Erste Gemeindefusion nach Leitbildgesetz

Insel Rügen – Die Gemeinden Gager, Middelhagen und Ostseebad Thiessow (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben einen Gebietsänderungsvertrag geschlossen. Sie werden sich mit Wirkung zum 1. Januar 2018 als Rechtssubjekte auflösen und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Mönchgut“ zusammenschließen. Die Gebietsänderung und die Namensgenehmigung wurden jetzt im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben.

„Die Neubildung der Gemeinde Mönchgut als erster Gemeindezusammenschluss nach dem Gemeindeleitbildgesetz war vom ausdrücklichen Bürgerwillen getragen. In allen drei Gemeinden fand jeweils eine Bürgerbefragung statt, bei der sich eine deutliche Mehrheit für die Fusion ausgesprochen hatte. Dieser Erfolg sollte auch andere Gemeinden ermutigen“, sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Aus drei mach eins, so ist das Ergebnis nach dieser Fusion. Aufgaben werden künftig auf eine breite Schulter verteilt. Und Geld fließt auch noch in die neue Gemeindekasse.“ Nach dem Gemeinde-Leitbildgesetz zahlt das Land je wegfallender Gemeinde 200.000 Euro, also in diesem Fall insgesamt 400.000 Euro Fusionsprämie.

Innenminister Lorenz Caffier: „Nur in größeren und leistungsfähigeren Verwaltungsstrukturen können unsere Kommunen zukünftig ihre Aufgaben erfüllen. Ich kann die örtlichen Kommunalpolitiker nur ausdrücklich ermuntern, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Frage sinnvoller Gemeindestrukturen zu diskutieren und Fusionsgespräche aufzunehmen oder fortzuführen.“

Bei den unteren Rechtsaufsichtsbehörden sind für Fragen, die freiwillige Gemeindezusammenschlüsse oder das Zusammenführen von Verwaltungen betreffen, Koordinierungsstellen eingerichtet worden. Die dort tätigen Personen sind im Gebiet des jeweiligen Landkreises Ansprechpartner für diese Fragen. Sie beraten die Gemeinden bzw. Ämter und sie unterstützen die an Fusionsverhandlungen beteiligten Gemeinden auch bei der Beurteilung der strukturellen Zukunftsfähigkeit der beabsichtigten neuen Gemeindestruktur.

Land(auf)Schwung

Projekt „Konservenladen“ vom Hiddenseer Kutterfisch eröffnet

Insel Hiddensee – Am Freitag wurde in Vitte auf Hiddensee der erste Fischkonservenladen Hiddensees eröffnet. Das Projekt des Landwirts und Initiators Mathias Schilling wurde im Rahmen des Modellvorhabens Land(auf)Schwung gefördert. Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf 243.600 Euro, wovon insgesamt 146.100 Euro durch Bund und Land gefördert werden.

Von 2015 bis 2019 fördert der Bund die Umsetzung von Projekten im Rahmen von Land(auf)Schwung in der Modellregion Vorpommern-Greifswald zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung und Nahversorgung mit insgesamt 1,5 Mio. Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich als einziges Bundesland auch finanziell mit jährlich 50.000 € am Bundesvorhaben, das noch bis Ende 2019 läuft.

Der Fischkonservenladen stellt die Weiterentwicklung des Projekts “Hiddenseer Kutterfisch“ dar, welches 2016 abgeschlossen wurde. Die Erhaltung traditioneller Wirtschaftsformen wie der Weidewirtschaft, der Inselschäferei sowie der Küstenfischerei auf Hiddensee in Verbindung mit der Produktion handwerklich konservierter Fischprodukte in kreativ gestalteten Dosen ist die innovative Verbindung von Tradition und Moderne. Das Konzept ist in Deutschland einmalig. Mit dieser Initiative wird der Mehrzahl der noch aktiven Fischer auf Hiddensee, dem Fischfang der Region eine neue Perspektive, jenseits sinkender Fangquoten und fallender Erzeugerpreise, gegeben. Der küstennah gefangene Ostseehering wird zu hochwertigen Produkten in Konserven verarbeitet, die ihren Weg in die Metropolen antreten, aber auch in der Region selbst zu erwerben sind.

Dabei nutzen die Initiatoren bewusst den Netzwerkgedanken der Modellregion und kooperieren mit weiteren Produzenten, unter anderem der Gärtnerei Schnelles Grünzeug Grammendorf, Olaf Schnelle oder der Senfmühle Schlemmin, Ivonne Kostroß.

Viele Land(auf)Schwung Projekte präsentieren sich zudem mit ihren Produkten und Ideen auf der Internationalen Grünen Woche 2018 in der Länderhalle Mecklenburg-Vorpommerns. Dort werden auch der „Hiddenseer Kutterfisch“ mit kreativen Konserven zu finden sein.

„Etwas aus der Zeit“

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die KulturStiftung Rügen laden zur Lesung mit Gunter Lampe

Insel Rügen – Warum nicht Bilder einer Ausstellung mit Aufgeschriebenem und Vorgelesenem kombinieren? Am Sonnabend, 19. August 2017 um 16:00 Uhr findet in der Galerie des Landkreises Vorpommern-Rügen in der Orangerie Putbus eine Autorenlesung mit dem Stralsunder Autor Gunter Lampe statt. Zu einem nachdenklichen Nachmittag unter dem Titel „Etwas aus der Zeit“ laden die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Freundeskreis Rügen und die KulturStiftung Rügen ein.

Die Begrüßung erfolgt durch Kerstin Kassner, Vorstandsmitglied der KulturStiftung. Gäste der Lesung haben zugleich die Möglichkeit, einen Blick in die aktuelle Ausstellung der KulturStiftung Rügen „Manfred Zoller – welche Lichter und Schatten, Höhen und Tiefen“ zu werfen.

Gunter Lampe, Lyrikmeister MV 2006, veröffentlichte erste Texte im Jahr 1993 unter dem Titel „Morgens im Cafe“. Er ist nicht nur ein Freund der kurzen Reime, sondern jemand der genau hinschaut und hinhört, egal ob es Dinge und Menschen seiner unmittelbaren Umgebung sind oder des Weltgeschehens. Was durch seinen Kopf gegangen ist, erblickt die Welt des Öffentlichen neu als Wortspiel mit Hintersinn und kommt meist mit etwas Distanz daher.
Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Beseitigung von Sturmflutschäden

Wasser- und Bodenverband „Rügen“ erhält rund 18.000 EUR für die Beseitigung von Sturmflutschäden

Insel Rügen – Nach der Sturmflut „Axel“ Anfang Januar dieses Jahres hatte die Landesregierung für nachhaltige Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden an Hochwasserschutzanlagen, an öffentlichen touristischen Bauwerken und Stränden sowie an kommunalem Eigentum ressortübergreifend Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verfügbar gemacht.

Neben Gemeinden hatten auch einige Wasser- und Bodenverbände Anträge auf finanzielle Unterstützung für die Beseitigung der Sturmflutschäden gestellt, darunter der Wasser- und Bodenverband „Rügen“. Dieser erhält nun im Rahmen einer Projektförderung rund 18.000 Euro.

Durch die Sturmflut kam es an den Deichen Baabe und Tetzitz zu Deichausspülungen sowie zu Überflutungen der Deichkronen in mehreren Orten. Daneben wurden Mäh- und Räumgut in Gräben gespült, wovon Schöpfwerksbereiche mehrerer Schöpfwerke betroffen waren. Für die Beseitigung von Treibsel und Mähgut sowie das Öffnen und Schließen der Deiche, um das Wasser aus den Poldern abzuleiten, entstanden dem Verband Kosten, die durch die jetzt ausgereichten Fördermittel deutlich reduziert werden.

„Ich freue mich, dass neben den Gemeinden auch betroffene Wasser- und Bodenverbände in den Genuss der vom Land bereitgestellten finanziellen Mittel kommen“ sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Auch sie sollen nicht allein auf den unverschuldet entstandenen Kosten sitzen bleiben.“

Rügenkinder mit Regenjacke zur Wartburg

Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins machte dieses Jahr in Thüringen Station

Insel Rügen – Gingster Kinder und Jugendliche sind Rüganer und damit wettererprobt. Deshalb machte es ihnen nichts aus, mit Regenjacke bei Wind und Wetter die Wartburg zu erobern. Das war ein Programmpunkt bei der diesjährigen Sommerferienfahrt, die sie als Mitglieder oder Freunde des Gingster Schul- und Sportvereins unternahmen.

„Gemeinsam statt einsam“ nannten die Organisatorinnen Silke Luther und Christiane Tittel die Tour, die 20 Jungen und Mädchen mit dem Boddensegler-Bus nach Thüringen brachte. „Die Idee eines Sommercamps mit einem pädagogischen Ansatz kommt gut bei den Kindern und Eltern an“, erklärt Christiane Tittel. Ein Anliegen sei es, dass ausgewählte Selbst- und Sozialkompetenzen ausgeprägt und trainiert werden. Themen wie Freundschaft, Mobbing oder Versagensängste werden thematisiert. Arbeitsaufträge sind so verpackt, dass sie immer etwas Spannendes und Abenteuerliches beinhalten. Bewusst arbeite man dann in gemischten Teams an ganz unterschiedlichen Gruppenaufträgen. Daher passe es immer gut, dass sich Teilnehmer im Alter von 8 bis 15 Jahren anmelden und sich wie in einer großen Familie fühlen können.

Mit der Regenjacke zur Wartburg in Eisenach. Die Sommercamper des Gingster Schul- und Sportvereins besuchten Luthers Wirkungsstätte. Foto @ Silke Luther

Und dieses Training verbinden die beiden Lehrerinnen der Gingster Schule geschickt mit dem Kennenlernen von Land und Leuten anderer deutscher Kulturlandschaften. Thüringen wurde für diesen Sommer ausgewählt, nachdem die erste Fahrt 2016 in die Sächsische Schweiz führte. Die Wartburg in Eisenach war einer der Höhepunkte und zugleich ein Muss im 500. Jahr der Reformation, denn sie war ein wichtiger Aufenthaltsort des Reformators Martin Luther. Die Camp-Teilnehmer machten sich zudem auf den Weg zu den Saalfelder Feengrotten, besuchten den Erfurter Zoo und kühlten sich im Waldschwimmbad ab. „Der viele Regen war der Wermutstropfen der Ausflüge“, sagt Christiane Tittel, aber dem Unternehmungsgeist und der guten Laune tat das keinen Abbruch. Das lag auch an der Einsatzbereitschaft und den guten Ideen des Busfahrers Ondre Brüdgam vom Reisebusunternehmen Boddensegler in Marlow.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen förderte das Sommercamp des Gingster Schul- und Sportvereins und damit die Idee, dass jüngere und ältere Kinder mit einem gemeinsamen Auftrag die Insel verlassen, um an einem anderen Ort auch an Normen und Werten in der „Gruppe auf Zeit“ zu arbeiten. Das kommt auch bei den mitreisenden Jugendlichen gut an, denn sie planen sich schon für das kommende Jahr ein. „Wir sind wieder mit dabei“, rufen die beiden 15-Jährigen Hannah Koch und Marie-Louise Kirstein, als sich sie nach der 5-Tages-Reise von ihrer Gruppe verabschieden. (ANDRÉ FARIN)

Nach Fusion neuer Gemeindename „Mönchgut“ genehmigt

Insel Rügen – Die Gemeinden Gager, Middelhagen und Ostseebad Thiessow (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben einen Gebietsänderungsvertrag geschlossen. Sie werden sich mit Wirkung vom 1. Januar 2018 als Rechtssubjekte auflösen und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen „Mönchgut“ zusammenschließen. Gemäß Kommunalverfassung M-V hat das Ministerium für Inneres und Europa den neuen Gemeindenamen zu genehmigen.

Innenminister Lorenz Caffier: „Diese Gemeinden haben die Zeichen der Zeit erkannt. Nur in größeren und leistungsfähigeren Verwaltungsstrukturen können unsere Kommunen zukünftig ihre Aufgaben erfüllen. Ich kann die örtlichen Kommunalpolitiker nur ausdrücklich ermuntern, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Frage sinnvoller Gemeindestrukturen zu diskutieren und Fusionsgespräche aufzunehmen oder fortzuführen.“

Der Minister ermutigte die Gemeinden, die Möglichkeiten für freiwillige Fusionen nach dem Gemeindeleitbild-Gesetz zu nutzen. Bei den unteren Rechtsaufsichtsbehörden sind für Fragen, die freiwillige Gemeindezusammenschlüsse oder das Zusammenführen von Verwaltungen betreffen, Koordinierungsstellen eingerichtet worden. Die dort tätigen Personen sind im Gebiet des jeweiligen Landkreises Ansprechpartner für diese Fragen. Sie beraten die Gemeinden bzw. Ämter und sie unterstützen die an Fusionsverhandlungen beteiligten Gemeinden auch bei der Beurteilung der strukturellen Zukunftsfähigkeit der beabsichtigten neuen Gemeindestruktur.

Knapp vier Millionen Euro für Hafen Sassnitz

Insel Rügen – Infrastrukturminister Christian Pegel übergab auf der Insel Rügen einen Zuwendungsbescheid für Baumaßnahmen im Mukran Port an den Geschäftsführer der Fährhafen Sassnitz GmbH Harm Sievers.

Der Hafen plant die Errichtung eines Wellenbrechers in Form eines 145 Meter langen sogenannten Kastenfangedamms. An diesem soll im Notfall die Möglichkeit zum Anlegen von Schiffen bestehen. Zudem wird die vorhandene Schüttsteinmole (Wellenbrecher Süd) um 75 Meter verlängert. Des Weiteren sollen zur Kennzeichnung von Untiefen und der Hafenbefeuerung sogenannte Dalben, in den Hafengrund eingerammte Pfähle, errichtet werden.

Mit Hilfe der Maßnahmen soll insbesondere sogenannten Crew Transfer Vessels, kleinen Schiffen für Wartungseinsätze an den Offshore-Windparks, das sichere Liegen an den Liegeplätzen 1 und 1a auch bei schlechten Witterungsbedingungen ermöglicht werden.

Das Vorhaben wird mit rund 3,98 Mio. Euro aus Landes- und Bundesmitteln gefördert. Die Gesamtinvestitionssumme beträgt rund 4,42 Mio. Euro.

Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Straße in Göhren

Insel Rügen – Am Mittwoch (26.07.2017) übergibt Bauminister Christian Pegel eine Förderzusage über rund 225.000 Euro aus Mitteln der Städtebauförderung für den Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Straße und den Verbindungsweg in Göhren (Landkreis Vorpommern-Rügen) an Bürgermeister Wolfgang Pesker. Die Gesamtausgaben für das Vorhaben betragen ca. 626.000 Euro.

Im Zuge der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Ortskern“ plant die Gemeinde Göhren den Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Straße in zwei Bauabschnitten. Die Gerhart-Hauptmann-Straße beginnt an der Berliner Straße und erstreckt sich in nördlicher Richtung über eine Länge von 263 Metern bis zur Waldpromenade. Sie ist eine fußläufige Verbindung zur Regionalen Schule und zum Kindergarten sowie die Hauptzufahrt zum Altenpflegeheim und zur Großsporthalle.

Die mit Feldsteinen befestigte fünf Meter breite Fahrbahn weist zahlreiche Bodenwellen und Absackungen auf. Eine Oberflächenentwässerung und ein Gehweg sind nicht vorhanden.

Der erste Bauabschnitt beginnt an der Berliner Straße und endet nach ca. 75 Metern in Höhe des Verbindungswegs. Dieser Weg vereint die Feldstraße und die Gerhart-Hauptmann-Straße in west-östlicher Ausrichtung und erfüllt momentan die Funktion eines Gehwegs. Der zweite Bauabschnitt beginnt an dem von der Gerhart-Hauptmann-Straße abzweigenden Verbindungsweg und endet nach ca. 188 Metern an der Waldpromenade.

Mit dem grundhaften Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Straße und des Verbindungsweges werden die Verkehrsflächen neu geordnet. Dadurch wird der Verkehr sicherer. Sobald die Unebenheiten in der Fahrbahndecke beseitigt sind, nimmt die Lärmbelästigung für die Anwohner deutlich ab. Dadurch steigt die Lebensqualität der Anwohner.

Die Maßnahme soll im dritten Quartal 2017 beginnen und voraussichtlich im vierten Quartal 2018 fertig gestellt werden. Der Zweckverband plant im Vorfeld dieser Maßnahme die Abwasser-, Regenwasser- und Trinkwasserleitungen neu zu verlegen.

Tragischer Badeunfall in Sellin auf der Insel Rügen

Insel Rügen – Am 23.07.2017 gegen 12:30 Uhr teilte die Rettungsleitstelle dem Polizeipräsidium Neubrandenburg mit, dass es am Strand von Sellin zu einem Badeunfall gekommen ist. Ein 61-jähriger Urlauber aus Brandenburg begab sich in die Ostsee, und schwamm hinaus. Seine Ehefrau beobachtete ihn eine Zeit lang. Als sie plötzlich keinen Sichtkontakt mehr zu ihm hatte, verständigte sie umgehend die Rettungsschwimmer der DLRG.

Diese begaben sich sofort ins Wasser und suchten den 61-Jährigen. Etwa 30 Minuten später wurde der Mann leblos, im Wasser treibend, festgestellt und geborgen. Die Rettungskräfte begannen umgehend mit der Reanimation und verbrachten den Verunfallten an Land. Nach erfolgreicher Reanimation wurde er sofort mit dem Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung ins Klinikum Greifswald geflogen. Dort erlag der 61-Jährige jedoch gegen 14:20 Uhr seinen Verletzungen. Nach bisherigen Erkenntnissen wird von einem tragischen Badeunfall ausgegangen.

Ein Buch über Rügens erstes Seebad

Neuauflage einer besonderen Chronik erscheint im Sommer 2017

Insel Rügen – „Gefragt nach dem ältesten Seebad auf der Insel Rügen, denken viele an Binz. Warum auch nicht? Das Ostseebad hat spätestens mit dem nach der Wende von 1989 einsetzenden Bauboom nicht nur den ersten Rang im Bereich der Bettenzahlen, sondern bleibt nach wie vor der Ort, den fast jeder Tourist von heute einmal gesehen haben will, wenn er hier gewesen war. Da kann man sich fast nicht vorstellen, dass es vor 200 Jahren im Süden Rügens einen Ort gab, in dem eigentlich der Badetourismus Rügens begonnen hatte, nämlich in Lauterbach-Neuendorf.“

Mit diesen Worten macht der Autor André Farin auf sein neu aufgelegtes Buch „Lauterbach. Rügens ältestes Seebad. Hafenort. Bootsbautradition“ aufmerksam, mit dem er über ein Thema schreibt, das bislang nur nebenbei oder gar nicht bearbeitet oder gar beachtet worden war. Das 100. Jubiläum des Hafenbaus nahm er zum Anlass, um über einen Ort auf Rügen zu schreiben, der auf eine bemerkenswerte Geschichte verweisen kann.

Auf 96 Seiten gibt er im vorliegenden Buch einen Überblick über die Entwicklung des Seebades von einem reinen Badeort, angelegt und stets gefördert vom Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus, bis zu dem bekannten Hafen, der an der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert an dem Platz entstand, wo zunächst nur eine fürstliche Landungsbrücke existierte. Der Enkel des Fürsten, Wilhelm zu Putbus trat 1901 als Bauherr des Hafens in Erscheinung und setzte die Tradition seines Großvaters als Investor in der eigenen Herrschaft fort.

Die Veröffentlichung gewährt Einblicke in das Leben von Menschen, die in und mit dem Hafen ihre Existenz aufbauen konnten und erzählt beispielhaft von einigen Fischern, Schiffern und Bootsbauern. Da dürfen natürlich auch Menschen, die wegen ihres Auftretens, ihres ständigen Engagements für andere und ihrer speziellen Eigenheiten zu Originalen geworden sind, nicht fehlen. Auch die Jahre nach 1989 und derzeitige Vorhaben fehlen in der Publikation nicht. Die sich durch das Buch ziehende Chronik gibt einen geschichtlichen Überblick über Lauterbachs Entwicklung von 1809 bis 2002.

Hervorzuheben sind die im Buch enthaltenen Kindheitserinnerungen der geborenen Lauterbacherin Marlene Lübbe, deren Vater vor dem 2. Weltkrieg die dortige Fischkonservenfabrik leitete. Vor allem die 1930-er Jahre sind Gegenstand ihres Berichtes, der mit wertvollen Bildern aus dieser Zeit sehr anschaulich einen Ausschnitt aus der Geschichte des Hafenortes gibt. Ähnlich wie alle anderen schwarz-weißen Fotos, die größtenteils zum ersten Mal mit dieser Publikation veröffentlicht werden.

André Farin, 1970 auf Rügen geboren, wuchs in Wreechen und Putbus auf, studierte von 1990 bis 1995 Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Rostock. Nach seinem Referendariat arbeitet er seit 1997 im Schuldienst der Insel. An der Gingster Schule entwickelte der „Lehrer des Jahres 2013“ zusammen mit Schülern einen Rügenführer für Kinder.

Er beschäftigte sich mit der Geschichte von Rügen und veröffentlichte eine Biografie über den Ortsgründer Wilhelm Malte Fürst zu Putbus. Für den im Eigenverlag herausgegebenen Band „Schaurig-schönes Rügen“ schrieb er in 30 Geschichten über historische Themen aus 500 Jahren Rügengeschichte. In seinem aktuellen Werk „In Schmierstiefeln weit weg von der Zivilisation“ untersucht er Otto von Bismarcks Besuche auf der Insel Rügen.

Manchester-Jungs siegen gegen Hansa-Kicker

Jubiläum an der Gingster Schule: 20. Eike-Koch-Pokal für erfolgreiche Fußballer

Insel Rügen – Fair, flink und flexibel – so schätzt Spielleiter Eckhard Mostek die Spieler und Spiele beim diesjährigen Eike-Koch-Pokal der Gingster Schule ein. Von den neun beteiligten Mannschaften, die sich die Namen ihrer Lieblingsvereine gaben, haben sich die Jungen von Manchester United am besten geschlagen. „Sie dominierten mit einem überlegten Einsatz, vielen Spielideen und Toren das Spielfeld“, sagt Eckhard Mostek, der den sonnigen Vormittag auf dem Fußballpatz des SV Gingst moderierte. In dem alles entscheidenden Endspiel setzten sie sich gegen ein starkes Hansa-Team mit 4:3 nach Neun-Meter-Schießen durch.

Ben Luca Riedel (9a) im Zweikampf mit Torschützenkönig Hauke Jordan (10b). Foto @ Martina Zabel

Traditionell treten die Mannschaften sehr gemischt an. Das bedeutet, dass jüngere und ältere Schüler zusammen in einem Team spielen. Aber auch immer mehr Mädchen mischen sich in die sonst von den Jungen dominierte Sportart als aktive, selbstbewusste Spielerinnen ein. „Da ist immer wieder Rücksicht und Fairness gefragt“, meint Chef-Schiedsrichter Frank Erdmann. Er habe in diesem Jahr aber keine groben Fouls oder mutwillige Beleidigungen ahnden müssen, denn nach insgesamt 20 Jahren Pokalgeschichte an der Schule wissen die Teilnehmer, worauf es ankommt. Der Pokal-Tag ist nämlich ein fester Termin im Jahresplan der Schule, an dem über 200 Schüler mit ihren Lehrern auf dem Platz sind. Sie kommen als Spieler oder Fans und wollen natürlich für ihr Team oder ihre Klasse den Sieg einfahren. „Das soziale Lernen in dem jahrgangsübergreifenden Projekt steht ganz oben“, erklärt Sportlehrerin Martina Zabel den Grundsatz des Sportevents, auf das sich alle zum Ende eines Schuljahres freuen.

Zwei junge Fußballer haben sich in den Spielen um den Sieg besonders hervorgetan. Hauke Jordan aus der 10b hat mit 12 Toren am meisten Schüsse auf die gegnerischen Tore erfolgreich verwandelt. Er darf sich jetzt Torschützenkönig nennen und davon bei seinen kommenden Einsätzen als Spieler beim SV Trent zehren. Im gleichen Verein engagiert sich Max Becker aus der 5a, der aus Sicht der Beobachter und Spielleitung den besten Job als Torwart gemacht hat. Auch wenn er nicht in der siegreichen Mannschaft spielte, zeichnete er sich durch hohe Einsatzbereitschaft aus. Das lässt auf kommende Pokalrunden hoffen.

Max Becker aus der 5a bekommt beim 20. Eike-Koch-Pokal den Titel „Bester Torwart“. Foto @ Martina Zabel

Die Neuauflage des Eike-Koch-Pokals ist für 2018 natürlich geplant. Dann werden sich Mannschaften ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaften zur Höchstform auflaufen. (André Farin)

Die Ergebnisse im Überblick

Tabelle:

1. Manchester United
2. FC Hansa Rostock
3. ZSKA Moskau
4. FC Barcelona
5. Galatasaray Istanbul
6. RB Leipzig
7. Ajax Amsterdam
8. FC Schalke 04
9. 1. FC Köln

Torschützenkönig mit 12 Toren:

Hauke Jordan (10b)

Bester Torwart:

Max Becker (5a)

Geschichte

Die Schule Gingst suchte im Frühjahr 1997 nach einem geeigneten Sportereignis für die vielen Fußballer an der Schule. Der damalige stellvertretende Bürgermeister von Gingst und selbst Fußballvereinsaktive Eike Koch spendete für das Sommerturnier einen Pokal und begann damit die noch immer andauernde Tradition.

Radweg von Garz nach Glewitz offiziell freigegeben

Insel Rügen – Auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben am Mittwoch Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe und Infrastrukturminister Christian Pegel den Radweg entlang der Landesstraße 30 vom Abzweig Groß Schoritz bis Garz offiziell freigegeben.

„Wir haben eine weitere Radweglücke schließen können. Mit Abschluss der Gesamtmaßnahme steht den Radfahrern nunmehr ein durchgehender straßenbegleitender Radweg zwischen der Glewitzer Fähre und dem Stadtrand von Garz von etwa 9,5 km zur Verfügung. Die Verkehrssicherheit für Einheimische und Gäste wurde nun deutlich verbessert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Neben der touristischen Nutzung der Strecke ist der Abschnitt auch durch einheimische Radfahrer, unter anderem auch Schüler der Garzer Schule, stark befahren. Der Wirtschafts- und Tourismusminister dankte alle Beteiligten für ihr Engagement vor Ort. „Ich habe mein Versprechen gehalten. Am Ende haben wir ein Ergebnis, was sich sehen lassen kann.“

Das Projekt war bei der Priorisierung für das Lückenschlussprogramm des Landes vom Landkreis auf eine Position gesetzt worden, die eine Realisierung erst deutlich nach 2016 bedeutet hätte. Infrastrukturminister Pegel betonte daher: „Ich freue mich, dass der Radweg durch die gemeinsame Anstrengung des Infrastruktur- und des Wirtschaftsressorts nun doch schneller als ursprünglich möglich realisiert werden konnte. Dank der Finanzierung durch das Wirtschaftsministerium und die fachliche Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahme durch die Straßenbauverwaltung Mecklenburg-Vorpommern können wir heute den neuen Radweg einweihen. Die Attraktivität und die Verkehrssicherheit hier in der Region erfährt damit eine weitere Steigerung.“

Der am Mittwoch freigegebene Radweg (2. Bauabschnitt) der Gesamtmaßnahme Radweg Glewitzer Fähre – Garz führt entlang der L 30. Auf 3,9 Kilometern Länge ist mit dem zweiten Bauabschnitt ein neuer straßenbegleitender Radweg entstanden. Er schließt die Lücke zwischen dem bereits vorhandenen Radweg zwischen der Glewitzer Fähre und dem Abzweig der K 13 bei Groß Schoritz und Garz (1. Abschnitt). Die Landesstraße zwischen der Glewitzer Fähre und Garz ist vor allem in den Sommermonaten stark frequentiert. Die Fährverbindung Stahlbrode – Glewitz führt zu stoßweise auftretenden Fahrzeugkolonnen auf der L 30, die eine erhöhte Unfallgefahr für die auf der Straße fahrenden Radfahrer darstellen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben mit rund 1,1 Millionen Euro.