Menü Schließen

Wie geht es weiter mit dem Buckelwal

Ministerium stellt Medienbericht zu neuem Bergungskonzept klar

Schwerin – Anlässlich aktueller Medienberichte über ein angeblich bereits abgestimmtes und unmittelbar umzusetzendes neues Bergungskonzept für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal stellt das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern klar:

Das ursprünglich vorgesehene Bergungskonzept konnte in der geplanten Form nicht weiterverfolgt werden. Unter anderem fehlte für die vorgesehene technische Konstruktion die notwendige Zulassung für den Seeverkehr, sodass eine Umsetzung nicht möglich war.

Ein neues Konzept zur möglichen Fortführung der Rettungsmaßnahmen wurde bislang lediglich vorbesprochen. Die hierfür notwendigen und prüffähigen Unterlagen liegen dem Land derzeit noch nicht vor.

„Die Initiative hat ihre Überlegungen skizziert. Für eine belastbare Bewertung benötigen wir jedoch ein vollständiges, fachlich nachvollziehbares Konzept“, erklärte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Die entsprechenden Unterlagen sollen im Laufe des heutigen Tages eingereicht werden. Erst auf dieser Grundlage kann eine fachliche und rechtliche Prüfung erfolgen. „Solange uns keine vollständigen Unterlagen vorliegen, kann es weder eine abschließende Bewertung noch eine Einordnung möglicher Maßnahmen geben“, so Backhaus weiter.

Der Darstellung, das Konzept sei bereits abgestimmt oder es gebe keine Einwände des Landes, wird ausdrücklich widersprochen. Entsprechend gibt es keine Festlegung zu einem möglichen Startzeitpunkt von Maßnahmen.

Das Land wird das Konzept nach Eingang zeitnah und mit höchster Priorität prüfen. Maßstab bleibt dabei unverändert das Tierwohl sowie die geltende Rechtslage.

Inklusionsförderrat M-V neu berufen

Einzigartiges Gremium vertritt Interessen von 400.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Mit der Übergabe der Berufungsurkunden durch Sozialstaatssekretärin Sylvia Grimm an die 13 stimmberechtigten Mitglieder und deren jeweiligen Vertreter beginnt am heutigen Donnerstag offiziell die neue Amtsperiode des Inklusionsförderrates (IFR), die bis Ende März 2030 andauert.

Im Rahmen der Feierlichkeiten hob Grimm die große Bedeutung des Gremiums hervor. „Der IFR ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig ist und unterstützt die Landesregierung bei der Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen für Menschen mit und ohne Behinderungen. Damit leisten die ehrenamtlichen Mitglieder des IFR einen entscheidenden Beitrag für mehr Teilhabe und Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern“, verdeutlichte die Staatssekretärin.

Dem IFR gehören sieben Mitglieder der Verbände der Menschen mit Behinderungen (Selbsthilfe MV), ein Mitglied des Landkreistages und des Städte- und Gemeindetages MV sowie je ein Mitglied des Sozialverbandes Deutschland MV, des Sozialverbandes VdK MV, der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in MV und des Landesfrauenrates MV an. Hinzu kommen als nicht stimmberechtigte Mitglieder der Landesbürgerbeauftragte und ein Vertreter des Landessozialministeriums.

Bis zum Ende der Berufungsperiode im Jahr 2030 bilden sie die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. „Derzeit sind das etwa 400.000 Menschen und damit ein knappes Viertel der Landesbevölkerung, deren Anliegen auf diesem Weise Einfluss finden“, erläuterte Grimm.

Dafür hat der Inklusionsförderrat etwa das Recht, der Landesregierung Initiativen vorzuschlagen, um die Lebensrealität der betroffenen Menschen zu verbessern. „Ebenfalls werden sie bei allen neuen Gesetzesentwürfen und Rechtsvorschriften der Landesregierung angehört, wann immer die Belange dieser Zielgruppe berührt werden. Das sind für uns als Landesregierung äußerst wichtige Rückmeldungen getreu des Mottos des IFR, mehr miteinander statt übereinander zu sprechen“, so die Staatssekretärin. Unterstützung erhalte der Inklusionsförderrat dabei auch durch eine eigene Geschäftsstelle, die beim Sozialministerium angesiedelt ist.

„Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Inklusion gesamtgesellschaftlich zu einer Selbstverständlichkeit wird. Denn wir wissen: Für Menschen mit Behinderungen tun sich im privaten Alltag und Berufsleben noch immer verschiedenste Hürden auf. Von der inklusiven Bildung über die Inklusion am Arbeitsmarkt bis hin zur Barrierefreiheit im baulichen und auch im digitalen Bereich: Vor den neuen Mitgliedern des IFR liegt ein breites Themenfeld, das wir mit Ihnen weiter begleiten wollen – für noch mehr und für noch bessere Inklusion und Barrierefreiheit in Mecklenburg-Vorpommern“, unterstrich Grimm bei der Ausreichung der Ernennungsurkunden und gratulierte der neuen Vorsitzenden des IFR, Prof. Dr. Antje Bernier (Selbsthilfe MV), sowie der ersten stellvertretenden Vorsitzenden Petra Rautenberg (Sozialverband Landesverband MV) und dem zweiten Stellvertreter Thomas Warning (Selbsthilfe MV).

Lesereise M-V: Ein Geschichtenbuch für Kita-Kinder im ganzen Land

Oldenburg: Lesen ist ein Schlüssel für Bildung, Teilhabe und Selbstvertrauen

Schwerin – Zum Internationalen Tag des Buches startet in Mecklenburg-Vorpommern die landesweite „Lesereise M-V“. Ab dem 23. April erhalten alle vier- bis fünfjährigen Kinder in Kindertageseinrichtungen und bei Kindertagespflegepersonen ein eigens entwickeltes Geschichtenbuch mit dem Titel „Blätter rascheln laut und leise. Mach dich auf die Lesereise!“. In der AWO-Kita „Emil-Grünberg-Haus“ in Wismar hat Bildungsministerin Simone Oldenburg die ersten Exemplare an die Kinder überreicht und damit das Startsignal für die landesweite Verteilaktion gegeben.

„Heute ist ein besonderer Tag: Wir starten mit der Verteilung unseres neuen Geschichtenbuches. Als Initiatorin und Schirmherrin des Projekts freue ich mich sehr, dass aus einer Idee ein gemeinsames Vorhaben entstanden ist, das von großem Engagement und der festen Überzeugung getragen wird, dass Lesen ein Schlüssel für Bildung, Teilhabe und Selbstvertrauen ist“, sagte die Ministerin.

Das Buch begleitet die Kinder beim Übergang von der Kita in die Grundschule. Es enthält Geschichten, Reime, Bilder und Rätsel, die zum Mitmachen, Nachdenken und Erzählen anregen. „Ich freue mich, dass wir für das Buch Beiträge von renommierten Kinderbuch-autorinnen und -autoren wie Kirsten Boie und Paul Maar gewinnen konnten. Gleichzeitig bereichern auch Autorinnen und Autoren aus Mecklenburg-Vorpommern das Projekt. Die Illustrationen greifen regionale Bezüge auf und machen das Buch zu einem Stück gelebter Heimat“, so die Ministerin.

Ergänzt wird das Geschichtenbuch durch ein kostenfreies Fortbildungsangebot für pädagogische Fachkräfte. Dort erfahren sie, wie sie das Buch gezielt zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz in der Kita, in der Familie und in Kooperation mit öffentlichen Bibliotheken einsetzen können. Erste Workshops haben bereits in Parchim, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, Stralsund und Greifswald stattgefunden. Ein Online-Portal, das in Kürze freigeschaltet wird, wird zusätzlich Materialien, Anleitungen und Impulse für Fachkräfte und Eltern bereitstellen.

Die „Lesereise MV“ ist ein Modellprojekt innerhalb der durchgängigen Sprachbildungsstrategie Mecklenburg-Vorpommerns, die alle Bildungsetappen von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Bildung umfasst. Ziel ist es, bildungssprachliche Kompetenzen systematisch aufzubauen, Übergänge zu stärken und Chancengleichheit zu fördern.

Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung stellt für das Modellprojekt „Lesereise MV“ 350.000 Euro im Zeitraum vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2027 zur Verfügung. Projektträger ist der Verein „Aktion Sonnenschein MV“.

Historisches Bahnhofsgebäude in Malchin wird saniert  

Malchin – Ein Pilotprojekt für die energetische Sanierungen historischer Gebäude unter Einbindung intelligenter Managementsysteme wird in Malchin umgesetzt. Die Alte Direktion Grundstücksverwaltung eGbR erhält einen Zuwendungsbescheid für die energetische Sanierung des ehemaligen Direktionsgebäudes der Friedrich-Franz-Eisenbahn. Die Gesamtausgaben liegen bei rund 541.500 Euro.

Davon beträgt die EFRE-Förderung knapp 245.000 Euro, zusätzlich erfolgt eine Förderung über die KfW. Es werden unter anderem Fenster und Türen erneuert, Dach- und Kellerböden gedämmt, eine energieeffiziente Beleuchtung und eine Verschattungsanlage eingebaut. Außerdem kommen eine Wärmepumpe, ein Wärmespeicher, ein Batteriespeicher und smarte Gebäudemanagementsysteme zum Einsatz. Die Stromversorgung erfolgt aus erneuerbaren Energien, etwa einer PV-Anlage.

„Die Sanierung des 1864 errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes hat einen Vorbildcharakter für die energetische Ertüchtigung von Bestandsgebäuden in Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahlen stehen für sich: Die voraussichtliche Einsparung von 13 Tonnen CO2 pro Jahr ist eine Reduzierung des CO-2-Ausstoßes um 45 Prozent. Das entspricht dem CO2-Ausstoß eines Vier-Personen-Haushalts über neun Jahre. Die Einsparung an Energie (Strom, Gas) beträgt rund 57.000 kWh/ Jahr, was einer Ersparnis von ca. 19.800 Euro/ Jahr gleichkommt“, sagt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus, der terminbedingt nicht persönlich vor Ort sein kann.

Er dankt abschließend allen, die dieses Projekt vorbereitet und auf den Weg gebracht haben, insbesondere dem Verein „Schlösser, Guts- und Herrenhäuser Mecklenburg-Vorpommern“, Frau und Herrn Dr. Sösemann von der Alte Direktion Grundstücksverwaltung eGbR sowie den Beteiligten in Verwaltung und Planung.

Insgesamt wurden seit Anfang 2024 rund 5,5 Millionen über die Klimaschutzförderrichtlinie für Kommunen in MV bewilligt, was Gesamtausgaben in Höhe von 14,5 Millionen Euro ermöglichte. Schwerpunkte sind unter anderem LED-Straßen- und Außenbeleuchtung, Studien- und Planungsleistungen, LED-Innenbeleuchtung, energetische Gebäudesanierung im Bestand, technische Gebäudeausrüstung im Neubau sowie der Austausch von Pumpen und anderen Anlagenbestandteilen.

Sport auf Rezept

MV führt ärztliche Bewegungsempfehlung ein

Schwerin – Mehr als zehn Stunden pro Tag sitzen Menschen in Deutschland im Durchschnitt. Laut Umfragen von Krankenkassen schaffen es dabei nur etwa 30 Prozent, das durch körperliche Aktivität wieder auszugleichen. „Das zeigt aus meiner Sicht deutlich, dass Bewegung wieder einen höheren Stellenwert einnehmen muss“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute in Schwerin. Ein Weg hierfür sei ein neues Projekt, das derzeit in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte erprobt werde. Dort können Ärztinnen und Ärzte ihren Patientinnen und Patienten gezielt körperliche Aktivität empfehlen – in Form eines eigenen Rezepts für Bewegung.

Das Projekt geht zurück auf eine gemeinsame Initiative der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern und des Landessportbundes. Es setzt Ziele der neuen Landesstrategie für Gesundheit und Prävention um und folgt einem niedrigschwelligen Prinzip: Fällt im Rahmen eines Arztbesuches auf, dass die Patientinnen und Patienten ihre Genesung durch sportliche Aktivitäten befördern können, erhalten sie „Bewegungsempfehlungen auf Rezept“.

Dieses kann für Kinder oder Erwachsene ausgestellt werden. Es enthält neben Empfehlungen zu bestimmten, individuellen Schwerpunkten wie der Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, des Haltungs- und Bewegungssystems oder der Stressbewältigung bei Erwachsenen sowie mehr Alltagsbewegung bei Kindern auch einen Link zu einer umfassenden Bewegungslandkarte. Neben Sport- und Rehaangeboten in der Nähe sind darauf auch Spiel- und Bolzplätze eingezeichnet.

„Das sind alles gute Möglichkeiten, um fernab des Berufs- und Schulalltages wieder mehr in Bewegung zu kommen. Wir wissen sehr genau, dass körperliche Inaktivität als Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes oder muskuläre Beschwerden gilt, die in MV teils überdurchschnittlich verbreitet sind. Wir wissen zudem, dass gerade ärztliche Empfehlungen dazu motivieren können, das eigene Verhalten zu verändern. Das wollen wir uns mit dem Rezept für Bewegung zu Nutze machen und hoffen auf breite Unterstützung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte“, erklärte Gesundheitsministerin Drese.

Dazu ergänzte auch Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes in Mecklenburg-Vorpommern: „Unsere Sportvereine im Land bieten wohnortnahe, qualitativ hochwertige Bewegungsangebote von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Mit dem neuen Modellprojekt versuchen wir den Einstieg in das Vereinsleben noch etwas leichter zu gestalten und Brücken zu schlagen: Von der ärztlichen Empfehlung, über die Hilfe beim Finden der passenden Angebote bis hin zum regelmäßigen Sporttreiben im Verein.“

Erprobt wird das Konzept bisher in zwei Landkreisen. Nach dem Abschluss der Testphase soll das Rezept auf Bewegung jedoch auch landesweit ausgerollt werden. „Für mich ist das ein hervorragendes Beispiel für neue präventive Ansätze die entstehen, wenn alle Akteure gemeinsam agieren und ich bin froh, dass uns diese Verknüpfung auch durch die Landesstrategie Gesundheit und Prävention geglückt ist. Allen, die daran mitwirken, aber auch den beiden Landkreisen, die beispielhaft vorangehen, gilt dafür mein ausdrücklicher Dank“, so Drese.

Das Rezept auf Bewegung ist kein ärztliches Rezept im klassischen Sinne. Es ähnelt viel mehr einem sogenannten grünen Rezept, mit dem medizinisch notwendige, aber nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel empfohlen werden. Das heißt, dass das Ausstellen des Rezepts eine freiwillige ärztliche Leistung ist, die nicht über die gesetzlichen Krankenkassen vergütet wird. Wer die Angebote in Anspruch nimmt, muss die geringfügigen Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren daher selbst erbringen.

Bilanz nach einer Woche Wal-Rettungsversuch

Lage weiterhin kritisch

Insel Poel – Eine Woche nach Beginn des privaten Rettungsversuchs für den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus eine Bilanz gezogen und einen Ausblick auf die kommenden Tage gegeben.

„Wir befinden uns weiterhin in einer außergewöhnlich schwierigen Situation – fachlich, rechtlich und auch emotional“, sagte Backhaus. „Der Gesundheitszustand des Tieres ist kritisch. Dennoch lebt der Wal, und solange diese Chance besteht, begleiten wir die Situation verantwortungsvoll im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

Nachdem sich das Tier zwischenzeitlich kurzzeitig freischwimmen konnte, liegt es aktuell erneut im Flachwasserbereich der Kirchsee vor Poel. Die Rettungsversuche der privaten Initiative werden fortgesetzt und durch die Behörden eng fachlich begleitet. Gleichzeitig werden verschiedene Handlungsoptionen geprüft.

Die aktuelle Einschätzung wird durch eine erneute Stellung­nahme des Expertengremiums für Strandungen – der International Whaling Commission (IWC) – bestätigt. Die Fachleute kommen weiterhin zu dem Ergebnis, dass sich der Zustand des Tieres verschlechtert hat und wiederholte Eingriffe bislang nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung geführt haben.

Weitere physische Maßnahmen seien daher kritisch zu bewerten und könnten zusätzliche Belastungen für das Tier bedeuten. Zugleich betont das Gremium, dass eine Euthanasie unter den gegebenen Bedingungen derzeit nur schwer umsetzbar ist und erhebliche praktische Herausforderungen mit sich bringt. Insgesamt wird eine ruhige, möglichst störungsarme und palliative Begleitung des Tieres als verantwortungsvoller Umgang hervorgehoben.

„Diese Einschätzung deckt sich mit der wissenschaftlichen Bewertung, die von Anfang an Grundlage unseres Handelns war“, so Backhaus.

„Angesichts der aktuellen Lage und der Bewegungen des Tieres sind Anpassungen notwendig“, erklärte der Minister weiter. Das ursprüngliche Bergungskonzept habe sich in Teilen überholt. Weitere Maßnahmen müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und transparent mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Das Land behält sich vor, Maßnahmen zu untersagen, sollte das Tierwohl gefährdet sein.

Kritik, die Behörden würden den Rettungsversuch verzögern oder behindern, wies der Minister entschieden zurück. „Wir handeln hochgradig flexibel und unterstützen, wo immer es rechtlich möglich ist – teilweise auf Zuruf“, sagte Backhaus. So sei kurzfristig eine temporäre Erlaubnis zur vorübergehenden befristeten Ausübung des tierärztlichen Berufs für eine Spezialistin aus Hawaii erteilt worden, auch Drohneneinsätze und weitere Maßnahmen seien ermöglicht worden. „Unsere Flexibilität endet dort, wo Recht und Gesetz greifen – nicht zuletzt, um sicherzustellen, dass dem Tier keine zusätzlichen Schäden entstehen.“

Zugleich stellte der Minister die rechtliche Einordnung erneut klar: „Es gab keinen Zuschlag und keine Genehmigung – sondern eine rechtlich gebotene Duldung.“ Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es jedermann erlaubt, einem hilflosen Tier zu helfen. Maßstab für das staatliche Handeln sei ausschließlich das Tierwohl. Das Land begleitet die Maßnahmen eng, Veterinärinnen und Veterinäre sind rund um die Uhr vor Ort.

Für die kommenden Tage bereitet sich das Land auf mehrere mögliche Entwicklungen vor. Denkbar ist, dass sich der Wal – begünstigt durch Wasserstand und weitere Maßnahmen – eigenständig oder unterstützt freischwimmt und in tiefere Gewässer geleitet werden kann. Ebenso möglich ist, dass sich der Zustand des Tieres weiter verschlechtert und ein natürliches Verenden eintritt, was anschließend eine Bergung erforderlich machen würde.

Backhaus kündigte zudem an, die Ereignisse politisch aufzu­arbeiten: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Situationen künftig häufiger auftreten können. Deshalb werde ich mich auf Bundesebene für bessere gemeinsame Strukturen im Umgang mit Großwalen einsetzen.“

Der Buckelwal ist seit Anfang März in der westlichen Ostsee unterwegs und insgesamt viermal in Mecklenburg-Vorpommern gestrandet, zuletzt am 31. März in der Kirchsee vor Poel. Das Tier ist schwer geschwächt, weist Verletzungen sowie Hinweise auf innere Schäden auf. Ein wissenschaftliches Gutachten führender Fachinstitutionen kam Anfang April zu dem Ergebnis, dass eine Rettung nicht erfolgversprechend ist und erhebliche Risiken für das Tier birgt. Auf dieser Grundlage hatte das Land zunächst entschieden, keine aktiven Eingriffe vorzunehmen.

Abschließend dankte der Minister allen Einsatzkräften, Wissenschaftlern sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor Ort. „Ich habe von Anfang an gesagt: Ich werde diesen Wal bis zum Schluss begleiten. Das gilt weiterhin.“

Sechs Jahre Männerhilfetelefon: Täglich suchen elf Männer Hilfe

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt weist auf die Bedeutung des Angebots hin

Schwerin – „Seit mittlerweile sechs Jahren ist das Männerhilfetelefon geschaltet. Mecklenburg-Vorpommern ist seit über vier Jahren dabei, denn Gleichstellung bedeutet eben auch, Gewalt-Betroffenen aller Geschlechter Hilfe anzubieten. Über 4.050 Männer haben letztes Jahr das kostenlose telefonische Hilfsangebot in Anspruch genommen. Egal, ob Frau oder Mann, jedes Opfer ist eines zu viel. Daher müssen wir weiterhin alles unternehmen, dass wir die Zahl der Betroffenen von Gewalt verringern. Noch sind die Betroffenenzahlen weiter steigend. Ein Grund dafür ist auch, dass die Dunkelziffer mehr ins Licht geholt wird, da sich durch die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit mehr Menschen trauen, Hilfe zu holen“, so die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt.

„Das Männerhilfetelefon ist eine Folge des In-Kraft-Tretens der Istanbul-Konvention am 1. Februar 2018. Deutschland hat sich seitdem zu umfassenden Maßnahmen zum Schutz vor häuslicher Gewalt verpflichtet. Die Istanbul-Konvention betrifft gemäß Artikel 2 Absatz 2, alle von häuslicher Gewalt betroffenen Personengruppen. Gemeinsam mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz unterstützt daher Mecklenburg-Vorpommern das Hilfetelefon ‚Gewalt an Männern‘ unter der Nummer 0800 123 99 00 und online auf www.maennerhilfetelefon.de. Ich rufe weitere Länder dazu auf mitzumachen. Denn je mehr unterstützende Länder es gibt, umso umfangreicher kann das Hilfetelefon auch geschaltet sein“, sagt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt weiter.

Das Hilfe-Angebot für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, war am 22. April 2020 in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern ins Leben gerufen worden. Erweitert werden konnte das kostenlose und anonyme Beratungsangebot, nachdem sich weitere Bundesländer wie M-V angeschlossen hatten. Die Beratungszahlen stiegen kontinuierlich. Im Jahr 2024 zählte das Hilfetelefon 4.037 Kontakte, im Jahr 2025 waren es 4.051 Kontakte. Das waren ungefähr elf Anrufe pro Tag.

„Anrufe kommen auch aus Mecklenburg-Vorpommern. Denn auch hier stieg laut Polizeilicher Kriminalitätsstatistik die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Menschen. Bei 5.204 registrierten Fällen war in jedem vierten Fall das Opfer männlich. Das zeigt, dass das Thema Gewalt gegen Männer auch in M-V beachtet werden muss und die Unterstützung für das Hilfetelefon wichtig bleibt“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt zum sechsten Jahrestag des Männerhilfetelefons am 22. April 2026. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Angebot mit 5.000 Euro jährlich.

Jungen entdecken neue Berufswege jenseits von Klischees

Boys’Day 2026: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit eigenen Angeboten zur Berufsorientierung

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung beteiligt sich mit sieben zur Verfügung stehenden Plätzen am „Boys’Day“. An diesem Aktionstag erhalten Jungen bundesweit die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer bislang unterrepräsentiert sind – insbesondere in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Verwaltung. Ziel ist es, stereotype Rollenbilder aufzubrechen und neue Perspektiven für die berufliche Zukunft zu eröffnen.

„Alle Chancen zur Berufsorientierung sollten genutzt werden, denn sie sind wichtig für die persönliche Entwicklung und die Zukunft der jungen Menschen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld des Aktionstages am 23. April. „Daher freue ich mich, dass auch in diesem Jahr wieder viele Jungen die Gelegenheit nutzen, beim ‚Boys’Day’ in Berufe reinzuschnuppern.“

Im Bildungsministerium erhalten die teilnehmenden Schüler Einblicke in die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses und in die Aufgaben eines Bürokaufmanns. So lernen sie verschiedene Tätigkeitsfelder der Verwaltung aus nächster Nähe kennen.

Der Boys’Day leistet einen wichtigen Beitrag, die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten sichtbar zu machen und Schülerinnen und Schüler frühzeitig bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen. In Mecklenburg-Vorpommern werden in diesem Jahr 216 Angebote von Unternehmen und Organisationen mit 805 Plätzen unterbreitet.

Der Aktionstag findet seit 2011 statt und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.