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M-V macht Tellow zum Reallabor für die Landwirtschaft der Zukunft

Tellow – Wie können Künstliche Intelligenz, Drohnen und automatisierte Technik dabei helfen, Betriebsmittel zu sparen, Arbeitskräfte zu entlasten und Landwirtschaft wirtschaftlicher und ressourcenschonender zu machen? Antworten darauf soll das Innovations-Gut von Thünen liefern.

Beim ersten Smart-Farming-Feldtag am Mittwoch, 2. September, 9 bis 13 Uhr auf dem Fraunhofer Innovations-Gut von Thünen (Acker an der Kreuzung „Tenze Ecke“ an der GÜ 42, 17168 Warnkenhagen) werden neue Technologien nicht nur im Labor, sondern unter realen Bedingungen auf dem Acker erprobt. Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellt dafür rund 374 Hektar landeseigene Fläche pachtzinsfrei zur Verfügung – eine Unterstützung im Gegenwert von rund 175.000 Euro jährlich.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betont: „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind kein Selbstzweck. Entscheidend ist, was am Ende auf dem Acker und im Stall ankommt: Spart eine Technologie Betriebsmittel? Entlastet sie Arbeitskräfte? Schont sie Ressourcen? Und vor allem: Rechnet sie sich für den Betrieb? Genau dafür brauchen wir Orte wie Tellow, an denen neue Technik unter Praxisbedingungen getestet wird.“

Das Innovations-Gut wurde im November 2025 gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD als Forschungs- und Praxisplattform eröffnet. Nicht einmal ein Jahr später zeigt der erste Feldtag, wie aus der Idee konkrete Anwendungen werden.

Vom Forschungsprojekt auf den Acker

Beim Feldtag präsentieren Forschungseinrichtungen, Landtechnikunternehmen und Start-ups Anwendungen aus Digitalisierung, Automatisierung, Sensorik, Fernerkundung und Künstlicher Intelligenz.

Das Fraunhofer IGD zeigt unter anderem ein System, das Pflanzen dreidimensional erfasst und einzelne Ähren sowie weitere Pflanzenmerkmale automatisiert erkennen und auswerten kann. Weitere Anwendungen zeigen, wie Fernerkundungsdaten und KI genutzt werden können, um Pflanzenbestände zu analysieren. Hinzu kommen Lösungen aus Agrarrobotik und Sensorik sowie Ansätze für intelligentes Weidemanagement.

„Gerade angesichts von Fachkräftemangel, Klimawandel und wirtschaftlichem Druck liegen in diesen Technologien große Chancen. Aber nicht alles, was technisch möglich ist, ist automatisch praxistauglich. Die Technik muss robust, bezahlbar und einfach einsetzbar sein. Sie soll den Landwirt unterstützen – nicht ersetzen“, unterstrich der Minister.

Digitale Lösungen können beispielsweise Dünge- und Pflanzenschutzmittel präziser einsetzen, Pflanzenbestände genauer erfassen, Arbeitsabläufe automatisieren, Tiere besser überwachen und natürliche Ressourcen schonen.

Landwirte sollen mitentwickeln

Für Backhaus ist entscheidend, die landwirtschaftliche Praxis frühzeitig in die Entwicklung neuer Technologien einzubeziehen. Landwirtinnen und Landwirte sollen auf dem Innovations-Gut neue Anwendungen kennenlernen, erproben und den Forschenden und Unternehmen unmittelbar Rückmeldung geben.

„Technologietransfer darf keine Einbahnstraße sein. Die Praktiker wissen am besten, wo im Betriebsalltag der Schuh drückt. Deshalb sollen sie hier nicht erst das fertige Produkt präsentiert bekommen, sondern an seiner Entwicklung mitwirken. Nur so entstehen Lösungen, die die Betriebe wirklich brauchen“, ergänzte Dr. Philipp Wree, Branchenleiter Bioökonomie-Smart Farming beim Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock.

Mit dem Innovations-Gut will das Land Mecklenburg-Vorpommern als Standort für Agrarinnovation stärken. Leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie innovative Unternehmen böten dafür gute Voraussetzungen.

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein starkes Agrarland. Unser Anspruch muss deshalb sein, auch bei Smart Farming und digitaler Landwirtschaft vorne mitzuspielen. Tellow bringt Forschung, Wirtschaft und Praxis zusammen – und macht aus guten Ideen Lösungen für den Acker und den Stall“, sagte Backhaus abschließend.

Am Nachmittag wird der Austausch im AgriAI-Club fortgesetzt. Dort kommen Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forschung, Start-ups, Landtechnik, Hochschulen, Beratung, Finanzwirtschaft und Politik zusammen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung gibt es beim Fraunhofer IGD.

„Leben retten kann wirklich jeder“

Drese unterstützt Weltrekordversuch im Wiederbeleben in Schwerin

Schwerin – In Schwerin hat heute ein außergewöhnlicher Weltrekordversuch begonnen. Gemeinsam wollen der Verein NOFiAS und der DRK-Kreisverband Schwerin mindestens 80 Stunden lang Tag und Nacht und ohne Unterbrechung eine Reanimation an Übungspuppen durchführen. In zweistündigen Schichten wechseln sich Teams aus Vereinen, Unternehmen, Sportgruppen und Einzelpersonen ab, um öffentlichkeitswirksam auf die Bedeutung der Ersten Hilfe, auch durch Laien, hinzuweisen.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese nahm heute Vormittag ebenfalls am Weltrekordversuch teil und betonte: „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Wege auch für den Rettungsdienst weit sein können, kommt es auf das beherzte Eingreifen von Umstehenden an, die die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter überbrücken. Dass das keine Angst machen muss, wollen wir in den nächsten 80 Stunden des praktischen Trainings zeigen“, erklärte sie.

Für Drese steht die Aktion zugleich aber auch beispielhaft für einen zweiten wichtigen Baustein der Notfallvorsorge: öffentlich zugängliche, automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) dort verfügbar zu machen, wo Menschen sie im Alltag schnell erreichen können. Diese Geräte können, wenn nötig, einen lebensrettenden elektrischen Schock abgeben, um Herz-Rhythmusstörungen zu beheben. Ein eingebautes Metronom kann außerdem bei der Herzdruckmassage unterstützen.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Land gemeinsam mit NOFiAS den Startschuss für den Ausbau eines öffentlichen AED-Flächennetzes in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. In Schwerin sollen im Rahmen der Initiative „Schwerin zeigt Herz“ bis Jahresende 50 öffentlich zugängliche AEDs installiert werden.

„Wir wollen, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur wissen, was im Notfall zu tun ist, sondern dass sie auch alle notwendigen Hilfsmittel hierfür schnell erreichen können. Deshalb gehören für mich zwei Dinge zusammen: gut ausgebildete Ersthelferinnen und Ersthelfer und ein möglichst dichtes Netz öffentlich zugänglicher AEDs“, erklärte Drese. Hier gehöre die Schweriner Marienplatz Galerie, in der der Weltrekordversuch stattfindet, bereits zu den Vorreitern. Ein extra außen angebrachtes Gerät sorgt hier wie auch am Gebäude des Sozialministeriums bereits dafür, dass dieser im Notfall immer erreichbar ist, auch außerhalb der Öffnungszeiten.

„Bei der Benutzung der AEDs gilt wie bei der Wiederbelebung auch: Man kann nichts falsch machen, außer man greift gar nicht erst ein. Die Geräte sind selbsterklärend gestaltet und lösen immer nur dann einen Schock ab, wenn das System dies als notwendig ansieht“, unterstrich Drese. Es gehe also vor allem darum, genug Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu haben, um in einer Notfallsituation einzugreifen.

Mit Blick auf den Weltrekord erklärte die Ministerin: „Natürlich wäre es schön, wenn am Ende eine neue Bestmarke steht. Der eigentliche Erfolg wäre für mich aber, wenn möglichst viele Menschen aus diesen 80 Stunden mitnehmen: Ich kann helfen. Ich weiß, was zu tun ist. Und ich bin mutig genug, zum Lebensretter oder zur Lebensretterin zu werden, wenn das Leben einer anderen Person in meinen Händen liegt“, so Drese.

Noch gibt es offene Zeitslots, für die sich interessierte Personen aber auch Vereine, Initiativen, Unternehmen oder Sport- und Hobbygruppen anmelden können. Alle Informationen finden Sie unter https://www.drk-sn.de/weltrekord.html.

Kinder- und Jugendmedienschutz in der digitalen Welt

Schutz, Befähigung und Teilhabe: Mecklenburg-Vorpommern setzt Empfehlungen der Expertenkommission bereits um

Schwerin – Digitale Technologien eröffnen Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten zum Lernen, zur Kommunikation und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Für einen sicheren Umgang in der digitalen Welt ist ein starker Kinder- und Jugendmedienschutz unerlässlich. Die von Bundesministerin Karin Prien eingesetzte unabhängige Expertenkommission hat dafür 56 Handlungsempfehlungen vorgelegt, deren vollständige Fassung mit ausführlichen Problem- und Zielbeschreibungen jetzt veröffentlicht wurde.

„Die Vorschläge machen deutlich, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der digitalen Welt nur gelingen kann, wenn sie gestärkt werden und wir für sichere digitale Räume sorgen, damit sie sich orientieren können”, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mecklenburg-Vorpommern setzt viele der genannten Maßnahmen bereits um. Mit der in den Rahmenplänen verankerten Medienbildung, gezielten Präventionsangeboten sowie vielfältigen Fortbildungen für Lehrkräfte stärken wir die Medienkompetenz junger Menschen und fördern einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.“

Die Handlungsempfehlungen stellen Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Sie beruhen auf fünf zentralen Prinzipien:

  • an bewährte Praxis anknüpfen,
  • Handlungsspielräume vor Ort stärken,
  • Verantwortung gemeinsam wahrnehmen,
  • Zusammenarbeit verbessern,
  • technologische Entwicklungen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, kontinuierlich berücksichtigen.

„Mit unseren Empfehlungen zur Nutzung digitaler Endgeräte geben wir den Schulen bereits eine wichtige Orientierung für einen altersgerechten Einsatz. Auch beim Thema Künstliche Intelligenz unterstützen wir die Schulen und Lehrkräfte schon jetzt dabei, die neuen Möglichkeiten pädagogisch sinnvoll und verantwortungsbewusst einzusetzen“, sagt die Bildungsministerin.

Folgende Handlungsempfehlungen der Expertenkommission setzt Mecklenburg-Vorpommern bereits um:

  • Medienbildung als Grundlage für digitale Teilhabe

Medienbildung ist als Querschnittsaufgabe in allen Schularten und Fächern verankert. Mit dem Pflichtfach Informatik und Medienbildung ab Jahrgangsstufe 5 erwerben Schülerinnen und Schüler Kompetenzen für einen sicheren und reflektierten Umgang mit digitalen Medien.

  • Schutz vor Risiken und Stärkung digitaler Kompetenzen

Themen wie Cybermobbing, Hate Speech, Fake News, Datenschutz, Algorithmen, Influencer-Marketing und digitale Meinungsbildung werden altersgerecht im Unterricht behandelt. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, digitale Angebote kritisch und verantwortungsvoll zu nutzen.

  • Etablierte Präventions- und Unterstützungsangebote

Kinder- und Jugendmedienschutztagungen, Fortbildungen zu Cybergrooming sowie Angebote zur Gewalt- und Mobbingprävention unterstützen Schulen und pädagogische Fachkräfte. Hinzu kommen die Beratungs- und Qualifizierungsangebote des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V), des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) sowie die Zusammenarbeit mit Polizei, Landeskriminalamt und weiteren Netzwerkpartnern.

  • Künstliche Intelligenz pädagogisch begleiten

Das KI-Projektteam des Landes entwickelt seit 2023 Handreichungen, Fortbildungen und digitale Unterstützungsangebote für Lehrkräfte und Schulleitungen. Dazu gehören unter anderem der Handlungsleitfaden „Gemeinsam die Welt der generativen KI-Systeme erkunden“, ergänzende Materialien auf TaskCards, ein itslearning-Kurs, die Fachtagung „KI in M-V: Schule, Unterricht und Leitung“ die fobizz-Landeslizenz des IQ M-V und das Pilotierungsvorhaben zum KI gestützten Feedback mit fellofish.

  • Verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Endgeräten

Die Handlungsempfehlung der Expertenkommission zur privaten Nutzung digitaler Endgeräte an Schulen greift einen Ansatz auf, den Mecklenburg-Vorpommern bereits verfolgt. Die im Jahr 2025 veröffentlichten „Empfehlungen des Landes zur Nutzung digitaler Geräte an Schulen” bieten den Schulen eine Orientierungshilfe für einen altersgerechten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Endgeräten.

Mecklenburg-Vorpommern wird die Empfehlungen zur Weiterentwicklung seiner Maßnahmen zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt nutzen. Die ausführliche Langfassung der Handlungsempfehlungen ist ab sofort unter www.bmbfsfj.bund.de   verfügbar. Die Arbeit der Expertenkommission endet mit einer Abschlussveranstaltung am 11. September 2026 in Berlin, an der auch das Bildungsministerium M-V teilnehmen wird.

„Wald  bewegt – Sport verbindet“

Backhaus eröffnet Waldsportspiele

Grabow – Im Forstamt Grabow sind heute die siebten Waldsportspiele MV der Landesforstanstalt MV gestartet. Eröffnet wurden sie von Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Der Wald ist ein perfekter Ort, um sich sportlich zu betätigen und um die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Es werden geistige und körperliche Fitness geschult und so die Gesundheit gestärkt. Der frühe Kontakt zur Natur ist die Basis für ein Grundvertrauen in das Leben und weckt den Wunsch, die Erde zu schützen und als Erwachsener nachhaltig zu leben“, sagte der Minister vor Ort. Die Waldsportspiele seien ein wichtiges Instrument, diesen Kontakt herzustellen.

An dem Wettkampf nehmen zwölf Grundschulklassen aus Grabow, Eldena und Balow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) teil. Die 228 Schülerinnen und Schüler treten an zwölf Stationen gegeneinander an.  Dazu gehören unter anderem Leitergolf, Slackline, Weitsprung, Holzturm bauen, Holz sägen und Zapfenzielwurf. „Je mehr Sinne beim Lernen beteiligt sind, desto besser prägt sich einem Kind die neue Erkenntnis ein. Die Natur bietet dabei das beste Spielmaterial. Hier können die Kinder Abenteuer erleben, die eigenen Grenzen austesten und Ängste überwinden“, so Backhaus.

Die Waldsportspiele gibt es seit 2018. Das Motto des Kooperationsprojektes zwischen dem Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV und dem Landessportbund MV e.V. lautet „Wald bewegt – Sport verbindet“. In diesem Jahr beteiligen sich auch das Forstamt Grabow und der Kreissportbund Ludwigslust-Parchim e.V..

Besonders dankte der Minister der Waldstiftung Mecklenburg-Vorpommern, die diese Waldsportspiele im Rahmen ihres Engagements „Wald ist Klasse“ unterstützt und die Kosten für den Transport der Schülerinnen und Schüler übernimmt.

Modellregion bringt erneuerbare Energie und Wirtschaft zusammen

Ines Jesse: „Mit einer klugen Nutzung der erneuerbaren Energien schaffen wir nachhaltige Wertschöpfung in der Tollense-Region“

Tützpatz – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Tützpatz gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunen und Unternehmen den aktuellen Stand der Modellregion Tollense vorgestellt. Ziel der Modellregion ist es, die Poten­tiale der erneuerbaren Energien stärker für die wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung zu nutzen. Grund­lage ist ein gemeinsamer Entwicklungsprozess von Land, Kommunen, Landkreisen und Unternehmen.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss sich vor Ort auszahlen. Hier wollen wir vom Wort zum Handeln kommen und die Erzeugung, Speicherung und Nutzung der erneuer­baren Energien gezielt mit der wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort verbinden. Wir wollen für energieintensive Unter­nehmen attraktive Rahmenbedingungen anbieten“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Tollense-Region verfügt über hohe Potentiale bei Wind- und Solarenergie sowie über eine wachsende Energiein­frastruktur. Umspannwerke, Speicher sowie Gas- und Was­serstoffpipelines sollen stärker mit neuen wirtschaftlichen Nutzungen verknüpft werden. Somit können beispielsweise erneuerbare Energien direkt in Gewerbegebieten oder von energieintensiven Unternehmen vor Ort genutzt werden. Gleichzeitig kann deren Abwärme für weitere Betriebe oder kommunale Wärmenetzte eingesetzt werden.

„Die Modellregion ist aus dem Engagement der Menschen und Unternehmen vor Ort entstanden. Kommunen, Unter­nehmen, Netzbetreiber und das Land bringen sich aktiv ein, entwickeln gemeinsam konkrete Lösungen und nutzen die vorhandenen Potentiale der Erneuerbaren. So bringen wir die Region gemeinsam weiter voran“, so Staatssekretärin Jesse.

Dabei werden auch bestehende Herausforderungen gemein­sam angegangen. Dazu gehören insbesondere die Verfüg­barkeit leistungsstarker Stromanschlüsse, die Erschließung von grünen Gewerbegebieten und beschleunigte Planungs­verfahren. Die Regionalen Planungsverbände Mecklen­burgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald sollen die planerischen Voraussetzungen landkreisübergreifend unter­stützen.

Zum Auftakt der Modellregion hatten sich am 20. April 2026 auf Initiative von Altentreptows Bürgermeisterin Claudia Ellgoth regionale Unternehmen und das Wirtschaftsminis­terium erstmals in größerer Runde zusammengefunden. Seit­dem haben sich weitere Akteure angeschlossen. Mit der gemeinsamen Erklärung zur Modellregion Tollense bekräf­tigen die Beteiligten heute ihren Willen, die Entwicklung der Region gemeinsam weiter voranzutreiben.

„Die Modellregion Tollense ist kein Projekt, das von oben verordnet wird. Sie lebt vom Engagement der Menschen vor Ort. Es ist die erste Modellregion dieser Art und ein Meilen­stein für Mecklenburg-Vorpommern. Wenn es uns gelingt, erneuerbare Energien, Infrastruktur und unternehmerische Ansiedlungen klug miteinander zu verknüpfen, können daraus neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung entstehen. Auf diese Weise zeigt die Tollense-Region, wie die ländlichen Räumen Mecklenburg-Vorpommerns zu Motoren für Inno­vation und wirtschaftliche Entwicklung werden können“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Krankheit mit 1.000 Gesichtern

Messe informiert über neueste Entwicklungen und moderne Therapien bei Multipler Sklerose

Rostock – Schätzungen zufolge leben mehr als 280.000 Menschen in Deutschland mit Multipler Sklerose (MS), darunter auch rund 5.000 in Mecklenburg-Vorpommern. Wie sich Mobilität und Lebensqualität auch trotz einer Erkrankung verbessern lassen, hat die Deutsche Multiple Sklerosegesellschaft (DMSG) mit dem Landesverband MV heute im Rahmen einer großen Messe im Ostseestadion gezeigt.

„Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Dabei bildet das fehlgesteuerte Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe und greift dieses an. Aus diesem Grund sind Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg auch bei jedem Patienten und jeder Patientin unterschiedlich, weshalb MS auch als „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ bekannt ist“, erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm, die die Messe heute besuchte.

Die Erkrankung verläuft dann häufig in Schüben, wobei Frauen etwa doppelt so häufig erkranken, wie Männer. In der Regel wird MS zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt – mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. „Positiv stimmt aber der Fortschritt der medizinischen Forschung. So unterscheidet sich die Lebenserwartung bei MS immer weniger von der gesunden Bevölkerung. Denn dank wirksamer Medikamente und moderner Therapien ist immer mehr von MS betroffenen Menschen ein langes, aktives und gutes Leben mit der Erkrankung möglich“, so Grimm.

Die Fachmesse zeigt vor allem Innovationen von Ausstellern, Vereinen und Experten aus dem Gesundheitsbereich. So können sich Besucherinnen und Besucher Produkte vorführen lassen oder sich zu Möglichkeiten informieren, um die eigene Gesundheit und Beweglichkeit zu stärken. Ergänzt wurden diese Angebote durch Fachvorträge aus den Bereichen der Neurologie, Orthopädietechnik und der Therapie. Damit gab die Messe einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, die Menschen mit MS heute zur Verfügung stehen.

„Das zeigt: Auch wenn eine MS-Diagnose vieles verändert, können individuelle Angebote dabei unterstützen, Selbstständigkeit, Mobilität und Lebensqualität weitgehend zu erhalten“, verdeutlichte die Staatssekretärin.

Möglich gemacht habe diese besondere Messe in erster Linie unser Landesverband der DMSG, der sich bereits seit mehr als 35 Jahren für die Belange der Betroffenen einsetzt. „Ihnen gilt mein Dank dafür, dass Sie diese Erkrankung sichtbar machen, dass Sie immer wieder auch mit Mythen aufräumen und Erkrankten, oftmals sogar ehrenamtlich, zur Seite stehen“, so Grimm.

Auch sozialmedizinische, rechtliche, berufliche oder psychologische Beratungen führt die DMSG durch, auf Wunsch sogar in der eigenen Häuslichkeit. „Ein unglaublich wertvolles Angebot das bei der Neuorientierung im Alltag hilft und zeigt, dass auch mit MS ein gutes Leben gelingen kann.“

Land stärkt Resilienz und Lernförderung

Landesschülerrat, Landeselternrat und Bildungsministerium stellen neue Handreichung zur Resilienz- und Lernförderung vor

Schwerin – Wie können Schulen Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, mit Belastungen umzugehen, Konflikte zu bewältigen und gleichzeitig erfolgreich zu lernen? Mecklenburg-Vorpommern setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz. Das Land verbindet Resilienzförderung mit der gezielten Unterstützung beim Lernen. Die neue Handreichung „Kinder und Jugendliche stark machen für die Zukunft: Resilienzförderung im Schulalltag“ zeigt Schulen konkrete Möglichkeiten auf, wie sie psychische Widerstandskraft, soziale Kompetenzen und Lernfähigkeiten von Schülerinnen und Schülern stärken. Die Handreichung bietet Lehrkräften eine Auswahl an Übungen, die sich leicht in den Unterricht oder Schulalltag integrieren lassen.

Bildungsministerin Simone Oldenburg: „Die Folgen der Corona-Pandemie wirken bis heute nach. Schülerinnen und Schüler brauchen deshalb nicht nur Unterstützung, wenn es um Lernrückstände geht. Sie brauchen ebenso Selbstvertrauen, soziale Teilhabe und Strategien, wie sie mit Belastungen und Konflikten umgehen können. Der Landesschülerrat und die Bundesschülerkonferenz haben zurecht immer wieder darauf aufmerksam gemacht. Wir wollen Resilienzförderung deshalb stärker als verbindendes Element im Schulalltag verankern. Dazu gehören verlässliche Strukturen, klare Regeln, ein gutes Miteinander und konkrete Hilfen beim Lernen. Schulen sollen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche Orientierung und Sicherheit finden und ihre eigenen Stärken entwickeln können.“

Diana Zander, Vorsitzende des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern: „Wir begrüßen die neue Handreichung zur Resilienzförderung sowie das Programm zur Lernförderung ausdrücklich. Kinder und Jugendliche müssen mit ihren Sorgen, Belastungen und individuellen Bedürfnissen ernst genommen werden. Gleichzeitig müssen die Eltern und Sorgeberechtigten über die vorhandenen Unterstützungsangebote informiert und Familien, die Hilfe benötigen, frühzeitig Orientierung und Zugänge zu passenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten ermöglicht werden. Umso wichtiger ist es, dass Schulen und pädagogisches Personal nun niedrigschwellig und kompakt, auf praxisnahe Unterstützungsangebote zugreifen und daraus passgenau auswählen können, was vor Ort gebraucht wird. Entscheidend wird aber sein, dass neben den vielen Herausforderungen des Schulalltags auch die notwendigen Zeitressourcen dafür zur Verfügung stehen. Denn gute Angebote können nur dann wirken, wenn Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte auch die Zeit haben, hinzuschauen und zuzuhören, um Kinder und Jugendliche individuell zu begleiten.“

Felix Wizowsky, Vorsitzender des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern: „Die Handreichung zur Resilienzförderung stellt eine gute Grundlage zur Verbesserung des Umgangs mit mentaler Gesundheit in Schulen dar. Wir sehen eine große Sensibilität innerhalb der obersten Schulbehörde gegenüber dem Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Jedoch bleibt es notwendig, strukturelle Veränderungen, beispielsweise bei der Fehlerkultur innerhalb unseres Schulsystems, einzuführen, um die Situation für uns Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern.“

Die Handreichung bündelt praxisnahe Hinweise, Übungen und Maßnahmen. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte wählen daraus aus, welche Angebote zu ihrer Schule, ihrer Klasse und der jeweiligen Situation passen. Die Sammlung versteht sich ausdrücklich nicht als abschließendes Konzept, sondern als Werkzeugkasten für den Schulalltag. Die Handreichung und weitere Unterlagen stehen auf dem Bildungsserver MV zum Download bereit.

Im Mittelpunkt stehen soziale und strukturelle Schutzfaktoren. Dazu gehören transparente und für alle verständliche Regeln, ein respektvoller Umgang sowie regelmäßige positive Rückmeldungen zu Leistungen und Lernfortschritten. Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern und sozialen Einrichtungen spielt eine wichtige Rolle. Schülerinnen und Schüler sollen bei Bedarf frühzeitig Zugang zu kommunalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten erhalten.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf einem resilienten Lernumfeld. Schulen können feste Bewegungs- und Entspannungszeiten in den Schulalltag integrieren und Rückzugsorte („Chill-out-Areas“) schaffen. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche stärker an der Gestaltung ihrer Schule beteiligt – etwa im Klassen- oder Schülerrat oder bei Patenschaften. Kooperationen mit Horten, Beratungsstellen, Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Krankenkassen und Hochschulen können das Angebot zusätzlich erweitern. Als Beispiele nennt die Handreichung unter anderem die Programme „Gute Gesunde Schule“, „Eigenständig werden“ und die Potenzialanalyse „Mission ICH“. Familienklassenzimmer und Familiengrundschulzentren stärken zudem die Zusammenarbeit mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten.

Auch das Miteinander in der Klassen- und Schulgemeinschaft hat eine zentrale Bedeutung. Willkommenswochen können Grundschulkindern den Einstieg erleichtern und von Anfang an eine Verbindung zur Schule schaffen. Klassenregeln, Geburtstagsrituale, Projekttage, Rollenspiele und Morgenkreise fördern das soziale Miteinander. Achtsamkeits-, Konzentrations- und Atemübungen tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche zu Ruhe kommen und ihr Wohlbefinden stärken.

Resilienzförderung wird dabei eng mit konkreter Lernförderung verbunden. Kompetenzorientierte Lernangebote sollen fachliches Lernen mit der Entwicklung von Lernkompetenzen verknüpfen. Individuelle Förderpläne und digitale Werkzeuge können dabei unterstützen. Lernrückstände und individueller Förderbedarf sollen früh erkannt werden, damit Lehrkräfte gezielt gegensteuern können und Schülerinnen und Schüler Lernfortschritte erreichen.

Ein konkretes Unterstützungsangebot gibt es bereits beim Zentralen Fachbereich für Diagnostik und Schulpsychologie (ZDS) des Bildungsministeriums. Schülerinnen und Schüler können regelmäßig an einer digitalen Sprechstunde teilnehmen und dort vertraulich mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen über ihre Konflikte, Ängste und Sorgen sprechen. Die Anmeldung ist telefonisch unter 0385 588 7777 oder per E-Mail an leitstelle-zds@bm.mv-regierung.de möglich. Die nächsten Sprechstunden sind am Mittwoch, 2. September 2026, und Mittwoch, 16. September 2026, geplant. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 1 bis 6 können gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten an der Sprechstunde teilnehmen.

Wie gut, die Maßnahmen zur Resilienz- und Lernförderung wirken, soll regelmäßig überprüft werden. Die Handreichung nennt dafür unter anderem die Entwicklung von Kompetenzen, Veränderungen im Unterricht sowie die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern. Die Ergebnisse fließen in die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung ein.

Erneuerbare Energien und Beteiligungen

Ines Jesse: „Die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren muss dort ankommen, wo die Energie erzeugt wird“

Grevesmühlen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat sich gestern beim Kommu­nalnetzwerk West der Landesenergie- und Klimaschutzagen­tur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Grevesmühlen über den Ausbau erneuerbarer Energien und die Möglich­keiten kommunaler Beteiligung informiert. Rund 30 Vertre­terinnen und Vertreter aus Kommunen der Landkreise Nord­westmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Rostock nahmen an der Veranstaltung teil.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet Mecklenburg-Vorpommern große Chancen – für unsere Wirtschaft, für neue Arbeitsplätze und für die Entwicklung unserer Regionen. Ent­scheidend ist, dass die Wertschöpfung dort ankommt, wo die Energie erzeugt wird. Deshalb stärken wir mit dem neuen Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz die Möglichkeiten sowohl für Kommunen und als auch für Bürgerinnen und Bür­ger, vor Ort stärker zu profitieren und mitzugestalten“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungs­gesetzes MV stärkt die regionale Wertschöpfung und fördert die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren durch eine höhere finanzielle Beteiligung der Menschen vor Ort. Bei Windenergieanlangen erhalten die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinden pro vollem Megawatt installierter Leis­tung standardmäßig jeweils 5.000 Euro jährlich. Bei Photovol­taik-Freiflächenanlagen sind es jeweils insgesamt 1.000 Euro pro Jahr. Auch Unternehmen profitieren von zu­sätzlichen Anreizen für die Nutzung Direktstrom.

Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Beteiligung von Kom­munen und Bürgern bundesweit Vorreiter. Bereits 2016 hatte das Land als erstes Bundesland ein entsprechendes Gesetz eingeführt. Inzwischen profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen. Die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich bereits auf ca. 12,5 Millionen Euro jährlich. Davon profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in den nächsten Jahrzehnten.

Mit dem seit dem 29. April 2026 geltenden novellierten Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz M-V wurden die Mög­lich­keiten weiter ausgebaut. Erstmals werden auch Frei­flächen-Photovoltaikanlagen einbezogen. Kommunen erhalten mehr Gestaltungsspielräume bei der Vereinbarung von Betei­ligungs­modellen mit Vorhabenträgern. Vereinfachte Standard­modelle und feste Pauschalen je Megawatt sollen die Betei­ligung zugleich transparenter und praxistauglicher machen.

„Wir wollen, dass die Kommunen die neuen Möglichkeiten besser nutzen können und Beteiligung vor Ort praktikabler wird. Dafür braucht es neben verlässlichen gesetzlichen Rah­men­bedingungen auch den direkten Austausch mit den Kom­mu­nen. Das Kommunalnetzwerk der LEKA MV bietet dafür eine wichtige Plattform“, so Staatssekretärin Jesse.

Neben dem neuen Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz MV standen beim Kommunalnetzwerk West auch die kommu­nale Ausweisung von Windenergieflächen sowie aktuelle Ent­wicklungen auf Landes- und Bundesebene im Mittelpunkt. Ein weiteres Kommunalnetzwerk findet am 7. September 2026 in Friedland statt.