Starke Blaualgen-Blüte in der zentralen Ostsee

Schwerin – Satelliten- und Luftbildaufnahmen von der Ostsee zeigen aktuell sehr großen Algenvorkommen in der zentralen Ostsee vor den Küsten Dänemarks und Schwedens, aber auch in abgeschwächter Form in der westlichen Ostsee zwischen der Kieler und der Pommerschen Bucht. Es handelt sich nach Erkenntnissen des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) mit hoher Wahrscheinlichkeit um typische Blaualgen (Cyanobakterien) der Gattungen Nodularia, Aphanizomenon und Dolichospermum.

Diese Algen bilden in der zentralen Ostsee bei entsprechenden sommerlichen Wassertemperaturen ab 18°C Massenvorkommen, die sich bei ruhiger Wetterlage an der Wasseroberfläche anreichern können. Begünstigt werden diese Algenmassenentwicklungen durch die Wiederfreisetzung von Nährstoffen – insbesondere Phosphor – aus den Bodenablagerungen in den tiefen Becken der Ostsee. Dieses Phänomen wird durch den Sauerstoffmangel in großen Gebieten der zentralen Ostsee verstärkt.

Bei auflandigem nördlichen bis östlichen Winden besteht die Gefahr, dass die Algen auch die Küsten und Häfen an der deutschen Küste erreichen und diese durch absterbendes Pflanzenmaterial und Fäulnis-Prozesse verunreinigen. Alle drei Algengattungen sind potenziell toxisch, d.h. es besteht die Gefahr von Hautreizungen.

Die Betroffenheit der Küsten Mecklenburg-Vorpommerns von der diesjährigen Blaualgen-Blüte hängt somit von der weiteren Entwicklung der sommerlichen Witterungsverhältnisse in den kommenden Wochen ab.

Betäubungslose Ferkelkastration

Dummerstorf – In Mecklenburg-Vorpommern startet in den kommenden Wochen ein Verbundprojekt zu „Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration“.

In der ersten Phase des Projektes wird am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf die lokale Betäubung ohne Injektion untersucht. Dabei ist insbesondere die Frage der Schmerzausschaltung während des Eingriffs, aber auch bis zu 48 Stunden danach zu klären. Die Versuchsdurchführung erfolgt im Vergleich mit der vom Tierarzt bereits anwendbaren Vollnarkose mit Isofluran.

Wird die erste Phase des Projektes erfolgreich abgeschlossen, soll in einer zweiten Phase die praktische Umsetzung und ökonomische Bewertung verschiedener Verfahren erfolgen.

Ziel ist es, allen Ferkelerzeugern eine praxistaugliche Alternative zum Ende der betäubungslosen Ferkelkastration 2020 aufzuzeigen. „Führt das Projekt zum Erfolg, besteht die Herausforderung darin, innerhalb kurzer Zeit ein praxistaugliches Konzept für die Betriebe zu erarbeiten“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Verbundpartner sind das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, die Fleischwerk EDEKA Nord GmbH, das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN), die Universität Rostock, die Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh ZNVG e. G., der Schweinekontroll- und Beratungsring e.V. (SKBR), die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei (LFA), die Hochschule Neubrandenburg und Testbetriebe aus Mecklenburg-Vorpommern.

Deutsche Allianz Meeresforschung

Schwerin – Seit heute sind die Unterschriften komplett: Mecklenburg-Vorpommern und die anderen norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und der Bund haben die Verwaltungsvereinbarung zur Gründung der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) unterzeichnet. Die Allianz soll der Forschung in den meereswissenschaftlichen Einrichtungen der beteiligten Bundesländer neuen Schub verleihen, indem sie u. a. die Aktivitäten der Institute koordiniert, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stärker vernetzt und sie mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von jährlich bis zu 25 Millionen Euro fördert.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin, die die Unterschrift bereits im Vorfeld des heutigen Termins in Bonn geleistet hatte, begrüßte die Verwaltungsvereinbarung. „Die Unterzeichnung ist gleichzeitig der Startschuss für die Allianz. Für unser Land steckt in der Vereinbarung die riesige Chance, einen ohnehin schon starken Forschungsschwerpunkt zu einem echten Leuchtturm auszubauen. Ich setze darauf, dass wir uns gerade im Bereich der Küstenzonenforschung einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten können und auch international als Wissenschaftsstandort noch sichtbarer werden“, sagte sie.

Sie betonte, die Landesregierung handele damit auch im Sinne des Koalitionsvertrages, in dem es heißt: „Die Schwerpunktbildung in der Forschung wird in enger Abstimmung mit den außerhochschulischen Einrichtungen vorangetrieben, sodass ein leistungsfähiges Wissenschaftsnetz entsteht.“

„Wie leistungsfähig die maritime Wissenschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist, hängt nicht zuletzt an den Forscherinnen und Forschern, die hier arbeiten. Durch die Deutsche Allianz Meeresforschung werden wir ganz sicher auch im Rennen um die besten Köpfe einige Meter gewinnen“, so die Ministerin. „Diese Forschungsbereiche zu stärken, hat aber keineswegs nur den Zweck, Deutschland oder einzelne Bundesländer zu einem attraktiveren Standort zu machen. Vielmehr steckt hinter dieser Allianz auch die Hoffnung, in einer existenziellen Frage voranzukommen: der nach dem Umgang mit dem globalen Klimawandel. Wenn die vernetzte Forschung aus MV und den anderen Ländern mit ihren Ergebnissen dazu beitragen kann, für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu sorgen, dann hat die DAM viel erreicht.“

Die DAM soll vor allem vier Kernbereiche bearbeiten, um die Spitzenposition der deutschen Meeresforschung weiter auszubauen: Forschung, Koordinierung seegehender Infrastrukturen (Großgeräte, Instrumente), Datenmanagement und Transfer.

Die DAM wird als eingetragener Verein gegründet, dessen Mitglieder die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen der Meeresforschung werden. Die Förderung ist zunächst bis zum Jahr 2025 befristet, und wird durch den Bund und die beteiligten Länder im Verhältnis 80:20 finanziert. In der Projektphase sind folgende Mittel vorgesehen:

Schaf- und Ziegenhaltung

Schaf- und Ziegenhalter nutzen höhere Förderung der Beweidung

Schwerin – Für die Beweidung von extensiv genutztem Dauer­grünland in den Wolfsgebieten mit Schafen und Ziegen hat Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr die Zuwendungsbeträge erhöht. Insgesamt haben 22 Schafhalter diese Möglichkeit genutzt. Es sind ca. 860 Hektar betroffen.

Auf Initiative von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus wurde die Förderrichtlinie „Extensive Dauergrünlandbeweidung mit Schafen und Ziegen“ dahingehend verändert, dass der Fördersatz um 69 EUR/ha auf 289 EUR/ha angehoben wurde. „Das Geld soll zum Ausgleich der Kosten für eine effektive Wolfsabwehr beitragen“, erläutert Backhaus das Ziel.

Die Prämienerhöhung schöpft den höchstmöglichen Fördersatz im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) aus. Ebenso wird der Kreis an Zuwendungsempfängern vollständig berücksichtigt, der nach jetziger EU-Rechtslage möglich ist. Eine Neuantragstellung für die Aufnahme in das Förderprogramm zur extensiven Dauergrünland­bewirtschaftung war jedoch nicht möglich.

„Leider ist im Rahmen der derzeit gültigen Rechtslage nicht mehr möglich gewesen“, bedauert Backhaus. Er verweist jedoch darauf, dass sich der Bundesrat jüngst für eine zusätzliche finanzielle Förderung von Weidetierhaltern ausgesprochen hat. „Es ist gut, dass die Länder meine Initiative aufgegriffen haben, die Weidetierhaltung deutlich stärker zu fördern. Die Schäfer leisten einen erheblichen Beitrag für den Natur- und Artenschutz und für den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Ihre Ertragssituation sei jedoch sehr problematisch. Besonders in Regionen, in denen der Wolf etabliert ist, bräuchten die Weidetierhalter deshalb eine gezielte finanzielle Kompensation für die Mehraufwendungen, die z.B. durch Präventions­maßnahmen entstehen“, so Backhaus.

Damm- und Deichbau im Polder Bargischow

Anklam – Die Renaturierung des Teilpolders Bargischow wird fortgesetzt. Heute setzten Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und Daniela Degen-Lesske, Geschäftsführerin der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, gemeinsam mit Steffen Ebert, Communications Manager Germany der Nord Stream 2 AG, sowie Michael Sack, Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, den offiziellen Spatenstich für den Beginn der Damm- und Deichbauarbeiten im Poldergebiet, das sich östlich von Anklam befindet. Die planfestgestellte Naturschutzmaßnahme ist Bestandteil des Kompensationskonzeptes für die Nord Stream 2 Pipeline.

„Moorschutz kann nur funktionieren, wenn er von den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mitgetragen und akzeptiert wird. Deshalb bin ich froh, dass wir nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde einen guten Kompromiss zur Vernässung des Polders Bargischow/Gnevezin ausgehandelt haben. Zum einen leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Und zum anderen verbessert sich die Infrastruktur vor Ort“, betonte Minister Backhaus.

Die Renaturierung des ca. 440 Hektar großen Teilpolders Bargischow sei dringend notwendig, so Backhaus weiter. Er gehört zu einem Großpolder von über 1.000 Hektar im großflächigen Moorkomplex im Bereich der südlichen Peenemündung. Durch frühere landwirtschaftliche Nutzung sei der Polder stark entwässert. Derzeit liegen die Polderflächen auf einem Niveau von bis zu einem Meter unter dem Peene-Mittelwasser.

„Mit den baulichen Maßnahmen verfolgen wir das Ziel, die naturnahen Wasserverhältnisse des Moores wiederherzustellen und den Lebensraum für typische, seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere neu zu entwickeln“, erklärte Degen-Lesske. „Das erreichen wir, indem wir mit einem entsprechenden Schöpfwerks­regime den Wasserstand oberflächennah einstellen, so dass weitere Torfzersetzungen und hiermit gekoppelte Nährstofffreisetzungen gestoppt werden.“

In den kommenden zwei Jahren soll zunächst ein neuer, fast drei Kilometer langer und auf der Krone ca. sieben Meter breiter Damm entstehen, der den nördlichen und südlichen Polderbereich trennt. Auf diesen Damm plant der Landkreis, die Kreisstraße K48 sowie den Radfernweg Berlin – Usedom zu verlegen. Die Kreisstraße wird künftig über Gnevezin verlaufen. Zudem sollen zwei Rohrlagerplätze für die Schilfmahd angelegt werden. Vor Beginn der Baumaßnahmen wurden bereits die Ortsdurchfahrten in Gnevezin und in Bargischow instandgesetzt.

Geplant ist weiterhin, den Polderdeich am Grenzgraben zu erneuern, die Seezeichen zu verlegen, einen neuen Verbindungs- bzw. Radweg zwischen dem Damm und dem Grenzgraben zu bauen und im südlichen Polderteil einen Wildschutzzaun aufzustellen. Diese Baumaßnahmen beginnen im kommenden Frühjahr. Die gesamten Damm- und Deichbauarbeiten werden voraussichtlich bis zum Jahr 2023 dauern. Im vergangenen Jahr wurden bereits das Schöpfwerk Bargischow ertüchtigt und die Pumpen erneuert.

Die gesamten Baumaßnahmen im Polder sind Gegenstand der von der Landgesellschaft als Flächenagentur von Nord Stream 2 übernommenen Kompensationsverpflichtung für Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Bau der Ostsee-Pipeline. In anderen Fällen setzt die Landgesellschaft als Ökoflächenagentur Kompensationsmaßnahmen für bauliche Vorhaben um oder vermittelt Kompensationsflächenäquivalente aus eigenen Ökokonten an Vorhabenträger.

Landwirte reagieren auf Verbraucherwünsche

Schwerin – Landwirte investieren trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten zunehmend in den Umwelt- und den Klimaschutz. Das geht aus den Anträgen zum Agrarförderungsprogramm (AFP) hervor. Mit dem Geld sollen Betriebe unterstützt werden, die besonders umwelt- und klimaschonend und tiergerecht agieren.

Zum Ende der ersten Jahreshälfte haben bereits über 100 Antragsteller eine Förderzusage vom Land erhalten. Dahinter verbirgt sich ein Zuschussvolumen von knapp 10 Millionen Euro.

„Mit dem Förderprogramm helfen wir den Betrieben den steigenden gesellschaftlichen Anforderungen an Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und hochwertigen Lebensmitteln gerecht zu werden. Es freut mich, dass die Landwirte dieses Angebot in Anspruch nehmen. Für mich ist dies ein Beleg, dass die Landwirte die Wünsche der Verbraucher wahr- und ernstnehmen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Zahlen verdeutlichen dem Minister zufolge aber auch, unter welchem Druck die Landwirte stehen. Die Düngeverordnung zwinge die Betriebe beispielsweise zur längeren Lagerung von Wirtschaftsdünger. Das Agrarinvestitionsförderprogramm begleitet noch bis Ende 2020 den Bau von teuren Güllelagerstätten mit emissionsmindernden festen Abdeckungen mit einem Zuschuss von 40 Prozent.

Auch beim Pflanzenschutz seien die Anforderungen gestiegen, so Backhaus. Förderung gebe es nur noch für besonders innovative abdriftarme und Pflanzenschutzmittelsparende Maschinen, die vom Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen („Julius-Kühne-Institut“) zertifiziert sein müssen.

Seit 2018 bietet das Land Mecklenburg-Vorpommern zudem die Förderung von Maschinen zur mechanischen Beikrautbekämpfung an. „Wir müssen dahin kommen, dass der Pflanzenschutzmitteleinsatz nur noch erfolgt, wenn er aus fachlicher Sicht absolut nötig ist“, so Minister Backhaus. Ziel müsse ein angepasster, situativer Pflanzenschutz sein.

Auch die Förderung von Stallbauten zur Verbesserung des Tierwohls wird durch das Agrarinvestitionsförderprogramm abgedeckt. Da sich die Baukosten in den vergangenen Jahren wesentlich erhöht haben, hatte das Landwirtschaftsministerium das förderfähige Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro auf zwei Millionen erhöht. Zuschüsse bekommen allerdings nur Betriebe, die weit über gesetzliche Standards hinaus bauen. Anpassungen im Stall werden laut Backhaus auch wegen des Fachkräftemangels notwendig. Manche Betriebe investieren deshalb in automatische Melksysteme.

Heute übergab Minister Backhaus einen Förderbescheid in Höhe von rund 100.000 Euro für die Anschaffung und den Einbau von Melkrobotern sowie die Errichtung eines Milchsilotanks und eines Futtermittelsilos an einen Milchhof in Warlin (Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte).

Filterleistung von Kläranlagen verbessert

Insel Rügen – Umweltminister Dr. Till Backhaus hat heute die Baustelle der Zusatzfiltration für das Klärwerk Bergen des Zweckverbands Wasserversorgung und Abwasser­behandlung Rügen (ZWAR) besichtigt. Die Errichtung der Zusatzfiltration ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen Nord Stream 2 den Eingriff in die küsten­nahen Ostseegewässer zu kompensieren hat. Durch den zusätzlichen Sandfilter soll sich der Stickstoff­eintrag in den Kleinen Jasmunder Bodden um rund 16 Tonnen pro Jahr verringern.

„Es ist eines der vordringlichsten Umweltziele unseres Landes, die Nährstoffeinträge in unsere Gewässer und insbesondere in die Ostsee erheblich zu senken. Mecklenburg-Vorpommern ist wie kaum ein anderes Bundesland für seinen Wasserreichtum bekannt. Diesen Naturschatz gilt es zu bewahren, denn Wasser ist die kostbarste Ressource, die wir auf der Erde haben – ohne Wasser gibt es kein Leben“, betonte Backhaus.

Neben der Zusatzfilteranlage in Bergen hat Nord Stream 2 auch die Aufrüstung der Klärwerke in Göhren, Stralsund und Greifswald finanziert. Dabei sind Gesamtkosten in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro entstanden. „Von den Zusatzfilteranlagen erwarten wir, dass sich der jährliche Eintrag in die Rügenschen Boddengewässer um rund 70 Tonnen Stickstoff und drei Tonnen Phosphor verringert“, sagte der Minister weiter.

Intakte Gewässer und sauberes Wasser aus der Leitung seien keine Selbstverständlichkeit, so der Minister. Dafür sei in den vergangenen 30 Jahren viel investiert worden. Allein in die kommunale Abwasser­beseitigung seien in diesem Zeitraum 2,5 Milliarden Euro geflossen. In die naturnahe Gewässerentwicklung seien seit der Wende mehr als 200 Millionen Euro gelenkt worden.

Dennoch bestehe weiterhin akuter Handlungsbedarf, sagte Backhaus. Die im Zuge der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie durchgeführten Bestandsauf­nahmen bestätigen dies. So seien lediglich 18 Prozent der Seen, 3 Prozent der Fließgewässer und kein einziges Küstengewässer in einem guten ökologischen Zustand. Noch immer würden jährlich durch alle Anrainerstaaten rund 830.000 Tonnen Stickstoff und rund 33.000 Tonnen Phosphor in die Ostsee einge­tragen. Deutschland habe daran einen Anteil von fast sieben Prozent beim Stickstoff und rund fünf Prozent beim Phosphor.

Im Rahmen der Helsinki Kommission (HELCOM) arbeiten alle Ostseeanrainerstaaten gemeinsam mit der EU am Ziel, bis 2021 einen guten ökologischen Zustand der Ostsee zu erreichen. Entsprechend den von der HELCOM ermittelten frachtgewichteten Reduktions­zielen muss M-V seine Einträge insgesamt um 5.000 Tonnen Stickstoff und 57 Tonnen Phosphor pro Jahr reduzieren.

Backhaus verwies in diesem Zusammenhang auf die im vergangenen Jahr abgeschlossene Vereinbarung zur Phosphorminimierung in kleinen Kläranlagen. Darin habe er mit der Wasserwirtschaft des Landes verein­bart, die Phosphoreinträge aus öffentlichen Kläranlagen der Größenklassen 1 bis 3 auf freiwilliger Basis weiter zu senken.

„Ich würde mir wünschen, dass diese Initiative noch mehr Fahrt aufnimmt und damit Beispielcharakter für andere Eintragspfade erhält. Denn eines ist auch klar: Die Kläranlagen sind nur ein Baustein. Es wird weiter­hin entscheidend darauf ankommen, dass wir die diffusen Nährstoffeinträge, beispielsweise aus der Landwirtschaft, maßgeblich reduzieren.“

Geplante Verminderung des Nährstoffeintrags pro Jahr:

KlärwerkGöhren:            3 t Nitrat, 0,2 t Phosphor
Klärwerk Bergen:         16 t Nitrat, 0,4 t Phosphor

Klärwerk Greifswald:   21 t Nitrat, 0,6 t Phosphor
Klärwerk Stralsund:    31 t Nitrat, 1,8 t Phosphor

Nachsorge Waldbrand Lübtheen

Landespolizei hält sich mit Wasserwerfern bereit

Lübtheen – Insgesamt 22 Wasserwerfer der Bundespolizei und der Landespolizeien unterstützen den Landkreis Ludwiglust bei der Bekämpfung der Brandkatastrophe auf dem munitionsbelasteten Truppenübungsplatz im Lübtheen. Während ihres Einsatzes haben sie 8.767.000 Liter Wasser abgegeben. Mit Beginn des Einsatzes der Wasserwerfer ist es gelungen aus einer defensiven Taktik heraus wieder führend in das Einsatzgeschehen einzugreifen und somit aus der Reaktion auf die Seite der Aktion, der direkten Brandbekämpfung, wechseln zu können.

Mit Aufhebung des Katastrophenalarms wurde die betroffene Liegenschaft zur weiteren Nachsorge und Bewirtschaftung wieder an den Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben(BImA) übergeben. Mit den Arbeiten vor Ort wurde die Bundesforst beauftragt.

„Auch wenn sich der verheerende Waldbrand beruhigt hat, komplett gelöscht ist er weiterhin noch nicht“, erklärt Brandschutzminister Lorenz Caffier. „Mit dem Einsatz der polizeilichen Wasserwerfer zur Brandbekämpfung in schwer befahrbaren Gebiet wurde vergangene Woche beeindruckend die volle Leistungsfähigkeit dieser Einsatzmittel gezeigt. Deshalb wird die Landespolizei Lübtheen auch weiterhin nicht alleine lassen und mit Wasserwerfer unterstützen.“

Auf Bitten der Bundesforst wird das Landesbereitschaftspolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern ab heute für zunächst eine Woche einen Wasserwerfer in Lübtheen stationieren, um schnelle und unkomplizierte Hilfe im Löscheinsatz zu leisten, falls es zu erneuten offenen Bränden kommen sollte.

Sturmflutschutz vor Hiddensee

Insel Hiddensee – In der Ostsee vor der Ortslage Vitte auf der Insel Hiddensee wurde für rund 5 Millionen Euro ein neues Buhnensystem aus fast 10.000 Pfählen gebaut, um die Orte Vitte und Kloster wirksam vor schweren Sturmfluten mit einem Hochwasserstand von bis zu 2,60 Meter zu schützen. Bereits 2015 waren dazu Strand und Schorre (unter Wasser liegender Vorstrand) aufgespült worden. Seit Oktober 2018 wurde nun auch das Buhnensystem erneuert. Umweltminister Dr. Till Backhaus hat sich heute vor Ort von der Maßnahme ein Bild gemacht.

„Für den Schutz der Außen-, Bodden- und Haffküsten haben wir seit 1991 rund 500 Millionen Euro aufgewendet. Unter anderem wurden fast 30 Kilometer Küstenschutzdeiche verstärkt oder neu angelegt. Damit konnten wir den Schutz der Menschen, Ortschaften und Güter in hochwassergefährdeten Gebieten erheblich verbessern. Die Schutzanlagen sichern heute Gebiete mit insgesamt rund 200.000 Einwohnern und Vermögenswerte von mehr als 1,2 Milliarden Euro“, so der Minister.

Die neuen Buhnen vor Vitte ergänzen das Schutzsystem Schorre-Strand-Düne und sollen die natürliche Küstendynamik verlang­samen, informierte der Minister. Das alte Buhnensystem aus Kiefernholz war durch die Schiffsbohrmuschel derart geschädigt, dass es durch Hartholzpfähle ersetzt werden musste. Der Ersatzneubau erfolgte genau an der gleichen Stelle und mit dem gleichen Aufbau wie das alte System. Seeseitig und auch teilweise an Land wurde jedoch FSC-zertifiziertes, unbehandeltes Eucalyptusholz verwendet, das gegen die Schiffsbohrmuschel resistent ist. Ansonsten wurde landseitig erneut heimisches unbehandeltes Kiefernholz, diesmal aber PEFC-zertifiziert, verwendet.

Am 2,5 km langen Strandabschnitt wurden 42 Pfahl­reihen gerammt, die jeweils 80 Meter lang sind. Die Buhnen ragen einheitlich etwa 45 cm über den normalen Wasserspiegel. Die Kiefernpfähle sind drei Meter lang, die Hartholzpfähle je nach Standort vier bis sieben Meter.

Vorhabensträger ist das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg, dessen Dezernats­gruppe Küste für die Küstenschutzmaßnahmen an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns zuständig ist. Das Projekt wurde zu 70 Prozent mit Bundesmitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrar­struktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und zu 30 Prozent mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanziert.

Ausbildung zum Forstwirt*in

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern möchte mehr Forstwirte ausbilden. Dafür plant die Landesforstanstalt die bislang 20 Ausbildungsstellen pro Jahr noch in diesem Jahr auf 30 zu erhöhen. Dies kündigte der zuständige Forstminister Dr. Till Backhaus heute in Güstrow an. Dort beglückwünschte er im Rahmen einer feierlichen Freisprechung 23 Forstwirte zum erfolgreichen Abschluss ihrer dreijährigen Berufsausbildung.

„Der Waldbrand in Lübtheen hat uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig junge und gut ausgebildete Fachkräfte für eine zukunftsfähige Forstverwaltung im Land sind“, sagte er in seiner Festrede.

Er betonte, dass der Wald schon längst nicht mehr nur Rohstoffproduzent ist. Er werde massiv an Bedeutung gewinnen für ein ausgewogenes Klima, sauberes und nachhaltig verfügbares Grundwasser, einen effektiven Hochwasserschutz und als Lebensraum für eine vielfältige Fauna und Flora. Um sich diesen Herausforderungen weiterhin angemessen stellen zu können, brauche die Forst dringend guten Nachwuchs auf allen Ebenen.

Die forstliche Ausbildung genießt in Mecklenburg-Vorpommern seit jeher einen hohen Stellenwert. Seit 1997 bildet die Landesforstverwaltung M-V jährlich rund 20 Forstwirte aus. Das Land finanziert diese Ausbildung aktuell mit rund 1,9 Millionen Euro jährlich. Seit 2013 war die Landesforstanstalt hierzulande alleiniger Ausbildungsbetrieb in diesem Bereich.

„Erfreulicherweise hat zudem in diesem Jahr erstmals ein privates Forstunternehmen die Ausbildung im Beruf Forstwirt übernommen. Wünschenswert wäre, dass weitere Waldbesitzer und Forstunternehmen diesem Beispiel folgen“, sagte Backhaus abschließend.

Hochwasserschutz an der Elbe

Neu Kaliß – Kosten in Höhe von rund 100 Mio. Euro kalkuliert das neue Hochwasserschutzkonzept Mecklenburg-Vorpommerns für die Anpassung des Hochwasser­schutzsystems an der Elbe an die gestiegenen Bemessungswerte eines Jahrhunderthochwassers. Das ist etwa genauso viel wie Mecklenburg-Vorpommern in den letzten 30 Jahren für den Hochwasserschutz an der Elbe bereits investiert hat. „Wenn es um den Schutz von Menschenleben und materieller Werte in Höhe von rund 500 Millionen Euro geht, dann ist diese Summe gut angelegtes Geld“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus, der das neue Konzept heute in Neu Kaliß auf einer Konferenz mit regionalen Verantwortungs­trägern und Verbänden diskutierte.

Mecklenburg-Vorpommern ist für den Hochwasser­schutz an der Elbe um Dömitz und Boizenburg sowie den Rückstaubereich an den Zuflüssen (Müritz-Elde-Wasserstraße, Löcknitz, Sude und Boize) zuständig. Das alte Hochwasserschutzkonzept ging von Erfordernissen eines so genannten Jahrhundert­hochwassers aus, die 1983 ermittelt worden waren. Das neue vorgestellte Konzept betrachtet nun erforderliche Maßnahmen für ein Jahrhunderthoch­wasser, auf dessen Kennwerten sich die Elbländer 2009 nach Auswertung des Hochwassers 2002 verständigt hatten und die 2018 noch einmal überprüft wurden.

„Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe, auch wenn es gegenwärtig wegen der niedrigen Wasserstände etwas anders aussieht “, sagte Backhaus. Er erinnerte daran, dass sich die starken Regenfälle von 2002 und 2013, die zu Hochwasser­ereignissen an der Elbe führten, jederzeit wiederholen könnten und sich im Zuge des Klimawandels sogar die Gefahr besteht, dass es sommers häufiger zu derartigen Starkregen kommen werde.

„Ich bin daher froh, dass es uns gelungen ist, das Nationale Hochwasserschutzprogramm auf den Weg zu bringen, mit dessen Hilfe auch an der Elbe Maßnahmen wie Deichrückverlegungen und der Bau von Flutpoldern umgesetzt werden“, so Backhaus. „Das wird jedoch noch geraume Zeit dauern. Deshalb sind wir gut beraten, nicht erst auf die positive Wirkung von Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutz­programms am Oberlauf der Elbe zu warten, sondern parallel unser eigenes Hochwasserschutzsystem an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.“

Erste Maßnahmen aus dem Konzept befinden sich bereits in der Planung. Die umfangreichste und als dringendst angesehene ist die Rückverlegung des Hafendeiches Boizenburg. Hier soll ein neuer Deich die gestiegenen Hochwasserschutzanforderungen erfüllen und gleichzeitig rund 74 ha dem natürlichen Überflutungsregime der Elbe zurückgegeben werden.

Neben den investiven Maßnahmen sei es aber auch notwendig, die Vegetation zwischen den Deichen im Auge zu behalten, betonte Backhaus. Denn das sei für den Wasserabfluss von großer Bedeutung. „Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass wir uns mit allen Maßnahmen in einem sehr sensiblen Naturraum, dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, bewegen. Unser Ziel muss es sein, die Entwicklung des Naturraumes mit den Ansprüchen des Hochwasserschutzes in Einklang zu bringen“, so Backhaus. Dazu seien neue Wege erforderlich. Er sei stolz darauf, dass Hochwasserschützer und Naturschutzverwaltung sich darauf geeinigt haben, das Hochwasserabflussprofil mit Stand 2016 zu halten.

An der Konferenz nahmen auch Vertreter aus den Nachbarländern Brandenburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein teil.

Task Force zur Brandbekämpfung

Schwerin – Am kommenden Mittwoch, den 10.07.2019, wird sich Innenminister Lorenz Caffier mit Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie dem Präsidenten des THW Albrecht Broemme und dem Bundespolizeipräsidenten Dr. Dieter Romann in Lübtheen treffen, um sich vor Ort gemeinsam ein Bild vom Ausmaß der verheerendsten Brandkatastrophe Mecklenburg-Vorpommerns zu machen.

Darüber hinaus wird der Fachdienstleister des Munitionsbergungsdienstes M-V im Rahmen einer Besichtigung vom Munitionszerlegebetrieb Jessenitz über die Munitionsbelastung in der Region und im Land und die Herausforderung im Umgang mit munitionsbelasteten Flächen berichten. Innenminister Caffier wird in diesem Zusammenhang auch für neue Maßnahmen für den Nationalen Waldbrandschutz werben.

„Mit dem Bund wird zu beraten sein, welche Wege wir zukünftig gehen wollen. Die jüngste Katastrophenlage hat ganz deutlich gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf erforderlich ist, damit die zumeist ehrenamtlich eingesetzten Einsatzkräfte nicht wieder in die Lage gebracht werden, solche Einsatzlagen bewältigen zu müssen“, erklärt Innenminister Caffier. „Wir brauchen deshalb eine bundesweite Task Force zur Brandbekämpfung, um insbesondere bei Bränden auf munitionsbelasteten Flächen mit Spezialtechnik und gesondert geschulten Einsatzkräften bereits im ersten Angriff dafür zu sorgen, dass eine Katastrophenlage gar nicht erst entsteht.“

Die Task Force würde nach Vorstellung von Innenminister Caffier nach dem Vorbild der bereits erfolgreich aufgebauten Medical Task Force an den Katastrophenschutzeinheiten angebunden werden. Von hier verstärken und unterstützen sie dann die örtlichen Feuerwehr- und Katastrophenschutzeinheiten bei der Brandbekämpfung. Um im Einsatzfall schnell erreichbar und einsatzbereit zu sein, müsste Spezialtechnik und Personal der Task Forces, wie geländegängige Lösch- oder Räumfahrzeuge, dezentral vom Bundes in ganz Deutschland stationiert werden.

Innenminister Caffier„Mit dieser Task Forces und einer nationalen Strategie zur Waldbrandbekämpfung müssen sich Bund und Länder im Hinblick auf Ausrüstung, Ausbildung und taktisches Wissen bei der Bekämpfung von Landschaftsbränden für die Zukunft richtig aufstellen. Damit entlasten wir auch die Kommunen, die mit ihren Freiwilligen Feuerwehren grundsätzlich die ersten am Brandort sind.“

Kommunale Abwasserbeseitigung in M-V

Schwerin – Die Kläranlagen in Mecklenburg-Vorpommern erfüllten auch 2017 und 2018 trotz der schwierigen Wetterverhält­nisse in diesen Jahren die Anforderungen der Kommunal­abwasserrichtlinie der EU. Zu diesem Ergebnis kommt das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in seinem Lagebericht 2019 über die Kommunale Abwasserbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern. Damit werden in MV seit 2002 die Vorgaben der EU eingehalten. Dieser Bericht ist jetzt online einsehbar.

Insbesondere die Starkniederschläge 2017 und die Trockenheit 2018 hatten zur stärkeren Belastung von Entwässerungssystemen, zu starken Schwankungen der Stoffkonzentrationen in den Zuläufen der Kläranlagen und zur Verringerung der Abbauleistung der Inhaltsstoffe des Abwassers geführt. Aufgrund des niedrigen Wasser­standes im Jahr 2018 waren zudem natürliche Abflüsse einiger Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern viel stärker abwasserbeeinflusst als in normalen Jahren.

„Die erfolgreiche Bewältigung der Extremjahre 2017 und 2018 beweist, dass die großen Anstrengungen im Ausbau der Kanalnetze und kommunalen Kläranlagen sinnvoll waren“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Die getroffenen Maßnahmen schützen unsere Wasserres­sourcen, nützen der Wirtschaft, dem Tourismus, der Fischerei, der Land- und Forstwirtschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Sie sichern letztendlich das Wasser als unsere Lebens­grundlage.“

Die Abwasserbeseitigung wird in Mecklenburg-Vorpom­mern von 109 abwasserbeseitigungspflichtigen Körper­schaften wahrgenommen. Hierbei handelt es sich um 32 Zweckverbände, einen Wasser- und Bodenverband, 75 Städte und Gemeinden sowie einem Amt. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 existieren in Mecklenburg-Vorpom­mern 589 kommunale Kläranlagen ab 50 Einwohner­werten. Zudem fallen in den Geltungsbereich der Kommunalabwasserrichtlinie sechs industrielle Betriebe.

Um die hohe Reinigungsleistung zu gewährleisten, verfügen alle kommunalen Kläranlagen mindestens über mechanische und biologische Behandlungsstufen. Die Länge des öffentlichen Kanalnetzes beträgt 15.827 Kilometer, davon 11.038 Kilometer Schmutzwasser­kanäle, 4.203 Kilometer Regenwasserkanäle und 586 Kilometer Mischwasserkanäle.

Seit 2016 besteht gemäß der Wasserförderrichtlinie MV die Möglichkeit, Zuschüsse für investive Vorhaben zur weitergehenden Abwasserbehandlung zu beantragen. Die Vorhaben sollen punktuelle Gewässerbelastungen beseitigen und sind auf den guten Zustand des Gewässers nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie ausgerichtet. Im Berichtszeitraum 2017/2018 wurden 138.000 Euro an Fördermitteln zur Verbesserung der Phosphor-Elimination für drei Kläranlagen bewilligt.

In der Kommunalabwasserrichtlinie der EU wird vor­geschrieben, dass die zuständigen Behörden alle zwei Jahre die Öffentlichkeit und die EU in einem Lagebericht über die Beseitigung von kommunalen Abwässern und Klärschlamm in ihrem Zuständigkeitsbereich informieren. In Mecklenburg-Vorpommern ist für die Erarbeitung des Lageberichts das LUNG zuständig. Die Daten werden durch die unteren Wasserbehörden der Landkreise und kreisfeien Städte sowie durch die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt erhoben und seit Ende 2013 über das „Fachinformationssystem wasserrechtlicher Vollzug Kläranlagen“ erfasst.

Nutzung von Brachen

Futter ab 1. Juli bis zu 80 Prozent auch von Bracheflächen möglich

Schwerin – Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hat die Nutzung von Brachen, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen wurden, für die Futter­gewinnung (sowohl Mahd als auch Beweidung) freigegeben. Allerdings legte er gleichzeitig fest, dass im Interesse der Insekten und anderer Tiere pro stillgelegter Parzelle maximal 80 Prozent der Fläche für die Mahd bzw. Beweidung genutzt werden dürfen, so dass für sie ein Rückzugsraum erhalten bleibt.

Landwirtschaftliche Unternehmen haben auf Grund der extremen Trockenheit 2018 und des in 2019 anhalten­den ungünstigen Witterungsverlaufes mit unterdurch­schnittlichen Niederschlägen erhebliche Einbußen in der Futtererzeugung zu verzeichnen. So ist der erste Futterschnitt weit unter den in normalen Witterungs­jahren erzielten Erträgen zurück geblieben. Auch sind die Wasservorräte in den Böden nahezu aufgebraucht.

„Um die Situation in den betroffenen Unternehmen etwas abzumildern, können ab dem 1. Juli dieses Jahres landesweit Bracheflächen, welche als ökologische Vorrangflächen durch die Landwirte im Agrarantrag ausgewiesen wurden, teilweise für die Futtergewinnung genutzt werden“, sagte der Minister. Ein gesonderter Antrag sei dazu ist nicht erforderlich. „Ich hoffe, wir können so den viehhaltenden Betrieben helfen, wenn auch sicherlich die Qualität des Futters auf diesen Flächen nicht mehr sehr hoch sein wird“, so Backhaus.

Durch diese Ausnahmegenehmigung stehen in MV ca. 26.000 ha zusätzlich für die Futtergewinnung zur Verfügung. Entsprechend der EU-Vorgaben für Bracheflächen wäre eine Nutzung für die Futtergewinnung ansonsten unzulässig gewesen.

Ökolandbau weiter auf Erfolgskurs

Schwerin – Über 100 Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern haben allein im vergangenen halben Jahr damit begonnen auf einer Fläche von fast 12.000 Hektar Ackerfläche Ökolandbau zu betreiben. Damit wirtschaften hierzulande über 1.000 Landwirtschaftsbetriebe (20 Prozent) auf einer Fläche von 170.000 Hektar ökologisch. Das entspricht einem Anteil von 12,6 Prozent an der gesamten Ackerfläche. Der Bundesdurchschnitt liegt mit 1,5 Millionen Öko-Fläche bei 9,1 Prozent. Damit rangiert Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich in der Spitzengruppe mit Baden Württemberg, Bayern, Hessen, Brandenburg, Hessen und dem Saarland.

„Der Ökolandbau in Mecklenburg-Vorpommern ist weiter auf Erfolgskurs. Die aktuellen Zahlen bestätigen, dass die von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen Wirkung entfalten, die hiesigen Unternehmen erfolgreiche Betriebskonzepte erarbeiten und diese dann auch umsetzen“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der gestern an seinem Dienstsitz in Schwerin mit den ökologischen Anbauverbänden die aktuelle Entwicklung erörterte.

Minister Backhaus versprach, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Europäische Agrarförderung stärker auf Gemeinwohlleistungen ausgerichtet wird: „Es braucht ein klares Bekenntnis dazu, die Landwirte für besondere Leistungen beim Umwelt- Klima- und Tierschutz zu honorieren. Nur mit zielgerichteten Investitionen in die Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft wird sichergestellt, dass die Mittel nicht an die Landeigentümer durchgereicht werden, sondern aktive Landwirte stärken, die sich für sauberes Wasser, gesunde Böden und Artenvielfalt einsetzen.“

In der aktuellen Förderperiode stehen zur Unterstützung des Ökolandbaus nunmehr 202 Millionen Euro zur Verfügung. Der Etat für die ökologische Wirtschaftsweise wurde damit um 37 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln aufgestockt.

Backhaus appellierte aber auch an die Eigeninitiative der Betriebe: „Eine nachhaltige Entwicklung braucht ein marktorientiertes Wachstum. Für den Absatz ihrer Produkte sind die Unternehmen selbst verantwortlich! Hier geht es mitunter auch darum, sich aus der eigenen Komfortzone hinauszubewegen und neue Wege zu beschreiten.“