Menü Schließen

Tag: 24. September 2026

M-V will das Verleiten zu fatalen Mutproben unter Strafe stellen

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Wir bringen eine Bundesratsinitiative gegen sogenannte ‚Blackout-Challenges‘ ein.“

Schwerin – „Ein Junge kam ins Krankenhaus, nachdem der von einem Mitschüler auf dem Schulhof bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden war. Diese Tat wurde offenbar nur deswegen ausgeführt, weil sie für ein Video, für die sogenannte Blackout-Challenge, aufgenommen worden war. Ein zweiter Fall wurde bekannt, wo eine Mutter Anzeige erstattete, weil ihre beiden Kinder unabhängig voneinander gewürgt worden waren.

Das alles passierte nicht irgendwo auf der Welt, sondern hier in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind keine harmlosen Mutproben. Durch das Herbeiführen von Sauerstoffmangel können innerhalb kürzester Zeit schwere Verletzungen, bleibende Schäden und sogar der Tod eintreten. Solche Gefahren können überall ihren Ausgangspunkt haben, vor allem aber in sozialen Netzwerken, Chats und digitalen Räumen.

Dort werden gefährliche Handlungen als Mutprobe inszeniert. Dort versprechen Likes, Aufmerksamkeit und Reichweite Anerkennung. In der digitalen Welt treffen solche Inhalte auf Kinder und Jugendliche, die Risiken, Manipulation und Gruppendruck noch nicht in gleicher Weise einschätzen können wie Erwachsene. Das müssen wir bekämpfen.

Daher danke ich Niedersachsen für den Beitritt zu unserer Initiative“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz vor der Sitzung des Bundesrats am Freitag. Mecklenburg-Vorpommern wird den Entschließungsantrag „Verleitung Minderjähriger zur Selbstschädigung mittels digitaler Medien strafrechtlich wirksam erfassen“ einbringen.

„Unser Blick richtet sich nicht auf Kinder und Jugendliche, die solche Challenges sehen oder nachahmen. Sie sind diejenigen, die wir schützen wollen. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die gezielt auf Minderjährige einwirken, gefährliche Dynamiken bewusst initiieren oder ausnutzen und Kinder und Jugendliche dazu bringen wollen, sich selbst erheblich zu schädigen.

Es gibt Konstellationen, bei denen sich die Frage stellt, ob unser Strafrecht weit genug reicht. Ich meine Situationen, wo Vertrauen aufgebaut, psychologisch Einfluss genommen und Grenzen Schritt für Schritt so lange verschoben werden, bis ein minderjähriger Mensch schließlich selbst eine Handlung vornimmt, durch die er sich erheblich schädigt. Aber auch bei gefährlichen Challenges, die sich breitenwirksam an viele Minderjährige richten, stellt sich die Frage, ob das geltende Strafrecht solche Formen gezielten Einwirkens ausreichend erfasst. Das wollen wir prüfen lassen.

Mecklenburg-Vorpommern bittet deshalb die Bundesregierung, die Schaffung eines eigenständigen Straftatbestandes des Verleitens Minderjähriger zur Selbstschädigung zu prüfen. Erfasst werden soll insbesondere das gezielte Einwirken auf Minderjährige in der Absicht, sie zu einer Selbsttötung oder einer anderen erheblichen Selbstschädigung zu bestimmen“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Messe: WindEnergy in Hamburg

Dr. Blank: „Erneuerbare Energien sind Standortvorteil für Mecklenburg-Vorpommern“

Hamburg/Schwerin – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern besucht heute die internationale Leitmesse WindEnergy in Hamburg. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Unternehmen der Windenergiebranche mit Sitz oder wichtigen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Austausch mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.

„Mecklenburg-Vorpommern verfügt über hervorragende Voraussetzungen für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Daraus wollen wir noch stärker wirtschaftliche Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze im Land machen. Strom aus erneuerbaren Quellen ist längst ein handfester Standortfaktor. Unternehmen achten bei Investitionsentscheidungen zunehmend darauf, ob ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist – hier kann MV punkten“, sagte Dr. Wolfgang Blank.

Wie wichtig dieser Standortvorteil inzwischen ist, zeigt die aktuelle Ansiedlung eines großen Rechenzentrums der Schwarz Gruppe in Dummerstorf. Für das Milliardenprojekt ist die Verfügbarkeit großer Mengen erneuerbarer Energie ein wichtiger Faktor. „Wir produzieren in Mecklenburg-Vorpommern viel Strom aus erneuerbaren Quellen. Unser Ziel ist es, einen wachsenden Teil dieser Energie bei uns im Land zu nutzen. Die Ansiedlung in Dummerstorf zeigt, welche neuen Chancen daraus für Investitionen und Arbeitsplätze entstehen“, so Blank.

Gleichzeitig müsse der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien vor Ort mitgetragen werden. „Die Menschen müssen etwas davon haben, wenn in ihrer Nachbarschaft Windenergieanlagen entstehen. Beteiligung ist entscheidend für Akzeptanz. Deshalb haben wir das Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz verbessert und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen gestärkt. Die Wertschöpfung aus der Energiewende muss ankommen, wo die Energie erzeugt wird“, sagte Dr. Blank.

Insgesamt sind 16 Unternehmen und Institutionen aus Mecklenburg-Vorpommern auf der WindEnergy 2026 vertreten.

Die WindEnergy Hamburg findet vom 22. bis 25. September 2026 statt. Rund 1.600 ausstellende Unternehmen aus 40 Ländern präsentieren sich auf 83.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Erwartet werden mehr als 43.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 100 Ländern. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen der Onshore- und Offshore-Windenergie. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Energiespeichern und intelligentem Energiemanagement.