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Tag: 20. Juli 2026

Waldbrand im Müritz-Nationalpark unter Kontrolle

Schwerin – Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark ist unter Kontrolle. Nach mehreren Tagen intensiver Brandbekämpfung ist es den Einsatzkräften gelungen, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Eine vollständige Entwarnung kann dennoch noch nicht gegeben werden. Das Brandgebiet wird weiterhin engmaschig überwacht, da sich im munitionsbelasteten Gelände noch Glutnester befinden und sich die Lage bei ausbleibenden Niederschlägen und zunehmendem Wind jederzeit wieder verändern kann.

Insgesamt waren rund 400 Hektar des 32.200 Hektar großen Müritz-Nationalparks vom Brand betroffen. Damit wurden gut ein Prozent der Nationalparkfläche in Mitleidenschaft gezogen.

Außergewöhnlicher Einsatz unter schwierigsten Bedingungen

Zeitweise waren täglich bis zu 400 Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Feuerwehren, Katastrophenschutz, Nationalparkverwaltung, Landesforstanstalt, Polizei, THW, Bundeswehr, Bundesforst und zahlreiche weitere Organisationen arbeiteten unter schwierigsten Bedingungen Hand in Hand. Unterstützung kam dabei weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus – bis aus Bayern wurden Einsatzkräfte und Technik entsandt.

Der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, sagte: „Dass der Waldbrand heute unter Kontrolle ist, ist vor allem das Verdienst der vielen Einsatzkräfte, die über Tage hinweg Außergewöhnliches geleistet haben. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank. Gleichzeitig wissen wir: Der Einsatz ist noch nicht beendet. Die Nachsorge wird in den kommenden Wochen noch viel Kraft und Ausdauer erfordern. Das Land wird die erforderlichen Maßnahmen finanziell unterstützen. Dazu gehört auch, den bereits erarbeiteten Sondereinsatzplan zügig umzusetzen. Ein Schwerpunkt wird dabei die Sondierung und Ertüchtigung der Waldwege sein, damit Einsatzkräfte im Ernstfall schneller und sicherer handeln können.“

Landkreis: Dank an Einsatzkräfte und Bevölkerung

Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller, würdigte die Leistung aller Beteiligten: „Mein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften, die mit höchstem Engagement und großer Professionalität diesen außergewöhnlichen Einsatz bewältigt haben. Stellvertretend möchte ich die Feuerwehren sowie die Besatzungen der Löschhubschrauber nennen, die unter schwierigsten Bedingungen einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung des Brandes geleistet haben. Ebenso danke ich den Bürgerinnen und Bürgern der betroffenen Gemeinden für ihr Verständnis, ihre Geduld und ihre Unterstützung.“

Zur Brandursache erklärte Müller: „Zur Ursache des Brandes können wir derzeit keine Aussagen treffen. Die Polizei ermittelt. Fest steht lediglich, dass das Feuer an mehreren Stellen im Gebiet entstanden ist. Das ist auffällig und wird im Rahmen der laufenden Ermittlungen sorgfältig geprüft. Spekulationen verbieten sich zum jetzigen Zeitpunkt.“

Sicherungsmaßnahmen laufen weiter

Die Nachlöscharbeiten und die Sicherung des Brandgebietes werden noch längere Zeit andauern. Die Drohnenüberwachung zeigt weiterhin einzelne Wärmequellen mit Temperaturen von bis zu 160 Grad Celsius. Deshalb bleiben die eingerichteten Verteidigungslinien bestehen. Kreisregner werden weiterhin eingesetzt, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern. Die bislang geliehene Spezialtechnik wird schrittweise durch landeseigene Technik ersetzt. Gleichzeitig werden auswärtige Einsatzkräfte nach und nach aus dem Einsatz herausgelöst.

Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Löscharbeiten erheblich unterstützt. Auf Teilen der Brandfläche fielen bis zu 8,5 Liter Regen pro Quadratmeter, im Bereich Granzin zwischen 1,5 und 3 Litern. Mit nachlassenden Niederschlägen und zunehmendem Wind bleibt jedoch Vorsicht geboten.

Auch die Notunterkunft in Peckatel wird inzwischen zurückgebaut. Das eigentliche Brandgebiet bleibt aufgrund der Munitionsbelastung weiterhin gesperrt. Nach Einschätzung des Munitionsbergungsdienstes kann die Fläche von den Einsatzkräften frühestens in etwa zwei Wochen wieder betreten werden.

Konsequenzen aus dem Einsatz

Die Erfahrungen der vergangenen Tage sollen nun zügig in konkrete Maßnahmen münden. Der bereits erarbeitete Sondereinsatzplan für den Müritz-Nationalpark wird schrittweise umgesetzt. Als erste Maßnahmen sollen das Wegenetz ertüchtigt und zusätzliche Löschwasserentnahmestellen geschaffen werden. Voraussetzung dafür sind umfangreiche Kampfmittelsondierungen, da zahlreiche Wege zunächst auf Munition untersucht und gesichert werden müssen. Die während des Einsatzes bewährten Löschboxen bleiben teilweise dauerhaft in der Region: Eine Löschbox wird künftig im Müritz-Nationalpark stationiert, eine weitere als Reserve am Standort Neustrelitz vorgehalten.

Nationalpark: Die Natur wird sich erholen

Der Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, blickt trotz der Schäden zuversichtlich nach vorn: „Mein Dank gilt den Menschen in der Region, die den Einsatz mit großer Geduld und Verständnis begleitet haben. Für den Nationalpark war dieser Brand ein einschneidendes Ereignis. Gleichzeitig wissen wir aus Erfahrung, dass unsere Natur über eine enorme Regenerationskraft verfügt. Viele grüne Inseln sind erhalten geblieben. Von dort aus werden sich Pflanzen und Tiere die betroffenen Flächen Schritt für Schritt zurückerobern. Diesen Prozess werden wir ökologisch bewerten.

Bürgermeister dankt Feuerwehr und Bevölkerung

Der Bürgermeister der Gemeinde Kratzeburg Dr. Guntram Wagner sagte: „Ich danke allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden sowie den vielen Helferinnen und Helfern, die Tag und Nacht für den Schutz unserer Gemeinden im Einsatz waren. Mein Dank gilt ebenso den Bürgerinnen und Bürgern, die die notwendigen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen mit großer Besonnenheit mitgetragen haben. Dieser Zusammenhalt hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir diese schwierige Lage gemeinsam bewältigen konnten.“

Investitionen bewähren sich – Bund bei Munitionsberäumung gefordert

Der Minister verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam mit dem Innenministerium in den vergangenen Jahren rund 111 Millionen Euro in den Waldbrand- und Katastrophenschutz investiert hat. Dazu gehören unter anderem die Waldbrandzentrale Mirow mit 24 Kamerastandorten, die rund 332.000 Hektar Wald überwacht, moderne Spezialtechnik für Einsätze auf munitionsbelasteten Flächen, neue Löschwasserentnahmestellen sowie 310 neue Feuerwehrfahrzeuge.

Gleichzeitig erneuerte Backhaus seine Forderung an den Bund, die Beräumung munitionsbelasteter Flächen deutlich zu beschleunigen. In Mecklenburg-Vorpommern gelten rund 60.000 Hektar Wald als munitionsbelastet, davon 28.400 Hektar in der höchsten Gefährdungskategorie. Rund 10.000 Hektar dieser Flächen liegen auf ehemaligen Bundesliegenschaften. Im Jahr 2024 konnten jedoch lediglich 143 Hektar von Munition beräumt werden.  „Dieser Einsatz hat eindrucksvoll gezeigt, wozu unsere Einsatzkräfte fähig sind, wenn alle Ebenen eng zusammenarbeiten. Er hat aber auch deutlich gemacht, wo wir besser werden müssen. Genau daran werden wir jetzt arbeiten – mit der konsequenten Umsetzung des Sondereinsatzplans, weiteren Investitionen in den Waldbrand- und Katastrophenschutz und einer klaren Erwartung an den Bund, seiner Verantwortung bei der Munitionsberäumung gerecht zu werden. So machen wir den Müritz-Nationalpark und unser Land widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen der Zukunft.“

Spatenstich Radweg Torgelow – Liepgarten

Jesse: „Wir stärken die Mobilität für die Menschen vor Ort und unsere Gäste“

Torgelow – Mit dem ersten Spatenstich hat heute offiziell der Ausbau des Radwegs zwischen Torgelow und Liepgarten begonnen. Das rund acht Kilometer lange Vorhaben wird mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesförderprogramm „Stadt und Land“ finanziert. Mit dem Ausbau des Radwegs entsteht eine attraktive und sichere Verbindung zwischen Torgelow, Liepgarten und dem Mittelzentrum Ueckermünde.

„Mit jedem neuen und besser ausgebauten Radweg erhöhen wir die Verkehrssicherheit und stärken zugleich die Mobilität der Menschen vor Ort. Der Ausbau der Strecke zwischen Torgelow und Liepgarten ist ein weiterer wichtiger Baustein für ein sicheres und attraktives Radwegenetz in Mecklenburg-Vorpommern. Davon profitieren die Menschen im Alltag ebenso wie Gäste, die unsere Region mit dem Fahrrad entdecken“, sagte Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit beim heutigen Spatenstich.

Der bestehende Radweg entlang der Kreisstraße VG 75 wird grundlegend erneuert. Das verbessert die Erreichbarkeit zwischen Torgelow und Ueckermünde deutlich und erhöht die Sicherheit für Radfahrende auf dieser Strecke. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die touristische Infrastruktur in der Haff-Region. Attraktionen wie das Ukranenland in Torgelow oder das Seebad Ueckermünde werden künftig noch besser mit dem Fahrrad erreichbar sein. Der Radtourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Radverkehrsuntersuchung Mecklenburg-Vorpommern 2020–2022 beträgt der jährliche Bruttoumsatz des Radtourismus im weiteren Sinne rund 1,26 Milliarden Euro.

Staatssekretärin Jesse: „Mecklenburg-Vorpommern gehört beim Ausbau straßenbegleitender Radwege zu den führenden Bundesländern. Diesen Weg setzen wir konsequent fort – es gibt noch viel zu tun, auch wenn Mecklenburg-Vorpommern schon heute im Ausstattungsgrad an Bundes- und Landesstraßen deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.“

Von 2015 bis 2025 wurden vom Land mehr als 105 Millionen Euro in Radwege an Bundesstraßen und mehr als 86 Millionen Euro in Radwege an Landesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern investiert.

Das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit unterstützt Kreise und Gemeinden bei Investitionen in ihre Radverkehrsinfrastruktur. Allein in den Jahren 2024 und 2025 stellte das Land mehr als 52,5 Millionen Euro Fördermittel für den Neu- und Ausbau kommunaler Radwege bereit.

Im Bundesprogramm Stadt und Land wurden in Mecklenburg-Vorpommern pro Kopf mehr straßenbegleitende Radwege realisiert als in jedem anderen Bundesland.

Mit dem Landesradnetz Mecklenburg-Vorpommern schafft das Land ein modernes, sicheres und attraktives Radwegenetz. Die im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung bis Mitte Juni 2026 eingegangenen mehr als 500 Hinweise werden aktuell ausgewertet.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat der Radverkehr mit 17,4 Prozent den höchsten Anteil an allen Wegen unter den Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Planungssicherheit für Ökobetriebe

Herbstantragstellung wird fortgesetzt

Schwerin – Ökobetriebe in Mecklenburg-Vorpommern erhalten auch in diesem Jahr Planungssicherheit. Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger sowie Betriebe, die ihre Ökoflächen erweitern möchten, können im Herbst 2026 erneut Förderanträge stellen. Grundlage dafür ist die Zustimmung der Europäischen Kommission zur Änderung des nationalen GAP-Strategieplans. Für Neueinsteiger gilt künftig eine Verpflichtungsdauer von zwei Jahren, für bestehende Ökobetriebe mit neuen Verpflichtungen bleibt es bei einer Laufzeit von drei Jahren.

„Wer seinen Betrieb auf ökologischen Landbau umstellt oder weiterentwickeln will, braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Genau diese Planungssicherheit schaffen wir mit der Fortsetzung der Herbstantragstellung. Sie gibt unseren Betrieben die notwendige Grundlage für Investitionen, sichert Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wertschöpfung. Dafür habe ich mich mit Nachdruck eingesetzt und freue mich, dass wir dieses wichtige Signal für den Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern setzen können“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Der Minister betonte, dass die Entscheidung gerade mit Blick auf die Zeit nach 2027 von besonderer Bedeutung sei. Für die kommende EU-Förderperiode ab 2028 lägen derzeit noch keine konkreten Vorgaben zur Ausgestaltung der Agrarförderung vor. Umso wichtiger sei es, den Betrieben bereits heute größtmögliche Planungssicherheit zu geben.

„Gerade weil die Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene derzeit noch offen sind, setzen wir in Mecklenburg-Vorpommern bewusst auf Verlässlichkeit. Der ökologische Landbau ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft. Er stärkt Klima-, Natur- und Gewässerschutz, fördert die biologische Vielfalt und schafft Perspektiven für unsere ländlichen Räume“, so Backhaus.

In Mecklenburg-Vorpommern beteiligen sich bereits mehr als 2.100 landwirtschaftliche Betriebe auf rund 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche an Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen einschließlich des ökologischen Landbaus.

„Unsere Landwirtinnen und Landwirte erzeugen nicht nur hochwertige Lebensmittel. Sie übernehmen Verantwortung für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klima-, Natur- und Gewässerschutz. Dieses Engagement verdient verlässliche politische Unterstützung“, unterstrich Backhaus.

Hintergrund: Herbstantragstellung 2026

Für das Verpflichtungsjahr 2027 bestehen folgende Fördermöglichkeiten:

  • Neueinsteiger: erstmalige Förderung mit einer Verpflichtungsdauer von zwei Jahren.
  • Flächenerweiterungen bis 20 Prozent: Förderung im Rahmen der bestehenden Verpflichtung, sofern diese noch mindestens zwei Jahre läuft.
  • Flächenerweiterungen ab 20 Prozent: Abschluss einer neuen dreijährigen Verpflichtung bis zum 31. Dezember 2029.