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Wenn das Smartphone zum Dauerbegleiter wird

Ausstellung zu Social Media und Sucht startet in Stralsund – Drese eröffnet BE.LIKE.ME.“ – KiJuSucht2025 zeigt: Problematische Mediennutzung vor allem in Städten – Schulen können sich für Besuch anmelden

Stralsund – Wann wird aus intensiver Social-Media-Nutzung ein Problem? Mit der interaktiven Wanderausstellung „BE.LIKE.ME. – Social Media und ich“ will Mecklenburg-Vorpommern Kinder und Jugendliche für einen bewussten Umgang mit digitalen Medien sensibilisieren. Gesundheitsministerin Stefanie Drese eröffnete die Ausstellung heute in der Alten Fischfabrik in Stralsund. Sie verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kunst und interaktiven Elementen und lädt Jugendliche dazu ein, den eigenen Medienkonsum zu hinterfragen. Das Land fördert die Ausstellung mit 120.000 Euro aus dem Sonderprogramm „Gesundheitsförderung und Prävention 2.0“. Schirmherrin ist Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Wie wichtig das Thema ist, zeigen die Ergebnisse der vom Land geförderten wissenschaftlichen Erhebung „KiJuSucht2025“ der Universität Greifswald, an der 576 junge Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen haben. Die Studie zeigt deutliche regionale Unterschiede: Während im ländlichen Raum eher der Konsum von Alkohol, Cannabis und anderen Suchtmitteln im Vordergrund steht, ist problematische Medien- und Smartphonenutzung insbesondere in den Städten ausgeprägt.

Zugleich benennt die Studie wichtige Schutzfaktoren: Eine starke Bindung an die Schule sowie eine gute Beziehungs- und Interaktionsqualität im Elternhaus gehen mit einer geringeren und weniger problematischen Smartphonenutzung einher. Häufige Fehlzeiten und ein Umfeld, in dem problematisches Verhalten anerkannt wird, können dagegen eine exzessive Nutzung begünstigen.

„KiJuSucht2025 zeigt uns sehr konkret, wo wir hinschauen und wo wir ansetzen müssen. Wir dürfen junge Menschen mit ihren digitalen Lebenswelten nicht alleinlassen. Prävention ist mehr als die Aufforderung, das Handy wegzulegen. Wir müssen junge Menschen stark machen, damit sie digitale Medien selbstbestimmt, kritisch und gesund nutzen können“, sagte Drese. „BE.LIKE.ME. setzt genau dort an: Die Ausstellung kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus, regt zum Nachdenken an und macht erlebbar, welche Mechanismen hinter Likes, Feeds und dem Drang stehen, immer wieder zum Smartphone zu greifen.“

Bundesweit ist die Entwicklung ebenfalls alarmierend: Nach der DAK-Suchtstudie 2025 nutzen mehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen soziale Medien in riskantem oder pathologischem Ausmaß. Im Durchschnitt verbringen Kinder und Jugendliche an einem Wochentag mehr als zweieinhalb Stunden mit sozialen Medien. „Unsere Antwort darf nicht darin bestehen, jungen Menschen einfach die digitale Welt zu verbieten. Wir brauchen Befähigung: Medienkompetenz, kritische Reflexionsfähigkeit und die Fähigkeit, mit digitalen Reizen und den eigenen Emotionen umzugehen. Gleichzeitig müssen die Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung genommen werden“, so Drese.

Birgit Grämke, Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV (LAKOST), betonte die Bedeutung eines niedrigschwelligen Präventionsangebots: „KiJuSucht2025 zeigt, dass wir bei der Prävention genau hinschauen müssen. Mediennutzung ist Teil des Alltags junger Menschen und kann sich je nach Lebenswelt unterschiedlich entwickeln. Deshalb müssen wir Jugendliche dort erreichen, wo sie leben und lernen. BE.LIKE.ME. schafft einen Raum, in dem sie ohne erhobenen Zeigefinger über ihr eigenes Nutzungsverhalten nachdenken und gemeinsam darüber sprechen können.“

Die Ausstellung greift damit auch Empfehlungen der interdisziplinären Expertenkommission des Landes zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Sozialen Medien auf. Diese setzt statt pauschaler Verbote auf „Befähigungsgerechtigkeit“ – also auf Medienkompetenz, kritische Reflexionsfähigkeit und einen bewussten Umgang mit den eigenen Emotionen.

„Wir wollen nicht, dass Jugendliche einfach lernen, weniger auf ihr Smartphone zu schauen. Sie sollen verstehen, warum sie immer wieder danach greifen und wie Plattformen Aufmerksamkeit binden. Erst wenn ich die Mechanismen kenne, kann ich auch selbstbestimmt damit umgehen“, sagte Grämke.

Die Wanderausstellung ist bis zum 9. Oktober 2026 in der Alten Fischfabrik in Stralsund zu sehen und zieht anschließend vom 2. November bis 18. Dezember 2026 ins E-Werk nach Schwerin weiter. Sie richtet sich insbesondere an Schulklassen, aber auch an die Öffentlichkeit. Schulen können sich für einen Besuch bei der LAKOST MV anmelden.

Drese appellierte an die Schulen im Land, das Angebot zu nutzen: „BE.LIKE.ME. ist kein Frontalunterricht und keine Verbotsveranstaltung. Die Ausstellung bietet Raum für Fragen, Diskussionen und eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Medienkonsum. Ich wünsche mir deshalb, dass möglichst viele Schulklassen diese Chance nutzen und gemeinsam ins Gespräch kommen.“

Beratungsangebot für Betroffene von häuslicher Gewalt erweitert

Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt dankt dem DRK Kreisverband Güstrow für die Einrichtung einer mobilen Beratung.

Schwerin – „Ich danke dem DRK Kreisverband Güstrow e. V. für die Übernahme eines weiteren Beratungsangebots für Betroffene von häuslicher Gewalt im Landkreis Rostock. Es startet zum 1.September zunächst als mobiles Angebot. Das ermöglicht, flexibel auf Nachfragen und Bedarfe in der Region zu reagieren, um möglichst viele Betroffene erreichen zu können. Geschlossen wird eine Lücke, die seit letztem Jahr durch die Schließung der Beratungsstelle in Bad Doberan bestand.

Der DRK Kreisverband Güstrow e. V. ist ein wichtiger Partner im Beratungs- und Hilfenetz Mecklenburg-Vorpommern. Er ist neben der Übernahme des mobilen Angebots bereits Träger des Frauenschutzhauses im Landkreis Rostock. Die Strukturen des Beratungs- und Hilfenetzes haben wir in diesem Jahr gestärkt und Meilensteine gesetzt.

Mit dem Landesausführungsgesetz zum Gewalthilfegesetz, mit dem Start der Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms zeigen wir, dass wir kein Opfer häuslicher oder auch sexualisierter Gewalt allein lassen“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt anlässlich des Starts des mobilen Beratungsangebots.

Die Zweite stellvertretende Landrätin des Landkreises Rostock, Anja Kerl: „Ich bin froh und erleichtert, dass nach einem langen und intensiven Prozess ab dem 01.09. endlich wieder ein Beratungsangebot für die von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen im Landkreis Rostock zur Verfügung stehen wird. Wenngleich dieses zunächst nur in geringem Umfang starten kann, schließt es doch eine große Lücke und ich bin dem Träger DRK Güstrow sehr dankbar, dass er bereit war, diesen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen. Ich wünsche mir, dass es künftig auch mit Hilfe einer verlässlichen und auskömmlichen Finanzierung durch das Land gelingt, das Beratungsangebot auszubauen und langfristig zu sichern.“

Der DRK Kreisverband Güstrow e.V. freut sich nach eigenen Angaben, mit der Erweiterung seines Beratungsangebots um eine Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt die seit Juni 2025 bestehende Versorgungslücke im Landkreis Rostock am 1. September 2026 schließen zu können.

„Uns ist es unwahrscheinlich wichtig, dass wir mit der Aufrechterhaltung dieses wichtigen Beratungsangebots zur Stärkung der Gesellschaft in unserem Landkreis aktiv beitragen können“, konstatiert Alexander Plass, Vorstandsvorsitzender des DRK Kreisverbands Güstrow e.V, und ergänzt: „Als Verband des Deutschen Roten Kreuzes ist es uns inhärent Hilfe anzubieten, wo sie gebraucht wird. Häusliche Gewalt hat viele Formen und zieht sich durch alle gesellschaftlichen Schichten – hier ist es wichtig, schnell und niederschwellig Unterstützung anzubieten.“

Ein wesentlicher Schwerpunkt der künftigen Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt wird einerseits die psychosoziale Beratung und andererseits die Ermittlung des individuellen Schutzbedarfs sein. Darüber hinaus wird die künftige Mitarbeiterin der Beratungsstelle die Betroffenen begleiten und unterstützen z. B. bei der Einleitung notwendiger Schritte, beim Ausfüllen von Anträgen und begleitet auf Wunsch zu Ämtern, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten oder anderen Institutionen. Ziel ist es, dass die Betroffenen ihre Autonomie zurückerlangen, ihre Gewalterfahrungen verarbeiten und in ihrem Selbstwert für ein gewaltfreies Leben gestärkt werden.

Die mobile Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt ist von Montag bis Freitag unter Telefon (03843) 683186 oder E-Mail bst@drk-guestrow.de zu erreichen. Auf Wunsch erfolgt die Beratung anonym. In Abstimmung mit den Betroffenen können Termine online, per Telefon oder in einem persönlichen Treffen an einem neutralen Ort im Landkreis Rostock vereinbart werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert ein flächendeckendes spezialisiertes Hilfe- und Beratungsnetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt. Allein in diesem Jahr stehen insgesamt 3.272.200 Euro zur Verfügung. Außerdem werden mithilfe von fünf Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes die Frauenschutzhäuser und Fachberatungsstellen ausgebaut, weiterentwickelt und barrierearm ausgestattet.

Neuen Polizeihubschrauber übergeben

Schwesig und Pegel übergeben ersten von zwei neuen Polizeihubschraubern

Laage – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Christian Pegel haben heute den ersten von zwei neuen Polizeihubschraubern an die Landespolizei
Mecklenburg-Vorpommern übergeben.

„Die neuen Hubschrauber sichern die Einsatzfähigkeit unserer Polizei für viele Jahre. Sie erfüllen die neuesten technischen Standards und begegnen unseren Anforderungen als Flächen- und Küstenland. Die neuen Maschinen werden am Flugplatz Rostock-Laage stationiert. Mit der hervorragenden Infrastruktur, der zentralen Lage und der guten Erreichbarkeit ist Laage der ideale Standort. Hier können die Maschinen rund um die Uhr starten und landen – je nach Bedarf und ganz flexibel“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig

Innenminister Christian Pegel: „Für unsere Polizei beginnt mit dem neuen H145 ein neues Kapitel in der Luftunterstützung. Unsere Einsatzkräfte erhalten damit ein hochmodernes Luftfahrzeug, das ihnen insbesondere in komplexen und zeitkritischen Lagen zusätzliche Möglichkeiten bietet. Wenn am Boden schnelle Entscheidungen gefragt sind, kann die Unterstützung aus der Luft den entscheidenden Unterschied machen.

Mit der Indienststellung dieses Hubschraubers investieren wir deshalb gezielt in die operative Handlungsstärke unserer Polizei und schaffen bessere Voraussetzungen für erfolgreiche Einsätze. Die gemeinsame Beschaffung mit Niedersachsen zeigt zugleich, wie sinnvoll eine enge Zusammenarbeit der Länder bei solchen Vorhaben sein kann.“

Ein wesentlicher Fortschritt des H145 ist seine deutlich höhere Nutzlast, zum Beispiel für den Transport von Einsatzkräften und Ausrüstung. Das schafft im Einsatz spürbar mehr Flexibilität. So kann beispielsweise nach einer Suchaktion unmittelbar ein Rettungseinsatz übernommen werden, ohne dass zunächst Personal oder Ausrüstung ausgetauscht werden müssen. Die größere Zuladungsreserve ermöglicht es somit, auch bei wechselnden Einsatzanforderungen schneller zu reagieren.

Großgewerbestandort für den Verkehr freigegeben

Hornstorf – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Hornstorf, der Hansestadt Wismar und des Landkreises Nordwestmecklenburg das Großgewerbe- und Industriegebiet Wismar-Hornstorf für den Verkehr freigegeben. Das Land unterstützt die Erschließung des Hornstorfer Teils mit mehr als 32,3 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Mit den Mitteln wurden unter anderem Erschließungsstraßen sowie Geh- und Radwege, Anlagen für Trink-, Schmutz- und Niederschlagswasser, Strom- und Gasversorgung, Breitbandinfrastruktur und Straßenbeleuchtung geschaffen. Die Gesamtausgaben für die Erschließung des Hornstorfer Teils belaufen sich auf rund 39 Millionen Euro.

„Heute geben wir nicht einfach nur neue Straßen für den Verkehr frei. Wir geben einen Standort für seine eigentliche Aufgabe frei: Unternehmen Raum für Investitionen, Produktion und neue Arbeitsplätze zu bieten. Aus einer Fläche auf dem Plan ist ein real nutzbarer Wirtschaftsstandort geworden. Jetzt geht es darum, weitere Unternehmen für diesen Standort zu gewinnen, die investieren, Wertschöpfung schaffen und gute Arbeitsplätze in die Region bringen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Der Standort verfügt mit der unmittelbaren Lage am Autobahnkreuz von A 14 und A 20, der Nähe zum Seehafen Wismar und zum Hochschulstandort über wichtige Voraussetzungen für größere Industrie- und Gewerbeansiedlungen. Der erste Spatenstich für die Erschließung erfolgte im September 2021.

Im Hornstorfer Projektgebiet stehen rund 45,5 Hektar Baugebietsfläche zur Verfügung, davon 15,1 Hektar als Industrie- und 30,4 Hektar als Gewerbegebiet. Rund 24 Hektar sind bereits verkauft oder reserviert. Auf einer ersten Fläche haben Ende Juli konkrete Bauarbeiten für eine Unternehmensansiedlung begonnen. Weitere Ansiedlungsanfragen liegen vor.

„Das Interesse zeigt, dass der Standort am Markt wahrgenommen wird. Wir wollen insbesondere industrielle und produzierende Unternehmen gewinnen, die hohe Wertschöpfung schaffen, gute Beschäftigung bieten und die besonderen Potenziale dieses Standortes nutzen – allen voran die Nähe zum Seehafen Wismar“, so Blank.

Die Gemeinde Hornstorf, die Hansestadt Wismar und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg bauen derzeit eine gemeinsame Vermarktung des Standortes auf. Ein gemeinsamer Internetauftritt soll spätestens im Oktober online gehen. Im September startet zudem die Arbeit an einem gemeinsamen Vertriebs- und Marketingkonzept. Das Land und Invest in MV wollen die Partner bei der nationalen und internationalen Investorenansprache unterstützen.

Klein, wohnortnah, unverzichtbar

Drese bekennt sich beim Tag der offenen Tür zum Krankenhaus Boizenburg

Boizenburg – Gesundheitsministerin besucht KMG Klinik und betont besondere Bedeutung kleiner Krankenhäuser für die ländliche Versorgung – Krankenhausreform geht in entscheidende Phase.

Klein heißt nicht unwichtig: Gesundheitsministerin Stefanie Drese hat beim Tag der offenen Tür der KMG Klinik Boizenburg die besondere Bedeutung des Krankenhauses für die medizinische Versorgung in der Region betont. Nach ihrem Grußwort informierte sie sich bei einem Rundgang über die Arbeit und die medizinischen Angebote des Hauses. Die Klinik verfügt über 48 Betten und behandelt jährlich rund 3.000 Patientinnen und Patienten stationär sowie rund 4.000 ambulant. Ihre Bedeutung reicht dabei über den westlichen Landkreis Ludwigslust-Parchim hinaus bis nach Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

„Die KMG Klinik zeigt eindrucksvoll, dass Größe nicht alles ist. Hinter 48 Betten stehen jedes Jahr tausende Menschen, die hier medizinisch versorgt werden, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Verantwortung für ihre Patientinnen und Patienten übernehmen. Gerade in einer ländlichen Region ist ein solches Krankenhaus unverzichtbar. Unser Ziel als Landesregierung ist deshalb klar: Wir wollen das Krankenhaus Boizenburg als festen und wichtigen Bestandteil unserer Krankenhauslandschaft erhalten“, sagte Drese.

Gerade angesichts der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum müssten kleine Krankenhäuser besonders betrachtet werden. „Kliniken mit weniger als 100 Betten haben andere Voraussetzungen als große Häuser in Ballungsräumen. Sie sind nicht einfach mit ihnen über einen Kamm zu scheren. Deshalb setze ich mich seit Jahren dafür ein, dass wir ihre besonderen Bedarfe berücksichtigen und die Versorgung in unseren ländlichen Regionen dauerhaft sichern.“

Die Krankenhausreform stellt auch für Boizenburg wichtige Weichen. Mecklenburg-Vorpommern hat mit dem neuen Landeskrankenhausgesetz, den zugehörigen Rechtsverordnungen und dem neuen Krankenhausplan die wesentlichen Voraussetzungen für die Umsetzung geschaffen. Derzeit werden landesweit 626 Anträge auf Zuweisung von Leistungsgruppen geprüft und bearbeitet; die konkreten Entscheidungen sollen bis Ende 2026 getroffen werden. „Die Krankenhausreform ist ein tiefgreifender Umbruch. Aber wir kommen gut voran und werden die Reform in Mecklenburg-Vorpommern so umsetzen, dass Qualität und Patientensicherheit gestärkt werden und gleichzeitig die Versorgung in der Fläche funktioniert. Gerade bei kleinen Krankenhäusern müssen wir sehr genau hinschauen, was die Menschen vor Ort tatsächlich brauchen“, so Drese.

Die Ministerin würdigte zugleich das Engagement der KMG Klinik für die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Neben der medizinischen Behandlung bildet das Haus jährlich Pflegefachkräfte sowie Medizinische Technologinnen und Technologen für Radiologie aus. „Gute Gesundheitsversorgung braucht gute Fachkräfte und sie braucht Menschen, die sich vor Ort engagieren. Beides finden wir hier in Boizenburg“, sagte Drese. „Ich danke allen Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und den vielen weiteren Beschäftigten für ihren täglichen Einsatz. Lassen Sie uns den Weg gemeinsam weitergehen, damit die Menschen in Boizenburg und der Region auch künftig eine gute, wohnortnahe und menschliche medizinische Versorgung bekommen.“

600 Jahre Vereinsgeschichte und noch lange nicht Schluss

Sportplakette des Bundespräsidenten für die Brüeler Schützengilde

Brüel – 600 Jahre Vereinsgeschichte – und noch immer mittendrin im Vereinsleben: Die Brüeler Schützengilde 1425 e. V. ist am Freitagabend beim Schützenfest mit der Sportplakette des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ausgezeichnet worden. Sportministerin Stefanie Drese überreichte die höchste staatliche Auszeichnung für Turn- und Sportvereine und -verbände und würdigte damit die besonderen Verdienste der Schützengilde um die Pflege und Entwicklung des Sports.

„Über 600 Jahre Vereinsgeschichte – das ist weit mehr als eine beeindruckende Zahl. Dahinter stehen Generationen von Menschen, die Verantwortung übernommen, Gemeinschaft gelebt und den Verein immer wieder mit neuem Leben gefüllt haben“, sagte Drese. „Die Brüeler Schützengilde ist damit ein herausragendes Beispiel dafür, was Sport und Ehrenamt für unser Gemeinwesen leisten können.“

Gerade in einer Zeit, in der vieles schnelllebiger und unverbindlicher werde, seien Vereine Orte, die Menschen dauerhaft zusammenbringen. „Sport ist mehr als die schönste Nebensache der Welt. Er schafft Begegnung, baut Brücken über Generationen und gesellschaftliche Gruppen hinweg und vermittelt Lebensfreude. Unsere Sportvereine geben diesem Miteinander ein Zuhause“, so Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern sind inzwischen mehr als 310.000 Menschen in einem Sportverein organisiert – fast jeder fünfte Einwohner des Landes. Möglich sei das vor allem durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, betonte die Ministerin. „Vorstände, Trainerinnen und Trainer, Übungsleiter, Schieds- und Kampfrichter und all die vielen Helferinnen und Helfer halten unsere Vereine am Laufen. Sie machen unser Land lebens- und liebenswert und sind wichtige Säulen unserer demokratischen Zivilgesellschaft.“

Die Brüeler Schützengilde ist dafür ein besonders eindrucksvolles Beispiel. Rund 120 Mitglieder zählt der Verein heute. Im vergangenen Jahr feierte die Schützengilde ihr 600-jähriges Bestehen. Drese würdigte insbesondere die Leistung, über Jahrhunderte hinweg eine Gemeinschaft zusammenzuhalten und zugleich Traditionen zu bewahren.

„Eine Gemeinschaft über so viele Generationen zusammenzuhalten, Menschen für den Sport zu begeistern und dabei die eigenen Traditionen lebendig zu halten, ist eine außergewöhnliche Leistung. Die Brüeler Schützengilde hat damit nicht nur Sportgeschichte geschrieben, sondern auch ein Stück kulturelles Erbe unserer Region bewahrt“, sagte Drese. Die Landesregierung habe die Entwicklung der Vereinsinfrastruktur deshalb bereits in der Vergangenheit unterstützt.

„Heute geht es deshalb nicht nur um einen Blick zurück auf 600 Jahre Geschichte. Es geht auch darum, den Blick nach vorn zu richten. Ich wünsche der Brüeler Schützengilde, dass sie auch die nächsten Generationen für ihren Sport und ihre Gemeinschaft begeistern kann“, sagte Drese abschließend.

Mit der Sportplakette des Bundespräsidenten werden Turn- und Sportvereine ausgezeichnet, die sich durch langjähriges Wirken besondere Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports erworben haben. Die Auszeichnung wurde erstmals 1984 verliehen und würdigt das herausragende ehrenamtliche Engagement in den Sportvereinen.

Pferdetage in Redefin: Noch Tickets erhältlich

Redefin – Pferdesport, Zucht und große Schaubilder: Am 29. und 30. August 2026 lädt das Landgestüt Redefin zu den traditionellen Pferdetagen ein. Jeweils ab 10 Uhr können Besucherinnen und Besucher einen Blick hinter die Kulissen des Gestüts werfen. Ab 13 Uhr beginnt die große Pferdeschau auf dem Paradeplatz.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus lädt zum Besuch ein: „Das Landgestüt Redefin gehört zu den besonderen Orten Mecklenburg-Vorpommerns. Hier verbinden sich über 200 Jahre Pferdezucht mit Tradition, Fachwissen und einer großen Begeisterung für das Pferd. Diese Tradition zu erhalten und zugleich in die Zukunft zu führen, ist uns als Land wichtig. Die Pferdetage zeigen eindrucksvoll, wie lebendig dieses Kulturgut ist. Ich lade alle Pferdefreunde und besonders Familien herzlich ein, Redefin an diesem Wochenende selbst zu erleben.“

Auf dem Programm stehen unter anderem die Große Quadrille mit den Lützower Jägern, historische Kutschen und Mehrspänner sowie zahlreiche Gastauftritte. Bereits am Vormittag gibt es Stallbesichtigungen, Einblicke in das Roßarzt-Museum sowie Vorführungen rund um Pferdezucht und -haltung. Für Kinder werden unter anderem Ponyreiten, Hobby-Horsing und weitere Mitmachangebote angeboten.

Erst vor wenigen Wochen waren Pferde und Reiter des Landgestüts Redefin auch an der großen Quadrille der Deutschen Landgestüte im Rahmen der Weltmeisterschaft in Aachen beteiligt. Nun steht am Wochenende Redefin selbst ganz im Zeichen der Faszination Pferd.

Tickets sind weiterhin im Vorverkauf sowie an den Veranstaltungstagen erhältlich.

30 neue Finanzwirtinnen und Finanzwirte für M-V

Güstrow – 30 Anwärterinnen und Anwärter haben ihre Ausbildung für den mittleren Dienst der Finanzverwaltung Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich abgeschlossen. Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue übergab ihnen heute in der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow ihre Zeugnisse.

„Sie haben sich für eine Aufgabe entschieden, die für das Funktionieren unseres Gemeinwesens unverzichtbar ist. Steuern finanzieren das, was unser Land zusammenhält – von Bildung und sozialer Sicherheit über Infrastruktur bis hin zu Polizei und Justiz. Zugleich wandelt sich die Landesverwaltung. Wir bauen Bürokratie ab und digitalisieren unsere Verfahren. Dafür brauchen wir engagierte, gut ausgebildete Beschäftigte, die bereit sind, Veränderungen mitzugestalten. Ich wünsche den neuen Finanzwirtinnen und Finanzwirten viel Erfolg und freue mich darauf, sie als Teil unserer Finanzverwaltung willkommen zu heißen“, sagte Minister Dr. Geue bei seiner Festrede.

Am 1. September 2024 haben 42 Anwärterinnen und Anwärter ihre zweijährige Ausbildung begonnen. 31 von ihnen traten zur Laufbahnprüfung an. 30 bestanden die Prüfung im ersten Versuch erfolgreich und sind nun Finanzwirtinnen und Finanzwirte. Ein Anwärter wird die Wiederholungsprüfung ablegen.

Die Ausbildung zur Finanzwirtin bzw. zum Finanzwirt dauert zwei Jahre und verbindet theoretische Ausbildungsabschnitte an der Außenstelle Güstrow der Norddeutschen Akademie für Finanzen und Steuerrecht Hamburg mit praktischen Einsätzen in den Finanzämtern des Landes. Die Absolventinnen und Absolventen erwerben dabei steuerliches Grundlagenwissen sowie Kenntnisse über wirtschaftliche und juristische Zusammenhänge und lernen unterschiedliche Arbeitsbereiche der Finanzämter kennen.

Wer sich ebenfalls für eine Karriere in der Steuerverwaltung Mecklenburg-Vorpommern interessiert, kann sich aktuell wieder bewerben: Bis zum 30. November 2026 stehen insgesamt 96 Plätze für den Ausbildungs- und Studienbeginn im Herbst 2027 zur Verfügung – jeweils 48 Plätze für die Ausbildung zur Finanzwirtin bzw. zum Finanzwirt und für das duale Studium zur Diplom-Finanzwirtin bzw. zum Diplom-Finanzwirt. Weitere Informationen gibt es im Karriereportal der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern.