Wölfin Naya aus Lübtheen wanderte 700 Kilometer bis kurz vor Brüssel

Schwerin – Wölfin Naya aus Mecklenburg-Vorpommern ist von der Lübtheener Heide aus bis nach Flandern gewandert. Derzeit hält sich das Tier auf einem Truppenübungsplatz 70 Kilometer vor Brüssel auf. Damit ist Naya der erste wilde Wolf, der seit mehr als hundert Jahren in Belgien gesichtet wurde.

Naya war im Mai 2016 im Lübtheener Rudel geboren und im Herbst 2016 mit einem Halsbandsender ausgestattet worden. Im Oktober 2017 hatte sich die Fähe erstmals von ihrem Rudel getrennt, um sich auf die Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier zu begeben. Dank Peilsender an ihrem Halsband lässt sich ihr Weg sehr genau verfolgen.

Am 10. Oktober hatte sich Naya zunächst in Richtung Lauenburg in Schleswig-Holstein bewegt, kehrte dann aber zu ihrem Rudel zurück. Am 23. Oktober überquerte sie die Elbe und wanderte durch Niedersachen und Sachsen-Anhalt nach Süden. Ende Oktober hielt sich die Wölfin bei Wolfsburg auf, um dann nach Westen weiterzulaufen. Nach vergeblichen Versuchen, die A27 zwischen zwischen Verden und Walsrode zu überqueren, gelang ihr der Übergang über die A1 zwischen Diepholz und Osnabrück am 17. Dezember. In der Weihnachtszeit hatte Naya die Grenze von Deutschland zu den Niederlanden überquert; am 2. Januar zog sie nach Belgien weiter. Insgesamt legte sie von Lübtheen aus eine Strecke von rund 700 Kilometern zurück.

Naya ist einer von derzeit vier Wölfen aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Peilsender Daten zu Aktionsradius, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen liefern. Das 2011 gestartete, an der TU Dresden angesiedelte und aus Mitteln der Jagdabgabe Mecklenburg-Vorpommerns unterstützte „Forschungsprojekt Wolfstelemetrie“ unterstützt das Wolfsmonitoring des Landes.

In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit drei Wolfsrudel. Der Aktionsradius eines wildlebenden Rudels in Mitteleuropa erstreckt sich über 200 bis 300 Quadratkilometer. Im Alter von etwa ein bis zwei Jahren wandern Wölfe von ihrem Rudel ab, um ein eigenes Territorium zu finden. Wölfe ernähren sich zu mehr als 90 Prozent von Schalenwild – vor allem von Reh –, außerdem von Rotwild und Damwild, auch von Hasen oder Bibern. Nur etwa 1 Prozent der Wolfsnahrung machen Nutztiere aus.

MoorFutures stehen weiter hoch im Kurs

Schwerin – Für die in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten Kohlenstoffzertifikate MoorFutures konnte mit der Unternehmensberatung Cassini ein weiterer Käufer gewonnen werden. Das Unternehmen wird einen Teil seiner dienstreisebedingten Treibhausgasemissionen durch den Kauf von MoorFutures freiwillig kompensieren. „Es freut mich sehr, dass unsere MoorFutures so gut angenommen werden“ sagte Umweltminister Dr. Backhaus. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen“, so der Minister.

Bei den MoorFutures handelt es sich um ein Finanzierungsinstrument zur Minderung des Ausstoßes von Treibhausgasen durch das Wiedervernässen trocken gelegter Moore. Die Emission aus den Mooren ist die mit Abstand größte Treibhausgas-Einzelquelle des Landes.

Im Sommer 2012 wurde mit dem Polder Kieve das weltweit erste Projekt zur Generierung von Kohlenstoffzertifikaten auf Basis von Moorwiedervernässungen gestartet. Aktuell sind die Zertifikate nahezu verkauft. „Wer hier noch zum Zuge kommen möchte, sollte sich beeilen“, so der Minister.

Aus der Wiedervernässung des Polders Kieve im Sommer 2012 ergibt sich eine Emissionsminderung von gut 14.000 Tonnen Treibhausgas. In gleicher Zahl werden MoorFutures zum Einzelpreis von 35 Euro aufgelegt. Davon wurden bereits etwa 13.000 verkauft. Als Erlös stehen bislang mehr als 450.000 Euro zusätzlich für den Klimaschutz bereit, in diesem Falle für Moorwiedervernässungen.

Zu den größten Einzelinvestoren beim Kauf der Kohlenstoffzertifikate gehören die WEMAG AG, die Commerzbank AG und jetzt auch die Unternehmensberatung Cassini. Daneben kaufen auch zahlreiche Privatpersonen MoorFutures, darunter der renommierte Klimaforscher Professor Stefan Rahmstorf.

Neue Uferwand sichert Warnemünde gegen Sturmflut

Warnemünde – Umweltminister Dr. Till Backhaus gab jetzt den Startschuss für den Bau einer neuen Sturmflutschutzmauer am südlichen Ende des Alten Stroms in Warnemünde. Die Baumaßnahme des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Mittleres Mecklenburg ist ein wichtiger Teil des Sturmflutschutzsystems Warnemünde.

Errichtet wird am südlichen Alten Strom eine Ufermauer aus Stahlspundwänden, verbunden mit einer Kaitragplatte aus Stahlbeton. Diese Konstruktion lässt sich bei Bedarf in späteren Jahren aufstocken. „Ein solches Sturmflutschutzbauwerk ist bisher einmalig an der mecklenburgischen Ostseeküste“, betonte Minister Backhaus.

In ihrer ersten Ausbaustufe wird die Sturmflutschutzwand ganze fünf Zentimeter höher sein als die knapp 50 Jahre alte erneuerungsbedürftige Vorgängerkonstruktion. Die Oberkante des Bauwerks liegt dann bei 2,75 Meter über Normalhöhe Null (NHN). Sie hält Wasserständen bis 2,50 Meter NHN stand. „Damit ist der Sturmflutschutz für die kommenden Jahrzehnte gesichert“, so Minister Backhaus. Legt man die aktuelle Annahme über einen Meeresspiegelanstieg von 50 Zentimetern in 100 Jahren zugrunde, würde ein Aufstocken der Sturmflutwand um das Jahr 2060 notwendig werden. In einer zweiten Ausbaustufe könnte die Ufermauer dann auf 2,95 Meter erhöht werden und so Sturmflutereignissen mit Wasserständen bis 2,70 Meter NHN standhalten. „Damit können künftige Generationen flexibel auf klimabedingt höhere Wasserständen reagieren“, sagte der Minister weiter.

Bund und Land werden insgesamt rund 9 Millionen Euro aus dem nationalen Förderfonds „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) in den Ausbau des Sturmflutschutzsystems für Warnemünde investieren.

Mit der Bauausführung ist die Firma Claus Wieben Bauunternehmung GmbH & Co. KG beauftragt, die Fertigstellung der Maßnahme ist im Sommer 2019 geplant.

Das Projekt, für das erste Planungen bereits 1999 erfolgt waren, wird in den kommenden Jahren mit zwei weiteren Großvorhaben komplettiert. Zunächst wird im Zusammenhang mit dem Bahnhofsumbau der Lückenschluss auf der Warnemünder Mittelmole erfolgen, bevor der letzte Teilabschnitt vom Bahnübergang Werftanschlussgleis bis nach Groß Klein realisiert wird. Die Gesamtkosten werden dann bei 20 Millionen Euro liegen.

Der Bereich zwischen Warnemünde und Groß Klein ist sowohl von der Ostsee als auch vom Alten und Neuen Strom und vom Breitling her überflutungsgefährdet. Zum Sturmflutschutzsystem gehören auch die vorausgegangenen Dünenverstärkungen in Warnemünde West, der Einbau eines geotextilen Dammes vor dem Hansehotel und Erhöhungen der Straßen Am Passagierkai und Am Bahnhof sowie der Werftallee.

Neugestaltung des Mühlengrabens in Demmin

Demmin – Am Montag (15.01.2018) übergibt die Staatssekretärin im Bauministerium, Ina-Maria Ulbrich, in Demmin einen Zuwendungsbescheid über 637.500 Euro an den Bürgermeister der Stadt Dr. Michael Koch für die Neugestaltung des Mühlengrabens. Die Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) dienen der integrierten nachhaltigen Stadtentwicklung.

Der Mühlengraben durchquert das Stadtgebiet von Demmin und ist derzeit unter anderem durch Ablagerungen in seiner Funktion gestört. Die Stadt Demmin beabsichtigt daher, den Querschnitt der wasserführenden Flächen des Mühlengrabens zu reduzieren. Dadurch soll durch einen verbesserten Wasserdurchfluss eine bessere Sauerstoffsättigung des Wassers sowie eine Verringerung der Ablagerungen erreicht werden.

Die Umsetzung des Projektes erfolgt unter Beachtung der Verbesserung der städtischen Umweltqualität unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderung des Hochwasserschutzes im Bereich des offenen Mühlengrabens. Die Maßnahme dient auch der Naherholung der Einwohner der Hansestadt Demmin.

Für das Bauprojekt war ein vorzeitiger Vorhabenbeginn genehmigt worden, sodass bereits im Herbst mit Vorarbeiten begonnen werden konnte.

Minister Backhaus: Boden für Landwirtschaft wird knapper

Güstrow – „Die konventionelle Landwirtschaft muss ökologischer werden.“ Das forderte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus am heutigen Abend auf der 15. Agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Güstrow. Auf der Tagung, die die Situation der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beleuchtete, stellte der Minister den Zwiespalt dar, dem moderne Agrarwirtschaft unterworfen ist. Einerseits sei die Produktion gesunder und preiswerter Lebensmittel unter Berücksichtigung von Tierwohl, Gewässer- und Bodenschutz, Artenvielfalt und Klimaschutz gesellschaftlich gefordert. Andererseits seien Landwirte neben zunehmenden Extremwetterlagen und schwer vorhersehbaren Preisentwicklungen einem starken Wettbewerbsdruck sowie hohen Pachtkosten und Flächenpreisen ausgesetzt. Obendrein hätten sie zahlreiche nationale und europäische Rechtsvorschriften und Berichtspflichten einzuhalten.

„Verfügbare Acker- und Grünlandflächen in Deutschland werden immer knapper und treiben die Kauf- und Pachtpreise in die Höhe“, berichtete Backhaus. Die Kaufpreise für Boden in MV waren nach einer 20- bis 30-prozentigen Steigerung in den Jahren 2009 bis 2011 im Jahr 2016 erneut kräftig gestiegen und hatten sich seit 2010 mehr als verdoppelt. „2015 haben die Kaufpreise für landwirtschaftliche Nutzflächen in MV erstmals den bundesweiten Durchschnitt überschritten. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern die höchsten Preise der neuen Bundesländer“, so der Minister.

Auch die Pachtausgaben der Landwirte sind gestiegen. Stärker als die Bestandspacht – sie lag 2016 in MV bei 245 Euro je Hektar – stiegen die Neupachten, also die Preise für Pachtungen in den zurückliegenden zwei Jahren. Lagen sie 2016 noch bei 342 Euro je Hektar, so stiegen sie bis zum 31.10.2017 auf 361 Euro je Hektar. Bei der anhaltenden Verknappung von Boden spielten auch Geldanlagen nichtlandwirtschaftlicher Investoren eine Rolle, sagte der Minister.

Indessen wächst der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in MV. Derzeit bewirtschaften 883 landwirtschaftliche Betriebe etwa 135.827 Hektar Ackerland ökologisch. Von Juni 2015 bis Juni 2017 wuchs der Anteil der Öko-Ackerfläche um 16.750 Hektar auf 10,1 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche an. Insgesamt sind 1.141 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft in MV nach EU-Ökoverordnung zertifiziert. „Das Verbraucherbewusstsein für ökologisch, regional und saisonal erzeugte Produkten steigt“, so Backhaus. Deshalb müsse die konventionelle Landwirtschaft ökologischer werden. „Mit Blick auf nachfolgende Generationen ist es unser Auftrag, die natürlichen Ressourcen zu bewahren“, sagte er.

Minister Backhaus verwies auf sein Anfang Dezember in Berlin und Brüssel vorgestelltes Modell für eine gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) nach 2020. Sein Modell sieht unter anderem vor, die bisherigen Direktzahlungen an die Landwirte auf eine Grundprämie zu kürzen und deren Zahlung an das Erbringen freiwilliger ökologischer Leistungen zu koppeln. Die Vergütung für ökologische Leistungen – sie könnten die bisherigen AUKM und den ökologischen Landbau umfassen – soll dazu um 15 bis 30 Prozent gegenüber dem jetzigen Niveau angehoben werden. „Damit bauen wir die Zahlungen zu ökologischen Direktzahlungen um“, erklärte Dr. Backhaus. Erstmals könne der Landwirt mit dem Erbringen ökologischer Leistungen sein Betriebsergebnis aufstocken. „Das ist ein deutlicher Leistungsanreiz, um die europäischen Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen“, so Minister Backhaus.

Kliffabbrüche an Rügens Nordküste

Insel Rügen – An der Nordküste Rügens ist es in den vergangenen Tagen zu zwei größeren Kliffabbrüchen gekommen. Die Abbrüche ereigneten sich vermutlich bereits am Ende der ersten Januarwoche. Ein großer Abbruchbereich befindet sich ca. 200 Meter südlich der Rettungsleiter am Kieler Bach – etwa in der Mitte der Strecke zwischen Königssstuhl und Saßnitz. Experten schätzen das Volumen des Abbruchs auf 4.000 Kubikmeter.

Grund für den Abbruch ist ein Bach aus Niederschlagswasser, das aus einer eiszeitlichen, sandigen Sedimentschicht in der Kreide austritt. Derzeit laufen dort pro Tag ca. 50 Tonnen Wasser über das Steilufer in die See, wobei Sediment ausgewaschen und das Kliff destabilisiert wird.

Der zweite größere Abbruch ereignete sich ca. 800 m weiter südlich und umfasst ca. 2.000 Kubikmeter Sediment. Dort ist ein seit Jahren deutlich sichtbarer Überhang abgebrochen.

An zwei weiteren Uferbereichen kam es außerdem zu Sedimentrutschungen. Etwa 1500 Meter südlich vom Abstieg Kieler Bach hatte sich bereits 2008 ein Kliffabbruch ereignet, aus dessen Schuttkegel nun nachgesackter und ausgeschwemmter Sand einen etwa 100 Meter langen Strandabschnitt komplett zugeschüttet hat.

Im Grenzbereich des Nationalparks zur Stadt Saßnitz befindet sich eine Sandlinse in der Kreide, aus der bereits seit Jahrzehnten terrassenförmige Bereiche nachrutschen. Dort ist jetzt eine Baumgruppe mit ihrem Wurzelbereich den Hang hinab gerutscht und steht teilweise im Wasser.

Umweltminister Dr. Till Backhaus mahnt Spaziergänger an Rügens Küste zur Vorsicht: „An aktiven Kliffs wie diesem besteht dauerhaft die Gefahr von Abbrüchen. Im Frühjahr ist die Gefahr besonders hoch. Hier besteht Lebensgefahr! Halten Sie sich unbedingt an die vorgeschriebenen Wege und an die Gebotsschilder!“

Nach den starken Niederschlägen der vergangenen Monate sind die Kliffs wassergesättigt und dadurch instabiler als in Trockenphasen. Der Rückgang der Steilufer an den Außenküsten ist ein natürlicher Vorgang. Aktive Kliffs gibt es u. a. in Großklützhöved, Nienhagen, am Fischlandhochufer, am Dornbusch, in Sellin, Göhren, Zempin und Koserow. Hier sind Abbrüche am wahrscheinlichsten. Gefährdete Kliffs sind durch fehlenden oder im Abrutschen befindlichen Bewuchs gut erkennbar.

Kreide ist ein Sediment, das zu 98 Prozent aus den Resten mikroskopisch kleiner Organismen besteht, die zur Kreidezeit im Wasser lebten und ein Kalkskelett hatten. Der an der Küste im Nationalpark Jasmund nun sichtbare Teil dieser Sedimente ist vor rund 68 Mio. Jahren gebildet worden.

In der nachfolgenden Zeit wurden die Kalksedimente im Meer überlagert und verfestigt. Durch tektonische Kräfte und durch die Eiszeit wurde eine Kreidescholle aus dem Untergrund der Ostsee wieder heraus gehoben und dabei stark deformiert. Dadurch ist die Kreide in sich in kleine Stücke zerbrochen. Auf diesen Bruchflächen kann Wasser durchsickern und es bilden sich dabei Gleitbahnen aus. Deshalb gibt es auch nach niederschlagsreichen Zeiten mehr Abbrüche als in trockenen Zeiten.

Zudem hat die Eiszeit selbst Sedimente hinterlassen, die heute auf der Kreide liegen. Dabei handelt es sich um Sand und Geschiebemergel (Kalk-, Ton-, Sand-Gemisch). Der Sand ist ein guter Grundwasserleiter. Bei der Deformation der Kreide in der Eiszeit ist diese in große Schollen zerbrochen, die teilweise untereinander geschoben wurden. Dabei wurden die ursprünglich auf der Kreide liegenden Sedimente in die Kreide eingefaltet. Auch der größere Abbruch am Kieler Bach passierte in einer solchen eiszeitlichen Sedimentauflage.

„Fleischatlas 2018“ veröffentlicht

Heinrich-Böll-Stiftung und BUND fordern Umbau der Tierhaltung

Berlin – Die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Le Monde Diplomatique haben heute in Berlin den „Fleischatlas 2018 – Rezepte für eine bessere Tierhaltung“ veröffentlicht. Der nunmehr vierte Fleischatlas enthält zahlreiche Daten, Fakten und Grafiken zu den drängendsten Problemen der industriellen Fleischproduktion und konkrete Lösungsansätze für eine bessere Tierhaltung.

Ein ökologischer Wandel in der Tierhaltung sei nur mit neuen politischen Strategien und einem geschärften Bewusstsein bei Verbrauchern möglich, so die Organisationen. Der BUND und die Heinrich-Böll-Stiftung werfen der Bundesregierung Handlungsunwilligkeit vor und fordern den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung endlich zu beginnen. Dazu gehöre auch, eine verpflichtende Kennzeichnung bei Fleisch einzuführen – vergleichbar der Eier-Kennzeichnung, die dazu geführt habe, dass Eier aus Käfighaltung ausgelistet wurden.

Ein zentrales Problem der industriellen Tierhaltung sei die exorbitante Güllebelastung der deutschen Böden und Grundwasser. Dagegen könne laut BUND und Heinrich-Böll-Stiftung nur eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse und eine konsequente Begrenzung der Tiermengen pro Hektar helfen. Der Richtwert dürfe zwei Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreiten, das sind zwei Rinder oder zehn ausgewachsene Schweine. Es sei deshalb unumgänglich, dass einzelne Gemeinden wie Vechta oder Cloppenburg in Niedersachsen ihre Bestände massiv abstocken.

Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, sagte: „Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heute die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern. Zudem trägt kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung und zur Gefährdung unserer Gesundheit bei wie die industrielle Fleischproduktion. Laut Prognosen wird die Nachfrage nach Fleisch bis zum Jahr 2050 voraussichtlich noch einmal um bis zu 85 Prozent steigen. Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, ist dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es ist höchste Zeit, dass politisch umgesteuert wird. Ein Hebel dazu ist eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. Jedes Jahr gibt die EU knapp 60 Milliarden Euro für agrarpolitische Maßnahmen aus. Dieses Geld sollte zukünftig in Maßnahmen für eine ökologischere und tiergerechtere Landwirtschaft fließen, damit der Graben zwischen umweltpolitischen Notwendigkeiten und den Wünschen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Landwirtschaft nicht noch größer wird. Der Fleischatlas 2018 zeigt konkret für Deutschland praktikable Lösungsstrategien für eine ökologische und global nachhaltige Gestaltung der Fleischproduktion.“

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, sagte: „Abgesehen von Ankündigungen ist in den vergangenen Jahren wenig passiert, um die Bedingungen in der Nutztierhaltung zu verbessern. Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr die Weichen für einen nachhaltigen Umbau der Tierhaltung stellen. Saubere Gewässer und gesunde Böden kann es nur geben, wenn die Tierhaltung wieder an die Fläche gebunden wird. Wichtig ist dabei auch die Einführung einer verbindlichen staatlichen Haltungskennzeichnung. Ein freiwilliges Tierwohllabel mit laschen Anforderungen, wie es Agrarminister Christian Schmidt vorschlägt, reicht für eine echte Trendwende nicht aus. Ein tiergerechter, ökologischer Wandel der Tierhaltung wird von einer Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt, dem muss die neue Regierung Rechnung tragen.“

Grüne Woche als Bühne für neue Ernährungstrends und Politik

Schwerin/Berlin – Mecklenburg-Vorpommern präsentiert sich vom 19. bis zum 28. Januar 2018 bereits zum 27. Mal auf der Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin. Zum 19. Mal ist MV mit einer eigenen Länderhalle dabei.

„Die Grüne Woche ist ein internationales Diskussionsforum mit über 300 Fachveranstaltungen. Internationale Ministerien und Nahrungsmittelproduzenten kommen miteinander und mit Verbrauchern ins Gespräch“, so Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Für Fachpublikum und Verbraucher ist die Grüne Woche mit mehr als 100.000 Spezialitäten aus aller Welt Präsentationsort für die Land- und Ernährungswirtschaft verschiedenster Regionen.

Backhaus wird auf der IGW sein Modell einer Europäischen Agrarpolitik nach 2020 vorstellen. Zu seinen Gesprächspartnern gehören neben dem Vizepremierminister des Leningrader Gebietes, Oleg Malaschtschenko und Delegierten aus Usbekistan auch der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth sowie der Minister für Umwelt- und Verbraucherschutz des Saarlandes und der Minister für Ländliche Räume Baden-Württemberg, außerdem der Präsident des Bundesintitutes für Riskobewertung.

„Die Ernährungswirtschaft mit einem Umsatz von 3,2 Mrd. Euro zwischen Januar und August 2017 und mit einem Umsatzanteil am verarbeitenden Gewerbe von 34,9 % ist einer der wichtigsten Industriezweige im Land Mecklenburg-Vorpommern“, berichtet Dr. Backhaus.

„Lebensmittel liegen aus der Region liegen seit Jahren im Trend. Rund zwei Drittel der Verbraucher bevorzugen regionale Produkte, weil sie den Erzeugern in ihrer Umgebung vertrauen und die Wirtschaft vor Ort fördern wollen“, so der Minister. Derzeit gibt es an die 150 bedeutende Initiativen zur regionalen Vermarktung, die über den lokalen Verkauf auf Märkten oder in Hofläden hinaus tätig sind.

Minister Backhaus sieht die Chancen für Klein- und Kleinstunternehmen in der Regionalität: „Unser Ziel ist es, entsprechende Initiativen und Projekte zu unterstützen. Die Regierungsfraktionen haben zusätzlich zur Förderung des ländlichen Raums einen Strategiefonds im Umfang von 2,7 Mio. Euro aufgelegt, um konkrete Projekte zu fördern. Die SPD-Fraktion hat sich entschieden, Mittel aus dem Strategiefonds vor allem zum Nutzen von Klein- und Kleinstunternehmen gezielt einzusetzen. Dafür stellen wir 600.000 Euro für den Agrarmarketingverein zur Verfügung, der federführend am Ausbau der Regionalvermarktung in MV arbeitet“ so Backhaus.

Auf der Grünen Woche werden sich auf 1.798 m2 63 Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Verbände, Vereine und Institutionen aus MV in der Länderhalle 5.2b präsentieren. Seit vielen Jahren dabei sind z. B. die Mecklenburger Kartoffelveredlung, die Mecklenburgische Brauerei Lübz oder die LFW Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG.

Neu auf der IGW sind alle Unternehmen am Stand des Projektes Land(Auf)Schwung, z. B. die Senfmühle Schlemmin, die LandDelikat Bio-Rösterei aus Barth oder der Hiddenseer Kutterfisch. Im Trend mit seiner Regionalvermarktung liegt auch das Unternehmen BoddenLandEis aus Kemnitz. „Für uns ist es wichtig, mit der IGW Kleinst- und Kleinunternehmen eine Plattform für die Präsentation ihrer Produkte zu bieten“ , so Minister Backhaus.

Zu den Höhepunkten in der Halle 5.2b gehört der Ländertag MV am 20. Januar, gestaltet durch den Landkreis Ludwigslust/Parchim.

Neben MV präsentieren sich zwölf weitere Bundesländer auf der Messe in Länderhallen. Partnerland der 83. IGW ist Bulgarien.

Tourismusverein Vogelparkregion Recknitztal e. V. will Region stärker vernetzen

Marlow – Der Tourismusverein Vogelparkregion Recknitztal e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 100 Touristikern im Großraum Recknitztal. Die Mitglieder kümmern sich um die Vermarktung der Region von der südlichen Boddenküste bis zum Fluss Trebel. Jetzt sollen verstärkt vernetzte Angebote für Urlauber und Ausflügler zusammengestellt werden, um die Region intensiver als Tourismusdestination weiter zu entwickeln und gleichzeitig die Wirtschaftskraft der touristischen Anbieter zu stärken.

„Viele Gäste in Mecklenburg-Vorpommern suchen die naturnahe Erholung im ländlichen Raum. Die Vogelparkregion Recknitztal bietet neben Bad Sülze, Marlow und Ribnitz-Damgarten zahlreiche weitere Orte, die es sich zu besuchen lohnt. Der Tourismusverein hat es sich zum Ziel gesetzt, Urlauber noch stärker auf die Schönheiten der Region aufmerksam zu machen und so für erholsame Tage im Recknitztal zu werben. Wir können im Ergebnis durch die Kombination von Angeboten neue Gäste für Vorpommern gewinnen. Das stärkt auch die heimische Tourismuswirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Laut Reiseanalyse 2017 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ist Mecklenburg-Vorpommern eines der wichtigsten Ziele für Natururlauber. 18,7 Prozent aller inländischen Natur-Urlaubsreisen (ab 5 Tagen) gingen im Jahr 2016 nach Mecklenburg-Vorpommern. Das entspricht rund 1,35 Millionen Urlaubsreisen. Im ländlichen Raum (Gemeinden unter 5.000 Einwohnern) wurden im Jahr 2016 nach Angaben des Statistischen Amtes rund 5,54 Millionen Übernachtungen registriert. Das entspricht rund 18 Prozent an allen Übernachtungen im Jahr 2016 (30,3 Millionen). „Wir haben noch Potential, die ländlichen Räume in Mecklenburg-Vorpommern durch neue landtouristische Angebote für Urlauber und Einheimische noch attraktiver zu machen. Das Vorhaben des Tourismusvereins Vogelparkregion Recknitztal ist ein richtiger Schritt für die Region“, sagte Glawe.

Das Buch „Die magischen Abenteuer aus der Vogelparkregion Recknitztal mit Tizi Toll und Fiete Marlow“ ist um sechs Episoden erweitert worden. Anhand mehrerer Geschichten können Familien mit Kindern eine Rundreise durch die Region unternehmen, die Stationen von Tizis und Fietes Abenteuern besuchen und zum Abschluss ein „magisches“ Amulett erhalten. Das Buch und ein Hörbuch gibt es auch zum Download (kostenfrei) unter www.tizi-fiete.de.

Das Projekt des Tourismusvereins wird vom Land aus Mitteln des „Europäischen Sozialfonds“ (ESF) in Höhe von 25.000 Euro unterstützt. Die Gesamtkosten betragen rund 36.000 Euro.

Inselhafen Prerow – längste Brücke im Ostseeraum soll entstehen

Prerow – Im Ostseebad Prerow hat Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Ergebnisse der Variantenuntersuchung und die bevorzugte Nutzungsvariante für das Vorhaben „Inselhafen Prerow – Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort“ vorgestellt.

„Mir ist wichtig zu betonen, dass sich Koalition, Landtag, Kabinett und die Prerower Bürger gemeinsam für den Neubau und den Betrieb des Hafens ausgesprochen haben. Zum Schutz und der Rettung der Menschen, die in Prerow eine lange Tradition hat, aber auch zur touristischen sowie wirtschaftlichen Aufwertung bringt das Vorhaben viele positive Effekte für Prerow und die Region mit. Das hat ein Gutachten zum wirtschaftlichen Effekt unterstrichen“, betonte der Minister.

Das Gutachten ergab, dass ein Fahrgastschiffbetrieb an bis zu 75 Tagen im Jahr wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Es sind insgesamt regionalwirtschaftliche Effekte bis zu 380.000 € im Jahr, die zu 45 % aus den Sportliegeplätzen erwirtschaftet werden, möglich.

Im Rahmen der Vorplanung wurden 5 Nutzungsvarianten untersucht. Alle enthalten Liegeplätze für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (Havaristenliegeplatz und Tochterboot), einen Liegeplatz für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft und Liegeplätze für die örtlichen Fischer. Die Unterschiede zwischen den Varianten ergeben sich aus der Anzahl der Liegeplätze für Sportboote, den Möglichkeiten für Fahrgastschiffanleger und Liegeplatz sowie der Ausstattung des Hafens. Die Kosten der einzelnen Varianten liegen zwischen ca. 20 und ca. 28,8 Mio. €. Dazu kommen Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung.

Die an der Finanzierung beteiligten Ministerien haben sich auf eine Variante verständigt. „Doch erst das Kabinett des Landes wird über die endgültige Variante entscheiden“, so Backhaus.

Die Vorzugsvariante beinhaltet:

  • DGzRS inkl. Liegeplatz für Havarist, DLRG, 7 Fischer
  • 33 + 10 Sportbootliegeplätze, Notliegeplatz für größere Schiffe im Hafen
  • Fahrgastschiffanleger an der Seebrücke
  • Betriebsgebäude mit Technik, Lager, sanitären Einrichtungen, Landstrom
  • Seebrückenbreite 4,20m, Länge ca. 690 m
  • 3 touristisch nutzbare Aufweitungen (wie z.B. Liegen oder ein Wasserspielplatz für Kinder)

„Wir haben uns für diese interessante und wirkungsvolle Alternative ausgesprochen, da weitere Liegeplätze die Etappenfunktion stärken. Außerdem ist bei Umsetzung der Kombination aus Fahrgastschiffsanleger an der Seebrücke und multifunktional nutzbarem Notliegeplatz die Etablierung eines wirtschaftlichen Fahrgastschiffbetriebs möglich. Diese multifunktionale Nutzung gestaltet den Hafen flexibel. Außerdem steigert der Bau mit der längsten Brücke im Ostseeraum die touristische Attraktivität“, sagte der Minister.

Die Gemeinde hat am Planungsprozess mit einer Hafengruppe mitgewirkt, die sich mit konkreten Hinweisen zur Planung beschäftigt hat. „Mir ist diese Zusammenarbeit wichtig, weshalb die Gemeinde weiterhin in die Planungen einbezogen werden soll. Ich erwarte beispielsweise eine Stellungnahme der Gemeinde und des Amtes zum Variantenvorschlag. Zudem werden die Bürger, die Gemeinde und Träger öffentlicher Belange im Planfeststellungsverfahren, das in diesem Jahr beginnt, die Möglichkeit haben ihre Belange einzubringen“, sagte Backhaus. Die Vorplanung und die Variantenuntersuchungen sind nun abgeschlossen.

„Nach der Kabinettsentscheidung wird die Entwurfs- und Genehmigungsplanung abgeschlossen. Ich gehe davon aus, dass der Inselhafen 2021 in Betrieb gehen kann. Damit kommen wir nach 30 Jahren Diskussion über eine mögliche sinnvolle Alternative zum Nothafen am Darßer Ort, der immer wieder versandet, endlich zu einer sinnvollen Lösung“, äußerte sich der Minister.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.inselhafen-prerow.de.

Minister informiert über Varianten zum Inselhafen Prerow

Prerow – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus wird am Freitag im Ostseebad Prerow die Ergebnisse der Untersuchungen zu verschiedenen Nutzungsvarianten für das Vorhaben „Inselhafen Prerow – Ersatzhafen für den Nothafen Darßer Ort“ vorstellen.

Der Inselhafen soll als Ersatzhafen für den Nothafen am Darßer Ort errichtet werden, um die Seenotrettung im Seegebiet mit kurzen Einsatzzeiten sicherzustellen und Schutz für Wassersportler zu bieten. In der Vergangenheit war es wiederholt zu Problemen bei den erforderlichen Unterhaltungsbaggerungen in der Hafenzufahrt gekommen, da sich der Hafen in der Kernzone des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft befindet.

„Ich freue mich, den Prerower Bürgern nun die Ergebnisse der Vorplanung und Variantenuntersuchung vorstellen zu können. Die Varianten weisen eine unterschiedliche Anzahl an Sportbootliegeplätzen und verschiedene Liegeplatzmöglichkeiten für ein Fahrgastschiff auf“, sagte Minister Dr. Backhaus. Die Anzahl der Liegeplätze im Inselhafen und die Wiederbelebung des Fahrgastschiffsbetriebes auf der Ostsee vor Prerow waren der Gemeinde dabei besonders wichtig. Die Kosten für die verschiedenen Nutzungsvarianten liegen zwischen ca. 20 Mio. und 28 Mio. Euro.

Die Bürgerinformationsveranstaltung beginnt am 5. Januar 2018 um 18 Uhr im „Kiek In“ in der Waldstraße 42 im Ostseebad Prerow, wozu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie die Vertreter der Medien herzlich eingeladen sind.

1 Jahr nach der Sturmflut – ca. 12 Mio. € investiert

Schwerin – „Vor einem Jahr erlebte das Land Mecklenburg-Vorpommern die stärkste Sturmflut seit 2006. Und zwar eine Sturmflut, die deutlich höher ausfiel als ursprünglich vorhergesagt“, verdeutlichte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt im Rückblick. Im Durchschnitt wurden Pegelstände von 1,50 bis 1,80 Meter über normal gemessen. Am stärksten betroffen war die Insel Usedom. Zwischen Koserow und Zempin, an der schmalsten Stelle Usedoms, gab es massive Steilufer-Abbrüche.

„Es war Handlung geboten. Deshalb hat die Landesregierung noch im Januar 2017 ein 20-Millionen-Euro-Programm zur Beseitigung der Sturmflutschäden auf den Weg gebracht“, sagte Backhaus. Daraufhin stellten 14 Gemeinden, darunter Bad Doberan, Zempin, Glowe, Putbus und die Insel Poel, an das Wirtschaftsministerium Anträge auf Förderung von Investitionen zum Wiederaufbau zur und Verbesserung der touristischen Infrastruktur. Bisher wurden Zuschüsse in Höhe von ca. 8,2 Mio. € bei einer Gesamtinvestitionssumme von ca. 9,5 Mio. € gewährt bzw. in Aussicht gestellt. Außerdem beantragten 39 weitere Gemeinden, darunter z.B. Wismar, Börgerende, Binz, Zempin oder Ueckeritz beim Innenministerium Sonderbedarfszuweisungen für Maßnahmen zur Schadensbeseitigung an gemeindlicher Infrastruktur.

Dafür wurden ca. 1,13 Mio. € bewilligt. 7 Wasser und Bodenverbände beantragten beim Innenministerium die Förderung von Schadensbeseitigungsmaßnahmen an Hochwasserschutzanlagen; ca. 200.000 € wurden dafür bewilligt. Darüber hinaus wurden Sofortmaßnahmen zur Beseitigung akuter Schwachstellen in den Landesküstenschutzdünen in Graal-Müritz und Wustrow durch die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg und Vorpommern in Höhe von ca. 150.000 € bewilligt. Und schließlich wurden Mittel für Sandaufspülungen auf Rügen zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit von Landesschutzdünen im Küstenabschnitt Lobbe / Gager und vor Glowe mit einem Investitionsvolumen von bisher ca. 4 Mio. € bewilligt. Die Fertigstellung beider Maßnahmen wird bis Ende des Winters 2018 erfolgen. Die Gesamtinvestitionssumme beider Maßnahmen wird ca. 7 Mio. € betragen.

„Ich freue mich, dass das Hilfsprogramm so gut angenommen worden ist. Durch diese Maßnahmen ist das Küstenschutzsystem wieder voll leistungsfähig und für erneute Sturmfluten gut gewappnet“, sagte der Minister. Die Anlagen sind an der gesamten Außenküste so ausgebaut, dass es auch bei Eintritt einer extremen Sturmflut mit einem Wiederkehrintervall von bis zu 200 Jahren zu keinen Überflutungen in den geschützten Ortschaften kommt. Zur Einordnung: Die Sturmflut vom Januar 2017 hatte ein Wiederkehrintervall von ca. 10 Jahren.

Aktuell ist die Wetterlage durch viele atlantische Tiefdruckgebiete gekennzeichnet, die Deutschland viel Wind bringen. Dennoch ist die Zugbahn der Tiefdruckgebiete so, dass an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns Wind und Sturm aus westlichen bis südlichen Richtungen wehen. „Es beruhigt mich, dass bei diesen Windrichtungen keine Sturmfluten an der südlichen Ostseeküste entstehen können. Schließlich ist dafür Sturm aus nördlichen bis östlichen Richtungen die Voraussetzung. Aktuell ist daher mit keiner Wiederholung der Sturmflut vom Januar des letzten Jahres zu rechnen. Dennoch müssen wir ständig auf derartige Ereignisse vorbereitet sein, da sich Wetterlagen plötzlich ändern können“, betonte Dr. Backhaus.

Neue Düngeverordnung: Was ändert sich im Ökolandbau?

Güstrow – Die Novellierung der Düngeverordnung bringt auch für Öko-Betriebe einige Neuerungen mit sich. Deshalb findet am 01. Februar 2018 ab 9.30 Uhr in der Viehhalle in Güstrow, Speicherstraße 11 eine von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei organisierte Veranstaltung statt.

Biobetriebe sind durch die EG-Öko-Verordnung sowie durch die Verbandsrichtlinien im Tierbesatz und in der Folge im Dunganfall und Nährstoffzukauf begrenzt. „Auch diese Betriebe müssen die Vorgaben der Düngeverordnung umsetzen und den Nachweis erbringen, dass Risiken durch die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln so gering wie möglich gehalten werden“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt. Bei der Nachweispflicht stehen der Bedarf der Pflanzen sowie die Zu- und Abfuhr von Stickstoff und Phosphor im Mittelpunkt.

Im Ökolandbau sind betriebseigene Dünger die wesentlichen Nährstoffquellen. Daher sind Anwendungshinweise zu deren Ausbringung und Lagerung von besonderer Bedeutung. Die direkte Düngung zu einer Fruchtart rückt mit der schlag- und fruchtartenbezogenen Düngebedarfsermittlung stärker in den Fokus. Darüber hinaus sind für Nährstoffvergleiche bzw. die Stoffstrombilanzen Kenntnisse über die Nährstoffzu- und -abfuhr erforderlich. Diese Vorgaben können nur fachgerecht umgesetzt werden, wenn eine zeitnahe schlagbezogene Dokumentation erfolgt, Erträge ermittelt und Nährstoffgehalte einbezogen werden.

„Diese Anforderungen werfen auch für Ökolandwirte in der Umsetzung viele Fragen auf, die auf der Veranstaltung in Güstrow durch Fachexperten der Stelle für Landwirtschaftliches Fachrecht und Beratung (LFB), zuständig für Fragen zur Umsetzung der Düngeverordnung, beantwortet werden. Darüber hinaus wird vom LFB ein Rechenprogramm vorgestellt, das kostenlos zur Umsetzung genutzt werden kann“, so der Minister.

Die Einladung zur Veranstaltung finden Sie unter www.landwirtschaft-mv.de. Hier besteht auch die Möglichkeit Fragen bereits im Vorfeld zu senden.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 1.141 Öko-Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft (Stand 30.06.2017). Darunter 883 landwirtschaftliche Unternehmen, die über 135.800 Hektar Fläche bewirtschaften. Die ökologisch bestellte Anbaufläche im Land ist zwischen 2015 und dem ersten Halbjahr 2017 um ca. 16.750 Hektar gewachsen. Damit liegt der Öko-Anteil an landwirtschaftlich genutzter Fläche in MV bei 10,1 Prozent und auf etwas mehr als jedem zehnten Hektar in MV wird ökologisch gewirtschaftet.

Anmeldestart – Klassenausflüge zum Umwelttag 2018

Schwerin – Rund 3.000 Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen drei Jahren Klassenwanderungen und -ausflüge in die dreizehn Nationalen Naturlandschaften unseres Bundeslandes unternommen. Anlass ist der Umwelttag, der weltweit jährlich um den 5. Juni herum mit verschiedensten Aktionen begangen wird. Auf den von erfahrenen Rangern geführten Touren gibt es jede Menge über die Natur und Umwelt zu erfahren, aber auch selbst zu erkunden. Die Angebote sind inhaltlich vielfältig und richten sich an alle Klassenstufen.

„Über die gute Resonanz in den vergangenen Jahren freue ich mich sehr. Das zeigt, dass der Bedarf nach Umweltbildung draußen in der Natur groß ist. Hier können die Schülerinnen und Schüler hautnah erleben, was die Natur in unserem Bundesland zu bieten hat. Ich rufe alle Lehrerinnen und Lehrer aus Mecklenburg-Vorpommern auf, ihre Klassen für geführte Wanderungen in den Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten anzumelden“, so Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Schließlich fördern derartige Ausflüge auch spielerisch das Lernen in der Natur. Zudem sind sie wichtig um zu begreifen wie bedeutsam der Erhalt der einzigartigen Naturschätze für nachfolgende Generationen ist“, betonte der Minister.

Alle Wanderungen finden kostenlos vom 28.05. – 01.06.2018 statt. Die Kosten der An- und Abreise sind individuell zu tragen. Anmeldeschluss ist am 30.04.2018. Vor Ort können die Klassen an einem Quiz teilnehmen, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gibt.

AKW Gundremmingen B geht am 31.12. vom Netz

Berlin – Der Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen in Bayern geht am 31. Dezember 2017 endgültig vom Netz. Dieses Enddatum wurde als Teil des im breiten Konsens beschlossenen schrittweisen Atomausstiegs nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 im Atomgesetz festgelegt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Ich bin froh über das Abschalten des Atomkraftwerks Gundremmingen B. Der Atomausstieg in Deutschland kommt damit einen wichtigen Schritt voran. Die Atomkraft war ein technologischer Irrweg – sowohl Fehlerfreiheit als auch Kostengünstigkeit waren Versprechen, die nie eingehalten wurden. Ich bin um jedes AKW froh, das nicht mehr in Betrieb ist. Mit der Abkehr von dieser gefährlichen und nicht nachhaltigen Energieform haben wir den Grundstein für eine international wettbewerbsfähige Energiestruktur in Deutschland gelegt.

Wir steigen zwar in den nächsten Jahren aus der Atomenergie aus. Für die Dauer der Restlaufzeit muss jedoch gewährleistet sein, dass die Atomkraftwerke auf dem höchstmöglichen Sicherheitsniveau betrieben und anschließend sicher rückgebaut werden. Das hat für mich oberste
Priorität.

Auch für die Stromversorgung ist das schrittweise Abschalten der Atomkraftwerke richtig. Anders als von einigen prophezeit wurde, leiden wir in Deutschland nicht unter einer Stromlücke. Wir haben im Gegenteil sogar gigantische Stromüberschüsse. Unsere Stromversorgung ist sicher, daran wird auch die Abschaltung von Gundremmingen B nichts ändern.“

Das Atomgesetz sieht vor, dass die nach der Abschaltung von Gundremmingen B verbliebenen sieben Reaktoren wie folgt abgeschaltet werden:

•   Philippsburg 2 spätestens am 31.12.2019
•   Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf spätestens am 31.12.2021
•   Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 spätestens am 31.12.2022

Am Standort des Atomkraftwerks Gundremmingen wurden insgesamt drei Kraftwerksblöcke errichtet. Der Block A, ein Siedewasserreaktor mit einer elektrischen Bruttoleistung von 250 MW, wurde bereits im Jahr 1977 abgeschaltet. Der Rückbau dieses Blockes ist mittlerweile weit fortgeschritten. Der Beginn des Leistungsbetriebs des Blockes B des Atomkraftwerks Gundremmingen erfolgte 1984. Nach Abschaltung des Blockes B befindet sich in Deutschland mit Block C nur noch ein Siedewasserreaktor im Leistungsbetrieb. Er hat ebenso wie Block B eine elektrische Bruttoleistung von 1344 MW.