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Tag: 22. Mai 2026

Dünenverstärkung und Strandaufspülung für 6,2 Mio. Euro bei Glowe

Insel Rügen – Im Ostseebad Glowe auf Rügen wurde mit der Pflanzung von Strandhafer eine größere Küstenschutzmaßnahme des Landes MV abgeschlossen. Die Pflanzung ist der letzte Arbeitsschritt einer Sandaufspülung im Bereich von Strand und Düne. Die Sandaufspülung selbst wurde bereits zum Jahreswechsel fertiggestellt. Aufgrund der kalten Witterung konnte die Strandhaferpflanzung aber erst jetzt erfolgen.

Das Küstenschutzsystem seeseitig von Glowe wurde mit dieser Maßnahme deutlich gestärkt und soll nun planmäßig wieder über mehrere Jahre sehr schweren Sturmfluten standhalten. Heute fand neben der technische Abnahme der Bauleistungen auch eine symbolische Übergabe der Bauwerke an die Gemeinde durch Minister Dr. Backhaus statt.

„Oft werde ich gefragt, ob der Herbst oder der Winter die richtige Jahreszeit für solche Maßnahmen ist. Grundsätzlich könnten Aufspülungen und die Neuprofilierung von Dünen und Strand auch im Sommer stattfinden. Das würde aber bedeuten, dass wir dann die Strände für touristische Aktivitäten sperren müssen. Insofern stellen Herbst und Winter einen guten Kompromiss zwischen Küstenschutz und Tourismus dar“, erklärt der für Küsten- und Hochwasserschutz zuständige Minister Dr. Till Backhaus.

„Mit dieser Baumaßnahme investieren das Land und Bund insgesamt etwa 6,2 Mio. Euro in die Verbesserung des Küstenschutzes. Davon profitiert nicht nur das Ostseebad Glowe hinsichtlich der Sicherheit gegen Sturmhochwasser, sondern auch die Touristen, die in der kommenden Badesaison einen verbreiterten Strand vorfinden werden.“

Insgesamt wurde auf einem Küstenabschnitt von 1.860 m ca. 240.000 m³ Sand aufgespült. Der Sand wurde aus einer landeseigenen marinen Sandlagerstätte vor Koserow gewonnen. Bevor der Sand in den Laderaum des Schiffes gelangt, wird er in zwei Stufen gesiebt. So wird verhindert, dass in der Ostsee befindliche Munitionsreste an den Strand gelangen. Darüber hinaus wurde eine Fläche von ca. 16.000 m² mit Strandhafer bepflanzt.

Bauherr ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM), das auch die Planung in Eigenregie und die Bauoberleitung durchgeführt hat. Die bauliche Realisierung der Maßnahme hatte das dänische Unternehmen „Rohde Nielsen A/S“ aus Kopenhagen übernommen.

Die letzte Aufspülung an diesem Küstenabschnitt fand im Jahr 2017 statt. Damals wurden rund 131.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Dieses Wiederholungsintervall von ca. 8 Jahren für Aufspülungen entspricht den im Küstenschutz in M-V üblichen Zeiträumen. Grundsatz an im Zusammenhang bebauten sandigen Küsten ist, dass Sanddefizite regelmäßig ausgeglichen werden, um an Rückgangsküsten stabile Verhältnisse und natürliche Sedimenttransportprozesse zu gewährleisten.

Jugendgruppen üben für den Ernstfall

Drese besucht Länderjugendlager des Technischen Hilfswerkes

Stralsund – Einmal im Jahr treffen sich die Jugendgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) der Nordländer abwechselnd in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zum traditionellen Länderjugendlager. Gemeinsam gestalten sie das kommende Wochenende in Stralsund mit verschiedenen Ausflügen und Workshops, etwa zur Ersten Hilfe oder zum richtigen Retten aus Höhen und Tiefen.

Sozialministerin Stefanie Drese besuchte die Teilnehmenden heute am ersten Tag des Jugendlagers und hob die große Bedeutung des Ehrenamtes für den Bevölkerungsschutz hervor. „Das THW zeigt eindrucksvoll, wie wichtig engagierte Menschen für unsere Gesellschaft sind. Gerade junge Menschen übernehmen hier früh Verantwortung, lernen Teamgeist und Hilfsbereitschaft. Das stärkt nicht nur den Katastrophenschutz, sondern auch den solidarischen Zusammenhalt“, erklärte sie.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Ministerin vom Engagement der Jugendlichen und Betreuenden, die ihre Freizeit investieren, um sich auf Einsätze und Notlagen vorzubereiten. „Statt eines freien Pfingstwochenendes stehen hier die Grundsätze der Ersten Hilfe und verschiedene Rettungsmethoden auf dem Plan. Ganz praxisnah werden die Teilnehmenden also zu echten Lebensretterinnen und Lebensrettern, stärken aber auch ihr Selbstvertrauen und das eigene Verantwortungsbewusstsein“, so Drese.

Damit würden die Teilnehmenden wichtige Fähigkeiten erwerben, die auch fernab der Veranstaltung in den mittlerweile 18 Jugendgruppen (Ortsgruppen) des THW in Mecklenburg-Vorpommern vermittelt werden. Das Eintrittsalter liegt dabei in der Regel bei 10 Jahren. „Manche Ortsgruppen bieten aber auch sogenannte Minigruppen für Interessierte Kinder ab sechs Jahren an“, hob die Ministerin hervor.

Sie hoffe, dass die länderübergreifenden Jugendlager dazu beitragen, die Mitgliedschaft im THW noch attraktiver zu machen. „Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen brauchen junge Menschen Orte, an denen sie Gemeinschaft erleben, sich bewegen, sich weiterentwickeln und aktiv einbringen können“, erklärte Drese und dankte allen, die an der Organisation mitgewirkt haben.

Backhaus wirbt für Balance zwischen Küstenfischerei und Naturschutz

Insel Rügen – Anlässlich des Reusenfestes in Baabe beteiligt sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Freitag, den 22. Mai 2026, am sogenannten „Reusentalk“ zur Zukunft der Küstenfischerei. Die Gesprächsrunde beginnt gegen 16.30 Uhr im Rahmen des traditionellen Festprogramms am Hafen von Baabe.

Gemeinsam mit Fischern, Vertretern der Gemeinde, des Tourismus sowie weiteren Akteuren will der Minister über die aktuelle Situation der Küstenfischerei, den Naturschutz und die Zukunft der Küstenregionen sprechen.

„Die Küstenfischerei gehört zu Mecklenburg-Vorpommern wie die Ostsee selbst. Sie ist Teil unserer kulturellen Identität, sichert regionale Wertschöpfung und prägt seit Generationen das Leben an unseren Küstenorten. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für den Schutz unserer Meere und ihrer empfindlichen Ökosysteme. Beides gegeneinander auszuspielen, führt nicht weiter“, sagte Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Die Branche steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Stark gesunkene Fangquoten bei Dorsch und Hering, steigende Betriebskosten, Umweltauflagen sowie Konflikte mit Prädatoren wie Kegelrobben und Kormoranen belasten viele Betriebe existenziell. Während in Mecklenburg-Vorpommern 2017 noch bis zu [] über (genau 15.663 t) 15.000 Tonnen Fisch angelandet wurden, lag der Gesamtfang 2024 nur noch bei rund 2.400 Tonnen.

Das Land unterstützt die Küstenfischerei deshalb seit Jahren mit umfangreichen Hilfen. Allein für zeitweilige Stilllegungen zum Schutz von Dorsch und Hering flossen seit 2017 rund 23 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln nach Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen Investitionshilfen, Unterstützung bei der Direktvermarktung sowie Entschädigungen für Schäden durch Kegelrobben.

Gleichzeitig investiert Mecklenburg-Vorpommern massiv in den Meeresschutz. Knapp 50 Prozent des Küstenmeeres stehen bereits heute als Natura-2000-Gebiete unter europäischem Schutz. Hinzu kommen Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete, die sich vielfach mit den europäischen Schutzkategorien überlagern. Aktuell ist keine Ausweisung neuer Schutzgebiete im Küstenmeer geplant.

Dazu gehören Renaturierungsprojekte an der Ostseeküste, Schutzgebietsbetreuungen, Monitoringprogramme sowie das mit rund 12 Millionen Euro geförderte Projekt „MV Seagrass for Climate“ zur Wiederansiedlung von Seegraswiesen als natürliche Kohlenstoffspeicher und Lebensräume vieler Arten.

Auch die Ereignisse rund um den gestrandeten Buckelwal vor Poel hätten gezeigt, wie sensibel die Ostsee als Lebensraum sei und wie wichtig klare Regeln und abgestimmte Verfahren für den Schutz mariner Arten künftig sein werden.

„Der Wal hat viele Menschen bewegt und deutlich gemacht, wie sensibel unsere Meeresökosysteme sind. Umso wichtiger ist es, Naturschutz, Fischerei, Tourismus und Küstenentwicklung gemeinsam zu denken“, sagte Backhaus.

Die Landesregierung setze bei Nutzungskonflikten bewusst auf Dialog, wissenschaftliche Grundlagen und möglichst tragfähige Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Ostsee sei ein vergleichsweise kleines und intensiv genutztes Meer mit vielfältigen Interessen von Fischerei, Naturschutz, Tourismus, Wassersport, Schifffahrt und Energiewirtschaft.

„Wir brauchen einen fairen Ausgleich zwischen Natur-, Arten- und Meeresschutz auf der einen Seite und einer wirtschaftlich tragfähigen Fischerei auf der anderen Seite. Die Menschen an der Küste erwarten zurecht, dass ihre Interessen gehört werden“, betonte der Minister.

Das Reusenfest in Baabe verbindet maritime Tradition, regionale Kultur und aktuelle Diskussionen rund um die Zukunft der Fischerei. Neben dem Reusentalk stehen unter anderem das traditionelle Aufziehen einer Reuse, maritime Musik sowie Gespräche mit Fischern und Gästen auf dem Programm.

Mecklenburg-Vorpommern stärkt Brand- und Katastrophenschutz

Bericht nach Kabinettbefassung an den Landtag übergeben

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat den Brand- und Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und diese Entwicklung nun in einem umfassenden Bericht zusammengeführt. Nach der Befassung im Kabinett wurde der Bericht an den Landtages Mecklenburg-Vorpommern übergeben.

Innenminister Christian Pegel: „Die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren beruht auf Menschen, die Verantwortung übernehmen. Über 27.000 Feuerwehrmänner und -frauen engagieren sich in Mecklenburg-Vorpommern haupt- und ehrenamtlich in 957 Freiwilligen Feuerwehren und sechs Berufsfeuerwehren. Sie sind gerade in den kleinen Kommunen oft das Rückgrat des Gemeindelebens. Diese Leistung braucht verlässliche Unterstützung und klare politische Priorität.“

Die Landesregierung hat den Brand- und Katastrophenschutz in mehreren Bereichen gleichzeitig gestärkt. Bei der technischen Ausstattung der Feuerwehren, der Infrastruktur der Standorte, der finanziellen Unterstützung der Kommunen sowie bei den rechtlichen Grundlagen. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit der Gefahrenabwehr im Land langfristig zu sichern und weiter zu stabilisieren.

Ein wichtiger Baustein waren und sind die drei Sonderprogramme „Zukunftsfähige Feuerwehr“, „Musterfeuerwehrhaus“ und die Förderung großer Feuerwehrgerätehäuser, für die 145 Millionen Euro zur Verfügung wurden bzw. werden. Über mehrere Jahre hinweg wurde damit die Fahrzeugausstattung der Feuerwehren modernisiert.

Viele ältere Fahrzeuge konnten ersetzt werden, insbesondere im ländlichen Raum hat sich die Einsatzfähigkeit dadurch spürbar verbessert. Mit dem Sondervermögen in Höhe von 50 Mio. Euro wurden insgesamt 310 Fahrzeuge für die Feuerwehren beschafft. Das Programm konnte 2025 abgeschlossen werden. Durch das Programm „Zukunftsfähige Feuerwehr“ konnten folgende Fahrzeuge durch die Kommunen beschafft werden:

  • 265 Tragkraftspritzenfahrzeuge-Wasser (TSF-W)
  • 11 Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand (TLF-W)
  • 15 Löschgruppenfahrzeuge 20 (LF 20)
  • 17 Tanklöschfahrzeuge 3000 (TLF 3000)
  • 2 Löschgruppenfahrzeuge 20 Katastrophenschutz
    (Landesfahrzeuge LF-KatS).

„Mit dem Programm ‚Zukunftsfähige Feuerwehren‘ haben wir einen großen Schritt bei der Modernisierung der Fahrzeugflotte der Feuerwehren im Land erreicht. Die 310 neuen Fahrzeuge stehen für mehr Einsatzsicherheit und eine verlässliche Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren.“ so der Innenminister

Auch bei der Infrastruktur der Feuerwehren wurden neue Ansätze verfolgt. Mit dem bundesweit einzigartigem Musterfeuerwehrhäuserprogramm unterstützt das Land die Kommunen beim Bau moderner Gerätehäuser. Standardisierte Verfahren vereinfachen Abläufe und berücksichtigen gleichzeitig aktuelle Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität. Hierzu wurden bereits im Jahr 2023 ein Feuerwehrgerätehausprogramm im Umfang von 50 Mio. Euro aufgelegt: 35 Mio. Euro für das Musterfeuerwehrgerätehausprogramm und 15 Mio. Euro wurden für An-, Um- und Neubauten sowie Sanierungen. Insgesamt fördert das Land fördert die Errichtung mit insgesamt 40,5 Mio. Euro, davon 5,5 Mio. Euro aus zusätzlichen SBZ-Mitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt. Die Freiwilligen Feuerwehren bilden die Grundlage des Brand- und Katastrophenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hat in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung, zur Ausstattung sowie zur Anerkennung des Engagements unterstützt.

Innenminister Pegel betont: „Ohne das Engagement der vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte wäre ein flächendeckender Brand- und Katastrophenschutz nicht möglich. Aufgabe des Landes ist es, dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Mit dem Katastrophenschutz-Ehrenzeichen erhalten die Helferinnen und Helfer nunmehr die schon lange überfällige gesellschaftliche Anerkennung ihres Wirkens.“

Mit der Änderung des Brandschutz-Ehrenzeichen-Gesetzes wird erstmalig ein Ehrenzeichen 50 Jahre ausgegeben. Damit wird dem Lebenswerk „Feuerwehr“ der Feuerwehrkameradinnen und Kameraden gedacht. Eine weitere Regelung betrifft die Auszeichnung des Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Bronze im Jahr 2027, welches die Ehrenspange ablöst. Damit findet ein schon länger geforderter Wunsch der Feuerwehren Berücksichtigung.

Mit der Novellierung des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes wurde zudem der rechtliche Rahmen modernisiert. Die Regelungen stärken die kommunale Ebene und schaffen mehr Klarheit für die praktische Arbeit der Feuerwehren und Aufgabenträger. Die Entscheidungen der vergangenen Jahre bilden damit die Grundlage für einen leistungsfähigen und stabil aufgestellten Brand- und Katastrophenschutz in Mecklenburg-Vorpommern.

Innenminister Christian Pegel: „Unser Ziel ist ein System, das im Alltag funktioniert und im Ernstfall trägt. Daran haben wir in den vergangenen Jahren konsequent gearbeitet.“

M-V hält Kurs beim Moor- und Klimaschutz

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hält unverändert an ihren ambitionierten Klimaschutzzielen fest. Weder das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 noch die festgelegten Sektorziele wurden abgeschwächt. Auch die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimaschutz bleibt ausdrücklich anerkannt und gesetzlich verankert. Darauf weist Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Klimaverträglichkeitsgesetz hin.

„Mecklenburg-Vorpommern bleibt Vorreiter beim Moorschutz. Unsere Ziele stehen fest: Klimaneutralität bis 2045, konsequente Klimaanpassung und ein wirksamer Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Daran gibt es keinerlei Abstriche“, erklärte Backhaus.

Der Minister betonte zugleich, dass erfolgreicher Klimaschutz dauerhaft nur gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den Bewirtschaftern der Flächen gelingen könne.

„Gerade beim Moorschutz brauchen wir Akzeptanz, Vertrauen und praktikable Lösungen. Deshalb setzt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf Kooperation, Beratung und attraktive Förderangebote statt auf starre Verbotsregelungen. Das Land hält am eingeschlagenen Kurs fest: Die Reduzierung der Moorentwässerung bleibt ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategie Mecklenburg-Vorpommerns“, so Backhaus weiter.

Die Landesregierung verweist darauf, dass die Moorentwässerung weiterhin als „überragendes öffentliches Interesse“ anerkannt bleibt. Gleichzeitig werde das Prinzip der Freiwilligkeit regelmäßig überprüft. Für das Jahr 2035 ist eine externe Evaluierung vorgesehen, um festzustellen, ob die gesetzten Klimaziele auf diesem Weg erreicht werden können.

Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den Ländern mit den größten Moorflächen und trägt damit eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. Moore zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern Europas. Entwässerte Moore verursachen dagegen erhebliche Treibhausgasemissionen.

„Es ist nicht sinnvoll, die Augen vor den Folgen der Entwässerung zu verschließen. Langfristig verlieren entwässerte Moorböden ihre landwirtschaftliche Tragfähigkeit. Deshalb unterstützen wir Betriebe dabei, neue Perspektiven und Nutzungsformen zu entwickeln“, erklärte Backhaus.

Hierfür stehen bereits umfangreiche Beratungs- und Förderprogramme zur Verfügung – unter anderem über die Paludikultur-Richtlinie. Ziel ist es, gemeinsam mit der Landwirtschaft tragfähige Lösungen für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung zu schaffen.

Mecklenburg-Vorpommern baut seine Vorreiterrolle beim natürlichen Klimaschutz zugleich weiter aus. Mit dem neuen Institut zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie werden gezielt Fachkräfte für Moorrenaturierung, Wassermanagement und natürlichen Klimaschutz ausgebildet. Damit schafft das Land die Voraussetzungen, um Moor- und Klimaschutzmaßnahmen langfristig fachlich abzusichern und praktisch umzusetzen.

Backhaus hob hervor, dass Transparenz und Beteiligung während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens eine zentrale Rolle gespielt hätten. Neben wissenschaftlichen Gutachten und einer externen Sektorstudie habe es zahlreiche Beteiligungsformate mit Öffentlichkeit, Fachverbänden und Expertinnen und Experten gegeben.

„Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Mecklenburg-Vorpommern setzt deshalb auf Verlässlichkeit, Dialog und einen realistischen Weg, der ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet“, sagte Backhaus abschließend.