Gespräch zur künftigen Verpachtung der Binnengewässer

Schwerin – Eine europaweite Ausschreibung von Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern zum Höchstgebot ist nicht das Ziel der Landesregierung. Das versicherte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus dem Landesverband der Binnenfischer und dem Landesanglerverband. Damit widersprach er anderslautenden Informationen in der Vergangenheit. Vielmehr sei eine transparente Vergabe der Flächen auf der Grundlage der Konzepte der wirtschaftlich erfolgreichen Binnenfischereiunternehmen sowie die Nutzung der Gewässer durch den Landesanglerverband weiterhin das Ziel der Landesregierung.

Sobald die Hinweise des Landesrechnungshofes zur zukünftigen Verpachtungspraxis vorliegen, werde eine zeitnahe Verpachtung angestrebt, um den Unternehmen und den Verbandsmitgliedern langfristige Planungssicherheit zu ermöglichen.

„Wir wollen, dass erfolgreiche Unternehmen, die in der Vergangenheit viel investiert haben, sich weiterentwickeln können. Und wir werden solchen Unternehmen, die bisher nur auf Verschleiß gefahren sind, deutlich machen, wie sie bestehende Wertschöpfungspotentiale nutzen können, wenn sie weiterhin Gewässer pachten wollen.“ Ziel müsse mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Binnenfischerei und auf den nachhaltigen Tourismus auch außerhalb der Tourismuszentren eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Gewässernutzung sein.

Stimmen für die Bienen

Berlin – Zum Weltbienentag am 20. Mai 2018 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute schon nach Berlin eingeladen, um für Bienen und alle Insekten zu kämpfen. Im Rahmen einer Aktion übergeben BUND-Aktivisten rund 180.000 Unterschriften zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern an das Bundesumweltministerium. Mit blühenden Wiesen, Pflanzaktionen, Aktivisten in Bienenkostümen und Informationen rund um das Thema „A place to bee“ demonstriert der BUND, dass effektive Maßnahmen zum Schutz der Bienen und Insekten dringend nötig sind.

„Der anhaltende Insektenschwund hat dramatische Ausmaße angenommen. Es ist höchste Zeit zum Handeln“, sagt Olaf Bandt, Bundesgeschäftsführer für Politik und Kommunikation beim BUND anlässlich der Unterschriftenübergabe. So schrumpft die artenreichste Tiergruppe sowohl bei den Arten als auch bei den Tieren pro Art. Um 75 Prozent nahm die Biomasse der Insekten in den letzten 27 Jahren ab. „Wir fordern von der Bundesregierung weitreichende, effektive und sofortige Maßnahmen für die Bienen und alle Insekten. So ist über die Hälfte der heimischen Wildbienen in ihrem Bestand gefährdet. Gerade für den Menschen ist der Schutz der kleinen Bestäuber überlebenswichtig. Zwei Drittel unserer Nahrungsmittel sind auf Bestäubung durch zum Beispiel Bienen angewiesen“, so Bandt weiter. Die weltweite Bestäubungsleistung von Nutzpflanzen wird auf 200 bis 500 Milliarden Euro geschätzt. Ebenso wichtig ist die Bestäubung von Wildpflanzen, denn diese sind die Grundlage für sehr viele Insekten, Vögel und Säugetiere. Mit dem massenhaften Insektenschwund ist das Funktionieren des Ökosystems in Gefahr.

„Besonders in intensiven Agrarlandschaften ist die Artenvielfalt durch Monokulturen, Pestizideinsatz und den Verlust von Lebensräumen in einem großen Maße zurückgegangen. Dabei ist gerade die Landwirtschaft auf Bestäuber angewiesen“, sagt der BUND-Geschäftsführer. Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der kleinen Lebewesen sind: deutliche Reduktion der Pestizidmenge, Verbot von bienengefährlichen Wirkstoffen wie Neonikotinoide und von Ackergiften wie Glyphosat, Schutz und Schaffung wichtiger Lebensräume wie Blühwiesen, Feldraine, Hecken und Streuobstwiesen. Außerdem muss das Zulassungssystem für Pestizide grundlegend reformiert werden. Kombinationseffekte und Langzeitwirkung von Pestiziden werden momentan bei der Zulassung fast gar nicht berücksichtigt.

Der BUND hatte gemeinsam mit der Aurelia-Stiftung bereits im April 2017 einen nationalen Bienenaktionsplan vorgestellt, der Maßnahmen zum Schutz von Honigbienen, Wildbienen und anderen Bestäubern auflistet. Zeitgleich startete die Unterschriften-Aktion. Mehr als 180.000 Menschen haben bis zum heutigen Tag teilgenommen und verlangen von der Regierung endlich unsere Insekten zu schützen. Über 63.000 Menschen fordern in einem weiteren Protestschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel einen schnellen nationalen Ausstieg aus dem Einsatz von Glyphosat. „Wir freuen uns über das große Interesse der Bevölkerung am Schutz unserer Insekten“, sagt Bandt. „Das ist ein klares Signal an die Politik, im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu handeln.“

Positiv stimmen uns die Signale aus der Bundesregierung und von Bundeskanzlerin Merkel zum Thema Artenvielfalt und über die Bedeutung der Biene. Wir begrüßen und unterstützen das im Koalitionsvertrag verankerte Aktionsprogramm Insektenschutz. „Den schönen Worten müssen nun zügig konkrete Taten in Form von Gesetzen und Verordnungen folgen. Das Aktionsprogramm Insektenschutz muss ambitionierte, messbare Ziele und Maßnahmen enthalten und zügig umgesetzt werden“, erklärt Bandt. „Wir können uns nicht noch mehr Zeit lassen, mit dem Schutz der Bienen und der Artenvielfalt zu starten, sonst ist nichts mehr zum Schützen da.“

Start in die Badesaison: Informationen zu Badestellen im Land stehen online bereit

Schwerin – Die Badesaison startet in Mecklenburg-Vorpommern offiziell am Sonntag (20. Mai). „Die Küste, die Seen und Flüsse im Land laden Gäste und Einheimische zum Baden, Sport und Spiel ein. Die Qualität der Badegewässer ist größtenteils ausgezeichnet, das zeigen die regelmäßigen Überprüfungen. Für das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern ist sauberes Badewasser und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur an den Badestellen eine wichtige Voraussetzung dafür, eine entspannte und unvergessliche Urlaubszeit hier zu erleben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit 497 Badegewässer hygienisch überwacht. Mindestens alle vier Wochen bis zum Ende der Badesaison am 10. September besichtigen die Gesundheitsämter jedes Badegewässer, entnehmen eine Wasserprobe, messen die Sichttiefe und den pH-Wert. Zugleich wird geprüft, ob Algen, Cyanobakterien oder andere Verunreinigungen das Badegewässer belasten. Die Wasserproben werden im Landesamt für Gesundheitsamt und Soziales M-V (LAGuS) mikrobiologisch auf die Indikatorkeime Intestinale Enterokokken und E. coli untersucht.

Aus 10.427 Analysen von mikrobiologischen Parametern über vier Jahre erfolgt dann eine statistische Einstufung der Badegewässer. Die Messungen haben ergeben, dass 91 Prozent aller Badegewässer (453) eine ausgezeichnete Qualität haben. Weitere sechs Prozent erhielten eine gute Einstufung. Weitere 13 Badegewässer haben eine ausreichende Qualität. „97 Prozent aller Badegewässer in Mecklenburg-Vorpommern sind als ausgezeichnet und gut bewertet worden. Das ist herausragende touristische Werbung, schließlich schätzen unsere Gäste neben der beeindruckenden Natur und dem gesunden Klima vor allem auch die vielfältigen Bademöglichkeiten“, sagte Glawe.

„Nur wenn das Baden in MV eine saubere Sache ist und bleibt, haben wir zufriedene Gäste und Gastgeber. Dafür analysieren unsere Fachleute mehr als 2.500 Proben“, sagt Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. Die Ergebnisse könne jeder vor Ort an der Badestelle einsehen.

Nach einer Auswertung des Qualitätsmonitors Deutschland-Tourismus (2016) entscheidet sich die Mehrzahl der Gäste für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern, weil sie Landschaft und Natur mögen (71,9 Prozent); die gute Luft und das gesunde Klima genießen wollen (59,6 Prozent); die Erholungsmöglichkeiten nutzen (53,1 Prozent) und weil die Gäste die Strand-(-bäder) und Bademöglichkeiten sowie die Seen sehr schätzen (50 Prozent).

Informationen zu jedem einzelnen Badegewässer sind auf der Badegewässerkarte im Regierungsportal, der Internetseite des Wirtschaftsministeriums unter https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/gesundheit/badewasserkarte/ zu finden. Diese beinhalten unter anderem ein Kurzprofil, die Einstufung des Badegewässers, die aktuellen Untersuchungsergebnisse, Informationen zur Infrastruktur, wie Toiletten, Parkplätze, Kioske, Rettungsschwimmer. Alle Angaben können auch mobil auf dem Mobiltelefon oder Tablett über eine App erhalten werden. Unter https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/wm/gesundheit/gesundheitsland-mv/badewasser/ ist ein Link zur Badewasser App und ein Hinweis auf eine Liste für Badegewässer mit behindertengerechtem Zugang eingerichtet. Über den Link zum LAGuS gibt es diverse Empfehlungen rund ums Baden und zu den allgemeinen Baderegeln, die ebenso wie die Anweisungen der Rettungsschwimmer zu beachten sind.

Die Badewasserproben werden in der Zeit vom 01. Mai bis zum 10. September jeden Jahres alle vier Wochen durch die zuständigen Gesundheitsämter bei einer Mindestwassertiefe von 1,30 Meter unter der Wasseroberfläche entnommen. Das Wasser wird dann auf gesundheitliche Parameter wie Escherichia coli und Intestinale Enterokokken untersucht. Die Sichttiefe und der pH-Wert des Wassers spielen ebenso eine Rolle. Wird bei einer Probe der Höchstwert nach Badegewässerlandesverordnung überschritten, wird umgehend eine Nachprobe entnommen und geprüft, ob ein Badeverbot ausgesprochen werden muss.

Entspannungswald in Graal-Müritz eröffnet

Graal-Müritz – Umweltminister Dr. Till Backhaus eröffnete jetzt in Graal Müritz einen Entspannungswald als Teil des Projekts „Kurwald Graal Müritz“.

In Mecklenburg-Vorpommern ist knapp ein Viertel (24,1 Prozent) der Fläche von Wald bedeckt (558.000 ha). Zudem verfügt MV als einziges Bundesland direkt an den Stränden über kilometerlange Küstenwälder – so wie in Graal-Müritz.

„Dieses unvergleichliche Naturpotential darf man nicht ungenutzt lassen“, bekräftigte der Minister und verwies darauf, dass bereits 2013 die Überlegung entstand, unter der Trägerschaft des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Land spezielle Kur- bzw. Heilwälder einzurichten. Ziel sei es, die Bereiche Natur, Gesundheit und Tourismus noch enger miteinander zu verzahnen. Damit solle der Wald mit seiner Erholungs- und Gesundheitswirkung auch touristisch noch besser genutzt und der Freizeitwert weiter gesteigert werden.

„Das Vorhaben ist bislang einzigartig in Deutschland und auch in Europa. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam in so kurzer Zeit geschaffen haben. Seit November 2016 nennt unser Land im Heringsdorfer Küstenwald den 1. Kur-und Heilwald Europas sein Eigen. Mit Graal-Müritz folgt eine weitere Gemeinden diesem Beispiel“, zeigte sich der Minister zufrieden.

In Graal-Müritz entsteht derzeit ein Kurwald, der sich in einen Entspannungs- und Aktivbereich untergliedert. Im Aktivwaldbereich werden die Themen Gesundheit und Umweltbildung in der Waldnatur miteinander verknüpft. Dazu wurden dort bereits mehrere Stationen mit Fitnessgeräten eingerichtet.

Mit der heutigen Eröffnung kommt auch ein Entspannungswaldbereich dazu, der vielfältige Verweilmöglichkeiten in der Natur bietet.

Das Herzstück bildet ein Waldpavillon, der abseits des turbulenten Badebetriebes zum Verweilen am Mahlbusen einlädt. Ein 90 Meter langer Holzbohlensteg ermöglicht den barrierefreien Zugang zum Pavillon.

Neben besten natürlichen Voraussetzungen für Erholung und Genesung zählt der Gesundheits- und Wellness-Sektor hier im Land zu den modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Insgesamt 63 Heilbäder, Seeheilbäder, Seebäder, Luftkurorte und Erholungsorte erfüllen die strengen Kriterien des Landeskurortgesetzes. Dazu kommen herausragendes wissenschaftliches Know-how, Life-Science-Technologien, gesunde Ernährungsangebote und moderne Wellness-Ein

„Ich bin sicher, dass das Projekt „Kurwald“ die Attraktivität des Seeheilbades Graal-Müritz weiter steigern wird. Darum setze ich darauf, dass die Gemeinde das Vorhaben mit der noch ausstehenden Beantragung der Ausweisung als Kurwald erfolgreich zum Abschluss führt. Dann hat Graal-Müritz gute Chancen, ganz offiziell den zweiten Kurwald Europas zu bekommen“, so der Minister. Er versicherte gleichzeitig, die Einrichtung von Kur- und Heilwäldern weiterhin aktiv zu begleiten.

Bereits 2011 wurden mit der Novellierung des Landeswaldgesetzes die rechtlichen Rahmenbedingungen für neue Formen der Waldnutzung geschaffen. Seitdem besteht auch die Option, Kur- und Heilwälder rechtsförmlich auszuweisen.

Unter der Trägerschaft des Bäderverbandes wurde im Jahr 2013 mit der Planung und Einrichtung von Kur- bzw. Heilwäldern begonnen. Unterstützung erhält der Verband seitdem vom Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, der Landesforstanstalt und den Universitäten Rostock und München.

Gestartet ist das Projekt mit den fünf Gemeinden Heringsdorf, Bad Doberan, Sassnitz, Waren und Graal-Müritz. Mittlerweile sind zahlreiche weitere Kommunen dazugekommen: Göhren, Klink, Koserow, Krakow am See, Kühlungsborn, Malchow, Plau am See, Putbus, Ribnitz-Damgarten, Sellin, Ückeritz, Zinnowitz.

In der aktuellen Förderperiode wurden seit 2015 bereits sechs derartige Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt mehr als 1Million Euro bewilligt. Damit wurden Gesamtinvestitionen in Höhe von 1,4 Millionen Euro ermöglicht. Das Kurwaldprojekt in Graal-Müritz wurde bislang mit Fördermitteln in Höhe von knapp 164.000 Euro unterstützt.

Minister: Rückzug der Fischerei aus Bodden-Nationalpark mit Augenmaß

Schwerin – Bei der geplanten schrittweisen Einschränkung der Fischerei im Kernbereich des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft gelte es, Augenmaß walten lassen, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus heute. „Für mich gilt, dass in diesem Land die Existenzgrundlage der Fischer als Produzenten gesunder Nahrungsmittel und Bewahrer einer jahrhundertealten Wirtschaftstradition gewahrt bleibt“, so Dr. Backhaus. Es sei ihm ein Herzensanliegen, insbesondere die kleinen handwerklichen Fischereibetriebe zu unterstützen. „Diese Familienbetriebe verkörpern nicht nur einen Wirtschaftsfaktor, sondern ein überaus erhaltenswertes Kulturgut.“

Hintergrund für die ab 2013 geplanten schrittweisen Fischerei-Einschränkungen im Nationalpark-Kernbereich ist die Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes, die Nationalparks in Deutschland binnen 30 Jahren nach Ausrufung ihres Schutzstatus‘ überwiegend nutzungsfrei zu entwickeln. Dafür sollen mehr als 50 Prozent der Schutzgebietsflächen frei sein von der Nutzung durch Landwirtschaft, Forst und Fischerei.

Der 1990 gegründete, 78.665 Hektar große Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft besteht zu 83 Prozent aus Ostsee- und Boddenfläche. Ein schrittweiser Ausstieg aus der Fischerei sei zunächst nur für die drei Kernzonen des Nationalparks, Darßer Ort, Bug/Libben und Bock vorgesehen; das entspricht lediglich ca. 8 Prozent der gesamten Nationalpark-Wasserfläche. „Dazu waren wir mit Vertretern des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer bereits seit dem Herbst 2015 mehrfach im Gespräch. Unser Haus strebt eine einvernehmliche, freiwillige und wirtschaftlich verträgliche Lösung für die betroffenen Fischer an“, erklärte der Minister. „Deshalb habe ich Anfang 2018 zunächst die Nationalpark-Fischereiverordnung unverändert um weitere 5 Jahre, also bis 2023, verlängert. Damit können einheimische Fischer im Einvernehmen mit dem Nationalparkamt weiterhin in den Kernzonen des Nationalparks fischen“, so der Minister.

Für die Betroffenen, von denen die meisten auch außerhalb des Nationalparks fischen, sei es wichtig, schon jetzt über zusätzliche Einkommensmöglichkeiten oder weitere Standbeine nachzudenken. Derzeit könnten aus Mitteln des Europäischen Meeres- und Fischereifonds und des Landes Investitionen zur Diversifizierung des Einkommens von Fischern gefördert werden, beispielsweise die Erschließung touristischer Vermarktungswege für Frischfisch und Fischereiprodukte. „Für Ideen aus den Reihen der Fischer und des Verbandes sind wir offen“, sagte der Minister. „Im Herbst 2018 werden wir uns erneut zusammenzusetzen, um alle Möglichkeiten des schrittweisen Rückzugs aus den Kernzonen des Nationalparks auszuloten.“

Die überwiegende Nutzungsfreiheit von Nationalparks ist im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgeschrieben. Im § 24 Absatz 2 des BNatSchG heißt es: „Nationalparke haben zum Ziel, in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets den möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, sollen Nationalparke auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung dienen.“

Nach den Qualitätskriterien für deutsche Nationalparks soll die überwiegende Nutzungsfreiheit grundsätzlich nach einer Frist von spätestens 30 Jahren nach Erklärung eines Gebietes zum Nationalpark erreicht sein. Das wäre im Falle des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft im Jahr 2020 der Fall.

Früh üben sich Natur-Profis

Übergabe des Biosphären-Passes an die Schülerinnen und Schüler der Fritz-Reuter-Schule mit Unterstützung durch die WEMAG

Zarrentin – Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Zarrentin am Schaalsee erhielten heute exklusiv ihren persönlichen „Biosphäre-Pass“. Den Pass hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe gemeinsam mit den Lehrerinnen der Fritz-Reuter-Schule und dem regionalen Energieversorger WEMAG AG entwickelt.

Die 1. Klasse der Fritz-Reuter-Schule in Zarrentin hat exklusiv ihren persönlichen „Biosphäre-Pass“ erhalten, den das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe gemeinsam mit den Lehrerinnen und dem regionalen Energieversorger WEMAG AG entwickelt hat. Foto @ WEMAG/Diana Kuhrau

Klaus Jarmatz, Leiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, zeigt sich begeistert über diese Zusammenarbeit. „Wir können dadurch unsere Kooperation mit der Grundschule in Zarrentin weiter ausbauen und den Kindern das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee mit seinen verschiedenen Themen im Laufe der Schuljahre näherbringen. Jedes Kind erhält künftig in der 1. Klasse einen persönlichen Pass. Das ist ein schönes Projekt, das auch in anderen Schulen im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee oder im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Mecklenburg-Vorpommern Nachahmer finden könnte.“

„Der Pass wird die Kinder bis zur 4. Klasse begleiten, ergänzt Heide Hollstein, Schulleiterin an der Fritz-Reuter-Schule Zarrentin. „Durch die begleitenden Führungen mit den Rangerinnen und Rangern des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe wechseln die Kinder die Perspektive, entdecken am realen Objekt nachhaltig Dinge, was in der Schule nur mit großem Aufwand funktioniert. Wir sind froh, so gut zusammen arbeiten zu können, wie es im Moment ist“, betont Heide Hollstein. „Der Pass wertet diese fruchtvolle Zusammenarbeit noch einmal auf und ermöglicht ein Erinnern und Verinnerlichen in einer neuen Qualität.“

Das Projekt wurde ermöglicht durch die Unterstützung der WEMAG. Caspar Baumgart, kaufmännischer Vorstand des ökologisch ausgerichteten Energieversorgers, war es wichtig, dass Themen aus der Natur und über den Einklang von Umweltschutz und Energiegewinnung im Pass aufgezeigt werden. „Energie spielt in fast allen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. In der vierten Klassenstufe beschäftigen sich die Kinder deshalb zum Beispiel mit modernen und nachhaltigen Formen der Energiegewinnung und auch ganz praktisch mit dem Thema Müll. Wohin mit den Abfällen, die in Haushalt und Gewerbe täglich anfallen? Ein behutsamer Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist für die Daseinsvorsorge ein zentraler Faktor“, so Baumgart.

Die 1. Klassen starten mit dem Pass im Frühling und gehen auf Entdeckungsreise. Die Stationen Herbst und Winter werden bereits in der 2. Klasse absolviert. In den kommenden Monaten werden die Ranger des UNESCO-Biosphärenreservates und die Lehrkräfte der Fritz-Reuter-Schule sicherlich noch wertvolle Ideen und Erfahrungen durch die Arbeit mit den Kindern sammeln.

Modernisierungen im Hafen des Ostseebades Wustrow geplant

Wustrow – Im Ostseebad Wustrow (Landkreis Vorpommern-Rügen) soll der Hafen modernisiert und erweitert werden. „Der Hafen in Wustrow ist für Wassersportler und Naturliebhaber ein idealer Ausgangspunkt für Touren am und auf dem Wasser. Jetzt wird die touristische Infrastruktur rund um den am Bodden gelegenen Hafen weiter ausgebaut, um das Angebot für Gäste und Anwohner weiter zu verbessern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Die Gemeinde Ostseebad Wustrow liegt auf der Halbinsel Fischland zwischen Ostsee und Bodden. Am Hafen gibt es einen Wasserwanderrastplatz mit 35 Liegeplätzen und einen Liegeplatz für Fahrgastschiffe. Jetzt ist unter anderem geplant, die Ufersicherung an der Ost- und Westseite des Hafenbeckens sowie eine Trailerbahn auszubauen. Zudem soll der vorhandene Holzsteg zurückgebaut und durch eine Steganlage in Stahlbauweise mit Holzbohlenbelag ersetzt werden. „Der Hafen ist oftmals Schauplatz maritimer Veranstaltungen wie beispielsweise von Hafenkonzerten, Regatten oder dem Seebrückenfest, die viele Besucher locken. Mit der Modernisierung wird ein Ausflug nach Wustrow noch attraktiver“, sagte Glawe.

Die Gesamtinvestitionen betragen mehr als 2,5 Millionen Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro.

Im Reisegebiet Fischland-Darß-Zingst gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Januar und Februar 2018 rund 33.200 Gästeankünfte (+8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und mehr als 149.000 Übernachtungen (+7,8 Prozent). In ganz Mecklenburg-Vorpommern waren es im gleichen Zeitraum rund 599.000 Ankünfte (+2,2 Prozent) und mehr als zwei Millionen Übernachtungen (+2,4 Prozent).

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit 350 Wasserwanderrastplätze, Marinas und Sportboothäfen mit 14.000 Liegeplätzen an der Küste und 7.725 Liegeplätzen im Binnenland. Derzeit gibt es 1.400 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten in der Branche. Die Umsätze haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht auf 474 Millionen Euro Bruttoumsatz.

Minister weiht neuen Fußweg zu den Ivenacker Eichen ein

Ivenack – Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus übergab heute Vormittag einen neuen Weg zu den Ivenacker Eichen seiner Bestimmung. Der Bohlenweg führt Besucher abseits der Verbindungsstraße Basepohl – Ivenack vom Parkplatz sicher zum Eingangsbereich der Ivenacker Eichen. Außerdem entstand unter Regie der Gemeinde ein größerer Parkplatz; Informationstafeln mit einem Lageplan und Informationen zum Ivenacker Tiergarten ergänzen die binnen sechs Monaten entstandenen Neuerungen rund um das Nationale Naturmonument der Ivenacker Eichen.

„Im August 2017 haben wir hier gemeinsam den Baumkronenpfad eröffnet. Seitdem sind die Ivenacker Eichen für die Besucher auf eine ganz neue Weise erlebbar. Der Baumkronenpfad ist zu einem wahren Publikumsmagneten geworden. Wir haben dadurch 2017 einen Besucherzuwachs von fast 50 Prozent erzielt. Deshalb war es auch dringend erforderlich, die Besucherinfrastruktur auszubauen“, sagte Minister Backhaus.

Ivenack punktet nicht nur mit seinen etwa 1000 Jahre alten Eichen, sondern bietet auch vielen Tierarten ein Zuhause. Mit der Haltung von Damwild und Schweinen in neu errichteten Gattern führt das Forstamt Stavenhagen eine hier seit Ende des 17. Jahrhunderts bestehende Tradition fort. „Das Damwild trägt durch Verbiss an der Baumverjüngung dazu bei, dass der Hudewald-Charakter des Gebietes erhalten bleibt“, erklärte der Minister. Die Turopolje-Schweine, eine bedrohte alte Haustierrasse aus den kroatischen Save-Auen, ernähren sich von Eicheln und unterstreichen mit ihrer Anwesenheit ebenfalls den Charakter des Hudewaldes.

Zudem eröffnete im Ivenacker Tiergarten mit dem „Wildimbiss“ eine neue gastronomische Einrichtung, betrieben von der Landesforst Waldservice und Energie GmbH. Angeboten werden hier etwa Wildsoljanka, Hirschburger oder Bratwurst aus Wildfleisch.

„Ich freue mich, dass wir dieses jüngste Bauprojekt mit Fördermitteln in Höhe von rund 196.000 Euro unterstützen konnten. Damit wurde die Gesamtinvestition in Höhe von rund 242.000 Euro möglich. Sie macht den Ivenacker Tiergarten mit seinen alten Eichen zukünftig noch ein bisschen attraktiver für die vielen Gäste“, so Backhaus.

Gestiegene Waldbrandgefahr im Land: Unbedingt Hinweise beherzigen!

Schwerin – Die sommerliche Witterung der letzten Tage hat zu einem Anstieg der Brandgefahr in den Wäldern des Landes geführt. In Vorpommern Greifswald herrscht seit dem 7. Mai hohe Waldbrandgefahr (Stufe 4), in allen anderen Landkreisen gelten die Waldbrandgefahrenstufen 2 (erhöhte Waldbrandgefahr) bzw. 3 (mittlere Gefahr).

Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes hält das sommerliche Wetter bis zum Donnerstag, dem 10. Mai, an. Im Feiertagsverlauf soll dann ein Tiefdruckausläufer mit Gewittern von Westen her bis Freitagabend nach Osten durchziehen. Es sind hierfür ausreichende Niederschläge vorhergesagt, die die Waldbrandgefahr auch im Osten des Landes deutlich minimieren sollen. Für das Wochenende wird wieder frühsommerliche Witterung mit etwas geringeren Tageshöchsttemperaturen erwartet. Auch das frische Mai Grün wird dann die Brandgefährdung weiter dämpfen.

Ab Waldbrandgefahrenstufe 2 treten gestaffelte Maßnahmen zur Waldbrandüberwachung und -vorbeugung in Kraft: Beispielsweise werden Bereitschaftsdienste aktiviert, automatische Waldbrandfrüherkennungssysteme in Betrieb genommen die Öffentlichkeit verstärkt informiert. Sowohl Forstbehörden, amtliche und ehrenamtliche Brandschutzorgane als auch Waldbesitzer und -besucher können sich somit gut auf die jeweilige Waldbrandgefahr einstellen.

In diesem Jahr ist es bisher zu vier kleineren Waldbränden gekommen. 2017 gab es insgesamt sechs Waldbrände. „Damit wir auch in diesem Jahr möglichst wenig Waldbrände verzeichnen müssen, bitte ich Sie, folgende Hinweise zu beherzigen:“ appelliert der Minister:

  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine Zigarettenreste aus dem Auto! Benutzen Sie Ihren Bordaschenbecher!
  • Nutzen Sie für Lagerfeuer und Grillabende nur ausgewiesene Grill- und Lagerfeuerplätze, auf denen Sie einen ausreichenden Brandschutz sichern können. Halten Sie dabei einen Mindestabstand zum Wald von 50m ein!
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Waldparkplätzen! Ermöglichen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Lösch- und Rettungskräften eine rasche und ungehinderte Zufahrt zum Brandherd, indem Sie die Waldwege freihalten!
  • Melden Sie alle Brände unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110)!

Gesundheitsbewusst und aktiv neue Höhen erklimmen

Naturerbe Zentrum Rügen und AOK Nordost gehen gemeinsame Wege

Insel Rügen – Das Naturerbe Zentrum Rügen, eine Einrichtung der bayerischen Erlebnis Akademie AG, und die AOK Nordost werden als neue Kooperationspartner gemeinsame Wege gehen. Darüber informierten heute in Binz der Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, Christian Kremer, und Juri Schlünz, der Koordinator für Sport- und Gesundheitsstützpunkte der AOK Nordost. Als exklusiver Gesundheitspartner möchte die AOK Nordost künftig die beliebte touristische Freizeit- und Bildungseinrichtung nutzen, um auf unterhaltsame und doch nachhaltige Art und Weise auf eine aktive und gesunde Lebensweise aufmerksam zu machen. Das Naturerbe Zentrum Rügen mit dem 2013 eröffneten 1.250 Meter langen Baumwipfelpfad zieht jährlich rund 300.000 Besucher an.

Bewegung tut gut – Jürgen Michalski, Regionalleiter Nord der Erlebnis Akademie AG (v. li.), Juri Schlünz von der AOK Nordost, der Stralsunder AOK-Niederlassungsleiter Henry Nahlik und Christian Kremer, Marketingleiter der Erlebnis Akademie AG, zeigen eine der ersten Infotafeln vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades. Foto @ NEZR/Maxi Klawa

„Am 15. Juni feiern wir fünf Jahre Naturerbe Zentrum Rügen. Unser Anspruch liegt in der Vermittlung von Werten, die zur Bewahrung unserer Naturräume und zu einem bewussten Umgang mit unseren Ressourcen beitragen. Mit der Kooperation mit der AOK Nordost setzen wir jetzt neue Akzente“, betonte Christian Kremer. „Wir erweitern unsere Ziele um den wichtigen Faktor der Gesundheitsbildung und möchten dabei die Zusammenarbeit mit unserem neuen Partner schrittweise ausbauen.“

Gestartet wird mit drei großen Infotafeln, die vor dem Einstiegsturm des Baumwipfelpfades, im Pfad an der ersten Erlebnisstation, an der es den Balancierbalken oder Wackelelemente zu überwinden gilt, und nach dem Ausstiegsturm angebracht worden sind. Auf den Schildern wird um eine aktive Lebensweise geworben, wobei schon die Absolvierung von täglich 10.000 Schritten eine große Rolle spielt. Studien belegen, dass damit das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung um 20 Prozent gesenkt werden kann. Bei Kindern wirken einfache Übungen zur Koordination dem Bewegungsmangel entgegen, bei älteren Menschen dienen sie der Sturzprävention und dem Erhalt der Lebensqualität.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Naturerbe Zentrum Rügen“, sagte Juri Schlünz. „Gemeinschaftliche Erlebnisse und die Freude an aktiver Betätigung in der Natur tragen sehr viel zum gesundheitlichen Wohlbefinden und einer positiven Entwicklung bei“, so der ehemalige Bundesligaspieler und Trainer vom F.C. Hansa Rostock. „Der Baumwipfelpfad auf Deutschland größter Insel ist geradezu prädestiniert für unser Anliegen und die Botschaft an alle Altersgruppen, dass jeder selbst etwas für seine Fitness und sein Wohlbefinden tun kann.“

Die AOK Nordost wird darüber hinaus die mehrfach prämierte „Baumwipfelpfad-Comic-Rallye“ unterstützen und Preise für die Teilnehmer zur Verfügung stellen. Mit Comic-Heft und Stift in der Hand können die jüngeren Besucher während der Wanderung zum Gipfel spannende Aufgaben in dem Rallye-Quiz lösen.

Im eigenen Boomhus-Bistro werden in Kooperation mit der AOK Nordost regelmäßig verschiedene gesunde Wochengerichte angeboten. Die Steckbriefe zum jeweiligen Tagesgericht wie beim aktuellen Süßkartoffel-Gemüse-Auflauf mit Schafskäse liegen als Infoblatt aus und können mitgenommen werden. Darin wird auf die Bedeutung und Inhalte der verarbeiteten Lebensmittel hingewiesen. So heißt es in dieser Woche „Süßkartoffeln sind eine wahre Karotin-Fundgrube und punkten mit viel Vitamin E und C. Vom Nährwertgehalt sind sie ganz vorne dabei. Junges frisches Gemüse tut immer gut und Schafkäse enthält sehr wenig Laktose“.

EU-Bericht zu Gewässern: In Deutschland sind die Nitratwerte weiterhin hoch

Brüssel – Die Verschmutzung von Grundwasser und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen geht zurück. Für einen weiteren Rückgang sind jedoch zusätzliche Anstrengungen der Mitgliedstaaten notwendig. Dies geht aus dem heute (Freitag) von der Kommission vorgestellten jährlichen Bericht zur Umsetzung der Nitratrichtlinie hervor. Dem Bericht zufolge wurde in 28 Prozent der Grundwassermessstationen in Deutschland der Durchschnittswert von 50 mg Nitrat pro Liter überschritten.

EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sagte: „Ich freue mich, dass die EU-Regeln zur Reduzierung von Nitraten in Gewässern Erfolge erzielen. Die langjährigen Bemühungen der Mitgliedstaaten sie umzusetzen, zahlen sich jetzt aus. Für eine nachhaltigere Landwirtschaft in der EU sind jedoch noch weitere Anstrengungen notwendig.“

2016 hat die Kommission Deutschland wegen der anhaltenden Verunreinigung der deutschen Gewässer durch Nitrat vor dem Gerichtshof der EU verklagt.

Stickstoff ist für das Wachstum von Pflanzen von entscheidender Bedeutung und wird häufig als Düngemittel eingesetzt. Von den Pflanzen nicht aufgenommener Stickstoff wird in Nitrat umgewandelt und kann zu starken Wasserverunreinigungen führen – mit entsprechenden Folgen für die menschliche Gesundheit, die Wirtschaft und die Umwelt. Eine zu hohe Nitratbelastung fördert in Süßwassergewässern und in der Meeresumwelt das Wachstum von Algen, die anderes Leben ersticken (Eutrophierung). Das verschlechtert die Wasserqualität enorm. Eine Nitratkonzentration von über 50 mg/l kann zudem erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben, insbesondere auf schwangere Frauen und Kleinkinder. Zudem verursacht die Entfernung von Nitraten aus dem Trinkwasser hohe Kosten.

Die Nitratrichtlinie, die die EU-Staaten im Jahr 1991 beschlossen haben, hat zum Ziel, die Wasserqualität in Europa zu verbessern, indem die Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen verhindert und der Einsatz beispielhafter landwirtschaftlicher Verfahren gefördert wird. Alle EU-Länder müssen ihre Gewässer überwachen und jene bestimmen, die durch Verschmutzung bedroht sind. Des Weiteren müssen sie Aktionsprogramme aufstellen, um Nitrat-Verunreinigungen zu verhindern und zu verringern. In Deutschland ist die Düngeverordnung der wesentliche Bestandteil des nationalen Aktionsprogramms zur Umsetzung der Richtlinie.

Richtfest POLARIUM: Im August ziehen die Eisbären und Pinguine ein

Rostock – Der Rohbau des POLARIUM steht und gemeinsam mit allen Beteiligten, den Mitarbeitern sowie vielen Förderern und Partnern des Zoos wurde heute das Richtfest zünftig gefeiert. Wirtschaftsminister Harry Glawe, Oberbürgermeister Roland Methling und Zoodirektor Udo Nagel dankten allen Mitwirkenden, die zum bisherigen Erfolg bei dem ambitionierten Neubauprojekt beigetragen haben. Geht es in dem Tempo weiter, ist im September bereits die Eröffnung geplant.

„Jetzt ist das Ergebnis dank der enormen Unterstützung aller Bauarbeiter, Planer und Mitarbeiter des Zoos auch für Besucher immer besser sichtbar. Die Vorfreude wächst gewaltig“, betonte Wirtschafts- und Tourismusminister Harry Glawe. „Das POLARIUM wird den Zoo für die Rostocker sowie für die Gäste aus dem In- und Ausland weiter aufwerten. Hier werden Natur, Erlebnis und Bildung in wunderbarer Weise miteinander verbunden. Wir brauchen mehr attraktive und qualitativ hochwertige Angebote, um neue Gäste für unser Land zu begeistern. Denn: Wer im intensiven touristischen Wettbewerb bestehen will, muss gezielt in die touristische Infrastruktur investieren. Diesen Kurs unterstützen wir auch beim Rostocker Zoo aktiv.“

Für Oberbürgermeister Roland Methling ist die geplante Eröffnung des POLARIUM im September eines der herausragenden Highlights im großen Jubiläumsjahr von Rostock. „Das POLARIUM ist eines der größten Geschenke zum 800. Stadtgeburtstag für die Rostocker und Gäste der Stadt. Es wird wie einst die historische Bärenburg viele Generationen prägen und zugleich neue Akzente im Natur- und Artenschutz setzen.“

Zoodirektor Udo Nagel lag heute besonders am Herzen, neben den Baufirmen auch allen Zoobesuchern für ihre Geduld und ihr Verständnis für die durch den Bauprozess bedingten teilweise erheblichen Einschränkungen im Umfeld des POLARIUM ein großes Dankeschön auszusprechen. „Die Unterstützung, die wir von allen Seiten erfahren, ist einfach überwältigend. Das Ende ist jetzt absehbar und schon im August sollen die ersten kleinen und großen Bewohner in unser POLARIUM einziehen.“

Der Neubau des POLARIUM ist weit vorangeschritten. Während der Rohbau für das Pinguinbecken und für das Gebäude mit den Bruthöhlen sowie der Grabenverlauf bereits fertiggestellt sind, finden am Besucherzentrum und an den Räumen für die Tierpfleger die letzten ausstehenden Rohbauarbeiten statt. Für die Eisbären-Stallungen mit den Wurfboxen wurde bereits die Grundsohle gelegt und gleichzeitig mit dem Aufbau der Winkelstützwände zur Gehegebegrenzung begonnen.

Vor den Firmen liegt noch die komplette Gestaltung des POLARIUM mit dem Kunstfelsen und einer großflächigen Illusionsmalerei, die seit dieser Woche auf dem Programm steht. Darüber hinaus müssen die Außengehege angelegt und die Besucherwege erschlossen werden. Schon bald werden die Maler den Pinsel schwingen und den Anstrich außen und im Innenbereich anbringen.

Gegenwärtig sind auf der POLARIUM-Baustelle 15 Gewerke aktiv. Diese Zahl wird sich später sogar auf etwa 30 Betriebe erhöhen, wenn es immer mehr auf den Feinausbau zusteuert. „Eine Großbaustelle inmitten eines Zoos ist immer eine besondere Herausforderung“, machte Zoodirektor Udo Nagel deutlich. „Es muss Rücksicht auf die bestehenden Tiere genommen werden und wenn ab August die ersten Bewohner kommen, gibt es vieles zu beachten, um die Gesundheit und Sicherheit der Tiere und Mitarbeiter nicht zu gefährden.“

Die Rohbau- und Erschließungszeit haben die Ausstellungsplaner für ihre Vorbereitungen genutzt. Für das Besucherzentrum sind Gewerke wie beispielsweise „Trockenbau/Akustik“, „Ausstellungsbau“ und „Grafikkommunikation und Beschilderung“ zuständig. Hinzu kommt die aufwändige Medientechnik. Der umfangreiche Planungsprozess ist im ständigen Austausch mit dem Zoo erfolgt und mittlerweile abgeschlossen, so dass nun nach fortschreitendem Bauablauf immer stärker die Ausstellungsbereiche in den Fokus rücken. Diese wurden schrittweise an das vom Generalplaner entworfene Gebäude angepasst. Der Generalplaner, die Hamburger ZOOQUARIUMDESIGN GmbH, hat mit Ausnahme der Ausstellung und Aquaristik das Gesamtprojekt konzipiert. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Partnern Pinck Ingenieure (Planung Technische Gebäudeausrüstung) und Wetzel & von Seht (Statikplanung). Das Ausstellungskonzept wird von der dan pearlman Markenarchitektur GmbH aus Berlin umgesetzt.

Weitestgehend abgeschlossen sind die Abstimmungen zum Tierbestand für die Eisbären und Pinguine mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), informierte Zoo-Kuratorin Antje Zimmermann. „In Kürze werden wir bekanntgeben können, welches junge Eisbärenpärchen zu uns ins POLARIUM ziehen wird“, kündigte Antje Zimmermann an. „Die Anreisen der Tiere werden für den August geplant.“

Einige Rostocker Pinguine werden aus dem Zoo Berlin zurückkehren. „Weitere Pinguine erhalten wir aus Wien. Die genaue Planung zum Pinguinbestand läuft aber noch, da sie vom Brutgeschehen in den verschiedenen Pinguin-Populationen in den Zoos abhängig ist.“ Zur Eröffnung werden rund 20 Humboldt-Pinguine auf der neuen Anlage zu sehen sein. Die Kolonie kann dann auf rund 36 Tiere wachsen.“

Die Aquarien und Quallenkreisel kommen vorgefertigt nach Rostock und werden vor Ort installiert.

Die Einrichtung und Inbetriebnahme laufen in enger Abstimmung zwischen der Spezialfirma Schuran aus Jülich und dem Zoo, wobei die Firma Schuran als Generalunternehmer für die Planung und Ausführung verantwortlich ist. Die Dekoration der einzelnen Becken übernimmt das Aquaristik-Team des DARWINEUM. Die Arbeiten hierfür beginnen planmäßig im Juni 2018. Die endgültige Planung des Tierbesatzes richtet sich nach dem Angebot von bestimmten Tierarten zum Zeitpunkt vor der Eröffnung des POLARIUM und nach dem Zuchterfolg bei den verschiedenen Quallenarten im Zoo Rostock. Von 15 Quallenarten aus eigener Zucht sollen sieben im POLARIUM präsentiert werden. Verschiedene Quallenpolypen hat der Rostocker Zoo aus Japan bezogen. In den Aquarien im Schaubereich „Meereswelten“ werden unter anderem Strahlen-Feuerfische, Falterfische, Kaiserfische und Drückerfische sowie Muränen, Kraken, Seeanemonen, Hummer oder Langusten und Clownfische aus der Unterwasserwelt der Ozeane zu bewundern sein.

12. Waldolympiade startet heute: 300 Wettkämpfe in 83 Forstämtern

Bad Doberan – Heute eröffnet Umweltminister Dr. Till Backhaus im Forstamt Bad Doberan die Waldolympiade 2018. Rund 300 Schulklassen der Klassenstufe 4 werden bis zum 21. Juni auf 83 Wettkämpfen in allen Forstämtern des Landes miteinander in den Wettstreit treten. Damit ist ein neuer Teilnehmerrekord erreicht. Am Ende wird der Landessieger ermittelt; die Siegerklasse trifft sich zu einem Walderlebnistag Försterin oder Förster ihres Forstamtes.

„Die Waldolympiade ist mehr als nur ein sportlicher Wettkampf. Hier ist körperliche und geistige Fitness gleichermaßen gefragt. Im Mittelpunkt stehen Umweltbildung und Naturerlebnis für die Kinder. Ihnen wird Wissen rund um Wald und Natur spielerisch und altersgerecht vermittelt“, sagte Minister Backhaus zur Eröffnung der 12. Waldolympiade.

Bei dem spielerischen Gruppenwettbewerb absolvieren die Kinder einen Parcours aus Geschicklichkeitsübungen, Erlebnis- und Wissensstationen. Darunter sind die Disziplinen „Tiere des Waldes“, „Überwinden von Hindernissen“, „Waldboden“ und „Baumartenkenntnis“ sowie „Zapfenzielwurf“ und „Holzstapel umsetzen“. An jeder Station werden die Ergebnisse von einem Forstmitarbeiter eingeschätzt. Nach Durchlaufen aller Stationen erfolgt die klassenweise Auswertung und die Ermittlung des Tagessiegers einer jeden Waldolympiade. Der Tagessieger erhält einen Holz-Pokal.

Unter www.wald-mv.de können die Klassen den aktuellen Punktestand der teilnehmenden Schulen abrufen.

Die Waldolympiade hatte im Jahr 2007 mit 37 Wettkämpfen und 151 Schulklassen begonnen. In den zurückliegenden 11 Jahren gab es mehr als 600 Wettkämpfe, an denen etwa 2400 vierte Klassen mit insgesamt ca. 48.000 Schülern teilnahmen.

Die Waldolympiade ist neben Waldführungen, Walderlebnistagen, Jugendwaldheimaufenthalten, der Mitarbeit von Kindern an Naturschutzprojekten, den Waldkindergärten und Waldpatenschaften ein Teil der Waldpädagogikkonzeption der Landesforstanstalt und wird maßgeblich von der Stiftung „Wald und Wild in Mecklenburg-Vorpommern“ unterstützt.

Altwarper Dünenschäferei als UN-Dekade-Projekt ausgezeichnet

Altwarp – Für ihr Vorhaben „Der Dünenschäfer kehrt zurück“ erhielten der Landwirtschaftsbetrieb Tierproduktion Haffküste, der Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz und die DBU Naturerbe GmbH als Flächeneigentümerin heute Mittag in Altwarp (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aus den Händen von Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus die Auszeichnung als „UN-Dekade-Projekt Biologische Vielfalt“.

Die Vereinten Nationen hatten 2011 das Jahrzehnt bis 2020 als „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgerufen. Seit 2012 werden in diesem Rahmen herausragende Projekte vorgestellt und geehrt.

„Die drei Projektpartner setzen sich beispielgebend für den Erhalt der biologische Vielfalt ein“, sagte Minister Backhaus bei der Ehrung im Naturschutzgebiet „Altwarper Binnendünen“. Mit dem Projekt wird auf der Altwarper Binnendüne nach 50 Jahren ohne Schafe wieder eine Schafbeweidung eingeführt; das Herdenmanagement übernimmt eine ortsansässige Altwarperin als „Dünenschäferin“. „Die Beteiligten haben sich leidenschaftlich der nachhaltigen Nutzung der Binnendüne verschrieben, die sich ins Nationale Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eingegliedert“, so der Minister. Das Besondere an dem Projekt sei neben der Wiederaufnahme der kulturhistorischen Nutzungsform und dem Einsatz des Rauwolligen Pommerschen Landschafes als ursprüngliches Schaf der Küstenregion auch die Beweidung als „Umtriebsweide“, die es erlaubt, die Binnendüne weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten.

Die naturschutzgerechte Beweidung der Binnendüne wirke der Verbuschung und der Ausbreitung des krautigen Land-Reitgrases entgegen. „Damit bleiben die offenen Binnendünen mit ihren typischen Strukturen und den charakteristischen Tier- und Pflanzenarten erhalten. Sandmagerrasen und offene Dünen gehören zu den faszinierendsten und besonders gefährdeten Lebensräumen unserer Heimat. Deshalb bedürfen sie des besonderen Schutzes und gezielter Pflegemaßnahmen“, unterstrich Dr. Backhaus.

Die Altwarper Binnendünen, der Neuwarper See und der Riehter Werder waren vor knapp 30 Jahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Bis 1970 wurden die Dünen von den Schafen beweidet. „Nach fast 50 Jahren ist es gelungen, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der Dünenschäfer ist zurückgekehrt“, sagte der Minister und richtete Dank und Anerkennung an alle Mitwirkenden.

Baumpflanzaktion der Landesforst zum internationalen Tag des Baumes

Schwerin – Zum diesjährigen Tag des Baumes veranstalten die Forstämter der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern noch bis zum 27. April Baumpflanzaktionen, an denen auch Kinder aus Grundschulen und Kindertagesstätten mitwirken. Gepflanzt werden u. a. etliche Exemplare der Esskastanie (Castanea sativa ) – sie ist der Baum des Jahres 2018.

Zudem pflanzen die Leiter der Landesforstbetriebe Deutschlands am Rande ihres jährlichen Geschäftsführertreffens in MV heute Nachmittag im Schlosspark Ludwigslust eine Baumgruppe aus drei Esskastanien. „Ich freue mich sehr, dass die Geschäftsführer der Landesforstbetriebe den Tag des Baumes zum Anlass nehmen, den bei den letzten Herbststürmen 2017 stark in Mitleidenschaft gezogenen Schlosspark in Ludwigslust um eine Baumgruppe aus Esskastanien zu ergänzen. So hinterlassen Forstleute aus allen Bundesländern sichtbare Spuren in der größten Parkanlage in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. Der Schlosspark, der im 19. Jahrhundert vom Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné zu dem heutigen Landschaftspark umgestalteten wurde, ist mit etwa 127 Hektar Fläche der größte seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern.

Der internationale Tag des Baumes geht auf Aktivitäten des amerikanischen Politikers Julius Sterling Morton im Jahr 1872 zurück. Ursprünglich am 10. April werden seither Bäume gepflanzt. 1951 beschlossen die Vereinten Nationen, jährlich am 25. April den Tag des Baumes zu begehen, um Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. In Deutschland wurde der „Tag des Baumes“ erstmals am 25. April 1952 begangen.

Die Esskastanie (Castanea sativa) war im Oktober 2017 von der „BAUM DES JAHRES – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ und deren Fachbeirat, das „Kuratorium Baum des Jahres“, zum Baum des Jahres 2018 bestimmt worden. Der offiziell auch Edel-Kastanie genannte Baum bekam seinen deutschen Namen erst im 15. Jahrhundert. Er wurde damals vom lateinischen Baumnamen ‚castanea‘ entlehnt, den die Römer wiederum von den Griechen (‚kastana‘) übernommen hatten. Obwohl außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, hat die Esskastanie in Deutschland ausreichend warme Standorte gefunden, auf denen sie sich voll entfalten und längerfristig behaupten kann. Aufgrund des hohen Brennwertes ihres Holzes und ihrem schnellen und kräftigen Neuaustrieb nach dem Absägen gibt es hierzulande Überlegungen, den Baum in Plantagen mit Erntezyklen unter zwanzig Jahren zur Energieholzproduktion anzupflanzen.