Backhaus kritisiert geplante Angelverbote in der AWZ

Schwerin – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus übte auf der Landtagssitzung in Schwerin scharfe Kritik an dem durch das Bundesumweltministerium kurz nach der Bundestagswahl veröffentlichten Entwurf zur Ausweisung eines Angelverbotes in bestimmten Gebieten der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in Nord- und Ostsee. Die AWZ schließt sich bis zu 200 Seemeilen weit an die jeweiligen Hoheitsgewässer an. In Mecklenburg-Vorpommern wären Angelgebiete in der Kadetrinne und der Pommerschen Bucht-Rönnebank von der Regelung betroffen.

Grundsätzlich seien die Bemühungen des Bundes um die Ausweisung von Meeresnaturschutzgebieten zu begrüßen, stellte Backhaus klar. Kritikwürdig sei aber die Vorgehensweise der seit der Wahl amtierenden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. „Durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit soll ohne eine abschließende Abstimmung mit meinem Haus ein weitgehendes Angelverbot festgesetzt werden“, sagte er. Der Erlass weitgehender Verbote setze aber eine detaillierte sachliche und räumliche Begründung voraus, die das Bundesumweltministerium bislang schuldig geblieben sei.

Backhaus hatte bereits im Februar vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass die naturschutzfachliche Datenlage als Begründung für ein Angelverbot nicht ausreiche. Aus der Datenlage müsse hervorgehen, „dass die Schutzgüter durch die Freizeitfischerei in nennenswerter Weise beeinträchtigt werden“. Zudem habe er darauf verwiesen, dass „ein Verbot der Freizeitfischerei wegen Störungen von Schweinswalen durch unspezifischen Bootsverkehr in unbekanntem Ausmaß“ nicht zu akzeptieren sei. Im Bereich der Pommerschen Bucht und der Rönnebank übten diverse Bootangler das langsame, geräuschlose Driftangeln oder das Trolling mit langsam fahrenden Booten aus. Indes sei die Kadetrinne flächenmäßig fast identisch mit einem Verkehrstrennungsgebiet, in dem andauernder Schiffsverkehr herrsche. „Auch vor diesem Hintergrund erscheint das ganzjährige Verbot der Freizeitfischerei fragwürdig, so der Minister.

„Mit Nachdruck habe ich mich dafür eingesetzt, dass das Verbot der Freizeitfischerei durch differenzierte Regelungen zur Freizeitfischerei ersetzt werden kann“, betonte Backhaus.

Durch das Ausweisen der neuen Meeresschutzgebiete – sie machen rund ein Drittel der Fläche der deutschen AWZ aus – befürchtet der Minister „nicht hinnehmbare Einschränkungen der Freizeitfischerei. Besonders auf Rügen und Usedom habe das Freizeitangeln in den zurückliegenden Jahren zu Existenzgründungen und Investitionen in die marine Infrastruktur geführt. Das Angelverbot „untergräbt die Bemühungen zur touristischen Ausrichtung der Freizeitfischerei“, sagte er.

In einer Protestnote an das Bundesumweltministerium hatte Backhaus neben den genannten Gründen auch die fehlende Beteiligung des Bund-Länder-Ausschusses Nord- und Ostsee (BLANO) bei der Ausweisung der neuen Schutzgebiete angeführt.

Auch gegen die Einschränkung der beruflichen Schlepp- und Stellnetzfischerei sprach sich Backhaus nochmals aus. „Die Agrarminister der Küstenländer hatten das Bundesministerium gebeten, bei den fischereilichen Managementmaßnahmen in den Natura-2000-Gebieten von einer überarbeiteten Fassung auszugehen. Neue Vorschläge zur Einschränkung der Erwerbsfischerei in der AWZ wurden bislang aber nicht vorgelegt“, so Backhaus. In MV gelte weiterhin der Grundsatz, dass Fischereibeschränkungen nur vorgenommen würden, wenn nachweisbar sei, „dass die Fischerei einen erheblichen negativen Einfluss auf die Erhaltung geschützter Arten oder Lebensräume hat.“

Gemeinde Koserow erhält 14.800 Euro für die Beseitigung der Sturmflutschäden

Schwerin – Neben anderen Gemeinden war auch die Gemeinde Koserow (Amt Usedom-Süd) Anfang des Jahres von der Sturmflut „Axel“ betroffen, bei der Strände, Wege oder Gebäude in mehreren Küstenorten unseres Landes beschädigt wurden. Bereits wenige Tage nach der Sturmflut wurden ressortübergreifend Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verfügbar gemacht. Das Ministerium für Inneres und Europa beteiligt sich mit 5 Mio. EUR.

„Die Gemeinden wurden entgegen dem gängigen Antragsprozedere bereits kurz nach der Sturmflut darüber informiert, dass Sofortmaßnahmen zur Verkehrssicherung und zur Wiederherstellung der Strände ohne Bewilligung durchgeführt werden können. Dazu gehörte zum Beispiel das Beräumen und Wiederherstellen von Strandübergängen oder das Beseitigen von Dünenkliffs außerhalb von Küstenschutzanlagen. Normalerweise ist hierfür ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn nötig. Hier haben wir das Verfahren jedoch aus Gründen der Gefahrenabwehr beschleunigt“, sagte Innenminister Lorenz Caffier.

Insgesamt wurden 46 Anträge auf Unterstützung mit einem Finanzvolumen von rund 2,1 Millionen an das Innenministerium gerichtet. Zu den Antragstellern gehörte auch die Gemeinde Koserow. Der Strand des Seebades war stark in Mitleidenschaft gezogen, Bäume und Abbruch mussten so schnell wie möglich beseitigt werden, damit sie keine Gefahr für Mensch und Tier darstellten.

Mit rund 14.870 Euro unterstützt das Innenministerium die Gemeinde, die alles daran gesetzt hatte, Strand- und Uferbereich wieder sicher zu machen und den Einheimischen und Gästen einen ordentlichen Strandbereich in der Urlaubsaison präsentieren zu können.

Backhaus: Bestehende Rechtsnormen im Interesse der Landwirte anpassen

Höfeordnung ist unzeitgemäß

Schwerin – „Der Generationswechsel in der Landwirtschaft ist in vollem Gange. Die Hofnachfolge ist daher für viele Betriebsleiter, aber auch für mich, ein drängendes Thema. Schon allein deshalb, weil es um viel mehr geht als nur um die Suche nach sinnvollen Lösungsansätzen zur Regelung der Hofnachfolge“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag. Die Entwicklung der Pacht- und Bodenpreise, die Rolle institutioneller und außerlandwirtschaftlicher Anlege, die Transformation der Betriebsstrukturen in Mecklenburg-Vorpommern – das seien entscheidende Faktoren, die hier mit hineinspielen.

Das altrechtliche Höferecht der einzelnen Länder, das auch in Mecklenburg-Vorpommern galt, stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert, als die Gefahr bestand, dass mit der Vererbung des Hofes die gesamte Familie in Notleidenschaft geriet. Die norddeutsche Höfeordnung hatte damals eine positive agrarstrukturelle Wirkung, weil sie der Zersplitterung landwirtschaftlichen Grundeigentums entgegenwirkte.

„Wir haben heute jedoch gänzlich andere agrarstrukturelle, gesellschaftliche und familiäre Verhältnisse als damals“, so der Minister. Der überwiegende Teil des landwirtschaftlichen Vermögens befindet sich in den Händen der Gesellschafter juristischer Personen und Personengesellschaften. Die Übertragung der Gesellschaftsanteile erfolgt in der Regel nicht nach den erbrechtlichen, sondern den gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen.

Die Landwirtschaft unterscheidet sich bezüglich des Fortführungsinteresses nicht wesentlich von anderen mittelständischen Betrieben. „Dennoch: Ein gewisser Schutz des Fortführungsinteresses im Bereich der Landwirtschaft findet bereits durch spezielle Regelungen im Bürgerlichen Gesetzbuch statt. Der Landesregierung ist kein einziger Fall bekannt, dass eine Nachfolge in den Familien mangels Höfeordnung gescheitert wäre“, hob Dr. Backhaus hervor.

Fast 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche liegen im Eigentum von juristischen Personen oder Personengesellschaften. Dementsprechend gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 1.300 Einzelunternehmen, die ihren landwirtschaftlichen Betrieb mit durchschnittlich 253 ha Betriebsfläche im Haupterwerb führen.

Diesen Landwirten – immerhin bewirtschaften sie ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche – muss bei der Hofübergabe Sicherheit gegeben werden. „Allerdings ist die Höfeordnung dafür kein geeignetes Instrument. Vielmehr gilt es, die bestehenden Rechtsnormen im Interesse der Landwirte anzupassen, so zum Beispiel im Bürgerlichen Gesetzbuch.

„Das Höferecht ist ungeeignet, den Ursachen entgegenzuwirken, die den Generationenwechsel in der Landwirtschaft zu erschweren scheinen“, so der Landwirtschaftsminister. Das seien insbesondere die Eigentumskonzentration, die Tendenz zur Organisation großstrukturierter Betriebe in Gesellschaften sowie der Einfluss außerlandwirtschaftlichen Kapitals. Das Höferecht vermag diese Probleme, die auf dem Gebiet des landwirtschaftlichen Grundstücksverkehrs liegen, nicht zu lösen.

„Mit Nachdruck möchte ich nochmals klarstellen, dass wir uns in den nächsten Monaten und Jahren dafür einsetzen werden, die soeben geschilderten Probleme mit den geeigneten Instrumenten zu reduzieren. In den kommenden Monaten beginnen die Verhandlungen für eine neue Gemeinsame Agrarpolitik. Wir werden uns aktiv in diesem Prozess einbringen und behalten dabei besonders die Interessen der bäuerlichen Landwirtschaft im Auge. Parallel arbeiten wir daran, die Agrarstruktur in Mecklenburg-Vorpommern in ihrer bestehenden Form zu erhalten. Hier sind wir auch im fachlichen Austausch mit den Verbänden. Der Vorschlag, mit der Einführung einer Höfeordnung die geschilderten Probleme lösen zu wollen, ist nicht zeitgemäß und nahezu wirkungslos!“, führte der Minister aus.

Maßnahmen zur Vorsorge und Bekämpfung der Geflügelpest erläuert

Schwerin – „Geflügelpest-Fälle bei Hausgeflügel im Juli in Belgien, Italien und Frankreich sowie H5N8 im August bei Schwänen in der der Schweiz und in Sachsen-Anhalt deuten darauf hin, dass auch in diesem Jahr wieder Fälle in Mecklenburg-Vorpommern auftreten können. Deshalb appelliere ich an alle Geflügelhalter im Land, aufmerksam zu sein und die nötigen Biosicherheitsmaßnahmen zu treffen, die eine Epidemie wie 2016/17 sich möglichst nicht wiederholen lassen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Schweriner Landtag. Er ging dabei insbesondere auf den Maßnahmeplan der Landesregierung zur Vorsorge und Bekämpfung der Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern ein.

Der Plan sieht die Prüfung der Biosicherheitskonzepte in Geflügelhaltungen, besonders in gewerblichen Betrieben zur Haltung von Puten, Legehennen, Enten, Gänsen und Laufvögeln sowie zur Aufzucht von Legehennen vor. Geprüft werden diese Maßnahmen auch in Zoos und Tierparken.

Um die personelle und materielle Ausstattung der Tierseuchenbekämpfungszentren zu verbessern gibt es ab 2017 eine weitere Tierarztstelle für das Landeskrisenzentrum. Was die Kommunikation zwischen den zuständigen Behörden betrifft, seine regelmäßige gemeinsame Abstimmungen zu Bekämpfungsstrategien und zu treffenden Maßnahmen erforderlich.

„Das auf EU- und Bundesrecht basierende Wildvogelmonitoring muss als wichtiges Instrument der Früherkennung & Grundlage für die Bewertung der epidemiologischen Situation fortgesetzt werden“, hob der Minister hervor. Im Jahr 2016/2017 wurden 2.800 Proben von Wildvögeln untersucht.

Im Herbst 2016 wurden die Risikogebiete durch Landwirtschaftsministerium, LALLF, Veterinärämter und ortskundige Ornithologen aktualisiert. Als Risikogebiete gelten u. a. Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete. Die Aufstallungsordnung in diesen Gebieten führt zu einer deutlichen Senkung des Eintragsrisikos für Hausgeflügelbestände oder Bestände mit gehaltenen Vögeln. „Unter bestimmten Umständen kann eine landesweite Aufstallung erforderlich sein“, so Minister Backhaus. Vorstellbar wäre das beispielsweise bei einem neuen hochpathogenen Serotyp oder einer humanpathogenen Virusvariante.

„Dass die Umsetzung der im Tiergesundheitsgesetz vorgeschriebenen Pflichten des Tierhalters bei Ausbruch einer Tierseuche insbesondere bei Hobby- und Rassegeflügelhaltern schwierig ist, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Aktuell beschäftigt sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe damit, Empfehlungen zur Einrichtung von Schutzvorrichten zu erarbeiten“, führte der Landwirtschaftsminister aus.

Zudem müssten EU-Vermarktungsnormen mit den Erfordernissen der Tierseuchenbekämpfung in Einklang gebracht werden. Als Beispiel nannte Dr. Backhaus die 12-Wochen-Frist, nach der Freilandeier aufgestallter Legehennen nicht mehr als Freilandeier in Verkehr gebracht werden dürfen. Dies konterkariere notwendige Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung.

Hier seien flexible Regelungen auch im Marktordnungsrecht notwendig, sagte der Minister. MV habe sich auf Bundes- und EU-Ebene für eine Anpassung der entsprechenden EU-rechtlichen Vorschriften eingesetzt zum Beispiel mit dem Entwurf Verordnung, die die Kennzeichnung von Eiern aus Freilandhaltung trotz Stallpflicht von bis zu 16 Wochen (statt bisher 12 Wochen) erlaubt.

„Sie sehen: Wir haben die richtigen Maßnahmen getroffen und arbeiten zugleich an der Verbesserung der Biosicherheitsmaßnahmen. Aber Tierseuchenbekämpfung, insbesondere bei der aviären Influenza, ist ein weltweites Phänomen. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Landes-, Bundes- und EU-Behörden notwendig.

Gleichzeitig appelliere ich an alle geflügelhaltenden Betriebe, die verordneten Biosicherheitsmaßnahmen mit großer Sorgfalt umzusetzen“, so der Minister.

Staatssekretär regt bundesweite Abgabe für Erhalt der Schutzgebiete an

Insel Rügen – Einen „grünen Soli für den Naturschutz“ regte der Staatssekretär im Landes-Umweltministerium, Dr. Jürgen Buchwald, auf dem „Regionalen Abend“ der Vertreter des Dachverbandes der Nationalen Naturlandschaften, des Nationalen Naturerbes sowie der Arbeitsgemeinschaft Biosphärenreservate und der Wildnisgebiete an.

„Ich bin überzeugt, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern mit seinen 13 Nationalen Naturlandschaften einen ganz besonderen Beitrag für den Naturschutz in Deutschland und in Europa leistet. Deshalb die Bitte an den Bund bzw. die anderen Bundesländer, über einen ‚grünen Soli‘ für den Naturschutz nachzudenken. Nationalparks und Biosphärenreservate können aus meiner Sicht keine reine Länderaufgabe bleiben“, sagte der Staatssekretär in Prora im Naturerbezentrum Rügen.

Buchwald verwies darauf, dass Mecklenburg-Vorpommern über insgesamt 1.418.300 Hektar unter Schutz gestellte Flächen verfügt, das entspricht 45,8 Prozent der gesamten Landesfläche. Zusammengefasst sind in dieser Zahl neben den Natura-2000-Gebieten inklusive der europäischen Vogelschutzgebiete alle Nationalparks, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete , Biosphärenreservate und Naturparks. Allein auf Rügen finden sich mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dem Nationalpark Jasmund, dem Biosphärenreservat Südost-Rügen und dem Naturerbezentrum Rügen vier solcher Naturerbegebiete.

Während der Anteil an Nationalparks im Bundesgebiet im Schnitt bei 0,6 Prozent und an Natura-2000-Gebieten im Schnitt bei 14,1 Prozent der Landesfläche liege, komme MV auf 3,7 Prozent bei den Nationalparks und auf 34,5 Prozent bei Natura-2000-Gebieten. Der Staatsekretär unterstrich die Bedeutung dieser Schutzgebiete für Tourismuswirtschaft und naturkundliche Bildung einerseits und für den Erhalt der Artenvielfalt und die Bewältigung des Klimawandels anderseits.

„Die personellen und finanziellen Aufwendungen für den Erhalt der Schutzgebiete werden größtenteils von unserem Land getragen, während Gesamtdeutschland in der Umwelt- und Klimabilanz von unserer Arbeit profitiert“, sagte Dr. Buchwald.

„Bei diesen hochrangigen Schutzkategorien handelt es sich um eine dauerhafte Aufgabe, deren Erfüllung auch eine bedeutende nationale und internationale Dimension hat“, so der Staatsekretär. Deshalb sei es an der Zeit, für Nationalparks und Biosphärenreservate eine reguläre nationale Mitfinanzierung durch den Bund zu erwirken.

WEMAG-Kunden pflanzen etwa 1.400 Bäume für Klimawald

7. Baumpflanzaktion des kommunalen Energieversorgers WEMAG

Malchow – Der kommunale Energieversorger WEMAG hat am Sonnabend, den 14. Oktober mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern der Landesforst in der Nähe von Malchow seinen nächsten Klimawald gepflanzt. „Der Klimaschutz beginnt vor der Haustür. Deshalb packen wir selbst aktiv mit an und pflanzen seit sechs Jahren Bäume in unserer Region“, sagte WEMAG-Vorstandsmitglied Caspar Baumgart zu Beginn der 7. Baumpflanzaktion, die von Mitarbeitern des Forstamtes Wredenhagen fachlich geplant und begleitet wurde.

WEMAG-Baumpflanzaktion: Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, WEMAG-Vorstandsmitglied Caspar Baumgart, Vorstand der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern Manfred Baum und WEMAG-Vorstandsmitglied Thomas Murche (v.l.) packten bei der WEMAG-Baumpflanzaktion ebenfalls mit an. Foto @ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Ich freue mich, dass sich die Waldaktie in den zehn Jahren ihres Bestehens großer Beliebtheit erfreut und sich die WEMAG mit ihren Kunden mit dem Kauf von bisher etwa 44.300 Aktien vorbildlich engagiert. Schließlich erbringt der Wald eine Vielzahl von Leistungen. Er fördert die menschliche Gesundheit, verschönert die Landschaft und liefert uns den nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff Holz. Zudem wirkt er als Kohlenstoffspeicher, bindet Staubpartikel, kühlt das Umfeld, verbessert das Grundwasserdargebot, produziert Sauerstoff und erhöht die Artenvielfalt. Mit dieser Pflanzaktion leisten wir also auch etwas für nachfolgende Generationen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus.

„Da es ein Jubiläumsjahr für die Waldaktie ist, haben wir versucht, die Bäume des Jahres aus diesem Zeitraum zu bestellen, welche für diesen Boden geeignet sind“, erläuterte Forstamtsleiter Bernd Poeppel. Rund 1.400 Bäume, darunter etwa 1.000 Traubeneichen, jeweils 150 Elsbeeren und Vogelkirschen, Berg- und Feldahorn sowie Winterlinden, Ess- und Rosskastanien konnten innerhalb von etwa zwei Stunden in den Malchower Klostertannen, im Herzen der Mecklenburgischen Seenplatte, gepflanzt werden.

In den vergangenen Jahren halfen hunderte Kunden und andere Freiwillige bei der Durchführung der Baumpflanzaktionen des regionalen Energieversorgers. Im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee, im Seefelder Holz bei Mühlen Eichsen, auf einer Fläche bei Bad Kleinen, bei Herren Steinfeld sowie in Malchow wurden so bereits sechs Klimawälder mit einer Gesamtfläche von etwa 41 Hektar geschaffen. Die dort gepflanzten Eichen und Linden entwickeln sich gut. Initiiert wurde die Aktion von der WEMAG und der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2011.

Die WEMAG bietet mit wemio-Waldgas ein Erdgasprodukt mit ökologischem Mehrwert an. Für jeden Kunden investiert das Unternehmen zehn Euro, um Waldschutzprojekte im Norden zu unterstützen. Mit dem Geld wurden bisher ausschließlich Waldaktien der Landesforst MV erworben. Jede Aktie steht für die Aufforstung von fünf Quadratmetern Waldfläche.
Die WEMAG verwendet die zehn Euro je Erdgaskunde nicht nur für Klimawälder, sondern verteilt das Geld auf mehrere Projekte. So unter anderem in die Wildtierhilfe, MoorFuture-Zertifikate sowie in die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören.

Polizei registriert 45 Wildunfälle in laufender Woche

Ludwigslust – Auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust- Parchim haben sich von Montag bis Donnerstagfrüh bereits 45 Wildunfälle ereignet. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand, jedoch kam es in allen Fällen zu Sachschäden, die in Einzelfällen bis zu mehreren Tausend Euro betrugen. Betroffen waren alle Regionen im Landkreis. Zu etwa 80 Prozent war Rotwild an den Zusammenstößen beteiligt, aber auch Wildschweine liefen vor fahrende Autos.

Die Polizei vermutet, dass das Wild auch durch die noch andauernde Maisernte auf den Feldern verscheucht wird und auf der Suche nach neuen Futterplätzen ist. Das führt zu einem vermehrten Wildwechsel und somit zu einem erhöhten Unfallrisiko. Angesichts der Unfallzahlen appelliert die Polizei erneut zur angepassten und vorausschauenden Fahrweise, insbesondere zu den Dämmerungszeiten und auf ausgeschilderten Straßenabschnitten.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust- Parchim insgesamt 3.226 Wildunfälle, bei denen 34 Verkehrsteilnehmer verletzt wurden, drei davon schwer. Der Anteil der Wildunfälle am Gesamtaufkommen aller Verkehrsunfälle im Landkreis betrug im letzten Jahr rund 41 Prozent.

Zuckerfabrik unterstützt Naturtourismus und Umweltbildung an der Peene

Anklam – „Die Peene ist als einer der letzten unverbauten Flüsse Europas einzigartig und schützenswert. Nicht umsonst wird sie auch „Amazonas des Nordens“ genannt. Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen der Zuckerfabrik Anklam und dem Förderverein Naturpark Flusslandschaft Peenetal e.V. leistet die Zuckerfabrik einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des Naturtourismus und der Umweltbildung in der Naturparkregion“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Anklam. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Zuckerfabrik als Teil der Region die Verantwortung für die einzigartige Natur, die Peene und ihre Umgebung ernst nimmt.

Mit der Vereinbarung verfolgen laut ihrer Präambel sowohl die Zuckerfabrik Anklam als auch der Förderverein Naturpark Flusslandschaft Peenetal e.V. das Ziel, den Zugang der Einwohner der Region zu den Naturreichtümern des Peenetals zu erleichtern, durch verstärkte Umweltbildung und Sensibilisierung der Menschen zum Schutz des Peenetals beizutragen und so ihre jeweilige Institution für die Bürger weiter zu öffnen und in der Region wirksam zu verankern. „Naturnahe Gewässer bereichern die Artenvielfalt, verschönern das Landschaftsbild, dienen der Naherholung und dem Tourismus und tragen ganz wesentlich zum Hochwasserschutz bei. Gemeinsam können wir diese einzigartigen Naturschätze für nachfolgende Generationen nur erhalten, wenn wir den Blick dafür schärfen“, hob der Umweltminister hervor.

Mit dieser Vereinbarung, die vorerst bis zum 31.12.2021 gilt, unterstützt die Zuckerfabrik Anklam Bus- und Bahnfahrten zu Zielen bzw. Offerten des jeweils aktuellen Kataloges der Naturerlebnis- und Umweltbildungsangebote in der Naturparkregion mit jährlich 5.000 Euro. Die Förderungen in Höhe von 50 Prozent der Brutto-Fahrtkosten können Schulklassen (ohne Berufsschulen), Studentengruppen und soziale Hilfsorganisationen in Anspruch nehmen, die in den Altkreisen Ostvorpommern und Demmin sowie in den Städten Greifswald, Neubrandenburg und Friedland ansässig sind. Das Engagement soll dabei auf die Förderung sozial schwacher Gruppen ausgerichtet werden.

Deponie Ihlenberg setzt auf erneuerbare Energien

Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft und WEMAG bauen Zusammenarbeit aus

Schwerin – Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) und die WEMAG wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. Hintergrund ist der geplante Bau einer Photovoltaikanlage (PV) mit einer Leistung von insgesamt 11 Megawatt peak (MWPeak). Als Voraussetzung dafür wird voraussichtlich ab 2019 auf den in der Stilllegungsphase befindlichen Flächen der Deponie Ihlenberg eine insgesamt etwa zwei Meter starke sogenannte endgültige Oberflächenabdichtung aufgebracht.

„Mit dem Bau von PV-Anlagen auf Deponien haben wir bereits seit mehreren Jahren Erfahrung. Wir betreiben neben Paarsch auch in Tessin selbst errichtete Freiflächenanlagen auf einer ehemaligen Mülldeponie“, erklärte Thomas Murche, technischer Vorstand der WEMAG, den Gästen nach einer Besichtigung der PV-Anlage in Paarsch. Das Arbeitstreffen wurde später im WEMAG-Batteriespeicher in Schwerin-Lankow fortgesetzt.

Ähnlich wie in Paarsch, soll auch auf Teilen der Deponie Ihlenberg eine Photovoltaikanlage errichtet werden. Foto@ WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

„Aus heutiger Sicht ist geplant, die auf dem Deponiegelände gewonnene Energie teilweise zu speichern. Dafür setzen wir auf die Erfahrungen der WEMAG im Bereich Speichertechnologien für unterschiedliche regenerative Energiequellen“, sagte Norbert Jacobsen, technischer Geschäftsführer der IAG. Außerdem sei vorgesehen, Ladesäulen für den Eigenbedarf der geplanten E-Fahrzeuge aufzubauen. Auch hier ist die WEMAG Vorreiterin und kann auf ein ständig wachsendes Netz an Ladesäulen im Land verweisen.

Außerdem plant die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft ihre derzeitige PV-Anlage mit einer Leistung von 220 kWp umzubauen, so dass der Strom nicht mehr vollständig ins Netz gespeist wird, sondern auch für den Eigenbedarf genutzt werden kann. Auch für dieses Vorhaben hat die WEMAG ihre Unterstützung erklärt.

Die IAG und die WEMAG arbeiten schon seit einiger Zeit erfolgreich zusammen. So wird beispielsweise der Strom der mit Deponiegas betriebenen Blockheizkraftwerke von der WEMAG direktvermarktet. In den nächsten Monaten sollen die Gespräche fortgesetzt und die gemeinsamen Projekte konkretisiert werden.

22. Gewässersymposium im Zeichen der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Schwerin – „Eine Investition in Gewässer ist eine Investition in die Zukunft“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Rostock anlässlich des 22.Gewässersymposiums welches unter dem Motto „Gewässerbewirtschaftung und -entwicklung – Beiträge zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“ stand. „Schließlich tragen wir die Verantwortung für nachfolgende Generationen“, so der Minister auf der Veranstaltung, die vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie durchgeführt wurde.

„Unsere Gewässer sind in den letzten drei Jahrzehnten sauberer geworden. Das hat im Wesentlichen damit zu tun, dass wir Investitionen in Höhe von 2,5 Mrd. € in der Abwasserbeseitigung getätigt haben. Die chemische Wasserqualität hat sich damit erheblich verbessert“, führte Backhaus aus.

Zur Umsetzung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden in Mecklenburg-Vorpommern große Anstrengungen zur Verbesserung des Gewässerzustands, um einen guten chemischen und ökologischen Zustand zu erreichen, unternommen. So wurden im vergangenen Bewirtschaftungszyklus 2010 bis 2015 für 270 Fördervorhaben mit einer Gesamtinvestition in Höhe von 95 Mio. € Fördermittel in Höhe von 62 Mio. € bereitgestellt. Doch die letzte Bestandsaufnahme hat gezeigt, dass ca. 97 % der ca. 8.000 km Fließgewässer das Ziel der Wasserrahmenrichtlinie verfehlen.

„Für die Erfüllung der Umweltziele sind wir gemeinsam gefordert“, betonte der Minister. Der Schwerpunkt liege bei den Oberflächengewässern auf Maßnahmen zur Reduzierung hydromorphologischer Belastungen. Hierzu zählen Maßnahmen wie zum Beispiel das Herstellen der Durchgängigkeit an Querbauwerken und wasserbaulichen Anlagen für aquatische Lebewesen sowie die Verbesserung der Strukturen der Gewässer und ihrer Uferbereiche.

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt bietet hierbei Unterstützung an – sowohl für investive als auch für konzeptionelle Maßnahmen. In der aktuellen ELER-Förderperiode stehen für Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung ca. 60 Mio. € Euro zur Verfügung. Gemeinden können auf Antrag eine Zuwendung mit einem Fördersatz von 90 % erhalten, wenn sie investive Vorhaben durchführen, die darauf gerichtet sind, einen guten Gewässerzustand zu erhalten, herzustellen oder zu entwickeln. Mit gleichem Fördersatz können auch konzeptionelle Projekte gefördert werden. Dazu gehören beispielsweise Durchführbarkeitsuntersuchungen, Studien oder Gewässerentwicklungspläne. Außerdem hat das Land 2016 ca. 2.500 ha gewässernaher Flächen von der BVVG erworben. Diese stehen für den zur Maßnahmenumsetzung erforderlichen Grunderwerb zur Verfügung. Im Rahmen der Förderung der Investitionen wird der Flächenerwerb ebenfalls zu 90 % gefördert.

„Mit der Kommunikationsoffensive „MEIN WASSER MV“, die im Juli an der Peene mit dem „Big Jump“ gestartet wurde, wollen wir das Thema der Gewässerrenaturierung und –entwicklung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Denn Wasser ist Leben und hat ein langes Gedächtnis“, erläuterte Umweltminister Backhaus.

Begrenzungen der Fischfangmengen erfordern finanzielle Unterstützung

Schwerin – „Ich bin sehr zufrieden damit, dass die grundsätzlichen Voraussetzungen zur finanziellen Unterstützung von Betrieben, die sowohl die Dorsch- als auch die Heringsfischerei ausüben, geschaffen wurden. Damit dürfte es auch im Jahr 2018 möglich sein, bei zeitweiliger Einstellung der Fischerei aus Mitteln des Europäischen Fischereifonds, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Mecklenburg-Vorpommern entsprechende Hilfen zu gewähren“, unterstrich Minister Dr. Backhaus anlässlich der aktuellen Entscheidungen des Rates der EU-Fischereiminister. „Bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Fischbestände dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass Einschränkungen den Fischereisektor zu einer sozialen und wirtschaftlichen Gefährdung führen“, sagte Backhaus.

Für den für Mecklenburg-Vorpommern wichtigen Heringsbestand der westlichen Ostsee wurde eine Reduzierung um 39 % vereinbart. Das trägt der Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) Rechnung. „Ich begrüße, dass damit die von der Kommission geforderte 54 %- ige Quotenkürzung nicht umgesetzt wurde“, sagte Backhaus.

Die zulässigen Fangmengen für den Dorschbestand der westlichen Ostsee bleiben unverändert, für den Dorschbestand der östlichen Ostsee wurde eine Reduzierung um 8 % festgesetzt. Minister Backhaus brachte jedoch sein Unverständnis zum Ausdruck, dass die Fangmenge für den Dorschbestand der westlichen Ostsee nicht wie vom ICES vorgeschlagen um 8 % erhöht wurde, sondern dass die im Jahr 2017 bereits erheblich reduzierte zulässige Fangmenge beibehalten wird. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen habe der Bestand nach dem extrem schwachen Jahrgang 2015 im Jahr 2016 einen sehr starken Jahrgang produziert. Bereits für 2019 wird eine erhebliche Bestandszunahme prognostiziert. 2017 werde die fischereiliche Sterblichkeit zwar noch höher sein, als im Mehrjahresplan vorgegeben, die Fangmengen könnten im Jahr 2018 jedoch angehoben werden. Auch die Freizeitfischerei hätte entsprechend Berücksichtigung finden können. „Es wäre zu begrüßen, wenn dieser Aspekt unter Berücksichtigung sozioökologischer Belange des Fischereisektors stärker zum Tragen gekommen wäre“, so der Minister.

Zudem zeigte sich der Minister erleichtert, dass ein Aalfangverbot in der Ostsee zunächst abgewendet wurde. Die Kommission wurde beauftragt, bis zum Jahresende Vorschläge zu erarbeiten, die nicht nur die Ostsee, sondern alle relevanten EU- Meeresgebiete und die von den EU- Mitgliedstaaten im Rahmen der von der Kommission genehmigten Aalmanagementpläne bereits ergriffenen Maßnahmen, berücksichtigt. Zwar ist anzuerkennen, dass sich der Bestand des Europäischen Aals in einem kritischen Zustand befindet. „Der Aufbau des Aalbestandes sollte in erster Linie jedoch nicht durch Fangverbote, sondern entsprechend der Zielstellung der Aalverordnung durch konsequente Umsetzung der von der EU- Kommission genehmigten europäischen Aalmanagementpläne erfolgen“, forderte der Minister.

„Dazu hat Mecklenburg-Vorpommern bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. So wurden in Binnengewässern des Landes seit 2009 mit einer Förderung von 1,89 Mio. EUR ca. 55,7 t Satzaale ausgesetzt. Des Weiteren wurde für die Küstengewässer des Landes das Mindestmaß für den Aalfang auf 50 cm angehoben“, sagte Dr. Till Backhaus. Seit Implementierung der von der Kommission genehmigten Aalmanagementpläne gibt es in Deutschland einen signifikanten Anstieg der zur Vermehrung aus den Binnengewässern in das Meer abwandernden Aale. „Dieser Ansatz muss im Mittelpunkt der weiteren Verhandlungen zum Wiederaufbau des Europäischen Aalbestandes stehen“, betonte Minister Backhaus. „Außerdem müssen verstärkte Anstrengungen ergriffen werden, um auf internationaler Ebene den illegalen Fang und Export von Glasaalen in Drittstaaten zu unterbinden“, so der Minister weiter.

Startschuss für landesweite Tierseuchenübung

Schwerin – Unter Einbeziehung aller Landkreise und kreisfreien Städte beginnt heute eine zweitägige Landes-Tierseuchenübung mit dem Schwerpunkt Afrikanische Schweinepest (ASP). Für den Ernstfall erprobt wird das Zusammenspiel zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Veterinärbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF). Gleichzeitig sind auch die Jagd-, Forst- und Ordnungsbehörden in die Übungsszenarien mit eingebunden. Neben der landkreis- und behördenübergreifenden Koordinierung und Kommunikation im Rahmen sogenannter Großschadenslagen werden auch praktische Übungen durchgeführt.

„Auch wenn mit der Geflügelpest der letzte große Tierseuchenzug im Land noch nicht lange zurückliegt und die Veterinärbehörden monatelang intensiv beschäftigt hat, ist es notwendig, das Tierseuchen-Krisenmanagement auch behördenübergreifend zu trainieren Die dabei zu Tage tretenden Erkenntnisse, insbesondere dort, wo es gegebenenfalls auch mal hakt, sind mit Blick auf die ASP-Situation in Europa für uns von großer Bedeutung. Sie erlauben uns eine bessere Vorbereitung auf einen drohenden Ernstfall“, erläutert Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Mit Auftreten der ASP in Polen und der Tschechischen Republik sind nicht nur unmittelbare Nachbarstaaten Deutschlands betroffen, sondern auch ein Nachbarland Mecklenburg-Vorpommerns.

Die Einschleppung dieser für den Menschen ungefährlichen Seuche stelle eine große Bedrohung für den Wild- und Hausschweinebestand dar. Ein Ausbruch der ASP in MV zöge dramatische wirtschaftliche Schäden, nicht nur durch die Tierverluste, sondern auch durch die massiven Handelsbeschränkungen nach sich, sagte der Minister. Vor diesem Hintergrund müsse alles unternommen werden, um die Einschleppung der ASP in die Haus- und Wildschweinbestände zu verhindern. Backhaus drängte erneut auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen in Schweinehaltungen, insbesondere in Freiland- und Auslaufhaltungen.

Aufgrund der Besonderheiten des ASP-Virus sei trotz intensiver Forschung mittelfristig nicht damit zu rechnen, dass ein Impfstoff zur Verfügung stehen wird. „Damit fehlt ein wirksames Instrument der Tierseuchenbekämpfung, das sich in der Vergangenheit bei der Tilgung der Klassischen Schweinepest bei den Wildschweinen sehr bewährt hat. Ich fordere die Bundesregierung auf, dringend die Forschungskapazitäten in diesem Bereich zu erhöhen“, so Minister Backhaus abschließend.

Minister Backhaus: Wald in MV ist Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraum

Warnemünde – „Der Wald in Mecklenburg-Vorpommern ist Lebensraum, Wirtschaftsraum und Kulturraum“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute anlässlich der Bundestagung gemeinsamer Forstausschuss „Deutscher Kommunalwald“ im Deutschen Städte- und Gemeindebund in Rostock-Warnemünde. Der Ausschuss tagt erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Ziel der Forstpolitik in Mecklenburg-Vorpommern sei ein multifunktionaler Wald, der seine Funktionen dauerhaft und stetig – also nachhaltig erbringt: Er erfüllt ökonomische, ökologische und soziale Funktionen. Zudem arbeitet die Forstwirtschaft ständig an der Optimierung des Waldes. Ständige Anpassungsprozesse an alle möglichen natürlichen Veränderungen wie Klimawandel und gesellschaftlichen Veränderungen wie z.B. das Verständnis der Waldbewirtschaftung, die touristische Erschließung oder die Rohstoffbereitstellung erfordern Antworten. „Die wirkliche Herausforderung der Zukunft ist also ein gutes Ausbalancieren all der unterschiedlichen Interessen am Wald“, so Minister Backhaus.

„Die Ziele der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung, mittelfristig fünf Prozent des Gesamtwaldes einer natürlichen Entwicklung zu überlassen, hat Mecklenburg-Vorpommern als einziges Land bereits heute umgesetzt. 9,9 % des Gesamtwaldes sind ohne Holznutzung. Das ist eine nicht bewirtschaftete Wald Fläche von 52.000 Hektar“, unterstrich Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt aktuell über rund 558.000 ha Wald. Damit sind 24 % der Landesfläche bewaldet. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Waldfläche um rund 5.300 ha zugenommen.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist mit 41 % der Waldfläche der größte Waldbesitzer. Zum Vergleich: in Deutschland befinden sich im Durchschnitt 29 % der Waldfläche im Eigentum der Länder. Der landeseigene Wald in Mecklenburg-Vorpommern wird im Wesentlichen durch die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet. „Damit ist die Landesforstanstalt eine der wenigen Einheitsforstverwaltungen in Deutschland“, so der Minister. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet mit 29 Forstämtern und 191 Forstrevieren rund 194.000 ha.

„Wichtig ist mir aber auch zu sagen, dass sich mit 40 % des Gesamtwaldes fast die gleiche Fläche in der Hand von rund 45.000 Waldbesitzern befindet“, so Dr. Backhaus.

Der Körperschaftswald nimmt in Mecklenburg-Vorpommern nur 10 % der Waldfläche ein, wovon die kommunalen Wälder mit knapp 9 % den größten Teil einnehmen. Im Vergleich dazu beträgt die Körperschaftswaldfläche bundesweit 19,4 % der Waldfläche.

Landeswild- und Fischtage 2017

Erste „Jagdkönigin“ tritt Amt an

Ludwigslust – Bei den 17. Landeswild- und Fischtagen auf dem Schlossplatz Ludwigslust können sich Interessierte am Wochenende (23./24.09.) über einheimische Wild- und Fischprodukte informieren. „Fisch und Wild aus heimischen Wäldern und Gewässern sind eine wahre Gaumenfreunde und eine gesunde Alternative noch dazu. Auch unterstützen wir mit dem Verzehr regionaler Produkte unsere einheimischen Fischer und Jäger“, betonte Dr. Jürgen Buchwald, Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Er wird die Veranstaltung am Samstag (23.09.) um 11 Uhr eröffnen.

Mit den Landeswild- und Fischtagen soll den Naturprodukten Wildfleisch und Fisch aus heimischen Revieren mehr Beachtung geschenkt und die Besonderheiten dieser gesunden und urtümlichen Produkte herausgestellt werden Aussteller und Besucher können im persönlichen Kontakt maßgeblich voneinander profitieren: „Kunden erfahren, wo sie auch abseits der Veranstaltung wertvolle und handverlesene Produkte aus unserem Land bekommen. Aussteller haben hingegen die Möglichkeit die Bedürfnisse potenzieller Kunden kennenzulernen“, so der Staatssekretär.

In diesem Jahr präsentieren sich 42 Aussteller, Händler und Wildbretanbieter vor der historischen Schlosskulisse. „Die Landeswild- und Fischtage haben Tradition. Dennoch liegt uns viel daran, jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zustellen und allen Generationen gleichermaßen gerecht zu werden“, betonte Dr. Buchwald.

Für Kinder wird es eine „Kindermeile“ mit Angeboten und Aktionen des Landesjagdverbandes, dem Lernort Natur und der Landesforst geben. An beiden Tagen können Besucherinnen und Besucher zudem beim fachgerechten Zerlegen und Zubereiten von Wild und Fisch zusehen. Auch werden täglich Vorführungen des Deutschen Falken Ordens, eine Pfostenschau mit Jagdhunden und ein Angelschnur-Zielwurf-Wettbewerb dargeboten.

In diesem Jahr wird zum ersten Mal die Jagdkönigin MV in ihr Amt eingeführt. Die Wahl fiel auf Isabell Urban, Hegering Mestlin, Jagdverband Parchim. Sie wird den Titel für zwei Jahre tragen und den Landesjagdverband als „Botschafterin der Jagd“ bei öffentlichen Terminen repräsentieren.

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern fast 13.000 Jägerinnen und Jäger und etwa 100.000 Anglerinnen und Angler aktiv. Hinzu kommen die Binnenfischerei mit 52 Betrieben und 250 Beschäftigten, die 236 Haupterwerbsfischer der Kutter- und Küstenfischerei und 128 Nebenerwerbsfischer, sowie die große Hochseefischerei mit 6 Unternehmen und hat 291 Seeleuten.

„Sie hegen unsere Wild- und Fischbestände, halten sie gesund, sichern deren natürliche Lebensgrundlagen und halten das kulturelle Erbe der Jagd und des Fischens hoch“, kommentierte Buchwald.

Im Jagdjahr 2016/17 (1. April 2016 bis 31. März 2017) wurden hierzulande insgesamt rund 138.000 Stück Schalenwild erlegt. Das Streckenergebnis liegt damit etwa 3.000 Stück über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (135.000 Stück Schalenwild). Beim Rotwild wurden fast 8.000 Stück erlegt. Dieses Ergebnis ist seit Erhebung der Wildstatistik im Jahr 1972 der dritthöchste Wert für M-V und liegt auch um 13 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (ca. 7.000 Stück). Beim Damwild wurde ein Streckenergebnis von ca. 11.200 Stück erzielt, das ist sind rund 1.100 Stück weniger als im Jagdjahr zuvor.

Die Rehwildstrecke bewegt sich mit etwa 57.000 Stück auf einem gleichbleibenden Niveau. Nach den milden Wintern von 2007 bis 2009 erreichte die Schwarzwildstrecke ein Rekordergebnis mit 75.900 Stück im Jagdjahr 2009/10. Danach lag die Strecke durchschnittlich bei rund 56.800 Stück. Streckeneinbrüche konnten immer im Zusammenhang mit der Frühjahrswitterung gesehen werden. Die günstige Witterung im Winter/Frühjahr der vergangenen beiden Jahre sorgte wieder für einen Anstieg der Jagdstrecke auf ca. 60.800 Stück.

Insgesamt wurden in M-V im Jagdjahr 2016/17 ca. 3.900 Tonnen heimisches Wildbret erzeugt. Ein Großteil des Fleisches wird in den 23 für die Wildbearbeitung zugelassenen Betrieben veredelt. „Heimisches Wildfleisch, so Backhaus, erfreut sich einer immer höheren Beliebtheit. Da Wild in der freien Natur lebt, gelangen keine schädlichen Fremdstoffe wie Medikamente in das Fleisch. Das magere Muskelfleisch ist reich an Eiweißen und Spurenelementen.“ Auch besteche Wildbret durch seine Öko-Bilanz: „Wenn man die kurzen Wege zu den Bezugsquellen in der Region bedenkt, die lange Transportwege wie in der Nutztierhaltung überflüssig machen, dann sind die Vorteile von Wildbret unschlagbar.“

Auch Fisch und Fischerzeugnisse kommen in Deutschland gerne auf den Teller. So liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bundesweit bei etwa 14 kg, was rund 1,15 Mio. t entspricht.

Minister ruft Öko-Landwirte zum Wettbewerb auf

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wird am Sonnabend, dem 23. September, während der Eröffnung der 10. Bio-Landpartie zum ersten Landeswettbewerb „Bestes BIO aus MV“ aufrufen.

Der mit den Ökologischen Anbauverbänden und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) abgestimmte Wettbewerb wird 2017 zunächst in der Kategorie Bestes Betriebskonzept ausgerufen. Bewerben können sich Betriebe mit ökologischem Acker-, Garten-, Obst- und Gemüseanbau bzw. ökologischer Tierhaltung. Deren Betriebskonzept sollte neben Effizienz und Nachhaltigkeit und regional angepasstem Anbau- bzw. Vermarktungskonzept unter anderem soziales Engagement und Einsatz für die Region erkennen lassen und sich als Leitbild für andere Betriebe eignen. Abrufbar sind Ausschreibung und Teilnahmebedingungen im Internet.

Der Minister, zugleich Schirmherr der vom der BUND landesweit und verbandsübergreifend ausgerichteten Bio-Landpartie, verweist auf das Ziel der Landesregierung, die Rahmenbedingungen für ökologisch wirtschaftende Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft auch weiterhin stetig zu verbessern. Beispielsweise werden ökologisch wirtschaftende Betriebe mit dem Landesprogramm „Ökokompetenz MV 2020“ unterstützt; Neueinsteigern erleichtert das Programm den Weg in den Ökolandbau.

Ende Juni 2017 waren in Mecklenburg-Vorpommern 1.141 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft nach der EU-Ökoverordnung zertifiziert. 883 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften derzeit 135.827 Hektar Landwirtschaftsfläche ökologisch. Das entspricht einem Ökoanteil von 10,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Mecklenburg-Vorpommern gehört damit bundesweit zu den Spitzenreitern. 16.750 Hektar ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche waren allein zwischen 2015 bis Ende Juni 2017 hinzugekommen.

Zur Ökostrategie der Regierung gehört seit Oktober 2016 auch der Ausbau des Netzwerkes Ökologischer Landbau unter Federführung der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA) in Gülzow. „Durch die Netzwerktätigkeit zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Vermarktern ökologischer Produkte forcieren wir uns die ökonomische Stärkung des Sektors und die langfristige Erweiterung der extensiven, umweltfreundlichen Landbewirtschaftung“, sagte Minister Backhaus. Im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) des Landes wurde zudem das Dezernat „Ökologischer Landbau“ eingerichtet.

Minister Backhaus sieht die jährliche BIO-Landpartie als eine gute Möglichkeit, „Verbrauchern zu verdeutlichen, dass ökologische Herstellungsverfahren und Produkte ihren Preis wert sind“.

Zur BIO-Landpartie am 23. September öffnen von 10 bis 17 Uhr landesweit in elf Regionen 60 Bio-Betriebe – Produzenten, Verarbeiter und Vermarkter – ihre Pforten für Verbraucher. Darunter sind neben Käsereien, Bäckereien oder Fleischereien auch Mühlen, Mostereien, Brennereien und Hofläden. Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der teilnehmenden Betriebe an der Landpartie von 8 auf 60 und die Zahl der Besucher von 3.000 auf 10.000 erhöht.