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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Für das Referendariat bewerben

Oldenburg: 40 Prozent mehr Verdienst an Schulen im ländlichen Raum möglich

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt zum 1. Oktober 2023 Referendarinnen und Referendare an den öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen ein.

Lehramtsabsolventinnen und -absolventen können sich bis Montag, 5. Juni 2023, bewerben. Bewerberinnen und Bewerber, die ihre Zeugnisse über die Erste Staatsprüfung bis zum Bewerbungsschluss noch nicht erhalten haben, werden trotzdem berücksichtigt, wenn sie ihre Zeugnisse bis zum 18. September 2023 einreichen. Diese Nachreichfrist gilt für alle Lehrämter.

Mit Beginn des neuen Vorbereitungsdienstes im Oktober verdoppelt Mecklenburg-Vorpommern den Zuschlag für Referendarinnen und Referendare, die ihren Dienst an Schulen im ländlichen Raum absolvieren. Künftig erhalten sie mit einer zuschlagfähigen Stelle eine Verdiensterhöhung von 40 anstatt 20 Prozent.

„Damit schaffen wir einen weiteren Anreiz, sich für eine Schule im ländlichen Raum zu entscheiden. Vor Ort erleben die Referendarinnen und Referendare dann gute Einstiegsmöglichkeiten an den Schulen im ländlichen Raum. Sie stellen schnell fest, dass sie auch dort gute Arbeitsbedingungen haben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Die Höhe des Zuschlags von nunmehr 40 Prozent sind bei den monatlichen Anwärterbezügen in der Besoldungsgruppe A 13 zusätzlich 606,91 Euro zum Grundbetrag von 1.467,28 Euro (brutto). Referendarinnen und Referendare, die schon mit einem Referendarzuschlag eingestellt wurden, erhalten ebenfalls ab 1. Oktober den erhöhten Zuschlag von 40 Prozent, wenn sie der Erhöhung schriftlich zustimmen.

Damit der Übergang von der Universität in den Vorbereitungsdienst besser gelingt und sich Wartezeiten verringern, stellt das Land viermal im Jahr Referendarinnen und Referendare ein. Nächste Termine nach dem 1. Oktober sind der 1. Februar, 1. April und 1. August eines jeden Jahres. Der Vorbereitungsdienst dauert regulär 18 Monate. Jeweils zum 1. August bietet das Land die Doppelqualifikation für mehr Einsatzbreite nach einem Vorbereitungsdienst von 24 Monaten.

Die freien Stellen sind im Karriereportal für den Schuldienst unter www.Lehrer-in-MV.de ausgeschrieben.

Abschluss an Fachoberschulen in MV

Oldenburg: Wir wünschen viel Erfolg für die nächsten Schritte Ihres Weges

Schwerin – Nach den Abiturientinnen und Abiturienten legen ab Montag kommender Woche auch die Fachoberschülerinnen und -schüler ihre Abschlussprüfungen ab.

In Mecklenburg-Vorpommern absolvieren in diesem Schuljahr insgesamt 45 Fachoberschülerinnen und -schüler an vier öffentlichen Schulen und einer Schule in freier Trägerschaft die Prüfungen. Sie durchlaufen die Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und in ihrem beruflichen Schwerpunktfach.

„Ich wünsche den Schülerinnen und Schülern für die kommende Zeit alles erdenklich Gute, drücke ihnen die Daumen und weiß, dass sie couragiert in ihren neuen Lebensabschnitt nach dem Ende der Schulzeit aufbrechen werden. Unabhängig davon, ob sie ein Studium aufnehmen, eine Berufsausbildung beginnen oder erst einmal einen anderen Weg einschlagen.

Vor ihnen liegen unermesslich viele Chancen. Ich wünsche den Jugendlichen, dass sie all das nutzen, was ihnen ihre Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Freundinnen und Freunde mitgeben, ob es gute Wünsche, fachliches Wissen oder aber die wunderbaren Erfahrungen des sozialen Miteinanders sind. Ich bin mir sicher, die Schülerinnen und Schüler meistern auch die nächsten Schritte ihres Weges“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

An der Fachoberschule erhalten Schülerinnen und Schüler eine erweiterte allgemeine Bildung und berufliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Ziel ist, sie auf ein Fachhochschulstudium oder eine anspruchsvolle Berufsausbildung vorzubereiten. Zugangsvoraussetzung für die Fachoberschule ist die Mittlere Reife oder eine gleichwertige Berufsausbildung.

Feuerwehr trifft Schule

Schüler begeistern mit Hausarbeiten über Technik und Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren

Insel Rügen – Aufregung herrscht an der Gingster Schule, denn eine Feuerwehr wird für einen Löschangriff vorbereitet. Besorgte und neugierige Schüler drängen sich an den Fenstern der Klassenzimmer. Zum Glück ist es nur eine Übung – ohne Gefahren, Feuer und Verletzte. Zwei Jungen aus den 10. Klassen haben nämlich Fahrzeug, Technik und Mannschaft organisiert, um ihre Hausarbeit anschaulich zu verteidigen.

Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst entschieden sich im letzten Herbst, über eine ihrer Leidenschaften eine Hausarbeit zu schreiben. Diese gehört zu den schulischen Kompetenzen, die sie zusammen mit ihren Fachlehrern einstudieren und üben. Das Recherchieren und Dokumentieren zur ausgewählten Thematik fiel ihnen leicht. „Wir sind beide seit dem 6. Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr Neuenkirchen“, erklärt Gedeon. „Und seit wenigen Monaten aktive Feuerwehrmänner“, ergänzt Lucas. Da gehören einige Einsätze schon dazu, in denen man eine Menge lernt. Die Maximen der Lebensretter haben sie schon längst verinnerlicht und bereichern mit ihrer Einsatzbereitschaft die Truppe.

Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst sind begeisterte Feuerwehrmänner. Sie beschäftigten sich in ihren Hausarbeiten mit Alltag und Aufgaben der Lebensretter. Foto: Martina Zabel
Lucas Ziech und Gedeon Thunhorst sind begeisterte Feuerwehrmänner. Sie beschäftigten sich in ihren Hausarbeiten mit Alltag und Aufgaben der Lebensretter. Foto: Martina Zabel

„Man spürt, wie sehr die Jungen mit ihrer Feuerwehr verbunden sind“, sagt Martina Zabel, eine der prüfenden Lehrerinnen. Zur Verteidigung ihrer Ergebnisse haben sich beide so abgestimmt, dass sie ihre theoretischen Abhandlungen über technische Details und einen Löschangriff am besten mit einer Feuerwehr und ihren Kameraden vorführen konnten. Das sei die hohe Kunst der Präsentation von Schülerergebnissen, meint Lehrerkollege Christian Ruback. Mit vielen praktischen Erfahrungen könne man besser Vorträge halten oder Fragen beantworten.

An der Gingster Schule gehört die Hausarbeit in den 9. und 10. Klassen zum Schülerleben. Jährlich beschäftigen sich fast 100 Jungen und Mädchen mit ganz unterschiedlichen Themen, die vor allem Bezüge zu natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern haben. „Wir sehen den Prozess als Gemeinschaftsarbeit aller Lehrer und Schüler“, erklärt Schulleiter André Farin. „Schüler zeigen sich von einer ganz anderen Seite, wenn sie von Hobbys, Leidenschaften oder Forschungsergebnissen sprechen.“ Das müsse man unbedingt bewahren.

Während andere Schulen im Land aus unterschiedlichen Gründen Abstand von Jahres- und Hausarbeiten nehmen, wird Gingst ein eigenes Modell ausprobieren. Projektleiterin Martina Zabel berät mit ihren Kollegen eine Anpassung in Internetzeiten: „Unsere Hausarbeitsaufträge werden noch praktischer gestaltet sein als bisher.“ Eine Produktidee, deren Planung und Umsetzung sollen im Mittelpunkt stehen, beispielsweise ein Wanderflyer für Gingst und Umgebung, ein Trainingsplan für gesunde Schüler oder ein Podcast über drogensüchtige Kinder. Die Kooperation mit Partnern, wie der Freiwilligen Feuerwehr oder einheimischen Landwirten, werde man dabei weiterhin pflegen können.

Lesekompetenz der Kinder wird gestärkt

Oldenburg: IGLU-Studie zur Lesekompetenz bestätigt neuen Weg – MV erhöht die Lesezeit in der Grundschule

Schwerin – Die Ergebnisse der IGLU-Studie bestätigen die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Stärkung der Lesekompetenz der Grundschulkinder, die in Mecklenburg-Vorpommern eingeleitet werden.

Die IGLU-Studie der OECD untersucht die Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen im internationalen Vergleich. Die Erhebung zeigt eindeutig, dass sich die Ergebnisse in allen Ländern verschlechtert haben. Das heißt, dass in allen Ländern die Kinder schlechter lesen können. Im EU-Durchschnitt verringerten sich die Lesekompetenzen der Grundschulkinder um 11 Punkte. Deutschland liegt mit einem Verlust von 13 Punkten im Mittelfeld.

Aus der IGLU-Studie geht hervor, dass Kinder immer weniger in der Schule lesen. Im Ländervergleich sind es durchschnittlich 45 Minuten. Die Kinder in der Bundesrepublik kommen laut Studie auf 25 bis 30 Minuten.

„Alle Kinder müssen endlich die gleiche Chance haben, eine erfolgreiche Schulzeit zu haben – ganz unabhängig von ihrem sozialen Umfeld“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Nur, wenn wir frühzeitig, also bereits im Kindergarten, die Sprachfähigkeiten verbessern, stärken wir ihre Startbedingungen. Künftig wird bereits in den Kindergärten der Spracherwerb gestärkt, das ist die grundlegende Voraussetzung, um überhaupt eine Lesekompetenz zu entwickeln.

Wir stärken das Fundament für erfolgreiches Lernen in der frühen Kindheit. Es wurde nachgewiesen, dass unsere Kinder eine hohe Lesemotivation haben. Diese müssen wir nutzen, damit die Kinder mehr Lesen und damit einhergehend auch ihre Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen verbessern“, so Oldenburg.

„Lesen, schreiben, rechnen sind die Voraussetzungen für den Wissenserwerb. Sie müssen so frühzeitig wie möglich gelegt und gestärkt werden. Deshalb führen wir in allen Jahrgangsstufen der Grundschule zum Schuljahr 2024/2025 eine verpflichtende 20-minütige Lesezeit ein“, betonte die Ministerin. „An drei bis fünf Tagen der Woche werden alle Kinder täglich eine feste Lesezeit haben, ob im Deutsch-, Mathematik- oder im Sachunterricht. Lesen lernen muss unabhängig vom Fach gestärkt werden.“

Darüber hinaus werden ebenfalls die Unterrichtsstunden für die Fächer Deutsch und Mathematik – auch in der Grundschule – erhöht.

„Hierzu befragen wir die Grundschullehrkräfte über ihre Ideen und Vorstellungen, in welcher Form künftig die Stundentafel in der Grundschule gestaltet werden muss, um die grundlegenden Fähigkeiten der Kinder zu stärken“, erläuterte die Bildungsministerin. „Bereits jetzt bietet die flexible Verweildauer in der Schuleingangsphase die Möglichkeit, auch ungünstige Voraussetzungen in der Sprachentwicklung der Kinder auszugleichen.“

Die IGLU-Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zur Lesekompetenz von Grundschülerinnen und Grundschülern im internationalen Vergleich der Länder wird alle fünf Jahre erhoben. Die IGLU-Studie 2023 beschreibt den Stand der Lesekompetenz von Kindern der vierten Klassen im Jahr 2021. Weltweit beteiligen sich etwa 60 Länder an der Studie unter Leitung der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA).

Lernangebote für geflüchtete Schüler*innen

Oldenburg: Für alle einen geordneten Schulbetrieb und eine gute Bildung ermöglichen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern besuchen derzeit 5.450 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine die Schulen. Davon lernen 570 Schülerinnen und Schüler an einer beruflichen Schule. Seit Beginn des Schuljahres 2021/2022 ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler um rund 4.700 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine gestiegen.

Zum Stichtag 6. Mai 2023 befanden sich rund 6.650 Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache mit Sprach-Förderbedarf an den Schulen in öffentlicher Trägerschaft im Land. Das sind rund 4.200 Schülerinnen und Schüler mehr als zum Beginn des Schuljahres 2021/2022. Zum Vergleich: In der Flüchtlingskrise 2015/2016 haben 5.500 Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache eine Schule in Mecklenburg-Vorpommern besucht.

„Die große Zahl an geflüchteten Schülerinnen und Schülern stellt das Land, die Kommunen und die Schulen vor große Aufgaben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir haben unser Lernangebote immer wieder angepasst. Aktuell helfen uns die Vorklassen dabei, für alle Schülerinnen und Schüler einen geordneten Schulbetrieb und eine gute Bildung zu ermöglichen. Dort, wo sich die geflüchteten Kinder und Jugendlichen gut verständigen können und die räumlichen und personellen Möglichkeiten es zulassen, ist die Integration in eine Regelklasse möglich“, erläuterte Oldenburg.

Seit dem Schuljahr 2022/2023 werden geflüchtete Schülerinnen und Schüler, die neu in die Schule aufgenommen werden, an Schulen in öffentlicher Trägerschaft in Vorklassen an sogenannten Standortschulen beschult. Derzeit gibt es 101 Vorklassen mit 1.662 Schülerinnen und Schülern an 72 Schulen. Die Einrichtung der Standorte ist mit den Kommunen abgestimmt. Die Vorklassen arbeiten jahrgangsübergreifend. Der Gesamtumfang der erteilten Wochenstunden umfasst 20 Wochenstunden, davon werden mindestens 10 Wochenstunden Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erteilt.

An den beruflichen Schulen besuchen die Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache eine Berufsvorbereitungsklasse (BVJA-Klassen). Die Berufsvorbereitungsklasse ist durchlässig. Das heißt, jederzeit ist ein Wechsel an andere Schularten und Bildungsgänge möglich, wenn die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.

Auch im neuen Schuljahr will das Land das System der Vorklassen beibehalten. Wann Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache aus der Vorklasse in eine Regelklasse integriert werden können, ist abhängig von den Sprachkenntnissen der geflüchteten Kinder und Jugendlichen und der räumlichen und personellen Kapazitäten an den Schulen.

Die Einschulung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache im Schuljahr 2023/2024 erfolgt ebenfalls in Vorklassen. Ein Besuch einer Regelklasse ist möglich, wenn bei den geflüchteten Schülerinnen und Schülern die deutschen Sprachkenntnisse hinreichend sind und es die räumlichen und personellen Bedingungen an einer Schule zulassen.

Alle ukrainischen Schülerinnen und Schüler der zukünftigen Jahrgangsstufen 8 bis 11 können wählen, ob sie einen ukrainischen oder einen deutschen Schulabschluss anstreben. Die Schülerinnen und Schüler, die einen ukrainischen Schulabschluss erreichen wollen, nehmen ausschließlich am Unterricht über die ukrainische Lernplattform teil. „Wir machen damit den geflüchteten Schülerinnen und Schülern verschiedene Lernangebote, damit sie bestmöglich gefördert werden können“, sagte Oldenburg.

Lehramt an Regionalen Schulen

Im Land ausgebildete Lehrkräfte stärken Regionale Schulen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern sind in den vergangenen fünf Jahren fast alle Referendarinnen und Referendare für das Lehramt an Regionalen Schulen auch an ihrer Ausbildungsschule in den Lehrerberuf gestartet. Von den insgesamt 243 Absolventinnen und Absolventen mit diesem Lehramt in den Jahren 2018 bis 2022 wurden 216 Personen als Lehrkräfte an einer Regionalen Schule in öffentlicher Trägerschaft übernommen. Das ist eine Quote von 89 Prozent. Weitere acht Absolventinnen und Absolventen wurden an einer anderen Schulart eingestellt.

„Das sind gute Nachrichten. Referendarinnen und Referendare lernen während des Vorbereitungsdienstes eine Schule kennen und bleiben dann auch gern dort. Das spricht für die Atmosphäre an den Schulen und in den Lehrerkollegien“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mit der Übernahmegarantie ermöglichen wir für die Referendarinnen und Referendare zudem einen nahtlosen Berufseinstieg. Hier verzichtet das Land auf Bürokratie, um ausgebildete Lehrkräfte zu halten. Voraussetzung für die Übernahme ist das Zweite Staatsexamen mindestens mit der Gesamtnote ‚befriedigend‛“, erläuterte die Ministerin.

Von den 216 Lehrkräften sind 208 Lehrerinnen und Lehrer bis heute an einer öffentlichen Regionalen Schule bzw. an einer Gesamtschule tätig. „Die guten Zahlen können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir insgesamt mehr Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen gerade an den Regionalen Schulen brauchen, die ein Referendariat absolvieren und dann dort den Schuldienst beginnen“, so Oldenburg.

Neben einem vereinfachten Einstellungsverfahren hat das Land für das Referendariat an Schulen im ländlichen Raum Anreize geschaffen. Referendarinnen und Referendare erhalten Zuschläge in Höhe von 20 Prozent und ab Oktober dieses Jahres in Höhe von 40 Prozent auf ihre monatlichen Bezüge, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst an ausgewählten Schulen im ländlichen Raum absolvieren. Das sind bei den monatlichen Anwärterbezügen in der Besoldungsgruppe A 13 606,91 Euro zusätzlich zum Grundbetrag von 1.467,28 Euro (brutto).

Gefördert werden Lehramtsstudierende auch, wenn sie ihre Praktika an Schulen im ländlichen Raum absolvieren. Das Land stellt Mittel bereit, um die Reisekosten zu finanzieren.

Gemeinsames Forschungsprojekt

BerlinAnalytix GmbH und Universitätsmedizin Rostock

Rostock – Die BerlinAnalytix GmbH mit Standort in Rostock und die Universitätsmedizin Rostock (UMR) forschen derzeit gemeinsam an einem innovativen Verfahren zur qualifizierten und quantifizierten Ermittlung der Abbauprozesse von Kollagen bei Medizinprodukten.

„In einem gemeinsamen Verbundforschungsprojekt wollen die BerlinAnalytix und die Unimedizin Rostock ein Verfahren entwickeln, die notwendigen Prüfungen beim Einsatz von Kollagen zu beschleunigen. Das Vorhaben ist ein gutes Beispiel für die praxisnahe Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. So können innovative, wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen entstehen, die langfristig Arbeitsplätze schaffen und sichern“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte, der vor Ort einen Zuwendungsbescheid für das Vorhaben übergab.

„Die Kooperation von BerlinAnalytix und der UMR in den Laboren des Biomedicums zeigt, wie wichtig die stetigen Landesinvestitionen in Infrastruktur für praxisorientierte Forschung sind“, merkte Prof. Dr. Emil Reisinger, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand der Unimedizin Rostock an. Der Neubau bietet auf mehr als 3.000 Quadratmetern Fläche u. a. eine Simulationsarena sowie insgesamt 42 Tages- und Dunkellabore.

Degradierbare (= Implantate, die sich abbauen und auflösen), kollagenbasierte Biomaterialien kommen in verschiedenen Medizin-, Arznei- und Kosmetikprodukten zum Einsatz, beispielsweise als Hart- und Weichgewebeersatz in der Zahnmedizin und in der Chirurgie als Medizinprodukt. Darüber hinaus wird Kollagen auch als Trägermaterial in verschiedenen Kosmetik- und Arzneimittelprodukten oder Wundauflagen angewendet.

Die Unbedenklichkeit der verschiedenen Kollagenmaterialien für die humane Anwendung steht dabei im Mittelpunkt und muss entsprechend angepasst und sichergestellt werden. Mit dem bis Ende März 2025 laufenden Verbundforschungsvorhaben soll ein Verfahren entwickelt werden, um Kollagen für den Einsatz zu medizinischen Zwecken schneller und sicherer testen zu können.

„Innovationen sind die entscheidende Triebkraft für nachhaltiges Wachstum und Beschäftigung. Deshalb fördern wir die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Denn nur mit international wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen können sich die heimischen Unternehmen auf dem Markt etablieren“, sagte Schulte.

„Das bessere Verständnis des Kollegenabbaus kommt direkt den Patienten zugute, weil Nebenwirkungen reduziert werden können“, sagte Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie. Zudem würde die transnationale Forschung der UMR mit starken Industriepartnern in MV nicht nur die Gesundheitswirtschaft im Land stärken, sondern auch klugen Köpfen vor Ort eine Perspektive bieten.

Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,2 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Verbundforschungsvorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 955.250 Euro.

Partner in dem Verbundforschungsvorhaben sind die BerlinAnalytix GmbH und die Universitätsmedizin Rostock. Die BerlinAnalytix GmbH begleitet präklinische und klinische Studien zur Untersuchung der Biokompatibilität und Wirksamkeit verschiedenster Medizinprodukte. An der Universitätsmedizin Rostock gibt es neben 36 Kliniken auch verschiedene fachübergreifende Institute zur interdisziplinären medizinischen Zusammenarbeit. Die Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie der Universitätsmedizin Rostock ist dabei wesentlicher Bestandteil der Forschungsprozesse.

Mecklenburg-Vorpommern stehen in der EU-Förderperiode 2021 bis 2027 aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) rund 924 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sollen 65 Prozent in den Bereich „ein intelligenteres Europa“ fließen und davon in den Bereich der wirtschaftsnahen Forschung 266 Millionen Euro. Die Mittel werden wie folgt eingesetzt: einzelbetriebliche FuE-Förderung rund 134 Millionen Euro, Verbundforschungsförderung rund 102 Millionen Euro, wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen und Technologietransfer 30 Millionen Euro.

Im Zeitraum 2015 bis 2022 wurden mit EFRE-Mitteln im Rahmen der geltenden FuEuI-Richtlinie Zuschüsse von insgesamt 187,74 Millionen Euro für 585 Vorhaben bewilligt, davon unter anderem 125,19 Millionen Euro für 116 Verbundvorhaben mit 272 Teilprojekten, 38,05 Millionen Euro für 78 einzelbetriebliche FuE-Vorhaben und 11,1 Millionen Euro für 72 Prozessinnovationen.

Lesen, Schreiben und Rechnen stärken

Oldenburg: Kinder brauchen dringend mehr Zeit zum Üben und Festigen

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern sollen sich die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Lesen, Schreiben und Rechnen gestärkt werden. Das Land legt ein umfangreiches Maßnahmenpaket auf, um die grundlegenden Fähigkeiten aller Kinder zu verbessern und jene Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass sie den Anschluss nicht mehr verlieren. Die geplanten Vorhaben des Landes setzen in der Kita an und werden in der Grundschule fortgeführt.

„Lesen, schreiben, rechnen – das ist Bildung. Diese basalen Kompetenzen können nicht durch den Laptop, durch Hörbücher, den Taschenrechner, nicht durch Apps oder durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. Lesen zu lernen öffnet Türen zum Miteinander, es ist die Voraussetzung für den Erwerb weiteren Wissens. Deshalb muss das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen früh beginnen und lang andauern. Dann werden die Kinder noch besser auf die Welt eingestimmt, die vor ihnen liegt und die sie gestalten können“, betonte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

„Der Dreiklang ‚Mehr Unterricht, mehr Förderung, mehr Zeit‛ muss die Devise sein, um Wissenslücken und Sprachdefizite bei den Kindern zu verringern und damit ihre grundlegenden Kompetenzen zu erhöhen. Dies wird von allen Gewerkschaften und Verbänden unterstützt“, so Oldenburg weiter. „Anscheinend war es der GEW kurzzeitig entfallen, dass sie seit Ende letzten Jahres in die Prozesse wöchentlich eingebunden war, dass sie an dem Anhörungsverfahren als Gewerkschaft beteiligt ist genauso wie als Mitglied im Bildungsrat. Hier heißt die Devise: lesen, zuhören, erinnern.“

Ab dem Schuljahr 2023/2024 werden die Kinder mit einer Willkommenswoche „Wir lernen uns und unsere Schule kennen“ an ihre Schulzeit herangeführt. Geplant ist auch, in den ersten vier bis sechs Schulwochen die individuellen Lernvoraussetzungen für jedes Kind zu erfassen.

Ab dem Schuljahr 2024/2025 soll in allen Grundschulen des Landes ein flächendeckendes Leseband eingeführt werden. An drei bis fünf Tagen sind Lautlesetrainings in der Schule vorgesehen. Dafür sind pro Tag 20 Minuten der Unterrichtszeit fest eingeplant – unabhängig vom zu unterrichtenden Fach.

Um die basalen Kompetenzen noch stärker zu fördern, werden die Rahmenpläne der Grundschule überarbeitet und aktuelle Bildungsstandards mit aufgenommen: So wird die Stundenzahl für die Fächer Deutsch und Mathematik ab dem Schuljahr 2024/2025 in der Grundschule erhöht.

„Die Kinder brauchen dringend mehr Zeit zum Üben, Festigen und zur individuellen Unterstützung, um Lücken zu schließen, damit Begabungen gefördert werden können. Wir haben mit vielen Grundschullehrkräften gesprochen und ihre Konzepte der Förderung, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben, in unsere Planungen übernommen“, erläuterte Oldenburg.

In der Kindertagesförderung soll das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Kindergarten künftig von 1:15 auf 1:14 verbessert werden. Darüber hinaus wird die Landesregierung aufgefordert, mit der Gesetzesnovelle des Kindertagesförderungsgesetzes weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in der Kindertagesförderung zu prüfen und umzusetzen. Die Leitungskräfte und pädagogischen Fachkräfte sollen zum „Kompetenzportfolio zum Übergang von der Kita in die Grundschule und den Hort“ in diesem Prozess weiterhin geschult werden. Die Kita-Fachkräfte werden darüber hinaus verstärkt im Bereich Bewegung, Konzentration und Ausdauer im Elementar- und Primarbereich qualifiziert.

Im Gutachten „Basale Kompetenzen vermitteln – Bildungschancen sichern. Perspektiven für die Grundschule“ vom Dezember 2022 empfiehlt die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) wie Bildung aus wissenschaftlicher Sicht gestaltet werden sollte. Das Gutachten bezieht sich auf die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends, wonach eine wachsende Zahl von Grundschülerinnen und -schülern die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreicht. Es gibt eine klare Zielperspektive vor, damit alle Grundschulkinder die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten erhalten, um vorgegebene Mindeststandards erreichen zu können.