Mecklenburg-Vorpommerns historische Schätze mit dem Pferd erleben

Schwerin – Der Verein der Schlösser, Guts- und Herrenhäuser Mecklenburg Vorpommern e.V. engagiert sich verstärkt beim Thema Pferdetourismus und bringt die Akteure der Region zusammen. Mit über 2.000 Gutsanlagen verfügt das Land über ein Alleinstellungsmerkmal, dessen Potential in Zukunft noch umfangreicher genutzt werden soll.

„Das Thema Reiten ist eine touristische Ergänzung, um historischen Gutsanlagen für Gäste noch attraktiver werden zu lassen. Pferdefreunde können im Land der Guts- und Herrenhäuser Urlaub machen und die Erholung in der Natur mit Reiter-Ferien kombinieren. So kann diese Zielgruppe mit einem verbreiterten Angebot angesprochen werden. Das steigert die touristische Wertschöpfung in der Region“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

Seit Beginn des Projektes im April 2018 haben sich bislang 15 Partner aus dem Küstenvor- und Binnenland Mecklenburg-Vorpommerns der Initiative des Vereins angeschlossen, um die Aktivitäten zum Thema Reittourismus zu bündeln und gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Programm sind unter anderem der klassische Reiterurlaub mit Leihpferden und Angebote für Besitzer eigener Pferde. Darüber hinaus gibt es sogenannte Wanderreitstationen, die Pferden und Reitern Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Dazu kommen Events und Shows rund um’ s Pferd.

„Nachdem die Netzwerkarbeit angelaufen ist, gilt es nun, die bereits bestehenden Strukturen zu evaluieren. Dabei muss unter anderem das Reitwege-Netz auf seine Nutzbarkeit hin überprüft und weiterentwickelt werden. Bei der Gelegenheit besteht zudem die Möglichkeit, geeignete Übersichtskarten in digitale Form zu überführen, was die spätere Vermarktung erheblich vereinfachen wird“, sagte Glawe.

Geplant ist, die jährlich erscheinenden Publikationen der Tourismusbranche des Landes mit den Informationen zu versorgen, um der verstärkten Nachfrage beim Reittourismus gerecht zu werden. Hierfür erfolgt eine enge inhaltliche Abstimmung mit dem Tourismusverband des Landes (TMV e.V.). Gleichzeitig werden im Netzwerk gänzlich neue Angebote geschaffen, die zukünftig mit eigenen Veröffentlichungen im Netz sowie in gedruckter Form zur Verfügung stehen sollen.

„Eine der Ideen sind Gutshaus-Touren als Wanderritte, die als Rundwege zu den verschiedenen Schlössern führen. Dazu müssen Informationen zusammengestellt werden, die erhebliche Serviceverbesserungen darstellen. Dabei handelt es sich unter anderem um die Auflistung geeigneter Badestellen für Reiter und Pferd oder Wissenswertes zur Gepäckbeförderung. Mit dem Projekt bietet sich die Möglichkeit, die Zielgruppe der Reittouristen direkter anzusprechen und dabei gleichzeitig bei den Gutsanlagen sowie den weiteren Dienstleitern vor Ort für eine bessere Auslastung zu sorgen, die sich weit über die Sommersaison hinaus erstrecken kann“, so Glawe weiter. Neben der Netzwerkarbeit liegt ein Hauptaugenmerk des Vorhabens auf der Onlinepräsenz der Initiative.

Im Förderzeitraum von April 2018 bis März 2019 betragen die Gesamtkosten des Projektes knapp 18.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von 12.500 Euro.

Schwesig: Land- und Ernährungswirtschaft sind wichtige Wirtschaftsfaktoren bei uns

Berlin – „Die Internationale Grüne Woche ist ein wichtiges Schaufenster für die Land- und Ernährungswirtschaft aus Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Jahr sind wir zum 29. Mal hier vertreten, schon zum 20. Mal mit einer eigenen Länderhalle. Sie ist ein Besuchermagnet mit einem besonderen Flair und einem abwechslungsreichen Programm“, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Eröffnung des Ländertages Mecklenburg-Vorpommern auf der 84. Internationalen Grünen Woche in Berlin. Aus dem Land sind 71 Ausstellerinnen und Aussteller vertreten. Besonderer Partner ist in diesem Jahr der Landkreis Rostock.

Die Land- und Ernährungswirtschaft habe in Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition und sind „wichtige Wirtschaftsfaktoren in unserem Land. Sie gehören zu den modernsten und leistungsfähigsten in ganz Europa.“

Es sei gut, dass die Grüne Woche die Möglichkeit biete Spezialitäten der einzelnen Bundesländer kennenzulernen und man andererseits mitten in der Großstadt Landwirtschaft hautnah erleben könne. „Wir vergessen manchmal: Brot, Butter, Fleisch und Käse kommen nicht von allein auf den Teller. Landwirt zu sein ist kein Job wie jeder andere. Ein Bauer ernährt 145 Menschen. Landwirte sorgen für Arbeitsplätze in ländlichen Räumen und lebendige Dörfer“, sagte die Regierungschefin und erinnerte in diesem Zusammenhang an die für Landwirte schwierigen letzten Jahre.

Die Ministerpräsidentin dankte Ausstellern und Organisatoren: „Es ist wieder eine eindrucksvolle und schöne Präsentation unseres Landes gelungen.“

Minister Backhaus eröffnet Länderhalle auf der Grünen Woche

Berlin – Das gab es noch nie: Erstmals präsentieren sich alle Landkreise in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle auf der 84. Internationalen Grünen Woche in Berlin. Die Länderhalle wurde heute durch Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, eröffnet – und das inzwischen zum 20. Mal. Insgesamt präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern bereits zum 28. Mal auf der weltgrößten Messe im Bereich Land- und Ernährungswirtschaft.

„Unsere Länderhalle hat von Anfang an mit konstanter Qualität überzeugt. Natürlich haben wir in den vergangenen 20 Jahren viele Erfahrungen gesammelt und sind immer weiter gewachsen. Mit der erstmaligen Teilnahme des Landkreises Rostock sind in diesem Jahr alle sechs Landkreise mit insgesamt 70 Ausstellern in der Länderhalle vertreten. Damit präsentiert sich unser Land in Berlin so umfassend und facettenreich wie nie“, betonte Minister Backhaus bei der Eröffnung.

„Die Teilnahme aller Kreise zeigt den Stellenwert der Internationalen Grünen Woche für Mecklenburg-Vorpommern. Die Kreise haben das Marketingpotenzial der Messe erkannt. Nicht nur die einschlägigen Urlaubsregionen an der Ostseeküste oder der Mecklenburgischen Seenplatte haben verstanden, die Verbindung von regionaler Wertschöpfung und Tourismus für sich zu nutzen. Alle Aussteller bieten Produkte oder Dienstleistungen an, die Lust auf Genuss und Urlaub in der jeweiligen Region machen“, führte der Minister aus.

Von Anfang an in der Länderhalle dabei sind Unternehmen wie die Mecklenburger Kartoffelveredlung aus Hagenow, die Mecklenburgische Brauerei Lübz, die LFW Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten, aber auch Landkreise wie der ehemalige Uecker-Randow-Kreis und Ostvorpommern (jetzt gemeinsam als Vorpommern-Greifswald), Ludwigslust und Parchim (jetzt gemeinsam als Ludwigslust-Parchim), Nordwestmecklenburg oder aber Produzenten der Insel Rügen.

„Die Aussteller zeigen eindrucksvoll, dass wir eben nicht nur mit unserer beeindruckenden Naturlandschaft bei den jährlich mehr als 7,5 Mio. Übernachtungsgästen punkten können, sondern dass unser Land auch für eine starke Land- und Ernährungswirtschaft mit qualitativ hochwertigen Produkten steht“, so Backhaus.

Insgesamt sind hierzulande fast 15.000 Menschen im Ernährungsgewerbe beschäftigt, davon ca. 13.600 im Bereich Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln und etwa 1.200 in der Getränkeherstellung (statistisch erfasst werden nur Personen in Unternehmen > 50 Personen).

Internationale Grüne Woche i Berlin

Zukunftstrends der Ernährung erkennen und Wertschöpfung im Land weiter erhöhen

Berlin – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph hat sich am Freitag auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin über die heimische Ernährungswirtschaft und Innovationen informiert.

„Ich erwarte zum Beispiel vom Verbundforschungsvorhaben der Bäckerei & Konditorei Reichau (Landkreis Vorpommern-Greifswald) aus Grambin und dem Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT) aus Neubrandenburg neue Produktionsverfahren für neue marktfähige und hoch innovative Produkte. Die Internationale Grüne Woche eignet sich hervorragend für unsere heimische Ernährungswirtschaft auch als Testmarkt für neue Produkte und Dienstleistungen, für mehr Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum. Hier werden Zukunftstrends vorgestellt und traditionelle regionale Highlights der Ernährungswirtschaft präsentiert. In Kombination mit den touristischen Ausstellern zeigt sich Mecklenburg-Vorpommern auf der Messe auch als attraktives Urlaubsland mit großem wirtschaftlichem Potenzial“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Insgesamt sind 72 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft sowie Verbände, Vereine und Institutionen aus dem Land unter dem Motto „Genieß Mecklenburg-Vorpommern“ auf der IGW. Die Projektpartner Bäckerei & Konditorei Reichau aus Grambin und das Zentrum für Ernährung und Lebensmitteltechnologie gGmbH (ZELT) aus Neubrandenburg entwickeln gemeinsam ein Verfahren zur Aufbereitung und zum Einsatz von Amaranth in veganen, glutenfreien, eiweißreichen Backwaren. Amaranth gilt als sogenanntes „Pseudogetreide“. Das bedeutet, obwohl es botanisch nicht zu den Süßgräsern gehört, lassen sich die feinkörnigen Samen für die menschliche Ernährung nutzen und wie Getreide verarbeiten.

„Amaranth enthält kein Gluten, daher ist es als Getreideersatz für Personen geeignet, die auf glutenfreie Nahrungsmittel angewiesen sind oder diese bevorzugen. Amaranthmehl ist für die Ausbildung großvolumiger Teigstrukturen, wie sie bei Brot nötig sind, nicht geeignet. Deshalb wird Amaranth zur Proteinanreicherung in Backwaren oft nur in geringeren Anteilen eingesetzt. Die Entwicklung eines spezifischen Verfahrens zum Backen mit Amaranthmehl und den dafür notwendigen Verfahrensumstellungen in Rohstoffvorbehandlung und Teigbereitung ist Kern des Vorhabens. Das Wirtschaftsministerium unterstützt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von knapp 422.000 Euro die Arbeit. Die Gesamtkosten betragen knapp 547.000 Euro. Das ist ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit für Wirtschaft und Wissenschaft. Aus steigenden Kundenwünschen nach glutenfreiem Essen heraus entwickelt ein Handwerksbetrieb mit wissenschaftlicher Unterstützung ein innovatives Produkt, das hier im Land auch produziert werden soll. So wird Wertschöpfung geschaffen. Unternehmen und Hochschulen sollten noch stärker in der Ernährungswirtschaft in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zusammenarbeiten“, betonte Rudolph.

Im Zeitraum 2014 bis 2020 stehen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 236,3 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für den Bereich Forschung, Entwicklung und Innovationen (FuEuI) zur Verfügung. Im Zeitraum von 2014 bis 2018 hat das Wirtschaftsministerium Zuschüsse von insgesamt 140,5 Millionen Euro für 423 Vorhaben bewilligt. Auf das Jahr 2018 entfielen davon 17,9 Millionen Euro für 69 Projekte. Im Bereich Ernährung wurden im Jahr 2018 sechs Projekte mit einem Zuschuss von insgesamt knapp 1,6 Millionen Euro bewilligt. „Die Branche der Ernährungswirtschaft ist im stetigen Wandel – ein höheres Gesundheitsbewusstsein, der Wunsch nach regional produziertem Essen und möglichst naturbelassenen Lebensmitteln bestimmen derzeit die Ernährungstrends. Hier sehe ich viel Potential für unsere heimischen Unternehmen, mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und am Markt anzubieten“, sagte Rudolph abschließend.

In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich die Ernährungsindustrie durch eine große Zahl leistungsfähiger mittelständischer Unternehmen sowie ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment aus. Derzeit sind in den 88 Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern insgesamt über 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,7 Milliarden Euro. Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes beträgt etwa 33 Prozent. Die Ernährungswirtschaft ist damit innerhalb des verarbeitenden Gewerbes sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz der größte Industriezweig des Bundeslandes.

Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. Zudem sind im Land wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig, z. B. die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen. Dazu kamen in den letzten Jahren regelmäßig weitere Ansiedlungen und Investitionen von Unternehmen der Ernährungsbranche. Dazu zählen insbesondere der Bau einer Betriebsstätte für Lebensmittelzusatzstoffe der SternMaid GmbH in Wittenburg, die Errichtung eines Edeka-Fleischwerkes in Valluhn, die Ansiedlung der Süßwarenhersteller Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg oder des Nescafé Dolce-Gusto-Werkes in Schwerin. Viele Unternehmen der Ernährungsindustrie haben eine lange Tradition in Mecklenburg-Vorpommern, wie zum Beispiel die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH, die Mecklenburger Kartoffelveredelung GmbH und die Mecklenburger Backstuben GmbH.

Die Internationale Grüne Woche (IGW) findet noch bis zum 27. Januar zum 84. Mal statt. Sie gilt als weltweit größte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Veranstaltet wird die Grüne Woche von der Messe Berlin GmbH. Ideelle Träger sind der Deutsche Bauernverband (DBV) sowie die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Nach Veranstalterangaben sind über 1.700 Aussteller mit mehr als 100.000 Produkten aus Deutschland und der Welt vor Ort vertreten. Die Messe ist für Fach- und Privatbesucher täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, am „langen Freitag“ (25.1.) von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Mecklenburg-Vorpommern präsentiert seine Aussteller zum 20. Mal in einer eigenen Länderhalle auf 1.800 Quadratmetern mit 40 Verkaufs- und Präsentationsständen sowie rund 60 Ausstellern.

Diesjährige Wertholzversteigerung erstmals mit Mammutbaum

Linstow – Am 24. Januar 2019 findet ab 9.30 Uhr im Van der Valk Resort Linstow die 28. Wertholzauktion des Landes Mecklenburg-Vorpommern statt.

Insgesamt 951 Fest­meter Wertholz stehen dieses Jahr zur Versteigerung. Damit hat sich die Angebotsmenge gegenüber dem Vorjahr (645 fm) deutlich erhöht. Mit 812 Festmeter stellt erneut die Baumart Eiche den Hauptanteil, aber auch Esche, Buche, Ahorn und Wildkirsche sind vertreten. Erstmals wird der Stamm eines Mammutbaums versteigert. Er kommt aus dem Forstamt Gädebehn.

„Die bisher auf unseren Auktionen erzielten Spitzenpreise vieler Baumarten können sich bundesweit sehen lassen. Bei der letztjährigen Versteigerung konnten die beteiligten Waldbesitzer unseres Landes einen Erlös von insgesamt rund 325.000 Euro erzielen“, erwartet Minister Dr. Till Backhaus auch in diesem Jahr den Holzqualitäten angemessene Preise.

Neben der Landesforstanstalt als Hauptanbieter beteiligen sich 18 kommunale und private Waldbesitzer des Landes mit 400 Festmeter am diesjährigen Termin. Unter ihnen befinden sich die Universität Greifswald, die Gutsverwal­tung Hohenstein sowie die Städte Rostock, Greifswald, Gnoien und Demmin.

Die Versteigerungskataloge wurden an über 70 Kaufinteressenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland gesandt. Das Holz lagert derzeit auf dem Wertholzplatz Nossentiner Heide und kann bereits besichtigt werden. Die auf dieser Versteigerung angebotenen Hölzer werden aufgrund der guten Qualitäten überwiegend in der Furnier- und Möbelindustrie Verwendung finden.

Klimafreundlicher Transport dank MoorFutures

Berlin – Die mobile Bundesausstellung BAUnatour 2.0 macht vom 17. bis 28. Januar Station auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Mit Exponaten, Broschüren, Mustern und kompetenten Beratern, informiert sie über biobasierte Baumaterialien, von Bienenwachs bis Zellulosedämmung, von Kork über Linoleum bis Holz. Die containergroße Box besteht selbst zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen.

Damit sie möglichst vielen Menschen die Vielfalt vermitteln kann kommt die Ausstellung direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern und machte bisher in über 80 Städten Station. Um den eigenen ökologischen Fußabdruck dabei so klein wie möglich zu halten, gleicht die Baunatour ihre CO2-Bilanz durch Klimaschutz-Zertifikate aus. Die Einnahmen kommen zum Beispiel dem Projekt MoorFutures zu Gute.

„Moore sind die größten und effektivsten Kohlenstoffspeicher auf der Erde. Die Wiedervernässung von Mooren mit Hilfe von MoorFutures vermindert deren Ausstoß an Treibhausgasen erheblich. Durch Kauf von Klimaschutz-Zertifikaten lassen sich nicht vermeidbare Emissionen kompensieren und gleichzeitig konkrete Klimaschutzprojekte fördern, in diesem Fall in Mecklenburg-Vorpommern“, betonte der Umweltminister des Landes Dr. Till Backhaus. Die MoorFutures-Projekte werden über einen Zeitraum von 50 Jahren intensiv gepflegt.

Minister Backhaus wird das Zertifikat persönlich an die Initiatoren der Ausstellung übergeben.

Die BAUnatour 2.0. ist täglich im Rahmen der Messezeiten von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Initiatoren sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und sein Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Königsstuhl: Backhaus stellt neues Zugangskonzept vor

Insel Rügen – Über dem Königsstuhlmassiv soll eine freischwebende Aussichtsplattform gebaut werden. Sie soll als Alternative zum vorhandenen Strandabstieg entstehen, der im Mai 2016 nach einer Hangrutschung durch eine herabstürzende Buche massiv beschädigt und daraufhin gesperrt worden war. So sieht es das zukünftige Zugangskonzept vor, über das Umweltminister Dr. Till Backhaus heute persönlich mit Vertretern der Bürgerinitiative „Rette Deine Insel“ im Rathaus Sassnitz auf Rügen sprach. Eine Wiedereröffnung der Treppe zum Strand, wie es die Bürgerinitiative fordert, schloss er aus, da sie die Anzahl der Strandbesucher und damit das Unfallrisiko deutlich erhöhen würde.

Seit 2006 hat der Geologische Dienst an der Steilküste von Jasmund rund 300 Rutschereignisse nachgewiesen. Seit 2007 registrierte die Freiwillige Feuerwehr Sassnitz in diesem Bereich 17 Unfälle, von denen vier sogar tödlich ausgingen. „Der Abstieg am Königsstuhl gehört damit zu den gefährlichsten Strandabschnitten der Insel Rügen. Trotz umfassender Warnhinweise verleitete er Menschen immer wieder zu Strandsparziergängen, deren Gefahren sie nicht abschätzen konnten. Das Land trägt hier eine Verantwortung, denn kein touristisches Erlebnis ist es wert, dass sich Menschen dafür in Lebensgefahr bringen“, betonte Backhaus.

Als Eigentümer von Kreidefelsen und Strand müssen das Land und das Nationalparkamt Vorpommern die Verkehrssicherungspflicht für Mensch und Sachwerte vor Ort garantieren, erläuterte der Minister. Diese sei im deutschen Recht so umfassend ausgestaltet, dass Eigentümer und Betreiber wegen der bekannten Gefährdungslage im Schadensfall trotz ordnungsgemäßer Sicherungs- und Instandhaltungsmaßnahmen haftbar gemacht werden können.

Für einen Neubau der Treppe müssten Steuermittel in Höhe von rund zwei Millionen Euro eingesetzt werden, so Backhaus. „Da der betroffene Hangbereich geologisch extrem instabil ist, wäre nicht gesichert, dass diese Mittel wirksam und langfristig nutzbringend eingesetzt wären“, sagte er weiter. Kein Unternehmen sei bisher im Hinblick auf den instabilen Baugrund am Kreidekliff bereit gewesen, die Standsicherheit eines neuen Abstieges zu gewährleisten.

Das zukünftige Zugangskonzept sieht laut Minister vor, den vorhandenen Zugang, ein mit Treppenstufen erschlossenes Hügelgrab, durch eine frei schwebende Plattform, die als gestreckter Rundweg über das Königsstuhlmassiv reicht und von einem Pylon und Seilen gehalten wird, zu ersetzen.

„Der Königsstuhl wird bei diesem Konzept nicht mehr direkt betreten, was verhindert, dass Besucher bei einem Küstenabbruch am Königsstuhl in die Tiefe gerissen werden. Auf diese Weise können die jährlich mehr als 300.000 Gäste die fantastische Aussicht auf die Kreideküste, Buchenwälder und Ostsee unbeschwert genießen“, ergänzte Backhaus. Der bestehende Weg soll zurückgebaut und die alte Aussichtsplattform renaturiert werden.

Das Projekt wurde bereits im September 2018 öffentlich vorgestellt.

Internationale Grüne Woche: MV wirbt für den Wert von Lebensmitteln

Schwerin – Vom 18. bis 27. Januar präsentiert sich Mecklenburg-Vorpommern zum 28. Mal auf der 84. Internationalen Grünen Woche in Berlin, der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau – zum 20. Mal mit einer eigenen Länderhalle.

„Ich freue mich ganz besonders, dass zu diesem Jubiläum erstmals alle Landkreise an der Messe beteiligt sind und wir mit Fug und Recht davon sprechen können, dass wir auf der IGW Werbung für das ganze Land, seine einzigartige Natur und die unverwechselbaren Produkte machen. Dafür reisen insgesamt 70 Unternehmen nach Berlin – so viele wie nie, seit MV in 2009 begann, den Länderauftritt auf einer Fläche von rund 1.800 Quadratmetern zu gestalten. Für mich ist die rege Teilnahme ein Zeichen dafür, dass Unternehmergeist, Umsetzungswille und die Liebe zum Land unter den Ausstellern auch nach so vielen Jahren nicht erschöpft sind“, betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute im Rahmen der Landespressekonferenz in Schwerin.

Das Land möchte die jährlich mit rund 400.000 Besucherinnen und Besuchern stark frequentierte MV-Halle in diesem Jahr dazu nutzen, um noch stärker auf die Herkunft und den Wert von Lebensmitteln aufmerksam zu machen: „Noch immer ist der Welthunger das zentrale Thema in den vielen Fachveranstaltungen rund um die Messe. Für die westliche Welt ist dieses Problem aber oftmals weit weg. Wir erleben stattdessen, dass Lebensmittel zuhauf weggeworfen werden. Doch auch in den Industrieländern gibt es Menschen, die an Hunger leiden. Und die Weltbevölkerung wächst weiter an: Im Jahr 2050 werden voraussichtlich 9,7 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Sie zu ernähren, wird die dringendste globale Herausforderung“, führte der Minister aus.

Junge Menschen seien die wichtigsten Adressaten, wenn es darum geht, diese Zukunftsthemen anzugehen, sagte Backhaus. In der MV-Halle werde es deshalb wieder verschiedene Mitmach-Aktionen für Kinder geben. Schon jetzt hätten sich fast 900 Schülerinnen und Schüler angemeldet, um aus Äpfeln unter Anleitung sortenreinen Saft herzustellen. Das sei ein Rekordstand. Vor zwei Jahren waren es noch 350 Anmeldungen. Die Äpfel stammen vom Obstgut Coorßen in Boddin (LK LUP). In Zusammenarbeit mit der Kräuterpädagogin Jana Schäfer aus Luplow bei Rosenow (LK MS) würden Kinder mit auf eine Reise durch die Welt der Kräuter mitgenommen.

Ein wichtiger Schlüssel für die Ernährungssicherheit seien die Chancen, die Innovationen und Technologien im Rahmen der Digitalisierung bieten, so Backhaus. Sie seien in Teilen kostengünstig, leicht verfügbar und nahezu weltweit einsetzbar. Bereits heute böten digitale Lösungen den Landwirtinnen und Landwirten Möglichkeiten, ressourcen- und umweltschonender zu wirtschaften, Verluste zu reduzieren, Ertrage zu steigern oder leichteren Zugang zu Beratungsleistungen zu erhalten. „Für MV ist natürlich die Frage besonders spannend, inwieweit digitale Lösungen die Strukturen der ländlichen Räume verändern“, sagte er weiter. Offene Fragen zu Nutzen und Auswirkungen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft werden vom 17. bis 19. Januar 2019 auf dem 11. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) unter dem Leitthema „Landwirtschaft digital – Intelligente Lösungen für die Landwirtschaft der Zukunft“ erörtert.

„In der MV-Halle machen Landkreise und Unternehmen aber nicht nur auf Produkte und Themen der Land- und Ernährungswirtschaft aufmerksam. Auch der touristische Bereich, die Gastronomie inbegriffen, wird wieder eine zentrale Rolle spielen. Mit mehr als 30 Millionen Übernachtungen in 2018 sind wir Deutschlands beliebtes Reiseziel für Touristen. Diese Führung gilt es weiter auszubauen. Mit dem Landkreis Rostock, der sich in diesem Jahr mit zwölf Unternehmen zum ersten Mal auf der IGW präsentiert, haben wir eine starke Urlaubsregion hinzugewonnen und können unser Image als Urlaubs- und Gesundheitsland konsequent weiterentwickeln“, erklärte Minister Backhaus. Als Vertreter für den Landkreis Rostock begleitete ihn die Schokoladerie de Prie aus Rostock in die Landespressekonferenz.

Auch Finnland, erstmals Partnerland der Grünen Woche, stellt unter dem Motto „Aus der Wildnis“ hochwertige Produkte auf Hafer- und Roggenbasis sowie Fisch-, Fleisch- und Milcherzeugnisse und die naturverbundene finnische Lebensart in den Fokus. „Finnland wird im Herbst 2019 den Ratsvorsitz in der EU übernehmen und die IGW sicherlich auch dazu nutzen, um Gespräche über die europäischen Landwirtschaftspolitik nach 2020 zu führen“, so Backhaus. Eine Delegation von 15 Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Wissenschaft und Verwaltung wird sich am Montag, dem 21. Januar (ab 10 Uhr) auch mit Minister Backhaus dazu austauschen. Darüber hinaus wird es um die Organisation gemeinsamer Messeauftritte oder absatzfördernden Aktivitäten gehen.

Gemeinsam gegen Meeresmüll

Ahrenshoop – Etwa 120 Helfer folgten heute dem Aufruf des Nationalparkamtes Vorpommern sowie der Gemeinden Born, Prerow, Ahrenshoop und Wieck zu einer Müllsammelaktion am Darßer Weststrand, an der sich auch Umweltminister Dr. Till Backhaus beteiligte. Sie wollten damit nicht nur die Strände beräumen, sondern auch auf die Gefahren durch Plastikmüll in der Ostsee aufmerksam machen.

„Mit dem Tief Zeetje am 2. Januar schlugen auch an den Stränden des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft die Wellen hoch und spülten Müll an den Strand und teilweise bis tief in Wälder und Strandseen hinein. Damit wird wieder einmal deutlich: Plastikmüll ist nicht nur ein Problem der großen Weltmeere ist, sondern auch der verhältnismäßig kleinen Ostsee“, sagte Minister Backhaus.

Der Anteil von Kunststoff am Meeresmüll an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns beträgt etwa 70 Prozent. Die meisten Funde am Strand entfallen mit etwa 30 Prozent auf Plastikfragmente, wie Kunststoffbruchstücke und -folienfetzen. Allein 9 Prozent des Strandmülls sind Zigarettenstummel. Es folgen Plastikdeckel und-verschlüsse, zum Beispiel von Getränkeflaschen mit ca. 6,4 Prozent. Das hat das seit 2012 laufende Spülsaum-Monitoring des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) ergeben.

„Auch wenn der Anlass der Aktion die letzten Sturmfluten waren, so darf man nicht vergessen, dass nur etwa 30 Prozent des Mülls, der im Meer landet, auf See entsteht. Der meiste Meeresmüll stammt von Land, zu 40 Prozent falle er bei der Freizeitnutzung unserer Strände an. Hierzu gehören am Anfang des Jahres insbesondere auch Plastikmüllteile, die aus Feuerwerkskörpern stammen. Es gibt also noch viel zu tun, um über die Gefahren des Meeresmülls aufzuklären und die Menschen zur Veränderung ihres eigenen Verhaltens zur Müllvermeidung zu bewegen“, so Backhaus

Der Müll sei nicht nur eine Gefahr für Seevögel, Fische und andere Meerestiere, die eines qualvollen Todes sterben, wenn sie Plastikteile mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln oder sich im Müll verheddern, erklärte der Minister. Zu befürchten sei ebenso, dass sich aus den darin enthaltenen Umweltgiften Gefahren für die menschliche Nahrung ergeben. Hinzu kämen Schäden an der Fischereiausrüstung oder Schiffen, hohe Kosten für die Strandreinigung und das optische Ärgernis.

Die gemeinsame Küstenputzaktion ist nicht der erste ihrer Art: Seit vielen Jahren führen das Nationalparkamt und die Darßgemeinden gemeinsam mit der Umwelt-Jugendherberge Born-Ibenhorst und anderen lokalen Akteuren Müllsammelaktionen durch: Auch andere Nationalparkstränden werden zum Saisonstart, vor Ostern, gemeinsam von Müll befreit, um Gästen ein uneingeschränktes Naturerlebnis zu bieten und der Verantwortung eines nachhaltigen Umgangs mit der Natur vor Ort gemeinschaftlich Sorge zu tragen.

Etwa 100 Helfer trugen in den Vorjahren jeweils rund 100 Säcke mit Müll zusammen. Die Freiwilligen reisten teilweise von weither an, um dabei zu sein. In der Region unterstützen die Rettungsschwimmer der DLRG, Jäger, Junior Ranger, die Kurbetriebe, der Förderverein des Nationalparks und das Meeresbürger-Netzwerk.

Zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Meeresmüll hat der in Rostock ansässige Verein EUCC-Die Küsten Union Deutschland e.V. mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern das Informations- und Kontaktportal www.meeresmuell.de eingerichtet.

Sonderbriefmarke zum Schweinswal

Stralsund – Im Ozeanum Stralsund präsentiert der Umweltminister Dr. Till Backhaus heute (11 Uhr) gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister der Finanzen, Christine Lambrecht, die Sonderbriefmarke zum Schweinswal, dem einzigen Wal, der in deutschen Gewässern beheimatet und inzwischen vom Aussterben bedroht ist.

„Die Briefmarke ist eine großartige Werbung für den kleinen Wal und setzt ein Zeichen für den Meeresschutz. Sie wird den Meeressäuger hoffentlich bekannter machen und auf seine schwierigen Lebensbedingungen hinweisen. Noch vor weniger als 100 Jahren konnten man Schweinswale häufig in deutschen Gewässern beobachten. Durch die Verschmutzung der Meere, den Fischfang, dem lauten Schiffsverkehr und weiteren Faktoren ist der Mensch zum größten Feind des Ostseeschweinswales geworden. Heute steht der Bestand der zentralen Ostsee mit geschätzt rund 500 verbliebenen Individuen auf Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion“, so der Minister.

Er drängte darauf, dass die Anstrengungen in Sachen Ostseeschutz fortgesetzt werden müssen und sieht dabei neben Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland, alle Staaten im Einzugsgebiet der Ostsee in der Verantwortung. Aufgrund des langsamen Wasseraustauschs über die Beltsee und das Kattegat erhole sich das größte Brackwassermeer der Erde aber leider nur sehr langsam. Das gesamte Wasservolumen wechsle sich nur durchschnittlich alle 35 Jahre komplett aus.

Das Bundesministerium der Finanzen hat die Sonderbriefmarke „Der Schweinswal – gefährdete deutsche Walart“ am 2. Januar 2019 herausgegeben. Es gibt sie in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG. Es ist nicht das erste Mal, dass es ein Meerestier auf eine Briefmarke geschafft hat. Vor dem Schweinswal waren 2010 die Kegelrobben und 2018 die Seehunde Briefmarken-Motiv.

Laut einer wissenschaftlichen Studie aus 2011 im Rahmen des internationalen Projekts Census of Marine Life gibt es rund 8,7 Millionen Arten von Organismen auf der Erde. Davon leben 6,5 Millionen an Land und in Binnengewässern, 2,2 Millionen in den Ozeanen. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen zur Artenvielfalt sterben täglich bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten aus.

Minister Backhaus: Landwirtschaft bleibt in unruhigem Fahrwasser

Güstrow – Landwirte können verhalten optimistisch ins neue Jahr blicken. Dies legten neueste Veröffentlichungen des Deutschen Bauernverbandes nahe. Die Stimmung in Mecklenburg-Vorpommern bleibe mit Blick auf die vergangenen drei schlechten Erntejahre aber weiter angespannt. Die extremen Wettereignisse hätten viele Betriebe an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Im Moment sehe es auch nicht so aus, als käme die Branche schnell wieder in ruhiges Fahrwasser, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus heute auf der agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Güstrow.

Als Gründe für seine Prognose nannte er die Wetterextreme, drohende Tierseuchen, die Verhandlungen zur GAP nach 2020, die Umsetzung der Wasserrahmen- und Nitratrichtlinie, das neue Düngerecht und die damit einhergehende Diskussion um Pflanzenschutzmittel. Auch die Folgen des Brexit und die Sanktionspolitik der USA seien mit großen Unsicherheiten für die Agrarmärkte weltweit verbunden.

„Eine entscheidende Frage wird deshalb sein, wie die Landwirtschaft von heute in die Zukunft überführt werden kann. Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige Bundesland, das ein eignes Modell für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik entwickelt hat und sich damit aktiv in die europäische und bundespolitische Debatte zu diesem Thema einbringt. Im Kern geht es darum, einerseits die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu erhalten und anderseits Anreize für die Erbringung ökologischer Leistungen zu schaffen“, erklärte Minister Backhaus.

Die bislang vorliegenden Verordnungsentwürfe der EU-Kommission ließen ein Umschwenken auf dieses Modell bereits in Ansätzen erkennen. Dies zeige, dass die EU die Gespräche, die wir in Brüssel geführt haben, ernst nimmt, so Backhaus.

Anderseits kritisierte er, dass detaillierte inhaltliche Diskussionen zur neuen GAP nicht vor Ende 2019 beginnen werden. „Wenn sich die aktuellen Prognosen bestätigen und die nationalen und reaktionären Kräfte mehrheitlich in das Europaparlament gewählt werden, besteht die Gefahr, dass die erreichten Richtlinienentwürfe obsolet werden. Dann beginnt alles von vorn und wenn es ganz schlimm läuft, bekommen wir eine Renationalisierung der Agrarpolitik.“

Erfreulich hingegen sei, dass der ökologische Landbau weiterhin von einer dynamischen ökonomischen Entwicklung getragen ist: „Der Öko-Landbau ist längst von einer Agrarumweltmaßnahme zu einer eigenen Branche herangewachsen. Auch darauf muss sich die zukünftige Agrarpolitik einstellen“, so Backhaus.

Zweite Sturmflut in 2019 – Backhaus warnt vor Steilküstenabbrüchen

Schwerin – „Auch von der zweiten Sturmflut diesen Jahres geht keine Gefahr für die durch die Küstenschutzanlagen gesicherten Ortschaften des Landes aus“, betonte der zuständige Minister Dr. Till Backhaus heute in Rostock-Warnemünde, wo er sich von der Situation vor Ort ein Bild machte.

„Die Dünenabtragungen der Sturmflut vom 2. Januar haben den Strand und Vorstrandbereich mit Sand aufgefüllt. Dadurch wird die Energie der auf den Strand laufenden Wellen bereits vor Erreichen des Dünenfußes abgebaut. Da zudem die Wasserstände geringer sind, wird es höchsten lokal zu weiteren geringen Dünenabtragungen kommen. An den Steilufern sind erneute Abbrüche möglich. Von Sparziergängen in diesen sensiblen Bereichen rate ich daher dringend ab“, sagte er weiter.

Nach aktueller Einschätzung werden die Höchstwasserstände etwa 50 cm niedriger ausfallen als bei der Sturmflut am 2. Januar. In Wismar steht der Pegel derzeit bei 135 cm, in Warnemünde 110 cm und in Greifswald 100 cm über Mittelwasser. Sie liegen damit in der Größenordnung der Sturmflutvorhersage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrologie Momentan stagnieren oder fallen die Wasserstände. Die Sperrwerke in den Hochwasserschutzanlagen sind geschlossen.

Durch die bisherigen zwei Sturmfluten in 2019 sind an allen Küstenabschnitten Dünenausräumungen und Steiluferrückgänge zu verzeichnen. „Insgesamt kann aber eingeschätzt werden, dass die Rückgänge nicht die Werte der Sturmflut von 2017 erreicht haben, obwohl die eingetretenen Wasserstände, deren Dauer und die Seegangsbelastung etwa gleich waren. Das dürfte insbesondere daran liegen, dass der bei der Sturmflut 2017 aus den Dünen und Steilufern umgelagerte Sand noch in erheblicher Größenordnung im ufernahen Bereich vorhanden war und dadurch die Belastung reduziert wurde“, erklärte Minister Backhaus.

Die größten Rückgänge an den von den Mitarbeitern der Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt kontrollierten Landesküstenschutzdünen seien an den Dünen in Schwarzer Busch auf Poel, in Rerik, in Ahrenshoop, Prerow, Göhren und Lubmin festgestellt worden. „Die Ausräumungen betragen lokal bis zu 8 Metern. Damit verbunden sind Dünenkliffs von bis zu 4 Metern Höhe. Die Ämter werden die Kliffs mit mehr als 2 Metern Höhe an den Landesküstenschutzdünen zur Gefahrenabwehr abböschen“, so Minister Backhaus.

Dünenabschnitte mit starkem Abtrag würden vermessen (Schwarzer Busch, Rerik, Börgerende, Hohe Düne, Markgrafenheide, Graal-Müritz, Neuhaus, Dierhagen bis Wustrow, Ahrenshoop (Westdarß), Lubmin, Göhren, Koserow, Stubbenfelde/Kölpinsee). Aufgrund der insgesamt geringeren Umlagerungen sei eine Laserscanbefliegung, wie nach der Sturmflut 2017 erfolgt, diesmal aber nicht angezeigt.

Sinn der Vermessungen sei es festzustellen, ob die Dünen noch einen Verschleißteil aufweisen oder dieser bereits vollständig umgelagert ist. „Die Dünen werden extra mit diesem Verschleißteil gebaut, damit sie bei Sturmfluten Sand in den Strand und Vorstrandbereich abgeben können. So wird den Wellen während der Sturmflut die Kraft genommen und anschließend steht der Sand zur Speisung des küstenparallelen Sedimenttransportes bereit. Anderenfalls würde der Strand schmaler und der Vorstrand tiefer und bei der nächsten Sturmflut kämen größere Wellen bis zu den Dünen und könnten diese durchbrechen“, erklärte der Minister das Funktionsprinzip.

Insgesamt beträgt das Sedimentdefizit an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns ca. 500 000 Kubikmeter pro Jahr. Diese Menge muss der Küste regelmäßig durch Aufspülungen künstlich zugeführt werden.

Ab 2019 nur insektenfreundliche Straßenbeleuchtung förderbar

Schwerin – Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung M-V fördert im Rahmen der Klimaschutz-Förderrichtlinien ab Januar 2019 ausschließlich die Umstellung von Straßenbeleuchtung auf LED-Technik mit warmweißen insektenfreundlichen Leuchtmitteln. Damit folgt die Landesregierung einem Beschluss des Landtags vom 28. November 2018. Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, das entsprechende Vorgaben in seine Förderrichtlinien integriert.

„Künstliche Lichtquellen sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und leisten einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit unserer Straßen und Wege. Viele dieser Lichtquellen sind aber insbesondere für fliegende nachtaktive Insekten wie Nachtfalter ein Problem, da das zumeist kurzwellige, kaltweiße Licht ihre Orientierung und den natürlichen Lebensrhythmus erheblich beeinflusst“, erklärt Landesenergieminister Christian Pegel. Das kaltweiße Licht führe zu einer gesteigerten Flugaktivität und zu unnatürlich verlängerten Aktivitätszeiten der Insekten, die sich im Normalfall an natürlichen Lichtquellen wie Sonne und Mond orientierten. Zudem würden ein Aufprall oder eine Verbrennung am heißen Lampengehäuse beim Anfliegen der Lichtquellen sowie das ständige Umherschwirren häufig zum Tod der Tiere führen.

Die bestehenden Klimaschutzrichtlinien, über die das Land Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vergibt, wurden deshalb angepasst. „Mecklenburg-Vorpommern ist das erste Bundesland, in dem mit den Förderbescheiden zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung künftig die Auflage einhergeht, warmweiße, insektenfreundliche LED-Leuchtmittel mit einer Lichttemperatur unter 3220 Kelvin und einer Wellenlänge unter 900 Nanometer zu verwenden. Bei diesen Rahmenbedingungen werden die Insekten empirischen Untersuchungen zufolge weniger stark angezogen“, erklärt Minister Pegel die Änderungen.

Mit der Anpassung der Richtlinie werden keine höheren Aufwendungen für die Antragsteller erwartet. „Die Leuchtmittel sind problemlos erhältlich und in ihren Kosten vergleichbar mit anderen Leuchtmitteln. Sofern bei der Planung und Ausschreibung entsprechende Vorgaben gemacht werden, sind keine zusätzlichen Belastungen für die Antragsteller zu erwarten“, so Pegel. „Die warmweißen Leuchtmittel entsprechen zudem sämtlichen Standards der Ausleuchtung von Straßen und Wegen“, erklärt der Minister und sagt weiter: „Selbstverständlich erfüllen wir mit der Richtlinienänderung weiterhin die Klimaschutzvorgaben des EFRE.“

Neue Kneippanlagen in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft

Feldberger Seenlandschaft – Am Seeufer des Haussees in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sollen drei neue Kneippanlagen entstehen.

„Die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft hat sich mit seinen umfangreichen Gesundheitsangeboten ein touristisches Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Als staatlich anerkannter Kneipp-Kurort bietet die Gemeinde Gästen und Anwohnern attraktive Möglichkeiten, inmitten intakter Natur etwas für die eigene Gesundheit und Vitalität zu tun. Mit den drei neuen Kneippanlagen wird die Profilierung der Region als Gesundheitsstandort weiter verstärkt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe. Wirtschaftsminister Glawe übergab vor Ort einen Zuwendungsbescheid an die Gemeinde.

Bereits im Jahr 1998 erhielt die Stadt Feldberg mit ihren Ortsteilen den Status „Staatlich anerkannter Erholungsort“, nachdem die Stadt Feldberg in den 1920er Jahren Bad Feldberg war und 1972 zum Staatlich anerkannten Erholungsort zertifiziert wurde. Im Jahr 2015 wurde die Gemeinde für den Ortsteil Feldberg mit der Zertifizierung zum staatlich anerkannten Kneipp-Kurort ausgezeichnet.

Zentraler Bestandteil der Kneipp- und gesundheitstouristischen Infrastruktur im Ortsteil Feldberg ist der Kurpark mit einem Kneipp-Tretbecken sowie einem Hand-Kneipp-Becken, einen Barfußpfad und Grünflächen zum Tautreten beziehungsweise Schneetreten im Winter. Weitere Kneipp- und gesundheitstouristische Angebote gibt es im Natur-Fitness-Park rund um den Haussee mit fünf zertifizierten Nordic-Walking-Strecken, einem Naturstein-Kneipp-Wassertretbecken und einem Fitnessparcours mit acht Outdoor-Geräten, im Medical-Wellness-Centrum in der Haussee-Klinik sowie in der Luzin-Klinik (Bewegungsgarten, Park der Sinne und Kräuterschnecke), im Landhaus Stöcker und im Sonnenhotel Feldberg. Zudem offerieren verschiedene Anbieter medizinische und gesundheitstouristische Dienstleitungen. Jetzt sollen drei neue Kneippanlagen dazu kommen, die aus Granit und Edelstahl gefertigt werden und für jeden Interessierten zur Verfügung stehen.

„Die Erweiterung um drei Kneipp-Anlagen trägt dazu bei, die Vielfalt der touristischen Angebote weiter zu erhöhen. So wird den Gästen ein echter Mehrwert geboten“, sagte Glawe.

Die Gesamtkosten für das Investitionsvorhaben belaufen sich auf rund 27.000 Euro. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Projekt aus dem Strategiefonds in Höhe von 23.000 Euro.

In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft gab es nach Angaben des Statistischen Amtes im Zeitraum Januar bis September 2018 über 37.000 touristische Ankünfte und knapp 202.000 Übernachtungen. Die Region gehört zum Reisegebiet Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte. Dort wurden im gleichen Zeitraum über 1,1 Millionen Ankünfte und knapp 3,9 Millionen Übernachtungen registriert.

Regionale Wertschöpfung im Einklang mit der Natur

Schwerin – In den drei UNESCO-Biosphärenreservaten des Landes Mecklenburg-Vorpommern werden seit 2016 mit Hilfe von Netzwerkkoordinatoren Projekte zur regionalen Wertschöpfung in Übereinstimmung mit dem Naturschutz durchgeführt. Die Stellen wurden mit Fördermitteln des Landes und der EU geschaffen und waren über einen Zeitraum von zunächst drei Jahren angelegt. Diese Netzwerkarbeit kann nun weitere zwei Jahre fortgesetzt werden. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt stellt damit für diese Projekte insgesamt rund 750.000 Euro aus dem ELER-Fonds der EU und Landesmitteln zur Verfügung.

„Die Projekte sollen dazu beitragen, dass die Wertschöpfung aus heimischen Produkten in den Regionen der Biosphärenreservate verbleibt; immer unter der Prämisse, dass die Biodiversität erhalten bleibt und weiter verbessert wird. Davon können Anbieter, Anwohner und Gäste profitieren. Die Ergebnisse der bisherigen Netzwerkarbeit sind durchweg positiv zu bewerten und bestätigten mich darin, diese Anstrengungen weiter zu unterstützen. Auch erhoffe ich mir, dass sich neue Partner anschließen und weitere beispielgebende Ideen entstehen, wie Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus miteinander kooperieren können“, betonte der zuständige Minister Dr. Till Backhaus.

Gemeinsam mit verschiedenen Partnern u.a. aus den Branchen Landwirtschaft, Vermarktung und Tourismus wurden bisher unter anderem folgende Aktivitäten begonnen oder bereits umgesetzt:

Netzwerkarbeit im BR Flusslandschaft Elbe (Förderverein Biosphäre Elbe M-V)

Kinospots als Marketinginstrument für die Partner des Biosphärenreservates;
Entwicklung von „Biosphären-Regalen“ zur Vermarktung von Agrarprodukten der Biosphärenreservats-Partner (Inbetriebnahme ist für April 2019 geplant);
Aufstellung über die Produkte von Partnern des Biosphärenreservates zur Verbesserung der Auffindbarkeit und Sichtbarkeit;

Netzwerkarbeit im BR Schaalsee (Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V.)

Erstellung einer Übersicht über regionale Anbieter und Produkte;
Entwicklung einer touristischen Bustour zu Betrieben der Biosphärenreservats-Partner;

Netzwerkarbeit im BR Südost-Rügen (Förderverein Insula Rugia e.V.)

Etablierung eines Bärlauch-Marktes bzw. der Bärlauch-Tage Putbus;
„Regionale Speisekarte“ z.B. während der Woche der Nachhaltigkeit;

Weltweit gibt es derzeit 686 Biosphärenreservate in 122 Ländern, die gemäß dem UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ als Modellregionen für das beispielhafte Miteinander des Menschen mit seiner Umwelt dienen. Die Hauptaufgaben dieser Gebiete bestehen im Schutz der Biologischen Vielfalt, in der Entwicklung von Demonstrationsvorhaben für nachhaltiges Wirtschaften sowie der begleitenden Umweltbeobachtung, Forschung und Bildung.