Lichterfest markiert neues Internet-Zeitalter

Weitendorf – Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern, Stefan Sternberg, Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andrea Sielaff, Bürgermeisterin der Gemeinde Weitendorf, Thomas Murche, Technischer Vorstand der WEMAG und Martin Retzlaff, Geschäftsführer der WEMACOM Breitband GmbH, haben in Weitendorf das Glasfasernetz in Betrieb genommen.

Damit sind die technischen Voraussetzungen geschaffen worden, damit im Landkreis Ludwigslust-Parchim die ersten Kunden mit Lichtgeschwindigkeit im WEMAG-Glasfaser-Internet surfen können. Sobald die Endgeräte ausgeliefert wurden, gehen die etwa 150 Privat- und Geschäftskunden online. Aus diesem Anlass sind die Einwohner von Weitendorf zu einem Lichterfest eingeladen worden. Diese wurden seinerzeit gefeiert, wenn Gemeinden erstmals an das Stromnetz angeschlossen wurden.

„Das ist ein schöner Anlass, die alte Tradition des Lichterfests wiederaufleben zu lassen. Die Parallelen liegen meines Erachtens auf der Hand: So wichtig, wie damals der Anschluss ans Stromnetz für jeden Einzelnen war, so wichtig ist heute der Anschluss ans schnelle Internet. Beides steht für Fortschritt“, sagte Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung, und fügt hinzu: „Und auch im eigentlichen Wortsinn passt es: Wir bringen mit der hochmodernen Glasfasertechnologie Lichtwellenleiter und damit tatsächlich `Licht` als Medium für den Informationstransport via Datenleitung in die Gemeinden.“

„Kupfer war gestern. Mit der Glasfasertechnologie investieren wir in die Zukunft. Hochmoderne Leitungen ermöglichen ab 50 Megabit pro Sekunde die Übertragung großer Datenmengen und bieten im Vergleich zu alten Kupferleitungen erhebliche Vorteile“, erklärte WEMAG-Vorstand Thomas Murche. Schnelle Datenübertragungsraten und eine geringe Störanfälligkeit seien nur zwei von vielen Vorzügen. Internetnutzer könnten nun bequem und ohne Ladehemmung Mediatheken, Online-Shopping und Streaming-Dienste nutzen. „Mit der Internetversorgung im ländlichen Raum betreiben wir auch ein Stück Daseinsvorsorge, von der die nächsten Generationen ebenfalls profitieren werden“, so Murche.

„Das Netz steht. Ich freue mich, dass wir dank der guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis und allen beteiligten Unternehmen die Bauarbeiten hier planmäßig abschließen können. Die Gemeinde Weitendorf ist die erste von über 25 Gemeinden im Landkreis, in der wir unser Glasfasernetz offiziell in Betrieb nehmen können“, sagte Martin Retzlaff, Geschäftsführer der WEMACOM Breitband GmbH.

„Ländlicher Raum und Gigabit – das passt sehr gut zusammen! Unternehmen und Freiberufler, die die Chancen der Digitalisierung erkannt haben, werden die Spitzenstellung zu nutzen wissen, die wir jetzt mit dem Glasfasernetz erreichen. Es geht nicht ,nur‘ darum, jederzeit sein eigenes Fernsehprogramm zusammenzustellen. Online-Weiterbildungsinitiativen unserer Volkshochschule schaffen Einblick in die neuen digitalen Möglichkeiten für jedermann. Auch für unser großes Digitalisierungsprojekt, Medienzukunft an Schulen‘ ist schnelles Internet von zentraler Bedeutung“, so Landrat Stefan Sternberg.

Im November 2017 hat die WEMACOM Breitband GmbH vom Landkreis Ludwigslust-Parchim den Zuschlag für den von Bund und Land geförderten Breitbandausbau in drei Gebieten erhalten. So bekommen verschiedene Gemeinden in der Region Zarrentin, Wittenburg und Stralendorf, in der Sternberger Seenlandschaft sowie im Raum Eldenburg, Lübz und Plau am See die Möglichkeit für einen Glasfaseranschluss. In den drei Clustern des Landkreises werden insgesamt 650 Kilometer Glasfaser-Trassen gebaut.

Die WEMACOM Breitband GmbH, die das Glasfaser-Netz betreibt, kann auf Branchenkenntnis und langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Mit einem Projekt dieser Größenordnung und Komplexität kann das Unternehmen Kunden gewinnen und sein Glasfaser-Netz ausbauen.

„Ich freue mich sehr darüber, dass unsere Gemeinde die erste im Landkreis Ludwigslust-Parchim ist, die nun endlich ans Glasfasernetz angeschlossen wird. Da ich viel mit dem Internet arbeite, freue ich mich auf die schnelle Datenübertragung. Aus meiner Sicht haben die Mitarbeiter des beauftragten Bauunternehmens eine wirklich gute Arbeit geleistet. Sie waren immer freundlich und haben kleine Beanstandungen schnell beseitigt“, betonte Andrea Sielaff, Bürgermeisterin der Gemeinde Weitendorf.

Die WEMAG erweitert mit der Erschließung dieses neuen Geschäftsfeldes ihr bestehendes Portfolio um Telekommunikationsdienstleistungen. Neben Strom und Erdgas vertreibt das Unternehmen nun auch Internet-, Telefon- und TV-Produkte an Privat- und Gewerbekunden in geförderten Gebieten. Kunden erhalten so Zugang zu verschiedenen Services aus einer Hand.

Hotspots in touristischen Regionen

Schwerin – Das Wirtschaftsministerium hat eine Studie für die Standortbestimmung von WLAN-Hotspots in Tourismusregionen von Mecklenburg-Vorpommern erstellt.

„Heute kein Internet in Regionen verfügbar zu haben, ist ein klarer Wettbewerbsnachteil. Mit dem geplanten Ausbau können wir unseren Gästen einen weiteren Service anbieten. Mit der Studie werden potentielle Standorte geprüft und eine Empfehlung für mögliche Standorte der WLAN-Hotspots vorgenommen. Diese sollen vorzugsweise im Binnenland, an Plätzen in Tourismusstädten, an touristisch stark nachgefragten Schlössern und Gutshäusern, an Wasserstraßen mit hoher touristischer Bedeutung sowie an touristischen Sehenswürdigkeiten mit Verweildauer liegen. Das Ziel der Studie ist es, die Orte zu identifizieren, welche am besten und ehesten einen Bedarf zur WLAN Versorgung aufweisen. 234 Standorte werden dabei in Betracht bezogen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Grundlage für die Ermittlung der Standorte waren touristisch relevante Orte. Danach erfolgte eine Auswahl nach räumlichen Kriterien (Tourismusentwicklungsräume), nach Tourismussegmenten gebildeten Kategorien und nach Räumen um Rad- und Wanderwege. Anschließend erfolgte die Priorisierung der Standorte durch die Regionalen Tourismusverbände.

„Insbesondere für Orte mit großem touristischen Publikumsverkehr, empfiehlt sich die Errichtung eines öffentlich zugänglichen WLAN-Netzes. Dieses soll als Ergänzung zu den bestehenden Mobilfunknetzen einen Internetzugang im Wesentlichen für die Datennutzung bereitstellen. Nutzer erhalten nach Verbindung mit dem WLAN über eine speziell eingerichtete Internetseite relevante Aufenthaltsinformationen, zum Beispiel Veranstaltungstermine, eine Übersicht über „Geführte Touren“ sowie aktuelle Hinweise zur Verkehrsinfrastruktur wie Baustellen und Umleitungen über ein zentrales System“, so Glawe weiter.

Das Standortgutachten für Hotspots in Tourismusregionen MV wurde durch die DEN GmbH Greifswald in Abstimmung mit dem Landestourismusverband (TMV) und Regionalen Tourismusverbänden erarbeitet. Die Kosten für die Studie belaufen sich auf rund 44.300 Euro. Gegenwärtig wird eine Europaweite Ausschreibung zur praktischen Umsetzung der Standortvorschläge erarbeitet.

Digital geleistete Unterschrift auf Meldeschein beim Hotel-Check-In möglich

Schwerin – Beim Einchecken z.B. in ein Hotel muss der Gast einen Meldeschein ausfüllen und die Angaben per Unterschrift bestätigen. Auch derjenige, der online gebucht hat, muss am Empfang die übermittelten Daten handschriftlich bestätigen. Die Unterschrift muss in Mecklenburg-Vorpommern jedoch nicht mehr zwingend auf Papier geleistet werden, sondern auch die digital geleistete Unterschrift beim Check-In z.B. auf einem Unterschriftenpad wird als handschriftlich anerkannt.

„Für die Hotels und Beherbergungsstätten, aber auch für den Gast ist dies eine Erleichterung und Zeitersparnis, gerade wenn die Anbieter in Kenntnis der Gästedaten durch die online-Buchung den Meldeschein im Vorhinein ausfüllen können. Bei der Anreise muss der Gast nur noch unterschreiben, dazu musste jedoch der Meldeschein bisher immer noch ausgedruckt werden“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Dies ist ein erster wichtiger Schritt für die Digitalisierung der Prozesse während des Gastaufenthalts.“

Das Ministerium für Inneres und Europa Mecklenburg-Vorpommern hatte mit Blick auf die digitale Abwicklung der Hotelmeldepflicht geprüft, ob die digitale Unterschrift auf einem elektronischen Unterschriftenpad für den Hotelmeldeschein das rechtliche Erfordernis nach einer handschriftlichen Unterschrift erfüllt. Dies wurde bejaht, so dass der digitalen Unterschrift auf elektronischen Unterschriftenpads für Hotelmeldescheine in Mecklenburg-Vorpommern nichts im Wege steht.

Die eigenhändige Unterschrift des Gastes ist aber weiterhin erforderlich. Mit einem Schreiben wurde den Landkreisen und kreisfreien Städten, IHKs und einschlägigen Verbänden die offizielle Freigabe für die digitale Unterschrift auf elektronischen Unterschriftenpads für Hotelmeldescheine in Mecklenburg-Vorpommern nun mitgeteilt.

Die bisherige Verfahrensweise, bei der den Gästen ein Meldeschein-Formular zum Ausfüllen und zur Unterschrift oder ein vorausgefülltes Meldeschein-Formular nur zur Unterschrift vorgelegt wird, ist selbstverständlich weiterhin möglich.

Plattform für digitale Hochschulbildung

Berlin – Die Europäische Kommission arbeitet an der „Einrichtung einer europäischen Plattform für digitale Hochschulbildung“, führt die Bundesregierung in ihrer Antwort aus. So soll der interoperable und datenschutzgrundverordnungskonforme Austausch von Studentendaten innerhalb Europas und insbesondere zwischen Europäischen Hochschulen ermöglichen werden. Gleichwohl befinde sich das Projekt in einem sehr frühen Stadium, weshalb man noch nicht von der tatsächlichen Einrichtung so einer Plattform sprechen könnte.

Aus Sicht der Bundesregierung ist die Relevanz des Themas jedoch dennoch groß. Eine Herstellung einer solchen Funktion stelle im hochschulübergreifenden administrativen Raum eine wesentliche Erfolgsbedingung für Studentenmobilität allgemein und damit auch für gemeinsame Studienprogramme dar.

Der Zeitraum 2019 bis 2020 sei von der Europäischen Kommission als Definitions-, Entwicklungs- und Testphase festgelegt worden, mit Start der neuen Erasmus+-Programmgeneration ab 2021 sollen Funktionen anwendbar sein, um sukzessive bis zum Jahr 2025 eine Verbindung bestehender Anwendungen realisieren zu können.

Mit Beginn der kommenden Erasmus+-Programmgeneration (2021 bis 2027) sollen digitale Komponenten der European Student Card Initiative und des Netzwerkes Erasmus Without Paper (EWP) schrittweise verpflichtend werden. Die Laufzeit des Projektes OpenU umfasst 36 Monate (Februar 2019 bis Februar 2022).

Durch die Digitalisierung biete sich die Möglichkeit, aus bestehenden Daten durch die Verknüpfung mit anderen Daten völlig neues Wissen zu erzeugen. Open Science und insbesondere Open Data seien dafür wichtige Ansätze. Aus Sicht der Bundesregierung seien international einheitliche Datenstandards, die dem FAIR-Prinzip folgen, sowie individuelle Lösungen, die international anschlussfähig sind, zentrale Elemente. FAIR-Prinzip beinhaltet, dass Daten auffindbar (findable), zugreifbar (accessible), interoperabel und wiederverwendbar (reusable) sein müssen.

Die Ziele des interoperablen und datenschutzgrundverordnungskonformen Austausch im Hochschulbereich würden auch explizit im Rahmen der jüngst veröffentlichten Digitalisierungsstrategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) weiterverfolgt.

EU-Gelder für öffentliche WLAN-Hotspots

Schwerin – 24 Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern konnten sich im zweiten Aufruf zum Programm „WiFi4EU“ der Europäischen Union durchsetzen. Sie erhalten nun Fördermittel in Höhe von je 15.000 Euro. Mit dem Geld können die Kommunen kostenlose Internet-Hotspots im öffentlichen Raum installieren. Eine Liste der beim zweiten Förderaufruf erfolgreichen Kommunen aus Mecklenburg-Vorpommern finden Sie anbei.

„Es freut mich sehr, dass mit den 24 Kommunen alle Landkreise und auch die Landeshauptstadt Schwerin von der Förderung profitieren. Sie können sich mit dieser Unterstützung aus Brüssel für Bewohner und Gäste gleichermaßen attraktiver aufstellen“, sagt Landesdigitalisierungsminister Christian Pegel.

Wie beim ersten Förderaufruf war der Andrang der Kommunen EU-weit groß: Mehr als 10.000 Kommunen hatten sich im Rahmen des Förderaufrufs vom 4. bis 5. April 2019 beworben. 3.400 von ihnen haben einen Gutschein erhalten. Insgesamt standen 51 Millionen Euro zur Verfügung. Davon gingen 7,65 Millionen Euro an Kommunen in Deutschland.

„Einen kostenfreien Internetzugang anbieten zu können, ist von großer Bedeutung für die Städte und Gemeinden im Land. Er ist nicht nur Ausdruck einer digitalen und vernetzten Informationsgesellschaft, sondern wichtiger Faktor der Wahrnehmung der Städte und Gemeinden als attraktiver Standort, sowohl für die Einwohner und ansässigen Unternehmen als auch für Touristen“, so der Minister.

Deshalb begrüße er, dass die Europäische Kommission noch in diesem Jahr einen weiteren Förderaufruf plant. Die eingegangenen Bewerbungen werden dabei nach dem Prinzip ‚Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘ bearbeitet. Christian Pegel appelliert an die Kommunen: „Beim jetzt abgeschlossenen Förderaufruf wurden laut EU-Angaben fast 98 Prozent der Gutscheine in den ersten 60 Sekunden des Förderaufrufs vergeben. Es lohnt sich also, bei der Bewerbung schnell zu sein. Nutzen Sie die Gelegenheit, kostenloses WLAN in Ihren Zentren mit finanzieller Unterstützung aus Brüssel einzurichten!“

Einen Termin für die ausstehenden Förderaufrufe gibt es noch nicht.

Breitbandversorgung in Gewerbe- und Mischgebieten

Parchim – In Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) soll die Breitbandversorgung in Gewerbe- und Mischgebieten ausgebaut werden. „Eine unzureichende Versorgung mit Breitband wird vor allem von Gewerbetreibenden in der Region bemängelt. Das ist nachvollziehbar, denn ohne Internet ist die alltägliche Arbeit vor allen Dingen auch für Firmen heute praktisch kaum umsetzbar. Entscheidend ist, dass nach Abschluss aller Maßnahmen möglichst keine weißen Flecken verbleiben. Das ist auch ein wichtiger Beitrag für eine erfolgreiche Strukturverbesserung vor Ort“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Unterstützt werden beim Ausbau der Breitbandversorgung das Gewerbegebiet Möderitzer Weg; das Gewerbegebiet Vietingshof und Umgebung; das Gewerbegebiet Flughafen sowie unversorgte Firmen im Ortsteil Slate und im Ortsteil Kiekindemark. „Immer mehr Menschen nutzen selbstverständlich das Internet. Es wachsen die Datenraten und daher muss auch die Bandbreite erweitert werden. Umgekehrt schaffen die größeren Bandbreiten auch neue Möglichkeiten der Nutzung. So werden Arbeitsabläufe und die Anforderungen an die technische Ausstattung in quasi jeder Branche verändert“, betonte Wirtschaftsminister Glawe weiter.

Die Ergebnisse aus einer Markterkundung zeigten, dass bislang ausschließlich Wohngebiete im Stadtzentrum und einzelne Randlagen der Stadt Parchim eigenwirtschaftlich von den verschiedenen Telekommunikationsunternehmen erschlossen werden. Auch seitens des Landkreises findet die Stadt Parchim in den Aufrufen für das Bundesförderprogramm keine Beachtung. „Um die unzureichende Breitbandversorgung für die unterversorgten Gewerbegebiete und umliegende Nachfrager zu verbessern, haben wir Unterstützung zugesagt“, betonte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf fünf Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ mit einem Zuschuss in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro.

DigitalPakt Schule gemeinsam umsetzen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Umsetzung des DigitalPaktes Schule Form an. Das Land, Landkreise und kreisfreie Städte, der Landkreistag, der Städte- und Gemeindetag und der Zweckverband elektronische Verwaltung haben sich auf eine abgestimmte und partnerschaftliche Zusammenarbeit verständigt. In Schwerin haben alle Partner für öffentliche Schulen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die die Einrichtung eines Lenkungsausschusses vorsieht. Mit der Landesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen hat Bildungsministerin Birgit Hesse heute ebenfalls eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit geschlossen.

„Die Digitalisierung in der Schule ist für uns alle Chance und Herausforderung zugleich“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Digitale Medien, Werkzeuge und Plattformen verändern Kommunikations- und Arbeitsabläufe. Aber sie eröffnen auch neue mediale Wirklichkeiten und machen neue Lernformen möglich. Ich freue mich darüber, dass alle Partner mit dem Land umfassend kooperieren und die Aufgaben und Lösungen aufeinander abstimmen wollen. Nur so können wir gewährleisten, dass an allen Schulen moderne Lernumgebungen geschaffen werden“, sagte Hesse.

Die Verteilung der Mittel aus dem DigitalPakt soll in einer Förderrichtlinie geregelt werden, die im Entwurf vorliegt. Danach erhalten die öffentlichen Schulen eine Förderung nach folgendem verabredeten Modell: Der jeweilige Betrag ergibt sich aus einer Kombination von Sockel und Schülersatz. Für Grundschulen beträgt der Sockel 40.000 Euro, für weiterführende allgemein bildende Schulen 50.000 Euro und für berufliche Schulen 75.000 Euro. Weitere Mittel werden nach der Schülerzahl verteilt. Maßgeblich für den Schülersatz in Höhe von 340 Euro ist die Schülerzahl des Schuljahres 2017/2018.

Auch die freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sollen Mittel des DigitalPaktes erhalten, wie aus dem Entwurf der Förderrichtlinie weiter hervorgeht. Der jeweilige schulbezogene Betrag ergibt sich ebenfalls aus einer Kombination von Sockel und Schülersatz. Alle Schulen erhalten einen Sockel in Höhe von 15.000 Euro. Weitere Mittel werden nach der Schülerzahl verteilt. Maßgeblich für den Schülersatz in Höhe von 395 Euro ist die vorläufige Schülerzahl des Schuljahres 2018/2019. „Ich nenne es ein gutes Signal, dass sich auch die freien Schulen bereiterklären, die Digitalisierung gemeinsam mit uns voranzubringen“, sagte die Ministerin.

Fördermittel für Digitalisierung

Priepert – Am 16. Mai 2019 übergibt Digitalisierungsminister Christian Pegel einen Zuwendungsbescheid an Manfred Giesenberg, Geschäftsführer des Unternehmens „Ascendi“ aus Priepert Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Fördermittel in Höhe von 19.800 Euro dienen der Digitalisierung des Unternehmens. Die Förderung wurde nach der Richtlinie zur Förderung der digitalen Transformation vergeben.

Das Kleinunternehmen stellt Haustürfüllungen aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder Aluminium her. Mit den Fördermitteln soll ein Haustüren-Konfigurators geschaffen werden, mit dessen Kunden online eine Übersicht über die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten erhalten können. Zugleich will das Unternehmen dadurch Erkenntnisse über Trends zu Produktentwicklungen gewinnen.

Außerdem werden die Fördermittel dazu beitragen, die unternehmensinternen Prozesse zu optimieren und weiter zu digitalisieren. So erhalten beispielsweise Kunden mit dem Anlegen neuer Dokumente automatisch eine Auftragsbestätigung.

Die digitale Transformation stellt potenzielle Gründer, Start-ups und insbesondere kleine und Kleinst- sowie mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern vor neue Herausforderungen. Um die Wirtschaft im Land auf dem Weg in die Digitalisierung zu begleiten und bei der zukunftsfähigen Aufstellung der Unternehmen zu helfen, hat das Energieministerium die Richtlinie zur Förderung der digitalen Transformation, kurz DigiTrans-Richtlinie, aufgelegt.

Fördermittel von bis zu 10.000 Euro und in Ausnahmefällen bis zu 50.000 Euro können Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten und entweder einem Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen Euro oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro beantragen. Unterstützung in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen gibt es für den Aufbau neuer, digitaler Geschäftsmodelle oder die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse. Außerdem sind Investitionen in die IT-Sicherheit und den Datenschutz zur Erhöhung des Digitalisierungsgrads förderbar.

Zurzeit liegen beim Landesförderinstitut bereits 44 Anträge auf Förderung im Rahmen der DigiTrans-Richtlinie vor. Anträge sind vor Beginn des Vorhabens beim Landesförderinstitut zu stellen. Die dafür notwendigen Unterlagen können auf der Internetseite des LFI heruntergeladen werden.

Bundesinnenministerium verharrt offenbar im vergangenen Jahrhundert

Schwerin – Die Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung meldet, dass das Bundesinnenministerium bei Hotelübernachtungen weiterhin auf einer handschriftlich in analoger Form zu leistenden Unterschrift auf Papier bestehe.

Dazu erklärt die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Susann Wippermann: „Das Bundesinnenministerium ist allem Anschein nach nicht nur bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit im falschen Jahr, sondern – was das Meldewesen anbelangt – sogar im falschen Jahrhundert. Die Aussage, man könne eine handschriftliche Unterschrift nicht digital leisten, ist zudem Unsinn. Der Bundesinnenminister sollte einmal ein Einwohnermeldeamt besuchen. Dort erfolgen die handschriftlichen Unterschriften für Pässe und Personalausweise nämlich längst in digitaler Form.

Noch mehr verwundert die Stellungnahme aus Berlin insofern, dass das Innenministerium M-V keine Bedenken hat, dass die Unterschrift bei Hotelübernachtungen in digitaler Form auf einem Pad erfolgen kann. Statt sich darüber aufzuregen, dass in Mecklenburg-Vorpommern das dringende Problem der Hotelmeldescheine sachorientiert angegangen wird, darf ich von einem Bundesinnenministerium doch wohl erwarten, dass es einen Vorschlag unterbreitet, wie die gesetzliche Grundlage an die Lebenswirklichkeit angepasst wird.

Das Beharren auf Regelungen aus dem vergangenen Jahrhundert nutzt am Ende niemandem. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Digitalisierung auch im Tourismus ankommt. Daran sollte nicht nur das Tourismusland Nummer Eins in Deutschland ein Interesse haben, sondern auch ein Bundesinnenminister Seehofer. Immerhin gehört auch sein Heimatland Bayern zur Spitzengruppe der deutschen Urlaubsdestinationen.

Der Meldeschein auf Papier sorgt dafür, dass wir in Deutschland pro Jahr ca. 750 Tonnen Papier benötigen, also gut 20 LKW-Ladungen, die von den Hotels zudem irgendwo gelagert werden müssen. Nach einer groben Schätzung könnte man bei 150 Millionen Meldezetteln jährlich auch gut fünf Millionen Arbeitsstunden einsparen – bzw. die Arbeitszeit könnte in besseren Service und mehr Qualität gesteckt werden, statt in einen längst von der Zeit überholten bürokratischen Vorgang.“

Digitalisierung in der Schule

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern setzt die Digitalisierung im Schulbereich nach einem abgestimmten Handlungskonzept um. Grundlage bildet die Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder in der Kultusministerkonferenz im Jahr 2016 verständigt haben. Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind, sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten. Über die Digitalisierung in der Schule haben heute auch die Abgeordneten im Bildungsausschuss des Landtags beraten.

„Mit dem Strategiepapier liegt ein bundesweit einheitlicher Handlungsrahmen vor, den wir in Mecklenburg-Vorpommern mit Leben füllen“, bekräftigte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Schülerinnen und Schüler brauchen eine moderne Lernumgebung, wenn wir sie darauf vorbereiten wollen, dass sie sich in einer digitalen Welt zurechtfinden und sich in ihr selbstbestimmt bewegen. Digitale Geräte können aber das Lernen nicht ersetzen. Deswegen gilt bei uns nach wie vor: Pädagogik vor Technik“, betonte Hesse.

Schritt für Schritt zur digitalen Schule

Grundlage:

  • Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, auf die sich die Länder im Dezember 2016 in der Kultusministerkonferenz verständigt haben. Damit liegt ein abgestimmtes Handlungskonzept vor, wie der digitale Wandel der Gesellschaft in die Lehr- und Lernprozesse im Bildungssystem integriert werden kann.
  • Alle Kinder, die im Sommer 2018 eingeschult wurden bzw. alle Jugendlichen, die in die Sekundarstufe I eingetreten sind, sollen in ihrer Schullaufbahn eine umfassende Medienbildung erhalten.

Unterricht:

  • Fächerübergreifender Rahmenplan „Digitale Kompetenzen“ ist zum Schuljahr 2018/2019 in Kraft getreten.
  • Schrittweise Überarbeitung der etwa 150 Rahmenpläne für Fächer der allgemein bildenden Schulen hat begonnen – Lerninhalte der digitalen Bildung sollen aufgenommen werden.
  • Einführung des neuen Unterrichtsfaches „Informatik und Medienbildung“ an allen weiterführenden Schulen (Jahrgangsstufe 5 bis 10) zum Schuljahr 2019/2020 geplant. Die Stundentafel wird entsprechend angepasst. Gleichzeitig werden die curricularen Vorgaben zum künftigen Rahmenplan „Informatik und Medienbildung“ an 21 Modellschulen erprobt.
  • Das E-Learning-Projekt „Handlungsorientiert Lernen Online“ (Haleo) an beruflichen Schulen wurde im Schuljahr 2018/2019 auf alle Kammerbezirke ausgeweitet. Die Erfahrungen des Projektes sollen in eine dauerhafte Lösung einfließen.

Bildungsmedien:

  • Das Unterrichtshilfenportal für Lehrkräfte mit digitalen Arbeitsblättern für die Fächer Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Mathematik, Englisch, Biologie, Chemie, Physik, Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Religion und Arbeit-Wirtschaft-Technik soll weiter ausgebaut werden.
  • Ein Team von Lehrkräften führt begleitende Fortbildungen für alle Lehrerinnen und Lehrer durch, die mit dem Portal arbeiten.
  • Das FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht stellt als Medieninstitut der Länder Filme und digitale Arbeitsmaterialien für den Schulunterricht bereit.

DigitalPakt Schule:

  • Mecklenburg-Vorpommern erwartet insgesamt rund 100 Millionen Euro aus dem DigitalPakt Schule über einen Zeitraum von fünf Jahren. Bis zum Ende dieser Wahlperiode, also bis Ende 2021, rechnet das Land mit ca. 70 Millionen Euro.
  • Alle staatlichen und privaten allgemein bildenden und beruflichen Schulen sollen nach einem bestimmten Verteilschlüssel profitieren. Die Mittel sind insbesondere für die notwendige technische Infrastruktur in den Schulgebäuden (Verkabelung, WLAN) und zum Ankauf von Smartboards und Lernplattformen vorgesehen. Diese Bundesmittel werden als Infrastrukturförderung gewährt, Klassensätze von Tablets sollen in der Regel nicht angekauft werden.
  • Schulen erarbeiten Medienbildungskonzepte nach einer Handreichung des Bildungsministeriums – die Medienbildungskonzepte sind Voraussetzung, um Mittel aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.
  • Schulträger erstellen Medienentwicklungspläne – Medienentwicklungspläne sind Voraussetzung, um Mittel aus dem DigitalPakt Schule zu erhalten.
  • Das Medienpädagogische Zentrum des Bildungsministeriums wurde personell erweitert. Mit sechs Regionalbeauftragten für Medienbildung steht jeder kreisfreien Stadt bzw. jedem Landkreis ein fester Ansprechpartner bei der Umsetzung des DigitalPaktes Schule zur Verfügung.
  • In fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt über 900 Teilnehmenden sind Schulleitungen, Schulträger staatlicher und privater Schulen und IT-Dienstleister über die Digitalisierung im Schulbereich informiert worden.
  • Das Land hat ein Netzwerk von 39 medienpädagogischen Multiplikatoren an den staatlichen und 10 medienpädagogischen Multiplikatoren an den privaten Schulen aufgebaut. Die Multiplikatoren unterstützen die Lehrerkollegien bei allen Fragen rund um die Umsetzung des DigitalPaktes und sollen Fortbildungen durchführen.

Aus- und Fortbildung:

  • Referendarinnen und Referendare erhalten während des Vorbereitungsdienstes eine zweitägige Einführung in die Medienbildung, die auch praktische Medienarbeit umfasst.
  • Das Bildungsministerium sichert überregionale und regionale Fortbildungen für Lehrkräfte ab. Neue Formate wie Online-Fortbildungen sollen erprobt werden. Grundlage ist ein neu aufgelegtes Fortbildungskonzept.
  • Die Sommer- und Winterakademien des IQ M-V widmen sich dem Thema „Bildung in der digitalen Welt“.
  • An der Universität Greifswald und an der Universität Rostock soll jeweils eine Professur für Medienpädagogik eingerichtet werden, um die Vermittlung fachdidaktischer Kompetenzen in der Lehramtsausbildung in diesem Bereich zu stärken.

Schulverwaltung:

  • Die Schulverwaltung des Landes als gemeinsame Einrichtung und der Schulträger soll technisch ebenfalls zeitgemäß aufgestellt werden.
  • Eine Projektgruppe hat unter Beteiligung der kommunalen Ebene die Arbeit für ein „Integriertes Schulmanagementsystem“ (ISY M-V) aufgenommen. Ziel ist die Integration von unterschiedlicher Software in einer landeseinheitlichen Schulverwaltungssoftware (Schulstundenplaner, Klassenbuch, Notenbuch, Diagnostik, Lehrerpersonalverwaltung, Dienststellenverwaltung, Kommunikationsmittel für Schule und Eltern).
  • Die Online-Stellenbörse wurde als Karriereportal für den Schuldienst in Mecklenburg-Vorpommern (www.Lehrer-in-MV.de) neu aufgelegt. Über das Portal sind eine einfache und moderne Stellensuche sowie Bewerbungen per E-Mail an der Wunschschule möglich.

Mobile Navigation

Rostock – Auf dem Rostocker Universitätsplatz unmittelbar vor der Galerie „Rostocker Hof“ wurde heute von Universitäts-Rektor Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Wolfgang Isbarn, Behördenleiter des Landesamtes für innere Verwaltung, und Jan Wehnert, Abteilungsleiter Liegenschaftskataster, Geodatenmanagement, Gutachterausschuss im Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, der vierte öffentliche Kontrollpunkt für mobile Navigation in Mecklenburg-Vorpommern eingeweiht.

Navigationsfähige mobile Geräte verwenden unterschiedliche Verfahren der Standortbestimmung mit ebenso unterschiedlichen Genauigkeiten. Mit dem nunmehr vierten Kontrollpunkt für mobile Navigation in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich die Standortkoordinaten mobiler Geräte mit hochgenauen Koordinatenangaben des amtlichen Geoinformations- und Vermessungswesens des Landes Mecklenburg-Vorpommern überprüfen.

Die Bestimmung des eigenen Standortes mit einem mobilen Gerät wie dem Smartphone ist heute ein ganz alltäglicher Vorgang. Zahlreiche Apps wie Routenplaner, Wetter-Apps und Online-Kartendienste nutzen die Positionsbestimmung. Für einige Menschen ist die satellitengestützte Positionierung sogar zu einer Art Sport geworden: Beim „Geocaching“ suchen sie, unterstützt durch Handy oder Navigationsgerät, über vorgegebene Koordinaten und Wegebeschreibungen kleine Schätze. Bei allen Navigationsanwendungen taucht aber irgendwann die Frage nach der Genauigkeit des genutzten Gerätes auf.

Am Kontrollpunkt wurde eine Hinweistafel angebracht, die Angaben zu Geografische Koordinaten, Höhe und Bezugssystem sowie UTM-Koordinaten enthält.

Fördermittel für Breitbandausbau

Rostock – Landesdigitalisierungsminister Christian Pegel übergibt am 08. Mai 2019 einen Zuwendungsbescheid an Roland Methling, Oberbürgermeister der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, für den Breitbandausbau.

Die Fördermittel dienen dem Ausbau der digitalen Infrastruktur in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Dort werden im Rahmen des sechsten Förderaufrufs die Bereiche versorgt, die noch nicht mit schnellem Internet ausgetstattet sind. Derzeit können über 95 Prozent aller Haushalte in der Hanse- und Universitätsstadt über Breitbandanschlüsse mit Bandbreiten von mehr als 50 Megabit pro Sekunde verfügen.

Insgesamt stellen Bund und Land für das schnelle Internet in Rostock 34,4 Millionen Euro zur Verfügung. Der Bund finanziert den Ausbau mit ca. 17,2 Millionen Euro. Das Land unterstützt die Maßnahme mit Fördermitteln in Höhe von rund 13,8 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei etwa 3,4 Millionen Euro und kann aus Mitteln des Kommunalen Aufbaufonds gedeckt werden.

Das Vorhaben kommt knapp 2.800 Teilnehmern zugute.

Um die Bundesrepublik Deutschland mit zukunftsfähigen Breitbandnetzen zu versorgen, hat der Bund bisher mehr als 3,5 Milliarden Euro Fördermittel bereitgestellt. Die Förderung des Bundes beträgt dabei bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten eines Ausbauprojekts. Um den verbleibenden kommunalen Eigenanteil zu verringern, stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern ergänzend eine Kofinanzierung zum Breitbandausbau bereit. Der Eigenanteil der Landkreise beträgt grundsätzlich zehn Prozent. Dieser wird aus dem Kommunalen Aufbaufonds finanziert und belastet deshalb nicht die einzelnen Kommunen. Das Land finanziert diese Ausgaben des Kommunalen Aufbaufonds aus dem Sondervermögen „Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern“ vor.

Sämtliche 97 Projektgebiete, mit denen Mecklenburg-Vorpommern nahezu flächendeckend für den Breitbandausbau überplant worden ist, erhielten den Zuschlag von Bund und Land. Damit konnten mehr als 800 Millionen Euro Bundesmittel nach M-V geholt werden. Das Land wird aus dem Sondervermögen „Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern“ rund eine halbe Milliarde Euro als Kofinanzierung des Landes sowie für die Vorfinanzierung der kommunalen Eigenanteile beitragen. Damit stehen insgesamt ca. 1,3 Milliarden Euro für den Breitbandausbau zur Verfügung.

Bilanz „Last Minute-Aktion“ für Ausbildungsplätze in M-V

Schwerin – Die „Last Minute-Aktion“ für freie Ausbildungsplätze im Rahmen der Fachkräftekampagne Durchstarten in MV (durchstarten-in-mv.de) ist beendet worden.

„Mit unserer Aktion wurde deutlich, wo die Not im Land inzwischen mit am Größten ist. Besonders benötigt werden Auszubildende vor allem im Hotel- und Gastronomiebereich und auch im Einzelhandel, Lagerbereich und bei den Mechanikerberufen. Gastronomie, Industrie, Handel und Handwerk suchen dringend Azubis. Die laufende Konjunktur füllt die Auftragsbücher der Unternehmen. Wir müssen immer im Auge behalten, dass die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften entscheidend zum Geschäftserfolg dazu gehört“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe.

Die Last Minute-Aktion lief von Anfang bis Ende April. Innerhalb der Aktion konnten die Ausbildungssuchenden im Azubi-Atlas alle Firmen auswählen, die einen freien Ausbildungsplatz aktuell gemeldet hatten. Besonders gefragt sind Köche/innen; Restaurantfachleute; Hotelfachleute; Fachkräfte im Gastgewerbe; Hotelkaufleute; Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer; Fachlageristen und Fachkräfte Lagerlogistik sowie Mechatroniker; Anlagen-, Industrie-, Konstruktions-, Verfahrens- und Zerspanungsmechaniker.

310 Last Minute-Angebote waren im Azubi-Atlas für potentielle Auszubildende freigeschaltet. 160 Unternehmen haben innerhalb des vierwöchigen Zeitraumes mitgemacht. Rund 230 Bewerbungsformulare wurden seit Aktionsstart über die Kampagnen-Website durchstarten-in-mv.de versandt.

„Es geht darum, junge Menschen auf die Ausbildungs- und Arbeitsmarktmöglichkeiten in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Ziel ist es, Abiturienten, Studienabbrecher und auch leistungsschwächere Bewerber und Spätstarter noch stärker für eine Ausbildung zu begeistern. Hier liegt Potential“, machte Wirtschaftsminister Glawe weiter aufmerksam.

Ende April waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 6.200 Ausbildungsplätze (-4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) noch frei. Dem stehen rund 4.000 (-10,9 Prozent) unversorgte Bewerber gegenüber. „Es ist notwendig, weiter in kluge Fachkräftebindung und ein verstärktes Ausbildungsmarketing zu investieren. Fachkräftesicherung beginnt mit einer Ausbildung“, betonte Glawe weiter.

Die Internetseite von durchstarten-in-mv.de ist neu aufgebaut. Die Zielgruppen sind erweitert worden. Sie werden noch direkter über den Kampagnen-Internetauftritt und soziale Medien angesprochen, auf denen sie unterwegs sind. So bekommt jeder genau die auf seine Zielgruppe zugeschnittenen Informationen. Hierzu zählen Ausbildungsinteressierte (Schüler mit Abschluss Mittlere Reife; Schüler mit Abschluss Abitur sowie Studienabbrecher); Einflussnehmer (Eltern, Großeltern usw. sowie Wegbegleiter wie zum Beispiel Vereine, Ehrenämter, Lehrer usw.) und die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern.

Auf der Startseite durchstarten-in-mv.de gibt es einen neuen Zielgruppenfilter. Der gesamte Inhalt der Internetseite passt sich intuitiv der Zielgruppe an. Schüler und Studienaussteiger erhalten beispielsweise Beratungs- und Bewerbungstipps; Eltern bekommen Tipps für die Unterstützung der Kinder bei der Berufswahl und Unternehmen bekommen beispielsweise Informationen rund um das Azubimarketing, das bedeutet: „Jede Zielgruppe erhält die Informationen, die für sie relevant sind. Neu ist auch eine sogenannte Stärken- und Schwächen-Analyse. Diese ist besonders für Jugendliche gedacht, die noch keine Idee haben, was sie werden wollen. Am Ende stehen dann für den Jugendlichen Ausbildungsvorschläge“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Der auffällige rote Durchstarter-Button ist das markante Markenzeichen der Kampagne. Im Azubi-Atlas von „Durchstarten in MV“ sind derzeit rund 1.500 Unternehmen mit über 2.600 Ausbildungsangeboten in über 250 Berufen vertreten.

Das Wirtschaftsministerium und die Industrie- und Handelskammern in MV werben gemeinsam für die guten beruflichen Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Die Fachkräftekampagne (durchstarten-in-mv.de) wird vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern MV finanziert.

Flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk

Schwesig: Norddeutsche Regierungschefs wollen flächendeckenden Ausbau

Hamburg – Die Regierungschefs der norddeutschen Länder fordern eine flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk und schnellem Internet. Dies sei ein “wichtiges Element zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse“, heißt es in einem auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern heute auf der Nord-MPK in Hamburg getroffenen Beschluss.

„Wir brauchen überall schnelles Internet und verlässliche Mobilfunkverbindungen. Das ist wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Räume. Außerdem werden gute Netze benötigt, um die medizinische Notfallversorgung sicher zu stellen, Telearbeit zu ermöglichen und gleiche Bildungschancen zu schaffen“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig im Anschluss an die Konferenz.

In einem gemeinsamen Beschluss fordern die Regierungschefs den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien. „Deutschland steigt aus der Atomenergie aus. Dazu soll der Kohleausstieg kommen. Deshalb brauchen wir den verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien und der Netze. Da passiert uns auf Bundesebene zu wenig. Wir brauchen einen Plan, wie wir die Stromversorgung in Deutschland nach 2038 sicherstellen können“, sagte Schwesig.

Außerdem sprachen sich die Nord-Regierungschefs für mehr Tariflohn aus. „Wir bedauern, dass die Tarifbindung zurückgegangen ist. Der Norden wird nur mit guten Löhnen im Wettbewerb um Fachkräfte bestehen können“, so Schwesig.

Ein weiteres Thema der Konferenz war der Marineschiffbau. „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung den Überwasserschiffbau als verteidigungsindustrielle Schlüsseltechnologie einstufen will, so dass nationale Marineaufträge zukünftig nicht mehr europaweit ausgeschrieben werden müssen. Schiffe für die deutsche Marine können dann verstärkt im Norden gebaut werden. Der entsprechende Kabinettsbeschluss der Bundesregierung muss bald kommen. Das wäre bei uns im Land vor allem für die Werft in Wolgast wichtig“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Ein Jahr Digitale Agenda

Schwerin – Digitalisierungsminister Christian Pegel hat heute (30.4.2019) im Kabinett einen Zwischenbericht zum Umsetzungsstand der Digitalen Agenda für Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt, die die Landesregierung vor einem Jahr verabschiedet hat. Das Fazit des Ministers: „Wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Ein Jahr ist aber kurz im Hinblick auf die umfangreichen Prozesse, die wir im Zuge der digitalen Revolution in Bewegung setzen müssen. Wir haben vieles angestoßen, es ist aber auch noch viel zu tun. Zumal Digitalisierung niemals ein abgeschlossener Prozess sein wird.“

Der geförderte Breitbandausbau im Land hat Fahrt aufgenommen. „Am kommenden Donnerstag feiert auch der Landkreis Rostock offiziell den ersten Spatenstich. Damit hat dann in allen Landkreisen der Ausbau des Glasfasernetzes begonnen“, sagt Christian Pegel. Die Bewilligungszeiträume für die einzelnen Projekte enden je nach Projektbeginn zwischen 2019 und 2021.

Zur Daseinsvorsorge zählt die Landesregierung auch die flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk. „Nach Erfüllung der Versorgungsauflagen aus den Frequenzversteigerungen 2015 und den bevorstehenden Versteigerungen wird es weiterhin weiße Flecken in den Flächenländern geben. Dafür brauchen wir eine Lösung. Die Auflagen für die Mobilfunknetzbetreiber müssen auf 100 Prozent erhöht werden, und zwar 100 Prozent der Fläche“, fordert Christian Pegel im Namen der Landesregierung. Neben ihrem Einsatz dafür auf Bundesebene legt diese ein Förderprogramm mit zunächst 50 Millionen Euro auf zum Ausbau der Mobilfunkversorgung in Regionen, die wirtschaftlich nur schwer zu erschließen sind. „Dazu erarbeitet das Digitalisierungsministerium zurzeit die Richtlinien“, so Christian Pegel.

Eine Aufgabe der Digitalen Agenda ist das Schaffen einer Internetplattform, über die Bürger und Unternehmen von jedem Ort und zu jeder Zeit online auf Verwaltungsdienstleistungen zugreifen können. „Sie wird noch in diesem Halbjahr unter dem Namen ,Serviceportal-MV‘ an den Start gehen“, kündigt Christian Pegel an. Zu den ersten Leistungen, die dort angeboten werden, zählen das Ausstellen von Geburts- und Sterbeurkunden, Gewerbean- und -abmeldung oder auch das Anmelden von Versammlungen.

„Dieses Portal ist ein Beispiel dafür, dass Digitalisierung nicht von heute auf morgen passiert. Wir haben mit dem Portal ein Haus gebaut und mit Hilfe erster Partner erste Möbel hineingestellt. Um das Haus fertig einzurichten, benötigen wir die Zuarbeit von immer mehr Städten, Gemeinden, Landkreisen, Zweckverbänden und kommunalen Unternehmen, die ihre eigenen Leistungen über unser Portal digital und zentral anbieten“, so Pegel.

Ein Schwerpunkt der Digitalen Agenda ist es, die vor allem kleinen und mittleren Unternehmen im Land bei der Digitalisierung zu unterstützen und die Voraussetzungen für eine lebendige Start-up-Szene zu schaffen. „Auch hier haben wir binnen eines Jahres ein ordentliches Stück geschafft“, so Christian Pegel. So wird das erste von sechs digitalen Innovationszentren im Juni in Stralsund seine Arbeit aufnehmen. Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Wismar und Schwerin werden voraussichtlich bis Ende 2019 folgen.

Neu ist das Programm zur Förderung der digitalen Transformation: Seit Oktober können Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen Zuschüsse zum Aufbau neuer, digitaler Geschäftsmodelle oder die Umstellung von analogen auf digitale Prozesse von bis zu 10.000 Euro, im Ausnahmefall bis zu 50.000 Euro, beantragen. „Neben den bisher vorliegenden Anträgen zeugen die zahlreichen Anfragen zu diesem Programm vom großen Interesse daran. Bei der Übergabe der ersten drei Bescheide an zwei Bau- und ein Tourismusunternehmen haben die Empfänger bestätigt, dass es keiner Millionenbeträge bedarf, um Digitalisierung in ihren Unternehmen in Gang zu setzen“, berichtet Christian Pegel.

Zurzeit erarbeitet die Landesregierung eine Förderrichtlinie für die Umsetzung des Digitalpakts Schule, in dessen Rahmen der Bund voraussichtlich 99 Millionen Euro für die technische Ausstattung der Schulen in M-V zur Verfügung stellt. „Diese Richtlinie liegt im Entwurf vor und wird zurzeit mit den zuständigen Gremien abgestimmt. Das Bildungsministerium hat bereits Anfang des Jahres in fünf Regionalkonferenzen mit insgesamt mehr als 900 Teilnehmern Schulleitungen und Schulträger von öffentlichen und freien Schulen sowie kommunalen IT-Dienstleistern das Förderverfahren erläutert. Sobald die Abstimmung der Richtlinie abgeschlossen ist, wird das Ministerium über das weitere Vorgehen informieren“, kündigt Christian Pegel an.

Viele weitere Punkte aus der Digitalen Agenda sind bereits umgesetzt oder auf der Zielgeraden. So ist die Kinderschutz-App des Sozialministeriums seit diesem Monat auf dessen Homepage abrufbar. „Aber auch hier zeigt sich: Digitalisierung ist kein Prozess mit einem Endpunkt, an dem wir sagen können: fertig, abgeschlossen. Die Kollegen im Sozialministerium werden diese App kontinuierlich weiterentwickeln, dabei immer wieder fachlichen Vorgaben und Nutzerbedürfnissen anpassen“, sagt Christian Pegel.