Backhaus: Ökologischer Landbau hat hohen Stellenwert in Agrarpolitik

Insel Rügen – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat heute auf dem Ökohof „Ranch am Torfmoor“ in Göhren auf Rügen die 11. Bio-Landpartie eröffnet. 62 Betriebe bieten an diesem Tag landesweit die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern zu machen.

„Die Betriebsinhaber, die sich heute vorstellen, belegen durch die Vielfalt ihrer ökologischen Erzeugnisse, dass sie sich engagiert den Anforderungen des Marktes stellen“, sagte Backhaus. „Mit Menschen wie ihnen wird es auch zukünftig gelingen, den ökologischen Landbau nachhaltig zu entwickeln. Insofern schaue ich mit Blick auf den Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin positiv in die Zukunft.“

Der ökologische Landbau besitze in der Agrarpolitik der Landesregierung einen hohen Stellenwert. Stand Juni dieses Jahres wurden rund 150.000 Hektar und damit 11,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes nach Kriterien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Vom Flächenumfang her ist also die Zielstellung für 2021 bereits erreicht.

Und somit sei auch die ursprünglich geplante Förderhöhe ausgeschöpft. „Dennoch haben wir uns entschlossen, für den Ökolandbau Erweiterungsanträge als auch Neuanträge weiterhin zuzulassen“, verkündete Backhaus. Das sei ein klares Signal an die Ökobranche des Landes, dass Mecklenburg-Vorpommern keinen Abbruch dieser positiven Entwicklung riskieren wolle.

Die Bio-Landpartie sei zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender Mecklenburg-Vorpommerns geworden. „Beim Start 2007 nahmen acht Betriebe teil, heute öffnen 62, darunter neben den Landwirtschaftsbetrieben, auch Käsereien, Bäckereien, Mostereien, Brennereien, Mühlen, Fleischereien sowie Vermarkter“, würdigte Backhaus die Entwicklung. Das ermögliche die Vielfalt der Bio-Produkte hautnah zu erleben. Der besondere Charme der Bio-Landpartie bestehe darin, an diesem Tag die engagierten Menschen kennenzulernen, die hinter den Bio-Produkten stehen.

Schwesig: Rostocker Zoo ist um eine Attraktion reicher

Rostock – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute im Rostocker Zoo das Polarium eröffnet: „Als ich im Mai den Zoo besucht habe, konnte man auf der Baustelle schon erahnen, wie es hier vielleicht mal aussehen wird. Meine Vorstellungen wurden weit übertroffen. Ich kann nur staunen, was hier geleistet wurde. Die mehr als 12.000 Quadratmeter große Anlage ist wunderschön. Jetzt können Besucherinnen und Besucher ganz nah Eisbären und Pinguine beobachten und sich in der Ausstellung über diese herrlichen Tiere informieren. Das Polarium ist ein tolles Projekt und das Wappentier des Rostocker Zoos hat endlich wieder ein schönes Zuhause.“

Die mehr als 20 Zoos und Tierparks im Land gehörten zu den stärksten Besuchermagneten. Jedes Jahr würden mehr als drei Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt, allein in Rostock über 600.000. Schwesig: „Als Tourismusland brauchen wir neben Strand und Wasser auch attraktive Freizeitangebote, die wetterunabhängig sind. Und auch viele Einheimische besuchen gern die Zoos in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb unterstützt die Landesregierung die Zoos und Tierparks bei Investitionen. Für das Polarium hat die Landesregierung über zehn Millionen Euro bereitgestellt und das Projekt von Anfang begleitet.“

Die Ministerpräsidentin dankte allen, die am Bau des Polariums beteiligt waren, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zoos, den Planern und Gewerken. „Ich danke auch dem Rostocker Zooverein. Ich finde es bewundernswert, wie sich die Mitglieder engagieren, ob bei Zooführungen oder Veranstaltungen wie dem Artenschutztag. Und ein herzlicher Dank gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern, die 350.000 Euro für das Polarium gespendet haben.“

Umweltministerium und Zoo Schwerin rufen zur Futterspende auf

Schwerin – Umweltminister Dr. Till Backhaus und Zoodirektor Dr. Tim Schikora rufen kleine und große Tierfreunde auf, Kastanien, Eicheln und Nüsse zu sammeln und zu spenden!

Diese können abgegeben werden:

am Samstag, dem 20. Oktober 2018, von 11 – 17 Uhr, am Info-Stand des Schweriner Zoos
im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt,
Paulshöher Weg 1, in 19061 Schwerin.

Anlass des gemeinsamen Aufrufs ist der Tag der offenen Tür des Ministeriums an diesem Tag. Der 20. Oktober wird ein Tag für die ganze Familie sein, bei dem es jede Menge zu entdecken und auszuprobieren gibt. Auch der Zoo Schwerin ist mit einem Aktionsstand dabei.

„Passend zur Jahreszeit entstand die Idee, gemeinsam zum Sammeln von Kastanien, Eicheln und Nüssen aufzurufen. Die gesammelten Früchte können während der Veranstaltung als Futterspende abgegeben werden. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung der Schwerinerinnen und Schweriner sowie aller Gäste der Landeshauptstadt“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

„Der Zoo Schwerin ist gern beim Tag der offenen Tür dabei. Das Ministerium bietet uns hier eine wunderbare Möglichkeit, einen Beitrag zur Umweltbildung auch außerhalb des Zoos zu leisten. Wir freuen uns, viele Besucher an unserem Info-Stand zu begrüßen. Genauso freuen sich Baumstachler, Wildschwein und Co. auf die von Besuchern gespendeten Leckerbissen“, äußerte der Zoodirektor Dr. Tim Schikora. „Ich bitte alle Sammler, nur reife Kastanien, braune Eicheln und Nüsse getrennt zu sammeln und abzugeben. Damit sie nicht schimmeln, müssen sie unbedingt in luftdurchlässigen Behältnissen, wie z. B. einer Papiertüte oder einem Pappkarton gesammelt und zwischengelagert werden.“

Wer Kastanien, Eicheln oder Nüsse abgibt, erhält vor Ort ein kleines Dankeschön und kann an einem Gewinnspiel teilnehmen. Mit etwas Glück gibt es eine Zooführung unter fachkundiger Leitung des Zoodirektors und des Ministers durch den Schweriner Zoo zu gewinnen: eine spezielle „Kinderzooführung“ am 28.10.2018 (bis 15 Jahre) oder die Führung über das „Liebesleben der Zootiere“ am 26.10.2018 (ab 16 Jahre).

Biologische Vielfalt der Küstenregion Westrügen erlebbar gemacht

Insel Rügen – Heute hat Umweltminister Dr. Till Backhaus in Waase auf der westrügenschen Insel Ummanz die Ausstellung „Insel Schatz Ummanz“ eröffnet. Die Dauerausstellung in der Informationsstelle der Nationalparkverwaltung Vorpommersche Boddenlandschaft ist ein Teilprojekt zur Umsetzung des Verbundvorhabens „Schatz an der Küste“ innerhalb des Bundesprogramms Biologische Vielfalt.

„Hier werden dem Publikum die Themenschwerpunkte des Verbundvorhabens in wirklich gelungener Weise nahegebracht, finde ich“, lobte Backhaus das Ergebnis der Umgestaltung. Er dankte der Ostseestiftung für ihr Engagement, seit 2014 gemeinsam mit acht Partnern die biologische Vielfalt der so genannten Hotspot-Region von der Rostocker Heide bis Westrügen zu schützen und der Bevölkerung nahezubringen.

Die kleine Ausstellung wurde von der Ostseestiftung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ummanz und dem Nationalparkamt gestaltet und soll die bunte Vielfalt der Natur Westrügens lebendig und mit den Sinnen erlebbar machen. Interaktiv können die unterschiedlichen Lebensräume der Region mit ihren Tieren und Pflanzen entdeckt werden. So geht es gleich nach einer ersten Orientierung im Foyer direkt ins Schilf, wo so manche Überraschung wartet.

Backhaus erinnerte bei der Ausstellungseröffnung an die Erfolge beim Schutz der Naturschätze des Landes. „Mecklenburg-Vorpommern steht für mich wie kaum ein anderes Bundesland für eine beeindruckende Naturausstattung und intakte, artenreiche Landschaften“, sagte der Minister. „Unsere Aufgabe ist es, diesen unglaublichen Naturreichtum für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.“

Insgesamt seien in Mecklenburg-Vorpommern 1,4 Mio. Hektar unter Schutz gestellt. Das sind 45.8 Prozent der Landesfläche (einschließlich der Hoheitsgewässer). Fast 20 Prozent der Landesfläche nehmen allein die Nationalen Naturlandschaften ein. Unter diesem Begriff sind die drei Nationalparks, drei Biosphärenreservate und sieben Naturparks zusammengefasst. Die Biosphärenreservate sowie zwei Buchenwaldgebiete in den Nationalparks Jasmund und Müritz besitzen sogar die Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe. „Darauf können wir stolz sein. Es stellt uns aber auch vor große Herausforderungen“, so Backhaus.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bestimmte für das Bundesprogramm Biologische Vielfalt 30 Hotspot-Regionen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Dichte und Vielfalt besonders charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume aus. 2012 schrieb das BfN die Erarbeitung von Konzepten und deren Umsetzung aus, wie die biologfische Vielfalt in diesen Hotspot-Regionen erhalten werden könne. Die Maßnahmen werden vom Bund zu 75 Prozent gefördert.

Die Ostseestiftung erarbeitete im Verbund dem WWF, dem NABU, dem BUND, der Uni Greifswald, der Hansestadt Rostock, dem Kranichschutz Deutschland, der Michael Succow Stiftung und der ANU MV ein Konzept für die Hotspot-Region 29 „Schatz an der Küste“. Damit bezeichnete das BfN die Region von der Rostocker Heide über die Vorpommersche Boddenlandschaft und Hiddensee bis hin zu den westrügenschen Bodden. Sie ist landschaftlich durch potenzielle Küstenüberflutungsräume gekennzeichnet.

Ziel des Verbundprojektes ist es,

die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit den Naturschätzen zu stärken,
Küstenüberflutungsräume wieder herzustellen und nachhaltig zu nutzen,
Besucherlenkung naturverträglich organisieren.

Seit 2014 werden die verschiedenen Teilprojekte umgesetzt. Das Gesamtprojekt läuft bis 2020.

Projekt „Bienenstraße“ in Westmecklenburg wird weiter ausgebaut

1. Streuobstgenusstag des Landes am 23. September in Kobrow II

Schwerin – Der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) e.V. hat die „Bienenstraße“ in Westmecklenburg initiiert. An verschiedenen Stationen können sich Interessierte über die Bedeutung von Insekten für die Kulturlandschaft informieren. Jetzt soll das Projekt weiter ausgebaut werden. „In den vergangenen Jahrzehnten ist die Anzahl an Streuobstwiesen deutschlandweit stark gesunken. Für Bienen und andere Insekten stellen sie jedoch wichtige Lebensräume dar. Deshalb ist es wichtig, Freiräume vorzuhalten und vielerorts auf die immense ökologische Bedeutung, die die Bienen erfüllen, hinzuweisen. Mit dem Projekt ´Bienenstraße´ ist es gelungen, Gäste und Einheimische für dieses Thema zu sensibilisieren und zugleich mit attraktiven Angeboten entlang der Strecke für die Region zu werben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Im Rahmen des Projektes hat der LSE e.V. bereits vielerorts die Umsetzung der Bienenstraße vorangetrieben. Mehrere Streuobstwiesen sind als Bienen-Rastplätze fertiggestellt und vermitteln Besuchern über Infotafeln Informationen rund um das Thema. Zudem sind zwei Routen zusammengestellt worden, an deren Wegstrecken über Insekten, bienenfreundliche Betriebe und die Entwicklung der Kulturlandschaft informiert wird. Die Bienenstraße im Sternberger Seenland führt über 65 Kilometer von Warin unter anderem über Kaarz und Groß Raden zurück nach Warin. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in vier Etappen auf rund 150 Kilometern zwischen Karower Meiler und dem Schweriner Schloss Wissenswertes über Wild- und Honigbienen zu erfahren.

Neben den Hinweistafeln vor Ort können sich Interessierte auf der Website www.bienenstrasse.de oder durch eigens konzipierte Programmflyer über die Honigbiene und ihre Artgenossen informieren. Neben dem Verband selbst sind zudem viele weitere Kooperationspartner wie der Schweriner Zoo, das Kloster Dobbertin, das Gut Vorbeck oder das Kutschenmuseum in Kobrow II am Projekt beteiligt. Jetzt ist geplant, die Bienenstraße weiter auszubauen und in Zusammenarbeit mit touristischen Anbietern intensiver zu vermarkten. „Die Bienenstraße ist ein touristisches Alleinstellungsmerkmal der Region, das für Besucher und Einheimische gleichermaßen interessant ist. Neben der fachlichen Information zur Bedeutung der Insekten lernen Gäste über die Tourenvorschläge die Region besser kennen. Sie besuchen bienenfreundliche Betriebe und lernen regionale Köstlichkeiten wie Honig, Saft, Käse und Likör kennen. Dies stärkt auch die heimische Wirtschaft“, sagte Glawe.

Über die Bienenstraße hinaus engagiert sich die LSE für regionale Produkte. So wurde gemeinsam mit dem Streuobstnetzwerk M-V der erste Streuobstgenusstag des Landes im Naturpark Sternberger Seenland (19406 Kobrow II, Parkplatz Am Dorfteich 20) organisiert. Am 23.09. können Interessierte Nistkästen und Wildbienenhotels bauen, sich an Info-Ständen über Kräuter und Bienen informieren. Eine Handpresse für Schau- und Mitmachzwecke ist bereit für leckeren Rohsaft. Für das leibliche Wohl sorgt der Imbisswagen der Grünen Kombüse aus Rostock. Zudem ist eine Verkostung feiner Naturpark-Apfelweine der ersten freien Apfelwinzer-Initiative in Mecklenburg-Vorpommern geplant.

Im Förderzeitraum von Januar bis Dezember 2018 betragen die Gesamtkosten des Projektes knapp 40.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von knapp 19.000 Euro.

Beim Umweltpreis 2016/2017 des Landtages Mecklenburg-Vorpommern hat das Netzwerk Bienenstraße unter 33 Teilnehmern den ersten Platz errungen. Das Thema des Wettbewerbes lautete „Streuobstwiese, Bienenweide und Co. – Engagement für Artenvielfalt in der Kulturlandschaft“.

Im Rahmen des Streuobstprojektes und der Umsetzung der Bienenstraße konnte der LSE e.V. zahlreiche wichtige Kontakte knüpfen und ein umfangreiches Netzwerk aufbauen. Der Erhalt und die Weiterentwicklung der regionstypischen Kulturlandschaft stehen dabei in der täglichen Arbeit des Vereins im Vordergrund. Mit ihrem fundierten agrarwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Wissen sind die Mitarbeiter des Vereins auch in der landwirtschaftlichen Beratung tätig und mit den vielen weiteren Landnutzern in engem Kontakt.

Sauberes Wasser ist gemeinsames Ziel

Güstrow – Mecklenburg-Vorpommern wird den Gewässerschutz weiter stärken, versprach Umweltminister Dr. Till Backhaus auf der heutigen Fachtagung der Landesgruppen Nord des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) und des Deutschen Verbandes für das Gas- und Wasserfach e. V. (DVGW) und die Arbeitsgemeinschaft Wasserwirtschaft MV im BDEW in Güstrow. „Gemeinsam wollen wir vor allem sauberes Grundwasser, das in der benötigten Menge und in guter Qualität zur Trinkwasserversorgung zur Verfügung steht“, sagte der Minister.

„Ich kann Ihnen versichern: Der Schutz des Grundwassers ist in meinem Hause Chefsache“, so Backhaus weiter. Beispielsweise seien in den vergangenen sechs Jahren elf Vorhaben der öffentlichen Trinkwasserversorgung zur Beseitigung von Problemen der Wasserqualität mit fast fünf Millionen Euro aus dem Wasserentnahmeentgelt gefördert worden.

Mit dem Ziel der Senkung der Schadstoffeinträge seien seit 1991 in die kommunale Abwasserbehandlung rund 2,5 Milliarden Euro, darunter 900 Mio. Euro Fördergelder von EU, Bund und Land, investiert und damit gravierende Fortschritte erreicht worden. „Ein gewisses Reduzierungspotenzial besteht noch bei kleinen kommunalen Kläranlagen“, sagte Backhaus. Klärwerke der Größenklasse 1 bis 3 (unter 10.000 Einwohnerwerte) machen zwar nur 16 Prozent der Behandlungskapazität der Klärwerke des Landes aus, emittieren jedoch rund 60 Prozent der Phosphor-Gesamtfracht aller Kläranlagen. „Deshalb ist die vor einem Monat erfolgte Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Reduzierung des Phosphoreintrags aus kleinen Kläranlagen in die Gewässer ein wichtiges Signal gewesen“, so der Minister. Er sprach den Unternehmen seine Anerkennung aus, dass sie sich damit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus engagieren.

Eine neue Herausforderung der Reduzierung von Gewässerbelastungen sei die Beseitigung der Medikamentenrückstände, Mikroplastik und weiteren Spurenstoffen. „Ich bin deshalb froh, dass der Bund mit seiner Spurenstoffstrategie dieses Thema jetzt angeht“, sagte Backhaus.

Was die Nitrateinträge aus der Landwirtschaft betreffe, werde die neue Düngeverordnung konsequent umgesetzt. „Wir werden uns auch nicht sperren, sie weiterzuentwickeln, wo es erforderlich und sachgerecht ist“, betonte Backhaus. Es dürfe aber nicht um bloße Schuldzuweisung gehen, sondern darum, die Landwirte als Partner für den Grundwasserschutz zu gewinnen. Er werde sich weiter dafür einsetzen, die europäische Agrarpolitik stärker umwelt- und damit auch gewässerverträglich auszurichten.

Die Landesgruppen Nord des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) und des Deutschen Verbandes für das Gas- und Wasserfach e. V. (DVGW) sowie die Arbeitsgemeinschaft Wasserwirtschaft MV im BDEW veranstalten jährlich eine Fachtagung, die der Information über aktuelle wasserwirtschaftliche Themen, insbesondere der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung in MV, und dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch der Fachleute des Landes dient.

Die Teilnehmer kommen aus Wasserversorgungsunter­nehmen, abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften, von Behörden und Verbänden (u. a. Bauernverband, Wasser- u. Bodenverbände).

Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management invasiver gebietsfremder Arten gestartet

Schwerin – Im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund liegen bis zum 17. Oktober 2018 zu den Geschäftszeiten die Entwürfe für das Management weiterer gebietsfremder invasiver Arten zur Öffentlichkeitsbeteiligung aus. Die Unterlagen sind auch online unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

Bereits 2016 waren in einer ersten Listung europaweit 37 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten identifiziert worden, von denen 6 Arten in Mecklenburg-Vorpommern weit verbreitet sind – darunter Nutria und Waschbär. Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Management dieser Arten der ersten Listung erfolgte im Jahr 2017.

Darüber hinaus wurden 2017 weitere 12 gebietsfremde invasive Tier- und Pflanzenarten für die EU aufgelistet, 8 davon sind inzwischen auch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern weit verbreitet. Dabei handelt es sich um Nilgans, Marderhund und Bisam sowie um die Gewöhnliche Seidenpflanze, die Schmalblättrige Wasserpest, den Riesenbärenklau, das Drüsige Springkraut und das Verschiedenblättrige Tausendblatt. Die Managementvorschläge für diese Arten sowie weitere Unterlagen, etwa zur länderspezifischen Verbreitung, werden nun öffentlich zur Diskussion gestellt.

Die ausgelegten Unterlagen beziehen sich auf die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Die Verordnung schafft einen für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Rechtsrahmen zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten, also solche Arten, die einheimische Tiere und Pflanzen verdrängen und so die biologische Vielfalt gefährden.

Die Vorschläge können von jedermann eingesehen und schriftlich kommentiert werden. Hinweise können bis zum 19. November 2018 entweder an das LUNG (Stichwort „Anhörung Managementpläne invasive Arten) gerichtet oder direkt online unter www.anhoerungsportal.de eingegeben werden.

Minister: Jetzt Borkenkäfer in befallenen Waldbeständen bekämpfen

Schwerin – Landwirtschaftsminister Minister Backhaus fordert die Besitzer von Privat- und Körperschaftswäldern auf, ihre Bestände intensiv auf Befall mit Borkenkäfern zu kontrollieren und entsprechend der Forstvorschriften zu bekämpfen.

Infolge der langen Trockenheit sind vor allem die Fichten derart geschwächt, dass sie die anfliegenden Borkenkäfer nicht mehr abwehren können. Zudem hat die warme Witterung die Vermehrung der Käfer beschleunigt, so dass die Waldbestände seit August verstärkt von den Käfern befallen werden.

„Die Borkenkäfer müssen vor dem Ausfliegen bekämpft werden. Was jetzt entkommt und überwintert, befällt im nächsten Frühjahr noch grüne Bäume“, warnt der Minister.

Die Bekämpfung geschieht durch Fällen und mechanisches Entrinden der Stämme oder durch die sofortige Abfuhr der aufgearbeiteten Hölzer aus den Wäldern. Zur Not dürfen bei vorliegender Sachkunde die Holzpolter auch fachgerecht mit Pflanzenschutzmitteln entseucht werden. Die umweltverträglichste Variante sollte immer Vorrang haben.

Die Forstbehörden stehen den Waldbesitzern zu allen Themen wie Aufarbeitung, Waldschutz, Vermarktung der Bäume sowie Förderung des Waldumbaus beratend zur Seite.

Die Fichte nimmt in Mecklenburg-Vorpommern 7 Prozent der Waldfläche des Landes ein. Ihr wertvolles Holz ist im Innen- und Außenbereich verwendbar.Die geringwertigen Sortimente sind ein wichtiger Industrierohstoff, wie z.B. für Spanplatten oder Zellstoff. Volkswirtschaftlich betrachtet, bedeuten 100 Kubikmeter in unseren Wäldern produziertes und weiter verarbeitetes Holz jährlich einen Arbeitsplatz. In unserem Klima ist die Fichte anfällig gegenüber Schäden (Sturm, Borkenkäfer); ihr Anbau soll daher stets nur in Mischung mit Laubbaumarten erfolgen.

Neue Badeanstalt in Feldberg geplant

Feldberg – Auf der Halbinsel Amtswerder in Feldberg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) soll eine neue Badeanstalt gebaut werden. „Im Feldberger Haussee gelegen, ist die Halbinsel Amtswerder ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Einheimische. Mit dem Neubau einer Badeanstalt wird das touristische Angebot der Region erheblich aufgewertet“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die früher an gleicher Stelle vorhandene Badeanstalt – erbaut in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts – wurde bis auf die Fundamente abgerissen. Jetzt plant die Gemeinde dort einen Neubau mit Funktionsgebäude samt Umkleide- und Sanitärtrakt. Zudem sind eine Unterbringung für die Wasserwacht und ein Raum zur individuellen Vermietung vorgesehen. „Feldberg ist staatlich anerkannt als Erholungsort und Kneipp-Kurort. Neben einer intakten Natur und frischer Luft bietet sich gesundheitsbewussten Gästen unter anderem ein Barfußpfad und Gräserlabyrinth, Nordic-Walking-Routen sowie ein Nature-Fitness-Park“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern haben bislang 65 Städte und Gemeinden eine staatliche Anerkennung nach dem Kurortgesetz erhalten, davon wurden sieben als Seeheilbad, zwei als Heilbad, vier als Luftkurort, zwei als Kneipp-Kurorte, 24 als Seebad und 26 als Erholungsort prädikatisiert.

Die Gesamtinvestition für das Vorhaben beträgt knapp 484.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Maßnahme aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 384.000 Euro.

Feldberg gehört zum Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte. Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es in der Region von Januar bis Mai diesen Jahres rund 390.000 touristische Ankünfte und mehr als 1,2 Millionen Übernachtungen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum mehr als 2,4 Millionen Ankünfte und rund 8,4 Millionen Übernachtungen.

Agrarmesse legt in Besuchergunst zu

71.800 Menschen sahen die 28. MeLa

Mühlengeez – „Die MeLa 2018 hat einmal mehr gezeigt, dass die Land- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern leistungsfähig, innovativ und gut aufgestellt ist. Davon konnten sich die Verbraucher und das Fachpublikum ausgiebig überzeugen. Die hohe Besucherzahl auf der MeLa ist ein Beleg dafür, dass die Menschen hinter ihren Landwirten stehen. Dass auf der Messe eine Menge junger Leute anzutreffen waren, hat mich besonders gefreut. Das lässt auf weiteren Berufsnachwuchs hoffen, denn noch sind Ausbildungsplätze in der Land- und Forstwirtschaft und im Gartenbau frei“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus zum heutigen Ausklang der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez.

Die Agrarmesse mit der größten Tierschau im Norden und ihrer umfänglichen Technikschau sei nicht nur Präsentationsort für mehr als 1000 Aussteller aus 12 Nationen. „Sie bietet zugleich ein Podium für den agrarpolitischen Dialog. Gemeinsam mit dem Bauernverband haben wir auf der MeLa 2018 die Verantwortung der Landwirtschaft für Gesellschaft und Umwelt debattiert. Unser Ziel ist eine leistungsfähige Landwirtschaft und eine intakte Umwelt. Beides ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Gesellschaft muss endlich bereit sein, vernünftige Erzeugerpreise zu zahlen“, sagte der Minister weiter. „Das ist der Schlüssel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.“

Außerdem müsse die Gemeinsame europäische Agrarpolitik nach 2020 die Weichen stellen für eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die es den Betrieben ermöglicht, mit Agrarumwelt- und Klimaleistungen ihre Einnahmen aufzustocken. Damit wären die Landwirte betriebswirtschaftlich unabhängiger von extremen Klimaereignissen wie dem Dürresommer 2018.

„Zugleich bedarf es schnellstmöglich eines Modells für eine Mehrgefahrenversicherung in der Landwirtschaft. Dazu wird MV auf der Agrarministerkonferenz Ende September Vorschläge einbringen. Außerdem werde ich alles daran setzen, weitere Bodenkäufe durch außerlandwirtschaftliches Kapital zu verhindern. Auch dazu wird es Vorschläge aus meinem Haus geben. Den Dialog zu diesen Themen werden wir mit dem Bauernverband fortsetzen. Denn nur im Dialog finden wir Lösungen, um die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen, die Artenvielfalt zu erhalten, Gewässer und Boden zu schützen und die ländlichen Räume lebensfähig zu halten, erhalten“, erklärte Backhaus.

DIE MELA 2018 IN ZAHLEN:

Mit der Zahl von 71.800 Besuchern knüpft die MeLa an den Besucherrekord aus dem Vorjahr an. Absolute Publikumsmagneten waren wiederum die Vorführungen von mehr als 80 landwirtschaftlichen Technik-„Veteranen“ sowie die Tierschauen. Insgesamt waren auf der MeLa 1142 Tiere 161 verschiedener Rassen zu sehen, darunter 317 Pferde, 136 Rinder, 98 Schweine und 112 Schafe und Ziegen, dazu Rassekaninchen und Rassegeflügel.

An den vier Ausstellungstagen wurden 15 Tonnen Wurstwaren über den Tresen gereicht und 1.500 Brote verkauft. Hinzu kamen ca. 6.500 Liter Bier und 15.000 Liter Wasser und Säfte.

Die 29. Mecklenburgische Landwirtschaftsausstellung wird vom 12. bis 15. September 2019 in Mühlengeez über die Bühne gehen. Tier der MeLa wird im nächsten Jahr das Rheinisch-Deutsche Kaltblut sein, ein kräftig gebautes Zug- und Arbeitspferd. Die Rasse ist inzwischen vom Aussterben bedroht und steht in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen.

Waldarbeiter treten auf Mela bei forstlichen Landesmeisterschaften an

Mühlengeez – Mit Unterstützung der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern finden im Rahmen der Mela an allen drei Tagen jeweils ab 9 Uhr auf der Aktionsfläche Forst (Block E) die Landesmeisterschaften der Waldarbeiter statt.

„Bei den Waldarbeitermeisterschaften geht es um das präzise Beherrschen und sichere Handhaben eines der wichtigsten Arbeitsmittel im Wald, der Motorkettensäge“, erklärt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. „Sie stellen den Zuschauern also sehr lebensnahe Tätigkeiten wettkampfgerecht vor und regen die Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch untereinander an.“

Den Anfang machen heute die Nachwuchs-Meister­schaften (U24) mit 29 Teilnehmern, am Samstag findet die Landesmeisterschaft mit 13 Profis statt und den Abschluss bildet am Sonntag die Forwarder-Meisterschaft mit 14 Teilnehmern. Die Siegerehrungen sind jeweils unmittelbar nach Abschluss der Wettkämpfe gegen 17.30 Uhr vorgesehen.

Die Teilnehmer der Waldarbeitermeisterschaften üben sich in den Disziplinen Sägekettenmontage, Holzschnitt, Baumfällen und Entasten eines Stammes. Bei der Forwarder-Meisterschaft steuern Maschinenführer ihre Fahrzeuge durch einen engen Parcours und bauen mit dem Kran einen Turm aus sieben Holzklötzen.

Zudem fordert der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern an seinem Messestand in der Halle 1 die Besucher zu Bewegungen im Wald auf. Dazu wurde ein Wald-Mikado entwickelt. Beim Balance-Spiel sind verschiedene Holzarten, Zapfen, Saatgut und Holzprodukte auf eine Kreisscheibe zu platzieren. In diesem Jahr unterstützt das Kompetenzzentrum Forstliche Nebenproduktion (KfN) den Messeauftritt der Forst.

Zusätzliche genetische Untersuchung toter Robben entbehrlich

Schwerin – Als nicht zielführend hat sich Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Landtag gegen eine teure genetische Untersuchung tot geborgener Robben ausgesprochen.

Backhaus verwies darauf, dass das mit dem Robbenmonitoring beauftragte Deutsche Meeresmuseum Stralsund alle an der Küste des Landes tot aufgefundenen Robben und Schweinswale auf ihre Todesursache untersuche. Wenn möglich, würden auch pathologisch-anatomische Untersuchungen vorgenommen. Nach allen vorliegenden Erkenntnissen habe die genetische Abstammung, also die „Herkunft“, keinen Einfluss auf die Todesursache der aufgefundenen Robben.

Außerdem würden sich die Robbenarten genetisch kaum unterscheiden, so dass ein Rückschluss auf ihre Herkunft nicht möglich erscheint. Im Übrigen sei es erklärlich, dass mit der steigenden Robbenpopulation in der Ostsee, auch die Zahl der Totfunde steigt. Von 2003 bis 2016 sei die Zahl der Robben in der Ostsee von 15.000 auf 30.000 Exemplare gestiegen.

In diesem Zusammenhang kündigte Minister Backhaus an, dass man sich in den nächsten Wochen auf ein Robbenmanagement verständigen werde, das auch die Sorgen der kleinen und handwerklichen Küstenfischerei berücksichtigt. Er verwies darauf, dass sich die Schuldzuweisungen gegen die Fischer in Bezug auf die Häufung der Totfunde im Herbst 2017 im Greifswalder Bodden als nicht belegbar erwiesen haben und die Staatsanwaltschaft deshalb die Ermittlungen einstellte.

Bei der Digitalisierung überwiegen die Chancen für die Landwirtschaft

Mühlengeez – Die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung der landwirtschaftlichen Produktion ist für den Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums, Dr. Jürgen Buchwald, unverzichtbar für die Zukunft der Landwirtschaft. „Deshalb bin ich froh, dass wir hier auf der Mela das Thema aufgreifen, auch wenn ich genau weiß, dass die Themen Trockenheit, Futterversorgung oder die Weiterentwicklung der GAP vielen Landwirten weit mehr auf den Nägeln brennen“, sagte er heute in seinem Vortrag auf dem Mela-Forum „Chancen der Digitalisierung in der Landwirtschaft“.

So helfen bereits vielerorts N-Sensoren, den Düngebedarf exakt und standortgerecht zu ermitteln und die Ausbringungstechnik entsprechend einzustellen. „Gerade angesichts der Herausforderungen der neuen Düngeverordnung werden solche Applikationen an Bedeutung gewinnen“, nannte Buchwald als Beispiel aus dem Ackerbau. Die eingesparten Kosten für Dünger und Pflanzenschutzmittel würden dann an einem bestimmten Punkt die Anschaffungskosten einer solchen automatisierten Technik übersteigen, so dass sie auch betriebswirtschaftlich interessant sind.

Auch im Stall helfe der Einsatz digitaler Technologien Kosten zu sparen und gleichzeitig das Tierwohl zu verbessern. „Die Hälfte der Landwirte versorgt ihre Tiere bereits mit einer digitalen individuellen oder einer auf Leistungsgruppen zugeschnittenen Fütterung. Über- oder Unterversorgungen und damit Belastungen für die Tiere können vermieden werden“, führte Buchwald aus. Frühwarnsysteme ermöglichten eine sachgerechte Behandlung und vermeiden Schäden für das Tier und somit auch Verluste für den Betrieb.

Die Digitalisierung schreitet also in der Landwirtschaft voran. Um der laufenden Entwicklung gerecht zu werden, müsse man sich diesem Prozess stellen und die Digitalkompetenz in den Betrieben steigern, legte Buchwald den Landwirten ans Herz.

Zudem könne durch die Digitalisierung die Transparenz der Produktionsverfahren und die Rückverfolgbarkeit der Produkte vereinfacht werden, was beim Verbraucher das Vertrauen erhöhen und die Wertschätzung für die Landwirtschaft insgesamt wieder verbessern könnte.

Allerdings hätte Digitalisierung auch ihre Grenzen. „So wollen wir wiederum auch nicht den gläsernen Landwirt“, warnte Buchwald. „Ich glaube, dass mit der zunehmenden Digitalisierung dem Schutz von Daten, der Privatsphäre und den Urheberrechten eine ganz neue rechtsstaatliche Bedeutung zukommt. In Zeiten von BIG DATA muss der gesetzliche Datenschutz über personenbezogene Daten hinaus auch auf Betriebs-, Maschinen- und Geschäftsdaten ausgedehnt werden.“

MeLa-Start: Immer mehr Landwirte nehmen an Umwelt- und Klimaprogrammen teil

Mühlengeez – Die Verwaltungsvereinbarung zur Auszahlung der Dürrehilfen zwischen Bund und Ländern ist nahezu ausgehandelt und muss nun der EU-Kommission vorgelegt werden. „Ich gehe davon aus, dass die Vereinbarung bis Ende September von allen Beteiligten unterzeichnet werden kann. Dann sind die 50 Millionen Euro aus dem Bund-Land-Dürrehilfsprogramm abrufbereit. Ich werde alles daran setzen, dass das Geld schnellstmöglich in den Betrieben ankommt, die Hilfe beanspruchen können“, sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus zum heutigen Auftakt der 28. Mecklenburgischen Landwirtschaftsmesse MeLa in Mühlengeez.

„Die Verhandlungen mit dem Bund waren langwierig, aber immer konstruktiv. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn mancher meint, es sei alles zu kompliziert. Aber Pauschalzahlungen und Unterstützung nach dem Gießkannenprinzip kann es nicht geben. Ich bin sicher, das Geld aus dem Programm kommt bei denjenigen Betrieben an, die es tatsächlich brauchen, um bis zur nächsten Ernte über die Runden zu kommen. Und genau das war das Ziel“, so der Minister.

Laut Backhaus ist davon auszugehen, dass gut 10 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in MV einen Antrag auf Hilfen aus dem Programm stellen. Bei Nachweis der Existenzgefährdung kann der durch die Dürre entstandene Schaden bis zu 50 Prozent ausgeglichen werden. Je nach Standort, Bodenbeschaffenheit und Art der Bewirtschaftung hatte es in der Getreideernte in MV eine breite Streuung der Ergebnisse gegeben. Hingegen fiel die Obsternte landesweit deutlich besser aus als in den Vorjahren.

„Dennoch müssen sich die Landwirte darauf einstellen, aufgrund des Klimawandels immer öfter mit schwierigeren Witterungsverhältnissen klarzukommen“, sagte der Minister. Wege dazu seinen eine größere Vielfalt im Anbau oder die Züchtung neuer Sorten.

Auch die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) und der ökologische Landbau seien ein Beitrag zum Klimaschutz, so der Minister. „In vielen Betrieben hat bereits ein Umdenken hin zu mehr Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt. Das ist aus meiner Sicht der richtige Weg zum Erhalt und zur Steigerung der biologischen Vielfalt, zur Verbesserung der Bodenstruktur, zu sauberem Wasser und damit zum Erhalt unserer Ressourcen für die kommenden Generationen.“

In diesem Jahr waren nach Erweiterung der Fördermöglichkeit für Blühflächen und -streifen von 5 auf 20 Hektar je Betrieb rund 5.300 Hektar Blühflächen neu beantragt worden. „Damit hat sich die Antragsfläche gegenüber dem Vorjahr explosionsartig um 220 Prozent erhöht“, freute sich der Minister. Zudem waren für die Maßnahme „Vielfältige Kulturen im Ackerbau“ in diesem Jahr Neu- und Erweiterungsanträge im Umfang mehr als 36.000 Hektar gestellt worden. Insgesamt liegt die über AUKM geförderte, ressourcenschonend bewirtschaftete Fläche im Land damit derzeit bei 141.000 Hektar.

Weitere 150.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche im Land werden ökologisch bestellt. Allein bis zum 30. Juni 2018 hatten Landwirte auf weiteren 20.000 Hektar auf den Ökolandbau umgestellt. „Durch den diesjährigen Flächenzuwachs haben wir unser Ziel aus dem Koalitionsvertrag, bis 2020 auf 150.000 Hektar ökologisch zu wirtschaften, schon im Juni 2018 erreicht“, so Backhaus.

„Bereits zum jetzigen Zeitpunkt sind die für die aktuelle Förderperiode bereitgestellten rund 168 Mio. Euro zur Förderung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen ausgeschöpft“, berichtete Backhaus. Das zeige, wie gut die Programme für eine umweltverträglichere Landwirtschaft von den Landwirten angenommen werden. Aktuell wird in MV etwa jeder 4. Hektar landwirtschaftliche Fläche freiwillig mit erhöhten Umweltstandards bewirtschaftet. Das verstärkte Abrufen der Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum (EPLR) bedeute allerdings auch, dass nur noch die bestehenden Verpflichtungen aus dem EPLR durch Umschichtungen innerhalb des Programms fortgeführt werden können. „Wir wollen aber die erfolgreiche Entwicklung im ökologischen Landbau nicht abbrechen. Deshalb haben wir uns entschlossen, für dieses Programm – aber eben nur für dieses Programm – im Herbst 2018 Erweiterungs- und im Frühjahr 2019 auch Neuanträge zuzulassen“, erklärte Minister Backhaus.

Die 28. MeLa öffnet vom 13. bis zum 16. September auf dem Gelände des MAZ Messe- und Ausstellungsgelände Mühlengeez ihre Pforten. Am morgigen Freitag um 10.00 Uhr wird der Landesbauerntag eröffnet. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus und der Präsident des Landes-Bauernverbandes, Detlef Kurreck werden mit den Mitgliedern des Bundestages, Gero Hocker (FDP) und Claudia Müller (B90/Grüne), die „Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Umweltverantwortung und Wirtschaftlichkeit“ debattieren. Interessenten sind willkommen.

Schwesig: Bund und Land helfen den Landwirtinnen und Landwirten

Mühlengeez – „Die MeLa als größte Messe im landwirtschaftlichen Bereich in ganz Norddeutschland ist ein fester Termin für alle, die mit der Land- und Ernährungswirtschaft zu tun haben und sich darüber hinaus interessieren. Ganz besonders freue ich mich auf die Kinder-MeLa, denn da werden schon die Kleinsten an die in unserem Land so wichtige Branche herangeführt“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute bei der Eröffnung der Landwirtschaftsmesse in Mühlengeez.

2018 sei ein ganz schwieriges Jahr für die Landwirtinnen und Landwirte gewesen. Schwesig: „Die extreme Trockenheit hat uns alle betroffen gemacht. Ertragsausfälle bis zu 50 Prozent sind leider keine Seltenheit. Das hat Auswirkungen auf die Futtermittelproduktion und die Tierproduktion. Insgesamt ist mit Verlusten im mittleren dreistelligen Bereich zu rechnen. Für einige Landwirte ist das existenzbedrohend. Von Anfang an haben wir Hilfe zugesagt. Wir haben Sofortmaßnahmen ergriffen mit dem Aufschub für Steuern, der Stundung von Raten oder beim Pachten von Landesflächen.“ Gemeinsam mit dem Bund wolle das Land auch finanziell unterstützen, betonte Schwesig. Der Bund werde sich am Schadensausgleichsprogramm der Länder mit bis 170 Millionen Euro beteiligen. „Mecklenburg-Vorpommern stehen davon rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 25 Millionen Euro hat der Finanzausschuss des Landtages vor wenigen Tagen bewilligt. Das ist eine wichtige Hilfe für die Bauern im Land“, hob die Regierungschefin hervor.

Die qualitativ hochwertigen Produkte „made in MV“ seien überall gefragt. Fast 40 Prozent der Exporte in die Russische Föderation hätten zuletzt Waren aus der Ernährungswirtschaft ausgemacht. Deshalb werde die Landwirtschaft auf dem 3. Russlandtag in Rostock neben den Bereichen, Wirtschaft, Energie und Bildung ein wichtiges Thema sein.

Schwesig ging auf die Nachwuchsgewinnung ein: „Das Thema Fachkräftenachwuchs ist auch in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf der Messe. Ich finde: Das ist die beste Werbung hier, die es für den Berufsstand geben kann. Wenn es gut ausgebildeten Nachwuchs gibt, der sich langfristig engagiert, dann hat die Land- und Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern eine gute Zukunft.“