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Neuaufstellung der polizeilichen IT-Infrastruktur

Schwerin – Nach dem Cyberangriff auf einen von der Landespolizei genutzten Server treibt das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern die vollständige Neuaufstellung der mobilen IT-Ausstattung der Polizei mit hoher Priorität voran. Der Vorfall wurde unmittelbar nach seinem Bekanntwerden technisch bewertet. Aus Sicherheitsgründen wurden die betroffenen dienstlichen Smartphones vorsorglich außer Betrieb genommen, um mögliche Risiken für polizeiliche Daten sowie für angebundene Systeme von Beginn an auszuschließen.

Im weiteren Verlauf der technischen Analyse wurde frühzeitig deutlich, dass eine schnelle Wiederinbetriebnahme einzelner Geräte oder eine punktuelle Reparatur bestehender Strukturen den Sicherheitsanforderungen an die polizeiliche IT nicht entsprochen hätte. Vor diesem Hintergrund wurde bewusst entschieden, auf kurzfristige Übergangslösungen zu verzichten. Stattdessen wird die mobile IT-Infrastruktur der Landespolizei umfassend neu aufgesetzt.

„Es geht nicht um punktuelle Anpassungen oder den Austausch einzelner Endgeräte. Ziel ist eine tragfähige und zukunftsfeste IT-Infrastruktur für die mobile polizeiliche Arbeit“, erklärt Innenminister Christian Pegel. „Dazu gehört die vollständige Überprüfung und Neuordnung der zugrundeliegenden Systeme, der Serverlandschaft und der Endgeräte ebenso wie aller Verwaltungs- und Sicherheitsprozesse. Umfangreiche Tests, mehrstufige Sicherheitsfreigaben sowie eine kontrollierte Inbetriebnahme sind dabei zwingender Bestandteil.“

Die neue IT-Struktur wird auf Basis einer detaillierten Auswertung des Vorfalls aufgebaut. Alle technischen Erkenntnisse und Prüfergebnisse fließen in die neue Systemarchitektur ein. Ziel ist es, ein klar strukturiertes und dauerhaft belastbares System zu schaffen, das ohne überholte Altstrukturen auskommt und den aktuellen sowie künftigen Anforderungen an Sicherheit und Stabilität gerecht wird. Dabei wird die Architektur nicht nur repariert, sondern neu gedacht.

Parallel dazu werden bestehende Sicherheits- und Kontrollprozesse überprüft und dort nachgeschärft, wo zusätzlicher Schutz erforderlich ist. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen nicht allein der aktuellen Neuaufstellung, sondern bilden auch die Grundlage für eine langfristige Stärkung der polizeilichen IT im Land.

Die Einsatzfähigkeit der Landespolizei war und ist während des gesamten Prozesses gewährleistet. Für die tägliche Arbeit stehen weiterhin die bewährten Kommunikations- und Arbeitsmittel zur Verfügung, die auch vor Einführung der dienstlichen Smartphones genutzt wurden und jederzeit parallel verfügbar waren. Einsatzabläufe wurden überprüft und angepasst, um den operativen Dienst uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.

Innenminister Christian Pegel betont: „Wir haben uns früh gegen schnelle Behelfslösungen entschieden. Maßstab für unser Handeln sind die Sicherheitsanforderungen, die wir an die Polizei selbst stellen. Unser Ziel ist eine mobile IT-Ausstattung, die nicht nur funktioniert, sondern dauerhaft sicher und belastbar ist. Nach derzeitigem Stand rechnen wir im weiteren Verlauf dieses Jahres mit der Rückkehr zu einer vollständig verfügbaren mobilen IT-Ausstattung.“

Unabhängig davon wird die IT-Sicherheitskompetenz innerhalb der Landespolizei weiter ausgebaut. Dazu gehören regelmäßige Schulungen, gezielte Sensibilisierungsmaßnahmen sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung technischer und organisatorischer Standards. Ziel ist es, technische Lösungen, klare Prozesse und Fachwissen dauerhaft miteinander zu verbinden.

Drese würdigt Arbeit der Selbsthilfekontaktstellen

Schwerin – Rund 700 Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig in Mecklenburg-Vorpommern. Unterstützung und Zugang erhalten diese in sogenannten Selbsthilfekontaktstellen. Sozialministerin Stefanie Drese besuchte am Donnerstag die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) in Schwerin und hatte einen Zuwendungsbescheid aus dem Bürgerfonds des Landes im Gepäck.

Halt finden, sich austauschen und neuen Mut schöpfen. Nicht mehr allein sein, mit seinen Herausforderungen, Krankheiten oder Problemen, auf Gleichgesinnte zu treffen und emotionale Unterstützung zu erfahren – all das sind gute Gründe, warum Betroffene sich dafür entscheiden, in einer Selbsthilfegruppe aktiv zu werden, hob Drese die Bedeutung, für die eigenen Anliegen Verantwortung zu übernehmen und sich selbst und anderen zu helfen, hervor.

Wichtig ist es nach Aussage der Ministerin, dass Selbsthilfegruppen professionelle Anlauf- und Beratungsstellen in der Region haben, um Selbsthilfe für jeden zugänglich im Gemeinwesen zu verankern. Deshalb fördere das Land Selbsthilfe- und Kontaktstellen. „Es freut mich sehr, dass wir mittlerweile neun dieser Anlaufstellen in MV haben, die in Wismar, Hagenow, Neustrelitz, Schwerin, Güstrow, Rostock, Neubrandenburg, Stralsund und Pasewalk angesiedelt sind“, betonte Drese bei ihrem Besuch in Schwerin.

„Damit alle Bürgerinnen und Bürger in den Räumen Selbsthilfe wahrnehmen können, müssen die Selbsthilfekontaktstellen barriereärmer werden“, so die Ministerin. „In der KISS Schwerin wird am dringendsten eine behindertengerechte Toilette benötigt“, verdeutlichte Drese.

In den fünf Gruppenräumen der KISS treffen sich derzeit etwa 70 Selbsthilfegruppen aus Schwerin und dem Umland. Darüber hinaus finden in der KISS öffentliche Veranstaltungen zu gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Themen statt.

Drese: „Durch die Landesförderung in Höhe von 40.000 Euro zur Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu den Sanitäranlagen wird allen interessierten und betroffenen Menschen ermöglicht, Selbsthilfeangebote wahrzunehmen, insbesondere auch all jenen, die auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind.“

Drese: Kostenexplosion muss gestoppt werden

Schwerin – Die erneut gestiegenen Eigenanteile für Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen zeigen nach Ansicht von Gesundheitsministerin Stefanie Drese die dringende Notwendigkeit einer großen und nachhaltigen Pflegereform. Dazu gehöre eine umfassende Umgestaltung der Sozialen Pflegeversicherung, die „unbedingt diese Kostendynamik bremsen und die Eigenanteile in Pflegeeinrichtungen begrenzen muss“, betonte Drese.

Vorschläge dazu lägen auf dem Tisch. Als Beispiele nannte Drese die regelhafte Dynamisierung von Leistungen z.B. in Anlehnung an die Inflationsentwicklung, der sogenannte Sockel-Spitze-Tausch, der die pflegebedingten Eigenanteile bei vollstationärer Unterbringung begrenzt, eine obligatorische Zusatzversicherung für die stationäre Versorgung oder die Herausnahme der Ausbildungsumlage aus der Vergütung der allgemeinen Pflegeleistungen. Aber auch die Prävention, sowie Beratung und Begleitung müssen nach Ansicht Dreses viel stärker in den Fokus genommen werden, um die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen hinauszuzögern und die Aufnahme in stationäre Pflegeheime zu vermeiden.

Drese verwies zudem darauf, dass die in den letzten Jahren stark gestiegenen Eigenanteile für Pflegebedürftige in den Pflegeheimen auch die Haushalte von Land und Kommunen in erheblicher Weise belasten. Immer mehr Pflegebedürftige nehmen ihr Recht wahr und beantragen Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege), um die Eigenanteile leisten zu können. So erhielten nach Angaben des Statistischen Landesamtes MV im Jahr 2022 9.490 Personen Hilfe zur Pflege. Im Jahr 2024 waren es bereits 12.620 Personen (davon der Großteil innerhalb von Einrichtungen).

Drese: „Das führt zu erheblichen Ausgabensteigerungen für Land und Landkreise bzw. kreisfreie Städte. So sind die Gesamtausgaben in Mecklenburg-Vorpommern bei der Hilfe zur Pflege von 2022 auf 2024 von 61,5 Millionen Euro auf 115,5 Millionen Euro gestiegen“, verdeutlichte Drese. Das Land übernimmt davon die Kosten in Höhe von 72 Prozent bei den kreisfreien Städten und in Höhe von rund 82 Prozent bei den Landkreisen. „Auch diese Kostenexplosion muss gestoppt werden“, sagte Drese.

Schwesig: Es ist der Einsatz vor Ort, der unsere Gesellschaft zusammenhält

Zarrentin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hob in ihrem Grußwort auf dem Neujahrsempfang der Stadt Zarrentin die Bedeutung des kommunalen Engagements hervor: „Es ist der Einsatz vor Ort, der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Überall gebe es Menschen, die sich für andere, für die Gemeinschaft stark machten.

Auch dank dieses kommunalen Engagements habe Zarrentin an Attraktivität gewonnen: „Der neue SchulCampus ist ein Schmuckstück. Wir haben damit gemeinsam ein großes Projekt gestemmt: mit 23 Millionen Euro Förderung des Landes, des Bundes und der Europäischen Union aus verschiedenen Bereichen.“ Auch die neue Schalsee-Kita, die im September eingeweiht wurde, habe das Land gefördert. Sie bedanke sich bei Bürgermeister Klaus Draeger und Landrat Stefan Sternberg für die gute Zusammenarbeit.

Mit Blick auf das kommende Jahr sagte sie: „Ich weiß, wie schwierig die Finanzlage vieler Kommunen in unserem Land ist. Mit den knapp 2 Milliarden Euro, die Mecklenburg-Vorpommern aus dem Sondervermögen Infrastruktur erhält, können Land und Kommunen gemeinsam in die Zukunft des Landes investieren. Wir verbessern die finanzielle Situation der Kommunen auch über den kommunalen Finanzausgleich. Davon profitiert Zarrentin ganz erheblich“, betonte die Ministerpräsidentin.

Am Ende der Rede erinnerte Schwesig: „Freiheit und Demokratie sind die Errungenschaften, die sich die Menschen in der DDR im Herbst 1989 erkämpft haben.“ Sie fügte an: „Gerade hier in der Region wissen die Menschen Freiheit zu schätzen. Und wenn wir heute an die kommenden Generationen denken, dann es ist unsere wichtigste gemeinsame Aufgabe, diese Werte zu bewahren. Damit auch unsere Kinder und Enkelkinder in Freiheit, Demokratie und in Frieden leben können.“

Symposium für „Digitale Staatsmodernisierung“

Schwerin – Das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern veranstaltete heute im Schloss Hasenwinkel ein Symposium für „Digitale Staatsmodernisierung“.

Wie kann der Staat bürgernäher werden und mit digitalen Methoden mehr entlasten? Wie kann die Handlungsfähigkeit im Fachkräftemangel erhalten bleiben? Wie kann der notwendige Kulturwandel in der staatlichen Verwaltung vorangetrieben werden? Und wie gelingt digitale Staatsmodernisierung im Zusammenspiel von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Symposiums.

Dr. Heiko Geue, Minister für Finanzen und Digitalisierung, betonte in seinem Vortrag: „Wichtig ist, dass wir mutig den Kulturwandel im Staat voranbringen. Unser Ziel ist, dass der Staat zunehmend entlastend und nicht so bürokratisch belastend wie in der Vergangenheit auftritt. Dass er bürgernäher wird. Dazu brauchen wir eine enge Partnerschaft mit den Kommunen und der digitalen Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpom-mern. Ein gutes Beispiel für die digitale Staatsmodernisierung ist der von Mecklenburg-Vorpommern entwickelte digitale Bauantrag, der in-zwischen von fast allen Bundesländern genutzt wird. So verstandene Digitalisierung ist für uns nicht nur das nächste Innovationsprojekt, sondern der Ausgangspunkt für den Paradigmenwechsel hin zur Staats-modernisierung.“

Im Anschluss an den Beitrag von Minister Dr. Geue hat Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank einen Impuls gegeben: „Staatsmodernisierung und Bürokratieentlastung bilden zwei Seiten derselben Medaille. Indem wir beides gemeinsam entschlossen und zielgerichtet vorantreiben, stärken wir Staat und Wirtschaft gleicher-maßen nachhaltig. Eine schnelle und effektive öffentliche Verwaltung wird zunehmend zum echten Standortfaktor.“

Anschließend gaben ausgewählte Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft Einblicke in ihre Perspektiven und Erfahrungen. Als Gastredner waren Prof. Dr. Kurt Sandkuhl (Universität Rostock), Torsten Hecht (Co-mIn), Christian Langbehn (u+i interact) und Welf Wustlich (Planet AI) vor Ort. Im Anschluss nutzen die Gäste die Gelegenheit zum fachlichen Netzwerkaustausch und Besichtigung der Infostände.

Konsequenzen aus unzureichender Quellenprüfung

Unzureichende Prüfung der Quellenzuordnung wird konsequent und transparent aufgearbeitet

Schwerin – Das Bildungsministerium hat den Sachverhalt der unzureichenden Prüfung der Quellenzuordnung durch die Aufgabenkommission – auch wenn es sich um einen einmaligen Vorfall handelt – intensiv geprüft, analysiert und zieht daraus Schlussfolgerungen:

  • Die Aufgabenkommission für das Fach Geschichte und Politische Bildung wird neu berufen.
  • In zukünftigen, vergleichbaren Prüfungsaufgaben werden nur noch Primärquellen verwendet, auch wenn Sekundärquellen zulässig sind.
  • Evaluation des Qualitätssicherungsprozesses unter besonderer Beachtung von fachdidaktischer und quellenkritischer Prüfung.
  • Berufung eines externen Gremiums für das Fach Geschichte und Politische Bildung zur abschließenden Qualitätskontrolle.

Die Einordnung der Quelle ist für die Bearbeitung der Prüfungsfrage von marginaler Bedeutung. Die unzureichende Quellenprüfung durch die Aufgabenkommission hatte somit weder Einfluss auf die Bearbeitung der Aufgaben durch die Prüflinge noch auf das Gesamtprüfungsergebnis. Die statistische Auswertung der Prüfungsleistungen aus dem Jahr 2025 ergab eine Leistungssteigerung um 0,5 Punkte gegenüber dem Vorjahr auf 8,5 Punkte. Die Schülerinnen und Schüler wurden nicht benachteiligt.

Das Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) entwickelt für ca. 22.000 Prüflinge in 48 Fächern insgesamt 354 Prüfungssätze. Die zentralen Abschlüsse umfassen die Allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife, die Mittlere Reife sowie die Berufsreife. Prüfungsaufgaben werden für den Haupttermin, den zentralen Nachschreibtermin und für die notwendige Ersatzprüfung entwickelt.

Die Aufgabenkommission für die Erstellung der zentralen Abschlussprüfungen setzt sich aus Lehrkräften, Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern zusammen. Darüber hinaus werden für jedes Fach Lehrkräfte eingebunden, um die finale Abituraufgabe noch einmal zu prüfen. Im Fach Geschichte und Politische Bildung wird die Aufgabenentwicklung durch die Universität Greifswald fachdidaktisch begleitet. Weder die Abteilungsleitungen noch die Hausspitze sind aufgrund der Verschwiegenheitspflicht in die Aufgabenerstellung oder die Kontrolle der Aufgaben eingebunden.

Bei der Aufgabenentwicklung durchlaufen alle Prüfungen einen mindestens fünfstufigen Qualitätssicherungsprozess, der zwei Jahre vor dem Prüfungstermin beginnt. Zu diesem Prozess gehören unter anderem eine fachinterne und eine fachfremde Prüfung. In den naturwissenschaftlichen Fächern sowie in Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch erfolgt die Aufgabenentwicklung unter Beteiligung aller 16 Bundesländer sowie mit universitärer fachdidaktischer Begleitung drei Jahre vor dem Prüfungstermin.

Genuss aus Westmecklenburg: „Manufaktur-Route“ wird erweitert

Berlin – Porzellan, Möbel, Schmuck oder kulinarische Spezialitäten – die „Manufaktur-Route Westmecklenburg“ macht erlebbar, wie viel Kreativität, Handwerkskunst und Genuss in der Region stecken. Nun soll sie weiterentwickelt werden. Dafür hat Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der Grünen Woche in Berlin einen LEADER-Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 242.800 Euro an den Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, übergeben. Die Mittel stammen zu 80 Prozent aus dem vom Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV verwalteten Titel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Den erforderlichen Kofinanzierungsanteil in Höhe von 20 Prozent trägt der Landkreis.

„Die ‚Manufaktur-Route Westmecklenburg‘ lädt Gäste und Einheimische ein, Werkstätten zu besuchen, mit Produzentinnen und Produzenten ins Gespräch zu kommen und regionale Qualität unmittelbar zu erleben. Sie ist keine klassische Route mit festen Öffnungszeiten oder vorgegebenem Ablauf, sondern ein offenes Erlebniskonzept. Sie verbindet ausgewählte Handwerks- und Manufakturbetriebe, die Besucherinnen und Besucher individuell und nach eigenen Interessen entdecken können. Die teilnehmenden Betriebe öffnen ihre Werkstätten, Ateliers und Produktionsräume für Gäste, geben Einblicke in ihre Arbeit und machen regionale Handwerkskunst direkt erlebbar. Interessierte können einzelne Stationen gezielt ansteuern oder mehrere Betriebe zu einer persönlichen Entdeckungsreise kombinieren. Ergänzend unterstützt die ‚Manufaktur-Route‘ die Orientierung durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Online-Informationen und geplante Netzwerktreffen – so entsteht ein wachsendes Angebot für alle, die Genuss, Handwerk und regionale Identität in Westmecklenburg authentisch erleben möchten“, erläuterte Minister Backhaus das Konzept.

Bereits heute verbindet die „Manufaktur-Route“ ausgewählte Handwerksbetriebe in Westmecklenburg. Das sind unter anderem

  • Galerie und Papierwerkstatt Kunstraum Testorf,
  • Palais Bülow, Pappmaché-Manufaktur und Besichtigungen, Ludwigslust
  • Erste Mecklenburgische Porzellanmanufaktur Kerstin Behrens, Sukow
  • Holzbildhauermeisterin Silke Krempien, Schwerin
  • Buchdruckmuseum Hans Hilmar Koch, Krakow am See
  • Landhaus Apmann, Modedesign, Thandorf
  • Metallgestaltung Michael Schimmel, Kalkhorst
  • Goertz Möbelmanufaktur, Wismar
  • Schmuck und Accessoirs aus Fischleder, Ramona Stelzer Design, Wismar
  • Schmiede Radsack, Stresdorf bei Gadebusch
  • Timkid Kindermöbel GmbH, Dömitz

Die „Manufaktur-Route“ wurde 2019 im Rahmen des Leitprojektes „Kulturlandschaftsrouten“ in der Metropolregion Hamburg als Ausflugsziel für Gäste und Einheimische entwickelt. In den kommenden zwei Jahren soll sie um weitere zehn bis 15 Betriebe erweitert werden, insbesondere aus dem Bereich des hochwertigen Genusses, etwa Brauereien, Käsereien oder Destillen.

Dadurch wird ermöglicht, dass die Umsetzung und weitere Vermarktung der „Manufaktur-Route“ über die Grenze eines LEADER-Gebietes hinaus gedacht wird und somit großräumiger im Bereich Westmecklenburg umgesetzt werden kann. Mit der aktuellen Zuwendung wird eine Personalstelle zur Projektkoordinierung und Weiterentwicklung der „Manufaktur-Route“ finanziert.

„Dieses Projekt steht beispielhaft für eine moderne, kooperative und zukunftsgerichtete Entwicklung unserer ländlichen Räume. Ziel ist es, regionale Produzenten besser zu vernetzen, als authentische Erlebnisorte weiterzuentwickeln und überregional zu vermarkten. An dem Vorhaben beteiligen sich die drei LEADER-Regionen Südwestmecklenburg, Warnow-Elde-Land und Mecklenburger Schaalseeregion mit jeweils 80.900 Euro. Dass diese Maßnahme als Kooperation zwischen den drei LEADER-Regionen umgesetzt wird, unterstreicht den Mehrwert gemeinsamer regionaler Strategien“, sagte der Minister.

Betriebe, die sich an der „Manufaktur-Route Westmecklenburg“ beteiligen möchten, können sich bei Projektkoordinatorin Angela Ispiryan vom Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin (0385/48939702, a.ispiryan@mecklenburg-schwerin.de) melden. Geplant sind unter anderem Netzwerktreffen. Außerdem werden die teilnehmenden Partner im Bereich Online-Marketing unterstützt.

Seit 2007 wurden dem Landkreis Ludwigslust-Parchim rund 444 Millionen Euro an Fördermitteln ausgezahlt, davon knapp 250 Millionen Euro für die Entwicklung des ländlichen Raums.

Land unterstützt Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur auf Usedom

Dr. Wolfgang Blank: „Leistungsfähige Straßen sichern Mobilität, stärken den Tourismus und schaffen Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region“

Insel Usedom – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute am Rande der Jubiläumsveranstaltung der Usedom Tourismus GmbH im Ostseebad Heringsdorf zwei Zuwendungsbescheide zur Stärkung der Verkehrs- und Tourismusinfrastruktur in der Region übergeben. Gefördert werden Maßnahmen der Gemeinde Ostseebad Zinnowitz sowie des Landkreises Vorpommern-Greifswald mit insgesamt rund vier Millionen Euro aus Landes- und Bundesmitteln.

„Eine leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur ist Grundvoraussetzung für erfolgreichen Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land. Gerade auf Usedom, wo Mobilität und Aufenthaltsqualität eng miteinander zusammenhängen, sind Investitionen in Straßen und attraktive Verkehrswege ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Region“, sagte Minister Dr. Blank.

Die Gemeinde Ostseebad Zinnowitz erhält für den kommunalen Anteil am zweiten Bauabschnitt des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Zinnowitz-West im Zuge der Bundesstraße 111 eine Förderung in Höhe von rund 310.000 Euro. Die Förderung der Maßnahme erfolgt im Rahmen der Kommunalen Straßenbauförderrichtlinie Mecklenburg-Vorpommern (KommStrabauFöRL M-V).

Vorgesehen ist der Ausbau der Nebenanlagen auf einer Länge von rund 300 Metern. Nördlich der Fahrbahn wird ein etwa 2,5 Meter breiter Geh- und Radweg errichtet, südlich ein Gehweg mit einer Breite von 1,25 bis 1,50 Metern. Zudem wird die Regenentwässerung erneuert und der Regenwasserkanal am Knotenpunkt B 111/Möskenweg erweitert. Der von der Gemeinde zu tragende Eigenanteil beläuft sich auf rund 135.000 Euro. Der Ausbau des zweiten Bauabschnitts der Ortsdurchfahrt Zinnowitz-West im Zuge der Bundesstraße 111 erfolgt im Rahmen einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Straßenbauamt Neustrelitz.

„Mit der Förderung verbessern wir die Verkehrsverhältnisse in Zinnowitz gezielt und nachhaltig – für Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie für Gäste. Gerade in einer touristisch stark frequentierten Region wie Usedom sind sichere, leistungsfähige und bedarfsgerechte Verkehrswege ein entscheidender Standortfaktor.“

Einen weiteren Zuwendungsbescheid über rund 3,68 Millionen Euro übergab Minister Dr. Blank an den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und dient der grundhaften Erneuerung der Kreisstraße Vorpommern-Greifswald 56 vom Kavelpass (ab Bundesstraße 197) bis zur Anbindung an die Landesstraße 31 bei Rubenow.

Mit dem Projekt, dessen Gesamtausgaben bei rund 6,13 Millionen Euro liegen, wird die Anbindung touristischer und gewerblicher Unternehmen verbessert und die Qualität der touristischen Infrastruktur nachhaltig gesteigert. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu stärken und die Rahmenbedingungen für zukunftsfähige Arbeitsplätze weiter zu verbessern.

„Gut ausgebaute Straßen sind mehr als komfortable Verkehrswege – sie sind bedeutsame Standortfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung der Region“, so Minister Dr. Blank. „Sie sichern Erreichbarkeit, erhöhen die Attraktivität des Tourismusstandortes und leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke.“