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Suchtpräventionstag: Drese setzt auf starke Prävention

Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie steigende Medienkonsumsucht

Güstrow – Zu ihrer Jahrestagung kamen am (heutigen) Mittwoch Suchtpräventionsfachkräfte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zu. Organisiert von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST MV) tauschten sie sich in Güstrow zu aktuellen Themen und Entwicklungen aus und wurden Präventionsprojekte vorgestellt. In ihrem Grußwort dankte Sozialministerin Stefanie Drese insbesondere der LAKOST als zentrale Fach- und Informationsstelle für die landesweite Koordinierung der Suchtprävention sowie den Suchtpräventionskräften für ihren täglichen Einsatz.

„Sie stehen selten im Rampenlicht. Oft sind Sie für Suchtbetroffene die letzte Rettung und tragen eine hohe Verantwortung. Ihre Arbeit ist unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Drese vor den anwesenden Fachkräften, Beraterinnen und Beratern.

Sucht sei kein individuelles Randproblem, sondern betreffe das gesamte soziale Umfeld. Laut aktuellem Suchthilfebericht des Landes suchten im Jahr 2024 rund 8.850 Menschen im Land Hilfe aufgrund eigener Suchterkrankungen. Besonders alarmierend sei, dass über 3.800 Kinder direkt von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen sind. „Diese Zahlen machen deutlich, dass Suchtprävention immer auch Kinderschutz ist“, so die Ministerin.

Drese unterstrich, dass Prävention frühzeitig ansetzen müsse – lange bevor sich problematisches Verhalten verfestigt. Ziel sei es, Menschen zu stärken, Orientierung zu geben und gesunde Lebensbedingungen zu schaffen. Dabei komme Vorbildern in Familie, Schule und Gesellschaft eine Schlüsselrolle zu.

Mit Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigte sich die Ministerin besorgt über neue Konsumtrends wie Vapes und E-Zigaretten sowie über die zunehmende Medienkonsumsucht. Bereits etwa ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen in Deutschland zeige ein riskantes Nutzungsverhalten in sozialen Medien, so Drese.

„Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Mecklenburg-Vorpommern auf eine langfristige Strategie“, verdeutlichte die Ministerin. „In der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention wurde die Suchtprävention als eines von vier zentralen Handlungsfeldern fest verankert. „Wir brauchen keinen kurzfristigen Aktionismus, sondern einen klaren, nachhaltigen Kurs“, erklärte Drese.

Ein wichtiger Baustein ist die verlässliche Förderung der LAKOST mit jährlich 355.000 Euro. Darüber hinaus wurden im Doppelhaushalt 2026/2027 zusätzliche 4 Millionen Euro für Gesundheitsförderung und Prävention bereitgestellt. Diese Mittel fließen gezielt in Programme vor Ort.

Besondere Fortschritte sieht Drese auch im Ausbau der Fachkräftebasis: In den Jahren 2024 und 2025 wurden bereits 50 zusätzliche Suchtpräventionsfachkräfte ausgebildet, eine weitere Schulung startet im Sommer.

Innovative Wege geht das Land zudem mit digitalen Angeboten wie dem Projekt DigiSucht, das niedrigschwellige Beratung per Video, Chat oder E-Mail ermöglicht. Gerade für junge Menschen und Bewohner ländlicher Regionen eröffnen sich dadurch neue Zugänge zur Hilfe.

Auch Projekte wie der mobile Escape-Room „Cannabis Alarm“ oder das Drug Checking zeigen nach Ansicht der Ministerin, wie moderne Präventionsarbeit aussehen kann. Die enge Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen – etwa durch Experten wie Dr. Gernot Rücker – stärke zusätzlich die Qualität der Maßnahmen.

„Wirksame Prävention entsteht vor Ort – in unseren Gemeinden, Schulen und Einrichtungen. Sie lebt vom Engagement der Menschen, die sie tragen“, so Drese abschließend.

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