen ehrenamtlichen Helfern. Mit viel Engagement, Sachverstand und Leidenschaft wird unser Traditionsschiff so auf Kurs gehalten.“ Er unterstrich die Rolle des Traditionsschiffes als lebendiges Zeitzeugnis des Rostocker Schiffbaus und hob die Bedeutung des Museums als festen Bestandteil des kulturellen Angebotes in Rostock hervor.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung unterstützte mit großem Engagement die Fertigstellung der Dauerausstellung. Katrin Cassel, Vorstandsmitglied der OSPA-Stiftung dazu: „Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und OstseeSparkasse Rostock unterstützen gerne solche Projekte, die das kulturelle Erbe der Region mit diesem hohen Qualitätsanspruch bewahren und zugleich das Kulturangebot bereichern. Gemeinsam setzen wir hier ein Zeichen für den Erhalt unserer maritimen Traditionen und bieten Besuchern die Möglichkeit, große Seefahrtgeschichte hautnah zu erleben.“

Die multimediale Reise durch den regionalen Schiffbau wird von neuesten Technologien begleitet, die in der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns neue Maßstäbe setzen. Dank Augmented Reality wird der Museumsbesucher zur Gallionsfigur; oder interaktive Medien- und Mitmachstationen bieten ein unvergleichliches Ausstellungserlebnis, das die Verbindung traditioneller Museumsarbeit mit innovativen Medientechnologien eindrucksvoll präsentiert. Die neu aufgelegte Museums-App „Schifffahrtsmuseum Rostock“ begleitet Groß und Klein spielerisch durch die gesamte Ausstellung und verbindet digitale Informationen direkt mit dem analogen Ausstellungserlebnis.

Dr. Kathrin Möller, Leiterin des Schifffahrtsmuseums Rostock: „Mit dieser Ausstellung zeigen wir, wie sich die maritime Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt hat. Dabei hat uns besonders die Frage beschäftigt, wie der Schiffbau und die Schifffahrt in der Hansezeit, im 19. Jahrhundert und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussahen. Hier ist es uns gelungen, interessante Zeitzeugen auf unterhaltsame Weise für die ganze Familie zu präsentieren. Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinem Projektteam, den ehrenamtlichen Helfern und allen Handwerkern, die hier in den letzten Wochen mit viel Elan diesen Tag möglich gemacht haben.“

Die Hansezeit

Bereits kurz nach der Stadtgründung spielte Rostock im Handelsbündnis der Hanse eine bedeutende Rolle, die bis heute nachwirkt. Das außergewöhnlich weit verzweigte Handelsnetz prägte über 400 Jahre, vom 13. bis ins 17. Jahrhundert, den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt, aber auch die daraus resultierenden Konflikte. Mit welchen Waren handelten die Rostocker Kaufleute, wer baute ihre Schiffe und wie sahen sie aus? Aus kleinen Küstenbooten entwickelten sich nach und nach imposante Handelsschiffe, die jetzt als Modelle zu bewundern sind. Die Ausstellung gibt Einblicke in den Alltag der Rostocker Kaufleute jener Zeit, wie z.B. über Jochim Schlu aus dem 16. Jahrhundert, und erzählt anhand von biografischen Zeugnissen die maritime Handelsgeschichte der Stadt.

19. Jahrhundert – Rostocker Windjammer entdecken die Welt

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Rostocker Flotte zu einer der größten im Ostseeraum. Mitte des Jahrhunderts segelten die ersten Windjammer von Rostock aus in die weite Welt. Die florierende Auftragslage der Reeder führte zu einem regelrechten Boom auf den Werften, nicht nur in Rostock, sondern auch in Ribnitz und Barth. Doch gegen Ende des Jahrhunderts kehrte sich diese Entwicklung abrupt um. Die Ausstellung widmet sich daher nicht nur dieser erfolgreichen Ära des Rostocker Windjammerhandels, sondern auch den Herausforderungen und Veränderungen, mit denen die Seeleute und die maritime Industrie am Ende des 19. Jahrhunderts konfrontiert waren. Die Besucher haben die Möglichkeit, in die Geschichten und Ereignisse der damaligen Seefahrt einzutauchen.

Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Rostocker Bark „JOHANNES KEPLER“. Mithilfe eines Nachbaus des Hecks, der sogenannten Poop, erhalten die Besucher einen faszinierenden Einblick in den damaligen Schiffbau. Auf dem begehbaren Heck können die Besucher die Kogge interaktiv mit der Pinne in der Hand in den Warnemünder Hafen steuern.

Die Schiffe dieser Zeit zeichneten sich durch eine gute Stabilität und Seetüchtigkeit aus, die große Mengen an Fracht aufnehmen und sicher transportieren konnten. Die Rostocker Reederei Brockelmann hatte als visionäres Unternehmen maßgeblichen Anteil daran, dass sich Rostock als bedeutender Seehafen und Handelsstandort im Ostseeraum etablierte. Besonders spannend ist das Blättern im eigens für die Ausstellung neu produzierten multimedialen Logbuch von Stephan Jantzen, das tiefe Einblicke in das Leben des abenteuerlustigen Seemannes gewährt.

20. Jahrhundert – der Bau von Stahlschiffen

Wie entsteht ein Schiff? Im Zentrum dieses Ausstellungsteils steht der Schiffbau und die Frage, wie sich dieser im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte. Wie erfolgte der Wandel vom traditionellen Nieten zum modernen, automatischen Schweißen? Diese technologische Veränderung hatte einen großen Einfluss auf den Schiffbau und die maritime Industrie. Beeindruckende Schiffsmodelle der Rostocker Neptunwerft stehen als repräsentative Beispiele für den Schiffbau zwischen 1850 und 1989. Die Besucher erfahren, wer den Auftrag für den Bau des Schiffs erteilt hat, wer es konstruiert hat und wie es entstanden ist. So sind die Komplexität und Präzision des Schiffbaus leicht nachzuvollziehen. Die Ausstellung vermittelt ein Verständnis für die Herausforderungen und Innovationen, die den Schiffbau im 20. Jahrhundert geprägt haben.

Vom Paddel bis zur Brennstoffzelle – Studiensammlung zur Entwicklung von Schiffsantrieben

Das älteste bisher bekannte Paddel der Welt ist etwa 11.000 Jahre alt. Ähnlich wie Ruderboote wurden auch Paddelboote ausschließlich mit Muskelkraft angetrieben. Erst viele Jahrtausende später begann der Mensch, die Kraft des Windes zu nutzen. Das Segel war geboren. Wieder dauerte es Jahrtausende, doch dann ging alles ganz schnell: Im 19. Jahrhundert setzte die Industrialisierung die Welt in Bewegung und veränderte das Leben der Menschen rasant. Funktionsfähige Modelle und original erhaltene Maschinen, wie der in der Freilichtausstellung vor dem Traditionsschiff stehende Schlepper SATURN, veranschaulichen diese Entwicklung eindrucksvoll. Doch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Dampfkraft ihre Blütezeit hinter sich, Motoren wurden mit Schweröl, später mit Diesel betrieben. Heute sind vollelektrische Schiffe, induktives Laden oder Hybridsysteme in verschiedenen Kombinationen als innovative Schiffsantriebe erfolgreich im Einsatz. Wie die Zukunft der Schiffsantriebe aussehen könnte, erfahren die Besucher an einer Medienstation.

Der Maschinenraum – die Arbeit der „Schmierer“ und Ingenieure

Eine beeindruckende Lichtinszenierung im originalen Maschinenraum des Traditionsschiffes lässt die Besucher in die faszinierende Welt der Maschinen und Motoren eintauchen. Sie gibt Einblick in einen oft unterschätzten, aber äußerst wichtigen Teil des Schiffes. Es ist eine Hommage an die Menschen, die als „Schmierer“ und Ingenieure im Maschinenraum arbeiteten, an ihre harte Arbeit, ihr Können und ihre Entschlossenheit, die Schiffe in Bewegung zu halten. Sie spielten eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer Schiffsreise.

Von der Idee bis zur Ausstellungseröffnung

Seit 2018 arbeitet das Team der Schweriner Fachwerkler, bestehend aus Architekten, Grafikern und Planungsexperten, an der spannenden Herausforderung, das unterste Deck des Traditionsschiffes in eine neue Erlebniswelt für Besucher aller Generationen zu verwandeln. Besonders hervorzuheben ist die frühzeitige Einbindung des Kinderbeirats des Museums. Durch ihre Ideen konnten kindgerechte und interaktive Elemente in die Ausstellung integriert werden, die den jungen Besuchern eine aktive Teilnahme und ein besonderes Ausstellungserlebnis ermöglichen. Die Maskottchen „Hund und Huhn“ helfen den Kindern, sich spielerisch mit den Geschichten der Ausstellung auseinanderzusetzen und lassen so auch die Jüngsten Teil des Abenteuers an Bord werden. Die enge Zusammenarbeit mit Historikern war von zentraler Bedeutung, um sicherzustellen, dass die Ausstellung auf fundierten historischen Erkenntnissen basiert. Dadurch konnten authentische Geschichten und Ereignisse aus der maritimen Geschichte der Region lebendig und für zukünftige Generationen greifbar gemacht werden.

Ab 15. Juli 2023 ist die neue Ausstellung REEDER, RUDER, SEEMANNSGARN für das Publikum geöffnet. An den ersten beiden Öffnungstagen, dem 15. und 16. Juli 2023, erhalten alle Besucher eine Ermäßigung von 50 Prozent auf den Eintrittspreis. Die Ausstellung ist über eine verbesserte Zuwegung barrierearm zugänglich.

Das Traditionsschiff MS DRESDEN liegt als Schifffahrtsmuseum Rostock am Ufer der Warnow und ist direkt im IGA Park angedockt. Der mit 10.000 Tonnen fast vollständig erhaltene originale Hochseefrachter bietet multimediale Einblicke in die regionale Schiffbau- und Seefahrtgeschichte. Ein weiteres Highlight ist die Historische Bootswerft, wo traditionelle Handwerkstechniken den Holzschiffbau erlebbar machen. Der IGA Park ist die grüne Erlebnisoase im Nordwesten der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und bietet mit Konzertwiese, Spielplätzen und Wassersportanlage attraktive Freizeitangebote für die ganze Familie. Naturliebhaber entdecken eine beeindruckende Pflanzen- und Tierwelt, die auch Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Umweltbildungsangebote des Parks nähergebracht wird. Öffnungszeiten IGA Park: täglich von November bis März: 8:00 bis 17:00 Uhr I April bis Oktober: 8:00 bis 22:00 Uhr.

Öffnungszeiten Schifffahrtsmuseum: jeweils Dienstag bis Sonntag im März: 10:00 bis 16:00 Uhr I April bis Oktober: 10:00 bis 18:00 Uhr.

Geförderter Breitbandausbau in M-V

Verlegte Glasfaserkabel reichen schon von Schwerin bis Australien und zurück

Schwerin – Rund 30.000 Kilometer Glasfaserkabel wurden bereits in Mecklenburg-Fördermitteln mit Geld von Bund und Land verlegt. Zum Vergleich: Die Entfernung – Luftlinie – zwischen Schwerin und dem australischen Perth beträgt knapp 14.000 Kilometer. Knapp 100.000 Adressen – Haushalte, Unternehmen, Schulen – vor allem im dünnbesiedelten ländlichen Raum können damit bereits ins schnelle Internet, sofern sie einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen haben. Rund 85.000 von ihnen haben das bisher getan.

„Nach der langen Vorbereitung mit dem Aufteilen unserer Landesfläche in förderfähige Projektgebiete, dem Einwerben der Fördermittel vom Bund, dem Ausschreiben der Bauarbeiten und ihrer Durchführung kommen jetzt immer schneller immer mehr Bürgerinnen und Bürger in unserem Land in den Genuss des geförderten Gigabit-Netzes“, sagt Landesdigitalisierungsminister Christian Pegel.

Bald eine Milliarde Euro abgerufen

Dass der flächendeckende Breitbandausbau immer zügiger vorangeht, zeige auch der Mittelabfluss: „2017 wurden gut 780.000 Euro abgerufen. 2018 waren es schon zehn Millionen, im Jahr darauf 100 Millionen, 2020 fast 200 Millionen, 2022 mehr als 300.000 Millionen Euro. Insgesamt sind mit Stand 7. Juli rund 973 Millionen Euro abgerufen worden. Ich gehe davon aus, dass wir im Herbst die Milliarde knacken“, wagt der Minister eine Prognose.

Rund zwei Drittel dieses Geldes sind Mittel aus dem Bundesförderprogramm, ein Drittel wird aus der Landeskasse kofinanziert. Mecklenburg-Vorpommern hat von den rund 12,2 Milliarden Euro, die der Bund bis Ende 2022 für den Breitbandausbau in Gebieten bereitgestellt hat, in denen sich der Ausbau für die gewinnorientiert arbeitenden Telekommunikationsunternehmen nicht lohnt, gut 1,5 Milliarden Euro für sich eingeworben.

„Gemessen an unseren 1,6 Millionen Einwohnern haben wir damit den größten Anteil für uns sichern können – 958 Euro pro Kopf. Mit den 850 Millionen Euro vom Land und den Bundesmitteln stehen gut 2,3 Milliarden Euro für den geförderten Breitbandausbau zur Verfügung, somit pro Einwohner 1.469 Euro“, sagt Christian Pegel und:

„Wichtigste Konsequenz ist natürlich, dass immer mehr Menschen in unserem Land die grundlegende Voraussetzung dafür erhalten, im Internet der Zukunft zu arbeiten, Behördengänge zu erledigen, einzukaufen, zu kommunizieren und vieles mehr. Aber auch in Statistiken schlägt sich unser Einsatz für die Fördermittel nieder: Im Deutschland-Index der Digitalisierung 2023 des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme haben wir uns in der Gesamtwertung als eines von drei Bundesländern, die ihre Position verbessern konnten, gleich zwei Plätze von der Schlussposition in der Vergleichserhebung 2019 nach oben gearbeitet. Daran hat der fortschreitende Breitbandausbau in unserem Land einen entscheidenden Anteil.“

Bundesweit Fünfter beim Glasfaserausbau

Diesen würdigt die Studie mit dem Hinweis darauf, dass M-V in Sachen Versorgung mit gigabitfähiger Glasfaser im Bundesländer-Ranking Fünfter ist.

„25,2 Prozent aller Haushalte im Nordosten haben bereits einen Glasfaseranschluss. Besser sind nur Brandenburg mit 27,5 Prozent, Niedersachsen mit 30,2, Schleswig-Holstein mit 41,4 und Hamburg mit 44,2 Prozent“, zitiert Christian Pegel daraus und auch den Hinweis, dass insbesondere die Stadtstaaten aufgrund ihrer Besiedelungsdichte nicht direkt mit Flächenländern vergleichbar seien:

„Unser Bundesland als das am dünnsten besiedelte der Republik hat es am schwersten. Für Telekommunikationsunternehmen lohnen sich die Bauarbeiten umso mehr, je mehr Nutzerinnen und Nutzer an eine möglichst kurze Leitung angeschlossen werden. Eine lange Leitung über viele kleine Dörfer ist nicht wirtschaftlich. Und trotzdem steht Mecklenburg-Vorpommern hier besser da als die Metropole Berlin, das dicht besiedelte Nordrhein-Westfalen und die wirtschaftsstarken Länder Bayern und Baden-Württemberg. Das verdanken wir den Fördermitteln, die Kommunen, Landkreise und Landesregierung in einem gemeinsamen Kraftakt für den Nordosten eingeworben – und kofinanziert – haben.“ (Mehr zum „Deutschlandindex Digitalisierung“ 2023 finden Sie in unserer Pressemitteilung Nr. 122 vom 23. Juni.)

Zu guter Letzt fügt Christian Pegel an: „Zählt man die Gebiete, in denen die Telekommunikationsunternehmen eigenwirtschaftlich ausbauen, dazu, sind laut aktuellem Breitbandatlas bereits 57 Prozent unser Haushalte mit Breitbandanschlüssen versorgt, die mindestens 1 Gigabit/Sekunde erreichen. Dazu zählt neben Glasfaser auch Internet über Fernsehkabel. Ich gehe davon aus, dass der allergrößte Teil unserer Haushalte bis 2026 ans schnelle Internet angeschlossen ist.“

Erdbeeren aus MV sind köstlich und sicher

Rostock – Das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hat 14 Proben frischer Erdbeeren auf rund 480 Substanzen untersucht und keine bedenklichen Auffälligkeiten gefunden.

„Ich freue mich, dass die Proben – wie in den Vorjahren auch – keine böse Überraschungen zu Tage gefördert haben. Zwölf der Erdbeerproben stammten aus Mecklenburg-Vorpommern, die anderen beiden aus Brandenburg und Schleswig-Holstein. Damit ist klar: Erdbeeren aus regionalem Anbau sind nicht nur köstlich, sondern auch sicher und können ohne Bedenken und mit viel Genuss verzehrt werden“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus.

Der Minister wies darauf hin, dass in den untersuchten Proben sind nur Bruchteile der zulässigen Rückstandshöchstgehalte an Pflanzenschutzmitteln gefunden wurden, wobei zwei Proben keine Rückstände aufwiesen und drei Proben jeweils fünf Wirkstoffe der im Erdbeeranbau zugelassenen Pflanzenschutzmittel enthielten.

„Bis auf zwei Ausnahmen handelte es sich bei allen Nachweisen um Fungizide. Das sind Mittel, die die Pflanzen, vor allem aber die Früchte, vor Pilzbefall, wie Grauschimmel (Botrytis), schützen sollen. Da die empfindlichen Erdbeeren anfällig für Fäulnis sind, brauchen sie einen Schutz. So verderben sie bei plötzlich einsetzendem feuchten Wetter während der Ernte nicht“, erklärte LALLF-Direktor Dr. Stephan Goltermann und betonte, dass der Nachweis von Rückständen in Lebensmitteln nicht per se ein gesundheitliches Risiko für VerbraucherInnen darstelle.

Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erfolgt die Festlegung eines Rückstandshöchstgehaltes, der mit hohen Sicherheitsfaktoren zu toxikologischen Grenzwerten berechnet wird. Die Laborüberprüfung zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben beugt unsachgerechter Anwendung vor und trägt zum gesundheitlichen Verbraucherschutz bei.

In Mecklenburg-Vorpommern werden auf 658 ha (InVeKoS 2022) Erdbeeren angebaut. Der Pflanzenschutzdienst des LALLF berät viele der 27 Erdbeeranbauer zu Fragestellungen des Integrierten Pflanzenschutzes. Ziele sind Empfehlungen zu optimalen Behandlungsmethoden und -einsätzen, angepasst an die aktuelle Schaderreger- oder Krankheitssituation. Anbaubetriebe bevorzugen im Bereich der Fungizide Präparate, die keine chemisch-synthetischen Wirkstoffe enthalten. Das sind beispielsweise Mittel gegen Echten Mehltau. Im Tunnelanbau von Erdbeeren helfen nützliche Insekten, den Einsatz von Insektiziden zu reduzieren.

Technologie- und Gewerbezentrum e. V.

Richtfest für Haus 7 am Technologie- und Gewerbezentrum e. V. in Schwerin

Schwerin – In Schwerin ist am Montag das Richtfest für den Neubau des Hauses 7 am Technologie- und Gewerbezentrum e.V. Schwerin/Wismar (TGZ) in Schwerin begangen worden. „Das Technologie- und Gewerbezentrum ist ein zuverlässiger Partner für Start-ups im Technologiebereich. Hier finden junge, innovative und technologieorientierte Unternehmen Starthilfe in der schwierigen Phase der Entwicklung und der Markteinführung neuer Produkte und Dienstleistungen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer vor Ort.

Das neue Gebäude wird durch die Stadt und den TGZ e. V. errichtet. Nach Fertigstellung des Neubaus Haus 7 werden ca. 4.000 Quadratmeter vermietbare Fläche zur Verfügung stehen. Davon sind circa 2.000 Quadratmeter als Produktionsfläche vorgesehen. Der TGZ e.V. bietet als Standort für technologische Innovation Start-ups und jungen Unternehmen attraktive Büro-, Labor- und Produktionsräume, die sich je nach Unternehmenssituation flexibel in Größe und Art an die Bedarfe anpassen lassen. „Unternehmen können dank der flexiblen Möglichkeiten in der schwierigen Anlaufphase schneller wachsen, besser den Marktanforderungen gerecht werden und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das stärkt die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Meyer.

Der TGZ e.V. wurde im April 1990 im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit gegründet. Die Landeshauptstadt Schwerin und die Hansestadt Wismar als maßgebliche Gründungsmitglieder arbeiten seither auf dieser Grundlage eng zusammen. Die Ansiedlung eines Unternehmens im TGZ erfolgt in der Regel in einer Phase, in der die Unternehmen die Entwicklung ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung beginnen. Nach der Konzeption des TGZ werden die Unternehmen bis zur Erzielung eines Grundumsatzes begleitet. In dieser Phase werden sowohl die notwendige Produktion, der Vertrieb, der Service und alle anderen erforderlichen Unternehmensbereiche etabliert. Nach Angaben des TGZ sind derzeit an den Standorten 111 Unternehmen (Stand: 30.06.2023) mit insgesamt 705 Beschäftigten ansässig.

Das Gesamtinvestitionsvolumen für das Vorhaben beläuft sich auf rund 22,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 17,1 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Seit 1992 wurden für das TGZ und den Technologiepark am Standort Schwerin Fördermittel in Höhe von rund 36,8 Millionen Euro (inklusive Zuschuss für Haus 7) zur Verfügung gestellt und somit Gesamtinvestitionen in Höhe von 47,5 Millionen Euro ermöglicht.

Umorientierung

Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften des Landes vor Umorientierung

Greifswald – Wirtschafts- und Arbeitsstaatssekretär Jochen Schulte hat in Greifswald mit Vertretern der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (BQG) des Landes, der Bundes-agentur für Arbeit, der Jobcenter und der Landkreise über die künftige Ausrichtung der Beschäftigungs- und Qualifizierungs­gesellschaften diskutiert.

„Die Beschäftigungs- und Qualifizie­rungsgesellschaften sind oftmals die einzigen Ansprech­partner vor Ort für langzeitarbeitslose Personen, die bereits mehrere Jahre durchgehend oder nur kurzzeitig unterbrochen im Bezug von ALG II waren und deren Leistungsfähigkeit bei der Unterbreitung eines Arbeitsangebotes berücksichtigt werden muss. Der Bedarf an Maßnahmen zur Verbesserung und Stabilisierung der Beschäftigungs- und Ausbildungs­fähigkeit von langzeitarbeitslosen Personen sowie deren soziale Stabilisierung ist weiterhin grundsätzlich vorhanden.

Allerdings betrifft es einen kleiner werdenden Personenkreis.  Deshalb ist es Aufgabe der Beschäftigungs- und Qualifizie­rungsgesellschaften, ihr jeweiliges Geschäftsmodell auf neue Füße zu stellen. Das Land unterstützt in diesem Verände­rungsprozess“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte.

Bei der GSA – Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarkt­entwicklung mbH agiert ein landesweit arbeitender Berater, der die Beschäftigungsgesellschaften mit einem Angebot einer Initialberatung unterstützt. Aufbauend auf eine Bestandsanalyse soll eine Anpassungsberatung die BQG bei der Neuorientierung unterstützen, um angesichts sich wan­delnder Förderkulissen des Bundes, sich verändernder demo­graphischer Herausforderungen sowie strukturell veränderter Fach- und Arbeitskräftebedarfe eine zukunftsfähige Aufstel­lung dieser Gesellschaften zu ermöglichen.

Zudem wird in den vier arbeitsmarktlich besonders heraus­geforderten Landkreisen (Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald, Rostock und Mecklenburgische Seenplatte) – zusätzlich zum Angebot der GSA einer Anpassungsberatung – jeweils eine Organisationsentwicklungsförderung zur Umge­staltung der arbeitsmarktlichen Dienstleistungsangebote angeboten. Ziel dieser Organisationsentwicklungsförderung ist es, idealerweise die Etablierung einer leistungsfähigen arbeitsmarktpolitischen Dienstleistungsstruktur im Landkreis zu unterstützen.

Hierfür stehen rund 90.000 Euro je Landkreis zur Verfügung. Die Landkreise sind frei in der Entscheidung, ob diese Mittel für Personalkosten von Organisationsent­wicklern oder durch Weiterleitung der Förderung an eine oder mehrere BQG zweckgebunden genutzt werden. „Wie die Lösungen in den einzelnen Regionen konkret aussehen, kann meines Erachtens nach jeweils nur vor Ort entschieden wer­den. Deswegen geben wir als Land keine Musterlösung für die regional besten Ansätze vor. Die Landkreise sollen vor Ort die Lösung entwickeln. Nur kommunal tragfähige Lösungen sind zukunftsfähige Lösungen“, sagte Schulte.

In den Landkreisen Rostock, Vorpommern-Rügen und Vor­pommern-Greifswald wurde bereits mit einer solchen Orga­nisationsentwicklung zur Neugestaltung der arbeitsmarkt­lichen Dienstleistungsstruktur begonnen.

Nach Angaben der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit zählen (Stand Juni 2023) in Mecklenburg-Vorpom­mern derzeit 23.300 als langzeitarbeitslos, das sind 300 Per­sonen mehr als im Vorjahresmonat und 1.000 Personen mehr als im Vormonat. Aus der Ukraine geflohene Personen haben jetzt mehr als zwölf Monate Arbeitslosigkeit erreicht und zäh­len damit als langzeitarbeitslos.

Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft M-V

Meyer: Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in MV und von herausgehobener und beschäftigungspolitischer Bedeutung

Rostock – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erklärte bei der Begrüßung der Konferenz: „Die mittlerweile 10. Zukunftskonferenz der maritimen Wirtschaft ist nach wie vor die einzige Konferenz, die regelmäßig Akteure der verschiedenen Bereiche der maritimen Wirtschaft unseres Landes zusammenbringt. Die maritime Wirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Mecklenburg-Vorpommern und von herausgehobener wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Bedeutung. Trotz der diversen Strukturveränderungen in einzelnen Teilbranchen in den vergangenen Jahren zeigt sich die maritime Wirtschaft robust und vor allem offen für neue Wege der wirtschaftlichen Wertschöpfung.“

„Wachstum und Wohlstand hängen in hohem Maße von der maritimen Wirtschaft ab. Die Konferenz zeigt eindrucksvoll, dass Mecklenburg-Vorpommern aufgrund der großen Innovationskraft der maritimen Branche deutschlandweit und global eine Vorreiterrolle einnehmen kann und gut für die Zukunft aufgestellt ist“, betonte Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der geschäftsführenden IHK zu Rostock und der IHKs in MV.

Nach einer Fachveranstaltung zum Thema „Neue Materialien für maritime Anwendungen“ und einem abendlichen Festempfang am Mittwoch, den 05. Juli, gaben auf der Konferenz am 06. Juli renommierte Referenten in vier Themenblöcken einen Überblick über die maritime Energie- und Klimawende, den maritimen Forschungsstandort Norddeutschland, Meerestechnik als innovativen Wachstumsmarkt sowie maritime Beschäftigungsperspektiven. Vertreterinnen und Vertreter maritimer Unternehmen, von Wissenschaft und Politik aus Norddeutschland und darüber hinaus tauschen sich zu aktuellen Trends und Potenzialen sowie zu konkreten Best Practice-Beispielen aus.

Für Jochen Schulte, Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums und maritimer Koordinator der Landesregierung, hat die Zukunftskonferenz eine herausgehobene Bedeutung. „Für eine tragfähige Zukunft unserer maritimen Wirtschaft müssen wir jetzt an die Möglichkeiten und Herausforderungen von morgen denken. Seit Februar dieses Jahres befinden wir uns deswegen in der Erstellung eines maritimen Zukunftskonzeptes. Parallel zur Erarbeitung des Zukunftskonzeptes haben wir im Juni einen maritimen Zukunftsbeirat berufen, der den Prozess der Erstellung des Konzeptes aktiv begleitet. Der Beirat setzt sich aus wichtigen Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlichster Bereiche der maritimen Wirtschaft zusammen und soll das Know-how der Akteure einbinden sowie die wirtschaftlichen Potenziale ermitteln und weiterentwickeln“, führte Staatssekretär Jochen Schulte weiter aus.

Besonders im Offshore-Bereich sehen Experten im Zusammenhang mit der Energiewende enorme Potenziale für Norddeutschland. „Im Jahr 2022 waren in Deutschland Offshore-Windenergieanlagen von rund 8,1 GW in Betrieb. Bis 2030 soll die Kapazität auf 30 GW erweitert werden. Mit dem Zugang zum Meer und den hohen Erzeugungskapazitäten von On- und Offshore-Windstrom sollte Mecklenburg-Vorpommern die Chance nutzen, eine grüne Wasserstoffindustrie aufzubauen, den Rohstoff vor Ort emissionsfrei zu produzieren, zu speichern, erzeugungsnah zu nutzen und damit regional Wertschöpfung zu generieren“, betont Dr. Lars Greitsch, Vorsitzender des Ausschusses Maritime Wirtschaft der IHKs in MV und Geschäftsführer der Mecklenburger Metallguss Waren GmbH.

Zur maritimen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zählen die Bereiche Schiff- und Bootsbau, maritime Zulieferindustrie, Schifffahrt und Häfen, Offshorewind, maritimer Tourismus, Fischerei, Marine und maritime Forschung/Lehre sowie maritime Verwaltung/Verbände.

In Mecklenburg-Vorpommern erwirtschafteten mehr als 2.000 Betriebe im maritimen Bereich mit mehr als 37.500 Beschäftigten im Jahr 2019 bei einem Umsatz von etwa 6,6 Milliarden Euro eine Wertschöpfung von 2,5 Milliarden Euro. Dies geht aus einer Studie der IHK zu Rostock hervor.

Preis der Wirtschaft in M-V vergeben

Meyer: Preisträger sind Beispiel der innovativen und erfolgreichen Unternehmerschaft im Land

Neubrandenburg – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat am Mittwoch in Neubrandenburg gemeinsam mit den Trägern des Preises die „Unternehmer/Unternehmerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 2023“ ausgezeichnet.

„Mecklenburg-Vorpommern hat eine Vielzahl erfolgreicher Unternehmen, die dazu beitragen, dass sich unser Land zu einem attraktiven Unternehmens-, Arbeits- und vor allem Lebensstandort entwickelt hat. Es ist wichtig, dass wir diese Erfolgsgeschichten würdigen und noch stärker in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Die Preisträger stehen beispielhaft für die innovative und erfolgreiche Unternehmerschaft mit ihren Mitarbeitenden. Sie alle zeigen, dass wir in Mecklenburg-Vorpommern eine lebendige und vielfältige Wirtschaft haben, die in der Lage ist, auch in schwierigen Zeiten Stand zu halten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Zur Preisverleihung waren rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gekommen. In diesem Jahr gab es acht Finalisten, vier Preisträger und einen Sonderpreisträger, die prämiert wurden (alle Finalisten und Preisträger im Überblick siehe unten). Der Preis wurde in diesem Jahr zum 15. Mal vergeben. Insgesamt sind 78 Bewerbungen und Nominierungen für den landesweiten Preis der Wirtschaft eingegangen.

Ausgelobt wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro, jeweils eine Urkunde und eine Stele aus der Werkstatt der Rostocker Designerin Anna Silberstein. Träger des Wettbewerbs sind das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, der Ostdeutsche Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die Landesarbeitsgemeinschaft der drei Industrie- und Handelskammern, die Arbeitsgemeinschaft der beiden Handwerkskammern sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern.

Preisträger und Finalisten „Unternehmer/Unternehmerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 2023“ im Überblick

Preisträger in der Kategorie „Unternehmerpersönlichkeit“

Hendrik Marossow, Geschäftsführer, Hüneke Neubrandenburg GmbH

Der Fachbetrieb für Gussasphaltverarbeitung im Bereich Straßenbau, Fußböden und Abdichtungen hat sich 1997 aus dem seit über 50 Jahren am Markt agierenden Unternehmen Hüneke Fahrbahnmarkierungen GmbH gegründet. Mit rund 40 Mitarbeitenden ist der Betrieb nach eigenen Angaben heute deutschlandweit tätig für Städte und Kommunen, Industrie- und Wohnungsbauunternehmen, Architekten und private Bauherren sowie internationale Projekte, wie beispielsweise in Polen, Niederlande, England, Frankreich und der Türkei.

Geschäftsführer Marossow ist zudem ehrenamtlich aktiv, unter anderem seit 13 Jahren im Vorstand und seit zehn Jahren als Präsident der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendungen e.V. in Bonn sowie als Vorsitzender der Gemeinschaft zur Förderung der fachlichen Fortbildung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e.V. in Mecklenburg-Vorpommern. „Besonders wertvoll ist das große Engagement des Unternehmens und vor allem des Geschäftsführers Hendrik Marossow im Bereich der Inklusion.

Bei der Hüneke Neubrandenburg GmbH sind mehrere Mitarbeitende mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen eingestellt und vollständig in das Team integriert. Mit überspeziellen Förderungen, kürzeren Arbeitszeiten und einem höheren Urlaubsanspruch gelingt es, die Kolleginnen und Kollegen in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Grone Bildungszentrum Neubrandenburg ermöglichst es geistig eingeschränkten Menschen, im Unternehmen Praktika zu absolvieren. Das ist ein beispielhaftes Engagement und verdient zu recht die Auszeichnung zur Unternehmerpersönlichkeit des Jahres“, sagte Meyer.

Finalisten Kategorie „Unternehmerpersönlichkeit“

Jörg Denecke, Pfiff Möbel GmbH, Gägelow (Landkreis Nordwestmecklenburg), Branche: Einzelhandel

Diana und Mirko Fortak, WTF Galvanotechnik GmbH & Co. KG, Kratzeburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) Branche: Metallbau

Preisträger in der Kategorie „Unternehmensentwicklung“

HygCen Germany GmbH, Dr. med. univ. Sebastian Werner, Schwerin, Branche: Gesundheitswirtschaft

Die HygCen Germany GmbH prüft und sichert die Qualität von Medizinprodukten, Desinfektionsmitteln und ähnlicher Produkte. Als akkreditiertes und anerkanntes Prüflabor wird gemäß europäischer (EN) und internationaler (ISO) Normen beziehungsweise Standards mit fundierter Methodik, gemäß aller gängigen Richtlinien und immer ohne Tierversuche getestet. Jährlich werden rund 4.000 Einzeltests für rund 650 internationale Kunden durchgeführt.

Das 1996 gegründete Unternehmen beschäftigt heute rund 70 Mitarbeitende. Seit rund fünf Jahren investiert die HygCen nach eigenen Angaben rund 200.000 Euro in moderne Laborgeräte. „Mensch sein heißt verantwortlich sein – so lautet das Leitmotiv des Unternehmens. Von Mitarbeitenden ausgewählte regionale Hilfsprojekte werden seitens des Unternehmens unterstützt, beispielsweise die tiergestützte Therapie mit Alpakas der Diakonie Grevesmühlen und die Schweriner Tafel. Das regionale Engagement in Verbindung mit attraktiven Arbeitsbedingungen hat erheblich dazu beigetragen, dass die HygCen Germany eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung vorweisen kann“, sagte Meyer.

Finalisten Unternehmensentwicklung

Günther Tausch, automation & software GmbH, Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), Branche: Dienstleistung

Tino Leipold, Bernsteinreiter-Gruppe, Bernsteinreiter Hirschburg GmbH, Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen), Branche: Tourismus

Preisträgerin in der Kategorie „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“

Karen Went, VETEC Zerspanungs- und Feinwerktechnik GmbH, Rostock, Branche: Metallverarbeitung

Die 1992 als Einzelunternehmen gegründete und 2012 in eine GmbH umgewandelte VETEC Zerspanungs- und Feinwerktechnik GmbH hat sich auf die Herstellung von komplexen mechanischen Einzelprodukten und Baugruppen spezialisiert. Seit dem Jahr 2009 ist der Betrieb in einer neu errichteten Produktionsstätte in Rostock-Schutow auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern tätig. Für die rund 35 Mitarbeitenden gibt es attraktive Arbeitsbedingungen. Unter anderem wurde eine „neue“ Normalschicht im Arbeitsablauf eingeführt, um beispielsweise jungen Eltern oder Pflegenden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Zudem wird darauf geachtet, dass Überstunden und Wochenendarbeitszeiten vermieden werden.

„Um frühzeitig Nachwuchskräfte für das Unternehmen zu sichern, engagiert sich die Geschäftsleitung stark bei der Berufsfrühorientierung von Schülern und bietet Maschinenbauingenieuren die Möglichkeit, ein Grundpraktikum im Unternehmen zu absolvieren. Zugleich werden Schülerfirmen durch Firmenveranstaltungen unterstützt. Das ist ein richtiger Weg, um die VETEC als potentiellen, attraktiven Arbeitgeber in das Bewusstsein junger Menschen zu bringen“, sagte Meyer.

Finalisten „Fachkräftesicherung und Familienfreundlichkeit“

Alfred Talke und Daniel Gutmann, Grimmener SpeziTrans & Service GmbH, Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen), Branche: Transport, Logistik

Ralf Pollmeier, Pollmeier Schnittholz GmbH & Co. KG, Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), Branche: Holzverarbeitung

Preisträgerin in der Kategorie „Nachhaltigkeit“

Caty Ost, feels Beach Club UG, Kühlungsborn (Landkreis Rostock), Branche: Hotellerie, Gastronomie und Wassersport

Das Kühlungsborner feels Club Beach Hotel, das seit dem Jahr 2022 die Nachhaltigkeitszertifizierung „Green Sign“ (Level 4 von 5) erhalten hat, hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltigen Urlaubsgenuss mit einer Kohlendioxid-Reduzierung anzubieten. So wurde der Hotelbetrieb analysiert, um die Klimaauswirkungen zu erheben. Im Ergebnis bietet die Unternehmerin mit ihren rund 15 Mitarbeitenden keine Buffets an, um möglichst wenig Lebensmittelabfälle zu produzieren. Zudem werden Produkte zum Mitnehmen nur in essbaren Verpackungen verstaut. Außerdem gibt es E-Bike- und E-Auto-Ladestationen, eine Solaranlage und eine Regenwasserzisterne für WC-Spülung und die Pflanzen.

„Nachhaltigkeit ist auch für die Urlaubenden in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend ein großes Thema. Im feels Club Beach Hotel wird dieser Gesellschaftstrend aufgegriffen und umgesetzt. Mit vielen Maßnahmen wird darauf geachtet, den CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten“, sagte Meyer.

Finalisten „Nachhaltigkeit“

Carsten Greve, ReformKontor GmbH & Co. KG, Zarrentin (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Branche: Lebensmittel

Michelle und Marcel Rost, LandDelikat Bio-Rösterei Michelle & Marcel Rost GbR, Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen), Branche: Lebensmittel

Sonderpreis 2023 „Altes Handwerk – neue Lösungen“

Sven Mierach, Backofenbau Parchim GmbH, Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Branche: Handwerk

Das seit 1874 bestehende Traditionsunternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Backöfen und vertreibt seine Produkte europaweit. Dabei wird von der Bodenplatte bis zum letzten Deckblech alles vor Ort in Parchim hergestellt. Die Öfen kommen sowohl in Handwerksbetrieben als auch in der Industrie zum Einsatz. Im Laufe der Jahre entwickelte die Backofenbau Parchim GmbH zunehmend automatisierte Backöfen, wie Tunnelöfen und mehretagige Öfen.

Neuestes Produkt ist ein Trommelkomposter für die thermische Zersetzung von Gartenabfällen. „Das Unternehmen Backofenbau Parchim zeigt exemplarisch, wie sich das traditionelle Handwerk weiterentwickelt zu einem hochmodernen Anbieter maßgeschneiderter Kundenlösungen. Ein Betrieb zwischen Tradition und Moderne, der das Beste aus beiden Welten zusammengeführt hat“, sagte Meyer.