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Länder billigen „Bau-Turbo“

Berlin – Der sogenannte „Bau-Turbo“ hat am 17. Oktober 2025 den Bundesrat passiert. Mit dem Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und der Wohnraumsicherung möchte die Bundesregierung den Bau von bezahlbarem Wohnraum vereinfachen und beschleunigen.

Künftig können Gemeinden bis zum 31. Dezember 2030 beim Bau von Wohngebäuden Abweichungen vom Bauplanungsrecht zulassen – allerdings nur, wenn das Vorhaben mit öffentlichen Belangen vereinbar ist und nachbarliche Interessen gewahrt bleiben.

Zudem erweitert das Gesetz die Möglichkeiten, zugunsten des Wohnungsbaus von den Festsetzungen eines Bebauungsplans abzuweichen. Auch außerhalb von Bebauungsplangebieten kann es Ausnahmen von der Vorgabe geben, dass sich Bauvorhaben in die nähere Umgebung einfügen müssen. Dazu ist die Zustimmung der Gemeinde erforderlich – sie gilt jedoch automatisch als erteilt, wenn die Kommune innerhalb von drei Monaten nach Antragstellung nicht widerspricht.

Das Gesetz erleichtert außerdem die Genehmigung von Bauprojekten im Außenbereich, die der Herstellung oder Lagerung von Munition, Sprengstoffen und deren Vorprodukten dienen – sofern diese für die Einsatzfähigkeit und Versorgungssicherheit der Bundeswehr erforderlich sind.

Nach der Ausfertigung und Verkündung tritt das Gesetz am Tag nach seiner Veröffentlichung in Kraft.

Jetzt Anträge zur Tierheim-Förderung bis 30. März stellen

Schwerin – Bis zum 30. März können Betreiber von Einrichtungen, die der Unterbringung von Fundtieren, fortgenommenen, eingezogenen oder sichergestellten Tieren sowie kranken, verletzt aufgefundenen oder aus einem anderen Grund hilflosen Wildtieren dienen, Anträge auf Förderung stellen. Im Anschluss beginnt das Auswahlverfahren. Antragsteller, die im vergangenen Jahr nicht berücksichtigt wurden, sind gebeten, die Aufrechterhaltung ihres Antrages mitzuteilen, weil dieser ansonsten verfällt.

„Aufgrund regelmäßiger Besuche kenne ich den Zustand der Tierheime in Mecklenburg-Vorpommern und weiß um die Notwendigkeit von dringenden Investitionen. Daher setze ich mich für eine kontinuierliche Unterstützung aus dem Landeshaushalt ein. Auch für den nächsten Doppelhaushalt wurden entsprechende Mittel angemeldet.

Denn Ehrenamt und Tierschutz sind unverzichtbare Säulen einer solidarischen und verantwortungsvollen Gesellschaft. Ich danke allen engagierten haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die die Situation vor Ort Tag und Nacht mit vollem Arbeitseinsatz und mit viel Herzblut meistern“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Antragsberechtigt sind Einrichtungen, welche über eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz verfügen. Geschlossene Verträge über die Unterbringung von Fundtieren o. ä. mit Kommunen sind bei dem Auswahlverfahren hilfreich.

Wer wird gefördert?

Alle Träger von in der Richtlinie definierten „Tierheimen“. Tierheime im Sinne dieser Richtlinie sind alle Einrichtungen, die der Unterbringung von Fundtieren, fortgenommenen, eingezogenen oder sichergestellten Tieren oder kranken, verletzt aufgefundenen oder aus einem anderen Grund hilflosen Wildtieren dienen.

 Was wird gefördert?

  • Neu-, Erweiterungs-, Aus- und Umbauten, Modernisierungen;
  • Verbesserung hygienischer und energetischer Funktionalität;
  • Verbesserung der Ausstattung, der Ausgestaltung und Ausrüstung von Tierunterbringungsplätzen

 Wie wird gefördert?

Die Zuwendung wird im Wege einer Projektförderung als Anteilfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt. Die Höhe der Zuwendung beträgt bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Fördervoraussetzungen sind die Einhaltung aller Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Nachweis notwendiger behördlicher Genehmigungen und Erlaubnisse. Die fünfjährige Zweckbindung ab der letzten Auszahlung verbietet eine Veräußerung, Verpachtung oder zweckentfremdete Verwendung der geförderten Investitionen während dieses Zeitraumes.

Auf den Seiten des Landesförderinstitutes stehen alle wichtigen Informationen, Unterlagen und die Kontaktdaten der Ansprechpartner zur Verfügung: https://www.lfi-mv.de/foerderfinder/tierheime/

Die Antragsstellung für mehrere Projekte ist möglich, wobei je nach Antragslage zunächst nur ein Förderantrag pro Antragssteller berücksichtigt werden kann. Das LFI steht beratend und unterstützend zur Verfügung.

Leistungen der Schülerinnen und Schüler über Bundesdurchschnitt

Oldenburg: Weiter die Kernkompetenzen der Kinder und Jugendlichen stärken

Schwerin – Der IQB-Bildungstrend verzeichnet einen deutlichen Rückgang in den erreichten mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen in allen Bundesländern. Getestet wurden im vergangenen Jahr Jugendliche der 9. Klassen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik an allgemein bildenden Schulen in den 16 Bundesländern.

„Zwar liegen die Kompetenzmittelwerte der Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern über dem bundesweiten Durchschnitt, aber die Gesamtanalyse darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kompetenzen der Jugendlichen insgesamt sinken. Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um diese Fächer zu stärken und die Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern zu erhöhen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Mecklenburg-Vorpommern setzt auf die Stärkung der Kernkompetenzen. „Wir legen das Fundament durch neue Stundentafeln, also mehr Deutsch- und Mathematikunterricht, sowie frühzeitige Leseförderung mit dem Leseband. Gleichzeitig investieren wir in digitale Bildung und eine zeitgemäße naturwissenschaftliche Bildung, damit unsere Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet sind -auf Berufsausbildung und weitere Bildungswege“, so Oldenburg.

Die Maßnahmen des Landes zielen darauf ab, langfristig Kernkompetenzen zu stärken und Lernwege transparent zu gestalten:

  • Mehr Zeit für Kernfächer: Mecklenburg-Vorpommern stärkt die grundlegenden Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
  • Früherer Chemieunterricht: Der Unterricht im Fach Chemie beginnt bereits ab der siebten Klasse.
  • Leseband eingeführt: Maßnahme zur frühen Leseförderung und Lesekompetenz in der Grundschule.
  • Überarbeitung der Rahmenpläne und Fortbildungen: Zur Verbesserung der Bildung in Mathematik und Naturwissenschaften wurden Rahmenpläne überarbeitet und umfangreiche Lehrkräftefortbildungen wurden angeboten.
  • Begleitung der Übergänge: LEO.MV – Die Untersuchungen zur Lernausgangslage für die Jahrgangsstufen 5 und 7 in Mathematik, Deutsch und Englisch unterstützen Übergänge und individuelle Lernwege.

Der IQB-Bildungstrend 2024 wird durch das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Auftrag der Kultusministerkonferenz erstellt und wurde in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Bundesbildungsministerin Karin Prien sprach sich dort für die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe aus.

Bereits im Dezember wird ein Fahrplan zum weiteren Vorgehen auf Bundesebene veröffentlicht. Die Bildungsministerin und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Simone Oldenburg sagte dazu: „Hier müssen die Ursachen gründlich analysiert werden. Fakt ist aber auch, dass eingeleitete Maßnahmen auch Zeit brauchen zu wirken.“

Ausbruch der Vogelgrippe

Ämter Mecklenburgische Kleinseenplatte und Röbel-Müritz betroffen 

Rechlin – In einem Geflügelbestand in der Gemeinde Rechlin wurde das hochpathogene aviäre Influenza-A Virus, Subtyp H5N1 durch virologische Untersuchung nachgewiesen. Damit wurde am 16.10.2025 der Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte amtlich festgestellt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zeigt sich besorgt:

„Das Krankheitsgeschehen erfolgt zu einem sehr frühen Zeitpunkt des Vogelzuges und zeigt, dass die Vogelgrippe längst endemisch ist. Zwar schwankt die Zahl der Ausbrüche in Hausgeflügelhaltungen saisonal, doch ist das Virus mittlerweile ständig und überall aktiv. Dafür spricht, dass wir Ausbrüche auch in anderen Teilen Deutschlands zur Kenntnis nehmen müssen. Jeder professionelle Geflügelhalter weiß nun eigentlich, was zu tun ist. Dennoch rate ich, zu überlegen, ob es vielleicht sinnvoll ist, Tiere, die für das Weihnachtsgeschäft vorgesehen waren, vorsorglich zu schlachten und so den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten.“

Auf Grundlage der Feststellung wurden durch den Landkreis alle notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche nach den europa- und bundesrechtlichen Vorschriften festgesetzt.

Die Maßnahmen bestehen unter anderem in der Einrichtung einer Schutzzone von 3 Kilometern und einer Überwachungszone von 10 Kilometern um den Ausbruchsbetrieb. Diese Maßnahme wurde umgehend vom Veterinäramt des LK MSE umgesetzt.

In der Schutzzone befinden sich 48 Tierhalter mit ca. 600 Stück Geflügel, dabei handelt es sich ausschließlich um Privathaltungen. Die dort gehaltenen Tiere müssen nun aufgestallt werden, darüber hinaus müssen strenge Hygieneauflagen umgesetzt werden.

In der Überwachungszone befinden sich insgesamt 450 Halter mit 400.000 Stück Geflügel, darunter sind 12 Anlagen mit je über 5.000 Stück Geflügel, deren Tierhalter nun aufgefordert sind, ihre Tiere, sofern nicht schon geschehen, beim Veterinäramt anzumelden und genau zu beobachten. Sollten die Tiere verenden oder Symptome wie verminderte Legeleistung, Durchfall oder Atemnot zeigen muss umgehend das Veterinäramt informiert werden.

Geflügel, Fleisch und Eier dürfen nicht in sowie aus den Restriktionsgebieten verbracht werden. Auf der Internetseite des Landkreises (www.lk-seenplatte.de) ist die entsprechende Allgemeinverfügung unter dem Reiter „Tierseuchen“ bekannt gemacht worden. Dort finden Sie ebenfalls eine Karte, auf der Schutz- und Überwachungszone eingetragen sind.

Neben den Sperrmaßnahmen werden auch epidemiologische Ermittlungen durchgeführt, um die Ursache sowie weitere Kontaktbetriebe festzustellen. Es wurde zudem ein Aufstallungsgebot für alle Geflügelhaltungen im Landkreis mit 5000 und mehr Tieren ausgesprochen. Dieses soll helfen, das Eintragsrisiko des Geflügelpestvirus in die Anlagen zu minimieren, denn in den letzten Tagen kam es vermehrt zu Wildvogelansammlungen, insbesondere von Kranichen.

Auch die Kleinsthalter im gesamten Kreisgebiet sind aufgefordert Ihre Tiere von Wildvögeln fern zu halten, die Tiere im Stall zu füttern und zu tränken, sowie eventuell vorhandene Teiche auszuzäunen.

Alle weiteren Biosicherheitsmaßnahmen sind dabei selbstverständlich nicht zu vernachlässigen.

Zwei neue Tourismusorte in Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Wolfgang Blank: „Tourismus lebt vom Engagement der Menschen vor Ort, die Ihre Gemeinden mit Tatkraft und Weitblick voranbringen“

Jabel – Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) den Gemeinden Göhren-Lebbin und Jabel offiziell die Anerkennungsurkunden als Tourismusorte überreicht.

„Hier vor Ort zeigt sich eindrucksvoll, dass Qualität und Engagement im Tourismus die Grundlage für nachhaltige Entwicklung sind“, sagte Minister Dr. Blank. „Tourismus lebt vom Engagement der Menschen vor Ort, die ihre Gemeinden mit Tatkraft und Weitblick voranbringen. Jabel und Göhren-Lebbin stehen für touristische Vielfalt, für gelebte Gastfreundschaft und für ein Angebot, das Gästen wie den Einheimischen gleichermaßen zugutekommt.“

Beide Orte hatten im März dieses Jahres die Anerkennung als Tourismusort nach dem Kurortgesetz Mecklenburg-Vorpommern beantragt. Mit der Urkundenübergabe wurde die offizielle Anerkennung beider Gemeinden feierlich vollzogen. An der Veranstaltung nahmen die Bürgermeister der beiden Gemeinden, Vertreterinnen und Vertreter des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte e. V. sowie Gäste aus den Regionen teil.

Die Anerkennung als Tourismusort steht für eine überdurchschnittliche touristische Infrastruktur, ein attraktives Ortsbild und ein hohes Maß an Qualität im Service- und Freizeitangebot. Landesweit gibt es nun insgesamt 46 anerkannte Tourismusorte und drei Tourismusregionen.

„Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Mecklenburg-Vorpommerns – gerade auch für den ländlichen Raum“, betonte Minister Dr. Blank. „Er schafft Arbeitsplätze und trägt wesentlich zur Lebensqualität vor Ort bei. Die Landesregierung unterstützt daher Gemeinden, die sich strategisch und nachhaltig aufstellen.“

In beiden Orten wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur umgesetzt – vielfach mit Unterstützung des Landes aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

So wurden in Göhren-Lebbin zwei Vorhaben zur Schaffung von insgesamt 40 Mitarbeiterwohnungen mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 5,46 Millionen Euro realisiert. Das Vorhaben wurde mit rund einer Million Euro als durch das Wirtschaftsministerium gefördert. Darüber hinaus wurden im Rahmen des GRW-Sonderprogramms I „Modernisierung für Beherbergungsbetriebe“ Investitionen von 486.000 Euro mit einem Zuschuss von 134.000 Euro unterstützt.

In Jabel wurden über das gleiche Programm Investitionen in Höhe von rund 500.000 Euro durch einen Zuschuss von rund 250.000 Euro ermöglicht. Damit konnten bestehende Arbeitsplätz gesichert und neue geschaffen werden. Allein in Göhren-Lebbin hat das Land seit 1990 für elf Infrastrukturmaßnahmen in rund 14 Millionen Euro GRW-Mittel bereitgestellt.

Minister Dr. Blank verwies darauf, dass die Anerkennung als Tourismusort nicht nur eine Auszeichnung, sondern zugleich Ansporn sei, die touristische Entwicklung kontinuierlich fortzusetzen: „Attraktive Tourismusorte sind Aushängeschilder unseres Landes. Sie schaffen Anreize, in Qualität, Nachhaltigkeit und Fachkräftesicherung zu investieren. Davon profitieren Gäste, Beschäftigte und die ganze Region.“

Globale Verantwortung im Unterricht

Kultusministerkonferenz und Bundesentwicklungsministerium legen neuen Orientierungsrahmen Bildung für nachhaltige Entwicklung vor

Schwerin – Die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben im Rahmen der 5. Bildungsministerkonferenz gemeinsam den neuen „Orientierungsrahmen Globale Entwicklung – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gymnasialen Oberstufe“ veröffentlicht. Als Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bietet das rund 800 Seiten starke Standardwerk eine umfassende Grundlage, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) systematisch in der weiterführenden Schule und insbesondere in der Sekundarstufe II zu verankern.

Der „Orientierungsrahmen Globale Entwicklung – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gymnasialen Oberstufe“ verbindet konzeptionelle Grundlagen mit konkreten Umsetzungshilfen für den Unterricht, die Lehrkräftebildung und die Schulentwicklung. Die Fachkapitel – von Deutsch über Biologie bis Informatik – enthalten jeweils didaktische Konzepte, Beispielthemen und Unterrichtsskizzen, die sich an den Bildungsstandards und Prüfungsanforderungen der KMK für die gymnasiale Oberstufe orientieren. Ergänzt wird der Orientierungsrahmen unter anderem durch Kapitel zur Digitalisierung, zur Lehrkräftebildung und zum gesamtschulischen Ansatz (Whole School Approach).

Der Orientierungsrahmen bezieht sich auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung mit den vier Zieldimensionen, die es in Einklang zu bringen gilt: soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit, demokratische Politikgestaltung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Dabei soll sich das Handeln an den nicht zu überschreitenden planetaren Grenzen und an den grundlegenden Bedürfnissen aller Menschen orientieren.

Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern: „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Teilhabe und Zukunftsfähigkeit. Der neue Orientierungsrahmen zeigt, wie wir jungen Menschen in der gymnasialen Oberstufe die Kompetenzen vermitteln können, die sie brauchen, um sich in einer komplexen Welt zu orientieren und Verantwortung zu übernehmen. Gerade in Zeiten globaler Krisen brauchen wir eine Schule, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern Haltung stärkt – und das geht nur gemeinsam, mit klaren Konzepten und konkreten Beispielen.“

Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Die Schule ist der ideale Mikrokosmos, um nachhaltige Werte und demokratische Prinzipien zu fördern. Damit Bildung für nachhaltige Entwicklung noch viel mehr Lernende und Lehrende erreicht, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz den Orientierungsrahmen für Globale Entwicklung entwickelt. Dabei geht es nicht alleine darum, Wissen, Werte und Kompetenzen zu vermitteln. Der Orientierungsrahmen bietet auch einen Überblick über konzeptionelle, theoretische und didaktische Grundlagen von nachhaltiger Bildungsarbeit mit globaler Perspektive.“

Der Schwerpunkt des Orientierungsrahmens liegt auf der Frage, wie zukunftsorientierte Bildung mit globaler Perspektive als grundlegendes Unterrichtsprinzip sowohl im Fachunterricht wie auch fachübergreifend in allen schulischen Bereichen integriert werden kann. Dabei geht es um Partizipation, lösungsorientiertes Denken und Handeln in einer demokratieförderlichen Lernkultur. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eng verknüpft mit politischer Bildung und berücksichtigt die Lebenswelt junger Menschen, macht sie resilient gegenüber Zukunftsängsten und Falschinformationen. Zudem trägt sie zum Aufbau positiver Selbstkonzepte bei.

Richtfest für Gingster Schulneubau

Schüler freuen sich schon jetzt auf den Einzug in moderne Klassen- und Fachräume

Insel Rügen –  Mit einem zünftigen Richtfest haben Gemeinde und Schule Gingst den nächsten Schritt ihrer Jahrhundertbaustelle begangen. Vertreter der beteiligten Firmen, aus der Gemeindevertretung und der Amtsverwaltung West-Rügen gehörten zu den über 70 Gästen des Vormittags. Axel Bersekow, der zuständige Polier auf der Baustelle, verlas nach ersten Grußworten den traditionellen Richtspruch. Diesen hatte er bewusst auf den Neubau einer Schule bezogen und allen Beteiligten mit gereimten Zeilen aus der Seele gesprochen.

Bürgermeister Nico Last bedankte sich bei den Planern und Bauleuten für einen zügigen Bau und lobte, dass alle Absprachen und Arbeiten im vorher geplanten Zeitrahmen ablaufen. Bauzeiten auch am Samstag ermöglichen das Einhalten von entsprechenden Fristen. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit allen Bürgern diese Investition getätigt haben“, sagt er in seinem Grußwort. Die Ausgaben in Höhe von 16 Millionen Euro seien gut in die Zukunft der Gingster Kinder investiert, weil Bildung nach wie vor ein wichtiges Gut sei.

Polier Axel Bersekow (rechts) hält den zünftigen Richtspruch in Anwesenheit von Bürgermeister Nico Last und Schulleiter André Farin (v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel
Polier Axel Bersekow (rechts) hält den zünftigen Richtspruch in Anwesenheit von Bürgermeister Nico Last und Schulleiter André Farin (v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel

Auf ein modernes Lernen freuen sich die teilnehmenden Klassensprecher, die ganz neugierig die Zeremonie verfolgten. Emilia Friedrich, die neugewählte Schülersprecherin, bedankte sich im Namen der 450 Jungen und Mädchen, dass sie schon nach weniger als einem Jahr Bauzeit das Richtfest erleben. „Wir können täglich verfolgen, wie unsere neue Schule entsteht“, erzählt sie in ihrer Rede. Alle freuen sich auf einen Umzug in zeitgemäße Klassen- und Fachräume. Schon jetzt sind sie und ihre Mitschüler darauf gespannt, in einer Führung die künftigen Räume im Rohbau zu sehen.

„Am Berufsmessetag werden erste Schülergruppen die Baustelle besichtigen“, erklärt Schulleiter André Farin. Zusammen mit dem Planungsbüro psh Greifswald und Bauleiter Jan Barnewitz werden Mini-Führungen für interessierte Schüler durchgeführt, die einen Blick auf die Bauzeichnungen und den Rohbau werfen werden. „Das ist ein guter Baustein für Berufsorientierung vor Ort“, meint André Farin, der zusammen mit dem Messeteam die Rundgänge organisieren und begleiten wird.

Spatenstich für den Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums

Dr. Wolfgang Blank: „Moderne Berufsbildung ist der Schlüssel für die Fachkräftesicherung und den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“

Greifswald – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Greifswald den ersten Spatenstich für den Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums (RBB) gesetzt. Das Land unterstützt das Bauvorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit einem Zuschuss in Höhe von rund 44,3 Millionen Euro.

„Mit dem heutigen Spatenstich beginnt eines der wichtigsten Bildungsbauprojekte in Vorpommern“, sagte Minister Dr. Blank. „Moderne Berufsbildung ist der Schlüssel für Fachkräftesicherung und wirtschaftlichen Erfolg. Mit dem Neubau setzen wir Maßstäbe gemeinsam neue Maßstäbe für eine moderne, zukunftsorientierte und praxisnahe Ausbildung. Davon profitieren junge Menschen, Unternehmen und die gesamte Region.“

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald errichtet auf einem rund 19.800 Quadratmeter großen Grundstück in der Siemensallee einen neuen Bildungscampus, der künftig die bisherigen Schulstandorte in der Siemensallee und der Hans-Beimler-Straße zusammenführt. Der viergeschossige Neubau bietet Platz für rund 1.800 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte. Das Gebäude wird Unterrichts- und Fachräume, Werkstätten, eine Aula, eine Cafeteria sowie Verwaltungsbereiche umfassen.

Ergänzend ist eine Einfeldsporthalle und eine Reservefläche für ein späteres Internat vorgesehen. Die Gesamtausgaben betragen rund 55,4 Millionen Euro. „Die Zusammenführung der Standorte in einem modernen, barrierefreien und energieeffizienten Neubau schafft beste Voraussetzungen für eine zeitgemäße Ausbildung. Hier setzen wir sein starkes Signal dafür, junge Fachkräfte in unserem Land auszubilden und auch halten zu wollen“, betonte Minister Dr. Blank.

Das Schulgebäude entsteht in klassischer Massivbauweise und wird über das städtische Fernwärmenetz versorgt. Eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine hochwertige Gebäudehülle und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgen für einen energieeffizienten Betrieb. Bereits in Torgelow wird derzeit eine neue Lehrwerkstatt für Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker mit Unterstützung aus GRW-Mitteln errichtet.

„In den vergangenen fünf Jahren hat das Wirtschaftsministerium rund 85 Millionen Euro für Bauvorhaben an beruflichen Schulen im Land bewilligt und damit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 150 Millionen Euro ermöglicht“, sagte Minister Dr. Blank. „Damit setzen wir ein klares Zeichen: Wir wollen jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern beste Lernbedingungen bieten. Denn moderne berufliche Bildung ist nicht nur Bildungspolitik – sie ist auch Standortpolitik.“

Der Minister dankte dem Landkreis für die zügige und zielgerichtete Umsetzung. „Von der ersten Idee bis zum heutigen Spatenstich sind gerade einmal fünf Jahre vergangen – das zeigt, mit welchem Engagement und welcher Verlässlichkeit hier gearbeitet wird. Ich wünsche allen Beteiligten einen erfolgreichen und unfallfreien Bauverlauf und gutes Gelingen.“