Konsultationsbetriebe ergänzen Beratungsangebot zum Ökolandbau

Schwerin – Das Landwirtschaftsministerium hat 12 zertifizierte Ökobetriebe ausgewählt, die künftig im Rahmen des Landesprogramms „Öko-Kompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ als Konsultationsbetriebe im ökologischen Landbau fungieren werden. Diese Betriebe sollen wie Leuchttürme Anlaufstellen für andere Landwirte sein, die ökologisch wirtschaften oder sich für eine Umstellung auf den ökologischen Landbau interessieren. Sie wurden im Ergebnis eines Interessenbekundungsverfahrens entsprechend der 12 vorgegebenen Produktionsrichtungen ausgewählt.

„Ich danke den ausgewählten aber auch den anderen sich gemeldeten Betrieben für ihre Bereitschaft, ihre Erfahrungen weiterzugeben“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus „Mit den Konsultationsbetrieben wird der hohe Beratungsbedarf für den ökologischen Landbau durch ein weiteres Angebot abgedeckt. Das wird uns helfen, den ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern weiter voranzubringen.“

Das Landwirtschaftsministerium vereinbarte mit den Konsultationsbetrieben Termine, an denen sie zur ersten Besichtigung und Beratung einladen. Die Termine sind als Anlage beigefügt.

Wieder hohe Waldbrandgefahr – im Südwesten Gefahrenstufe 4

Schwerin – „Die Trockenheit macht uns auch weiter zu schaffen“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt. Nach einer kurzzeitigen Entspannung in Sachen Waldbrandgefahr infolge der Niederschläge in der vergangenen Woche bestehe in Teilen des Landes erneut eine hohe Waldbrandgefahr. Für den Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns (Forstamt Jasnitz, Landkreis Ludwigslust-Parchim) gilt seit gestern die Waldbrandgefahrenstufe 4. „Mit Blick auf die Wettervorhersagen ist damit zu rechnen, dass sich die Waldbrandgefahr im Laufe der nächsten Wochen auch in den anderen Landesteilen weiter erhöht“, sagt der Minister. Gleiches gelte auch für die Gefahr von Feldbränden.

Deshalb fordert der Minister die Bevölkerung erneut auf, sorgsam zu handeln. Auch die Landwirte erinnert er noch einmal dringend an ihre Verpflichtungen zum vorbeugenden Waldbrandschutz. „Während der laufenden Erntearbeiten in der Landwirtschaft sind Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um Feldbränden und dadurch verursachten Waldbränden vorzubeugen.“ so Backhaus.

In diesem Zusammenhang verweist er auf die seit 2016 geltende Waldbrandschutzverordnung, insbesondere auf § 5 der Verordnung. „Ab Waldbrandgefahrenstufe 4 ist bei der Getreideernte auf Feldern am Wald mit Beginn des Mähdrusches ein 2 Meter breiter gepflügter Wundstreifen anzulegen“, betont der Minister. Das Anlegen des Wundstreifens mit Grubber oder Scheibenegge habe sich als nicht ausreichend erwiesen. Auch dürfe kein Holz oder gar Stroh am Feldrand gelagert werden.

Ausgehend von den Erfahrungen des Waldbrandes bei Groß Laasch werde die Waldbrandschutzverordnung derzeit überarbeitet. „In der Zwischenzeit appelliere ich an die Landwirte, die Vorgaben der Verordnung umzusetzen und die geforderten Wundstreifen bereits jetzt freiwillig in einer Breite von 6 Metern zu pflügen“, so Backhaus. Nur so sei es möglich, die Anzahl der Wald- und Feldbrände auch weiterhin möglichst gering zu halten.

Bislang sind im Verlauf des Jahres 2018 insgesamt 28 Waldbrände mit einer Gesamtfläche von knapp 12 Hektar zu verzeichnen. „Man kann sagen, wir sind bislang mit einem blauen Auge davongekommen. Deshalb müssen wir gemeinsam alles daran setzen, dass keine weiteren Brände dazukommen“, sagt der Minister auch mit Blick auf die katastrophalen Waldbrände in Schweden. Der Zivilschutz in Schweden spricht gegenwärtig von mehr als 40 Waldbränden auf 20.000 Hektar im ganzen Land, 15 Waldbrände sollen demnach außer Kontrolle geraten sein.

Boddenparty und Wittower Testival in Dranske

Insel Rügen – Vom 26. – 29. Juli 2018 feiert die Gemeinde Dranske ihre legendäre Boddenparty mit dem Wittower Testival der Wassersportschule Rügen Piraten. Für Unterhaltung und Partystimmung sorgen diverse live Konzerte auf vier verschiedenen Bühnen, DJs und Schausteller. Publikumsmagnet und feierlicher Höhepunkt des Samstags sind der beleuchtete Bootskorso „Bodden im Licht“ und das traditionelle Feuerwerk.

Auf vier verschiedenen Bühnen bietet die Boddenparty dieses Jahr ein abwechslungsreiches und vielseitiges musikalisches Programm. Im Zelt, auf der Showbühne, vor der Rügen Piraten Wassersportschule und neu auch auf der Seebrücke spielen Bands wie, Rockpiraten, Querbeet, Who Cares, Wir Kleben, Urgestein, Heike & Vlady sowie Berluc und Schlagerstar Regina Thoss.

Von Donnerstag bis Sonntag bieten sich den Besuchern auf dem ganzen Gelände der Boddenparty ein großer Schaustellerpark und vielseitiges Markttreiben an. Für die Kinder gibt es verschiedene Kinderspass-Aktionen. Am Samstagabend zaubert der beleuchtete Bootskorso „Bodden im Licht“ eine schöne, magische Atmosphäre auf den Bodden. Als Höhepunkt wird danach das spektakuläre Feuerwerk gezündet. Für Partystimmung bis in die späten Stunden sorgen die DJs „Mallo“, „Seimen Fresh“ und „Dust_Push.“

Windsurfer, Kiter und Stand Up Paddler kommen bei der Boddenparty auch voll auf ihre Kosten. Die Wassersportschule Rügen Piraten hat das aktuellste Material angesagter Firmen im Kite- und Windsurfbereich für die Besucher vor Ort, welches von geübten Wassersportlern getestet werden kann. In speziell vergünstigten SUP Einsteigerkursen können Klein und Groß das Stand Up Paddling erlernen. Außerdem stehen Kite-Wettkämpfe wie Boardercross- oder Freestylecontest auf dem Programm.

Für Kinder und Jugendliche findet bei den Rügen Piraten am Samstag um 14 Uhr die Beach-Olympiade statt: kleine Wettkämpfe in witzigen Geschicklichkeitsdisziplinen rund um Strand und Wasser. Außerdem organisieren die Rügen Piraten einen Beach-Cleanup in Zusammenarbeit mit Sea Shepherd. Speziell die Kinder und Jugendlichen werden dazu eingeladen, sich bei dieser tollen Strandsäuberungsaktion am Bodden zu beteiligen. Die Rügen Piraten verschenken als Dankeschön tolle Geschenke aus dem Rügen Piraten Laden.

Feierliche Zeugnisübergabe an die Auszubildenden Forstwirte

Güstrow – Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus nahm heute an der Freisprechung der Forstwirte in der Fachschule für Agrarwirtschaft in Güstrow teil und überreichte dort im Rahmen einer Feierstunde die Abschlusszeugnisse an die 15 Auszubildenden der Landesforstanstalt.

„Ich freue mich sehr über den erfolgreichen Abschluss unserer Auszubildenden. Aufgrund der wirklich guten Ergebnisse können wir neun Forstwirte in den Dienst der Landesforstanstalt übernehmen. Das ist für mich auch ein Beleg unserer erfolgreichen Nachwuchsarbeit“, erklärte der Minister und verwies auf die besondere Bedeutung der Ausbildung von Nachwuchskräften. „Wir brauchen in der Forst dringend guten Nachwuchs und zwar auf allen Ebenen“, betonte der Minister. Denn auch die Landesforstanstalt habe in den kommenden Jahren mit einer großen altersbedingten Fluktuation zu kämpfen. „Bereits in wenigen Jahren werden allein mindestens 30 Waldarbeiter pro Jahr in den Ruhestand gehen. Hier müssen wir mit gut ausgebildeten Fachkräften gegensteuern. Die Nachwuchsausbildung hat für mich daher oberste Priorität.“, so Backhaus.

Die Landesforstanstalt ist die einzige Organisationseinheit im Land, die forstlichen Nachwuchs ausbildet. Pro Jahr stehen 20 Ausbildungsplätze für den Beruf Forstwirt/-in zur Verfügung. An den zehn Ausbildungsforstämtern im Land befinden sich derzeit insgesamt 60 Forstwirte in der Ausbildung. „Hier werden wir noch aufstocken und die Forstwirtsausbildung ab 2019 schrittweise von 60 auf 90 Stellen erhöhen. Das heißt, wir werden jährlich statt 20 dann 30 Ausbildungsplätze anbieten können“, kündigte der Minister an. Er verwies darauf, dass diese Erhöhung temporär sei. Ab 2028 solle die Forstwirtsausbildung wieder heruntergefahren und ab 2030 wieder auf dem bisherigen Niveau fortgeführt werden.

Ausbildungsstandorte mit anerkannter Ausbildungsstätte für die Forstwirtsausbildung:

Nossentiner Heide
Billenhagen
Grabow; Standort Kremmin
Güstrow
Schlemmin; Standort Neumühle
Neustrelitz
Poggendorf; Standort Abtshagen
Rothemühl; Standort Löcknitz
Lüttenhagen
Jägerhof

An diesen Ausbildungsstandorten wird der betriebliche Teil (ca. 65 % Zeitanteil) der dualen Berufsausbildung zum Forstwirt bzw. zur Forstwirtin umgesetzt. Der überbetriebliche Teil der dualen Berufsausbildung zum Forstwirt/Forstwirtin erfolgt an der Fachschule für Agrarwirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow-Bockhorst und der berufsschultheoretische Teil an der Berufsschule des Landkreises, ebenfalls am Standort Bockhorst.

Verfassungsbeschwerde gegen den Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ erfolglos

Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde gegen den Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ nicht zur Entscheidung angenommen. Damit ist die Verfassungsbeschwerde erfolglos.

Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat die 2. Kammer des Ersten Senats eine Verfassungsbeschwerde des Naturschutzbundes Deutschland und seines Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern gegen eine Entscheidung im verwaltungsgerichtlichen Eilverfahren betreffend den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Erdgaspipeline „Nord Stream 2“ nicht zur Entscheidung angenommen. Damit ist auch der entsprechende Eilantrag ohne Erfolg geblieben. Die Kammer hat offengelassen, ob einer anerkannten Vereinigung im Rahmen einer nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz erhobenen Klage der Schutz des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG zugutekommt.

Denn schon nach dem Vortrag der Beschwerdeführer war nicht erkennbar, dass das Oberverwaltungsgericht gegen Vorgaben des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG verstoßen hätte. Zwar hat das Gericht ohne nähere Sach- und Rechtsprüfung allein anhand einer Folgenabwägung entschieden, obwohl die Beschwerdeführer geltend gemacht haben, es komme zu irreversiblen Umweltschäden. Droht einem Antragsteller bei Versagung des einstweiligen Rechtsschutzes eine erhebliche, über Randbereiche hinausgehende Verletzung in seinen Grundrechten, die durch eine der Klage stattgebende Entscheidung in der Hauptsache nicht mehr beseitigt werden kann, darf vorläufiger Rechtsschutz von Verfassungs wegen nur dann allein aufgrund einer Folgenabwägung verwehrt werden, wenn es nicht möglich ist, eine – gegebenenfalls auch nur summarische – Rechtmäßigkeitsprüfung in der für eine Eilentscheidung zur Verfügung stehenden Zeit durchzuführen.

Die Beschwerdeführer hätten aber näher darlegen müssen, ob und welche von ihnen im fachgerichtlichen Verfahren geltend gemachten Tatsachenfragen und Rechtsmängel entgegen der Auffassung des Oberverwaltungsgerichts doch summarischer Prüfung zugänglich gewesen wären. Das haben sie nicht getan. Ihr Vortrag lässt auch nicht erkennen, dass die vom Oberverwaltungsgericht vorgenommene Folgenabwägung gegen Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG verstößt oder die Beschwerdeführer in ihrem Recht aus Art. 103 Abs. 1 GG verletzt sind.

Kein gutes Jahr für die Landwirte

Schwerin – „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos!“, mit diesem Satz überschreibt der Minister die aktuelle Situation der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Das aktuelle Dürregeschehen habe ohne Zweifel zum Teil existenzbedrohende Auswirkungen für die Landwirtschaftsbetriebe des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Betroffenheit sei je nach den regionalen Witterungs- und Standortbedingungen unterschiedlich groß. „Das Ausmaß der Dürre zeichnet sich jedoch ab. Die Ernte der Wintergerste ist abgeschossen, da haben wir erhebliche Mindererträge von bis zu 50 Prozent und damit verbundene Mindererlöse von rund 47 Mio. Euro“, so der Minister. „Auch die ersten Ergebnisse weiterer Mähdruschfrüchte deuten darauf hin, dass die Verluste noch höher ausfallen werden als bisher befürchtet. Die Erträge beim Raps liegen demnach nur zwischen 15 und 35 Dezitonnen pro Hektar und beim Winterweizen zwischen 35 und 60 Dezitonnen pro Hektar.“ Außerdem sei abzusehen, dass der 2. und. 3. Schnitt auf den Wiesen und Weiden ausfällt, was die Futterversorgung in den viehhaltenden Betrieben gefährde.

Erst nach Abschluss der gesamten Ernte könnte das Schadensausmaß insgesamt bewertet werden. „Deshalb sind uns im Moment auch noch die Hände gebunden, was finanzielle Hilfen zum Schadensausgleich angeht“, wirbt der Minister um Verständnis bei den betroffenen Landwirten.

Sollte sich im weiteren Ernteverlauf abzeichnen, dass aufgrund widriger Witterungsverhältnisse bei einer erheblichen Anzahl von Betrieben das gesamtbetriebliche Einkommen um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum 3-Jahresdurchschnitt aus den letzten 5 Jahre sinkt, seien Hilfsmaßnahmen zum Schadensausgleich möglich. Dazu zähle der Erlass einer entsprechenden Schadensausgleichsrichtlinie, um finanzielle Unterstützung zu gewähren. Die dafür benötigten finanziellen Mittel müssten aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden. Grundlage dafür sei die „Nationale Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zuwendungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursacht durch Naturkatastrohen oder widrige Witterungsverhältnisse“ vom 29.06.2015.

„In der Zwischenzeit sind wir aber nicht untätig“, betont der Minister. So habe er bereits frühzeitig eine Arbeitsgruppe „Dürre“ eingerichtet, die sich permanent mit dem Erntegeschehen und den Ernteergebnissen beschäftigt. Darin eingebunden seien Vertreter aus dem Ministerium, der Landesforschung, der LMS Agrarberatung GmbH und des Bauernverbandes.

„Das zeigt, wir nehmen die Situation sehr ernst und setzen weiterhin alles daran, den betroffenen Landwirten zu helfen“, sagt der Minister und verweist darauf, dass das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt bereits eine Reihe unterstützender Maßnahmen eingeleitet habe. So würden beispielsweise für die landwirtschaftlichen Flächen in Landesbesitz auf Antrag Pachten gestundet. Gleiches gelte für fällige Steuerzahlungen. „Außerdem bieten wir den Landwirten den zeitweisen Flächenankauf durch die Landgesellschaft (LG M-V) an. Damit wollen wir den Betrieben zu neuer Liquidität verhelfen“, so Backhaus. Sie hätten dann die Möglichkeit, die Flächen innerhalb von sechs Jahren zu gleichen Konditionen von der Landgesellschaft zurückzukaufen.

Auch seien die ökologischen Vorrangflächen für Mahd und Beweidung freigegeben worden, um die viehhaltenden Betriebe im Land zu unterstützen.

„Wir haben außerdem bereits die Banken zu uns an den Tisch geholt und um ihre Unterstützung für die betroffenen Betriebe geworben“, ergänzt der Minister und appelliert auch an den Bauernverband und die Landwirte im Land, sich mit den betroffenen Betrieben solidarisch zu zeigen und diese zum Beispiel bei der Futterversorgung zu unterstützen.

„Ich sehe aber auch weiterhin den Bund in der Pflicht“, so der Minister und verweist auf die im Rahmen des Bund-Länder-Treffens am 10.07.2018 in Brüssel erteilte Zusage des Bundes, noch bis Ende Juli die Abteilungsleiter der Länder zu einer gemeinsamen Beratung einzuladen. Dort sollen sowohl die Auswirkungen der anhaltenden Dürre im Norden als auch der Starkregenereignisse im Süden ausgewertet und daraus abzuleitende Maßnahmen erörtert werden. „MV wird dabei vor allem dafür eintreten, dass sich der Bund auch finanziell an der Bewältigung der nunmehr dritten schlechten Ernte in Folge beteiligt“, sagt der Minister zu.

„Seeweide Naturcamping“ entsteht in Penzlin

Penzlin – Im Ortsteil Werder in der Stadt Penzlin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) entsteht derzeit ein neuer Campingplatz mit 120 Stellplätzen. „Es entsteht ein neues touristisches Angebot inmitten einer beeindruckenden Naturlandschaft am Penzliner Stadtsee. Mit dem Campingplatz bietet sich Gästen eine attraktive Möglichkeit, von dort aus den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte zu erkunden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Mit dem Vorhaben werden zwei neue Arbeitsplätze geschaffen.

Der Campingplatz wird am Großen Penzliner Stadtsee, rund vier Kilometer vom Tollensesee-Radrundweg, auf einem ehemals mit Stallanlagen bebautem Gelände neu errichtet. Neben der verkehrstechnischen Erschließung und der Gestaltung der Außenflächen ist vorgesehen, unter anderem ein Sanitärgebäude, ein Rezeptionsgebäude, ein Spielplatz und eine Minigolfanlage zu bauen. Die Eröffnung des Campingplatzes ist Ostern 2019 geplant.

„Camping wird von einer stetig wachsenden Gästegruppe nachgefragt. Deshalb gilt es, kluge Investitionen zu tätigen, die Qualität und Komfort mit attraktiven Freizeitangeboten kombinieren“, sagte Glawe. Die Campingplätze im Land erzielten nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis März 2018 ein Plus von 79,6 Prozent bei den Ankünften (16.668) und 91,1 Prozent bei den Übernachtungen (58.101).

Die Gesamtinvestitionen des Unternehmens betragen knapp 1,4 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 352.000 Euro.

Nach Angaben des Statistischen Amtes gab es im Zeitraum Januar bis März 2018 im Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte rund 153.000 Ankünfte (+4,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum) und knapp 484.000 Übernachtungen (+8,2 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es mehr als eine Million Ankünfte (+4,9 Prozent) und knapp 3,7 Millionen Übernachtungen (+6,8 Prozent).

LEADER-Förderung für Slawendorf am Zierker See in Neustrelitz

Neustrelitz – Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, hat heute Nachmittag in Neustrelitz einen Zuwendungsbescheid zur Förderung der geplanten Instandsetzungen im Slawendorf Neustrelitz übergeben. „Es ist für mich immer wieder eine dankbare Aufgabe, solche Projekte im ländlichen Raum mit Fördermitteln zu unterstützen“, sagte der Minister. „Ich finde Orte wie diesen ungemein wichtig. Sie sind nicht nur Zeugnis unserer Geschichte, sondern auch eine Investition in die Zukunft des ländlichen Raumes.“ Denn das Slawendorf sei nicht nur ein kulturelles und touristisches Bildungsangebot, es biete darüber hinaus auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und Raum für gesellschaftliche Teilhabe.

Das Slawendorf wurde 1998 eröffnet. In Erinnerung an die slawische Besiedelung der Region wurde ein dem Frühmittelalter nachempfundenes Dorf in alter Bautechnik und mit natürlichen Baumaterialien geschaffen. Eine Ausstellung über das Leben der Slawen, ein 12 Meter hoher Aussichtsturm und das Slawenboot Nakon vervollständigen die erlebnispädagogische Einrichtung der Innovativen Personal- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH (IPSE). Dort bietet sich den Besuchern die Möglichkeit, alte Gewerke wie Flechten, Schnitzen, Töpfern, Schmieden, Speckstein bearbeiten, Kerzenherstellung und Weben vorgeführt zu bekommen und als kreatives Mitmachangebot auszuprobieren.

Nach 20-jähriger Nutzung sind umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an der Dorfanlage und eine Anpassung der Sicherheitseinrichtungen an aktuelle Bauvorschriften erforderlich. Diese etwa 420.000 Euro teuren Baumaßnahmen hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Mecklenburg-Strelitz in ihre LEADER-Vorhabenliste für 2018 aufgenommen, so dass eine Förderung mit ELER-Mitteln in Höhe von 270.000 Euro möglich wurde. Den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von 30.000 Euro trägt die Stadt Neustrelitz.

Kleingärten sind unverzichtbar für eine nachhaltige regionale Entwicklung

Schwerin – Heute fand die 46. Sitzung des Landeskleingartenausschusses statt. Auf der Tagesordnung der turnusmäßigen Beratung stand die Problematik, dass in den großen Städten immer mehr Kleingartenparzellen der Wohnbebauung weichen sollen.

„Dafür habe ich nur bedingt Verständnis. Das Kleingartenwesen hat eine wichtige gemeinschaftliche, soziale und nicht zuletzt integrative Funktion in unserer Gesellschaft, es ist weit mehr als ein bloßer Freizeitvertreib“, betonte der Minister. Es dient dem generationenübergreifenden Miteinander, aber auch der Versorgung mit gesundem Obst und Gemüse und leiste einen wichtigen Beitrag zum Erhalt alter Obst- und Gemüsesorten. „Kleingärten bringen Naturvielfalt in unsere urbanen Räume. Als grüne Lungen sind sie Teil des öffentlichen Grüns in unseren Städten und Gemeinden und deshalb unverzichtbar“, so der Minister.

Backhaus unterstütze deshalb die Position des Landesverbandes der Gartenfreunde, dass die Kommunen für ihre Wohnbebauung zunächst ungenutzte Flächen erschließen sollten, ehe sie Kleingartenanlagen auflösen. „Ich nehme zur Kenntnis, dass es vor allem in den größeren Städten wachsenden Bedarf an Bauland gibt. Das Problem darf aber nicht auf dem Rücken der Kleingärtner ausgetragen werden“, bekräftigte der Minister und verwies auf den hohen Stellenwert, den das Kleingartenwesen im Land für ihn habe. Er forderte die Kommunen daher zum Dialog mit den Kleingärtnern auf. „Gerade Rostock als Bewerber um die Ausrichtung der Bundesgartenschau (BUGA) im Jahr 2025 sehe ich hier in der Verantwortung“, so Minister Backhaus.

Auch das Thema der Kastration von freilebenden Katzen wurde intensiv beraten. Nach Einschätzung des Tierschutzbundes sind Kleingartenanlagen ein Schwerpunktgebiet von Katzenansammlungen geworden. Daher warb der Minister um die Unterstützung der Kleingärtner für das dazu aufgelegte Programm zur Kastration von freilebenden Katzen.

Zum Abschluss würdigte auch der Landeskleingartenausschuss noch einmal die Arbeit und das Engagement des Kleingartenwesens für das Gemeinwohl.

Der Landeskleingartenausschuss wird vom Minister in jeder Wahlperiode berufen und tagt in der Regel einmal jährlich. Er setzt sich aus Vertretern der Landtagsfraktionen der demokratischen Parteien, Vertretern von Städte- und Gemeindetag sowie Landkreistag und natürlich Interessenvertretern der Kleingärtner zusammen. Aufgabe des Ausschusses ist es, den Minister in Angelegenheiten des Kleingartenwesens zu beraten.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es schätzungsweise 80.000 Kleingartenbesitzer, die in rund 1.000 Vereinen organisiert sind und eine Fläche von etwa 3.700 Hektar bewirtschaften. Der Landesgartenverband der Gartenfreunde vertritt davon über 900 Vereine. Mehr als 64.000 Kleingartenbesitzer sind im Landesverband der Gartenfreunde organisiert.

Das Land unterstützt das Kleingartenwesen unter anderem mit jährlich 90.000 Euro für investive gemeinschaftliche Maßnahmen wie Vereinshäuser, Wegebau und Spielplätze, aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Schulungen der Vereinsmitglieder. Damit sind in den letzten 20 Jahren insgesamt fast 1,7 Mio. Euro zur Unterstützung des Kleingartenwesens bereitgestellt worden.

Minister lobt Wettbewerb zur Vermarktung regionaler Produkte aus

Schwerin – Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, lobt einen Wettbewerb „Klein, aber fein aus MV“ aus. Ziel ist das Finden neuer Absatzwege für regional hergestellte Produkte aus Klein- und Kleinstunternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft des Landes. Entsprechende Projekte können bis zum 22. August beim Ministerium eingereicht werden.

„Ich bin immer wieder vor allem kleineren Betrieben begegnet, die Ideen für die Vermarktung regionaler Produkte hatten, denen aber das Geld fehlte, die Umsetzung anzugehen. Diesen wollen wir mit dem Wettbewerb eine Möglichkeit eröffnen, um regionale Wertschöpfungsketten zu stärken“, sagt der Minister. Beispielsweise gehe es um die Platzierung regionaler Marken in der Gastronomie, die Lebensmittel aus Mecklenburg-Vorpommern über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen.

Die Ausschreibung des Wettbewerbs ist auf der Internetseite des Landwirtschaftsministeriums einsehbar und kann von dieser Seite heruntergeladen werden.

Eine Jury entscheidet, welches der eingereichten Projekte in welchem Umfang unterstützt werden kann. Erst dann kann ein formeller Förderantrag gestellt werden. Deshalb reicht zunächst das Einreichen von Ideenskizzen entsprechend der Vorgaben der Ausschreibung. Die Einzelzuwendung ist auf 50.000 Euro begrenzt.

Die Jury ist bereits berufen. Ihr gehören neben dem Landwirtschaftsminister die Vorsitzende des Agrarausschusses des Landtages, Elisabeth Aßmann, die Geschäftsführerin der GGAB Agrarbetriebs Groß Grenz, Dr. Kathrin Naumann sowie Prof. Michael Harth von der Hochschule Neubrandenburg und Klaus Uwe Scheifler von der IHK zu Schwerin an.

Werbung für Teilnahme an Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Linstow – In Dobbin-Linstow hat jetzt die vierte und letzte Regionalkonferenz stattgefunden, auf denen die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (StÄLU) im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft- und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern über die Möglichkeiten des Landes zur Förderung von investiven Maßnahmen bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bzw. des Naturschutzes in Natura 2000-Gebieten informierten. Schwerpunkt der heutigen Konferenz des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg war die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

In der WRRL verlangt die EU die Herstellung eines guten chemischen und ökologischen Zustandes der Gewässer bis spätestens 2027. In Mecklenburg-Vorpommern sind neben dem Grundwasser und den Küstengewässern mehr als 200 Seen und etwa 8.000 Kilometer Fließgewässer betroffen. „Unsere Bilanz ist leider bisher ziemlich ernüchternd“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus. Keines der Küstengewässer und nur 3 Prozent der berichtspflichtigen Fließgewässer sowie 18 Prozent der berichtspflichtigen Seen würden einen guten ökologischen Zustand aufweisen.

„Die Nebel ist im Abschnitt zwischen Linstow und Dobbin dagegen ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Wiederherstellung des guten Gewässerzustandes“, erklärte Minister Dr. Till Backhaus. „Wir wollen möglichst für alle Gewässer im Land so einen guten Zustand erreichen – aber das ist noch ein langer Weg.“

Seit 2015 sind die Maßnahmenprogramme in Kraft gesetzt, die bis 2021 umzusetzen sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Wiederherstellung einer naturnahen Gewässerstruktur und dem damit verbundenen Abflussverhalten des Gewässers.

Dafür sind vorgesehen etwa 900 strukturverbessernde Maßnahmen der Gewässer und ihrer Uferbereiche, rund 700 Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit an Querbauwerken und wasserbaulichen Anlagen für Wasserlebewesen, rund 500 Maßnahmen zur Optimierung der Gewässerunterhaltung bzw. das Zulassen einer eigendynamischen Gewässerentwicklung. 2021 sind die Maßnahmenpläne zu aktualisieren, um bis 2027 den geforderten guten Zustand der berichtspflichtigen Gewässer zu erreichen.

Den Teilnehmern der Regionalkonferenz wurde unmittelbar vor der Konferenz die Renaturierung des 2,5 Kilometer langen Abschnitts der Nebel zwischen der Autobahn bei Linstow und der Brücke Dobbin vorgestellt. Hier wurde von 2012 bis 2015 ein weitgehend natürlicher Verlauf der Nebel wiederhergestellt. Mit einem Aufwand von rund 230.000 Euro Planungs- und 450.000 Euro Baukosten wurden drei WRRL-Maßnahmen fertiggestellt, die mit Naturschutzmaßnahmen und zwei Bodenordnungsverfahren für den 40 Meter breiten Gewässerentwicklungsstreifen kombiniert waren.

Rund 55.000 EUR Fördermittel für Gemeinde Suckow

Suckow – Orkanartiger Sturm und Starkregen hatten in der Gemeinde Suckow in den Abendstunden des 30. Mai 2017 zum Glück keine Personenschäden, aber zahlreiche Sachschäden zur Folge. Bäume wurden entwurzelt und fielen auf Straßen und Gehwege, Geräte auf einem neu geschaffenen Spielplatz wurden beschädigt. Die Einsatzkräfte mehrerer alarmierter Feuerwehren aus der Region haben noch in den Abend- und Nachtstunden die dringlichsten Hilfsmaßnahmen durchgeführt, um weitere Gefahren für die Einwohner des Ortes abzuwenden. Unterstützung u.a. bei den Aufräumarbeiten kam auch von der Nachbargemeinde Marnitz.

Durch die dringlichen Sicherungs- und notwendigen Wiederherstellungsmaßnahmen entstanden der Gemeinde nicht vorhersehbare Kosten. Ein Großteil davon wird das Land tragen. Innenminister Lorenz Caffier übergab heute an den Bürgermeister Jürgen Kühl einen Förderbescheid über 55.407,00 EUR. „Wie seinerzeit der Stadt Bützow helfen wir auch der Gemeinde Suckow in einer solchen Situation“, so Minister Caffier. „Was vor über einem Jahr passierte, wird im Dorf sicher niemand so schnell vergessen. Man wird sich aber auch daran erinnern, wie alle gemeinsam angepackt haben, um die entstandenen Schäden zu beseitigen.“

17. Internationales Junior Ranger Camp im Müritz-Nationalpark eröffnet

Schwerin – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus begrüßte heute im Müritz-Nationalpark die rund 50 Teilnehmer des Internationalen Junior Ranger Camps, das in diesem Jahr unter dem Motto “Discover Europe‘s Wild Heritage“ („Entdecke das wilde Erbe Europas“) steht. „Umweltbildung für Kinder und Jugendliche hat für uns einen hohen Stellenwert“, betonte der Minister. „Denn um unsere einzigartige Naturausstattung zu erhalten, braucht es heute und in Zukunft engagierte Menschen.“

An dem einwöchigen Camp in der Jugendbildungsstätte des Nationalparkamtes Müritz nehmen 17 Gruppen aus 13 Ländern teil, darunter Gruppen aus Estland, Schweden, Schottland, Spanien, Italien und Israel sowie vier Gruppen aus Deutschland. Auf dem Programm steht unter anderem der Besuch der auch international bedeutsamen Naturschönheiten der Region, wie die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Buchenwälder und das erste deutsche Nationale Naturmonument Ivenacker Eichen. Die Kinder und Jugendlichen werden sich aber auch an Arbeitseinsätzen zur Pflege der Moore beteiligen.

Nicht zuletzt dient das Camp dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Erfahrungsaustausch über die nationalen Grenzen hinweg. „Naturschutz darf nicht an Ländergrenzen Halt machen. Deshalb ist es schön zu sehen, dass der Respekt vor der Natur als eine gemeinsame Wertebasis junge Menschen von nah und fern zusammenbringt“, sagte der Minister. Das sei in der heutigen Zeit längst nicht mehr selbstverständlich – mit Blick auf die klima- und umweltpolitischen Herausforderungen aber umso wichtiger, so der Minister.

Der Dachverband der Großschutzgebiete Europas, die Europarc Federation, schreibt seit 2002 jedes Jahr ein internationales Treffen der Jugendgruppen aus, die ähnlich der deutschen Junior Rangers in Nationalparks, Biosphärenreservaten oder Naturparks organisiert sind und diese unterstützen.

Mehr Bio in MV – Potenzial öffentlicher Verpflegung nutzen

Rostock – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus nahm heute auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft der ökologischen Anbauverbände Mecklenburg-Vorpommern an deren diesjähriger Sommerreise teil. Die Reise zu Betrieben des ökologischen Landbaus und der Rostocker Uni-Mensa Süd stand unter der Überschrift „Mehr Bio in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“.

„Mecklenburg-Vorpommern ist in Sachen Ökolandbau ganz weit vorn. Um auf diesem erfolgreichen Kurs zu bleiben, ist die Erschließung neuer Absatzmärkte besonders wichtig“, betonte der Minister. Dabei sei die bio-regionale Verpflegung in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ein wichtiger Baustein. „Angesichts von 7,5 Millionen Gästen mit fast 30 Millionen gebuchten Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2017 sehe ich aber auch in der Gastronomie deutlich mehr Potenzial für den Absatz von regionalen und saisonalen Bio-Produkten“, so der Minister.

Klare Strategie des Landwirtschaftsministeriums ist daher vor allem eine stärkere Vernetzung auf der Angebotsseite. „Hierfür müssen schnellstmöglich Lösungsvorschläge auf den Tisch. Ich denke da zum Beispiel an die Zusammenstellung von Bio-Angebotspaketen für die Gastronomen und Kantinenbetreiber im Land“, sagte der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt den Aufbau eines solchen „Netzwerkes Ökologischer Landbau“ in den Teilnetzwerken Ackerbau, Tierhaltung, Gartenbau sowie Verarbeitung und Gastronomie im Zeitraum von Oktober 2016 bis Oktober 2019 mit über 550.000 Euro. Um auch auf der Nachfrageseite weiter voranzukommen, erarbeitet das Ministerium zudem einen Leitfaden, wie Gastronomen und Kantinenbetreiber Bioprodukte zukünftig noch gezielter verwenden und bewerben können.

„Unser erklärtes Ziel ist es, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite ein schlüssiges Konzept vorlegen“, bekräftigte Backhaus. Dies gehe jedoch nicht ohne die aktive Mitgestaltung der Ökobranche. “Ich bin sicher, dass wir den Anteil der ökologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe erhöhen können, wenn diese Betriebe den Absatz ihrer kostenintensiven Bioprodukte gesichert sehen.“ Der Minister forderte die ökologischen Anbauverbände mit ihren Vermarktungseinrichtungen daher auf, sich noch stärker in die Vermarktung ökologischer Erzeugnisse einzubringen.

Gleichzeitig sei aber auch die Beratung und Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben wichtig, die auf die ökologische Wirtschaftsweise umstellen wollen. „Auch da sehe ich die Anbauverbände noch stärker in der Pflicht“, so der Minister. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt die Beratung zu Fragen des ökologischen Landbaus mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit einem Fördersatz von 90 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern lag der Zuwachs an ökologisch bewirtschafteter Fläche zwischen Januar und Mai 2018 bei 9.662 Hektar. Insgesamt werden aktuell damit bereits mehr als 149.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Das sind 11,1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. 944 Landwirtschaftsbetriebe und damit fast jeder 5. Betrieb (19,3 %) wirtschaftet ökologisch.

Das von der Landesregierung festgesetzte Ziel, bis zum Jahr 2021 im Land eine Fläche von 150.000 Hektar ökologisch zu bewirtschaften, wird voraussichtlich bereits zur Jahresmitte 2018 erreicht. Die Landesregierung wird sich auch weiterhin nachdrücklich für die erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus einsetzen. Dazu wurde das Landesprogramm zur Stärkung und Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus in MV „Öko-Kompetenz MV 2020“ erarbeitet. Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft „Regionalität“ aus dem Gesundheits- und Tourismusland MV deutlich mit der Eigenschaft aus „ökologischen Landbau“ und „ökologischer Tierhaltung“ zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.

Big Jump 2018

Umweltminister feiert Renaturierungserfolg an der Nebel

Linstow – Umweltminister Dr. Till Backhaus eröffnete heute (08. Juli) im Dorf Linstow mit einem Sprung in den Linstower See den Internationalen Flussbadetag „Big Jump“ in Mecklenburg-Vorpommern. „Hinter diesem spaßigen Event steht ein ernstes Anliegen. Wir wollen damit ein Zeichen setzen für lebendige und saubere Gewässer – denn Wasser ist Leben“, betonte der Minister. Die vom Europäischen Flussnetzwerk ERN initiierte Badeaktion soll erfolgreich sanierte Flüsse feiern und gleichzeitig auf Probleme bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aufmerksam machen.

In der WRRL verlangt die EU die Herstellung eines guten chemischen und ökologischen Zustandes der Gewässer. In Mecklenburg-Vorpommern sind davon rund 200 Seen und 8000 Kilometer Fließgewässer betroffen. „Die Nebel, die den Linstower See durchquert, ist ein hervorragendes Beispiel für eine gelungene Wiederherstellung des guten Gewässerzustandes, wie sie die Wasserrahmenrichtlinie fordert“, erklärte Minister Dr. Till Backhaus. „Wir wollen möglichst für alle Gewässer im Land so einen guten Zustand erreichen – aber das ist noch ein langer Weg.“

Seit 1994 wurden insgesamt mehr als 7 Mio. Euro in 25 verschiedene Projekte an der Nebel investiert. Zwischen ihrer Quelle am Malkwitzer See und der Mündung in die Warnow wurden die Strukturvielfalt erhöht und Einträge in das Gewässer verringert. Infolge dessen sind für die Nebel wieder 28 Fischarten belegt, darunter auch das Bachneunauge als einzige Rundmaulart. Mit einer Wanderung zu renaturierten Abschnitten konnten sich die Teilnehmer des Big Jump selbst von den Erfolgen an der Nebel überzeugen.