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Erste Riff-Rekonstruktion in M-V vor Neuendorf/Rügen eingeweiht

Insel Rügen – Wichtige Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz hat Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Biosphärenreservat Südost-Rügen begleitet. Als erstes wurden im Rahmen des Interreg-Projektes „Supported by Nature“ die erste Riff-Rekonstruktion bei Neuendorf auf der Insel Rügen feierlich eingeweiht.

Danach übergab Backhaus dem Biosphärenreservat Südost-Rügen ELER-Fördermittel für die umwelt- und naturbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Höhe von rund 307.000 Euro.

Außerdem weihte er ein neues Dienstboot für das Biosphärenreservat ein.

Die Projekte im Einzelnen

Im Zentrum des 2022 gestarteten Interreg-Projektes steht die Errichtung von 17 Lernstandorten für naturbasierte Lösungen im Ostseeraum. Zwei davon befinden sich im Biosphärenreservat Südost-Rügen: die erste Riff-Rekonstruktion in MV vor Neuendorf/ Rügen und die Renaturierung des Kleingewässers in Nadelitz.

„Die Rekonstruktion des Riffs vor Neuendorf stellt einen verloren gegangenen Lebensraum für Meereslebewesen wieder her. Bis ins 20. Jahrhundert wurden in den Boddengewässern vor Rügen massiv Steine entnommen und für Baumaßnahmen verwendet. Auf diese Weise wurden natürliche Riffe zerstört. Mit der Riff-Rekonstruktion haben wir jetzt einen Teil davon wieder hergestellt. Auf einer Fläche von ca. 1.350 Quadratmetern, verteilt auf fünf Teilflächen, wurden 620 Tonnen Steine und Blöcke verbaut“, sagte Backhaus.

Und die Natur reagiert: Bereits nach wenigen Wochen siedelten sich erste Seepocken an. Inzwischen wurden unter anderem Scherenasseln, Moostierchen, Flohkrebse und verschiedene Algen festgestellt. Mittelfristig soll hier auch wieder Blasentang wachsen, unter anderem ein wichtiger Unterwasserlebensraum für Fische.

„Das Biosphärenreservat Südost-Rügen zeigt mit dem INTERREG-Projekt Supported by Nature beispielhaft, wie Naturschutz, nachhaltige Nutzung und Umweltbildung zusammengehören. An dem Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 4,47 Millionen Euro beteiligten sich sieben Ostsee-Anrainerstaaten: Deutschland, Schweden, Dänemark, Finnland, Estland, Lettland und Polen. Auf das Biosphärenreservat entfallen knapp 700.000 Euro, davon rund 559.000 Euro EU-Mittel. Der direkte, grenzübergreifende Erfahrungsaustausch ist für die Region von herausragender Bedeutung, da alle Partner vor nahezu identischen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen stehen und gemeinsam Lösungen entwickeln können“, sagte der Minister.

Das Projekt wird unter anderem für Forschungszwecke genutzt, etwa von Naturschutzbehörden, Naturschutzverbänden, Umweltplanungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen. Auch Schulklassen und Jugendgruppen werden eingebunden.

Auch bei der Renaturierung des Kleingewässers bei Nadelitz sind bereits erste Erfolge sichtbar. Hierfür wurden auf rund 5.000 Quadratmetern rund 780 Tonnen Material ausgehoben. Eine einst artenarme Sukzessionsfläche mit nur geringem Feuchtgebietsanteil verwandelte sich in ein wertvolles Biotop. Bereits im ersten Frühjahr konnten die erfolgreiche Reproduktion des Springfrosches und die Ansiedlung des Teichmolches nachgewiesen werden.

Anschließend überreichte der Minister dem Biosphärenreservat Südost-Rügen mehrere Zuwendungsbescheide aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) für die Natur- und Umweltbildung in Höhe von rund 307.000 Euro.

Der größte Teil, rund 255.000 Euro, fließt in das Granitzhaus, welches seit seiner Neueröffnung 2019 bereits mehr als 113.000 Menschen besucht haben. Davon werden unter anderem moderne Medientechnik, neue Animationsfilme, Hörangebote und die Produktion neuer Dokumentationsfilme finanziert.

Weitere Mittel fließen in den Ausbau des 2020 eingeweihten Thiessower Naturerlebnispfades. Auf zehn Stationen und einer Gesamtlänge von sieben Kilometern werden kindgerechte Hörstationen in deutscher und englischer Sprache installiert. Eine akustische Erweiterung kommt auch dem im April 2022 eröffneten Rundwanderweg Middelhagen (acht Kilometer Länge, 13 Audiostationen) zugute. Im Rahmen der Förderung wird der Audioguide ins Englische übersetzt und eingesprochen. Die Umsetzung aller Projekte ist bis Ende 2027 geplant.

„Die Maßnahmen steigern die Attraktivität der Einrichtungen, denn sie stärken das Bewusstsein für den Schutz von Ressourcen, Klima und Artenvielfalt im Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das Draußen-Sein weckt die Neugier über alle Altersklassen hinweg. Gerade Kinder wollen die Natur erforschen und begreifen. Hierzu tragen die neuen Hörstationen besonders bei“, sagte Backhaus.

Schließlich weihte der Minister das neue Dienstboot ein. Das im Jahr 2011 in Dienst gestellte Einsatzboot „Stubber“ musste aufgrund eines irreparablen Motorschadens ausgemustert werden, da eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich war.

Das Boot vom Typ Alucat W16 ist 8,20 Meter lang, hat zweimal 150 PS und bietet Platz für bis zu 14 Personen. Die Kosten betragen einschließlich Trailer ca. 179.000 Euro. Es wird unter anderem genutzt für wissenschaftliches Monitoring, die Beobachtung von Kegelrobben, für die Erfassung von Seegras und Blasentang sowie zur Unterstützung von Forschungsprojekten. Das Einsatzgebiet ist groß: Allein die Wasserfläche des Biosphärenreservates umfasst rund 123 Quadratkilometer.

Dem Minister stand als Taufpatin Vivien Kmetsch zur Seite. Die 23-Jährige aus Sellin war bereits als Grundschülerin Junior Ranger und als Jugendliche Robbenbotschafterin im Biosphärenreservat. Schon 2011 war sie Taufpatin für die „Stubber“.

„Heute erleben wir anschaulich, was moderner Naturschutz bedeutet: Lebensräume wiederherstellen, gemeinsam mit europäischen Partnern Lösungen entwickeln, die Menschen für Natur begeistern und unsere Großschutzgebiete so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben gut erfüllen können. Mein Dank gilt allen Mitarbeitern des Biosphärenreservates Südost-Rügen, unseren europäischen Partnern, der Stadt Putbus, der Landwirtschaft und allen beteiligten Unternehmen“, sagte Backhaus abschließend.

Neuer Dorfladen eröffnet

Jesse: „Gemeinsam bringen wir die Nahversorgung zurück“

Groß Stieten – In Groß Stieten im Landkreis Nordwestmecklenburg ist am Freitag der neue Dorfladen „Back & Schnack“ offiziell eröffnet worden. Das Land unterstützt die Errichtung und Ausstattung des Dorfladens über die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ mit rund 150.000 Euro.

Bei der heutigen feierlichen Eröffnung sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus: „Ein Dorfladen ist weit mehr als ein Ort zum Einkaufen. Er ist ein Stück Daseinsvorsorge und zugleich ein Treffpunkt für die Menschen vor Ort. Gerade im ländlichen Raum brauchen wir solche Angebote: Sie schaffen kurze Wege, stärken die Gemeinschaft und tragen dazu bei, dass unsere Dörfer lebendig und lebenswert bleiben. Deshalb freue ich mich sehr, dass Groß Stieten mit „Back & Schnack“ jetzt wieder eine Nahversorgung direkt im Ort hat.“

Auf rund 130 Quadratmetern verbindet „Back & Schnack“ einen klassischen Dorfladen mit einem Backshop und einem kleinen Imbiss. Geöffnet ist täglich von 6 bis 20 Uhr. Betreiber Mirko Kahl betreibt am gleichen Standort bereits seit 2022 eine Eisdiele. Für den neuen Dorfladen wurden drei zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen.

Auch bei der Gestaltung des Sortiments wird auf die Menschen vor Ort gesetzt: Über eine WhatsApp-Gruppe können Kundinnen und Kunden mitteilen, welche Produkte sie sich im Dorfkonsum wünschen. Rund 70 Menschen beteiligen sich bereits.

„Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Nahversorgung im ländlichen Raum heute funktionieren kann: nah an den Menschen und an ihren tatsächlichen Bedürfnissen. Hinter einem solchen Projekt stehen zudem Menschen, die unternehmerischen Mut beweisen und Verantwortung für ihren Ort übernehmen. Dieses Engagement unterstützen wir“, so Jesse.

Die Landesinitiative „Neue Dorfmitte M-V“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Ziel ist es, Dorfläden zu schaffen, zu erhalten und weiterzuentwickeln und damit die Nahversorgung und Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen zu stärken. Bislang wurden 67 Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt rund 5,2 Millionen Euro unterstützt.

Schwesig: Wir wollen, dass alle Kinder einen guten Start haben

Schwerin – In Schwerin ist heute der Neubau der Kita Feldstadtmäuse eröffnet worden. „Herzlichen Glückwunsch zu dem schönen neuen Kita-Gebäude“, gratulierte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Wir wollen, dass alle Kinder in unserem Land einen guten Start haben“, erklärte die Ministerpräsidentin. Das moderne Gebäude der Kita Feldstadtmäuse biete beste Bedingungen dafür.

„Wir haben bei uns in Mecklenburg-Vorpommern ein sehr gutes Kita-Angebot. Über 100 000 Kinder besuchen in unserem Bundesland eine Kita. Bei den 0- 3jährigen besuchen 56 Prozent aller Kinder eine Krippe, bei den 3-6jährigen werden sogar 96 Prozent der Kinder in den Kitas betreut. Damit liegen wir an der Spitze in Deutschland.

Jedes Kind, das einen Kita-Platz in MV braucht, bekommt auch einen“, sagte die Ministerpräsidentin. Dazu sei das Angebot in Mecklenburg-Vorpommern beitragsfrei. Und mit Gewerkschaften, Elternvertretern und Sozialverbänden sei mit dem „Zukunftsplan Kita“ vereinbart, dass die Gruppen in den Kitas in den nächsten Jahren weiter verkleinert werden.

Erfolgreiche Ausbildung

Blank: „Unsere Straßenwärter sorgen jeden Tag für Sicherheit und Mobilität“

Teterow – Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Wolfgang Blank hat am Freitag in Teterow den Absolventinnen und Absolventen der Straßenwärterausbildung zum erfolgreichen Abschluss gratuliert. Insgesamt 19 Straßenwärterinnen und Straßenwärter sowie Umschüler haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und wurden heute „freigesprochen“.

„Straßenwärterinnen und Straßenwärter sorgen jeden Tag dafür, dass wir sicher unterwegs sind. Sie arbeiten bei Hitze, Regen, Sturm und Schnee, halten Straßen und Brücken instand, sichern Arbeitsstellen und sorgen auch im Winter für freie Wege. Das ist eine vielseitige und verantwortungsvolle Arbeit, die viel Respekt verdient. Ich gratuliere allen Absolventinnen und Absolventen herzlich zu ihrem erfolgreichen Abschluss“, sagte Dr. Wolfgang Blank bei der heutigen Freisprechung im Rathaus Teterow.

Die Ausbildung zur Straßenwärterin beziehungsweise zum Straßenwärter dauert drei Jahre und umfasst ein breites Aufgabenspektrum. Dazu gehören unter anderem die Pflege von Grünflächen und Gehölzen, Reinigungs-, Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten an Straßen und Brücken, die Verkehrssicherung sowie die Bedienung und Wartung von Werkzeugen, Fahrzeugen und Maschinen. Auch das Schneeräumen und Streuen im Winterdienst gehört zu den Aufgaben.

Dr. Blank: „Straßenwärter sind echte Multitalente. Die Menschen auf unseren Straßen verlassen sich auf ihre Sorgfalt und ihre Einsatzbereitschaft. Deshalb legen wir großen Wert auf eine gute Ausbildung und darauf, junge Menschen für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur besteht nicht nur aus Asphalt, Brücken und Radwegen. Es braucht vor allem Menschen, die sich jeden Tag darum kümmern. Mit dieser Ausbildung hat man sehr gute berufliche Perspektiven“, sagte Blank. „Den Absolventinnen und Absolventen wünsche ich für ihren weiteren Berufsweg viel Erfolg – und vor allem, dass sie nach jedem Einsatz gesund nach Hause kommen“.

Das Land will stärker für den Schutz der Straßenwärterinnen und -wärter sensibilisieren. Die Straßenbauverwaltung hat deshalb eine neue Öffentlichkeitskampagne auf den Weg gebracht, in deren Mittelpunkt mehr Respekt und Rücksichtnahme gegenüber Straßenwärterinnen und Straßenwärtern stehen.

„Wer auf und an den Straßen arbeitet, ist besonderen Gefahren ausgesetzt. Angepasste Geschwindigkeit, Abstand und Aufmerksamkeit sind deshalb keine Frage der Höflichkeit, sondern der Sicherheit. Unsere Straßenwärterinnen und Straßenwärter passen jeden Tag auf uns auf. Wir sollten genauso auf sie aufpassen“, so Blank.

Bereits in der kommenden Woche, am 1. September 2026, startet der nächste Ausbildungsjahrgang mit 19 neuen Auszubildenden.

Arbeitsmarkt im August 2026 – Kaum Dynamik in der Sommerpause

Nürnberg – „Auch im August zeigt sich am Arbeitsmarkt jenseits des saisonüblichen Musters wenig Dynamik. Damit setzt sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Monate fort“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im August: +54.000 auf 3.061.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +36.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent

Im Zuge der noch anhaltenden Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit im August 2026 um 54.000 auf 3.061.000 gestiegen. Saisonbereinigt ist sie gegenüber dem Vormonat um 4.000 höher. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Verglichen mit dem August des letzten Jahres liegt die Arbeitslosenzahl um 36.000 höher; die Arbeitslosenquote hat sich im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im Juli auf 4,2 Prozent.
Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im August gegenüber dem Vormonat um 3.000 gesunken. Mit 3.674.000 war sie um 33.000 höher als vor einem Jahr.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 24. August für 14.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juni 2026 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 140.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 8.000 mehr als im Vormonat und rund 55.000 weniger als vor einem Jahr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im Juli 2026 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 14.000 verringert. Mit 45,66 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 226.000 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Mai auf Juni 2026 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 1.000 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,81 Millionen Beschäftigten um 73.000 niedriger. 7,62 Millionen Personen hatten im Juni 2026 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 56.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,08 Millionen ausschließlich und 3,53 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Die Arbeitskräftenachfrage bleibt weiter schwach. Im August waren 656.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 25.000 mehr als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – blieb im August 2026 unverändert bei 103 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der BA-X um 4 Punkte höher aus.

1.133.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im August 2026 Arbeitslosengeld, 109.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Grundsicherungsberechtigten belief sich hochgerechnet im August auf 3.754.000. Gegenüber August 2025 war dies ein Rückgang um 116.000 Personen. 6,9 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Seit Oktober 2025 haben sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 433.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle gemeldet, 4.000 mehr als im Vorjahresmonat. 156.000 haben bis August mitgeteilt, dass ihre Ausbildungssuche erfolgreich war, 11.000 weniger als vor einem Jahr. 102.000 haben bisher weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden. Die Statistik weist insgesamt 451.000 gemeldete Ausbildungsstellen aus. Das waren 32.000 weniger als im August 2025. 116.000 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt. Bis zum Ende des Berichtsjahres am 30. September ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. Vor allem die Zahlen der unbesetzten Ausbildungsstellen und der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber werden sich noch deutlich verringern.

Klimaschutz wird sichtbar: 29 Projekte aus MV ausgezeichnet

Parchim – 90 Bewerbungen, 29 ausgezeichnete Projekte und Ideen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Beim Landeswettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ zeigt sich, wie vielfältig Klimaschutz im ländlichen Raum bereits heute gelebt wird. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus zeichnet heute ab 18 Uhr im Solitär in Parchim elf Projekte mit Hauptpreisen und weitere 18 mit Mutmach-Preisen aus. Die ausgezeichneten Vorhaben reichen von Bürgerenergie und nachhaltiger Landwirtschaft über klimafreundliche Mobilität und Moorwiedervernässung bis hin zu Bildungs-, Sport- und Gemeinschaftsprojekten.

„Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Berlin, Brüssel oder auf internationalen Konferenzen. Er entscheidet sich auch in unseren Dörfern und Städten – dort, wo Menschen selbst anpacken und Lösungen entwickeln, die zu ihrer Region passen. 90 Bewerbungen zeigen, wie viel Ideenreichtum und Engagement es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Die ausgezeichneten Projekte verbinden Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung, Bildung, Mobilität und einem lebendigen Miteinander. Genau diesen Klimaschutz brauchen wir: konkret, vor Ort und gemeinsam mit den Menschen statt über ihre Köpfe hinweg“, sagte Backhaus anlässlich der Preisverleihung.

Der Wettbewerb „Gutes.Klima.Machen.“ wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Bewerben konnten sich Bürgerinnen und Bürger aus den ländlichen Räumen des Landes. Ausgezeichnet werden Projekte in zwei Kategorien: „gut gedacht“ für kreative und umsetzungsreife Ideen sowie „gut gemacht“ für Vorhaben, die bereits praktisch umgesetzt werden.

Insgesamt werden 11 Hauptpreise und 18 Mutmach-Preise vergeben. Die drei Hauptpreise in der Kategorie „gut gedacht“ sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die acht Hauptpreisträger in der Kategorie „gut gemacht“ erhalten jeweils 15.000 Euro. Für die 18 Mutmach-Preise stehen jeweils 2.000 Euro zur Verfügung. Damit fließen insgesamt 205.000 Euro unmittelbar in die Weiterentwicklung der ausgezeichneten Ideen und Projekte.

Backhaus betonte: „Gute Ideen scheitern gerade im ländlichen Raum häufig nicht am Engagement, sondern daran, dass für den entscheidenden nächsten Schritt Geld oder Unterstützung fehlen. Genau dort setzt der Wettbewerb an. Wir wollen aus guten Ideen konkrete Projekte machen und erfolgreiche Projekte dabei unterstützen, weiter zu wachsen. Wer vor Ort Verantwortung übernimmt, soll auch die Chance bekommen, etwas zu bewegen.“

Wie unterschiedlich dieser Beitrag aussehen kann, zeigen die Hauptpreisträger. Eine Bürgerenergiegenossenschaft mit mehr als 120 Mitgliedern betreibt beispielsweise Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden und ermöglicht der Kommune langfristig günstigen, CO₂-sparenden Strom. In Parchim entsteht an der Evangelischen Schule Paulo Freire ein Klimawald als Lernort für Schülerinnen und Schüler. Eine historische Dorfschule wurde vor dem Abriss bewahrt und zu einem ökologischen Wohn-, Arbeits- und Begegnungsort entwickelt. Sportvereine setzen Photovoltaik, Speicher, LED-Flutlicht oder Mehrwegsysteme ein. Andere Projekte verbinden Landwirtschaft mit Naturschutz, schaffen Streuobstwiesen oder machen Moor- und Klimaschutz für Kinder und Erwachsene erlebbar.

„Das ist für mich der entscheidende Punkt: Klimaschutz wird dann überzeugend, wenn er einen konkreten Nutzen schafft. Wenn Bürgerinnen und Bürger gemeinsam günstigeren Strom erzeugen, ein Sportverein seine Energiekosten senkt, regionale Lebensmittel produziert werden oder aus einem alten Gebäude wieder ein lebendiger Treffpunkt im Dorf wird, dann profitieren Klima und Region gleichermaßen. Klimaschutz kann regionale Entwicklung sein – und genau das zeigen diese Projekte“, betonte Minister Backhaus.

Auch die 18 Mutmach-Preise spiegeln die große Bandbreite des Engagements wider. Ausgezeichnet werden unter anderem Vorhaben für E-Carsharing und ehrenamtliche Fahrdienste, Blühwiesen und Streuobst, regenerative Landwirtschaft, Umweltbildung, Photovoltaik sowie regionale Wertschöpfung. 

„Gutes.Klima.Machen.“ ist Teil des auf zwei Jahre angelegten Landesprogramms „MV tut was.“ Das Programm verfolgt das Ziel, Klimaschutz mit Beteiligung, gesellschaftlichem Zusammenhalt und regionaler Entwicklung in den ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns zu verbinden. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Kommunen und junge Menschen sollen konkrete Möglichkeiten erhalten, eigene Klimaschutzprojekte anzustoßen und umzusetzen. Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was

Der Wettbewerb wird vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V. umgesetzt. Die Preisverleihung ist zugleich Teil eines Austauschforums, bei dem Akteure aus den verschiedenen Projekten des Landesprogramms Erfahrungen teilen, voneinander lernen und neue Netzwerke knüpfen können.

L 103 in Dorf Mecklenburg: Freie Fahrt nach zweijähriger Bauzeit

Jesse: „Das ist ein guter Tag für alle, die diese Strecke regelmäßig nutzen“

Dorf Mecklenburg – Nach knapp zweijähriger Bauzeit ist die Ortsdurchfahrt Dorf Mecklenburg an der Landesstraße 103 ab sofort wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Die rund einen Kilometer lange Strecke wurde heute im Beisein von Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde, des Straßenbauamtes Schwerin und des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums feierlich freigegeben.

„Heute ist ein guter Tag für Dorf Mecklenburg und alle, die diese Strecke regelmäßig nutzen. Endlich wieder freie Fahrt! Von dieser Investition in mehr Verkehrssicherheit und eine leistungsfähige zukunftsfähige Infrastruktur profitieren die Menschen in Dorf Mecklenburg ebenso wie Pendlerinnen und Pendler, Unternehmen und alle, die täglich auf dieser wichtigen Verbindung unterwegs sind“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit heute vor Ort bei der Verkehrsfreigabe.

Die heute abgeschlossene, umfangreiche Baumaßnahme erstreckt sich von der Kreuzung der B 106 mit der L 103 in der Bahnhofstraße bis zum Ortsausgang in Richtung Lübow. Auf einer Länge von einem Kilometern wurde die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitert und in Kurvenbereichen zusätzlich aufgeweitet. Zudem wurde eine neue Oberflächenentwässerung hergestellt.

Der durchgehende Gehweg mit einer Breite zwischen 1,50 und 2,10 Metern sorgt insbesondere auf dem Weg zum Bahnhof für mehr Sicherheit. Auch die vorhandenen Bushaltestellen wurden barrierefrei ausgebaut sowie Straßenbeleuchtung, Markierungen und Beschilderung erneuert. Im Zuge der Gemeinschaftsmaßnahme erneuerte der Zweckverband Wismar zudem die zentrale Trinkwasserleitung.

„Die L 103 ist eine wichtige Verbindung in der Region. Sie verbindet die B 106 mit der B 105, erschließt die umliegenden Gemeinden und hat zugleich Bedeutung als östliche Umfahrung von Wismar. Mit dem Ausbau stärken wir deshalb nicht nur Dorf Mecklenburg, sondern verbessern einen wichtigen Bestandteil des Straßennetzes im Landkreis Nordwestmecklenburg“, so Jesse.

Die Gesamtmaßnahme hat rund 4,45 Millionen Euro gekostet. Das Land Mecklenburg-Vorpommern trägt davon rund 2,88 Millionen Euro für den Landesstraßenbau. Der Zweckverband Wismar beteiligt sich mit rund 920.000 Euro, die Gemeinde Dorf Mecklenburg mit rund 650.000 Euro. Zusätzlich unterstützt das Land die Gemeinde mit rund 410.000 Euro aus der kommunalen Straßenbauförderung. Damit wurden unter anderem kommunale Anteile und der Gehwegbau mitfinanziert.

Die Bauarbeiten hatten im September 2024 begonnen. Anlass für den grundhaften Ausbau waren unter anderem der schlechte Zustand der Fahrbahn, die unzureichende Fahrbahnbreite und die fehlende Entwässerung.

Jesse: „Eine gute Verkehrsinfrastruktur ist Voraussetzung für Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung – gerade im ländlichen Raum. Mein Dank gilt allen Beteiligten und besonders den Anwohnerinnen und Anwohnern, die während der Bauzeit Einschränkungen und Umleitungen in Kauf nehmen mussten. Umso mehr freue ich mich, dass die Arbeiten im vorgesehenen Zeitplan abgeschlossen werden konnten.“

Für den Erhalt und den Neubau von Bundes- und Landesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr Investitionen in Höhe von insgesamt rund 263 Millionen Euro geplant. Davon sind rund 182,4 Millionen Euro für Bundesstraßen und 80,6 Millionen Euro für Landesstraßen vorgesehen. Allein 46,6 Millionen Euro fließen in den Erhalt sowie den Um- und Ausbau von Landesstraßen.

In Malchow entsteht neue Landesfeuerwehrschule

Malchow – Die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow soll in den nächsten Jahren auf einem neuen Gelände komplett neu gebaut werden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Innenminister Christian Pegel und Finanzminister Dr. Heiko Geue gaben heute den Start für die Planungen. „Ich erinnere mich noch gut an unsere auswärtige Kabinettssitzung, die wir 2022 in der Landesfeuerwehrschule abgehalten haben.

Damals gab es schon die Idee eines Neubaus. Denn die räumlichen Kapazitäten der bestehenden Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz reichen nicht mehr aus. Ich fand das damals sehr überzeugend. Und ich habe damals zugesagt: Wenn sich finanzielle Spielräume auftun, dann wird die Landesregierung dieses Projekt auch umsetzen“, erinnerte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Dank des Sondervermögens Infrastruktur könne die Landesregierung diese Zusage jetzt einlösen. „Die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz bekommt einen Neubau. Ein landesweites Kompetenzzentrum zur zentralen Aus-, Fort- und Weiterbildung von Führungskräften und Spezialisten der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern“ erläuterte Schwesig. „Die Feuerwehren und der Katastrophenschutz brauchen top-ausgebildete Leute.“

Die Landesregierung stehe an der Seite der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes. Landesweit seien neue Fahrzeuge beschafft worden. Jetzt werde das Feuerwehrgerätehaus-programm umgesetzt und ein neues Programm für größere Feuerwehrgerätehäuser vorbereitet. Auch in den Katastrophenschutz sei investiert worden.

„Wir verlassen uns in einem ganz wichtigen Bereich unserer Infrastruktur und unserer Sicherheit auf Ehrenamtliche und auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Beruf und Ehrenamt. Umso wichtiger ist es, den Brand- und Katastrophenschutz so auszustatten, dass alle Engagierten ihre wichtige Tätigkeit gut ausüben können. Aus-, Fort- und Weiterbildung gehören ganz wesentlich dazu“, erklärte die Ministerpräsidentin.