„Schaubrüterei“ und ein neuer „alter“ Pferdestall im Wildpark-MV

Güstrow – Der 200 Hektar große Wildpark-MV in Güstrow (Landkreis Rostock) investiert in die Ausweitung seines Angebotes; geplant ist der sorgsame Umbau älterer Gebäude zu modernen Tierbegegnungsstätten. So ist eine erste Schaubrüterei im Land vorgesehen sowie verbesserte Bedingungen für die Pferde und den Reit- und Fahrtourismus in der Anlage. „Der mit vielen einheimischen Wildtierarten ausgestattete Park hat sich zu einer beliebten Freizeiteinrichtung für Jung und Alt im Herzen Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Die kontinuierlichen Investitionen werden von den Besuchern honoriert. Mehr als 160.000 Gäste wollten im vergangenen Jahr den Spuren der Wölfe, Bären und Seeadler folgen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Eine Zukunft für den alten Pferdestall – hier zeigen Tierpfleger Jürgen Kölpin und Azubi Gina Motschneck zwei Kaltblüter vor dem historischen Gebäude. Besonders beliebt sind die Kremsertouren mit den verschiedenen Erlebnisstationen durch den Wildpark. Fotos @ Wildpark MV

Noch in diesem Jahr soll das Reetdach auf dem Pferdestall und im kommenden Jahr auf dem Verwaltungsgebäude erneuert werden. 2018 ist eine Modernisierung des Fachwerkbaus zu einem begehbaren Pferdestall inklusive der Sanitäranlagen und einer behindertengerechten Toilette vorgesehen. Darüber hinaus wird ein Neubau für die Wagenremise als Unterstellmöglichkeit für Kremser, Fahrräder und Bollerwagen entstehen. Ebenfalls im nächsten Jahr richten die Parkbetreiber in dem historischen Haus einen Informationsbereich ein, der mit der Verwaltung, dem Pferdestall mit Wagenremise und der künftigen Schaubrüterei eine touristische Einheit bildet. Im neuen Infocenter werden künftig alle Angebote und Ausleihmöglichkeiten des Wildparks übersichtlich für den Besucher dargestellt. „Der Wildpark-MV setzt auch künftig seine Philosophie um, das Tiererleben mit wissenswerten Fakten zum Natur- und Artenschutz zu verknüpfen. Das ist genau der richtige Ansatz, um neben dem Erholungswert auch eine innovative Umweltbildung einzubinden“, sagte Glawe.

„Besonders freuen wir uns, das alte Entenhaus 2018 als eine gläserne Schaubrüterei neu zu eröffnen“, sagte Wildparkdirektor Klaus Tuscher. „In der ersten Schaubrüterei des Landes können die Besucher erleben, wie sich aus einem Ei ein Huhn entwickelt. Da viele Kinder Eier nur aus dem Supermarkt und Hühner nur aus dem Fernsehen kennen, wird das sicher für einige Aha-Effekte sorgen.“ Der Blick hinter die Kulissen ist dann eine der Erlebnisstationen auf den beliebten Kremsertouren mit den Kaltblütern durch den Wildpark-MV. Auch die Trekkingtouren mit Eseln und Ponys sowie Bildungsveranstaltungen rund um das Pferd sollen ausgeweitet werden.

Das Projekt mit zahlreichen touristischen Synergien für den Wildpark-MV und die Region wird vom Land im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Verbindung mit dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) in Höhe von rund 307.000 Euro unterstützt. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 341.000 Euro.

Unterhaltungsbaggerung im Fahrwasser der Zufahrt zum Industriehafen Berndshof

Berndsdorf – Der Landkreis Vorpommern-Greifswald plant im Industriehafen Berndshof eine Unterhaltungsbaggerung, weil durch Versandung die Fahrwassertiefe beeinträchtigt ist. Der geplante Baggerbereich beinhaltet die Grundfläche des Hafenbeckens, die Anlegeflächen vor dem Westanleger und die Grundfläche des Wendebeckens bis zum letzten Tonnenpaar der Fahrwasserrinne. Der Landkreis ist als Eigentümer zuständig für die Einhaltung der Solltiefe im Hafenbecken.

Mit Fördermitteln in Höhe von rund 807.000 EUR unterstützt das Innenministerium dieses Vorhaben. Minister Caffier hatte gestern am Rande der Konferenz der Landrätin Dr. Barbara Syrbe mit den Bürgermeistern in Stolpe an der Peene einen entsprechenden Bewilligungsbescheid über eine Sonderbedarfszuweisung übergeben.

Im Bereich der Fahrwasserrinne bis zur Einfahrt in das Hafenbecken liegt die Zuständigkeit zur Aufrechterhaltung der Fahrwassertiefe bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, vertreten durch das WSA Stralsund. Das WSA Stralsund beabsichtigt im Herbst 2017 gleichfalls eine Unterhaltungsbaggerung im Fahrwasser der Zufahrt zum Industriehafen Berndshof. Der Landkreis und das WSA Stralsund sind in diesem Zusammenhang übereingekommen, die Unterhaltungsbaggerung unter Berücksichtigung abgestimmter Unterhaltungsgrenzen gemeinsam durchzuführen um Koste zu sparen.

Nothafen Darßer Ort wieder frei

Darßer Ort – Der Nothafen Darßer Ort kann wieder zu Zwecken der Seenotrettung angelaufen werden. Nachdem die Arbeiten zur Ausbaggerung der Fahrrinne vor einigen Tagen abgeschlossen worden waren, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund die Sperrung der Zufahrt heute aufgehoben.

Nach der Unterhaltungsbaggerung der Fahrrinne im April dieses Jahres war der Nothafen infolge starker Winde und Strömungen im späten Frühjahr und über die Jahre veränderter Sedimentbewegungen in überraschend kurzer Zeit erneut versandet. Um die Befahrbarkeit schnellstmöglich wieder zu ermöglichen, hatte das zuständige Straßenbauamt Stralsund daraufhin eine Genehmigung zum Nachbaggern beim Nationalparkamt beantragt.

Unter Beachtung der Brutphase konnten die Arbeiten zur erneuten Ausbaggerung am 24.07.2017 begonnen werden. Dazu erfolgte im ersten Schritt die Peilung, um die zu beseitigenden Versandungsstellen genau festzustellen. Anschließend wurden ca. 12.600 Kubikmeter Sediment ausgebaggert. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich auf rd. 100.000 Euro.

Infrastrukturminister Pegel zeigte sich über die schnelle Umsetzung erfreut und erleichtert: „Die uneingeschränkte Nutzbarkeit des Nothafens für den Seenotrettungskreuzer bis zur Inbetriebnahme des Inselhafens musste gewährleistet bleiben. Dank der schnellen Reaktion der Straßenbauverwaltung und der guten Zusammenarbeit mit dem Nationalparkamt konnten wir diese außerplanmäßige Maßnahme zügig und unter Berücksichtigung des Naturschutzes realisieren“.

Wissenschaftler entwickeln Schluckimpfung für Fische

Insel Riems – Angesichts der steigenden Nachfrage nach Fisch und der Notwendigkeit von bestandsschonenden Maßnahmen steigt die Bedeutung der Aquakultur. Deshalb fördert das Land Mecklenburg-Vorpommern verschiedene Pilotprojekte, um die Aquakultur im Land weiter zu entwickeln.

Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, das Institut für Mikrobiologie der Universität Greifswald und der Leibnitz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf erhielten einen Fördermittelbescheid in Höhe von über 1 Mio. € aus Mitteln des Landes und dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds.

Die Institute entwickeln gemeinsam ein neues Impfsystem für Fische in Aquakulturen. Für die Gesundheit der Fische, gerade in Aquakulturanlagen, sind Impfungen von großem Wert, schließlich besteht hier die Gefahr von seuchenhaft verlaufenden Infektionskrankheiten mit bis zu 100% Verlusten. Es gibt bereits Impfstoffe, die jedoch injiziert werden müssen. Das heißt, jeder Fisch muss in die Hand genommen werden, um eine Spritze zu erhalten, was großen Stress für den Fisch und einen enormen Arbeitsaufwand für die Fischzüchter bedeutet. Mit der Schluckimpfung für Fische soll ein neues modulares Impfsystem entwickelt werden, was hier Abhilfe schaffen kann.

Entwickelt werden sollen hierbei Impfstoffe die an die jeweilige Fischart (z.B. Lachse und Forellen, Karpfen oder Barsche) und die jeweiligen Infektionserreger anpassbar sind. Gleichzeitig soll der Impfstoff sicherer gemacht werden, in dem für einen Impfstoff wichtige Teile der Bakterien und Viren kombiniert werden. Zudem untersuchen die Projektpartner in den nächsten drei Jahren, wie der Impfschutz aufgebaut werden kann und wie die Impfung bis auf Ebene der wichtigen Immungene funktioniert. Des Weiteren sollen aus den Untersuchungen, wie die Fische den Impfstoff am besten aufnehmen, klare Regeln zum Einsatz einer Schluckimpfung für die Fischzüchter in der Praxis entwickelt werden.

Mit diesem Wissen können die Impfstoffe gezielt pharmazeutisch produziert und letztendlich zugelassen werden. Hierfür ist ein großes Folgeverbundprojekt angedacht.

Übergriff auf ein Kalb bei Plöwen

Plöwen – In der Nacht zum vergangenen Sonntag (13.08.2017) kam es zu einem Übergriff auf ein junges Kalb bei Plöwen im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Im Ergebnis der noch am Wochenende durchgeführten Rissbegutachtung kann ein Wolf als Verursacher des Übergriffs nicht ausgeschlossen werden. Das tot aufgefundene Kalb war deutlich befressen und wies Bissspuren am Körper auf. Es wurden Genetikproben genommen. Diese werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock ausgewertet. Dort finden auch weitere veterinärpathologische Untersuchungen des toten Tieres statt.

Die Ergebnisse der Genetikproben sowie der Auswertung der weitergehenden Untersuchungen durch das LALLF bleiben für eine abschließende Beurteilung abzuwarten.

Soweit ein Wolf als Schadensverursacher nicht ausgeschlossen werden kann, besteht die Möglichkeit eines Schadensausgleichs seitens des Landes.

Beseitigung von Sturmflutschäden

Schwerin – Nach der Sturmflut „Axel“ Anfang Januar dieses Jahres hatte die Landesregierung für nachhaltige Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden an Hochwasserschutzanlagen, an öffentlichen touristischen Bauwerken und Stränden sowie an kommunalem Eigentum ressortübergreifend Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verfügbar gemacht.

Neben Gemeinden hatten auch einige Wasser- und Bodenverbände Anträge auf finanzielle Unterstützung für die Beseitigung der Sturmflutschäden gestellt, darunter der Wasser- und Bodenverband „Untere Warnow-Küste“. Dieser erhält nun rund 8.600 Euro Fördermittel für die Reparatur des Deiches am Schöpfwerk Gehlsdorf, die Sicherung der Böschung am Fleetgraben sowie für die Bergung und Entsorgung von Bäumen.

Durch die Sturmflut wurden außerdem Teile des Deiches am Körkwitzer Bach beschädigt. Die Reparatur des Deiches wird mit rund 5.700 Euro unterstützt.

„Auch die betroffenen Wasser- und Bodenverbände mussten nach den Sturmschäden schnell handeln. Deshalb ist es richtig, dass diese neben den Gemeinden in den Genuss der vom Land bereitgestellten finanziellen Mittel kommen“ sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Auch sie sollen nicht allein auf den unverschuldet entstandenen Kosten sitzen bleiben.“

Auch der Wasser- und Bodenverband „Ryck-Ziese“ erhält jetzt rund 4.540 Euro u.a. für die Beräumung der Deiche Nr. 4 und 5 von Schilftreibsel, Holzteilen und anderen Materialien, eines Grabens im Mündungsbereich zum Lubminer Strand und die Wiederherstellung des Auslaufes Graben 50 Z am Fischerhus.

Erstmals Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft ausgelobt

Schwerin – Das Wirtschaftsministerium lobt zum ersten Mal einen Ideenwettbewerb im Bereich der Ernährungswirtschaft aus. „Wir rufen Wirtschaft und Wissenschaft auf, Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Ernährungswirtschaft zu initiieren. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit im Zukunftsfeld Ernährung zu verbessern und damit die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen nachhaltig zu unterstützen. Hier haben wir noch Nachholbedarf“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Ernährung ist eines von sechs Zukunftsfeldern, welches die Ausrichtung der Technologieschwerpunkte des Wirtschaftsministeriums darstellt. Die Projekte im Ideenwettbewerb Ernährungswirtschaft können bis zum 08. November in schriftlicher oder digitaler Ausführung beim Wirtschaftsministerium eingereicht werden. Für den Wettbewerb stehen vom Wirtschaftsministerium Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für Projektförderungen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

„Die bisherigen Forschungsaktivitäten in dieser Branche sind sehr gering. Innerhalb der Ernährungswirtschaft müssen noch mehr innovative und international marktfähige Produkte entwickelt werden. Das schafft Arbeitsplätze bei uns im Land und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Mit dem Wettbewerb wollen wir Anreize schaffen, das Engagement von Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Forschung und Entwicklung zu erhöhen“, so Glawe weiter.

Im Zeitraum 2015 bis 2016 sind 10 Projekte im Ernährungsbereich mit Zuschüssen vom Wirtschaftsministerium in Höhe von insgesamt 1,86 Millionen Euro bewilligt worden. Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FEuI) in Mecklenburg-Vorpommern stehen in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.

Das Wirtschaftsministerium und die Hochschule Neubrandenburg haben den Wettbewerb gemeinsam vorbereitet. „Die Zukunftsfähigkeit der Branche resultiert in erster Linie aus der regionalen und überregionalen Absatzfähigkeit der im Land produzierten Produkte. Dies in Verbindung mit modernen Verarbeitungstechnologien, innovativen Prozessabläufen vom Erzeuger bis zum Konsumenten und einer hohen Qualifikation der Fachkräfte trägt zur Sicherung und Steigerung der Wertschöpfungskette im Land bei“, sagte der Prorektor für Forschung, Wissenstransfer und Internationales der Hochschule Neubrandenburg, Prof. Dr. Gerd Teschke. Die Hochschule Neubrandenburg ist auch Mitglied der Jury im Wettbewerb.

In 86 Betrieben (mit mehr als 50 Beschäftigten) der Ernährungsindustrie sind über 14.600 Mitarbeiter beschäftigt. „Die Ernährungswirtschaft in MV ist gemessen an ihrem Gesamtumsatz von ca. 4,5 Milliarden Euro jährlich der größte Industriezweig innerhalb des verarbeitenden Gewerbes in unserem Bundesland. Sie hat einen Gesamtanteil von 33 Prozent an den Gesamtumsätzen des verarbeitenden Gewerbes“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Teilnahmeberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen und große Unternehmen, die eine Betriebsstätte in Mecklenburg-Vorpommern haben, sowie Forschungseinrichtungen in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern. Das Projekt ist in Mecklenburg-Vorpommern durchzuführen. Die Jury setzt sich aus fachkompetenten Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit zusammen.

Es gibt drei mögliche Schwerpunkte im Wettbewerb. Hierzu zählen „Gesunde Ernährung“ (Lebensmittel mit nachgewiesener Gesundheitswirkung, bioaktive Inhaltsstoffe, Enzym- und Biotechnologie, funktionelle, gesundheitsbezogene Lebensmittel); „Technologische Innovation“ (Rohstoffe und Produkte, innovative Verarbeitungstechnologien in der Lebensmittelproduktion sowie Lebensmittelverpackungen mit Funktion sowie „Prozessinnovation“ (Prozessinnovation in der Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Konsumenten, Automatisierung in der Qualitätskontrolle für Lebensmittelrohstoffe und -produkte).

Ansprechpartnerin für den Wettbewerb im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern:

Referat Technologie
Frau Carina Schröder
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Tel.: 0385 588-5316
E-Mail: c.schroeder@wm.mv-regierung.de

4 Wolfswelpen in Fotofalle getappt

Schwerin – Für das erste der drei in Mecklenburg-Vorpommern bekannten Wolfsrudel wurde der diesjährige Nachwuchs dokumentiert: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide bestätigen Fotofallenbilder 4 Welpen. Das Lübtheener Wolfsrudel hat seit 2014 jährlich Nachkommen aufgezogen. Das Wolfsmonitoring mit Fotofallen wird vom Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durchgeführt. Für das Kalißer Wolfsrudel (seit 2016) und das Ueckermünder Wolfsrudel (seit 2014) stehen die aktuellen Welpennachweise noch aus.

4 Wolfswelpen auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide (Quelle: Bundesforstbetrieb Trave der BImA)

Im Bereich der Brohmer Berge hat sich ein Wolfspaar angesiedelt: die Fähe ist ein Nachkomme aus dem östlich angrenzenden Ueckermünder Rudel, der Rüde stammt aus dem Rudel im Raum Möckern (Sachsen-Anhalt). Ob es dort bereits Nachwuchs gegeben hat, ist derzeit noch offen und wird weiter untersucht.

Die Tierhalter sind weiter aufgefordert, die Maßnahmen zum Schutz ihrer Schaf- und Ziegenherden, nach den Anforderungen aus dem Wolfsmanagementplan des Landes, umzusetzen. Nur in diesen Fällen kann das Land durch den Wolf verursachte Schäden gemäß der Förderrichtlinie Wolf zu 100% ausgleichen.

Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Tierhalter auch bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen, die über einen Grundschutz hinausgehen, mit bis zu 75% der förderfähigen Kosten. Weitere Informationen zur Förderrichtlinie Wolf M-V und zum Wolfsmonitoring finden Sie auf der Homepage des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie oder auch auf www.wolf-mv.de.

Seit dem Jahre 2000 gibt es wieder dauerhafte Vorkommen wildlebender Wölfe in Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern wurde der erste sesshafte Einzelwolf im Jahre 2006 bestätigt. Bis zum Jahr 2013 war insgesamt von 3 Einzeltieren auszugehen (im Bereich der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide, der Ueckermünder Heide und in der südlichen Müritz-Region im Grenzbereich zwischen den Ländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern).
Im Juli 2014 konnte durch Fotobelege nachgewiesen werden, dass die Wolfspaare auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide und der Ueckermünder Heide Welpen aufziehen. Seit 2016 ist ein drittes Rudel im Raum Kaliß bestätigt. Das Kyritz-Ruppiner Rudel im nördlichen Brandenburg hat Teile seines Territoriums in Mecklenburg-Vorpommern.

Dahlemann: „Land(auf)Schwung“ geht weiter

Starkow – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat sich in Starkow über 18 Projekte aus dem Kreis Vorpommern-Rügen informiert, die am Modellvorhaben „Land(auf)Schwung“ des Bundes mitwirken. „Ich habe einen sehr guten Eindruck von den Projekten gewonnen. Hier wird mit viel Engagement die Attraktivität des ländlichen Raums erhöht. Und diese Projekte stärken auch den sozialen Zusammenhalt hier bei uns in Vorpommern“, lobte Dahlemann.

Der Bund unterstützt im Rahmen des Modellvorhabens „Land(auf)Schwung“ insgesamt 13 Förderregionen in Deutschland. Ziel ist es, mit kreativen Projekten die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Beschäftigung im ländlichen Raum zu sichern. Dafür stehen 2015 bis 2019 insgesamt 1,5 Mio. Euro an Bundesmitteln zur Verfügung.

Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich in seiner Modellregion nicht nur ideell, sondern fördert als einziges Bundesland Projekte mit 50.000 Euro pro Jahr auch finanziell mit. Der Bund hat das Modellvorhaben kürzlich von Mitte 2018 bis Ende 2019 verlängert. Dahlemann sagte beim Treffen in Starkow zu, dass auch das Land seine Förderung bis Ende 2019 verlängern wird.

„Bis 2018 wird das Modellvorhaben durch das Landwirtschaftsministerium gefördert. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich, heute zusagen zu können, dass der Landesanteil 2019 aus dem Vorpommern-Fonds geleistet wird. Denn das sind Projekte, die unsere Region voranbringen“, sagte Dahlemann.

2017 sollen unter anderem ein Bewegungsparcours in Abthagen, der Aufbau einer Erwerbsimkerei am Fischerend in Neuhof am Strelasund und ein neues Zentrum für Gemüsefermentation im Trebetal gefördert werden.

Beseitigung von Sturmflutschäden

Wasser- und Bodenverband „Rügen“ erhält rund 18.000 EUR für die Beseitigung von Sturmflutschäden

Insel Rügen – Nach der Sturmflut „Axel“ Anfang Januar dieses Jahres hatte die Landesregierung für nachhaltige Maßnahmen zur Beseitigung von Schäden an Hochwasserschutzanlagen, an öffentlichen touristischen Bauwerken und Stränden sowie an kommunalem Eigentum ressortübergreifend Hilfsmittel in Höhe von insgesamt 25 Millionen Euro verfügbar gemacht.

Neben Gemeinden hatten auch einige Wasser- und Bodenverbände Anträge auf finanzielle Unterstützung für die Beseitigung der Sturmflutschäden gestellt, darunter der Wasser- und Bodenverband „Rügen“. Dieser erhält nun im Rahmen einer Projektförderung rund 18.000 Euro.

Durch die Sturmflut kam es an den Deichen Baabe und Tetzitz zu Deichausspülungen sowie zu Überflutungen der Deichkronen in mehreren Orten. Daneben wurden Mäh- und Räumgut in Gräben gespült, wovon Schöpfwerksbereiche mehrerer Schöpfwerke betroffen waren. Für die Beseitigung von Treibsel und Mähgut sowie das Öffnen und Schließen der Deiche, um das Wasser aus den Poldern abzuleiten, entstanden dem Verband Kosten, die durch die jetzt ausgereichten Fördermittel deutlich reduziert werden.

„Ich freue mich, dass neben den Gemeinden auch betroffene Wasser- und Bodenverbände in den Genuss der vom Land bereitgestellten finanziellen Mittel kommen“ sagte Innenminister Lorenz Caffier. „Auch sie sollen nicht allein auf den unverschuldet entstandenen Kosten sitzen bleiben.“

Start der 24. Barther Segel- und Hafentage

Barth – „Hier beginnt Dein Sommer“ – unter diesem Motto sind heute (03.08.) die 24. Barther Segel- und Hafentage 2017 in der Stadt Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) gestartet. Noch bis Sonntag (06.08.) wird gefeiert. „Maritime Veranstaltungen sind ein wichtiges Aushängeschild für den Tourismus in unserem Land und zugleich ein attraktives Ausflugsziel für Gäste und Anwohner. Bei den Barther Segel- und Hafentagen wird den Besuchern ein vielseitiges Programm mit Regatten, Märkten und Musik geboten“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Das Fest wird vom Verein Barth maritim e.V. organisiert.

Neben Piratenlagern für Kinder, Schiffsbesichtigungen und Möglichkeiten zum Mitsegeln auf der Tjalk „Christian Müther“ öffnet am Freitag (04.08.) die Schiffswerft Barth allen Interessierten ihre Türen zur Besichtigung und Werftführung. Zusätzlich gibt es tägliche Dampfzug-Sonderfahrten der Preßnitztalbahn, historische Fahrzeugeinsätze mit den Lokomotiven 86 1333-3 und 112 703-4 als „Sandwich“ sowie Wagen des Schweriner Traditionszuges zu bestaunen. Auf sportbegeisterte Gäste warten unter anderem eine Jet-Ski-Show, Surf-Demonstrationen und ein Drachenbootrennen. „Das bunte Programm spiegelt die Vielfalt wieder, die in Mecklenburg-Vorpommern am und auf dem Wasser als Freizeitaktivitäten möglich sind. Das ist hervorragende Werbung für die Stadt, die Region und den maritimen Tourismus insgesamt in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe.

„Wassersport als Freizeit- und Urlaubsgestaltung hat in den vergangenen Jahren immer mehr Freunde gefunden. Jährlich besuchen etwa 150.000 Wassersportler unser Land. Wir haben viel zu bieten im Wassersportparadies Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Glawe.

Weitere maritime Veranstaltungen in diesem Jahr sind unter anderem die 27. Hanse Sail in Rostock (10.–13.08.), das Hafenfest Ueckermünde (11.–13.08.), das Krakower Fischerfest der Müritzfischer (18.–20.08.), das Hafenfest Ribnitz-Damgarten (18.–20.08.), das Hansefest Anklam (18.–20.08.), die Sail Sassnitz (19.-20.08.) und das 25. Drachenbootfestival in Schwerin (25.–27.08).

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fast 2.000 Kilometer Ostseeküste, mehr als 2.000 Binnenseen und über 26.000 Kilometer lange Fließgewässer. Im Land sind derzeit 350 Marinas, Sportboothäfen und Wasserwanderrastplätze mit rund 25.000 Liegeplätzen, davon 14.000 an der Küste, vorhanden. Rund 1.400 Wassertourismusunternehmen mit etwa 7.200 Arbeitsplätzen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz in Höhe von rund 474 Millionen Euro.

Für jeden zehnten Urlaubsgast in Mecklenburg-Vorpommern war laut der repräsentativen Gästebefragung Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus 2015/2016 Tradition und Geschichte ein Grund für die Reiseentscheidung. Auch bei den Urlaubsaktivitäten spiegelt sich das Interesse der Gäste an Traditionen und Bräuchen wider: 54 Prozent besuchen die Sehenswürdigkeiten des Landes, 20 Prozent besichtigen Museen oder Ausstellungen, 15 Prozent sehen sich UNESCO-Welterbe-Stätten an und 14 Prozent lassen sich auf Stadtführungen Land, Leute und Geschichte näher bringen.

Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) hat 2017 zum Themenjahr „Traditionen und Brauchtum“ ausgerufen. Im Mittelpunkt stehen das Handwerk mit Bootsbau oder die Fischerei, gelebte Bräuche wie die plattdeutsche Sprache und das Tonnenabschlagen, Landleben mit alten Gebäudeensembles oder Dorffesten, kulinarische Spezialitäten von Sanddorn bis Räucherfisch sowie maritime Traditionen vom Strandkorb bis zum Fischerkaten.

Wetter erschwert die Ernte

Schwerin – „Aufgrund der unbeständigen Wetterlage und teils heftigen Regenfällen verzögert sich die Ernte in Mecklenburg-Vorpommern und steht damit vor dem Fiasko“, äußerte sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus anlässlich der kritischen Situation.

Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Wochen haben sich die äußeren Bedingungen für die Ernte zunehmend verschlechtert. Zwar ist die Situation noch nicht so dramatisch wie im Extremsommer 2011, dennoch erinnern vielerorts die Bestände und die Bodenverhältnisse an das Jahr 2011. Fielen im langjährigen Mittel in den Monaten Juni und Juli in Gülzow knapp 129 mm, so waren es in diesem Jahr 236 mm. Im Jahr 2011 waren es sogar 280 mm.

Die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden ist erreicht, die Befahrbarkeit ist fast überall nicht mehr gewährleistet. Und dennoch wird die Ernte zur Vermeidung extremer Ertragseinbußen weitergeführt werden müssen. „Sobald es die Wetterlage irgendwie zulässt, fahren die Landwirte mit ihren Maschinen auf die Felder und versuchen die Arbeit eines ganzen Jahres zu retten. Ich möchte alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle Touristen des Landes, um Verständnis und Rücksichtnahme bitten, wenn die Landwirte auf den Straßen unterwegs sind und nach Möglichkeit bis spät in die Nacht arbeiten. Hier geht es um unsere Lebensmittel und für viele Landwirte um die Existenz!“, betonte Backhaus.

Die bisherigen guten Ernteschätzungen müssen nach unten korrigiert werden. Sollte die nasse Witterung noch länger anhalten, können partielle Totalausfälle nicht ausgeschlossen werden. In den Mähdruschfrüchten besteht erhöhtes Starklager, was die Abtrocknung, Abreife und Ernte erschwert und verzögert. Der Auswuchs bei Getreide und Raps hat in den letzten Tagen deutlich zugenommen. Der Besatz mit sogenannten Schwärzepilzen nimmt bei Getreide und Raps zu. Hinzu kommt das die Früchte feucht gedroschen werden, weshalb mit Trocknungskosten gerechnet werden muss und Qualitätsabstufungen zu befürchten sind.

Insgesamt wurden 223.800 ha Raps und 544.600 ha Wintergetreide, darunter 121.600 ha Wintergerste angebaut. In den Amtsbereichen Westmecklenburg und Vorpommern sind die Gerstenbestände bis auf Restflächen abgeerntet. Im Amtsbereich Mecklenburgische Seenplatte und im Amtsbereich Mittleres Mecklenburg stehen noch rund 10 % der Gerste, die aufgrund der regnerischen Witterung nicht abgeerntet wurde. Geerntet wurden nach den vorliegenden Erhebungen durchschnittlich rund 80 dt/ha, was ungefähr dem langjährigen Mittel entspricht. Alle anderen Kulturen stehen noch an bzw. wurden probeweise gedroschen.

Auch im Futterbau ist die Lage ernst. Viele Niedermoorflächen sind überschwemmt und für Wochen nicht befahrbar bzw. nicht beweidungsfähig. Der zweite Aufwuchs ist häufig nicht beerntbar. Es drohen erhebliche Qualitätsbeeinträchtigungen bis zum Totalverlust. „Nachdem im vorangegangenen Jahr viele Futterbaubetriebe bereits den zweiten Aufwuchs nicht vollständig einfahren konnten, ist in diesem Jahr erneut mit umfangreichen Futterverlusten beim Grünland zu rechnen. Besonders Mutterkuhhalter können größere Versorgungsengpässe beim Grundfutter bekommen“, sagte Minister Backhaus.

Diesel-Gipfel: Backhaus fordert Umdenken

Schwerin – Aus Anlass des Diesel-Gipfels weist Umweltminister Dr. Till Backhaus auf die Dringlichkeit eines Umdenkens in der Automobilindustrie hin: „Das Geld, was die Automobilkonzerne nun für die Bewältigung der Krise aufbringen muss, hätte längst in die Entwicklung der E-Mobilität investiert werden können. Wir hängen in der Entwicklung Jahre hinterher. Es fehlt der Industrie der Mut, den Schritt zu gehen. Andere Länder sind längst an uns vorbeigerauscht.“

Minister Backhaus äußert sein Unverständnis, dass die Deutsche Umwelthilfe nicht zum Gipfel eingeladen ist. „Das zeugt nicht von Demokratie und beleuchtet das Problem nicht von allen Seiten“, so der Minister. „Außerdem ist es schon sehr verwunderlich, dass sich jetzt mitten im Bundeswahlkampf führende Vertreter der Autoindustrie, Länder und Kommunen treffen, um Wege zur Vermeidung von Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in den Städten zu finden.

Der Ansatz sollte ein anderer sein. Wir müssen aus Rücksicht auf unsere einzigartige Natur und Umwelt, aber auch auf die menschliche Gesundheit andere Wege einschlagen und die vorhandenen Alternativen konsequent nutzen. Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist das Problem gegenwärtig. Gerade weil jeder dritte Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern zur Arbeit pendelt und der Anteil an Dieselfahrzeugen von 2011 mit 23,8 % auf 30,9 % im letzten Jahr gestiegen ist“, hob der Minister hervor.

Erst kürzlich wurde in Mecklenburg-Vorpommern Luftgütebericht veröffentlicht. Stickoxide werden derzeit an 14 von 16 Messstationen gemessen. Die Überwachung der Stickoxidkonzentrationen hat eine hohe Relevanz, da Stickoxide wichtige Ozonvorläufer sind und hohe Konzentrationen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die bedeutendste Quelle in M-V sind die Emissionen des motorisierten Verkehrs. Während an den verkehrsbezogenen Messstellen in Rostock von 2012 bis 2016 ein abnehmender Trend, besonders deutlich an der Messstelle Am Strande, erkennbar ist, ist in Schwerin und Stralsund eher eine leichte Zunahme auszumachen.

„Ich bin mir sicher, dass die Softwareänderung nicht den gewünschten Effekt bringen wird. Wenn allein die Software geändert wird, erreicht man nur eine Reduktion der Grenzwertüberschreitung, aber keine Grenzwertunterschreitung. Eine Umstellung kommt nur in Frage, wenn sie auch in der Praxis funktioniert. Ich fordere den Bundesverkehrsminister Dobrindt auf, den Kuschelkurs mit der Automobilindustrie zu beenden und darauf hinzuwirken, dass die Autoindustrie die Kosten für die technische Umstellung übernehmen muss. Außerdem erwarte ich, dass er lückenlos aufklärt in wie weit das Kraftfahrtbundesamt unabhängig geprüft hat“, sagte Backhaus.

„Ich kann die große Enttäuschung der Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, dass seit Beginn des Abgasskandals noch keiner in den Automobilkonzernen zur Verantwortung gezogen worden ist. Es muss Konsequenzen geben, genauso wie jeder Autofahrer seine Konsequenzen bei Verkehrsvergehen tragen muss. Das ist ein großer Vertrauensverlust“, sagte der Minister abschließend.

Zeitzeugen der Erdgeschichte: 3 „Nationale Geotope“ in MV

Schwerin – Deutschland ist reich an Naturerscheinungen, die im internationalen Vergleich als herausragende Geotope gelten. Geotope sind erdgeschichtliche Bildungen der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln.

Geotope sind äußerst vielgestaltig. Die wichtigsten Geotope unterliegen in Mecklenburg-Vorpommern einem gesetzlichen Schutz nach dem Naturschutzgesetz des Landes. Gesetzlich geschützte Geotope sind z. B. Findlinge, Kalktuff-Vorkommen, Binnendünen oder Kliffs. „Als Dokumente der Erd- und Lebensgeschichte unseres Bundeslandes sind sie von besonderem Wert“, so Dr. Till Backhaus Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern. „Schließlich ist Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich durch die Eismassen der letzten Eiszeiten und ihre Schmelzwasser geprägt“, ergänzt Backhaus.

Von 2004 bis 2006 wurden in einem bundesweiten Auswahlverfahren die bedeutendsten Geotope Deutschlands erfasst und einer Bewertung sowie Zertifizierung unterzogen. Durch die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover wurden im Jahr 2006 die 77 bedeutendsten Geotope ausgewählt und als „Nationale Geotope“ zertifiziert und publiziert. „Damit wurde der überregionalen und internationalen Bedeutung dieser Geotope Rechnung getragen“, hob der Minister hervor.

Aus der Landesliste der Geotope Mecklenburg-Vorpommerns, die durch den Geologische Dienst im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V (LUNG) erstellt wurde, sind drei herausragende Geotope ausgewählt und in das Auswahlverfahren eingebracht worden. Diese Vorschläge haben 2006 das Prämierungsverfahren erfolgreich durchlaufen. So ist Mecklenburg-Vorpommern in der Liste der Nationalen Geotope derzeit durch die Kreideküste von Jasmund, die Feldberger Seenlandschaft und den Neudarß in der Vorpommerschen Boddenlandschaft vertreten.

Nach Ablauf von 10 Jahren wurden nun die Nationalen Geotope Deutschlands durch die Geologischen Dienste der Bundesländer erneut evaluiert. „Ich freue mich, dass alle drei in Mecklenburg-Vorpommern gelegenen Nationalen Geotope erfolgreich rezertifiziert werden konnten. Diese erhalten eine Urkunde seitens der Geoakademie Hannover. Damit können die prämierten Geotope nun für weitere 10 Jahre den Titel Nationales Geotop tragen“, lobte Dr. Backhaus.

192.000 Mini-Aale in M-V’s Gewässer ausgesetzt

Schwerin – Der Aal ist eine bedeutende Art für die Europäische Berufsfischerei, der Bestand jedoch weiterhin stark gefährdet. Dank Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der EU wurden im Zeitraum von 2009 bis 2016 insgesamt rund 6,7 Millionen Aale (49 Tonnen) in die Gewässer des Landes ausgebracht.

Am 1. August 2017 übergibt Umweltminister Dr. Till Backhaus im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt einen Förderbescheid in Höhe von 34.000 Euro an den Geschäftsführer des Landesanglerverbandes Mecklenburg-Vorpommern Axel Pipping für eine kollektive Aalbesatzmaßnahme, die im Juni stattgefunden hat.

Dabei wurden 192.000 kleine Aale mit einem Stückgewicht von 7 g in über 180 Gewässer des Landes ausgesetzt. „Wichtig ist, dass alle besetzten Gewässer über eine Verbindung zur Ostsee oder Nordsee verfügen, so dass die geschlechtsreifen Aale in 10 bis 15 Jahren als Blankaale von dort aus weiter zum Laichgebiet im Atlantik abwandern können“, erklärte Backhaus im Vorfeld.

Ziel ist, die Abwanderung von 40 Prozent der adulten Aale aus den Binnengewässern in Richtung des Laichgebiets Sargassosee zu ermöglichen. So sieht es die Europäische Aalverordnung vor. Prognosen der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern zufolge wird im Binnenbereich des Einzugsgebiets Warnow/Peene die geforderte Abwanderungsrate erstmalig nach dem Jahr 2035 erreicht.

An der Besatzmaßnahme nahmen der Landesanglerverband M-V e.V., der Sportanglerverein Boizenburg Elbe e.V., der Anglerverein „Früh auf“ Hagenow e.V., der Sportanglerverein „Gut Fang“ Wittenburg e.V., der Anglerverein „Früh auf“ Dömitz e.V., der Anglerverein Rostock Süd e.V., der Kreisanglerverein Uecker-Randow e.V. und der Kreisanglerverein Ostvorpommern e.V. als jeweiliger Pächter der Besatzgewässer teil.

„Die gemeinsamen Anstrengungen der Berufs- und Angelfischerei sowie der zuständigen Behörden basieren auf der Idee, dass die wesentlichen Nutzer des Aals aktiv in die Umsetzung der Europäischen Aalverordnung in Mecklenburg-Vorpommern eingebunden werden. Diese gemeinsam getragene Verantwortung für den Aalbestand auf lokaler Ebene ist eine elementare Voraussetzung für die erfolgreiche Ausgestaltung des Aalmanagements im gesamten Land“, so Backhaus abschließend.