Weltbester Spring-Vererber kommt aus MV

1.250 Nachkommen erfolgreich

Redefin – In Redefin haben am vergangenen Wochenende die 28. Mecklenburger Körtage für Reitpferdehengste stattgefunden. Von den rund 250 in den Vorauswahlen vorgestellten Hengsten erhielten 101 die Zulassung. 77 wurden den Körkommissaren letztendlich zur Bewertung vorgestellt. 55 von ihnen wurden gekört, das heißt zur Zucht zugelassen, und 12 prämiert.

Hocherfreut zeigte sich der Minister über die Tatsache, dass in diesem Jahr auch ein Ur-Ur-Enkel des 2012 verstorbenen und aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Zuchthengstes „Chacco Blue“ die Körkommission von sich überzeugen konnte. Dieser ist nun ebenfalls für die Zucht gelassen und kann den erlesenen Stamm weiterführen.

Aktuell sind etwa 1.250 Nachkommen des inzwischen zum weltbesten Spring-Vererber gekürten „Chacco Blue“ im Pferdesport erfolgreich.

„Das ist eine unfassbare Erfolgsgeschichte, die ihren Anfang in Mecklenburg-Vorpommern genommen hat. Unser Land steht damit zweifelsohne für eine qualitativ hochwertige Pferdezucht, die internationales Ansehen genießt“, so Backhaus.

Bundesweiter Vorlesetag

Backhaus als „Waldbotschafter“ in Vellahn

Vellahn – Können Bäume sprechen? Wovor haben Bäume Angst? Wie hält sich ein Baum fest? Was machen Bäume nachts? – Diese und weitere Fragen stellt und beantwortet das Buch „Hörst Du, wie die Bäume sprechen?“, aus dem der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus am Freitag, dem 16. November 2018, ab 8.45 Uhr, für Kindern der 1. bis 4. Klasse der Dr.-Friedrich-Chrysander-Schule Vellahn liest.

Anlass gibt der 15. bundesweite Vorlesetag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Natur und Umwelt“ steht.

„Als Umweltminister freue ich mich ganz besonders über das diesjährige Motto und bin gerne bei der Aktion dabei. Bücher können uns auf wunderbare Reisen mitnehmen. Lesen beflügelt die Phantasie und erweitert den Horizont. Zudem ist Vorlesen ein verbindendes Gemeinschaftserlebnis. Wenn ich als Forstminister, den Kinder dabei auch noch Lust auf den Wald und Abenteuer in der Natur machen kann, dann ist das eine gute Sache“, betonte der Minister.

Grabower Grundschule bekommt 2.150 Euro für neuen Schulgarten

Grabow – Am Freitag, dem 16. November 2018, um 11.30 Uhr, übergibt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 2.150 Euro an die Grabower Grundschule „Eldekinder“ für die Gestaltung eines Schulgartens. Mit dem Geld sollen ein Teich und eine Kräuterspirale angelegt werden, sowie neue Gießkannen und Spaten angeschafft werden.

„Jeder Cent, den wir hier investieren, ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Kinder. Denn im Schulgartenunterricht geht es längst nicht nur ums Gärtnern. Natur- und Umweltbildung, gesunde Ernährung, Wertschätzung für Lebensmittel, aber auch körperliche Betätigung und handwerkliche Arbeit – für all diese Themen ist der Schulgarten ein hervorragender Lernort“, betont Backhaus im Vorfeld der Förderbescheidübergabe.

Bereits 2016 hatte der Minister einen Schulgartenwettbewerb ausgelobt und war begeistert von dem Ansturm der insgesamt 150 Schulen und Kitas: „Im Ergebnis haben wir eine Förderrichtlinie aufgelegt, die es uns ermöglicht, bis 2021 weitere Schulen zu unterstürzen. Dafür stehen insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung“, erläutert er.

Die Schule beteiligt sich zudem an der „GemüseAckerdemie“, einem mehrfach ausgezeichneten, bundesweitem Bildungsprogramm in Trägerschaft des Potsdamer Vereins „Ackerdemia“. Dem Verein geht es darum, dass möglichst jede Schule einen Lernort in der Natur hat, an dem Kinder und Jugendliche erleben, lernen und erfahren, wo Lebensmittel herkommen und wie diese angebaut werden.

„Das ist ungemein wichtig, denn in der heutigen Zeit haben nur noch wenige Kinder und Jugendliche einen wirklichen Bezug zur Natur und zur Landwirtschaft“, weiß der Minister.

Im Rahmen der Förderung des ländlichen Raums das Backhaus-Ressort seit 2007 allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim fast 12.000 Fördervorhaben mit rund 276 Millionen Euro unterstützt. Darunter sind unter anderem 542 Förderprojekte an Schulen, Kitas und Dorfgemeinschaftshäuser, die mit knapp 89 Millionen Euro gefördert wurden.

Davon haben auch die Stadt und das Amt Grabow profitiert. Hier wurden 23 Fördervorhaben (ILERL und LEADER) mit insgesamt rund 4,2 Millionen Euro unterstützt. Damit konnten Investitionen in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro realisiert werden.

„Investitionen wie diese und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort stärken den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und bilden damit das Fundament für die Zukunft des ländlichen Raumes“, so Backhaus abschließend.

GAP nach 2020 – MV verlangt stärkere ökologische Ausrichtung

Schwerin -Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, hat heute auf der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft die Position Mecklenburg-Vorpommerns zur umweltgerechteren Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erläutert. Er verwies auf den seit 1992 andauernden Reformweg der GAP und attestierte ihr unzureichenden Entwicklungswillen.

Er teilte mit, dass eine Fortführung der bisherigen Förderpraxis weder bei Landwirtschaft, Umweltverbänden oder der breiten Öffentlichkeit auf positive Resonanz treffen werde. Es bedürfe vielmehr neuer Ansätze um die finanziellen Mittel so zu verwenden, dass Landwirtschaft wie Umweltschutz gleichermaßen profitieren. Zielstellung müsse zukünftig sein, dass das knapper werdende europäische Agrarbudget konsequenter der Erreichung europäischer Umwelt- und Klima- und Artenschutzzielen dienen muss. Dr. Buchwald warnte mit Blick auf den Kommissionschlag, dass zu erreichende prozentuale Vorgaben nicht zweckdienlich seien, da sie die Gefahr eines nationalen Unterbietungswettstreites bergen.

Der Staatssekretär hob hervor, dass die Landwirte mit einer neuen ökosystemleistungsorientierten Ausrichtung der GAP zum anerkannten Umweltdienstleister auf der Fläche werden könnten, wenn dem Leistungsgedanken „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ ernsthaft gefolgt werden würde. Da Landwirte zu allererst wirtschaftlich handeln, sei nach Ansicht des Landes Mecklenburg-Vorpommern nur derjenige bereit zu investieren, der mit Klima- und Umweltleistungen zukünftig Geld verdienen könne anstatt wie bisher nur einen Kostenausgleich zu bekommen.

Die Anreizkomponenten, die der GAP-Vorschlag der Kommission derzeit vorsieht, seien aber nach Ansicht der Experten viel zu gering und unpräzise. Auch die doppelte Verankerung dieser Maßnahmen in der ersten und in der zweiten Säule mache aus Sicht von Mecklenburg-Vorpommern wenig Sinn.

Dr. Buchwald verwies auf die Vorschläge, die sein Bundesland bereits im Dezember 2017 vorgestellt hatte.

Der Vorschlag „Veränderung anschieben“ basiert im Wesentlichen auf 6 Punkten:

  • Eine einheitliche (relativ geringe) Grundprämie von 100 €/ha.
  • Zusätzlich zu diesem Grundprämienbudget erhalten die Mitgliedstaaten als Zuschlag zu ihrer nationalen Obergrenze 3 Prozent für die Förderung von Junglandwirten.
  • Ein Zuschlag von 10 Prozent zum Grundprämienniveau für die Förderung von kleinen bäuerlichen Betrieben
  • Für die nach EU-Kriterien festgelegten benachteiligten Gebiete wird einheitlich eine Prämie von 25 €/ha gezahlt.
    Flächengebundene Raufutterfresserprämie
  • Erhöhung der Prämienzahlungen für Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen um mindestens 15 bis zu 30 Prozent (im Vergleich zum derzeitigen Niveau)

Wolf zentrales Thema bei der 91. Umweltministerkonferenz

Bremen – In Bremen ist heute die 91. Umweltministerkonferenz zu Ende gegangen. Schwerpunktthemen waren Klima und Energie, saubere Luft und der Wolf.

„Wir sind uns einig, dass die Rückkehr des Wolfes ein großer artenpolitischer Erfolg ist. Aber: die Erfolgsgeschichte kann nur fortgeschrieben werden, wenn es uns gelingt, hier auch gesellschaftliche Akzeptanz zu finden. Gerade in den betroffenen Regionen und bei den Weidetierhaltern ist dies nicht der Fall. Deshalb begrüße ich es sehr, dass alle Länder mittlerweile eine rechtssichere Grundlage zur Entnahme von problematischen Wölfen fordern und diese bis zur nächsten UMK geschaffen werden soll.“

Weiterhin führte der Minister aus: „Ich freue mich, dass es mir und meinen Kolleginnen und Kollegen in den Ländern und im Bund gelungen ist, die EU-Kommission davon zu überzeugen, Präventionsmaßnahmen künftig bis zu 100 Prozent fördern zu lassen. Das reicht aber bei weitem nicht aus“.

Im Zentrum der klimapolitischen Debatte stand dabei die Frage, ob und wie die gesetzten Klimaziele erreicht werden können. „Die Ziele sind mehr als ambitioniert, das ist klar. Aber: wir haben keine Wahl. Die diesjährige Dürre hat uns vor Augen geführt, welche Auswirkungen die klimatischen Veränderungen haben. Und das ist nur der Anfang. Wir brauchen wirksame Instrumente, um die Erreichung der Ziele zu erreichen“, so der Standpunkt des Ministers.

So diskutierten die Umweltministerinnen und -minister auch den weiteren Netzausbau, die Verbesserung von klimapolitischen Instrumenten wie beispielsweise des EU-Emissionshandels oder die Realisierung eines möglichen CO2-Mindestpreises.

Auch der Dieselskandal war erneut ein beherrschendes Thema. „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern mit die sauberste Luft. Keine Messstelle bei uns hat im letzten Jahr die Grenzwerte überschritten. Und gerade deshalb ist dieses Thema für mich von entscheidender Bedeutung“, führte der Minister aus. Ein besonderer Erfolg sei es dabei, dass der Luftreinhalteplan der Hansestadt Rostock seine Wirkung entfaltet hat – so seien im Jahr 2014 die regelmäßig an einer Stelle die Jahresgrenzwerte von 40 µg/m3 überschritten worden. Derzeit lägen sie bei vertretbaren 34 µg/m3. So sei es erst Recht ein Skandal, dass die Automobilindustrie nicht in die volle Verantwortung genommen werde. „Es kann überhaupt nicht sein, dass ein Betrug im großen Stil auf dem Rücken der Fahrzeughalter – egal ob diese in den betroffenen Städten oder weiter entfernt im ländlichen Raum leben – ausgetragen wird. Auch der Pendler, der jeden Morgen 60 km nach Hamburg fährt, um seine Familie zu ernähren, muss berücksichtigt werden“, so Minister Dr. Backhaus.

Ein weiteres artenschutzpolitisches Thema war erneut der Insektenschutz. Schon bei der letzten Umweltministerkonferenz hatte Mecklenburg-Vorpommern das Thema auf die Agenda gebracht und unter dem Titel „Mehr Respekt vor dem Insekt“ eine Bund-Länder-Initiative angeschoben. Dass der Bund dieses Thema ebenfalls ambitioniert vorantreibe, begrüße der Minister ausdrücklich. Es sei entscheidend, dass das Aktionsprogramm Insektenschutz auch mit der nötigen finanziellen Substanz ausgestattet werde. Mecklenburg-Vorpommern selbst hatte bereits im Frühjahr des Jahres eine Million Euro hierfür bereitgestellt. Eine Insektenschutzstrategie wird derzeit erarbeitet.

Und auch das Thema Wasser stand im Fokus: „Die Umsetzung der Wasserrahmen-Richtlinie ist eine zentrale politische Aufgabe in den nächsten Jahren. Und auch die Frage des Bodenschutzes nehme ich sehr ernst. Genau deshalb hat Mecklenburg-Vorpommern federführend an konkreten Vorschlägen gearbeitet, wie die Qualität dieser wichtigen Ressourcen gehalten und verbessert werden kann. Ich verbinde damit auch die Diskussion um Mikroplastik“, so der Minister.

Die Diskussion sei nicht neu, aber umweltpolitisch relevant. „Wir brauchen hier belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse, die deutlich machen, dass die Kunststoff-Schwemme in allen Bereichen unseres Alltags ein umweltpolitisches Desaster ist. Kunststoffe müssen ersetzt werden durch den verstärkten Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen. Wir brauchen ein kluges Pfandsystem. Und: wo es möglich ist, muss der Einsatz von Kunststoffen reduziert werden“, sagte der Minister weiter.

Bei der Novellierung der Technischen Anleitung Luft gelang es Minister Dr. Backhaus, seine Amtskolleginnen und ‑kollegen davon zu überzeugen, dass die Beteiligten, insbesondere die Landwirtschaft, Planungssicherheit benötigen und deshalb frei in der Wahl der technischen Maßnahme zur Emissionsminderung sein müssen. „Es ist und bleibt unser zentrales Anliegen, das Ziel von wirksamen Emissionsreduktionen zu erreichen.“

Auch die Rolle von Großschutzgebieten hatte Mecklenburg-Vorpommern in den Fokus gerückt. So forderten die Umweltministerinnen und ‑minister den Bund auf, bis zur nächsten Umweltministerkonferenz im Frühjahr 2019 über den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Aktionsplan Schutzgebiete zu berichten. „Mit seinen Großschutzgebieten ist Mecklenburg-Vorpommern das Rückgrat des Naturschutzes in Deutschland. Insofern begrüße ich es sehr, dass ein Aktionsplan Schutzgebiete die besonderen Leistungen honoriert und gleichzeitig die Umsetzung der Schutzziele im Interesse aller Länder stärkt“, konstatierte Minister Dr. Backhaus.

12. Imkertag in Linstow

„sehr gutes Honigjahr“ für Bienenzüchter

Linstow – Die Bienenzüchter in Mecklenburg-Vorpommern können auf ein sehr gutes Honigjahr zurückblicken. „Der Ertrag dürfte in diesem Jahr weit über dem üblichen Jahreswert von 700 Tonnen liegen“, sagt Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus anlässlich des 12. Imkertages, den der Landesverband der Imker am Sonntag, dem 11. November 2018, in Linstow begeht. Das sei insbesondere mit Blick auf das Vorjahr 2017, in dem die schlechteste Honigernte seit 20 Jahren eingefahren wurde, eine erfreuliche Nachricht.

Aktuell sind in Mecklenburg-Vorpommern 2.691 Berufs- und Hobby-Imker mit 26.588 Bienenvölkern gemeldet. Das sind 98 Bienenhalter und 85 Bienenvölker mehr als zum Jahresende 2017. „Ich freue mich, dass der Bienenbestand in MV in den zurückliegenden Jahren stabil geblieben und sogar leicht angestiegen ist“, so Backhaus. Auch in Städten wie Rostock oder Schwerin sei ein Trend zum Ansiedeln von Bienenvölkern erkennbar, etwa in Zoos oder auf begrünten Dächern.

Doch die Biene sei mehr als ein Nutztier. Seit das Thema Insektensterben in aller Munde ist, gebe es immer mehr Menschen, die sich für den Erhalt der Insektenvielfalt einsetzten. „Die Biene ist zurecht zum Symbol dieser Bewegung geworden“, findet Backhaus, „denn ohne die Biene und all die anderen Blütenbestäuber gebe es kein Leben auf der Welt.“ Die Lebensräume, Nahrungsgrundlagen und Lebensbedingungen der Bienen zu schützen, sei deshalb umso mehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Im August 2018 wurden die Stadt Pasewalk sowie die beiden Gemeinden Wöbbelin und Trinwillershagen von Minister Backhaus für ihr Bemühen, die Lebensgrundlagen für Bienen und wildlebende Bestäuber-Insekten in unserem Land zu verbessern, als bienenfreundliche Gemeinden ausgezeichnet.

Auch setzt sich die Landesregierung schon lange dafür ein, dass in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Grundsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ wieder stärker trägt. Dazu wurde das Konzept der Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen (AUKM) grundlegend überarbeitet und noch stärker an naturschutzfachlichen Zielen ausgerichtet. Die Förderung von AUKM ist ein zentrales Element der Kooperation zwischen Umwelt-, Naturschutz und Landwirtschaft. Ziel dieser Maßnahmen ist, den Boden- und Gewässerschutz sowie die Biodiversität zu fördern.

Auch die Erhöhung von 5 auf 20 Hektar für ein- und mehrjährige Blühflächen war Backhaus zufolge ein voller Erfolg. Mit rund 5.300 Hektar neu beantragter Blühflächen habe sich der Antragsfläche gegenüber dem Vorjahr um 220 Prozent erhöht. Zusammen mit den AUKM wird damit aktuell etwa jeder vierte Hektar landwirtschaftliche Fläche in MV freiwillig mit erhöhten Umweltstandards bewirtschaftet.

„Darüber hinaus treiben wir die positive Entwicklung im Bereich des Ökolandbaus weiter voran. Unsere Zielstellung, bis 2020 auf 150.000 Hektar zu kommen, konnten wir durch den diesjährigen Flächenzuwachs von 10.000 Hektar bereits erreichen“, informiert der Minister. Mit nunmehr 944 biozertifizierten Landwirtschaftsbetrieben wirtschaften ca. 19, 3 % und damit fast jeder 5. Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern ökologisch. Der Öko-Anteil an landwirtschaftlich genutzter Fläche in MV liegt bei 11,1 %.

„Wir werden uns auch bei der Ausgestaltung der zukünftigen Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik dafür einsetzen, dass dem Verlust der Artenvielfalt und insbesondere dem Insektensterben wirkungsvoll Einhalt geboten werden kann. Dazu ist es notwendig, noch stärker als bisher die Zahlungen an Leistungen der Landwirte für den Umwelt-und Naturschutz zu knüpfen aber auch besser zu honorieren.

Ein weiterer wesentlicher Punkt sei die Bienengesundheit. Die Varroa-Milbe und die Afrikanische Faulbrut gehörten nach wie vor zu den größten Bedrohungen für Honigbienen weltweit. Bereits Ende 2016 wurde deshalb hierzulande der Bienengesundheitsdienst bei der Tierseuchenkasse MV eingerichtet. „Damit wollen wir für die Bienenhalter im Land eine dauerhafte Hilfestellung zu Fragen der Aus- und Fortbildung aber vor allem auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Bienenseuchen und -krankheiten bieten“, erläutert der Minister.

Das Land fördert die Imkerei jährlich mit fast 400.000 Euro. Mit dem Geld werden Maßnahmen zur Verbesserung der Erzeugung und Vermarktung von Honig, das Bienenzuchtzentrum als Institution, sowie Bauinvestitionen, z.B. in die „Gläserne Imkerei“, unterstützt.

Die Meistereien sind gerüstet – der Winter kann kommen

Ein Solesprühfahrzeug beim Test auf dem Betriebshof der Autobahnmeisterei Fahrbinde.

Ein Solesprühfahrzeug beim Test auf dem Betriebshof der Autobahnmeisterei Fahrbinde.

Schwerin – Noch sieht es nicht nach Schnee und Eis aus. Doch die 24 Straßenmeistereien und sieben Autobahnmeistereien in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits auf den Winterdienst eingestellt. Die Salzlager im Land werden bis Anfang November mit 36.800 Tonnen Streusalz aufgefüllt. Daneben wurden 156,9 Kilometer Schneezaunmaterial bereitgestellt. Zudem sind in der gesamten Straßenbauverwaltung M-V die Einsatzpläne aufgestellt, die Winterdienstfahrzeuge vorbereitet und die Abstimmung mit den Winterdienstvertragspartnern getroffen worden.

„Von uns aus kann der Winter kommen. Die 738 Kolleginnen und Kollegen in den Straßen- und Autobahnmeistereien im Land sind darauf vorbereitet. Bei entsprechender Witterung sind die Meistereien rund um die Uhr besetzt“, sagt Infrastrukturminister Christian Pegel. Die Autobahn- und Straßenmeistereien erhalten mehrmals täglich die aktualisierten Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes. Darauf basierend werden die Personal-Einsatzpläne konkretisiert und bei Bedarf Winterdienstvertragspartner eingesetzt.

195 Streu- und Räumfahrzeuge stehen in den Meistereien für den Winterdienst parat. Sie werden durch 256 Fahrzeuge von Vertragspartnern ergänzt, die mit landeseigenen Schneepflügen und Streutechnik ausgestattet werden. Insgesamt betreuen die Meistereien damit ein Straßennetz von 1.987 Kilometern Bundesstraße, 3.370 Kilometern Landesstraße und 1.255 Kilometern Kreisstraße sowie 564 Kilometern Bundesautobahn.

Zum Schutz der Umwelt wurde im vergangenen Jahr erstmals eine neue Sprühtechnik mit einer Sole-Lösung eingesetzt. „Sie kommt auch in diesem Jahr wieder zum Einsatz aufgrund ihrer großen Vorteile bei Glätte bei deutlich geringerem Salzeinsatz“, kündigt Christian Pegel an. Mit der eingesetzten Sprühtechnik konnte die Sole-Lösung schneller auf die Fahrbahn aufgetragen werden und mit einer deutlich längeren Liegedauer überzeugen. Allerdings kann sie nicht bei schnee- und eisbedeckter Fahrbahn und bei sehr niedrigen Temperaturen verwendet werden.

„Die Kollegen in den Meistereien werden mit allen Kräften für freie Straßen im Land sorgen“, sagt Christian Pegel und appelliert zugleich an die Autofahrer: „Es liegt aber auch an jedem Verkehrsteilnehmer, sich im Straßenverkehr den Wetterverhältnissen entsprechend zu verhalten. Wintergerechte Reifen und vor allem auch eine angepasste Fahrweise sind geboten.“

100% staatliche Beihilfe für Vorsorge und Entschädigung bei Wolfsrissen

Schwerin – Die Europäische Kommission hat gestern entschieden, dass Investitionen in Vorsorgemaßnahmen gegen Risse von Weidetieren durch Wölfe zu 100 Prozent durch die Länder finanziert werden können, ohne dass dies als unzulässige Beihilfe gilt.

Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus begrüßt die Entscheidung der Kommission ausdrücklich: „Das Urteil der Kommission ist ein klares Bekenntnis zur Weidehaltung und ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erhalt dieser Haltungsform, sowohl bei Schafen als auch bei Rindern. Die Entscheidung ist Teil einer Strategie, für die ich in Berlin und in Brüssel immer wieder intensiv geworben habe und unterstreicht, dass sich unsere bisherigen Anstrengungen und die zahlreichen Gespräche mit Bund und EU-Kommission gelohnt haben. Die Entscheidung der EU-Kommission wird sicherlich dazu beitragen, dass Wolfskritiker und Wolfsfreunde wieder ein Stück näher zusammenrücken und es auch in der breiten Bevölkerung wieder mehr Akzeptanz für den Wolf gibt.“

Bislang konnten Schafhaltern und Landwirten nur bis zu 80 Prozent der Vorsorgekosten (nach Förderrichtlinie Wolf M-V bisher bis zu 75 Prozent), etwa für die Anschaffung von wolfssicheren Zäunen oder von Herdenschutzhunden erstattet werden.

Neu ist, dass dies künftig auch für indirekte Schäden gilt, wie zum Beispiel die Behandlungskosten gerissener Tiere beim Veterinär oder für die Arbeitskosten bei der Suche versprengter Tiere nach einem Angriff.

Gleichwohl betonte Minister Backhaus, dass indirekte Vorsorgekosten der Landwirte – etwa für den zusätzlichen Arbeitsaufwand, der mit dem Aufstellen von Zäunen verbunden ist, von der Entscheidung noch nicht erfasst werden. „Das Ergebnis ist ein erster Schritt, weitere müssen folgen“, betonte er. Bund und Länder werden darauf drängen, dass künftig weitere Aufwendungen vollständig übernommen werden können.

Die aktuell in Mecklenburg-Vorpommern geltende „Förderrichtlinie Wolf“ wird auf Basis dieser EU-Entscheidung novelliert werden.

„Landesregierung vor Ort“ – Backhaus und Bürger im Dialog über Gewässer

Schwerin – „Wasser ist das flüssige Gold unserer Erde, ohne Wasser wäre kein Leben möglich. Der Schutz unserer Gewässer setzt eine nachhaltige Bewirtschaftung voraus. Dabei müssen verschiedene und zum Teil konträre Nutzungen gegeneinander abgewogen werden, was nicht immer konfliktfrei ist. Hier kommt der Umweltverwaltung eine verantwortungsvolle und zugleich schwierige Aufgabe zu.“

Mit diesen Worten eröffnete der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus gestern an seinem Dienstsitz in Schwerin das Bürgerforum zum Thema „Lebenselixier Wasser – Nachhaltige Gewässerbewirtschaftung bei unterschiedlichen Landnutzungen“, zu dem rund 50 Bürgerinnen und Bürger aus allen Teilen des Landes und sogar aus Hamburg gekommen war.

Ein Ehepaar aus Alt Tellin (LK Vorpommern-Greifswald) äußerte sich aufgrund persönlicher Betroffenheit kritisch über den Bau von Schweinezuchtanlagen und mögliche Folgen für den Gewässerschutz. Backhaus betonte vor diesem Hintergrund, wie wichtig es sei, die Menschen vor Ort in derartige Vorhaben einzubinden und ihre Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen. Im Fall von Alt Tellin seien alle gesetzlichen Vorgaben nach Bundesimmissionsschutz eingehalten worden.

Eine Bürgerin aus Lassahn (LK Vorpommern-Greifswald) äußerte ihr Unbehagen über den Bau großer Güllesilos und die Folgen für den sanften Tourismus im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern. Minister Backhaus zeigte sich für einzelne Hinweise dankbar und brachte seine Prioritäten klar zum Ausdruck: „Mecklenburg-Vorpommern wird von Einheimischen und Gästen insbesondere wegen seiner einzigartigen Naturlandschaften geschätzt. Ich werde alles daran setzen, dass Natur und biologische Vielfalt weiterhin ein Aushängeschild unseres Landes bleiben.“

Schon heute kommt Mecklenburg-Vorpommern mit den Nationalen Naturlandschaften (drei Nationalparks, drei Biosphärenreservate, sieben Naturparks) und den Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten auf fast 1 Million Hektar Schutzgebietsfläche.

Die Situation der Gewässer im Land sei hingegen unbefriedigend, resümierte der Minister. Allerdings müssten die Ergebnisse nach Wasserrahmenrichtlinie differenziert betrachtet werden: „Wenn der See oder Fluss auch nur ein Kriterium der Wasserrahmenrichtlinie nicht erfüllt, bekommt das Gewässer insgesamt eine schlechte Note. Das muss man im Hinterkopf haben, wenn man sich unsere bisherige Bilanz ansieht“, sagte Minister Backhaus.

Die Wasserrahmenrichtlinie fordert für alle europäischen Gewässer einen Zustand hoher Wasserqualität und Strukturvielfalt, der genug Lebensraum für Pflanzen und Tiere bietet. Die letzte Bestandsaufnahme habe gezeigt, dass ca. 97 % der berichtspflichtigen Fließgewässer (ca. 8.000 km) dieses Ziel verfehlen.

In Mecklenburg-Vorpommern sieht es bei nach WRRL berichtspflichtigen Grundwasserkörpern im Land am besten aus. Von ihnen erhalten 55 Prozent die Note „Gut“ – das heißt sie sind mengenmäßig und chemisch in einem guten Zustand. Bei den berichtspflichtigen Seen sind 18 Prozent in einem guten ökologischen Zustand, 3 Prozent sind es bei den berichtspflichtigen Seen. Bei den Küstengewässern erfüllt bislang keines alle Vorgaben der WRRL.

„Aber nochmal: Das heißt nicht, dass die Wasserqualität unser Gewässer per se schlecht ist. Die Zahlen täuschen über viele Teilerfolge hinweg, da etliche Faktoren in die Bewertung eingehen. Für jedermann sichtbar sind unsere Gewässer in den letzten drei Jahrzehnten sauberer geworden. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass wir insgesamt 2,5 Milliarden Euro in die Abwasserreinigung investiert haben. Die Modernisierung der Kläranlagen hat die chemische Wasserqualität erheblich verbessert“, erklärte Backhaus.

Nachholbedarf gebe es in erster Linie bei den Gewässerstrukturen, die wieder natürlicher gestalten werden müssen, und bei dem Zustand der Gewässerfauna und -flora“. Dazu seien in den kommenden Jahren ca. 2.000 weitere Maßnahmen geplant.

Auch die Landwirtschaft sieht Backhaus hier in der Pflicht, lobte aber auch deren Engagement: „Seit vielen Jahren arbeiten Land- und Wasserwirtschaft auf meine Initiative hin eng mit dem Ziel zusammen, die Einträge diffuser Nährstoffe zu verringern. Es werden klare Handlungsempfehlungen für die Landwirte erarbeitet und Beratungen angeboten.“

Die neue Düngeverordnung sieht zudem längere Sperrzeiten, größere Abstände zu Gewässern und einheitliche Vorgaben zu Düngebedarfsermittlung vor. Darüber sind die Länder mit dieser Düngeverordnung ermächtigt worden, für Gebiete, in denen die Grundwasserkörper in einem schlechten chemischen Zustand (größer als 50 mg Nitrat/l Wasser) sind, schärfere Regelungen zu erlassen. Eine entsprechende Landesverordnung soll bis zum Sommer 2019 in Kraft treten.

Auch die Nutzung von Präzisionsmaschinen beim Düngen oder dem Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln verringert die Einträge in die Umwelt. Das Ministerium unterstützt die Anschaffung solcher Technik und fördert im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen die emissionsarmen Gülleausbringung.

Aufwandsentschädigungen für Schwarzwildabschüsse

Schwerin – Seit 1. Dezember 2017 erhalten Jäger in Mecklenburg-Vorpommern für jedes erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms der Landesregierung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Mecklenburg-Vorpommern, das Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus Mitte Oktober 2017 auf den Weg gebracht hatte. Die im Sprachgebrauch der Jägerschaft als sog. Pürzelprämie bekannte Aufwandsentschädigung wird bis zum 31. März 2019 in gleicher Höhe gewährt.

Darüber hinaus sieht eine durch Minister Dr. Backhaus veranlasste Änderung der diesbezüglichen Verwaltungsvorschrift vor, dass beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis zum 31. Januar 2019 eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 35 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Hierfür soll der mit der Bestandsreduktion einhergehende Mehraufwand der Jagdhundeführer und ihrer vierbeinigen Helfer bei ihrem unermüdlichen Einsatz am wehrhaften Schwarzwild entschädigt werden. Ohne den Einsatz leistungsgeprüfter Jagdhunde lassen sich Wildschweine nicht effektiv bejagen“, sagte Minister Dr. Backhaus.

Die Anträge können wie bisher bei den Forstämtern und den Nationalparkämtern gestellt werden.

Hintergrund für die Vorschrift ist die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Haus- und Wildschweinbeständen in mehreren EU-Mitgliedsstaaten, zuletzt in den Nachbarländern Polen, Tschechien und Belgien. „Die Afrikanische Schweinepest stellt nach wie vor die größte Bedrohung für das heimische Schwarzwild und damit für die landwirtschaftliche Tierhaltung dar.“, sagte Minister Dr. Till Backhaus.

Auf Initiative von Backhaus hatte der Landtag Mecklenburg-Vorpommern bereits im Oktober 2017 beschlossen, zusätzliche Landesmittel zur Abwehr der ASP und zur Stärkung des Seuchenschutzes bereitzustellen. Ein daraufhin von einer Arbeitsgruppe im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt erarbeitetes Programm zielt auf eine drastische und nachhaltige Bestandsreduktion beim Schwarzwild ab, wozu unter anderem die Gewährung von Aufwandsentschädigungen für Schwarzwildabschüsse und für Jagdhundeeinsätze gehört. So wurden im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis 2. November 2018 für ca. 41 Tausend Schwarzwildabschüsse in privaten und kommunalen Jagdbezirken insgesamt 1.026.925 Euro gewährt. Für 1.428 revierübergreifende Jagdhundeeinsätze in der Drückjagdsaison 2017/18 wurden 35.700 Euro gewährt.

„Ich bin dem Landtag und der Landesregierung für die Unterstützung der Jäger in Mecklenburg-Vorpommern dankbar. Sie sind es, die sich bei Wind und Wetter für den Jagderfolg einsetzen. Dafür möchte ich mich bei der Jägerschaft bedanken“, so Minister Backhaus. „Ich hoffe sehr, dass es uns mit diesem Anreiz gelingt, den Wildschweinbestand in unserem Bundesland wirksam zu reduzieren, damit mögliche Infektionsketten im Wildbestand gestoppt werden. Eine Kooperation von Jägern, Landwirten, der Forst und dem Naturschutz ist unabdingbar, um die Seuchenbekämpfungsstrategie aktiv umzusetzen“, betonte Backhaus abschließend.

Backhaus: Perspektiven für junge Leute im ländlichen Raum schaffen

Neubrandenburg – Ab 2019 wird es an der Hochschule Neubrandenburg eine Fortbildung zum „Dorfmoderator“ geben. „Auf diese Weise sollen aktive jüngere wie ältere Menschen für den Dialog in ihren Dörfern fit gemacht werden“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute Nachmittag auf einer Diskussionsrunde während der Jahreskonferenz 2018 des Forum MV mit dem Titel „Ohne Jugend hat M-V keine Zukunft“.

Zudem werde es einen Wettbewerb der Kommunen geben, dessen Ziel das „Digitale Dorf“ als Softwarelösung zur Unterstützung des täglichen Miteinanders im Land ist, berichtete der Minister weiter.

Hintergrund für diese Pläne ist die Auswertung demografischer Untersuchungen in acht Landkreisen aus dem Jahr 2016. „Es gibt viele junge Leute, die gern im ländlichen Raum leben würden, dort aber momentan keine Perspektiven für sich sehen“, so Backhaus.

Die Studienteilnehmer aus Dörfern und Kleinstädten schätzen Natur, Gemeinschaft, Ruhe und Nähe zu Freunden. Kritisiert hatten sie in der Befragung die schlechten Freizeitmöglichkeiten, die mangelhafte Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr und die daraus resultierende Abhängigkeit vom Auto. Außerdem gaben 64 Prozent der Befragten an, dass sie fast keinen Einfluss auf die Politik an ihrem Wohnort haben. 80 Prozent der Befragten glaubten, dass die Politik die Interessen der jungen Menschen nicht ausreichend vertritt.

„Um die jungen Leute auf dem Land zu halten, braucht es gute Berufschancen und gute Löhne, bezahlbaren Wohnraum und Mobilitätsangebote nicht nur im Umfeld der größeren Städte, sondern überall im Land“, sagte Minister Backhaus. Zudem bedürfe es attraktiver Freizeitangebote, besserer Teilhabechancen der Jugendlichen in Vereinen und der Kommunalpolitik sowie der verbesserten digitalen Erreichbarkeit.

„Das ist Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Und es funktioniert oft dort am besten, wo es eine aktive dörfliche Gemeinschaft gibt. Neben der finanziellen Unterstützung durch Land, Bund und EU sind engagierte Menschen aller Altersgruppen vor Ort der Dreh- und Angelpunkt einer funktionierenden Dorfgemeinschaft“, so Backhaus. Die Akteure vor Ort besser zu beraten, zu informieren und zu vernetzen, habe sich das Forum MV zur Aufgabe gemacht. Das Bündnis wird aus dem EPLR-Fonds über das Landwirtschaftsministerium gefördert.

Spatenstich für Windpark Hoort

Hoort – Am Donnerstag (8.11.2018) wird Landesenergieminister Christian Pegel mit Vertretern des Windparkentwicklers Loscon, der Gemeinde Hoort und der Mea Energieagentur Mecklenburg-Vorpommern den Spatenstich für den Windpark Hoort durchführen.

In Hoort sollen 16 Turbinen des Herstellers Nordex errichtet werden. Mit 57,6 Megawatt installierter Nennleistung handelt es sich um den zurzeit größten im Bau befindlichen Windpark in Mecklenburg-Vorpommern.

Vier dieser Windenergieanlagen betreibt die Gemeinde Hoort selbst. An ihnen können sich die Einwohner, Flächeneigentümer und Unternehmer aus der Gemeinde Hoort sowie von sieben räumlich angrenzenden Nachbargemeinden beteiligen. Die direkte Beteiligungsmöglichkeit liegt demnach bei 25 Prozent, mehr als den im Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz vorgeschriebenen 20 Prozent. Deshalb wurde diese freiwillig durch die Investoren vorgesehene höhere Beteiligung als Ausnahme von den Regelungen des Beteiligungsgesetzes zugelassen.

Der Windpark Hoort ist zudem einer der ersten neuen Windparks, der eine „bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung“ erhält. Das bedeutet, dass die für Anlagen ab einer Höhe von 100 Metern luftfahrtrechtlich vorgeschriebenen Warnlichter dank einer entsprechenden Technologie nur dann blinken, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert. Mit einer entsprechenden Änderung der Landesbauordnung (§ 46, Absatz 2) im vergangenen Jahr wurde dies für alle Windenergieanlagen, die nach dem 30. Dezember 2017 genehmigt werden, zur Pflicht gemacht.

Backhaus: Alleen im Land für den Klima- und Artenschutz erhalten

Güstrow – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnte heute aus Anlass der 14. Alleentagung in Güstrow den sorgsamen Umgang mit den Alleen im Land an. „Mecklenburg-Vorpommern verfügt über etwa 4.400 Kilometer Alleebäume und ist nach Brandenburg das alleenreichste deutsche Bundesland. Die jahrhundertealten Baumreihen charakterisieren ebenso wie die Schlösser und Herrenhäuser und die Backsteinbauten die Schönheit von MV. Sie zählen nicht allein zu den Sehenswürdigkeiten des Landes, sondern sie leisten auch einen ganz wesentlichen Beitrag für ein gesundes Klima und zur Erhaltung der Artenvielfalt“, sagte der Minister im Vorfeld der Fachtagung des Landesverbandes des BUND in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV.

Alleen binden auf großer Fläche Staub und Abgase, produzieren Sauerstoff und bieten geschützten Tierarten Quartier, etwa Fledermäusen oder Käfern. Sie verbinden Biotope und sind als Obstbaumalleen Teil des Nektarbandes für Insekten. Gefährdend auf den Bestand der betagten Alleen und Baumreihen wirken sich neben der versiegelnden Wirkung der Straßen etwa der Einsatz von Streusalz im Winter, die landwirtschaftliche Nutzung angrenzender Flächen, Kronenschnitte oder Arbeiten im Bodenbereich aus, die Wurzeln der Bäume in Mitleidenschaft ziehen. Fahrzeugunfälle an Alleebäumen sowie zunehmender Schwerlastverkehr hinterlassen ebenso ihre Spuren.

Fällungen an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ließen den Bestand an Alleebäumen beispielsweise im Altkreis Ostvorpommern seit Beginn der 90er Jahre bis heute um mehr als die Hälfte schrumpfen. Landesweit mussten zwischen 2008 und 2013 ca. 26.600 Bäume gefällt werden. Im gleichen Zeitraum wurden allerdings auch knapp 32.800 neu gepflanzt. „Das Land hat die Zahl der Nachpflanzungen seit Beginn der 2000-er Jahre kontinuierlich erhöht. Zudem wenden wir aus dem Alleenfonds beträchtliche Summen für baumerhaltende Pflegemaßnahmen auch an kommunalen Straßen und privaten Wegen auf. Hier gilt es, weiter zuzulegen“, so Backhaus. Etwa 58 Prozent der Alleen liegen an Kreis- und Gemeindestraßen oder ländlichen Wegen. „Damit kommt den auch Landkreisen, Gemeinden und privaten Eigentümern von Alleen und den angrenzenden Landwirten eine hohe Verantwortung bei der Umsetzung des Alleenschutzes zu“, erklärte der Minister.

Der Ursprung der Alleen – das Wort leitet sich aus dem französischen Wort „aller“ für gehen her – liegt in den Schlossgärten. Seit dem 18. Jahrhundert wurden Alleen zur Orientierung und zum Schutz der Postkutschen und Reisenden gepflanzt. Die ältesten Baumreihen im Land sind heute 250 bis 300 Jahre alt. Besonders viele Alleen finden sich auf der Insel Rügen. Hier nimmt auch die Deutsche Alleenstraße ihren Anfang, die durch ganz Deutschland bis zum Bodensee führt.

Zu den bekanntesten Alleen auf Rügen gehört die Kastanienallee von Lancken-Granitz zum dortigen Jagdschloss. Weitere bemerkenswerte Anpflanzungen sind die etwa 300 Jahre alte Schildfelder Eichenallee zwischen Schildfeld und Bennin, die Lärchenallee in Schwerin Friedrichstal, die Pappelallee am Störkanal nahe Raben-Steinfeld oder die Obstbaumallee von Groß Trebbow im Landkreis Nordwestmecklenburg. Hier wachsen neben Apfelbäumen auch Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Schutz und fachgerechte Pflege im Alleenerlass vom Dezember 2015 festgeschrieben. Der Erlass zielt auf den Sicherung und Erhalt des Alleenbestandes ab.

Minister gratuliert Rostocker Zoo zum ersten Platz im Europa-Ranking

Rostock – Der britische Zooexperte Anthony Sheridan hat erneut den Rostocker Zoo zum besten europäischen Tierpark in der Kategorie B von 500.000 bis 1 Million Besuchern jährlich gekürt und heute an Zookuratorin Antje Zimmermann die begehrte Trophäe, den Tigerpokal des „Best European Zoo Award“ überreicht.

„Zu der Auszeichnung gratuliere ich der Direktion und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz herzlich. Ihrer engagierten Arbeit ist es zu verdanken, dass der Tierpark europaweit erneut zur besten Einrichtung in seiner Größenordnung gewählt wurde und seinen Vorsprung sogar weiter ausbauen konnte. Sie alle haben bewiesen, dass sie sich nicht auf Erreichtem ausruhen und konsequent daran arbeiten den Rostocker Zoo als Aushängeschild der Stadt und des gesamten Landes weiterzuentwickeln. Schon heute kommen fast 40 Prozent der Besucher nicht aus Mecklenburg-Vorpommern. Diese Zahl zeigt sehr deutlich, dass der Zoo weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und beliebt ist“, so Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

Zusatzpunkte gab es in diesem Jahr unter anderem für verschiedene Artenschutzprojekte (Baumkängurus, Pinguine, Gibbons). Auch Minister Backhaus sieht die Einrichtung im Artenschutz ganz weit vorne: 82 Arten sind über die Verordnung zum Schutz von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten gelistet und 29 in Europa einheimische Tierarten nach Vogelschutz-Richtlinie, Flora-, Fauna-, Habitatrichtlinie sowie Bundesnaturschutzgesetz. Außerdem beteiligt sich der Zoo an 24 Europäischen Erhaltungszucht-Programmen und 41 Zuchtbüchern, davon 14 Internationale Zuchtbücher, sowie diversen Monitoringprogrammen unter dem Dachverband der Europäischen Zoos und Aquarien.

Erwähnenswert ist auch die NUN-Zertifizierung des Zoos als Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung. Dabei wurde vor allem die Umwelt- und Naturschutzbildungsarbeit des Zoos von und mit Schülern, Studenten und Lehrern, aber auch mit anderen Besuchergruppen unter die Lupe genommen. Auch der Zoo selbst hat im Prozess der Zertifizierung seine Nachhaltigkeit auf den Prüfstand gestellt. Es wird mehr Wert auf nachhaltiges Wirtschaften und – als Unterzeichner der Charta der Vielfalt – auf ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld gelegt. „Das ist zukunftsweisend und sollte noch mehr Nachahmer finden!“, findet Backhaus.

Gesundheitspotential Wald

Internationale Experten der Tourismus- und Gesundheitswirtschaft diskutieren

Krems – „Gesundheitspotential Wald“ – unter diesem Motto findet noch bis Mittwoch der 2. Internationale Kongress für die Tourismus- und Gesundheitswirtschaft im niederösterreichischen Krems statt.

„Für Mecklenburg-Vorpommern sind eine gesunde Natur und eine ebenso abwechslungsreiche wie vielseitige Landschaft zum Markenzeichen geworden. Die natürliche Ressource Wald als Therapeutikum spielt dabei eine große Rolle. Unser Ziel ist, die Entwicklung des Waldes für Erholung und Gesundheit, begleitet von wissenschaftlicher und medizinischer Erforschung, weiter vorantreiben. So kann die Waldtherapie stärker zum Wohle der Gesundheit genutzt werden. Die große Resonanz auf den internationalen Kongress zeigt, dass wir gemeinsam den gleichen Weg gehen wollen. Ich ermutige deshalb ausdrücklich zur Gründung und inhaltlichen Ausrichtung eines internationalen Netzwerkes `Wald als Therapeutikum´ und die Verständigung auf internationale Standards“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph zur Eröffnung des Kongresses.

Durch die deutschlandweit erstmalige Zertifizierung des Kur- und Heilwaldes in Heringsdorf (Insel Usedom) wurde in Mecklenburg-Vorpommern ein Prototyp für einen Kur- und Heilwald geschaffen. In dem etwa 50 Hektar großen Waldstück entstanden Ruheplätze und Wege sowie Bewegungsstationen, um beispielsweise Atemwegs- sowie Herz- und Kreislauferkrankungen zu lindern. Auf Grundlage des Landeswaldgesetzes können Waldgebiete als Kur- und Heilwälder ausgewiesen werden.

„Ein Waldgebiet erfüllt eine Vielzahl von Funktionen. Für Forstbetriebe, Dienstleistungsunternehmen und die nachgelagerte Holzindustrie steht die forstwirtschaftliche Wertschöpfung im Vordergrund. Des Weiteren bieten die Wälder auch Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Nutzung in den Bereichen Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Wichtig ist, die verschiedenen Ansätze in eine Systematik zu bringen, Rechtsregularien und Qualitätskriterien zu entwickeln, um den Wald als Apotheke sowie zugleich Kurzentrum zu öffnen und trotzdem zu schützen. Daran arbeiten wir“, sagte Rudolph.

Das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium unterstützt die weitere Entwicklung der Kur- und Heilwälder im Land unter anderem über das Projekt „Kur- und Heilwald – eine nachhaltige Chance zur Angebotserweiterung“ des Bäderverbandes M-V e.V. Ziel des Projektes ist es, das bisherige Alleinstellungsmerkmal „Kur- und Heilwald“ für den Gesundheitstourismus zu stärken und zu vermarkten. Dafür ist eine weitere wissenschaftliche Evaluation der Wirksamkeit des Waldes auf Wohlbefinden und Gesundheit, die Entwicklung wissenschaftlicher Evaluationskriterien im Hinblick auf die Qualitätssicherung und eine Zusammenarbeit bei der Schaffung von Weiterbildungsangeboten für Waldtherapie und Waldmanagement notwendig.

Gleichzeitig sollen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg (Arbeitsbereich Sport und Bewegungsmedizin) bedarfs- und zielgruppengerechte Angebote für die verschiedenen Kur- und Heilwälder entwickelt und vermarktet werden. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2021 laufende Vorhaben betragen knapp 255.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 229.000 Euro.

„Die in unseren Wäldern vorherrschenden Luftverhältnisse eignen sich in besonderer Weise für verschiedene Therapie- und Erholungsformen, etwa bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Das stärkt den Gesundheitstourismus im Land. So entstehen Chancen, um neue touristische Zielgruppen anzusprechen und saisonverlängernde Geschäftsideen zu generieren“, hob Rudolph hervor.

Zudem entwickelt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. mit Sitz in Güstrow derzeit eine modulare Fortbildungsqualifizierung zum „Waldtherapeuten“, die gemeinsam mit der Universität Rostock umgesetzt werden soll. Vorausgesetzt werden dabei therapeutische Berufe für den „Waldtherapeuten“ sowie forstwirtschaftliche oder ähnliche Berufe für die Weiterbildung zur „Fachkraft für Waldgesundheit“.

Die Qualifizierung erstreckt sich über ein Jahr und besteht aus Selbststudium, Präsenzseminaren und Online-Lernprogrammen. Ziel ist die langfristige Etablierung des Weiterbildungsangebotes. Die Gesamtinvestitionen für das bis 2020 laufende Vorhaben betragen rund 398.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Projekt aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in voller Höhe. „Immer mehr Menschen haben Interesse an ganzheitlichen Gesundheitsmodellen zur Förderung des eigenen Wohlbefindens. Hier gilt es die Potentiale der Wälder als Therapeutikum zu erschließen und zu nutzen“, sagte Rudolph abschließend.

Die Idee für Kur- und Heilwälder ist auf der 8. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2012 durch Professor Horst Klinkmann thematisiert worden und mit Unterstützung der BioCon Valley GmbH entwickelt worden. Der Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. hat ein umfassendes Konzept für die Nutzung von Kur- und Heilwäldern im Land erarbeitet und setzt dieses im Land unter anderem mit der Landesforstanstalt und weiteren staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorten weiter um.

Bei Kurwäldern handelt es sich um Waldgebiete, die aufgrund verschiedener Eigenschaften dazu prädestiniert sind, eine gesundheitsfördernde Breitenwirkung zu entfalten.

Heilwälder sind Waldgebiete, die zur therapeutischen Nutzung für Patientinnen und Patienten mit speziellen Indikationen gestaltet sind.