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Historisches Bahnhofsgebäude in Malchin wird saniert  

Malchin – Ein Pilotprojekt für die energetische Sanierungen historischer Gebäude unter Einbindung intelligenter Managementsysteme wird in Malchin umgesetzt. Die Alte Direktion Grundstücksverwaltung eGbR erhält einen Zuwendungsbescheid für die energetische Sanierung des ehemaligen Direktionsgebäudes der Friedrich-Franz-Eisenbahn. Die Gesamtausgaben liegen bei rund 541.500 Euro.

Davon beträgt die EFRE-Förderung knapp 245.000 Euro, zusätzlich erfolgt eine Förderung über die KfW. Es werden unter anderem Fenster und Türen erneuert, Dach- und Kellerböden gedämmt, eine energieeffiziente Beleuchtung und eine Verschattungsanlage eingebaut. Außerdem kommen eine Wärmepumpe, ein Wärmespeicher, ein Batteriespeicher und smarte Gebäudemanagementsysteme zum Einsatz. Die Stromversorgung erfolgt aus erneuerbaren Energien, etwa einer PV-Anlage.

„Die Sanierung des 1864 errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes hat einen Vorbildcharakter für die energetische Ertüchtigung von Bestandsgebäuden in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahlen stehen für sich: Die voraussichtliche Einsparung von 13 Tonnen CO2 pro Jahr ist eine Reduzierung des CO-2-Ausstoßes um 45 Prozent. Das entspricht dem CO2-Ausstoß eines Vier-Personen-Haushalts über neun Jahre. Die Einsparung an Energie (Strom, Gas) beträgt rund 57.000 kWh/ Jahr, was einer Ersparnis von ca. 19.800 Euro/ Jahr gleichkommt“, sagt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus, der terminbedingt nicht persönlich vor Ort sein kann.

Er dankt abschließend allen, die dieses Projekt vorbereitet und auf den Weg gebracht haben, insbesondere dem Verein „Schlösser, Guts- und Herrenhäuser Mecklenburg-Vorpommern“, Frau und Herrn Dr. Sösemann von der Alte Direktion Grundstücksverwaltung eGbR sowie den Beteiligten in Verwaltung und Planung.

Insgesamt wurden seit Anfang 2024 rund 5,5 Millionen über die Klimaschutzförderrichtlinie für Kommunen in MV bewilligt, was Gesamtausgaben in Höhe von 14,5 Millionen Euro ermöglichte. Schwerpunkte sind unter anderem LED-Straßen- und Außenbeleuchtung, Studien- und Planungsleistungen, LED-Innenbeleuchtung, energetische Gebäudesanierung im Bestand, technische Gebäudeausrüstung im Neubau sowie der Austausch von Pumpen und anderen Anlagenbestandteilen.

Sport auf Rezept

MV führt ärztliche Bewegungsempfehlung ein

Schwerin – Mehr als zehn Stunden pro Tag sitzen Menschen in Deutschland im Durchschnitt. Laut Umfragen von Krankenkassen schaffen es dabei nur etwa 30 Prozent, das durch körperliche Aktivität wieder auszugleichen. „Das zeigt aus meiner Sicht deutlich, dass Bewegung wieder einen höheren Stellenwert einnehmen muss“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute in Schwerin. Ein Weg hierfür sei ein neues Projekt, das derzeit in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte erprobt werde. Dort können Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen und Patienten gezielt körperliche Aktivität empfehlen – in Form eines eigenen Rezepts für Bewegung.

Das Projekt geht zurück auf eine gemeinsame Initiative der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern und des Landessportbundes. Es setzt Ziele der neuen Landesstrategie für Gesundheit und Prävention um und folgt einem niedrigschwelligen Prinzip: Fällt im Rahmen eines Arztbesuches auf, dass die Patientinnen und Patienten ihre Genesung durch sportliche Aktivitäten befördern können, erhalten sie „Bewegungsempfehlungen auf Rezept“.

Dieses kann für Kinder oder Erwachsene ausgestellt werden. Es enthält neben Empfehlungen zu bestimmten, individuellen Schwerpunkten wie der Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, des Haltungs- und Bewegungssystems oder der Stressbewältigung bei Erwachsenen sowie mehr Alltagsbewegung bei Kindern auch einen Link zu einer umfassenden Bewegungslandkarte. Neben Sport- und Rehaangeboten in der Nähe sind darauf auch Spiel- und Bolzplätze eingezeichnet.

„Das sind alles gute Möglichkeiten, um fernab des Berufs- und Schulalltages wieder mehr in Bewegung zu kommen. Wir wissen sehr genau, dass körperliche Inaktivität als Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder muskuläre Beschwerden gilt, die in MV teils überdurchschnittlich verbreitet sind. Wir wissen zudem, dass gerade ärztliche Empfehlungen dazu motivieren können, das eigene Verhalten zu verändern. Das wollen wir uns mit dem Rezept für Bewegung zu Nutze machen und hoffen auf breite Unterstützung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte“, erklärte Gesundheitsministerin Drese.

Dazu ergänzte auch Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes in Mecklenburg-Vorpommern: „Unsere Sportvereine im Land bieten wohnortnahe, qualitativ hochwertige Bewegungsangebote von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Mit dem neuen Modellprojekt versuchen wir den Einstieg in das Vereinsleben noch etwas leichter zu gestalten und Brücken zu schlagen: Von der ärztlichen Empfehlung, über die Hilfe beim Finden der passenden Angebote bis hin zum regelmäßigen Sporttreiben im Verein.“

Erprobt wird das Konzept bisher in zwei Landkreisen. Nach dem Abschluss der Testphase soll das Rezept auf Bewegung jedoch auch landesweit ausgerollt werden. „Für mich ist das ein hervorragendes Beispiel für neue präventive Ansätze die entstehen, wenn alle Akteure gemeinsam agieren und ich bin froh, dass uns diese Verknüpfung auch durch die Landesstrategie Gesundheit und Prävention geglückt ist. Allen, die daran mitwirken, aber auch den beiden Landkreisen, die beispielhaft vorangehen, gilt dafür mein ausdrücklicher Dank“, so Drese.

Das Rezept auf Bewegung ist kein ärztliches Rezept im klassischen Sinne. Es ähnelt viel mehr einem sogenannten grünen Rezept, mit dem medizinisch notwendige, aber nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel empfohlen werden. Das heißt, dass das Ausstellen des Rezepts eine freiwillige ärztliche Leistung ist, die nicht über die gesetzlichen Krankenkassen vergütet wird. Wer die Angebote in Anspruch nimmt, muss die geringfügigen Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren daher selbst erbringen.

Bilanz nach einer Woche Wal-Rettungsversuch

Lage weiterhin kritisch

Insel Poel – Eine Woche nach Beginn des privaten Rettungsversuchs für den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus eine Bilanz gezogen und einen Ausblick auf die kommenden Tage gegeben.

„Wir befinden uns weiterhin in einer außergewöhnlich schwierigen Situation – fachlich, rechtlich und auch emotional“, sagte Backhaus. „Der Gesundheitszustand des Tieres ist kritisch. Dennoch lebt der Wal, und solange diese Chance besteht, begleiten wir die Situation verantwortungsvoll im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

Nachdem sich das Tier zwischenzeitlich kurzzeitig freischwimmen konnte, liegt es aktuell erneut im Flachwasserbereich der Kirchsee vor Poel. Die Rettungsversuche der privaten Initiative werden fortgesetzt und durch die Behörden eng fachlich begleitet. Gleichzeitig werden verschiedene Handlungsoptionen geprüft.

Die aktuelle Einschätzung wird durch eine erneute Stellung­nahme des Expertengremiums für Strandungen – der International Whaling Commission (IWC) – bestätigt. Die Fachleute kommen weiterhin zu dem Ergebnis, dass sich der Zustand des Tieres verschlechtert hat und wiederholte Eingriffe bislang nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt haben.

Weitere physische Maßnahmen seien daher kritisch zu bewerten und könnten zusätzliche Belastungen für das Tier bedeuten. Zugleich betont das Gremium, dass eine Euthanasie unter den gegebenen Bedingungen derzeit nur schwer umsetzbar ist und erhebliche praktische Herausforderungen mit sich bringt. Insgesamt wird eine ruhige, möglichst störungsarme und palliative Begleitung des Tieres als verantwortungsvoller Umgang hervorgehoben.

„Diese Einschätzung deckt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung, die von Anfang an Grundlage unseres Handelns war“, so Backhaus.

„Angesichts der aktuellen Lage und der Bewegungen des Tieres sind Anpassungen notwendig“, erklärte der Minister weiter. Das ursprüngliche Bergungskonzept habe sich in Teilen überholt. Weitere Maßnahmen müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und transparent mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Das Land behält sich vor, Maßnahmen zu untersagen, sollte das Tierwohl gefährdet sein.

Kritik, die Behörden würden den Rettungsversuch verzögern oder behindern, wies der Minister entschieden zurück. „Wir handeln hochgradig flexibel und unterstützen, wo immer es rechtlich möglich ist – teilweise auf Zuruf“, sagte Backhaus. So sei kurzfristig eine temporäre Erlaubnis zur vorübergehenden befristeten Ausübung des tierärztlichen Berufs für eine Spezialistin aus Hawaii erteilt worden, auch Drohneneinsätze und weitere Maßnahmen seien ermöglicht worden. „Unsere Flexibilität endet dort, wo Recht und Gesetz greifen – nicht zuletzt, um sicherzustellen, dass dem Tier keine zusätzlichen Schäden entstehen.“

Zugleich stellte der Minister die rechtliche Einordnung erneut klar: „Es gab keinen Zuschlag und keine Genehmigung – sondern eine rechtlich gebotene Duldung.“ Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es jedermann erlaubt, einem hilflosen Tier zu helfen. Maßstab für das staatliche Handeln sei ausschließlich das Tierwohl. Das Land begleitet die Maßnahmen eng, Veterinärinnen und Veterinäre sind rund um die Uhr vor Ort.

Für die kommenden Tage bereitet sich das Land auf mehrere mögliche Entwicklungen vor. Denkbar ist, dass sich der Wal – begünstigt durch Wasserstand und weitere Maßnahmen – eigenständig oder unterstützt freischwimmt und in tiefere Gewässer geleitet werden kann. Ebenso möglich ist, dass sich der Zustand des Tieres weiter verschlechtert und ein natürliches Verenden eintritt, was anschließend eine Bergung erforderlich machen würde.

Backhaus kündigte zudem an, die Ereignisse politisch aufzu­arbeiten: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Situationen künftig häufiger auftreten können. Deshalb werde ich mich auf Bundesebene für bessere gemeinsame Strukturen im Umgang mit Großwalen einsetzen.“

Der Buckelwal ist seit Anfang März in der westlichen Ostsee unterwegs und insgesamt viermal in Mecklenburg-Vorpommern gestrandet, zuletzt am 31. März in der Kirchsee vor Poel. Das Tier ist schwer geschwächt, weist Verletzungen sowie Hinweise auf innere Schäden auf. Ein wissenschaftliches Gutachten führender Fachinstitutionen kam Anfang April zu dem Ergebnis, dass eine Rettung nicht erfolgversprechend ist und erhebliche Risiken für das Tier birgt. Auf dieser Grundlage hatte das Land zunächst entschieden, keine aktiven Eingriffe vorzunehmen.

Abschließend dankte der Minister allen Einsatzkräften, Wissenschaftlern sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor Ort. „Ich habe von Anfang an gesagt: Ich werde diesen Wal bis zum Schluss begleiten. Das gilt weiterhin.“

Sechs Jahre Männerhilfetelefon: Täglich suchen elf Männer Hilfe

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weist auf die Bedeutung des Angebots hin

Schwerin – „Seit mittlerweile sechs Jahren ist das Männerhilfetelefon geschaltet. Mecklenburg-Vorpommern ist seit über vier Jahren dabei, denn Gleichstellung bedeutet eben auch, Gewalt-Betroffenen aller Geschlechter Hilfe anzubieten. Über 4.050 Männer haben letztes Jahr das kostenlose telefonische Hilfsangebot in Anspruch genommen. Egal, ob Frau oder Mann, jedes Opfer ist eines zu viel. Daher müssen wir weiterhin alles unternehmen, dass wir die Zahl der Betroffenen von Gewalt verringern. Noch sind die Betroffenenzahlen weiter steigend. Ein Grund dafür ist auch, dass die Dunkelziffer mehr ins Licht geholt wird, da sich durch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit mehr Menschen trauen, Hilfe zu holen“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Das Männerhilfetelefon ist eine Folge des In-Kraft-Tretens der Istanbul-Konvention am 1. Februar 2018. Deutschland hat sich seitdem zu umfassenden Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher Gewalt verpflichtet. Die Istanbul-Konvention betrifft gemäß Artikel 2 Absatz 2, alle von häuslicher Gewalt betroffenen Personengruppen. Gemeinsam mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterstützt daher Mecklenburg-Vorpommern das Hilfetelefon ‚Gewalt an Männern‘ unter der Nummer 0800 123 99 00 und online auf www.maennerhilfetelefon.de. Ich rufe weitere Länder dazu auf mitzumachen. Denn je mehr unterstützende Länder es gibt, umso umfangreicher kann das Hilfetelefon auch geschaltet sein“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Das Hilfe-Angebot für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, war am 22. April 2020 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufen worden. Erweitert werden konnte das kostenlose und anonyme Beratungsangebot, nachdem sich weitere Bundesländer wie M-V angeschlossen hatten. Die Beratungszahlen stiegen kontinuierlich. Im Jahr 2024 zählte das Hilfetelefon 4.037 Kontakte, im Jahr 2025 waren es 4.051 Kontakte. Das waren ungefähr elf Anrufe pro Tag.

„Anrufe kommen auch aus Mecklenburg-Vorpommern. Denn auch hier stieg laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen. Bei 5.204 registrierten Fällen war in jedem vierten Fall das Opfer männlich. Das zeigt, dass das Thema Gewalt gegen Männer auch in M-V beachtet werden muss und die Unterstützung für das Hilfetelefon wichtig bleibt“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt zum sechsten Jahrestag des Männerhilfetelefons am 22. April 2026. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Angebot mit 5.000 Euro jährlich.

Jungen entdecken neue Berufswege jenseits von Klischees

Boys’Day 2026: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit eigenen Angeboten zur Berufsorientierung

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit sieben zur Verfügung stehenden Plätzen am „Boys’Day“. An diesem Aktionstag erhalten Jungen bundesweit die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer bislang unterrepräsentiert sind – insbesondere in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Verwaltung. Ziel ist es, stereotype Rollenbilder aufzubrechen und neue Perspektiven für die berufliche Zukunft zu eröffnen.

„Alle Chancen zur Berufsorientierung sollten genutzt werden, denn sie sind wichtig für die persönliche Entwicklung und die Zukunft der jungen Menschen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld des Aktionstages am 23. April. „Daher freue ich mich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Jungen die Gelegenheit nutzen, beim ‚Boys’Day’ in Berufe reinzuschnuppern.“

Im Bildungsministerium erhalten die teilnehmenden Schüler Einblicke in die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses und in die Aufgaben eines Bürokaufmanns. So lernen sie verschiedene Tätigkeitsfelder der Verwaltung aus nächster Nähe kennen.

Der Boys’Day leistet einen wichtigen Beitrag, die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten sichtbar zu machen und Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. In Mecklenburg-Vorpommern werden in diesem Jahr 216 Angebote von Unternehmen und Organisationen mit 805 Plätzen unterbreitet.

Der Aktionstag findet seit 2011 statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Ehrenamt bewegt das Land

Startschuss für die Ehrenamtsmessen 2026 in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Vier Standorte, tausende Engagierte, ein Ziel: Menschen zusammenbringen. Die Ehrenamtsmessen 2026 zeigen die ganze Bandbreite freiwilligen Engagements im Land, öffnen Türen zum Mitmachen und gehen gezielt dorthin, wo viele Menschen zusammenkommen – mitten ins Leben.

Wenn Menschen zusammenstehen, entsteht etwas, das trägt: Vertrauen, Verlässlichkeit, Gemeinschaft. Gerade in Zeiten, in denen vieles ins Wanken gerät, wächst daraus Stabilität. Ehrenamt bringt Menschen zusammen – und macht aus Zusammenhalt konkrete Handlung.

Mit dem heutigen Startschuss laden das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern und der DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern alle Interessierten dazu ein, sich einen Überblick über die vielfältigen Angebote von ehrenamtlichem Engagement in MV zu verschaffen und Kontakte zu knüpfen. 2026 öffnen die Ehrenamtsmessen an vier Standorten im Land ihre Türen.

Neu in diesem Jahr: Alle Ehrenamtsmessen gehen dorthin, wo Menschen zusammenkommen. Sie docken gezielt an große, publikumsstarke Veranstaltungen im Land an – und erreichen so neue Zielgruppen. Der Ansatz ist: Hürden abbauen, Begegnungen schaffen, Engagement sichtbar machen.

„Ohne Zweifel ist das Format zu einer echten Tradition im Land geworden. Denn das Ehrenamt lebt vom Zwischenmenschlichen und von Momenten in denen man feststellt: Da werde ich gebraucht und da kann ich meine Talente sinnvoll einbringen. Deswegen sind und bleiben die Messen aus meiner Sicht ein so wichtiges Angebot zur analogen Vernetzung“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese. Aber auch auf digitalem Wege soll das Kennenlernen von Vereinen und Initiativen vor Ort künftig leichter werden. „Mit der Engagementstrategie haben wir beschlossen, ein landesweites Portal einzuführen, um den Einstieg in das Ehrenamt so einfach wie möglich zu gestalten. Auch fernab der Messen wollen wir so Vereine und Interessierte dauerhaft besser zusammenbringen“, erklärte sie.

„Wir erleben gerade, wie schnell Gewissheiten bröckeln – international, aber auch im Alltag vieler Menschen. Umso entscheidender ist das, was vor Ort passiert: Menschen übernehmen Verantwortung, halten Strukturen am Laufen und geben Halt. Ehrenamt füllt keine Lücken, es hält unsere Gesellschaft handlungsfähig. Die Ehrenamtsmessen machen sichtbar, wer dieses Land im Alltag zusammenhält – und sie bringen Menschen zusammen, die genau dazu beitragen wollen“, sagt Werner Kuhn, Präsident DRK-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.

Vier Standorte, vier Gelegenheiten, Engagement zu entdecken – und selbst aktiv zu werden:

Termine der Ehrenamtsmessen 2026

25.–26. April | Wismar – Hanseschau

Mai | Bad Doberan – Mollilauf

Mai | Anklam – Blaulichttag

September | Putbus – Erntefest

Ob Sport, Kultur, Kirche, Feuerwehr, Wohlfahrt oder Umwelt: Die Ehrenamtsmessen zeigen die Vielfalt des Engagements im Land und öffnen Türen für alle, die sich einbringen wollen.

Die Veranstaltungen sind Teil einer landesweiten Initiative, die Engagement stärkt und sichtbar macht. In gewohnter Weise rotieren auch 2026 die Messen jährlich durch verschiedene Regionen, damit Vereine, Verbände und Initiativen im ganzen Land regelmäßig präsent sind.

Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenreservate tagt

Zarrentin – Die Bedeutung der Biosphärenreservate als Modellregion für nachhaltige Entwicklung steht bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Biosphärenreservate in Zarrentin im Fokus. Bis morgen treffen sich im Seehotel die Leitungen aller 22 Verwaltungsstellen der Biosphärenreservate Deutschlands, gemeinsam mit dem deutschen Nationalkomitee für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB).

„Biosphärenreservate stehen weltweit unter besonderem Schutz. Ihr Hauptziel ist es, ein ausgewogenes Miteinander von Mensch und Natur zu fördern, bei dem der Naturschutz nicht im Widerspruch zu menschlicher Nutzung steht, sondern als Grundlage für zukünftige Generationen dient.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden seit 1990 drei Nationalparke, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparken als Großschutzgebiete ausgewiesen. Sie erstrecken sich auf insgesamt 547.300 Hektar (17,74 Prozent der Landesfläche). Rund 102.000 ha davon nehmen die Biosphärenreservate Schaalsee, Flusslandschaft Elbe MV und Südost-Rügen ein. Im Juli 1998 wurde die 1990 als Naturpark festgesetzte Schaalsee-Region als Biosphärenreservat ausgewiesen und das Biosphärenreservatsamt Schaalsee gebildet. Im Januar 2000 folgte dann die Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Inzwischen wurde es in den Jahren 2010 und 2020 durch das deutsche MAB-Komitee evaluiert und als UNESCO-Biosphärenreservat bestätigt. Darauf bin ich sehr stolz“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus, der terminbedingt nicht den Regionalen Abend eröffnen kann und von Staatssekretär André Konsolke vertreten wird.

Und ergänzt: „Auch Besucher schätzen die einzigartige Region. Das Biosphärenreservat hat sich vom touristischen Niemandsland zum Insidertipp für Naturfreunde entwickelt. Der Artenreichtum der Landschaft und die Vielzahl mosaikartig vernetzter Klein- und Großbiotope machen das Gebiet zwischen Hamburg, Lübeck und Schwerin so besonders“.

Rund 820.000 Gäste besuchten in den vergangenen 25 Jahren das Besucherinformationszentrum PAHLHUUS und nahmen an Vorträgen und Führungen teil. Auch die seit 1998 abgehaltenen, inzwischen traditionellen Biosphäre-Schaalsee-Märkte fanden in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 204-mal vor dem PAHLHUUS statt.

Die Landesregierung hat zahlreiche Renaturierungs- und Entwicklungsprojekte im Biosphärenreservat unterstützt. Zwischen 2017 und 2025 wurden ca. sechs Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) investiert. Beispielhafte Fördermaßnahmen sind etwa die Gestaltung des PAHLHUUS‘ und des Moorpfades sowie die Einrichtung des Grünen Klassenzimmers unter der ersten PV-Anlage in Zarrentin.

Insgesamt wurden in den vergangenen 25 Jahren im Biosphärenreservat Schaalsee gemeinsam mit Partnern fünf Fließgewässer und ca. 1500 Hektar Moorfläche renaturiert. 2025 wurde die Renaturierung des Roggendorfer und des Schönwolder Moores abgeschlossen. Innerhalb des Projektes „Mehr Lebensraum für die Rotbauchunke“ wurden zwischen 2020 und 2024 in mehreren Weidelandschaften 26 Kleingewässer neu angelegt und 13 Kleingewässer saniert. Damit wurde der Lebensraum für Amphibien verbessert bzw. neu geschaffen.

Zwischen 2014 und 2020 wurden 692 Hektar Acker in Grünland umgewandelt. „58 Prozent des Dauergrünlandes im Biosphärenreservat werden heute ökologisch bewirtschaftet. Hier zeigt sich insbesondere, dass die 2010 erfolgte Übertragung von Flächen des ‚Nationalen Naturerbes‘ an das Biosphärenreservat sichtbare Erfolge bringt“, so der Minister.

Auch in der Umweltbildung ist das Biosphärenreservat aktiv. Fünf Biosphärenkindergärten und drei Biosphärenschulen gibt es in dem Gebiet. 32 Kinder engagieren sich derzeit als Junior Ranger. 97 Bildungsveranstaltungen wurden im vergangenen Jahr mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Diese Anzahl wird seit vielen Jahren kontinuierlich erreicht.

Der Minister dankt allen Mitarbeitenden des Biosphärenreservatsamtes und allen lokalen Akteuren. Besonders zu erwähnen sind hierbei der 1992 gegründete Zweckverband Schaalsee-Landschaft, der 1998 ins Leben gerufene Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V., das im Jahr 2000 einberufene Kuratorium und die 2002 eingerichtete Stiftung Biosphäre Schaalsee.

Eine Besonderheit ist die gemeinsame Zuständigkeit des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee Elbe als untere Naturschutzbehörde und Fachbehörde für Naturschutz sowie Förderbehörde für einige EU-Förderprogramme. „Dadurch können manche Konflikte zwischen Nutzungsinteressen und Naturschutz bereits im Haus diskutiert und gelöst werden. Das ist bundesweit einmalig“, sagt Backhaus.

Abschließend wünschte er allen Beteiligten gute Ideen, Tatenkraft und weiterhin viel Erfolg bei der Gestaltung und Entwicklung ihres UNESCO-Biosphärenreservates.

Weltweit existieren 784 von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate in 142 Staaten. In Europa gibt es ca. 325 anerkannte Biosphärenreservate in 32 Ländern, wobei Spanien mit 46 die meisten Gebiete hat.

In Deutschland werden Biosphärenreservate zunächst nach nationalem Recht (§ 25 BNatSchG) ausgewiesen. Sie bemühen sich im Nachgang um Anerkennung bei der UNESCO. Stand März 2024 sind 18 nationale Biosphärenreservate ausgewiesen. 17 Gebiete haben zusätzlich den Titel UNESCO-Biosphärenreservat. Die derzeit 18 Biosphärenreservate in Deutschland nehmen eine Gesamtfläche von 2.021.050 Hektar ein, abzüglich der Wasser- und Wattflächen der Nord- und Ostsee (666.046 Hektar) entspricht dies 3,8 Prozent der terrestrischen Fläche Deutschlands.

Verbesserungen in der Kindertagesförderung gelingen nur gemeinsam

 Oldenburg: Qualitätsverbesserungen müssen finanzierbar sein

Schwerin – „Der Landesregierung sind unsere Kitas und weitere Qualitätsverbesserungen wichtig. Unser Ziel ist es, unter anderem die Erzieherinnen und Erzieher im System zu halten“, sagt Bildungsministerin Simone Oldenburg mit Blick auf das angekündigte Volksbegehren zur Verbesserung der Situation in den Kindertageseinrichtungen im Land.

Neue Maßnahmen in der Bildung und Förderung können nur im Austausch miteinander und mit gemeinsam abgestimmten Zielen erarbeitet und umgesetzt werden. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Absenkung des Betreuungsschlüssels und zur Steigerung der Betreuungsqualität.

„Deshalb befassen wir uns im Dialogprozess ‚Gute Kita 2030‘ mit den Kommunen, Trägern, Gewerkschaften, Eltern sowie den Erzieherinnen und Erziehern genau mit diesen Fragen. Hier besprechen wir auch einen konkreten Fahrplan, wie wir diese umsetzen können“, so die Ministerin weiter. „Die Dimension der Forderung im Volksbegehren von bis zu 800 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr sowie bis zu 13.000 zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern sind unrealistisch. Damit würden sich die Ausgaben für die Kindertagesförderung nahezu verdoppeln. Wir müssen zu einer machbaren und finanzierbaren Lösung kommen.“

Zum Schuljahr 2026/2027 setzt das Land schrittweise den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung um. Damit hat jedes Kind, beginnend bei den Erstklässlern, einen Anspruch auf eine 40-stündige Förderung inklusive der Ferienzeiten. Das ist eine Verbesserung gegenüber der bisher geltenden 35-stündigen Förderung und ein großer Schritt hin zu mehr Chancengleichheit sowie zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Umsetzung des Rechtsanspruchs bringt folgende Regelungen mit sich:

  • Alle Kinder erhalten automatisch eine 40-stündige Förderung. Für diese Förderung sind keine Nachweise mehr nötig. Lediglich eine formlose Anmeldung beim Jungendamt.
  • Bei Bedarf können Eltern weiterhin eine 50-stündige Förderung beim Jugendamt unter Nutzung der dort bereitgestellten Formulare beantragen.
  • Wir gehen davon aus, dass die 50-stündige Förderung weiterhin das Angebot ist, welches Eltern am häufigsten wählen werden.

Wie wichtig der Landesregierung auch die frühkindliche Bildung ist, zeigen die Verbesserungen für die Kinder, Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher, die in den letzten Jahren erreicht worden sind:

  • Über 1.200 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher konnten durch mehr Landesgeld eingestellt werden, um den Mindestpersonalschlüssel in den Kitas umzusetzen.
  • Übernahme der Sprachkitas in die Landesförderung.
  • Schrittweise Senkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses von 1:18 auf 1:14.
  • Beitragsfreiheit für alle Kinder in Krippe, Kita, Kindertagespflege, Hort und Ferienhort entlastet die Familien. Eltern sparen je Kind bis zu 18.000 Euro an Betreuungskosten.
  • Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird für Grundschulkinder der Rechtsanspruch auf einen Hortplatz schrittweise eingeführt. Dieser gilt unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern.
  • Kitas in MV haben die längsten Öffnungszeiten bundesweit und  bieten den Eltern eine hohe Verlässlichkeit durch wenige Schließtage im Jahr.

„Weitere Qualitätsmaßnahmen, besonders in der Krippe, sind weiterhin dringend notwendig. Dies kann jedoch nur schrittweise, mit Augenmaß und gemeinsam mit den Kommunen erfolgen“, sagt Simone Oldenburg.