„Blaue Flagge“ für Badestellen und Sportboothäfen verliehen

Insel Usedom – In Zinnowitz auf Usedom sind am Freitag 36 Badestellen an Küsten und Binnengewässern sowie fünf Sportboothäfen mit dem begehrten Umweltsymbol „Blaue Flagge“ in Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden.

„Sauberes Wasser und sichere Strände sind Grundvoraussetzungen für die Entwicklung des Bade- und Wassertourismus bei uns im Land. Mit der ´Blauen Flagge` zeigen wir unseren Gästen, dass wir hier im Land über alle Voraussetzungen für einen unvergesslichen Badespaß und umweltgerechten Bootstourismus in unserer einzigartigen Naturlandschaft verfügen. Das sind hervorragende Nachrichten vor dem Start der Hauptsaison, damit die Urlauber sich bei uns wohlfühlen und auch gern wiederkommen können“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Der Minister wurde vor Ort vertreten durch Hanns Christoph Saur, Abteilungsleiter Grundsätze der Wirtschaftspolitik, der Industrie und des Tourismus im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit.

Das Wasser der Badestellen wird entsprechend der EU-Badegewässerrichtlinie nach mikrobiologischen und physikalisch- chemischen Parametern durch die Gesundheitsämter des Landes untersucht. Diese Parameter werden nach Grenz- und Richtwerten unterschieden. Für die Auszeichnung mit der „Blauen Flagge“ gelten ausschließlich die anspruchsvollen Richtwerte, die während der gesamten Badesaison nicht überschritten werden dürfen. „Die ausgezeichneten Badestellen entsprechen den Qualitätsansprüchen bei der Wasserqualität der Badegewässer, bei der Betreibung der Sportboothäfen, in der Umsetzung von Umweltstandards und bei der Wasserrettung und Sicherheit an unseren Stränden im Land“, so Glawe weiter.

Nach der Reiseanalyse 2018 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ist es zwei von drei MV-Urlaubern (ab 5 Tagen Urlaubsdauer) besonders wichtig, im Urlaub die Natur zur erleben (65,9 Prozent). Dabei bezeichneten 61,2 Prozent der MV-Urlauber ihren Haupturlaub in MV konkret als Badeurlaub und 35,4 Prozent als Natururlaub.

„Das zeigt, wie wichtig neben der Erholung auch das Baden im Meer oder im See zu den wichtigsten Urlaubsaktivitäten unserer Gäste zählt. Drei Viertel (74,9 Prozent) aller Gäste haben während ihrer Haupturlaubsreise in MV gebadet und ein Drittel (36,1 Prozent) haben Naturattraktionen in MV besucht“, sagte Wirtschaftsminister Glawe weiter. „Es reicht jedoch nicht nur gute Badewasserqualität und das reine Vorhandensein der Natur aus. Das Gesamtpaket muss stimmen. Hierzu zählen auch hervorragende Unterkünfte und saisonverlängernde Angebote“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich.

In den prämierten Häfen wird die Wasserqualität im Hafenbecken während der Saison regelmäßig kontrolliert und bekanntgegeben. „In den Sportboothäfen ist es auch wichtig, die natürliche Umgebung dauerhaft zu erhalten und Umweltschäden vorzubeugen, zum Beispiel beim Tanken von Booten oder der Abwasser- und Abfallentsorgung. Hier ist auf die Notwendigkeit von Umwelt- und Naturschutz aufmerksam zu machen“, so Glawe. „Mit der umweltgerechten Betreibung der Badestellen und der Sportboothäfen werden wir die Grundlagen für die Zukunft sichern und neue Gäste auf unser Land aufmerksam machen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

In diesem Jahr gibt es das Umweltsymbol „Blaue Flagge“, das international in 47 Staaten verliehen wird, im 33. Jahr. Es ist das erste internationale Umweltsymbol, das für die Dauer eines Jahres an Sportboothäfen und Badestellen an Küsten und Binnengewässer verliehen wird. Der Grundgedanke der Umweltauszeichnung mit der Blauen Flagge für Badestellen und Sportboothäfen orientiert sich an den ökonomischen, ökologischen und kulturellen Zielen der nachhaltigen Entwicklung.

Veranstalter der Kampagne ist die „Stiftung für Umwelterziehung“ (Foundation for Environmental Education – FEE.), Kopenhagen. In der Bundesrepublik ist die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V. (DGU) die zuständige Sektion der FEE, die die Kampagne durchführt.

Auszeichnungen im Überblick

 1.Badestellen Küste

Ostseebad Kühlungsborn (Mittelstrand); Bad Doberan / Heiligendamm (Am Heiligen Damm); Ostseebad Zinnowitz (Hauptstrand); Ostseebad Zinnowitz (Sportstrand); Ostseebad Zinnowitz (Fischerstrand); Ostseebad Prerow    (Nordstrand); Ostseeheilbad Graal-Müritz (Hauptstrand – Seebrücke); Ostseebad Binz (Hauptstrand); Ostseebad Baabe (Hauptstrand); Ostseebad Boltenhagen (Strandklinik); Ostseebad Warnemünde (Markgrafenheide Strand); Ostseebad Warnemünde (Weststrand); Ostseebad Warnemünde (Warnemünder Strand); Seebad Ahlbeck       (An der Seebrücke); Seebad Heringsdorf (Sportstrand); Seebad Bansin (Langenberg); Ostseebad Ahrenshoop (Hohes Ufer); Ostseeheilbad Zingst (Kurhaus); Ostseebad Wustrow (Fischländer Strand); Ostseebad Sellin (Hauptstrand / Nordstrand); Ostseebad Sellin (Südstrand / Fischerstrand); Ostseebad Trassenheide (Hauptstrand); Ostseebad Trassenheide (Campingplatz); Ostseebad Göhren (Nordstrand); Ostseebad Karlshagen (Hauptstrand); Ostseebad Karlshagen (Dünencamp); Seebad Loddin (Hauptstrand); Ostseebad Nienhagen (Hauptstrand); Vitte Hiddensee (Hauptstrand); Seebad Ückeritz (Hauptstrand).

2. Badestellen Binnengewässer

Krakow am See (Städtische Badeanstalt am Jörnberg); Waren (Müritz) (Volksbad); Neubrandenburg (Augustabad am Tollensesee); Neubrandenburg (Strandbad Broda); Neubrandenburg (Badestelle Reitbahnsee); Schwerin (Zippendorf Strand)

 3. Sportboothäfen

Wasserwanderrastplatz Prerow; Stadthafen Barth; Bootshafen Kühlungsborn; Yacht- und Fischereihafen Karlshagen; M. C. Zierker See e.V. (Neustrelitz)

Verbot von Schottergärten

Schwerin – Die Forderung der Fraktion Freie Wähler/BMV, den Bau von Stein- und Schottergärten gesetzlich verbieten bzw. stark reglementieren zu lassen, wies Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute im Rahmen einer Landtagsdebatte in Schwerin zurück.

„Unser Ziel ist es, die Menschen aufzuklären und sie für den Insektenschutz zu begeistern. Dazu gehört auch die insektenfreundliche Gestaltung von Privatgärten. Mit Verboten und steuerlichen Einschränkungen verprellen wir die Menschen und leisten dem Insektenschutz am Ende einen Bärendienst“, so der Minister.

Mit dem 2018 veröffentlichten Bienenweidekatalog hat das Land eine wichtige Handreichung für Land- und Forstwirte, Bewirtschafter von öffentlichen Flächen, aber eben auch für Haus- und Kleingärtner sowie den einzelnen Bürgern erarbeitet, sagte er weiter. Sie soll helfen, Bienenweiden so anzulegen, dass vom Frühjahr bis in den September hinein für Bienen und andere Insekten kontinuierlich Tracht zur Verfügung steht.

Als erstes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern im gleichen Jahr die Insektenschutzstrategie „Mehr Respekt vor dem Insekt“ initiiert, erinnerte er. Auch in der Landwirtschafts- und Umweltpolitik in Deutschland und Europa habe der Insektenschutz inzwischen einen hohen Stellwert eingenommen. Auf der Umweltministerkonferenz Ende Mai in Hamburg sei auf Antrag von Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland, Brandenburg und Thüringen ein „Aktionsprogramm zur Förderung insektenfreundlicher Privatgärten in Deutschland“ beschlossen worden.

Die Bedeutung der Insekten und ihrer Leistungen muss Backhaus zufolge aber bereits in Kitas und Schulen vermittelt werden. Gemeinsam mit der Universität Rostock habe sein Ressort ein Zertifikatskurs auf den Weg gebracht, das Studierenden, Referendaren und Lehrkräften Möglichkeiten aufzeigt, mit denen sich Schulgärten in den Unterricht einbinden lassen. „Unser Ziel ist es, Schulgärten als Lern- und Erfahrungsort zu erhalten und Kindern und Jugendliche dazu zu animieren, wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen“, erklärte er.

Minister Backhaus forderte außerdem eine wachsende Sensibilität für alle wildlebenden Insekten und für die Honigbiene und eine verstärkte Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern in Mecklenburg-Vorpommern: „Die großflächigen Strukturen der Landwirtschaft müssen aufgebrochen, mehr Hecken, Brachen und breite Feldränder angelegt werden. Mecklenburg-Vorpommern muss nach und nach von einem flächendeckenden Nektarband durchzogen werden.“

Landwirte tragen unter anderem durch die Umsetzung von Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zum Bienen- und Insektenschutz bei. Dazu gehört der Anbau von blühenden Haupt- und Zwischenfrüchten, die extensive Grünlandbewirtschaftung oder der ökologischen Landbau. „Die Maßnahmen werden von den Landwirten gut angenommen und inzwischen auf 320.000 Hektar und damit auf einem Drittel der gesamten Ackerfläche umgesetzt“, so Backhaus. Mecklenburg-Vorpommern führte darüber hinaus als erstes Bundesland die Förderung von Blühstreifen und Blühflächen ein. 2018 nutzen 660 Betriebe mit rund 7000 Hektar diese Förderung.

Als ein Teil der Insektenstrategie setzen die Landesforstanstalt in Malchin und die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe in Gülzow-Prüzen mit Bundesmitteln in Höhe von 1,6 Millionen Euro ein Projekt zur Verbesserung der Lebensräume von Insekten im Wald um. Ziel ist, getrennte Waldabschnitte durch Hecken, Baumgruppen oder insektenfreundlich gestaltete Strom- oder Bahntrassen miteinander zu verbinden und damit den genetischen Austausch einzelner Populationen wieder zu ermöglichen.

Wichtige Lebensräume insbesondere für Wildbienen stellen die Streuobstwiesen dar. Mit dem Streuobstgenussschein hat Mecklenburg-Vorpommern als erstes und einziges Land in Deutschland ein Finanzierungsinstrument geschaffen, welches es auch Privatpersonen ermöglicht, die Anlage bzw. Pflege von Streuobstwiesen zu finanzieren.

Beim Einsatz von Glyphosat verwies er auf die Minderungsstrategie des Bundes. Demnach sollen gemeinsam mit Landwirten Alternativen entwickelt und in einer Ackerbaustrategie zusammengefasst werden.

Biberschäden nehmen zu

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern soll es bis Ende des Jahres eine Biber-Verordnung geben. Das kündigte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute im Landtag im Schweriner Schloss an. Die Verordnung soll die Vergrämung oder Entnahme von Bibern erleichtern. Ausnahmen vom bestehenden Tötungs- oder Schädigungsverbot sollen demnach in bestimmten Fallkonstellationen auch ohne vorherige Einzelfallprüfung und Einzelfallgenehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde möglich sein. Einschränkungen werde es in naturschutzrechtlich geschützten Gebieten geben.

„Aus meiner Sicht ist zunächst einmal festzustellen, dass die wachsende Biberpopulation ein absoluter Erfolg des Naturschutzes ist. Der Biber war einst ein sehr weit verbreitetes Säugetier. Vor allem durch die direkte Jagd sind die Biber in Europa und Asien aber fast ausgerottet worden. Nur durch umfangreiche Schutzmaßnahmen vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten konnte der europäische Biber gerade noch rechtzeitig vorm Aussterben gerettet werden“, so Backhaus.

Leider müsse man auch feststellen, dass die Zahl der durch den Biber verursachten Konflikte weiter zunimmt, ergänzte er. 2018 seien dem Landesverband der Wasser- und Bodenverbände nach eigenen Angaben rund 1.100 Problemstellen gemeldet worden. Dazu gehöre unter anderem die Überschwemmung von landwirtschaftlichen Nutzflächen, Wegen, Straßen und Bahntrassen durch den Anstau von Gräben und Bächen, aber auch die Schädigung wichtiger Hochwasserschutzanlagen. Zur Beseitigung der Schäden seien nach Angaben der Wasser- und Bodenverbände allein in 2018 Kosten in Höhe von circa 460.000 Euro entstanden. 2014 seien es nach Angaben der Wasser- und Bodenverbände etwa 700 Problemstellen mit einem Schadensvolumen von rund 50.000 Euro gewesen. „Der Trend ist eindeutig und verlangt nach praktikablen Maßnahmen“, kommentierte Backhaus.

Geeignete Handlungsoptionen im Konfliktfall sind unter anderem der Einbau von Dammdrainagen („Bibertäuscher“), der Rückbau (auf definierte Höhen) oder Abtrag von Biberdämmen, der Einsatz von Verbissschutzmitteln, die Zäunung gefährdeter (Forst-)Kulturen, die Anlage/ Förderung von Gewässerrandstreifen mit Weichhölzern, der Einbau von grabesicheren Materialien in Deichen/Dämmen und in Einzelfällen ggf. auch die Vergrämung oder Entnahme von Bibern.

Auf Basis der letzten Biber-Revierkartierung, die in den Jahren 2013 bis 2015 durchgeführt wurde, ist der Gesamtbestand des Bibers in Mecklenburg-Vorpommern auf 2.300 Tiere geschätzt worden. 2010/2011 waren es noch 1.700 Individuen. „Wir können also davon ausgehen, dass der Bestand auch in den vergangenen vier Jahren weiter angestiegen sein dürfte“, sagte der Minister.

Noch in diesem Jahr werde mit einer neuen Kartierung der Reviere begonnen: „Für die Art Biber ist der günstige Erhaltungszustand bei uns im Land gegeben. Im Falle fehlender zumutbarer Alternativen ist die Vergrämung oder Entnahme von Bibern insbesondere in Risikogebieten, wie Stau- und Hochwasserschutzanlagen, öffentlichen Verkehrsadern, Kläranlagen oder Fischteichanlagen, möglich, ohne dass sich der Erhaltungszustand der Population verschlechtert. Dies soll mit der geplanten Verordnung klargestellt und untersetzt werden“, betonte Backhaus.

In der Verordnung sollen u.a. Regelungen zu folgenden Punkten getroffen werden:

  • Zulassung von Ausnahmen zur Vergrämung oder Entnahme in z.B. für den Hochwasserschutz oder Infrastrukturanlagen risikobehafteten Bereichen,
  • örtliche und zeitliche Einschränkungen (Schutzgebiete, Phasen der Jungenaufzucht),
  • Kreis der zur Vergrämung und Entnahme berechtigen Personen.

Durch die Kombination verschiedener Förderrichtlinien ist es bereits seit 2017 möglich, sowohl die landesweite konzeptionelle Vorbereitung von Maßnahmen zur Konfliktlösung als auch die Maßnahmenumsetzung zu unterstützen. Ziel ist es, ein friedliches Nebeneinander von Bibern und Landnutzern zu etablieren.

Einigung beim Abschuss von Wölfen in Sicht

Schwerin – Das Bundesumweltministerium hat dem Bundeslandwirtschaftsministerium und den zuständigen Ressorts auf Länderebene einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt, der den Abschuss von Wölfen vereinfachen und rechtssicher gestalten soll. Über den Entwurf soll am Mittwoch (22. Mai 2019) im Bundeskabinett abgestimmt werden.

Der Änderung gemäß sollen Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen, künftig nicht erst entnommen werden dürfen, wenn der dadurch entstandene Schaden den betroffenen Tierhalter in seiner Existenz bedroht. Damit komme man sowohl den gewerblichen Haltungen als auch den Hobbytierhaltern entgegen. Auch müsse der Schaden nicht in jedem Fall einem bestimmten Einzeltier zugeordnet werden, bevor gehandelt werden könne. Weiterhin sollen mit der Änderung die gesetzlich bislang nicht ausdrücklich untersagte Fütterung und damit die Gewöhnung des Wolfes an den Menschen unterbunden werden. Auch soll das Gesetz regeln, wie Jagdausübungsberechtigte in eine mögliche Entnahme rechtssicher eingebunden werden können.

„Ich begrüße den Gesetzesentwurf ausdrücklich. Er trägt eindeutig die Handschrift von Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin froh, dass unsere Verhandlungen endlich Früchte tragen. Seit mehr als fünf Jahren setze ich mich für die rechtssichere Entnahme von auffälligen Wölfen ein. Eine Lösung in dieser Sache ist vor allem aus Sicht der Länder dringend geboten! Nachdem sich das Bundesumweltministerium einen wichtigen Schritt nach vorne bewegt hat, müssen wir nun auch die Anstrengungen zum Schutz der Weidetierhaltung weiter intensivieren. Dazu bedarf es auch einer finanziellen Beteiligung des Bundes, zum Beispiel aus der Gemeinschaftsausgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

Dass sich der Wolf hierzulande wieder etabliert hat, ist laut Minister Backhaus ein artschutzrechtlicher Erfolg. Die rasante Zunahme der Population sei jedoch auch besorgniserregend: „Für mich steht die Sicherheit der Menschen nach wie vor an erster Stelle. Vor allem der Umstand, dass die Tiere zunehmend in der Nähe von Dörfern und Städten gesichtet werden, ist beunruhigend. Klar ist, wenn es Konfliktsituationen mit auffälligen Wölfen oder Hybriden gibt, können wir schon jetzt Maßnahmen einleiten und einen Wolf auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes oder des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes töten.“

Schwieriger gestaltet sich der Abschuss im Falle von Nutztierrissen, so Backhaus. Voraussetzung hierfür sei nach in der Rechtsprechung zum Teil vertretener Auffassungen bislang, dass na der entstandene Schaden so massiv zu Buche schlägt, dass der betroffene Tierhalter in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht ist. „Das kann gerade mit Blick auf die Weidetierhaltung nicht unser Ansatz sein. Weidetierhalter sind wichtige Partner des Naturschutzes. Ohne sie wäre der Erhalt einer struktur- und artenreichen Kulturlandschaft kaum möglich“, sagte er weiter.

Durch eine Formulierungsänderung im Bundesnaturschutzgesetz soll diese Vorgabe nun gelockert werden. Statt von „erheblichen Schäden“ soll demnach von „ernsten Schäden“ die Rede sein. „Damit tragen wir einerseits den Hobbytierhaltern Rechnung, die nach der aktuellen Auslegungsweise durch das Raster fallen, weil sie mit der Weidehaltung nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten. Anderseits werden dadurch auch gewerbliche Haltungen besser abgesichert, da auch sie von Wolfsattacken in der Regel nicht so stark betroffen sind als das direkt ganze Existenzen auf dem Spiel stehen.“

Abschließend betonte Minister Backhaus die Rolle der Jägerschaft: „Auch wenn eine generelle Bejagung nicht möglich ist, da der Wolf eine nach EU-Recht streng geschützte Art ist, so ist es für den Erfolg in der Sache maßgeblich, dass wir die Erfahrungen der Jägerinnen und Jäger aus dem Wildtiermanagement in die weiteren Überlegungen zum Umgang mit dem Wolf einbeziehen. Ihre Erkenntnisse aus der Praxis sind für die wissenschaftliche Betrachtung, aber auch die praktische Umsetzung unverzichtbar.“

Ausbaggerung am Nothafen Darßer Ort abgeschlossen

Darßer Ort – Die Unterhaltungsmaßnahmen an der Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort sind heute (20. Mai) abgeschlossen worden. In den vergangenen Wochen hat das Kranschiff „Baltic Lift“ die versandete Fahrrinne von Sediment befreit. Wieviel Sand ausgebaggert wurde und die daraus resultierenden Kosten wird eine abschließende Peilung in den kommenden Wochen ergeben.

„Mit dieser erneuten Baggerung – die letzte erfolgte im Herbst 2018 – haben wir wiederum die Nutzung des Nothafens für den Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger sowie für in Seenot geratene Schiffe sichergestellt“, sagt Verkehrsminister Christian Pegel und fügt hinzu: „Je nachdem, wie schnell die Fahrrinne wieder versandet, werden wir das auch wieder tun, bis der neue Inselhafen Prerow den Betrieb aufnimmt.“

Neu war bei dieser Baggerung das Verfahren, mit dem der Sand aus der Fahrrinne entfernt und anschließend wieder abgelagert wurde: „Über eine Schlauchkonstruktion wurde das Sediment abgesaugt, so wie ein großer Unterwasserstaubsauger, und anschließend im Hafenbecken verspült“, erklärt Christian Pegel. Der Vorteil dieses Verfahrens: Der entnommene Sand kann mit großer Präzision verklappt und zur Renaturierung des Hafenbeckens wiederverwendet werden.

Vermarktung regionaltypischer Produkte

Stralsund – Der Verein pommernArche e.V. aus Stralsund ist ein „Netzwerk für Kraft und Vielfalt im ländlichen Wirtschaftsraum“. Unter dem Motto „ARCHEREGION Produkte – Menschen – Markt“ wird von den Aktiven derzeit ein Projekt umgesetzt, in dem arche-typische Produkte aus Pommern gemeinsam vermarktet werden sollen. Zudem ist vorgesehen, die Züchtung traditioneller pommerscher Nutztiere und Pflanzen zu stärken. „Die Natur- und Kulturregion Pommern hat eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte. Die engagierten Mitglieder der pommernArche wollen mit ihrem Vorhaben die Marke Pommern wieder in den Vordergrund rücken und vor allem pommersche Kleinproduzenten der Nahrungsgüterbranche zusammenbringen. Das stärkt die regionale Wirtschaft“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Der Verein pommernArche wurde 2014 von sieben regionalen Betrieben und Unterstützern gegründet. Ziel ist, das Kulturerbe Pommerns zu erhalten und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen und Pflanzenarten wiederzubeleben. Dazu zählen unter anderem die Pommerngans, die Pommernente und das Rauhwollige Pommersche Landschaf, aber auch Obstsorten wie der Pommersche Krummstiel-Apfel.

Mit dem Projekt sollen Züchter, Produzenten, Vereine und Netzwerke in Pommern – nach Vereinsangaben vorerst in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald, später vom Darß bis nach Danzig – miteinander vernetzt werden, um ein nachhaltig wirkendes Image als erste grenzübergreifende Arche-Region Europas aufzubauen. Im Vordergrund soll dabei der Aufbau einer Markenstrategie stehen, die für traditionelle und nachhaltig produzierte Regionalprodukte aus Pommern steht.

„Mit dem Vorhaben wird der ländliche Raum der Region Pommern nachhaltig gestärkt. Eine Pommern-Marke zu initiieren und gemeinsam zu vermarkten, hilft vor allem kleineren Betrieben, die oftmals nicht die Kapazitäten haben, die eigenen Erzeugnisse überregional zu vertreiben“, sagte Glawe.

Die pommernArche ist unter 30 Bewerbern als einer der fünf Gewinner im Wettbewerb „Flagship-Projekte für den Deutsch- Polnischen Verflechtungsraum“ ausgewählt worden. Die Preisverleihung findet am 05. Juni 2019 in Berlin statt. „Die Auszeichnung ist eine hohe Anerkennung für das engagierte Arbeiten des Vereins und seiner Unterstützer“, hob Glawe hervor.

Im Förderzeitraum 2019 betragen die geplanten Gesamtkosten des Projektes 75.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 60.000 Euro.

Strandaktion auf Usedom

Insel Usedom – Sauberer Strand auf Usedom: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann nahmen heute auf Usedom an einer von Schülerinnen und Schülern organisierten Müllsammelaktion am Strand und in den Dünen von Zinnowitz teil.

„Ich freue mich sehr darüber, dass sich so viele junge Menschen für eine saubere Umwelt und den Klimaschutz engagieren. Wir stehen in der gemeinsamen Verantwortung, die Erde unseren Kindern und Enkeln in einem intakten Zustand zu hinterlassen. Hier auf Usedom wird nicht nur geredet. Hier wird auch angepackt. Deshalb bin ich heute sehr gern mit dabei“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Eröffnung der Veranstaltung.

„Meeresschutz beginnt im Binnenland. Wir arbeiten hart daran, dass weniger Düngemittel und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft in die Gewässer gelangen. Durch die Sanierung von Kläranlagen konnten wir seit Beginn der 90er Jahre die Phosphorfracht um ca. 84 Prozent und die Stickstofffracht um etwa 32 Prozent senken. Dafür hat das Land rund 900 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt. Die Verbesserung der Gewässerstruktur, darunter der Rückbau von Wehren und die Öffnung von Rohrleitungen, wurde bislang mit etwa 500 Millionen Euro bezuschusst. Diese Maßnahmen wirken sich unter anderem positiv auf die zwischen Binnengewässern und Ostsee wandernden Arten aus. Ein großes Problem bleibt der Meeresmüll, der zu 80 Prozent von Land aus eingetragen wird. Hier sind wir alle gefragt, unser Konsumverhalten auf den Prüfstand zu stellen. Wir sollten auf Kunststoff verzichten, wo er unnötig ist und sorgfältiger bei der Entsorgung sein“, informierte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

„Ich finde, das ist eine Klasse-Aktion hier auf Usedom“, sagte Staatssekretär Dahlemann. „Es ist wichtig, dass wir in Vorpommern unsere Zukunft in die eigenen Hände nehmen. Dazu gehört, dass wir auf den Umweltschutz achten. Denn wir wollen hier gesund leben. Und wir werden nur dann im Tourismus erfolgreich sein, wenn es an unseren Stränden schön und sauber ist.“

Bewirtschaftung von Kleingärten

Anklam – Das Kleingartenwesen in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern muss laut Umweltminister Dr. Till Backhaus familien- und seniorenfreundlicher gestaltet werden. Nur so könne man dem zunehmenden Leerstand entgegenwirken und das Fortbestehen dieser Tradition sichern. Eine Möglichkeit sehe er darin, die Vorgaben zur Mindestbewirtschaftung zu lockern.

Heute Abend (ab 17.30 Uhr) nimmt Minister Backhaus in Anklam an einer öffentlichen Diskussionsrunde mit Vorständen der Kleingartenvereine Anklam in der Gaststätte „Südeck“ (Adolf-Damascke-Straße 20) zur Zukunft des Kleingartenwesens teil.

Bei der heute stattfindenden Veranstaltung wird es auch um die Frage gehen, wie das Kleingartenwesen in bevölkerungsarmen Regionen erhalten werden kann. „Während es um Schwerin und Rostock lange Wartelisten gibt, musste in Anklam bereits eine Kleingartenanlage geschlossen werden“, so Backhaus. In Mecklenburg-Vorpommern wurden bereits 2015 über 4.000 Parzellen nicht bewirtschaftet, bundesweit sind es aktuell rund 65.000. Dies könne beispielsweise durch mehr Schulgartenprojekte geändert werden.

In Mecklenburg-Vorpommern sind die Kleingärtnerinnen und -gärtner noch immer der größte Landesverband. Hierzulande gibt es etwa 80.000 Kleingartenbesitzer, die in über 1.000 Vereinen organisiert sind und eine Fläche von etwa 3.700 Hektar bewirtschaften. Daneben gibt es noch rund 10.000 nicht organisierte Kleingärtner. Damit sind die Mecklenburger und Vorpommern nach den Sachsen und den Anhaltinern die drittstärkste Kraft im organisierten Kleingartenwesen in Deutschland.

„Kleingärten sind nicht nur Plätze zum Ausspannen und Erholen, sondern für viele sind sie Bioladen, Apotheke und Fitnesscenter. Auch für eine nachhaltige Stadtentwicklung sind sie unverzichtbar: Die oft innerstädtischen Grünflächen liefern Sauerstoff, filtern und befeuchten die Luft und sind Lebens- und Rückzugsräume für Flora und Fauna“, betonte er.

Für die Förderung der Kleingartenvereine stellt das Land jährlich etwa 90.000 Euro bereit. In einem Landeskleingartenausschuss arbeitet das Umweltministerium gemeinsam mit den Verbänden an der Lösung aktueller Fragen.

Moorerlebnispfad wiedereröffnet

Zarrentin – „Nun hat das Biosphärenreservat Schaalsee seine touristische Attraktion zurück“, freute sich Umweltminister Dr. Till Backhaus heute bei der Wiedereröffnung des Moorerlebnispfades am Informationszentrum PAHLHUUS in Zarrentin am Schaalsee.

Der 700 Meter lange Pfad führt durch einen einzigartigen Lebensraum, das Kalkflachmoor. 1998 hatten die Ranger des Biosphärenreservatsamtes einen Holzbohlensteg in Eigenleistung angelegt. Trotz kontinuierlicher Instand­haltung musste der Pfad im Juli 2016 aus verkehrsrecht­lichen Gründen gesperrt werden. Nach umfangreichen Planungen konnte der Wiederaufbau des Steges im August 2018 beginnen. Er besteht nun aus Recycling­kunststoff.

„Das sorgte durchaus für Diskussionen“, sagte Minister Backhaus. „Denn leider verlief bei der Verarbeitung anfangs nicht alles reibungslos. Wir haben die Kritik aus der Öffentlichkeit ernst genommen und natürlich sofort reagiert.“ Um Plastikmüll in dieser sensiblen Natur zu vermeiden, hatte die Baufirma hohe Auflagen einzuhalten. Kunststoffzuschnitte erfolgten nur in Ausnahmefällen im Moor direkt. In diesen Fällen wurde Folie oder eine selbst entwickelte Auffangeinrichtung untergelegt. Dennoch ins Moor gelangte Späne wurden vollständig aufgesammelt bzw. abgesaugt.

Der Recyclingkunststoff ist emissionsfrei und wetterfest, splittert nicht, hat eine lange Haltbarkeitsdauer und ersetzt natürliche Rohstoffe, deren Vorkommen endlich ist, begründete Backhaus die Entscheidung. „Wir gehen davon aus, dass das Material 25 Jahre hält und somit umfangreiche Reparaturen entfallen. Und sollte es ersetzt werden müssen, kann es selbst wieder recycelt werden“, sagte er weiter. Deshalb würden künftig alle Stegbauten beispielsweise in den Naturparks aus recyceltem Material erfolgen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit des Steges gelegt. Dazu wurden während der Planung und des Baus insbesondere Anregungen von Akteuren des Lebenshilfewerks Mölln-Hagenow gGmbH berücksichtigt.

Der Moorerlebnispfad ist ein wesentlicher Bestandteil des Informationsangebotes des UNESCO-Biosphärenreser­vates und untrennbar mit der Ausstellung im PAHLHUUS verbunden. Er ist darüber hinaus ein zentraler und beliebter Bestandteil bei Führungen durch den Förder­verein Biosphäre Schaalsee e.V., beispielsweise im Rahmen der SCHAALSEE-TOUR.

Das 1,1 Mio. Euro teure Bauvorhaben wurde zu 100 Prozent mit Mitteln des Europäischen Landwirtschafts­fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziert.

Badewasserkarte 2019

Schwein – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat am Mittwoch gemeinsam mit dem Ersten Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) Dr. Heiko Will die Badewasserkarte 2019 für Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt.

„Das Badewasser in Mecklenburg-Vorpommern ist von hervorragender Qualität. Das gilt sowohl für das Binnenland als auch für die Küste. Touristen und Einheimische können sich auch in diesem Jahr auf einen Badeurlaub bei uns im Land freuen. Das ist von besonderer Bedeutung. Denn: Jeder zweite Urlauber kam im vergangenen Jahr zum Badeurlaub nach Mecklenburg-Vorpommern. Das setzt Maßstäbe, die immer wieder neu erfüllt werden müssen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Im vergangenen Jahr haben nach Angaben des Statistischen Amtes 7,9 Millionen Gäste Mecklenburg-Vorpommern besucht. Mit 30,9 Millionen Übernachtungen wurde ein neuer Rekord aufgestellt.

500 Badegewässer werden in dieser Saison überprüft: 158 Badestellen an der Ostsee, 334 an Seen und acht an Flüssen. 296 Badegewässer haben eine überregionale Bedeutung und werden auch der EU gemeldet. Alle anderen werden genauso streng überwacht. 98 Prozent der Badestellen (484 Badestellen) sind als „ausgezeichnet“ oder „gut“ bewertet worden.

„Nur wenn das Baden in MV eine solch saubere Sache ist und bleibt, haben wir zufriedene Gäste und Gastgeber. Dafür analysieren unsere Fachleute mehr als 2.800 Proben“, sagte Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. Die Ergebnisse könne jeder vor Ort an der Badestelle einsehen.

Neun Badestellen erhielten ein „ausreichend“, lediglich zwei Badegewässer wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Wann eine Badestelle als „mangelhaft“ eingestuft wird, ergibt sich aus den Richtlinien der Europäischen Union und beschreibt immer einen statistischen Mittelwert der vergangenen Jahre. „Es ist also nicht so, dass eine Wasserprobe entnommen wird und daraufhin eine Bewertung erfolgt. Vielmehr werden die vergangenen vier Jahre ausgewertet. Daraus ergibt sich ein Gesamtwert“, so Glawe weiter.

Die in diesem Jahr als „mangelhaft“ eingestuften Badegewässer sind die Badestelle Tremt und die Badestelle Vogelsang am Stettiner Haff. Das Badegewässer Tremt ist der EU gemeldet worden, deshalb ist dort für die gesamte Saison ein Badeverbot vom Gesundheitsamt veranlasst worden. Das wird so von der EU-Badegewässer-Richtlinie gefordert. An der Badestelle Vogelsang am Stettiner Haff treten starke Schwankungen auf, so dass Einstufungen in den vergangenen Jahren von ausgezeichnet bis mangelhaft erfolgten. Dieses Gewässer ist kein EU-Badegewässer.

In der vergangenen Saison wurden 2.808 Badegewässerproben im LAGuS analysiert. In 13 Proben wurde der Höchstwerte für Indikatorkeime (E.coli und Enterokokken) überschritten. Die entnommenen Nachproben waren unauffällig. Badeverbote mussten nicht ausgesprochen werden. Wirtschaftsminister Glawe dankte den Kommunen und allen Partnern. „Erst durch ihr Engagement wird auch dafür Sorge tragen, dass die Wasserqualität hoch bleibt. Das ist die Voraussetzung für ein tolles Badeerlebnis. Die Badestellen müssen gepflegt und auch überprüft werden.“

Die Übersicht über alle behindertengerechten/barrierearmen Badegewässer auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums wurde ebenfalls erweitert. Informationen, wie z.B., ob ein Zugang ins Wasser möglich ist und ob entsprechende WC`s vorhanden sind, wurden ergänzt. So gibt es in Waren (Müritz) am Volksbad beispielsweise einen mobilen Lift; in Ahlbeck auf Usedom können ein Strandrollstuhl oder barrierefreie Strandkörbe gemietet werden. In Krakow am See helfen an der Badestelle Jörnberg die Rettungsschwimmer vor Ort. „In den Urlaub zu fahren oder einen Ausflug zu machen, ist für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oftmals mit erhöhtem Aufwand verbunden. Neben der Zimmerausstattung in den touristischen Einrichtungen sind auch die Erreichbarkeiten vor Ort wichtig, um eine erholsame Zeit zu genießen“, erläuterte Wirtschaftsminister Glawe.

Wirtschaftsminister Glawe machte deutlich, dass Urlauber und Einheimische für die eigene Sicherheit unbedingt auf die Einhaltung der Baderegeln achten müssen. „Wichtig ist dabei auch die Beflaggung am Strand, um möglichen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Unsere Gäste sollen ihren Aufenthalt in Mecklenburg-Vorpommern genießen und erholt nach Hause zurückkehren. Deshalb appelliere ich an Urlauber und Einheimische, die Baderegeln zu beachten und den Anweisungen der Rettungsschwimmer zu folgen“, forderte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe abschließend.

In Flyern sind die wichtigsten Bade- und Verhaltensregeln beispielsweise auf Deutsch, Englisch und Arabisch erhältlich. Dazu haben das Wirtschafts- und Gesundheitsministerium sowie das Landesamt für Gesundheit und Soziales die Flyer „Baden im Meer“, „Baden in Seen“ sowie „Max und Vivi – Sicher baden“ herausgegeben. Diese stehen auch im Internet als Download zur Verfügung.

Die Badewasserproben werden in der Zeit vom 01. Mai bis zum 10. September jeden Jahres alle vier Wochen durch die zuständigen Gesundheitsämter bei einer Mindestwassertiefe von einem Meter 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche entnommen. Das Wasser wird dann auf gesundheitliche Parameter wie Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Die Sichttiefe und der pH-Wert des Wassers spielen ebenso eine Rolle. Wird bei einer Probe der Höchstwert nach Badegewässerlandesverordnung überschritten, wird umgehend eine Nachprobe entnommen und geprüft, ob ein Badeverbot ausgesprochen werden muss.

Die Ergebnisse sind auf der Badegewässerkarte auf dem Regierungsportal, der Internetseite des Wirtschaftsministeriums, einsehbar https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/gesundheit/Badewasserqualitaet/. Zu jeder untersuchten Badestelle ist ein Kurzprofil hinterlegt, das die wichtigsten Informationen zusammenfasst, unter anderem auch Hinweise zu behindertengerechten Badegewässern. Die Badewasser-App „Badewasser-MV“ steht in den gängigen Stores zum Download bereit. Die Informationen werden ständig aktualisiert.

Arzneimittelrückstände in Gewässern

Schwerin – Allein in Deutschland werden laut Umweltbundesamt jährlich rund 30.000 Tonnen Humanarzneimittel verkauft. Von den in Deutschland ca. 2.300 für die Humanmedizin zugelassenen Wirkstoffen werden etwa 1.200 als umweltrelevant eingestuft. Auch in Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern werden Arzneimittelrückstände nachgewiesen.

„Um den Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt zu minimieren, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes. Das Vorsorgeprinzip muss dabei großgeschrieben werden: Nur wenn mehr umweltfreundliche Arzneimittel auf den Markt kommen, der Medikamentenbedarf durch Gesundheitsförderung insgesamt gesenkt wird, die Arzneimittelentsorgung optimiert wird und damit insgesamt weniger Medikamente und deren Rückstände in die Umwelt gelangen, haben wir eine Chance das Problem der Gewässerverunreinigung anzugehen. Hier stehen wir noch am Anfang eines langen Weges.“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf der 11. Jahrestagung des Arbeitskreises „Umweltschutz im Krankenhaus“ der Krankenhausgesellschaft M-V.

Einige dieser Substanzen stammen aus Krankenhäuser und anderen medizinische Einrichtungen, so der Minister. Viele der Arzneimittelrückstände in den Gewässern gelangen aber aus Privathaushalten durch die unsachgemäße Entsorgung von ambulant verschriebenen Medikamenten in das Abwasser. Auch die Tiermedizin trage zu den Arzneimittelbefunden in der Umwelt bei.

Die heute in Kläranlagen üblicherweise eingesetzten biologischen Aufbereitungsverfahren könnten einige organische Spurenstoffe im Abwasser relativ gut entfernen, andere Substanzen hingegen, darunter auch Arzneimittel, würden allerdings nur ungenügend eliminiert, führte der Minister aus. „Gelangen diese Substanzen in den Wasserkreislauf, können sie sich schon in niedrigsten Konzentrationen auf Wasserorganismen auswirken“, sagte er weiter.

In Mecklenburg-Vorpommern messe das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) seit gut 10 Jahren an über 220 Messstellen die Konzentrationen von Arzneimitteln in Fließ- und Küstengewässern, aber auch im Grundwasser und im Ablauf ausgewählter Kläranlagen, informierte Backhaus. Untersucht wurden 47 Arzneimittel und vier Metaboliten. Davon wurden 39 in Fließgewässern und 20 in Küstengewässern nachgewiesen. Hohe Befundhäufigkeiten wurden für das Analgetikum Diclofenac, die Betablocker Metoprolol und Bisoprolol, die Antiepileptika Carbamazepin und Gabapentin, sowie das Diuretikum Hydrochlorothiazid festgestellt. Häufig konnten auch die Röntgenkontrastmittel Amidotrizoesäure und Iodamidol nachgewiesen werden.

Im Grundwasser seien nur an sehr wenigen der insgesamt rund 270 untersuchten Messstellen 5 Arzneimittelwirkstoffe und zwei Röntgenkontrastmittel in Konzentrationen über 0,1 µg/l nachgewiesen worden, sagte Backhaus. „Für das Trinkwasser ergeben sich aus diesen Messwerten nach heutigem Stand der Wissenschaft keine Gesundheitsgefahr“, betonte er.

Selbst in Küstengewässern komme es trotz der stärkeren Verdünnung zu Befunden: „Das zeigt, dass hier etwas passieren muss!“, machte Backhaus deutlich. Es gebe in Deutschland bereits mehrere wissenschaftlich begleitete Pilotprojekte für die sogenannte 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen. Auch im Gesundheitswesen beschäftigen sich wissenschaftliche Forschungsvorhaben damit, den Eintrag von Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt zu ermitteln und zu reduzieren.

Das Bundesumweltministerium arbeitet derzeit an einer Strategie zum Umgang mit Spurenstoffen in Gewässern. Erste Maßnahmenvorschläge, auf die sich Unternehmen, Umweltverbände, Wasserwirtschaft, Länder und Kommunen verständigt haben, wurden im März 2019 vorgelegt. Diese sollen nun in einer einjährigen Pilotphase getestet und evaluiert werden.

Minister Backhaus kündigte an, dass das LUNG im Rahmen der Berichte zur Gewässergüte bis Ende des Jahres einen ausführlichen Bericht zu Arzneimitteln in den Fließ- und Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns veröffentlichen werde.

Rekultivierung der Deponie Wesenberg

Schwerin – Zur Absicherung der Gesamtfinanzierung für die Rekultivierung der Deponie Wesenberg hatte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte einen Antrag auf Kofinanzierungshilfe gestellt. Rund 241.760 Euro Kofinanzierungsmittel stellt das Innenministerium nun zur Verfügung.

Bei Gesamtkosten in Höhe von rund 1.29 Mio. Euro ist das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Hauptzuwendungsgeber und stellt aus dem „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)“ Fördermittel in Höhe von rund 967.000 Euro bereit.

„Mit der Stilllegung einer Deponie kann das Betriebstagebuch noch nicht zugeschlagen werden, denn mit der Nachsorgephase steht dem Landkreis eine wichtige Etappe erst bevor. Die Deponie muss bautechnisch in einen solchen Zustand versetzt werden, dass von ihr dauerhaft keine Beeinträchtigungen der Menschen und der Umwelt ausgeht. Dabei wollen wir den Landkreis unterstützen“, so Innenminister Lorenz Caffier.

Blauer Engel jetzt auch für Windeln

Berlin – Der Blaue Engel kennzeichnet jetzt auch Einwegwindeln. Die neuen Produkte werden zu 100 Prozent aus Zellstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft hergestellt, sind frei von Kosmetikzusätzen, schadstoffgeprüft und ab sofort in mehreren Drogeriemärkten erhältlich.

Der Anteil der Kinder in Deutschland, die in ihren ersten Lebensjahren Einwegwindeln tragen, wird auf 95 % geschätzt. Täglich werden in Deutschland ca. 10 Millionen Windeln gebraucht und weggeworfen. Es lohnt sich also, beim Kauf von Windeln auf die Bedingungen der Herstellung und die Qualität zu achten. Das ist sowohl gut für die Umwelt als auch für die Kinder.

Die nunmehr mit dem Umweltzeichen Blauer Engel gekennzeichneten Windeln haben gegenüber anderen Einwegwindeln folgende Vorteile:

► Der Zellstoff muss zu 100% aus nachweislich nachhaltig und naturnah wirtschaftenden Betrieben stammen (z.B. FSC oder PEFC zertifiziert). Auch für andere biobasierte Rohstoffe, die möglicherweise zum Einsatz kommen, ist nur zertifizierte Biomasse zugelassen.

► Für den in der zertifizierten Einwegwindel eingesetzten Zellstoff gelten strenge Anforderungen an die Emissionen ins Abwasser, die Abluft und den Energieverbrauch bei der Zellstoffherstellung. Der Zellstoff darf zudem nicht unter Verwendung von elementarem Chlor gebleicht werden.

► Für alle in der Windel enthaltenen Materialien gelten strenge Anforderungen und eine detaillierte Ausschlussliste an Schadstoffen und gesundheitsschädlichen Substanzen. Um ausgezeichnet zu werden, muss für Blauer-Engel-Windeln ein Laborbricht über 17 zu prüfende chemische Stoffe bzw. Stoffgruppen von akkreditierten Testlaboren vorliegen. Um das Risiko für Allergien zu vermindern, ist der Einsatz von Lotionen, Duftstoffen und Geruchsbindern untersagt.

► Die Qualität und Gebrauchstauglichkeit der ausgezeichneten Windeln muss über verschiedene Tests nachgewiesen werden. Durch einen Anwendungstest wird sichergestellt, dass nicht nur die technischen Parameter überzeugen, sondern die Windeln auch in der praktischen Nutzung funktionieren.

Bislang erfüllen drei Windeln die Vergabekriterien für den Blauen Engel:

  • DM babylove nature Öko-Windeln, Größen 2 bis 5
  • Hipp Extra Weiche Windel, Größen 2 bis 5
  • Rossmann Babydream, Größen 3 bis 6+

Mehr zu den Vergabekriterien erfahren Sie hier: www.blauer-engel.de/de/produktwelt/alltag-wohnen/einwegwindeln

Der Blaue Engel ist seit 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Unabhängig und glaubwürdig setzt er anspruchsvolle Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel ist die Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Er kennzeichnet über 12.000 Produkte und Dienstleistungen von rund 1.500 Unternehmen.

Hamburger Umweltbehörde kauft MoorFutures aus M-V

Hamburg – Der Senat der Hansestadt Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Landesverwaltung bis 2030 CO2-neutral zu organisieren. Ein Baustein darin ist die CO2-Kompensation für Dienstflüge. Seit 2008 werden für alle Dienstflüge der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kompensationszahlungen entrichtet. Erstmalig werden diese Mittel für ein Projekt innerhalb Deutschland eingesetzt: Durch den Kauf von 3.000 ökologischen Wertpapieren in Form von MoorFutures investiert die Umweltbehörde in die Wiedervernässung eines ganzen Moores – der Kamerunwiese nordöstlich von Neustrelitz (Gemeinde Blankensee) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

„Ich freue mich sehr, dass sich die Umweltbehörde für ein Produkt aus Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat! Es ist das erste Mal, dass ein Interessent die Emissionsminderung eines ganzen Moores kauft“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus. Zum Auftakt der Umweltministerkonferenz in Hamburg-Harburg übergab er heute ein entsprechendes Zertifikat an Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan.

„Moore sind sehr wichtig für den Klimaschutz, da sie viel Kohlendioxid speichern. Moorschutz lohnt sich umso mehr, da sich hohe Mengen klimaschädlicher Gase freisetzen, wenn Moore entwässert und zerstört werden. Ich freue mich sehr, dass wir für die CO2-Kompensation für die unvermeidbaren Dienstflüge ein norddeutsches Projekt gefunden haben und so in der Region in Klimaschutzprojekte investieren können. Die Kamerunwiese wird zudem ökologisch aufgewertet und trägt somit zum Erhalt der regionalen Biodiversität bei“, betonte Kerstan.

Die Umweltbehörde hatte sich bereits im Frühjahr 2017 beim Land Mecklenburg-Vorpommern nach Möglichkeiten zur Kompensation von mindestens 3.000 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten durch Moorwiedervernässung erkundigt. Mit der Kamerunwiese (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) konnte ein knapp acht Hektar großes Moor exklusiv zur Wiedervernässung angeboten werden. Die Fläche ist im Besitz der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern.

Minister Backhaus unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung dieses Zusammenwirkens von ländlichen Räumen und der Metropole Hamburg. „Die Ökosystemleistungen, die die ländlichen Räume erbringen, sind für die Städte unverzichtbar! Wir müssen noch viel stärker darauf hinweisen, dass diese Leistungen auch gesellschaftlich relevant sind. Folgt man den Berechnungen des Umweltbundesamtes, so hat jede zusätzliche Tonne Kohlendioxid in der Atmosphäre ein Schadpotential von mindestens 80 Euro. Die durch die Kamerunwiese erbrachte Leistung liegt daher bei rund einer viertel Million Euro.“ Hinzu kämen die derzeit nicht quantitativ zu beziffernden Leistungen im Bereich der Biodiversität, der Verbesserung der Wasserqualität und des Grundwasserdargebotes.

Dazu Minister Backhaus: „Wir erleben hier den Fall, dass aus urbanen Räumen finanzielle Mittel zur Verbesserung der ökologischen Infrastruktur ländlicher Räume zur Verfügung gestellt werden. Das ist für mich beispielhaft, da die vielfach bislang nur in Expertenkreisen bekannten Ökosystemleistungen ländlicher Räume dadurch nicht nur besser „sichtbar“, sondern auch in finanziell skalierbar werden. Hierin mag man die Basis für einen ökologisch begründeten Länderfinanzausgleich erkennen, auch wenn es bis dahin sicher noch ein weiter Weg ist.“

Mit den MoorFutures wurde im Jahre 2011 das nach der Waldaktie (2007) und vor dem Streuobstgenussschein (2015) zweite Öko-Wertpapier aus Mecklenburg-Vorpommern emittiert. Es handelt sich hierbei um Kohlenstoffzertifikate, die auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt angeboten werden. Sie dienen der freiwilligen Kompensation von unvermeidbaren Emissionen. Die Marke wurde europaweit geschützt, Nutzungsrechte haben auch die Länder Brandenburg und Schleswig-Holstein. Ende 2018 wurde das erste vollständig aus dem Verkauf von MoorFutures finanzierte Wiedervernässungsprojekt, der Polder Kieve in Mecklenburg-Vorpommern, abgeschlossen (14.325 zu einem Einzelpreis von 35€ verkaufte MoorFutures). Das Projekt Nr. 2, die Rehwiese, liegt in Brandenburg, Projekt Nr. 3 ist das Königsmoor in Schleswig-Holstein.

Innovative Milchprodukte aus der Region

Upahl – Am heutigen Mittwoch hat sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, im Rahmen eines Werksbesuches über aktuelle Projekte und die Zukunftspläne des Arla Werks in Upahl informiert.

„Die Ernährungsindustrie spielt für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes eine bedeutende Rolle. Als einer der größten regionalen Arbeitgeber zeigt Arla Foods mit seinem Werk in Upahl wie auch genossenschaftliche Unternehmen im hart umkämpften Milchmarkt mit den richtigen Produkten und Innovationen erfolgreich sind. Damit sichert die Genossenschaft auch den Landwirten der Region einen wichtigen Teil ihres Einkommens. Die Milchwirtschaft ist und bleibt herausfordernd, daher ist es umso wichtiger das Betriebe wie Arla ihr Geschäft weiterentwickeln, investieren und zum Beispiel mit Bio oder zuckerreduzierten Produkten auf Kundenwünsche eingehen.“

Rund 560 Millionen produzierte Einheiten und zirka 440 Millionen Liter verarbeitete Milch im vergangenen Jahr. Damit gehört das Arla Werk in Upahl (Mecklenburg-Vorpommern) zu den größten Milchbetrieben in Deutschland. Der Standort mit etwa 520 Mitarbeitern und 430 Milchlieferanten hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf Frischmilchprodukte spezialisiert und zu einem innovativen Kompetenzzentrum für Joghurt, Quark und Bio Produkte entwickelt.

Hier werden rund 291 verschiedene Artikel für Deutschland und Europa hergestellt; unter anderem auch der Topseller Arla Skyr. Mit dem Produkt hat Arla in den vergangen vier Jahren erfolgreich eine Innovation im Kühlregal etabliert und sein Markengeschäft deutlich ausgebaut. Knapp 60 Millionen Euro hat das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren in die Modernisierung des Werks investiert. In diesem Jahr sind weitere Investitionen in Höhe von neun Millionen Euro vorgesehen.

„Wir haben uns sehr gefreut mit Herrn Minister Dr. Backhaus über Herausforderungen und Chancen der Milchwirtschaft zu diskutieren und ihm einige unserer erfolgreichsten Produkte näher vorzustellen; allen voran Skyr. Das Produkt hat sich in Deutschland und anderen europäischen Märkten zu einem sehr wichtigen Wachstumstreiber unseres Geschäfts entwickelt. Auch deswegen hat unser Werk in Upahl in den vergangenen Jahren in der gesamten Arla Gruppe deutlich an Bedeutung hinzugewonnen und ist sehr wichtig für unser EU-Exportgeschäft. Zudem stellen wir hier in Mecklenburg-Vorpommern auch Produkte unsere regionalen Marke Hansano her, die wir in den kommenden Monaten mit einem neuen Markenauftritt weiter stärken“, so Markus Mühleisen, Deutschland-Chef von Arla Foods.

Die Palette der in Upahl hergestellten Produkte reicht von Fruchtjoghurts, Quark und Skyr in verschiedenen Varianten über Trinkmilch bis zu Schmand und Sahne. Dabei stammt sämtliche verarbeitete Milch aus gentechnikfreier Fütterung der Kühe (GVO-frei) und ein besonderer Fokus liegt auf Produkten aus Biomilch. So wird in Upahl die erfolgreiche Arla Bio Weidemilch für den deutschen Markt hergestellt, die Nr. 1 Bio Markenmilch im deutschen Handel.

Auch die neueste Innovation aus dem Hause Arla, der Arla Bio Fruchtjoghurt – NUR aus Bio Joghurt und Bio Früchten – ohne Zuckerzusatz und andere Zusatzstoffe stammt aus Upahl. Das Produkt ist in dieser Form einzigartig auf dem deutschen Markt und bedient den Wunsch der Verbraucher nach natürlichen Produkten für eine ausgewogene Ernährung. Mit der regionalen Marke Hansano ist die Genossenschaft bereits seit über 55 Jahren erfolgreich im Norden vertreten und bedient mit fast 30 Artikeln den norddeutschen Geschmack. In Kürze werden die Produkte im neuen Design in den Handel kommen.