Backhaus: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben“

Insel Rügen – Eingriffe in die Natur, zum Beispiel im Zuge von Baumaßnahmen erfordern ökologische Ausgleichsflächen, um den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wieder herzustellen.

Für den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 sind auf der Insel Rügen Ersatzmaßnahmen auf bis zu 1.000 ha in einem Suchraum von 3.000 ha vorgesehen. Die Landwirte kritisieren insbesondere die damit verbundene Umwandlung von hochwertigen Ackerflächen in Grünland.

In Putbus auf der Insel Rügen traf sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, heute mit betroffenen Landwirten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Der Minister machte deutlich: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben. Die Böden auf Rügen gehören zu den ertragreichsten in ganz Deutschland. Der Norden der Bundesrepublik, insbesondere die Küstenstandorte, bieten mit ihren natürlichen Gegebenheiten und den klimatischen Bedingungen vorzügliche Voraussetzungen für einen guten und erfolgreichen Ackerbau.“

„Der Verlust ergiebiger Ackerflächen würde die betroffenen Landwirte vor große Herausforderungen stellen. Sie haben eine schwierige Aufbauphase mit hohen Investitionen hinter sich und sind stolz, moderne, leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe geschaffen zu haben, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Werden Flächen in großem Umfang entzogen, sind wirtschaftliche Existenzen bedroht, mit den entsprechenden Folgen für die Region“, sagte er weiter.

Damit verbunden sei eine große ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung, die sich auch im Landesraumentwicklungsprogramm wiederfindet. Darin heißt es, dass die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen ab einer Bodenwertzahl 50 nicht in andere Nutzungen umgewandelt soll. Auf diese Weise sollen für die Landwirtschaft bedeutsame Böden vor einer Umnutzung gesichert werden. Darüber hinaus soll in so genannten Vorbehaltsgebieten (> 40 Bodenpunkte) landwirtschaftlichen Produktionsfaktoren und – stätten ein besonderes Gewicht beigemessen werden. Dies ist bei der Abwägung mit anderen raumbedeutsamen Maßnahmen und Nutzungen zu berücksichtigen.

Gleichwohl wies Backhaus darauf hin, dass das aktuell diskutierte Kompensationskonzept einzig und allein durch die Nord Stream 2 AG zu verantworten sei. Auch habe das Land zu keiner Zeit als Auftraggeber fungiert, betonte Backhaus. Mit der Erarbeitung des Suchraumes beauftragte die Nord Stream 2 AG ein Planungsbüro. „Natürlich hat die Landgesellschaft Empfehlungen ausgesprochen. Die Vorschläge wurden von Nord Stream aus uns unbekannten Gründen jedoch nicht akzeptiert“, sagte Backhaus und reagierte damit auf einen Medienbericht der Ostseezeitung, in dem es heißt, die Landgesellschaft habe ihren Kunden schlecht beraten.

Backhaus stellte klar, dass ein Minister als Mitglied der Landesregierung Verantwortung für das ganze Land und wie in diesem Vorhaben auch energiepolitische Verantwortung für Deutschland und Europa trägt. Ein Interessenkonflikt aus seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Landgesellschaft ergebe sich nicht. „Es verbietet sich einem Aufsichtsratsvorsitzenden in das operative Geschäft einzugreifen, es sei denn, es wird zum Nachteil des Landes gehandelt. In diesem Fall ergibt sich der Konflikt allein aus meinem Amt als Landwirtschafts- und Umweltminister, der die Belange beider Seiten im Auge haben muss. Dieser Aufgabe stelle ich mich jeden Tag.“

„Die Lösung liegt für mich vor diesem Hintergrund in einem für alle Seiten vertretbarem Interessensausgleich auf freiwilliger Basis. Die Landgesellschaft ist Dienstleister im Bereich des Flächenmanagements und kann einen solchen fairen Ausgleich umsetzen. Dies hat sie bei verschiedenen Großprojekten, wie dem Bau der A20 oder der Ortsumgehung Plau am See bereits unter Beweis gestellt“, so der Minister.

Auch informierte Backhaus die Landwirte bei seinem Besuch auf Rügen darüber, dass er mit der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) in Gesprächen sei. Auch in Berlin zeige man sich bereit, nach Lösungen zu suchen. Geprüft werde, inwieweit durch die Heranziehung staatlicher Flächen die extreme Betroffenheit einzelner Landwirte auf mehrere Schultern zu verteilt werden kann.

Museumsfest im Arndt-Museum in Garz

Insel Rügen – Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, den 21. Mai 2017, öffnet das Ernst-Moritz-Arndt-Museum von 10 bis 17 Uhr seine Türen. Mit einem Museumsfest feiert das Arndt-Museum, das zugleich das älteste Museum der Insel Rügen ist, an diesem Tag sein 80jähriges Jubiläum mit einem feierlichen Programm.

Die Besucher erwartet eine spannende Spurensuche durch 80 Jahre Museumsgeschichte und die wechselvolle Sammlungshistorie und ist zum vielfältigen Entdecken, Lesen und kreativen Gestalten eingeladen.

Ebenfalls zu besichtigen ist die Sonderausstellung „Erdenraum und Himmelstraum“ mit Landschaftspastellen von Kalle Zangerl, die Arndts Naturlyrik malerisch zur Seite gestellt sind. In der „KunstWunderKammer“ lädt die Rügener Malerin Kerstin Langer zu künstlerischen Experimenten ein und beim Museumsquiz „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ begeben sich Kinder mit einer rätselhaften Box auf Entdeckertour.

Zeit zum gemütlichen Verweilen bietet sich auf der Museumsterrasse bei Kaffee und Kuchen.

Und noch eine weitere Besonderheit zeichnet das Jubiläum aus: Ein kleines Bäumchen wird am Museumstag der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um einen kleinen Eichenbaum, den die Museumsleiterin derzeit im Topf aufzieht und welcher demnächst auf dem Burgwall ausgepflanzt werden soll.

Die Geschichte dahinter: Nahe Arndts Geburtshaus gab es ein Eichen-Wäldchen genannt Lülo – Arndt hatte dort als Kind gern gespielt und später sein Wohnhaus in Bonn als Reminiszenz danach benannt.

Nach dem Unfalltod seines Sohnes 1834 ließ Arndt eine Eiche von Rügen auf das Familiengrab setzen, die bis heute dort steht. In Kooperation mit der „Gesellschaft der Freunde und Förderer des Alten Friedhofs in Bonn e.V.“ wurde aus einer Eichel ein Setzling gezogen, der zwischenzeitlich dem Museum übergeben wurde und der jetzt hier bis zu seiner Auspflanzung weiter gehegt und gepflegt wird.

Die Highlights im Überblick

11 Uhr: Jubiläumseröffnung
Festrede der Garzer Bürgermeisterin Gitta Gohla, Baumpräsentation und Sonderführung „Im Blickpunkt“ mit der Museumsleiterin und
10 – 17 Uhr: „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ – Museumsquiz für Kinder
10 – 17 Uhr: „KunstWunderKammer“ für Groß und Klein mit der Künstlerin Kerstin Langer
10 – 17 Uhr: Kaffee und Kuchen auf der Museumsterrasse

Der Eintritt ins Museum ist an diesem Festtag frei.

Erlebnispfad „De lütt Küst“ auf Hiddensee erklärt Küstendynamik

Insel Hiddensee – „Der erste Eindruck, den man von Hiddensee empfing, war der von Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit. Das gab ihm den grandiosen und furchtbaren Ernst unberührter Natur.“ (Gerhard Hauptmann)

„Heute ist die wirkliche Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit im digitalen Zeitalter kaum mehr möglich – was aber auf der Insel geblieben ist, seit den Lebzeiten des Künstlers ist die unberührte Natur und ihre Wirkung auf den Menschen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Vitte anlässlich der Eröffnung des Küstenerlebnispfades „De lütt Küst“. Hier wächst die größte zusammenhängende Küstendünenheide im deutschen Ostseeraum. Markant ragt der eiszeitliche Inselkern aus der Landschaft, der Dornbusch mit seinem Steilufer, Trockenrasen, Gebüschen und Wäldern. Die Anlandungsgebiete und Landschaft sind in ständiger Bewegung, hier ist die Dynamik der Küste spürbar und sichtbar.

So kennzeichnen die typischen Salzwiesen den Übergang vom Land zu den flachen Boddengewässern. Dieser Mix seltener Lebensräume kommt hier in räumlich begrenztem Miteinander vor und ist auch erlebbar. In dem gut mit Wegen erschlossen Nationalpark ist die Beobachtung auch seltener Tiere und Pflanzen möglich. So können wir Seeadler, Kreuzotter, Regenbrachvogel, Steinwälzer, aber auch Sonnentau, Glockenheide, Sandstrohblume, Stranddistel beobachten und finden, die hier keine Seltenheit sind.

„Es ist also kein Wunder, dass sich zwischen der Rostocker Heide und der Insel Hiddensee ein Hot Spot der Biologischen Vielfalt befindet. Das Ziel im Nationalpark ist und bleibt: Natur Natur sein lassen und diese Dynamik erlebbar machen“, hob der Minister in seiner Rede hervor. Nirgendwo sonst im Nationalpark sind Natur, Schutzgebiet und Menschen so eng beieinander. Die Nutzung und der Schutz sind so eng verflochten, zum einen durch den Besucherdruck, zum anderen durch Bebauungsdruck, durch das Pflegemanagement auf den Flächen und einfach dadurch, dass auf einer relativ kleinen Insel alles begrenzt ist. „Die Wege von Mensch zu Mensch sind kürzer und Auseinandersetzungen bei Interessenkonflikten unausweichlich. Das macht ein gutes Miteinander und ein Mehr an offenen Worten erforderlich“, sagte Dr. Backhaus.

In Zusammenarbeit mit den Akteuren des Hotspotprojektes unter Federführung des NABU MV ist an dieser Stelle ein attraktives Angebot für die kleinen und auch großen Gäste der Insel entstanden – eine Küstenlandschaft zum Anfassen, Spielen und Lernen in Mitten der “echten“ Küsten-Naturlandschaft. Natur zum Anfassen, ist hier das Motto.

Der erste Erlebnispfad eröffnete im Mai 2006 auf dem angerenzenden Freigelände, nun soll der Erlebnispfad Lütt Küst den alten Erlebnispfad ablösen. „Der NABU Mecklenburg-Vorpommern schafft mit seiner Maßnahme Bau des Lehrpfads „De lütt Küst“ ein Bildungs- und Erlebnisangebot für Jung und Alt auf der Insel Hiddensee. Deshalb haben wir die Maßnahme bei Gesamtkosten von 6,7 Mio. € gerne mit 300.000 € unterstützt“, so der Umweltminister.

Der Erlebnispfad „De lütt Küst“ nimmt Bezug auf die Prozesse der Küstendynamik und ermöglicht Kindern und Erwachsenen, das Zusammenspiel von Wind, Wellen und Sand mit eigenen Händen zu erforschen. Das mit der Planung und Bauleitung des Küstenerlebnispfades beauftragte Büro lud die Junior Ranger der Insel Hiddensee, die Hiddenseer Hechte, zu Beginn des Planungsprozesses ein, um ihre Ideen für einen Lehrpfad mit Spielplatzcharakter auszutauschen. Die Vorschläge der Inselkinder wurden aufgenommen und weiter verfolgt, wie zum Beispiel die Seilbahn und Klettermöglichkeiten. Deshalb lag es nahe, dass die Junior Ranger das Ergebnis auch zuerst testen durften. „Test bestanden“ war das Urteil der Kinder – das Beste, das die Macher des Projektes bekommen können. Am besten kam natürlich die Seilbahn an. Das neue Erlebnisangebot ist somit auch von Kindern für Kinder gemacht. Es lädt zum Bewegen, Entdecken und Spielen, zum Matschen, Toben und Lärm machen ein.

Backhaus besucht Unfallstelle am Kreidefelsen

„Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert!“

Insel Rügen – Vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls einer Touristin am 22. April 2017 an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund traf sich der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute mit Journalisten, um vor Ort über die Gefahren der Kreideküste und Möglichkeiten eines sicheren Naturerlebnisses zu informieren.

„Zunächst einmal möchte ich den Angehörigen mein Beileid aussprechen. Schicksalsschläge dieser Art sind schwer zu verkraften und nicht zu begreifen. Umso wichtiger ist es, dass wir uns heute hier versammelt haben, damit sich so etwas nicht wiederholt und die einzigartige Landschaft trotz allem erlebbar bleibt“, hob Minister Backhaus hervor.

Der Jasmund ist mit einer Fläche von 3.070 Hektar der kleinste Nationalpark Deutschlands. In weiten zusammenhängenden Buchenwäldern sind mehr als 100 Moore, zahlreiche Bäche und Quellen eingebettet. Das Motto „Natur Natur sein lassen“ gilt dort genauso wie an der Kreideküste und den vorgelagerten Strand- und Ostseebereichen. Im Jahr 2011 erkannte die UNESCO die besonders wertvollen Buchenwälder im Herzen des Nationalparks als UNESCO-Weltnaturerbe an, gemeinsam mit den wertvollsten Buchenwäldern Deutschlands und der Karpaten.

Dass die berühmten Kreidefelsen so weiß strahlen, hat einen wichtigen Grund. Die Küste befindet sich dort in ständiger Dynamik, Teile der Felsen rutschen immer wieder ab. Wasser, Wind, Wellen und Frost sind die Baumeister dieser bis zu 118 Metern aufragenden Kreidefelsen. „Diese Dynamik ungebremster Naturprozesse ist in Nationalparks gewollt und geschützt. Gleichzeitig sollen die Menschen die Naturschönheiten dieser besonderen Wildnis erleben dürfen“, so der Umweltminister.

Der Hochuferweg zählt zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands und ermöglicht das Erlebnis Kreideküste auf einer Länge von etwa 12 Kilometern. Immer wieder werden Blicke auf das Küstenpanorama frei.

Der jährliche mittlere Küstenrückgang von Jasmund beträgt ca. 25cm. Seit Jahrtausenden ist die Küste den natürlichen Veränderungen ausgesetzt. Infolge des ständigen Küstenrückgangs und Küstenzerfalls besteht daher immer die Gefahr von Kliffabbrüchen und Hangrutschungen. „Bei Sturmfluten mit hohen Wasserständen kann es zur Unterspülung des Hangfußes kommen, wodurch das Kliff instabil wird. Aber auch Perioden mit starken Niederschlägen und Frost-Tau-Wechseln sowie eine rasche Schneeschmelze bewirken häufig die plötzliche Verlagerung von Gesteinsmassen. Seltener sind Materialabstürze im Sommer durch Austrocknung bedingt. Kliffabbrüche können einen Aufenthalt im Bereich des Steilufers lebensgefährlich machen“, macht der Minister die Gefahrenlage deutlich.

Besondere Vorsicht ist bei schmalen Strandabschnitten mit steilen oder überhängenden Kliffs geboten! Hervorstehende Gesteinsblöcke und geneigte Bäume mit frei liegenden Wurzeln sind erste Anzeichen für Kliffinstabilität. An steilen bzw. unterspülten Kliffs mit Brandungshöhlen oder entlang von Rissen und Spalten ist infolge der Schwerkraft stets mit Blockstürzen zu rechnen. Wasseraustritte am Steilufer in Bereichen mit stark verformten Gesteinsschichten führen ebenfalls zur Verminderung der Standfestigkeit und sind oft Auslöser von Rutschungen.

Weiterhin ist zu beachten, dass es im Winter infolge von Frostsprengung zur Auflockerung des Gesteinsverbandes und zu Steinschlägen kommt.

Der Geologische Dienst führt seit 2006 ein Geogefahrenkataster zur Erfassung des Rutschungsinventars durch. An der Steilküste von Jasmund wurden bisher zirka 300 Rutschungsereignisse nachgewiesen. „Das macht sehr deutlich wie aktiv die Natur hier ist“, betont Umweltminister Backhaus.

Zu den Kliffabschnitten mit einer hohen Ereignisdichte gehört das Gebiet zwischen den Wissower Klinken und Tipper Ort, das Kieler und Kollicker Ufer, sowie das Kliff am Stubbenhörn.

„Wenn Abbrüche die Sicherheit des Weges gefährden, wird der Wegeverlauf durch die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung zurückverlegt. Im Nationalpark gilt das Wegegebot. Schilder warnen zusätzlich vor den Gefahren der Steilküste“, erläuterte Dr. Backhaus.

Dennoch gibt es immer wieder Besucher, die trotzdem abseits des Weges zu nahe an die Steilküste herantreten, häufig für ein besonderes Foto. Oft werden alte Wegverläufe nahe der Uferkante begangen und es wird außer Acht gelassen, dass die Kliffkante teilweise unterhöhlt ist.

Sichere Absperrungen lassen sich auf unsicherem Grund nicht errichten und werden zudem ebenfalls von einigen Besuchern ignoriert. Das Spazierengehen am Fuße der Klippen birgt die Gefahr, von herabstürzenden Kreidemassen, großen Steinen oder Bäumen getroffen zu werden. Deshalb wird Wanderern die Route auf dem Hochuferweg empfohlen.

Ein Abstieg zum Strand ist bei Sassnitz und etwa auf der Hälfte des Hochuferweges, am Kieler Bach, möglich.

„Der Nationalpark mit der berühmten Kreideküste soll für die Menschen erlebbar bleiben. Das erfordert einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit der Natur und auch einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit sich selbst. Ein gutes Foto ist ein Menschenleben nicht wert. Ich rufe alle dazu auf, die gekennzeichneten Wege zu nutzen und Respekt vor Naturgewalten zu haben“, wendet sich der Minister an alle Gäste und Einheimische des Landes.

Wirtschaftsgespräche zum Arbeitsmarkt

Insel Rügen – Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung haben am Freitag in Binz auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen über Schwerpunkte der Arbeitsmarktpolitik sowie Fachkräftesicherung diskutiert. „Mecklenburg-Vorpommern kommt sowohl wirtschaftlich als auch auf dem Arbeitsmarkt weiter voran. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Neben der Gewinnung von Arbeitskräften ist es genauso wichtig, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Mitarbeiter in Unternehmen bleiben. Hierzu zählen attraktive Arbeitsplätze mit fairen Löhnen. Viele Unternehmen haben dies bereits erkannt. Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei, Beschäftigte durch Qualifizierung und Fortbildung an die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen heranzuführen. Wir erarbeiten gegenwertig ein Maßnahmepaket für die Arbeitsmarktförderung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag vor Ort. Der Zahl der Arbeitslosen ist in Mecklenburg-Vorpommern im März deutlich zurückgegangen. In diesem Monat waren 79.400 Menschen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord arbeitslos gemeldet. Das sind 11.500 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,6 Prozent.

In Vorpommern waren im Jahr 2004 bei der Bundesagentur für Arbeit rund 53.000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt registriert. Im Jahr 2016 waren dies rund 24.000 Arbeitslose. „Die Anzahl an Arbeitslosen hat sich mehr als halbiert. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, Menschen in Arbeit zu bringen. Wir haben noch eine Menge zu tun“, sagte Glawe. Es gibt regionale Unterschiede in Bezug auf die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir wollen eine umfassende und räumlich differenzierte Analyse der regionalen und sektoralen Arbeitsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern erstellen. Darauf aufbauend wird der Entwurf eines Maßnahmenpaketes zugunsten einer regionalspezifischen Arbeitsmarktförderung des Landes entwickelt“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Für die regionalspezifische Arbeitsmarktförderung des Landes stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 landesweit etwa 45 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium unterstützt von Arbeitslosigkeit betroffene Menschen und Familien bei der Arbeitsmarktintegration. „Für Langzeitarbeitslose ist es wichtig, die soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen. Mit der Bürgerarbeit wollen wir zusammen mit den Jobcentern in 2017 und 2018 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schaffen. So geben wir Menschen in der Grundsicherung wieder eine Perspektive. Davon sollen nicht nur gemeinnützige, sondern auch gewerbliche Unternehmen profitieren, ohne dass es zu Verdrängungseffekten kommt. Die Planungen laufen auf Hochtouren“, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe.

In der Zuwanderung von geflüchteten Menschen liegt die Chance, vakante Stellen in Unternehmen besetzen zu können. „Deswegen ist die Unterstützung für die Wirtschaft bei der Integration von Geflüchteten auf dem Arbeitsmarkt ein Anliegen meines Hauses. Unternehmer, die bereit sind, geflüchtete Menschen einzustellen, sollen Hilfe und Begleitung bekommen. Das Land und die Jobcenter werden Hand in Hand die ganzheitliche Betreuung von Arbeitgebern und Geflüchteten organisieren. Joblotsen sollen vor allem kompetente Berater und Betreuer von Arbeitgebern bei allen Fragen der Einstellung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen sein“, sagte Glawe.

Es wird nicht nur wegen des demografisch zurückgehenden Angebots an Arbeitskräften in Teilbereichen Engpässe bei Fachkräften geben. „Insbesondere weil die digital vernetzte Arbeitswelt durch komplexere und wissensbasierte Tätigkeiten gekennzeichnet ist, steigt die Nachfrage nach höheren Qualifikationen. Der demografische Wandel bedingt in Verbindung mit dem digitalen Strukturwandel im Zuge der Digitalisierung von Wirtschaft und Arbeit eine zunehmende Polarisierung von Arbeit. Das bedeutet unter anderem, dass sich Arbeit örtlich, zeitlich und qualitativ verändern wird. Dieser doppelte Strukturwandel führt zu steigenden Arbeitsplatzanforderungen. Das Wissen und der langjährige Erfahrungsschatz der Mitarbeiter sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Unternehmenserfolges. Qualifizierung ist der Schlüssel zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Glawe. Der Minister machte auf die Qualifizierungsoffensive in Unternehmen aufmerksam. Das Wirtschaftsministerium unterstützt künftig die Weiterbildung der Beschäftigten des verarbeitenden Gewerbes und Teile des Handwerks. Die Offensive soll im Sommer dieses Jahres starten.

Der Minister dankte den Unternehmerinnen und Unternehmern vor Ort für ihr Engagement Vorpommern als Region wirtschaftlich weiter voranzubringen. „Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung ist die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt“, betonte Wirtschaftsminister Glawe. Eingeladen zu den Wirtschaftsgesprächen in Binz hatten die Fährhafen Sassnitz GmbH, die IHK zu Rostock, die Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern sowie der Unternehmerverband Vorpommern.

Sturmflutschäden – Förderzusagen für Kommunen auf der Insel Rügen

Insel Rügen – Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe hat am Freitag drei Fördermittelzusagen an Vertreter der Kommunen Sassnitz, Binz und Glowe (alle Insel Rügen) zur Beseitigung der Sturmflutschäden übergeben. „Rügen ist eine der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsziele in Deutschland. Durch den Sturm im Januar sind Teile der touristischen Infrastruktur auf der Insel zerstört worden. Mit den Fördermittelzusicherungen werden für die Kommunen die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, die Schäden in den Gemeinden auf der Insel Rügen zu beseitigen. Nach Beendigung der Baumaßnahmen können unsere Besucher die beeindruckende Vielfalt auf Deutschlands größter Insel wieder unbeschwert genießen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

In der Gemeinde Glowe sind am Badestrand vier Aufgänge durch das Sturmhochwasser beschädigt worden. Zwei der Strandaufgänge erhalten mit der Reparatur eine Rampe mit beidseitigem Geländer, die anderen Aufgänge werden mit einem Podest, Treppen und Geländer ausgestattet. „Glowe ist als staatlich anerkannter Erholungsort vor allem bei Naturliebhabern und Erholungssuchenden beliebt. Besonders das küstentypische Reizklima und die jodhaltiger Luft sind bei den Gästen beliebt. Damit Besucher und Anwohner Spaziergänge und Badespaß an dem kilometerlangen Sandstrand genießen können, werden die Strandaufgänge hergerichtet“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen knapp 50.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 45.000 Euro.

In der Stadt Sassnitz ist durch das Sturmhochwasser ein Teil der Zuwegung zum Nationalpark Jasmund im Bereich des Kurplatzes zerstört worden. Der Wanderweg verbindet unter anderem den Stadthafen mit dem UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder“. Neben der Wiederherstellung des Weges und der Erneuerung der Treppenanlage soll jetzt zusätzlich der Kurplatz touristisch aufgewertet werden. Unter anderem wird ein Trinkbrunnen gebaut unter Nutzung einer Sole- und Thermalquelle mit jod- und fluoridhaltiger Sole, die 1993 erschlossen wurde. „Die Kombination der regionalen Heilmittel von der Küste ist etwas ganz besonderes und führt zu einer Aufwertung der Region. Gleichzeitig soll der Bau des Trinkbrunnens dazu beitragen, die Stadt Sassnitz als Thermal- und Kreideheilbad zu etablieren“, sagte Tourismusminister Glawe.

Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen rund 1,5 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von 1,35 Millionen Euro.

Im Ostseebad Binz sind der Strand und der Kurplatz durch das Sturmhochwasser beschädigt worden. Zunächst werden die Treppenanlagen am Strand repariert. Auf dem Kurplatz sollen die Beete vor den Wandelgängen neu gepflastert werden. „Die weiteren Arbeiten am Kurplatz selbst beginnen nach Abschluss der Saison, um Gästen und Anwohnern den Besuch von Veranstaltungen, anliegenden Gastronomiebetrieben und Hotels weitgehend ungestört zu ermöglichen“, sagte Glawe. Die Gesamtkosten der geplanten Baumaßnahmen betragen mehr als 1,1 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium plant bei Vorlage aller Unterlagen eine Unterstützung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW) und des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund einer Million Euro.

Insgesamt hat das Land im Zusammenhang mit der Sturmflut einen Fonds in Höhe von 25 Millionen Euro zur Beseitigung von Schäden aufgelegt. Beim Wirtschaftsministerium haben bisher 13 Kommunen einen formgerechten Antrag auf Förderung aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gestellt. Die Gesamtkosten der beantragten Maßnahmen betragen 9,47 Millionen Euro.

Die Gärten des Klosters St. Jürgen vor Rambin

Insel Rügen – Von Bergen kommend, erkennt der Reisende schon aus einiger Entfernung auf der rechten Seite der B 96 das Klosterareal von St. Jürgen vor Rambin an seinem alten Baumbestand und den davon umgebenen Gebäuden. Gegen die umliegende offene, ackerbaulich genutzte Landschaft hebt sich der Klosterhof mit seinem dichten Gehölzbestand als abgeschlossener Gartenraum deutlich ab und die hochaufragenden Kronen der Linden- und Kastanienreihen der Grenzbepflanzung markieren eine klare Zäsur.

Nur wenigen ist jedoch bekannt, dass es sich hierbei um eine bis auf geringfügige Veränderungen erhaltene gärtnerische Anlage handelt, die im Zusammenhang mit einer Spital- und späteren Wohnnutzung in einzigartiger Weise eine jahrhundertealte Gartenkultur dokumentiert. Die kulturhistorische und gartendenkmalpflegerische Bedeutung der Anlage liegt in der Verbundenheit und Harmonie aneinander gefügter und unterschiedlichen funktionellen und ästhetischen Ansprüchen genügender Gartenräume wie Nutzgärten, Obstwiesen, Parkanlagen und Wohnbereich mit Schmuckplatz.

Die meisten Reisenden fahren jedoch vorbei, ohne dieses Gartenkunstwerk wahrzunehmen. Mir ist es auch jahrelang so ergangen, bis ich die Gelegenheit erhielt, mich näher mit der Geschichte der Klostergärten von Rambin zu beschäftigen, mich einzulassen und hierbei etwas vom einzigartigen Wesen dieses Ortes auf mich überging; eine Faszination, ein Zauber, eine Berührung, die wohl nur Anlagen mit der Kraft einer langen gärtnerischen Tradition ausstrahlen können, die so ganz unabhängig ist vom Wandel der Zeiten.

Die Stralsunder Akademie für Garten- und Landschaftskultur lädt herzlich ein zur Führung am 29. April 2017, 10.00 Uhr. Treffpunkt ist bei der Kapelle des Klosters in Rambin.

Die Teilnahme an der Führung kostet 5 Euro.

Gemeinsam gegen Meeresmüll: Backhaus besucht SEK-Küstenputz

Insel Rügen – Zu Gast beim „SonderEinsatzKommando Küstenputz“ war Umweltminister Dr. Till Backhaus in Altenkirchen auf der Insel Rügen. In diesem Projekt sammeln Schüler der Regionalen Schule „Windland“ seit 2009 regelmäßig Müll vom Strand der Halbinsel Wittow.

„Wenn man weiß, dass Zigarettenstummel ein bis fünf Jahre, Plastiktüten bis zu 20 Jahre, und Plastikflaschen sogar 450 Jahre erhalten bleiben können, wird deutlich, was wir der Natur mit unserem Müll antun! Das SEK Küstenputz macht auf dieses Problem aufmerksam und geht dagegen an. Die Schüler helfen bei der Reinigung unserer Strände und bei der Sammlung wissenschaftlicher Daten für unser Spülsaummonitoring, gleichzeitig lernen sie mehr über unsere Umwelt und entwickeln dafür ein besseres Bewusstsein“, so der Minister.

Auf der 4. Regionalberatung „Meeresmüll für die Umweltbildung“ tauschten sich Schüler und Lehrer mit Wissenschaftlern der Uni Hamburg, der Uni Oldenburg, dem Leibnitz-Institut Warnemünde, der Internationalen Naturschutzakademie Vilm und dem Ostseebüro des WWF in Stralsund zu aktuellen Forschungsergebnissen der Meeresbiologie aus und ließen sich zu Botschaftern in diesem Bereich ausbilden.

„So viel Engagement für die Umwelt ist nicht selbstverständlich und sollte noch mehr Nachahmer finden! Es ist wichtig, den Sinn für unsere einzigartige Natur früh zu schärfen. Denn man schützt nur, was man kennt und versteht“, würdigte Backhaus das pädagogische Konzept der Schule.

Auch versprach er, sich weiterhin für den Küstenschutz stark zu machen. Im September 2016 organisierten die Küstenunion Deutschland und das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV (LUNG) gemeinsam den ersten Landesaktionstag gegen Meeresmüll. Gleichwohl sammelt, quantifiziert und kategorisiert das LUNG in enger Kooperation mit verschiedenen Umweltverbänden und Institutionen des Landes den Strandmüll von 100 m langen Küstenabschnitten. Mittlerweile sind Daten von 30 Stränden vorhanden. Im Schnitt wurden rund 70 Müllteile pro 100 m Strandabschnitt gefunden. „Jedes Teil ist eins zu viel! Deshalb ist die Arbeit des SEK so wichtig“, sagte Backhaus.

Als beispielgebend bezeichnete er auch die Initiative des NABU in Sassnitz „Fishing for litter“, bei der Müll als Beifang von den Fischern gesammelt wird und anschließend an Land entsorgt wird.

Im Rahmen der Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie, der HELCOM und dem regionalen Aktionsplan Meeresmüll engagiert sich das Land auf vielen weiteren Ebenen: der BLANO-Fach-Arbeitsgruppe Abfälle im Meer, dem Runden Tisch Meeresmüll zur Maßnahmenentwicklung und Umsetzung und im Expertennetzwerk Marine Litter.

Rügen-Markt wieder in Thiessow und Lietzow

Insel Rügen – Ab Dienstag, dem 02. Mai, heisst es wieder „Rügen-Markt Dienstag, Donnerstag in Thiessow“. Doch das bekannte Rügen-Markt-Lied ist nicht auf dem neusten Stand.

Tatsächlich findet der Markt ab Mittwoch, dem 03. Mai, zusätzlich jeden Mittwoch am Strand von Lietzow statt.
Bis Ende Oktober herrscht nun an 3 Wochentagen jeweils 9 bis 16 Uhr reges Markttreiben auf der Insel. Von den mehr als 100 Produzenten und Kunsthandwerkern ziehen jeden Mittwoch ca. 70 an den Großen Jasmunder Bodden. Sie übertragen das bewährte Rügen-Markt-Motto „regional – köstlich – kunterbunt“ auf die idyllische Lietzower Strandpromenade.

Was 2007 als kleiner, aber feiner Markt an der Traditionsräucherei Lietzow begann, hatte sich in 10 Jahren zu einem der größten Touristenmagneten der Insel entwickelt. Zunächst noch abwechselnd in Thiessow und Lietzow, wurde der Hafen von Thiessow ab 2010 zum festen Domizil für den Rügen-Markt. 2016 begrüßte man dort an 52 Markttagen mehr als 200.000 Besucher. Der beschauliche Badeort im äußersten Zipfel der Halbinsel Mönchgut war an die Grenzen seiner Kapazität gestoßen.

Veranstalter Jürgen Kasüske suchte neue Lösungen zur Erweiterung. Beim Lietzower Bürgermeister Jürgen Böhnig stieß er auf offene Ohren. Dieser erinnert sich noch gut an das ehrliche Geschäftsverhältnis und die belebenden Auswirkungen des Marktes für den Ort. Gemeinsam planten sie die örtlichen Anpassungen.

Mit dem neuen Standort am Strand in Lietzow gewinnt der Rügen-Markt nicht nur eine atemberaubende Kulisse. Auch die Infrastruktur stimmt. So können Marktbesucher hier zusätzlich zu Auto, Bus und Fahrrad, auch die deutsche Bahn nutzen. Stündlich fahren Züge nach Bergen, Sassnitz und Binz.

Auf der Website www.Ruegen-Markt.de finden interessierte Urlauber bereits einen kleinen Überblick über die Vielfalt der angebotenen Kreationen und Spezialitäten. Doch das bunte Treiben auf dem Rügen-Markt tatsächlich erleben, kann man nur bei einem persönlichen Besuch vor Ort.

Anmeldestart für die 1. Sommerakademie für Kunst Rügen

Insel Rügen – Unter dem Motto „ Der Inspiration folgen, der Kunst Zeit und Raum geben“ können Teilnehmer vom 11. Bis 21. September 2017 bei der Sommerakademie für Kunst Rügen unter 7 Workshops in verschiedenen Bereichen der Bildenden Kunst wählen.

Die Sommerakademie eröffnet die Möglichkeit, kompakt an 10 Tagen an eigenen Kunstwerken zu arbeiten. Dabei bietet die Nordrügener Landschaft zwischen Himmel und Meer – rauen Steilküsten, erhabenen Buchenwäldern, weißem Sandstrand und kleinen Fischerdörfern Anregung und Inspiration. So verbindet sich Urlaub machen und kreativ sein.

Alle Dozenten sind gestandene Künstler mit einem umfangreichen Werk und viel Erfahrung. Die Kurse werden von einem vielfältigen Rahmenprogramm mit Konzerten Lesungen, Vorträgen und geführten Wanderungen begleitet.

Die Idee der Sommerakademie ist: kompakt viele Workshops parallel an einem Ort stattfinden zulassen, so dass eine campusartige Atmosphäre für Kreative entsteht, welche Kontakt und Inspiration über das eigene Schaffen hinaus erzeugt.

Kurse und Kursleiter

Fotografie Jana Mänz
Bildhaurei Stein Thomas K. Müller
Malerei Annette Gundermann
Keramik Claudia Hilliges
Grafik Anke Dziewulski und Antje Bartel
Kreatives Schreiben Cornelia Saxe
Zeichnen Dirk Richter

Sommerakademie für Kunst Rügen
Vom 11. Bis 21. September 2017
Künstlerischer Leiter: Thomas K. Müller
Organisation: Sabine Korneli
Ort: Hof Uhleck am Königsstuhl
Zur Uhleck 3
18551 Lohme OT Hagen
Kontakt: Sabine Korneli
Tel: 038302 711334
mobil: 01743206436
Mail: sabinekorneli@gmx.de
Infos und Anmeldung www.sommerakademie-rügen.de

Sara Pfrommer: DAS DING IM LICHT

Finissage am 6. Mai 2017 um 17 Uhr

Insel Rügen – Auf besonders schöne Weise machen die Werke von Sara Pfrommer den Unterschied zwischen Konzept und Können in der Kunst deutlich. Etwa die Windzeichnungen, die Ergebnis einer sorgsam vorbereiteten Versuchsanordnung sind, doch am Ende durch einen Windstoß entstehen. Oder das Video „Shift“, das den ausgestreckten Zeigefinger der Künstlerin in einem vom Wind bewegten Spiegel zeigt.

Am 6. Mai wird Sara Pfrommer noch einmal auf die Insel Rügen kommen und mit uns über ihre Arbeit sprechen. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein!

Während ihres Arbeitsaufenthaltes im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop im Mai 2015 entstand die Idee zum das „Passage-Video“, einer zentralen Arbeit der aktuellen Ausstellung. Darin filmte Sara Pfrommer einen runden Lichtschein, den sie langsam an einer in Wellen an die Wand montierten Papierbahn vorbeiführt.

Eine Hommage an die Insel Achill Island in der Irischen See ist das Video „Am Hang“. Dazu nimmt die Künstlerin die Kamera und uns mit in eine kreisförmige Begehung und führt dabei die Landschaft der kargen Insel als Panorama vor.

Zu sehen sind sechs Videoarbeiten und diverse Fotografien, die größtenteils in den vergangenen Jahren auf Achill Island entstanden sind. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, den die Kunsthalle Göppingen herausgegeben hat. Ebenfalls liegt ein Künstlerbuch zum Video „Passage“ vor, das auch als Vorzugsausgabe erhältlich ist.

Sara Pfrommer wurde 1980 in Mutlangen geboren. Sie hat an der Hochschule für Bildende Künste Dresden u. a. bei Monika Brandmeier studiert , deren Meisterschülerin sie war. Gaststudien führten sie u.a. an die Academy of Fine Arts Helsinki [FI] zu der Documenta-Teilnehmerin Eija-Liisa Ahtila. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Angler gefährden Verkehr auf neuer Rügenbrücke – Angelverbot unumgänglich

Stralsund – Aus Sicherheitsgründen kann das Angeln von der Nordwestseite des alten Rügendamms in Richtung Rügenbrücke zumindest in diesem Jahr nicht mehr geduldet werden. Im Laufe dieser Woche werden deshalb dort Angelverbotsschilder aufgestellt. Dies ist bis zur Errichtung einer baulichen Schutzvorrichtung erforderlich, um Verkehrsteilnehmer auf der parallel verlaufenden Rügenbrücke vor zu schwungvoll ausgeworfenen Angelhaken und -gewichten zu schützen.

Bereits seit 2010 werden Angler mit Hinweisen auf Schildern am Rügendamm sowie mit Informationsblättern zur Angelkarte darauf aufmerksam gemacht, dass sie beim Auswerfen der Angeln Verkehrsteilnehmer nicht gefährden dürfen und die benachbarte neue Rügenbrücke berücksichtigen müssen. „Der überwiegende Teil der Angelfreunde hält sich daran. Aber es gibt leider immer wieder schwarze Schafe, die dies nicht tun“, sagt Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamts Stralsund. Das führt dazu, dass die Mitarbeiter der zuständigen Straßenmeisterei bei den regelmäßigen Streckenkontrollen Angelhaken und Bleigewichte von der neuen Brücke sammeln. Nachdem nun ein Autofahrer moniert, sein Wagen sei von solch‘ einem Angelgewicht beschädigt worden, haben sich Landwirtschafts- und Verkehrsministerium gemeinschaftlich zu einem vorübergehenden Angelverbot auf der Nordwestseite des Damms entschlossen.

„Grundsätzlich ist das Angeln auf dem alten Rügendamm eine Sondernutzung, für die eine extra Erlaubnis beantragt werden muss. Bislang haben wir das Angeln auf dem Rügendamm jedoch auch ohne solche Extraerlaubnisse geduldet in dem Wissen, dass der Strelasund darunter ein hervorragendes Angelrevier und Mecklenburg-Vorpommern auch ein Land der Angler und Angelurlauber ist. Wenn aber das Verhalten einzelner Angler dazu führt, dass die Verkehrssicherheit gefährdet wird, sind wir gezwungen, Schutzmaßnahmen für die Rad-, Motorrad- und Autofahrer zu ergreifen“, begründet Verkehrsminister Christian Pegel die Entscheidung.

„Als passionierter Angler weiß ich, dass es keine Freude macht, auf ein beliebtes Angelrevier zu verzichten – wenn auch nur vorübergehend. Auch ist es bedauerlich, dass viele ausbaden müssen, was wenige verzapfen. Ich muss aber auch ganz klar sagen: Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf der Rügenbrücke hat Vorrang. Ich bitte daher um Verständnis, dass das Land entsprechende Maßnahmen ergreifen muss, um die offenbar vorhandene Gefahrenlage zu beseitigen“, sagt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus.

Beide Ministerien hatten sich 2010 darauf geeinigt, das Angeln auf dem Damm in der Herings- und Hornfischsaison vom 15. März bis 15. Juni jedes Jahres als eine Sondernutzung zu dulden. Ihre gemeinschaftlich verfassten Hinweise an die Angler enden stets mit der Warnung: „Soweit eine Gefährdung des Verkehrs nicht verhindert werden kann, muss das Angeln vom Rügendamm zukünftig verboten werden.“ Dass dies nun zumindest vorübergehend in die Tat umgesetzt werden muss, bedauern Till Backhaus und Christian Pegel vor allem für all‘ jene Angler, die sich an die Regeln halten.

Auf der Suche nach einer alternativen Lösung haben sich beide Häuser auf die Konstruktion einer Schutzvorrichtung auf der Nordwestseite verständigt. Diese soll die Angler am weiten Ausholen mit ihrer Angel hindern. „Diese Konstruktion muss geplant und beschafft werden, was sich nicht von heute auf morgen realisieren lässt. Sobald sie angebracht ist, werden wir das Angelverbot wieder aufheben“, kündigen die Minister gemeinschaftlich an.

Beim Landesanglerverband (LAV) Mecklenburg-Vorpommern trifft ihre Entscheidung auf Verständnis. „Wir setzen uns seit Jahren in Verhandlungen und Gesprächen vor Ort für den Erhalt dieses einzigartigen Angelerlebnisses ein. Aber da es leider immer wieder zu Zwischenfällen kommt, ausgelöst von einigen wenigen Anglern, ist diese vorübergehende Einschränkung für uns ganz klar nicht abzuwenden“, sagt LAV-Präsident Prof. Karl-Heinz Brillowski und fügt hinzu: „Es ist sehr bedauerlich, dass nun die Petrijünger, die sich an die Regeln halten – und das ist die große Mehrheit – für das Fehlverhalten einiger weniger die Konsequenzen mittragen müssen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt sind wichtig für die Mitglieder unseres Verbands und alle Angeltouristen im schönen Mecklenburg-Vorpommern.“

Auf Segways mobil über den Schulhof

Schüler „unter Strom“ an E.DIS-Projekttag an der Gingster Schule

Insel Rügen – „Ein Leben ohne Strom ist für mich unvorstellbar. Wie soll man dann kochen oder etwas aufladen? Und was wäre dann mit Licht oder Wärme?“, meint Leonie Kaulisch von der Gingster Schule. Gemeinsam mit ihren Mitschülern der Klassenstufe 7 verbrachte sie in der April-Projektwoche „Physik in unserem Alltag“ einen erlebnisreichen Tag mit den Fachleuten von der E.DIS AG.

An verschiedenen Stationen setzten sich die Schüler mit Energiethemen, Elektromobilität, aber auch Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Unternehmen auseinander. So gab es neben kurzen Vorträgen unter anderem einen Ergometer-Wettbewerb, ein Quiz, die Besichtigung eines Monteurfahrzeugs und einen Segway-Parcours. Und genau das war was für die Augen, Hände und Körper der Schüler. Sie bewiesen schnell gute Körperbeherrschung auf dem elektrisch angetriebenen Transportmittel, das mit nur zwei auf derselben Achse liegenden Rädern ausgestattet ist. Dazwischen steht die Person, die damit von A nach B fahren kann und durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance bleibt. Schnell hatten die Jungen und Mädchen den Dreh heraus und genossen die Mobilität auf dem Schulhof.

Daumen hoch für den E.DIS-Projekttag an der Schule Gingst. Das Segway-Fahren auf einem Parcours war eine der beliebten Stationen, meinen Stacy Schultz, Laura Stubbe, Michelle Schwarzer und Laura Appelbohm aus den beiden 7. Klassen. (v. l. n. r.) Foto @ M. Zabel

Die Siebtklässlerinnen Lea Winter und Lina Zibell schätzen ein, dass sie an den einzelnen Stationen viel gelernt, mitgenommen und Spaß gehabt haben. Es war informativ und es gab sehr anschauliches Material. „Uns haben das Segwayfahren und das Elektro-Auto besonders viel Spaß gemacht“, urteilen Sophie und Nina aus der 7a am Ende der fünf Stunde. Tatsächlich war diese Station das absolute Highlight bei den Gingster Schülern.

Aber auch an allen anderen Stationen wurde durch das E.DIS-Team großer Aufwand betrieben, um die Jugendlichen altersgerecht, anschaulich und praxisbezogen an die Problematik der modernen Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie heranzuführen, meint Projektleiter Tino Tittel. „Mir hat die Zusammenarbeit mit dem Team der E.DIS AG, unter Leitung von Ralf Günther, bei der Vorbereitung und Durchführung dieses Tages sehr gefallen. Die Mitarbeiter waren hochmotiviert, geduldig bei der Stationsbetreuung und immer freundlich. Es ist ein aktiver Tag zum Mitmachen, sehr kurzweilig und in jedem Fall für andere Schulen zu empfehlen.“

Ein großes Dankeschön geht an die E.DIS AG für den gelungenen Tag an unserer Schule sowie für die Spende über 600 Euro an den Schul-und Sportverein 09 Gingst e.V. Davon können nun weitere schulische Projekte finanziert werden. (Martina Zabel, Lehrerin an der Schule Gingst)

Binz lädt zur Woche der Bäderarchitektur ein

Beliebte Reihe wird am 1. Mai mit dem traditionellen Anbaden eingeläutet

Insel Rügen – Einen Blick in die Bädervillen von Binz gibt es für Gäste des Ostseebades vom 1. bis zum 7. Mai. Dann nämlich lädt die Kurverwaltung zur Woche der Bäderarchitektur in den mondänen Ort ein. In Binz finden sich unzählige Beispiele dieses Architekturstils, der streng genommen ein Mix aus Klassizismus, Neobarock und Jugendstil ist. Erker, Balkone und Veranden schmücken die Villen, die wie Perlen an einer Kette aufgereiht an der Strandpromenade alle Blicke auf sich ziehen.

Führungen zur Geschichte der Bäderarchitektur, Foto-Spaziergänge mit dem Titel „Binzer Villen im Abendlicht“ und Vorträge stehen auf während der Woche der Bäderarchitektur auf dem Programm. Darüber hinaus können sich Gäste im Besucherzentrum des Kleinbahnhofes beispielsweise die Ausstellung „Binzer Villen gestern und heute“ ansehen. Zudem gibt es am 5. und 6. Mai eine Klang- und Lichtinstallation am Kurplatz.

Zum Auftakt treffen sich Einheimische und Gäste am 1. Mai zum traditionellen Anbaden am Strand unterhalb des Kurplatzes. Das Programm ist unter www.binz.de zu finden. Unterkünfte vermittelt die Tourismuszentrale Rügen unter www.ruegen.de.