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Kategorie: Politik

Ehrenamt in M-V hat viel zu bieten

Ministerin Drese ruft zur Bewerbung für den Deutschen Nachbarschaftspreis auf

Mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis soll nachbarschaftlichem Engagement mehr Sichtbarkeit gegeben werden.
Mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis soll nachbarschaftlichem Engagement mehr Sichtbarkeit gegeben werden.

Schwerin – Die nebenan.de Stiftung zeichnet in diesem Jahr bereits zum siebten Mal herausragendes ehrenamtliches Engagement mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis aus.

Bis zum 13. Juli 2023 können sich nachbarschaftliche Initiativen und Projekte aus ganz Deutschland bewerben und bis zu 5.000 Euro gewinnen.

„In unserem Land gibt es eine Vielzahl von bürgerschaftlich getragenen Projekten in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Ich würde mich deshalb sehr freuen, wenn möglichst viele Nachbarschaftsvereine, Stadtteilzentren, gemeinnützige Organisationen, Sozialunternehmen und Kommunen sowie engagierte Gruppen oder lose Zusammenschlüsse von engagierten Nachbarschaften aus Mecklenburg-Vorpommern am Wettbewerb teilnehmen“, ruft Sozialministerin Stefanie Drese zur Bewerbung auf.

Mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis soll nachbarschaftlichem Engagement mehr Sichtbarkeit gegeben werden und das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass lokale Gemeinschaften eine fundamentale Bedeutung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft haben.

Nach Bewerbungsschluss am 13. Juli bewertet die nebenan.de Stiftung alle Bewerbungen und trifft eine Vorauswahl von bis zu sechs Projekten pro Bundesland. Die nominierten Projekte werden am 31. August 2023 auf der Webseite des Deutschen Nachbarschaftspreises bekannt gegeben.

Am 10. Oktober werden die Siegerprojekte der 16 Bundesländer auf der Webseite des Deutschen Nachbarschaftspreises bekannt gegeben.

Die Ehrung der 16 Landessiegerprojekte sowie die Bekanntgabe der fünf Themensiegerprojekte erfolgt am 8. November 2023 im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in Berlin.

„Initiativen und Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern haben in den letzten Jahren sehr erfolgreich abgeschnitten“, betont Drese. So wurde im vergangenen Jahr die Nachbarschaftshilfe Karlshagen auf Usedom als bundesweites Themensiegerprojekt im Bereich Generationen ausgezeichnet. Und im Jahr 2018 gewann der Demokratiebahnhof Anklam den 2. Platz des Deutschen Nachbarschaftspreises.

Drese: „Es wäre schön, wenn wir in diesem Jahr an die tollen Erfolge anknüpfen können. Verdient hätten es viele ehrenamtliche Initiativen und Projekte.“

Bewerbung und weitere Informationen unter: www.nachbarschaftspreis.de

66 TOP-Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet

Schulte: Ausbildung des Nachwuchses ist wichtiger Teil unternehmerischen Handelns

Neubrandenburg – In Neubrandenburg sind am Donnerstag feierlich die Auszeichnungen für die „TOP-Ausbildungsbetriebe 2023“ der Industrie- und Handelskammer zu Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern (IHK) übergeben worden.

„Wir wollen die besonderen Leistungen der Unternehmen für eine hochwertige Ausbildung junger Menschen bei der Berufsorientierung und der Fachkräfteentwicklung öffentlichkeitswirksam würdigen. Die ausgezeichneten Betriebe gehören zu den Besten des Landes, weil sie die Ausbildung des Nachwuchses als Teil ihres unternehmerischen Handelns ernst nehmen“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Jochen Schulte.

Der Staatssekretär hat zusammen mit IHK-Präsident Dr. Wolfgang Blank die Auszeichnungen im Haus der Kultur und Bildung vorgenommen.

Insgesamt haben 66 Unternehmen den Titel „TOP-Ausbildungsbetrieb“ erhalten. Die Betriebe wurden ausgezeichnet, weil sie sich über den gesetzlich geforderten Rahmen hinaus in der Berufsausbildung, Berufsorientierung und Fachkräfteentwicklung engagieren.

Dazu zählen beispielsweise Mitwirkung im Prüfungsausschuss der IHK, Entwicklung eigener Azubi-Projekte, Motivationsanreize wie Übernahme der Kosten des Azubitickets, Fahrtkostenübernahme für die Berufsschule, Geburtstags- und Tankgutscheine etc. sowie das Aufzeigen von vielfältigen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.

„Die Auszeichnung TOP-Ausbildungsbetrieb ist für die Unternehmen auch ein ausgezeichnetes Mittel für die Eigenwerbung. Junge Menschen erkennen, dass in den Betrieben intensiv an einer inhaltlich wertvollen Ausbildung gearbeitet wird. Das gibt Jugendlichen Orientierung auf dem Weg ins Berufsleben“, sagte Schulte.

Zwischenbilanz zum Landarztgesetz

Schwerin – Der Landtag beschäftigte sich am Mittwochabend mit dem im Jahr 2020 beschlossenen Landarztgesetz MV und der darin verankerten Landarztquote. Mit der Quote wird ein Anteil der Medizinstudienplätze als Vorabquote an die Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach dem Studium und der anschließenden Facharztweiterbildung für mindestens zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten, ländlichen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern tätig zu sein.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese zog nach drei Jahren eine positive Zwischenbilanz zum Landarztgesetz.

„Mittlerweile haben wir dank der Landarztquote 90 Studentinnen und Studenten gewinnen können, die nach ihrem Abschluss für mindestens zehn Jahre die hausärztliche Versorgung im ländlichen Bereich stärken werden“, sagte Drese.

„Wir stellen zudem fest, dass es im dritten Jahr bereits deutlich mehr Bewerbungen für diese Studienplätze gab. Die Landarztquote entwickelt sich damit zu einem sinnvollen und wichtigen Beitrag zur Hausärzte-Nachwuchsgewinnung“, so die Ministerin. „Mein Dank geht dabei ausdrücklich auch an die Kassenärztliche Vereinigung in Mecklenburg-Vorpommern, die dieses Projekt im Auftrag meines Ministeriums umsetzt.“

Drese bezeichnete die Landarztquote als einen Erfolg – aber sie sei ein langfristig angelegtes Projekt, das erst in einigen Jahren seine Wirkung entfalten werde.

Wie groß der Handlungsbedarf ist, verdeutlichte die Ministerin anhand von Zahlen zum demografischen Wandel im Gesundheitsbereich: „Viele unserer Hausärztinnen und Hausärzte stehen kurz vor ihrem baldigen, verdienten Ruhestand. Etwa ein Drittel der ca. 1.200 Hausärztinnen und -ärzte in Mecklenburg-Vorpommern sind 60 Jahre und älter“, sagte Drese.

Die Ministerin zeigte sich aufgeschlossen, die Landarztquote auszuweiten. Allerdings gebe es hierbei einige Hürden zu überwinden. „Deshalb werden wir uns als Landesregierung auf Bundesebene dafür einsetzen, dass wir den Anteil der Studienplätze erhöhen können, den wir als Land selbst vergeben dürfen. Dazu bedarf es einer erneuten Änderung des Staatsvertrages über die Hochschulzulassung“, so Drese.

Kindertagesförderung

Bildung für nachhaltige Entwicklung in Kitas und Schulen stärken

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern soll es einen Masterplan für Bildung für nachhaltige Entwicklung für den Bereich der Kindertagesförderung und für Schulen geben. Der Landtag hat die Landesregierung beauftragt, einen solchen Masterplan zu entwickeln. Bildung für nachhaltige Entwicklung zielt darauf ab, den Umgang mit zukünftigen gesellschaftlichen Unsicherheiten und Problemlagen zu unterstützten, vernetztes Denken zu stärken und Problemlösungsfähigkeiten im Umgang mit Zielkonflikten zu entwickeln. Nachhaltigkeit meint dabei eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sowie der zukünftigen Generationen sichert.

„Die Erarbeitung des Masterplans für nachhaltige Entwicklung ist eine drängende Aufgabe, die jede und jeden in die Pflicht nimmt, Verantwortung für unser Leben und das der folgenden Generationen zu tragen. Mecklenburg-Vorpommern steht aber hier nicht am Anfang einer Entwicklung, sondern ist mitten drin. Es geht nun darum, die verschiedenen Einzelmaßnahmen weiter miteinander zu kombinieren, weiterhin planvoll die Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln und in einem Masterplan zusammenzuführen. Dafür könnte dann schon der Fachtag ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung – Türöffner für interkulturelle Wertschätzung in Kita und Schule‛ am kommenden Sonnabend an der Volkshochschule in Schwerin ein weiterer Schritt sein“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

In Kitas und Schulen gibt es viele Aktivitäten und Projekte, bei denen Bildung für nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt steht:

  • Seit mehr als 20 Jahren führt das Bildungsministerium gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung und dem Landwirtschaftsministerium den Wettbewerb „Umweltschule in Europa – Internationale Nachhaltigkeitsschule“ durch. Ca. 50 Schulen ringen alle zwei Jahre um die Umweltsterne. Sie widmen sich jeweils zwei Themen, um ihre Schule zu einer Umweltschule zu entwickeln und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung strukturell fest zu verankern.
  • Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die sich in diesem Jahr in „Stiftung Kinder forschen“ umbenannt hat, kooperiert in Mecklenburg-Vorpommern mit 11 Institutionen, die als Netzwerkpartner Fortbildungsangebote allen Kitas, über 86 Prozent der Horte und mehr als der Hälfte der Grundschulen bereitstellen.
  • Zu Partnern zählen weiterhin das DRK-Forschernetzwerk, JAMBUS, Die Platte lebt e. V. und Kleine Forscher im phanTechnikum. Durch dieses Netzwerk gibt es in Mecklenburg-Vorpommern über 1.400 aktive und zertifizierte Einrichtungen, 40 „Umweltkitas“, „Waldkitas“, Bauernhofkindergärten, Naturkindertagesstätten und sechs „Ackerkitas“.
  • Neun Kindertageseinrichtungen haben sich an dem Modellprojekt „Kita 2023 – Nachhaltigkeit erleben. Zukunft gestalten“ beteiligt, das vom Bildungsministerium gefördert wird. Die Kitas haben eine einrichtungsspezifische Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, die beschreibt, was Nachhaltigkeit ist und beinhaltet. Aus diesem Modellprojekt sind in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium zwei Handreichungen entstanden: „Kita-Management nachhaltig gestalten“ sowie „Naturerfahrung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im pädagogischen Alltag integrieren“.

Übergangspflege im Krankenhaus

Drese: Übergangspflege im Krankenhaus muss alltagstauglicher ausgestaltet werden

Schwerin – Gesundheitsministerin Stefanie Drese will sich für eine praxisnähere Ausgestaltung der Übergangspflege im Krankenhaus einsetzen. „Überbordende Dokumentationspflichten und anderer bürokratischer Aufwand müssen so reduziert werden, dass sie die Übergangspflege nicht verhindern, sondern diese zum Wohle der Patientinnen und Patienten häufiger als bisher zur Anwendung kommt“, sagte Drese am Mittwoch anlässlich einer Debatte zum Thema Übergangspflege im Landtag.

Nach einer Operation, einer ambulanten Krankenhausbehandlung oder einem Krankenhausaufenthalt sind Patienten und Patientinnen häufig vorübergehend auf Pflege angewiesen. Wenn diese, etwa durch Angehörige, nicht sichergestellt werden kann, gibt es seit 2021 die Möglichkeit, für bis zu zehn Tagen eine Übergangspflege im Krankenhaus in Anspruch zu nehmen.

Ministerin Drese verdeutlichte, dass diese Thematik von hoher Dringlichkeit sei, da die Liegezeiten in Krankenhäusern wesentlich kürzer geworden sind, als sie es früher waren.

„Die Übergangspflege ist damit eine sehr zu begrüßende und sinnvolle gesetzliche Regelung. Leider sieht es bei der Umsetzung nicht so positiv aus. Es gibt vielfach Anzeichen dafür, dass die eingeführte Übergangspflege in der täglichen Praxis zu selten zur Anwendung kommt“, verdeutlichte Drese.

Das habe in der Regel nicht mit fehlendem Willen zu tun, sondern vor allem mit den umfangreichen Voraussetzungen und dem hohen organisatorischen und bürokratischen Aufwand. Die Krankenhäuser sind verpflichtet, für Patientinnen und Patienten nach stationärer Behandlung ein Entlassmanagement zu organisieren.

Die Vorgaben bedeuten u.a., dass das jeweilige Krankenhaus 20 geeignete Pflegeeinrichtungen bzw. Anbieter im Umkreis des Wohnortes nach der Verfügbarkeit einer Anschlussversorgung kontaktieren und umfangreich dokumentieren muss.

Drese: „Es ist noch einiges zu tun, um aus einer gut gedachten Pflegeleistung ein praxistaugliches Instrument zu machen.“ Das Land arbeite gemeinsam mit den Akteuren im Krankenhaus- und Pflegebereich daran. So solle die Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern und den Pflegestützpunkten verbessert werden. Dabei gehe es unter anderem um eine frühzeitige Einbindung der Pflegestützpunkte im Rahmen des Entlassmanagements.

Drese: „Der heute vom Landtag beschlossene Antrag der Fraktionen von SPD und Linke unterstützt die Landesregierung dabei, auch auf Bundesebene aktiv zu werden, um die Übergangspflege zu etablieren und alltagstauglicher auszugestalten. Dann, davon bin ich überzeugt, ist sie eine wichtige Maßnahme an der Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Pflege für vor allem ältere Menschen und deren Angehörige“, so Ministerin Drese.

Angleichung der Rentenwerte

Schwesig: Gleiche Renten in Ost und West sind überfällige Gerechtigkeit

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat sich heute in der Aktuellen Stunde des Landtags erfreut über die bevorstehende Angleichung der Rentenwerte in Ost und West gezeigt. Dabei kritisierte sie Vorschläge zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren.

„Am Freitag berät und beschließt der Bundesrat die endgültige Angleichung der Renten zwischen Ost und West. Dafür haben wir uns gemeinsam mit den Menschen im Osten mehr als 30 Jahre eingesetzt. Es war ein langer Weg. Und jetzt sind wir am Ziel: Die Rentenangleichung kommt jetzt.

Gleiche Renten in Ost und West sind überfällige Gerechtigkeit.“ Die Menschen hier arbeiteten genauso hart wie die Menschen in Westdeutschland. „Sie haben die gleiche Rente verdient“, sagte Schwesig.

Dabei ginge es auch im den Respekt vor den Lebensleistungen der Ostdeutschen. Viele fingen schon zu DDR-Zeiten an zu arbeiten und erlebten dann die Wende mit ihren Umwälzungen. „Das waren Jahre der Unsicherheit, für viele auch Zeiten der Arbeitslosigkeit – und wieder Zeiten harter Arbeit, um erneut Fuß zu fassen. Und trotzdem haben sie es geschafft, unser Land entscheidend mit aufzubauen. Dafür danke ich allen Rentnerinnen und Rentnern und all jenen, die bald in den verdienten Ruhestand gehen.“

Ein wichtiger Baustein zur Gerechtigkeit sei die 2021 eingeführte Grundrente. Von ihr profitieren Menschen, die jahrzehntelang mit nur kleinen Löhnen auskommen mussten – beispielsweise, weil sie neben der Arbeit alleine Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt haben.

Schwesig: „Alleine in Mecklenburg-Vorpommern können bis zu 70.000 Rentnerinnen und Rentner Grundrente bekommen. Grundrente ist Respektsrente. Niemand soll nach einem Leben voller Arbeit zum Sozialamt gehen müssen und auf Grundsicherung angewiesen sein.“

Als respektlos und unfair bezeichnete Ministerpräsidentin Schwesig die Vorschläge, die abschlagsfreie Rente mit 63 abschaffen zu wollen. „Oft sind das Menschen, die ihr Leben lang körperlich schwer gearbeitet haben, und zwar für uns alle. Ob Dachdecker oder Pflegekräfte: Ein früherer Rentenbeginn ist keine Entscheidung für mehr Freizeit, sondern oft ein Stoppschild, das der Körper setzt.“

Könnten diese Menschen nur mit Abschlägen vorzeitig in Rente, „dann schicken wir Beschäftigte in wichtigen, systemrelevanten Berufen in Altersarmut. Das darf nicht sein“, betonte Schwesig. „Auch bringen uns immer neue Debatten über das Renteneintrittsalter nicht weiter. Das ist völlig unnötig.“

Das Rentensystem sei aktuell in einem stabilen Zustand. „Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass es keine Rentenkürzungen und auch keine Erhöhung des Renteneintrittsaltes geben wird.“ Es sei gefährlich, die Menschen beim Thema Rente mit immer neuen Debatten zu verunsichern, sagte Schwesig an die CDU-Landtagsfraktion gewandt.

„Wer die Rente angreift, greift Solidarität und Verlässlichkeit in unserer Demokratie an. Wer ein Leben lang hart gearbeitet hat, verdient eine gerechte, verlässliche Rente, die die eigene Existenz sichert.“

Nutztierstrategie für Mecklenburg-Vorpommern

Dummerstorf – Heute hat die Auftaktveranstaltung zur Erarbeitung einer Nutztierstrategie Mecklenburg-Vorpommern in den Räumlichkeiten des FBN in Dummerstorf stattgefunden. Minister Dr. Backhaus hatte im Vorfeld mehr als 30 Unternehmen, Wissenschaftler, Verbände und Institutionen angeschrieben und um Beteiligung gebeten. Beim Auftakt in Dummerstorf waren mehr als 40 Personen vor Ort, die sich am Diskussionsprozess, der Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, beteiligen werden.

Die Erarbeitung einer Nutztierstrategie ist unter Ziffer 212 des Koalitionsvertrages zwischen SPD MV sowie DIE LINKE MV.: „Wir bringen eine „MV-Nutztierstrategie 2030“ mit dem Ziel nachhaltiger, bodengebundener und tiergerechter Investitionen in die Tierhaltung auf den Weg,“ erklärt Agrarminister Dr. Till Backhaus und ergänzt: „Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV (LFA) als nachgeordnete Einrichtung des LM wurde federführend mit der Erarbeitung einer Nutztierstrategie beauftragt.

Sie verifiziert, dass das erarbeitete Papier wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Als weiterer Partner wurde im Wege einer Ausschrei­bung die Kommunikationsagentur 13° aus Neubranden­burg gewonnen. Sie formuliert Textvorschläge zu den einzelnen Themen und gleicht sie mit allen Beteiligten ab.

Mir ist wichtig, dass sich auch diejenigen an dem Prozess zur Erarbeitung einer Nutztierstrategie beteiligen können, die vieles an der heutigen Landwirtschaft und insbesondere der Tierhaltung kritisch sehen. Dies ist kein Papier nur meines Hauses oder der Tierzuchtverbände. Es sollen ausdrücklich auch diejenigen sich einbringen, die einen Umbau der Tierhaltung hin zu mehr Tierwohl und hin zu höheren Tierschutzstandards fordern.

Ich habe deutlich meine Zustimmung zum Green Deal der EU-Kommission und damit auch der Farm-to-Fork-Strategie der EU signalisiert. Wir haben uns das Ziel gesetzt, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen, und das erfordert, jetzt energische Schritte zu gehen. Daran führt kein Weg vorbei. Wir müssen die Lebensgrund­lagen für künftige Generationen sichern: Sauberes Wasser, saubere Luft, gesunde Böden, hochwertige Lebensmittel und eine hohe Biodiversität sind die Stichworte.

Aber man darf dabei nicht aus dem Blick verlieren, dass die Landwirtschaftsbetriebe trotz dieses Anpassungs­prozesses von ihrer Arbeit leben können müssen und als wirtschaftlich tragfähige Unternehmen in die Zukunft blicken sollen. Der Spagat, den wir als Gesellschaft hinbekommen müssen, wird sein, gleichzeitig Klima­neutralität und die Nutztierhaltung als Bestandteil der landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft.“

Es sei dringend notwendig, sich über die Zukunft der Nutztierhaltung in unserem Bundesland auszutauschen, fährt der Minister fort. „Insbesondere in der Rinder- und Schweinehaltung gehen sowohl die Zahl der Haltungen als auch die Zahl der gehaltenen Tiere stark zurück und ich mache mir allergrößte Sorgen um die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern.

So beobachten wir seit 1990 ein Minus in der Rinderhaltung von 58 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung stellen wir beim Milchvieh fest: Minus 40 Prozent seit 1990. Bei den größeren Schweinehaltungen zählen wir lediglich noch 80 Betriebe, Schweinemäster halten noch 40 ihr Geschäft aufrecht. In den vergange­nen beiden Jahren haben 5 Prozent ihre Betriebe aufgegeben, weitere 15 Prozent könnten es in diesem Jahr sein.

Ich bin daher allen Verbänden und Institutionen, die sich auf meine Einladung hin zur Mitwirkung bereiterklärt haben, sehr dankbar, dass sie dabei sind, sich in den Diskussionsprozess zur Nutztierhaltung einzubringen. Diese Resonanz zeigt natürlich auch, dass meine Sorge um die Tierhaltung von den Akteuren geteilt wird und wir nach gemein­samen Lösungen suchen müssen, damit die Nutztier­haltung in Mecklenburg-Vorpommern eine Zukunft hat.“

Einsatz von Pflegepersonal

Landtag beschließt Gesetz zum flexibleren Einsatz von Pflegepersonal in vollstationären Einrichtungen

Schwerin – Der Landtag hat heute das Gesetz zur Umsetzung der Personalbemessung in vollstationären Pflegeeinrichtungen beschlossen. Es tritt am 1. Juli 2023 in Kraft.

„Pflegeeinrichtungen können ab diesem Zeitpunkt ihr Personal flexibler und zielgenauer einsetzen“, begrüßte Sozialministerin Stefanie Drese die Entscheidung des Landtags. „Es gibt in der vollstationären Pflege keine starre Fachkraftquote mehr. Die Personalausstattung richtet sich zukünftig vielmehr danach, wie hoch der jeweilige Pflegebedarf der Pflegebedürftigen in der Einrichtung ist“, so Drese.

Der große Vorteil des Gesetzes ist nach Aussage der Ministerin, dass damit Pflegefachkräfte auf einer bundeseinheitlichen, wissenschaftlichen Grundlage stärker entsprechend ihrer beruflichen Fachlichkeit eingesetzt werden können.

Die Personalbemessung orientiere sich am Pflegebedarf, der mit Steigerung der Pflegebedürftigkeit zunimmt, so Drese. Das bedeute, dass der erforderliche Hilfskraftanteil bei niedrigen Pflegegraden höher ist, als der Fachkraftanteil.

In einer Pflegesatzvereinbarung werde zukünftig ein individueller Personalmix festgelegt, dessen Einhaltung von den Heimaufsichten der Landkreise und kreisfreien Städte kontrolliert werden wird.

Drese: „Pflegehilfskräfte sollen in der weniger komplexen pflegerischen Betreuung tätig werden. Pflegefachkräfte können damit sich wieder verstärkt auf ihre fachlichen Aufgaben konzentrieren. So wird die pflegerische Versorgung in den vollstationären Pflegeeinrichtungen verbessert und die Attraktivität des Pflegeberufs in der Altenpflege erhöht.“

Die neue Personalbemessung führt nach Angaben von Drese dazu, dass schrittweise mehr Personal in den Einrichtungen arbeiten wird. Ein Großteil davon werden Pflegehilfskräfte sein. „Um das dafür notwendige Personal zu gewinnen, wollen wir im Land als eine wichtige Maßnahme die Pflegehelferausbildung vorantreiben“, so die Ministerin.