Wassersport: 50.000 Euro für Sportstätten in Schwerin

Ministerin Hesse: Land sorgt für bessere Bedingungen der Vereine

Schwerin – Das Land unterstützt in diesem Jahr die Sanierung von Sportstätten zweier Wassersportvereine in Schwerin mit insgesamt rund 50.000 Euro. Der Kanu- und Kleinsegel-Verein e. V. Schwerin erhält 25.249 Euro für die Modernisierung seines Bootshausgiebels. Die Sanierung der Uferkante und der Kanalausfahrt des Segelvereins Schwanenhalbinsel e. V. in Schwerin fördert das Land mit 24.735 Euro.

„Das Kommando ‚Leinen los‛ ist längst verhallt. Die Wassersportsaison auf dem Schweriner See hat bereits begonnen“, sagte Sportministerin Birgit Hesse. „Mit der finanziellen Unterstützung bei der Sanierung sorgt das Land für bessere Bedingungen der beiden Wassersportvereine. Das Bootshaus des Kanu- und Kleinsegel-Vereins wurde in den vergangenen 16 Jahren durch Eigenleistungen der Mitglieder saniert. Die diesjährige Unterstützung ist damit auch eine Anerkennung für das Engagement der Mitglieder“, so Hesse.

Der noch nicht sanierte Ostgiebel des Bootshauses des Kanu- und Kleinsegel-Vereins e. V. weist starke Rissbildungen und Setzungen auf. Die massive Giebelkonstruktion soll zurückgebaut und durch eine leichte Fachwerkkonstruktion einschließlich neuer Gründung ersetzt werden.

Die Uferkante am Gelände des Segelvereins Schwanenhalbinsel e. V. ist wegen der Überalterung der Pfähle der vorhandenen Uferbefestigung stark sanierungsbedürftig. Außerdem verlandet die Kanalausfahrt in den Schweriner See zunehmend.

Tierschutzvereine erhalten 307.000 € für Sanierungsmaßnahmen

Schwerin – Elf Förderbescheide mit einem Gesamtwert von 307.000 € übergab der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus im Tierheim Schlage an verschiedene Tierschutzvereine im Land.

„Die Arbeit des Tierschutzes ist stark auf ehrenamtliche Helfer, Spenden und auch auf öffentliche Gelder angewiesen. Der Staat ist für die tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen sowie deren Umsetzung und Weiterentwicklung verantwortlich. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat in der Koalitionsvereinbarung die besondere Bedeutung des Tierschutzes hervorgehoben. Sie möchte insbesondere die Überwachung der Einhaltung der Tierschutzvorgaben verbessern und verlassenen und gequälten Tieren ein artgerechtes, sicheres Umfeld garantieren“, betonte der Minister.

Die schwierige Lage der Tierheime und die schlechte Situation der freilaufenden Katzen wurden auch in das Tierschutzkonzept Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen, das Landwirtschaftsministerium zusammen mit dem Tierschutzbeirat erarbeitet hat.

„Durch ihn erhält mein Haus viele Hinweise und wertvolle Informationen für die Facharbeit. Zum Beispiel hat die Auflistung des Sanierungsbedarfs von Tierheimen in Mecklenburg-Vorpommern entscheidend dazu beigetragen, dass wir im vergangenen Jahr 600.000 € und in diesem Jahr insgesamt sogar 900.000 € Fördermittel ausreichen können. Dadurch können viele von der Förderung profitieren und längst erforderliche Baumaßnahmen endlich verwirklicht werden“, so Backhaus.

Die Umsetzung des Projektes zur Kastration von freilaufenden Katzen durch den Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes wird dieses Jahr wieder mit 20.000 € gefördert.

Tiere haben eine große Bedeutung für den Menschen und die Deutschen haben ein großes Herz für Haustiere. In der Bundesrepublik werden ca. 30 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Vögel als Haustiere gehalten. Katzen sind seit Jahren ganz oben auf der Beliebtheitsskala, mit einer Zahl von annähernd 13 Millionen Tieren. Das heißt: In 22 % aller deutschen Haushalte leben Katzen. An zweiter Stelle folgen Hunde: 7,9 Millionen Tiere leben in 16 % der Haushalte. Den dritten Platz nehmen Kleintiere ein, wie Hamster, Meerschweinchen, Degus und Farbratten. Auf 5,1 Millionen wird deren Zahl geschätzt.

Es gibt jedoch Absteiger in der Gunst der Tierhalter: Kanarienvögel, Sittiche und Vögel im Allgemeinen. Deren Fangemeinde ist in den vorangegangenen Jahren stark geschrumpft. Im vergangenen Jahr wurden noch 4,2 Millionen Ziervögel in 3 % der deutschen Haushalte gehalten. Erstaunlich ist, dass 29 % aller Haustiere in Einpersonenhaushalten (2014: 27 %) und 38 % in Zweipersonenhaushalten (2014: 36 %) leben. Insgesamt gab es den Angaben zufolge in 43 % aller Haushalte in Deutschland Haustiere, in wiederum 19 % davon sogar zwei oder mehrere.

Die Heimtierbranche verbuchte im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 4,56 Mrd. Euro. 2006 waren es noch 3,15 Mrd. €.

Liste der Zuwendungsempfänger

  • Tierschutzverein Sadelkow in Höhe von 20.000 € für die Zwingeranlage, Trennzäune und Schleusen
  • Tierschutzverein Stralsund in Höhe von über 40.000 € für die Sanierung der Versorgungscontainer
  • Hinterste Mühle gGmbH in Höhe von knapp 29.000 € für die Sanierung des Tierheims in Neubrandenburg
  • TSV Schwaan e.V. in Höhe von 6.000 € für die Innendämmung der Katzenhäuser
  • Tierheim Greifswald in Höhe von knapp 13.000 € für die Sanierung von 10 Hundezwingern mit Hütten
  • Tierschutzverein Altentreptow in Höhe von 25.000 € für die Sanierung der Hundezwinger und Katzenausläufe
  • Tierschutz Roggendorf in Höhe von über 18.000 € für die neue Heizanlage und Isolierung an den Lottihof in Höhe von ca. 11.500 € zur Zaunerneuerung
  • Tierschutzverein Bützow in Höhe von über 33.000 € zur Einfriedung der Auffangstation, Sanierung der Katzenhäuser sowie den Neubau des Besucherraums.
  • Tierheim Schlage in Höhe von über 111.000 € für die Sanierung der Tierunterkünfte, Gebäude und Einrichtungen.

Neues Dienstgebäude für Revierförsterei Oettelin übergeben

Oettelin – Die Revierförsterei Oettelin im Städtedreieck Schwaan, Bützow und Güstrow (LK Rostock) hat ein neues Dienst- und Wohngebäude. An der feierlichen Übergabe nahm auch der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus teil.

Der ursprüngliche Plan einer Grundinstandsetzung des vorhandenen Gebäudes wurde aus Kostengründen verworfen. „Die Sanierung hätte mindestens eine Million Euro verschlungen“, so der Minister. Aus diesem Grund habe man sich für einen kompletten Neubau nach modernen technischen und ökologischen Standards an einem anderen Standort im Ort entschieden. Im Juni 2016 wurde mit dem Bau begonnen. Für ca. 460.000 Euro ist ein Niedrigenergiehaus mit einer Nutzfläche von rund 240 Quadratmetern entstanden.

Die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern hat sich 2008 in ihrem Liegenschaftskonzept dazu entschlossen, für ein Drittel der 191 Revierförsterstellen Dienstgebäude bereitzustellen. Seither wurden alle 48 Dienstwohnungen modernisiert. Rund vier Millionen Euro wurden dafür investiert. „Ziel ist, in der Fläche unter Berücksichtigung betrieblicher Erfordernisse und ökonomischer Rahmenbedingungen ausreichend präsent zu sein“, erklärte Backhaus.

Das neue Gebäude in Oettelin verfügt über einen Kaminofen, eine kontrollierte Wohnungslüftung mit integrierter Wärmerückgewinnung, eine Fassadenbekleidung mit einer hinterlüfteten naturbelassenen Lärchenholz-Schalung sowie eine biologische Kleinkläranlage. Wohn- und Dienstbereich sind konsequent voneinander getrennt. „Alle am Bau beteiligten Firmen stammen aus Mecklenburg-Vorpommern“, unterstrich der Minister. Die formelle Nutzungsübergabe erfolgte bereits Ende März durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL), der mit dem Neubau beauftragt wurde.

Europäischer Natura 2000 – Tag am 21. Mai

Schwerin – „Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann die Welt verändern…“ Und er kann auch Natur und Menschen verbinden. Die Schmetterling – Handgeste (hochgehaltene Hände mit sich kreuzenden Daumen) ist zum Zeichen des NATURA 2000 – Tages geworden, der am 21.5. europaweit begangen wird. In allen europäischen Mitgliedstaaten sind die Menschen eingeladen, NATURA 2000 – Schutzgebiete kennenzulernen.

Über 27000 solcher Schutzgebiete gibt es in Europa, davon 296 auf über 1 Mio. Hektar, also 34,5 % der Fläche in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beherbergen viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten und über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaften. Und sie sollen dazu beitragen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. „Vieles, was uns selbstverständlich erscheint, wie zum Beispiel saubere Luft zum Atmen und gesundes Grundwasser zum Trinken, ist eng mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt und mit einer nachhaltigen Nutzung unserer Landschaften verbunden“, betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Deshalb haben sich die europäischen Mitgliedstaaten schon frühzeitig zum Aufbau des NATURA 2000 – Netzes bekannt. So wurde im Jahr 1979 die Vogelschutzrichtlinie verabschiedet und 13 Jahre später, vor genau 25 Jahren, die sogenannte FFH-Richtlinie (Fauna – Flora – Habitat – Richtlinie). Beide Richtlinien enthalten wichtige Vorgaben für die Etablierung von NATURA 2000 Schutzgebieten und nachhaltigen Landnutzungsformen.

„Vieles wurde seitdem erreicht, vieles bleibt zu tun aber der NATURA 2000 – Tag darf gefeiert werden, vielleicht mit einer Tour durch ein NATURA 2000 – Gebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Die Broschüre „Natur erleben, Naturschutz verstehen – Natura 2000 – das europäische Naturschutznetz in M-V mit Wandertouren“ lädt mit Tourentipps wie „Moor und Sumpf und keine nassen Füße – Mit dem Fahrrad rund um das Rauhe Moor“ oder „Salzige Luft und Wattwurmgetümmel – Küstenwanderung von der Wohlenberger Wiek nach Wismar“ zum Entdecken und Kennenlernen ein“, sagte der Minister.

Bio-Bauern auf Achse: Erster Bio-Genussmarkt kommt nach Schwerin

Schwerin – Heute findet unter dem Motto „LAND WIRT SCHAF(F)T ZUKUNFT – Bio-Bauern auf Achse“ zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern der Bio-Genuss-Markt statt. Auf dem Hafenfest am Marstall in Schwerin geben 16 Aussteller, darunter Landwirte und Öko-Verbände, Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die ökologische Wirtschaftsweise.

„Das Hafenfest in Schwerin bietet der Bio-Branche eine weitere große Plattform, um sich einem breiten Publikum vorzustellen. Interessierte haben die Möglichkeit, die Menschen hinter den Produkten kennenzulernen und mehr über einzelne Regionen zu erfahren. Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher Stützpfeiler für eine erfolgreiche Entwicklung des ökologischen Landbaus. Auch hier gilt die goldene Regel: Transparenz schafft Vertrauen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der die Veranstaltung besuchen wird.

Wie wird aus Milch Butter? Wie aus Getreide Brot? Oder wie entsteht Honig? Auf einer Spielstraße können Gäste an fünf Mitmachstationen die Besonderheiten des Ökolandbaus erfahren und sich ein Diplom als „Bio-Botschafter“ erarbeiten. Für die kleinen Besucher wird es einen interaktiven Kinder-Mitmach-Bauernhof geben.

Unterstützt wird der Bio-Event vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ländlichfein e.V., dem Netzwerk Ökologischer Landbau der Landesforschungsanstalt MV und den beteiligten Unternehmen.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85 %. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0 %. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

34 Badestellen und fünf Sportboothäfen mit „Blauer Flagge“ ausgezeichnet

Schwerin – 34 Badestellen und fünf Sportboothäfen aus Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag von Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Rudolph mit dem Gütesiegel „Blaue Flagge“ ausgezeichnet worden. Die „Blaue Flagge“ ist eine Umweltauszeichnung der Kopenhagener „Stiftung für Umwelterziehung“ (Foundation for Enviromental Education – F.E.E.); in Deutschland wird die internationale Auszeichnung durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V. (DGU) verliehen. „Mecklenburg-Vorpommern nimmt eine Vorreiterrolle ein – von bundesweit 41 Blauen Flaggen für die Badestellen werden 34 bei uns im Land wehen. Das ist ein großartiges Ergebnis. Die Blaue Flagge als werthaltiges Gütesiegel für die Verbindung von Tourismus und Natur zeigt unseren Gästen den Weg zu sauberen, sicheren und attraktiven Badestränden sowie zu umweltgerechtem Bootstourismus“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort in Karlshagen (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

In Deutschland werden in diesem Jahr insgesamt 101 Sportboothäfen und 41 Badestellen mit dem Umweltsymbol „Blaue Flagge“ ausgezeichnet.

Mit der Blauen Flagge können Kommunen mit Stränden ausgezeichnet werden, wenn sie neben einer ausgezeichneten Badewasserqualität auf der Grundlage der EU-Badegewässerrichtlinie nachweislich hohe Standards im Umweltmanagement einhalten, zur Erhaltung der Natur und Umwelt in der Umgebung und im Strandbereich beitragen sowie eine hohe Sicherheit am Strand gegeben ist. „Die Blaue Flagge ist ein exzellentes Mittel, mit dem Küstenorte, Badestellen im Binnenland und Sportboothäfen des Landes aktiv für sich werben können. Da haben wir aber vor allem bei den Sportboothäfen noch Nachholbedarf. Wir müssen noch stärker die Vorzüge Mecklenburg-Vorpommerns in Sachen Wassertourismus herausstellen. Die Blaue Flagge ist dafür ein geeignetes Instrument“, sagte Rudolph.

Derzeit gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 105 Sportboothäfen und 45 Wasserwanderrastplätze. Gästen stehen rund 400 wassertouristische Anlagen in verschiedenen Kategorien zur Verfügung – von der Marina bis zur einfachen Ein- und Ausstiegsstelle für Kanuten. Insgesamt 7.255 touristisch nutzbare Liegeplätze gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, davon 4.308 Dauerliegeplätze und 2.947 Gastliegeplätze. Die wassertouristisch nutzbare Seen- und Flusslandschaft umfasst mehr als 2.000 Seen und mehr als 26.000 Kilometer Fließgewässer.

„Vorrangiges Ziel ist es, stetig an unserem touristischen Qualitätsstandard zu arbeiten. So gelingt es uns, eine hohe Gästezufriedenheit zu erreichen und aus unseren Urlaubern regelmäßig wiederkehrende Gäste zu machen. Dazu gehört, dass in die touristische Infrastruktur weiter investiert wird“, sagte Rudolph. Das Wirtschafts- und Tourismusministerium hat seit 1990 insgesamt 356 maritim-touristische Vorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 528 Millionen Euro mit knapp 408 Millionen Euro aus Mitteln unterstützt. Investiert wurde unter anderem in den Bau von Strandpromenaden, Schiffsanlegern, Seebrücken, Anlegestellen und Rettungstürmen barrierefreien Strandabgängen, Badestellen und Wasserwanderrastplätzen sowie Sportboothäfen. Für Investitionen in den Bau und Ausbau von Wasserwanderrastplätzen sind seit 1990 insgesamt 129 Vorhaben bei einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von rund 221 Millionen Euro aus Mitteln Zuschüsse in Höhe von rund 177 Millionen Euro ausgereicht worden. Die Mittel der Zuschüsse vom Wirtschaftsministerium stammen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und unter anderem aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Mecklenburg-Vorpommern hat im Gesamtjahr 2016 einen Übernachtungsrekord erzielt. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des Statistischen Amtes 30,3 Millionen Übernachtungen registriert worden. Im Vergleich zum Vorjahr (29,5 Millionen Übernachtungen) ist das ein Zuwachs um 2,8 Prozent. Auch die Anzahl der Gästeankünfte liegt mit 7,6 Millionen und einem Zuwachs von 2,3 Prozent deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Die Auszeichnungen „Blaue Flagge“ gingen an:

Badestellen an der Küste

Ostseebad Kühlungsborn (Mittelstrand), Bad Doberan/Heiligendamm (Am Heiligen Damm), Ostseebad Zinnowitz (Hauptstrand), Ostseebad Prerow (Nordstrand), Ostseeheilbad Graal-Müritz (Hauptstrand-Seebrücke), Ostseebad Binz (Hauptstrand), Ostseebad Baabe (Hauptstrand), Ostseebad Boltenhagen (Strandklinik), Ostseebad Warnemünde (Marktgrafenheide, Weststrand und Warnemünder Strand), Seebad Ahlbeck (An der Seebrücke), Seebad Heringsdorf (Sportstrand), Seebad Bansin (Langenberg), Ostseebad Ahrenshoop (Hohes Ufer), Ostseeheilbad Zingst (Am Kurhaus), Ostseebad Wustrow (Fischländer Strand), Ostseebad Sellin (Nordstrand/Hauptstrand und Fischerstrand/Südstrand), Ostseebad Trassenheide (Hauptstrand und Campingplatz), Ostseebad Göhren (Nordstrand), Ostseebad Karlshagen (Hauptstrand und Dünencamp), Seebad Loddin (Hauptstrand), Ostseebad Nienhagen (Hauptstrand), Vitte Hiddensee (Hauptstrand), Seebad Ückeritz (Hauptstrand).

Badestellen an Binnengewässern

Krakow am See (Städtische Badeanstalt am Jörnberg), Waren/Müritz (Volksbad), Neubrandenburg (Augustabad am Tollensesee, Badestelle Reitbahnsee und Strandbad Broda), Neustrelitz (Glambecker See).

Sportboothäfen

Wasserwanderrastplatz Prerow, Stadthafen Barth, Bootshafen Kühlungsborn, Yacht- und Fischereihafen Karlshagen, M.C. Zierker See e.V. in Neustrelitz

Ministerium lernt von „Jungen Naturforschern“ mehr über Bienen

Schwerin – Die Zusammenarbeit zum Schutz der Bienen zwischen dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Montessori-Schule Schwerin geht in die nächste Runde. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung für das Schuljahr 2017/2018 erneuerten Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald und Schulleiter Fred Vorfahr gestern im Schweriner Umweltministerium ihr Versprechen, weiterhin gemeinsam für den Bienenschutz einzutreten. Im April 2016 wurde eine erste Vereinbarung zwischen der Schule und dem Ministerium unterzeichnet.

Die Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Schule geht auf eine gemeinsame Aktion anlässlich des 25. Landesjubiläum im Sommer 2015 zurück: „Dieses besondere Ereignis haben wir zum Anlass genommen, um auf unserem Dienstgelände einen Bienenlehrpfad mit Schautafeln, einer Bienenweide und Insektennisthilfen einzuweihen“, berichtete Dr. Buchwald. Auch die Schüler seien vor Ort gewesen, da sie die Rückwand des großen Insektenhotels kunstvoll gestaltet hatten.

„Schon damals entstand die Idee, zu beobachten und zu dokumentieren, wie viele Wildbienen tatsächlich in die Nisthilfen einziehen werden“, erklärte Vorfahr. Die Arbeitsgruppe „Junge Naturforscher“ hat sich dieser Aufgabe seit 2015 angenommen. Im kommenden Projektzeitraum soll der Bienenlehrpfad weiter untersucht und auf Grundlage der Arbeit der AG optimiert werden. Nachbarn, Besuchern und Beschäftigten des Ministeriums wird so auf ganz praktische Art auch zukünftig gezeigt, dass jedermann einen Beitrag zur Unterstützung von Honig- und Wildbienen sowie anderer bestäubender Insekten leisten kann.

Buchwald bezeichnete das Engagement der Schüler als „vorbildhaft“, denn wir verdanken den Bienen viel: „Die gesellschaftliche Bedeutung von Honigbienen liegt nicht allein im Honigertrag. Als blütenbestäubendes Insekt sichern Bienen das Heranreifen von Äpfeln, Kirschen und anderen Obstsorten. Unsere heimische Flora ist zu 80 % auf die Insektenbestäubung angewiesen, 75 % davon erfolgt durch die Bienen. Man schätzt, dass durch die Bestäubung der wirtschaftliche Wert der Honigbiene mindestens das Zehnfache des Honigertrages beträgt. Dadurch erhält sie eine überragende ökonomische und ökologische Bedeutung.“

Auch die Gefahren für Bienen ließ der Staatssekretär nicht unerwähnt: „Wenn die Bienenvölker zu wenig oder nur zu eintönige Nahrung finden, sinkt ihre Lebenskraft und sie werden anfälliger gegenüber Krankheiten und Veränderungen in der Landwirtschaft. Der Landesimkerverband M-V hat eingeschätzt, dass 30 Prozent der Bienen den letzten Winter nicht überlebt haben. Umso mehr freue ich mich, dass es an der Montessori-Schule Bienenbotschafter gibt, die in der Natur unterwegs sind und ihre Beobachtungen und Erkenntnisse auch andere Menschen überbringen.“

Das Landministerium unterstützt die Lebensbedingungen der Bienen umfassend: „Mit unterschiedlichen Förderprogrammen helfen wir, dass ausreichende und vielfältige Nahrung, vor allem Pollen zur Verfügung stehen. Das Geld erhalten beispielsweise Landwirte, um Blühstreifen und –flächen anzulegen und Fruchtfolgen abwechslungsreich zu gestalten“, erläuterte Dr. Buchwald. So können die Nahrungsgrundlagen der Insekten langfristig durch die Landwirtschaft gestärkt werden.

Auch fördert das Backhaus-Ressort die Zucht gesunder und leistungsfähiger Honigbienen, zum Beispiel im Bienenzuchtzentrum Bantin, sowie Schulungsmaßnahmen für Imker und die Bekämpfung von Bienenkrankheiten. Mit Hilfe des Ministeriums wurde für die Bienen sogar ein extra Bienengesundheitsdienst in aufgebaut, das im Oktober 2016 seine Arbeit aufgenommen hat.

In den vergangenen 10 Jahren wurden für all diese Maßnahmen insgesamt mehr als 9 Mio. Fördergelder ausgezahlt.

Weltumwelttag: Backhaus lädt zu Wanderung durchs Peenetal

Schwerin – Am Montag, den 29. Mai 2017, um 10 Uhr, eröffnet Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus im Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ in Stolpe die diesjährige Wanderwoche anlässlich des Weltumwelttages.

Für die Auftaktwanderung hat sich eine 7. Klasse des Gymnasiums Anklam angemeldet. Die Klasse wird in drei Gruppen aufgeteilt. Abwechselnd nehmen sie, mit GPS-Geräten ausgestattet, an einer ca. einstündigen Erlebnis-Wanderung durch Stolpe und Umgebung teil, erforschen die interaktive Ausstellung im Naturparkhaus und erarbeiten sich Wissen über die Biologie von Biber.

Um die kleinen Gruppen bei ihren Entdeckungen nicht zu stören, unternimmt der Umweltminister mit geladenen Gästen separat eine Rundtour durch Stolpe, die am Naturparkhaus beginnt und endet.

Nach dem Rundgang wird er den Gästen und Kindern das neu gestaltete Außengelände des Naturparkhauses vorstellen.

Zum Ablauf

  • 10:00 Uhr – Historisch-naturkundlicher Ortsrundgang Stolpe, Start: Naturparkhaus Stolpe, Peeneblick 1, 17391 Stolpe an der Peene
  • 11:00 Uhr – Einweihung des neu gestalteten Außengeländes des Naturparkhauses
  • 11:30 Uhr – Kleiner Grillimbiss
  • gegen 12:30 Uhr Ende der Veranstaltung

In Mecklenburg-Vorpommern ist es seit 1994 eine gute Tradition, den Weltumwelttag mit einer zentralen Landesveranstaltung zu begehen. Seit 2015 können Schulklassen aus MV anlässlich des Umwelttages an kostenlosen geführten Wanderungen durch die Nationalen Naturlandschaften teilnehmen und sich dabei auf spannende Weise mit Hilfe fachkundiger Ranger Wissen aneignen.

Die Umwelttage 2015 und 2016 waren ein voller Erfolg. Jeweils über 1.000 Schülerinnen und Schüler haben an der frischen Luft hautnah die Natur näher kennen gelernt.

Backhaus: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben“

Insel Rügen – Eingriffe in die Natur, zum Beispiel im Zuge von Baumaßnahmen erfordern ökologische Ausgleichsflächen, um den Naturhaushalt und das Landschaftsbild wieder herzustellen.

Für den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 sind auf der Insel Rügen Ersatzmaßnahmen auf bis zu 1.000 ha in einem Suchraum von 3.000 ha vorgesehen. Die Landwirte kritisieren insbesondere die damit verbundene Umwandlung von hochwertigen Ackerflächen in Grünland.

In Putbus auf der Insel Rügen traf sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, heute mit betroffenen Landwirten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Der Minister machte deutlich: „Mit mir wird es keine großflächigen Enteignungen geben. Die Böden auf Rügen gehören zu den ertragreichsten in ganz Deutschland. Der Norden der Bundesrepublik, insbesondere die Küstenstandorte, bieten mit ihren natürlichen Gegebenheiten und den klimatischen Bedingungen vorzügliche Voraussetzungen für einen guten und erfolgreichen Ackerbau.“

„Der Verlust ergiebiger Ackerflächen würde die betroffenen Landwirte vor große Herausforderungen stellen. Sie haben eine schwierige Aufbauphase mit hohen Investitionen hinter sich und sind stolz, moderne, leistungsfähige Landwirtschaftsbetriebe geschaffen zu haben, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Werden Flächen in großem Umfang entzogen, sind wirtschaftliche Existenzen bedroht, mit den entsprechenden Folgen für die Region“, sagte er weiter.

Damit verbunden sei eine große ökologische, ökonomische und soziale Verantwortung, die sich auch im Landesraumentwicklungsprogramm wiederfindet. Darin heißt es, dass die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen ab einer Bodenwertzahl 50 nicht in andere Nutzungen umgewandelt soll. Auf diese Weise sollen für die Landwirtschaft bedeutsame Böden vor einer Umnutzung gesichert werden. Darüber hinaus soll in so genannten Vorbehaltsgebieten (> 40 Bodenpunkte) landwirtschaftlichen Produktionsfaktoren und – stätten ein besonderes Gewicht beigemessen werden. Dies ist bei der Abwägung mit anderen raumbedeutsamen Maßnahmen und Nutzungen zu berücksichtigen.

Gleichwohl wies Backhaus darauf hin, dass das aktuell diskutierte Kompensationskonzept einzig und allein durch die Nord Stream 2 AG zu verantworten sei. Auch habe das Land zu keiner Zeit als Auftraggeber fungiert, betonte Backhaus. Mit der Erarbeitung des Suchraumes beauftragte die Nord Stream 2 AG ein Planungsbüro. „Natürlich hat die Landgesellschaft Empfehlungen ausgesprochen. Die Vorschläge wurden von Nord Stream aus uns unbekannten Gründen jedoch nicht akzeptiert“, sagte Backhaus und reagierte damit auf einen Medienbericht der Ostseezeitung, in dem es heißt, die Landgesellschaft habe ihren Kunden schlecht beraten.

Backhaus stellte klar, dass ein Minister als Mitglied der Landesregierung Verantwortung für das ganze Land und wie in diesem Vorhaben auch energiepolitische Verantwortung für Deutschland und Europa trägt. Ein Interessenkonflikt aus seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Landgesellschaft ergebe sich nicht. „Es verbietet sich einem Aufsichtsratsvorsitzenden in das operative Geschäft einzugreifen, es sei denn, es wird zum Nachteil des Landes gehandelt. In diesem Fall ergibt sich der Konflikt allein aus meinem Amt als Landwirtschafts- und Umweltminister, der die Belange beider Seiten im Auge haben muss. Dieser Aufgabe stelle ich mich jeden Tag.“

„Die Lösung liegt für mich vor diesem Hintergrund in einem für alle Seiten vertretbarem Interessensausgleich auf freiwilliger Basis. Die Landgesellschaft ist Dienstleister im Bereich des Flächenmanagements und kann einen solchen fairen Ausgleich umsetzen. Dies hat sie bei verschiedenen Großprojekten, wie dem Bau der A20 oder der Ortsumgehung Plau am See bereits unter Beweis gestellt“, so der Minister.

Auch informierte Backhaus die Landwirte bei seinem Besuch auf Rügen darüber, dass er mit der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) in Gesprächen sei. Auch in Berlin zeige man sich bereit, nach Lösungen zu suchen. Geprüft werde, inwieweit durch die Heranziehung staatlicher Flächen die extreme Betroffenheit einzelner Landwirte auf mehrere Schultern zu verteilt werden kann.

Bauabnahme der Hochwasserschutzwand in Heiddorf

Heiddorf – In Heiddorf (Gemeinde Neu Kaliß) wurde – 15 Monate nach Baubeginn – die 460 Meter lange freistehende Hochwasserschutzwand sowie ein 230 Meter langer Deich mit einer innenliegenden Spundwand entlang der „Alten Elde“ baulich abgenommen.

Die Hochwasserschutzwand führt zunächst auf 137,5 Metern Länge von der Brücke in der Mühlenstraße in südliche Richtung bis zum Radweg an der B191 und schließt nach weiteren 322,5 Meter an den Heiddorfer Deich an. In einem dritten Teilabschnitt im Ortskern wurde Boden auf 255 Metern Länge zu einem ein Meter hohen Wall aufgeschüttet. Dieser schützt einen Wirtschaftshof und mehrere Wohnhäuser an der Mühlenstraße vor Hochwasser.

Der neue Deichabschnitt liegt auf der anderen Seite der Mühlenstraße und führt von dort aus 230 Meter in nördlicher Richtung.

Zusammen mit den bauvorbereitenden Maßnahmen, wie zum Beispiel der Planung und der Holzung in der Trasse hat das Land 1,6 Mio. € investiert.

„Es freut mich außerordentlich, dass diese aufwendige Baumaßnahme in relativ kurzer Zeit abgeschlossen wurde. Das haben wir dem Engagement der Gemeinde, dem Landesamt für Landwirtwirtschaft, Umwelt und Geologie als Genehmigungsbehörde sowie dem StALU Westmecklenburg als Bauherrn zu verdanken“, freute sich der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der schon zum Startschuss für die Trassenfreimachung im Februar 2016 und auch heute wieder nach Heiddorf gekommen war.

„Mit dieser Hochwasserschutzwand sollen Bilder wie beim Rekordhochwasser im Juni 2013 der Vergangenheit angehören“, hieß es in der Rede des Ministers. Durch die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, die örtliche Feuerwehr und viele freiwilligen Helfer wurden damals entlang der B 191 auf 480 Metern ein bis zu 1,30 Meter hoher Sandsackwall errichtet. „Diese enormen Aufwendungen werden in Zukunft nicht mehr erforderlich sein“, sagte er weiter.

Einen Dank richtete der Minister auch an die Anlieger für ihre Bereitschaft ihre Grundstücke für den Bau der Anlagen zur Verfügung zu stellen, die Straßenmeisterei Ludwigslust für „das unkomplizierte und konstruktive Miteinander bei der Lösung von Problemen im Bereich der Straßen“ sowie die Baufirma für die rasche und fachgerechte Bearbeitung des Auftrages.

Gleichwohl wies Backhaus darauf hin, dass trotz dieser wichtigen Maßnahme der Hochwasserschutz in der Region nicht erledigt sei. „Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe. Mein Haus wird noch in diesem Jahr ein neues Hochwasserschutzkonzept für die Elbe und die Rückstaubereiche veröffentlichen“, so der Minister. Neben einer Defizitanalyse und einer Schadenspotenzialermittlung sieht das Konzept konkrete Maßnahmen vor, um vorhandene Schutzanlagen an die erhöhten Bemessungswasserstände anzupassen.

Abholzungen allein würden nicht ausreichen, um mit einem durchlässigeren Abflussprofil den Wasserspiegel bei Hochwasser ausreichend abzusenken.

5. Traditionstreffen der Hochseefischerei in Rostock

Rostock – Am Fischereistandort Rostock Marienehe findet am morgigen Samstag, den 13. Mai 2017, das fünfte Traditionstreffen der Hochseefischerei mit Angehörigen des ehemaligen Fischkombinates Rostock statt. Zu Gast sein wird auch der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der das Forum lobte, „weil es die Diskussion untereinander fördert und die Stimmung in der Fischwirtschaft positiv beeinflusst“.

Vor der Wende waren alleine in der Großen Hochseefischerei des Fischkombinates Rostock über 4.000 Seeleute tätig. In Spitzenzeiten wurden mit über 100 Fangeinheiten Jahresanlandungen von über 220.000 t Fisch erzielt. 1989 verfügte das Fischkombinat Rostock noch über mehr als 30 Fangeinheiten. Heute kommen auf den fünf im Heimathafen registrierten Hochseefischereifahrzeugen ganzjährig etwa 180 Seeleute zum Einsatz.

Der Jahresfang liegt mit ca. 100.000 t deutlich über 50 % der Jahresgesamtfangmenge der deutschen Hochseeflotte. „Damit ist Mecklenburg-Vorpommern nicht nur ein Land mit einer ausgeprägten Kutter- und Küstenfischerei, hier ist auch ein bedeutender Teil der deutschen Hochseefischerei beheimatet. Damit konnte die Tradition der Hochseefischerei am Standort Rostock fortgesetzt werden“, freut sich Backhaus.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat seit 1994 mit Fördergeldern in Höhe von rund 16 Mio. € zur Modernisierung und Erneuerung der Hochseefischereiflotte beigetragen.

Kritisch beäugt wird der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. „Die britischen Gewässer sind für die europäische Hochseefischerei von großer Bedeutung. Im Jahr 2015 erzielten nichtbritische Mitgliedsländer der europäischen Union etwa 34 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 25 % der jährlichen Erlöse allein durch die Fischerei in britischen Gewässern.

Die deutsche Hochseefischerei erwirtschaftet in den Seegewässern Großbritanniens traditionell etwa 67 % ihrer Jahresgesamtanlandungen und 65 % der Jahresgesamterlöse“, unterstrich Backhaus.

Mit 53.000 t Nordseehering kommen jährlich sogar ca. 82 % der Heringsgesamtfänge der deutschen Hochseefischerei aus britischen Gewässern. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind ca. 150 Betriebe von der Heringsfischerei abhängig. So auch das 2005 in Betrieb genommene und mit ca. 50 Mio. € aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern geförderten Fischbearbeitungszentrums in Sassnitz/Mukran.

In dem Fischbearbeitungszentrum mit etwa 230 Beschäftigten werden jährlich neben ca. 40.000 t Nordseehering, der weit überwiegend aus britischen Gewässern kommt, nahezu die gesamten Ostseeheringsfänge der deutschen Kutter- und Küstenfischerei verarbeitet. „Dadurch ist es gelungen, Absatz und Preis innerhalb weniger Jahre zu verdoppeln“, sagte Backhaus. So stiegen der Heringsabsatz von 8.000 t im Jahr 2001 auf 16.000 t im Jahr 2008 und der Preis im gleichen Zeitraum von 22 Ct/kg auf über 40 Ct/kg.

„Ich werde mich weiterhin mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die bestehenden Zugangsrechte zu Britischen Gewässern erhalten bleiben“, versprach er.

Obwohl die Zahl der Haupterwerbsfischer in der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei aufgrund marktbedingter Absatzschwierigkeiten und strenger Quotierungen kontinuierlich zurückgegangen ist, stellt sie noch immer die größte Gruppe der Berufsfischer im Land. Waren 1989 in MV noch 1.390 Berufsfischer mit Anlandungen von 45.500 t tätig (37.000 t Hering, 1.200 t Dorsch, 3.000 t Flunder, 3.500 t Süßwasserfische), erwirtschaften heute 234 Haupterwerbs- und 128 Nebenerwerbsfischer bei Gesamtanlandungen von ca. 16.000 t einen Jahresumsatz von ca. 11 Mio. €.

Zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen, Erneuerung und Modernisierung von Fischereifahrzeugen sowie zur Verbesserung der Infrastruktur in den Fischereihäfen haben EU, Bund und Land in der Vergangenheit 162 Mio. € an Fördermittel bereitgestellt. Mit Fördersätzen von bis zu 60 Prozent hat das Land MV mit 850.000 € darüber hinaus 33 Fahrzeuge bei der Umstellung auf die Heringsfischerei unterstützt.

Die Quotierung der wichtigsten Brotfische Hering und Dorsch bleiben zentrales Thema der Branche. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt arbeitet gemeinsam mit der Berufsfischerei an einem Konzept zur Weiterentwicklung der Kutter- und Küstenfischerei. Bis 2023 stehen 16 Mio. € für weitere Maßnahmen zur Verfügung.

Bärenwald Stuer eröffnet neues Besucherzentrum

Stuer – Heute eröffnet der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus nach gut einem Jahr Bauzeit das Besucherzentrum im Bärenwald Müritz in Stuer (LK Mecklenburgische Seenplatte). Dazu wurden rund 3,1 Mio. Euro investiert. Davon stammen 2,8 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Mit dem Geld wurde der Empfangsbereich komplett barrierefrei gestaltet und unter anderem um eine Bären-Bibliothek, einen Umweltbildungsraum und einen Sanitärkomplex erweitert. Im Außenbereich sind eine Aussichtsplattform, Spielplätze und Räumlichkeiten für die Mitarbeiter entstanden.

Ein Naturerlebnispfad mit einer Gesamtlänge von 160 mpräsentiert Besucherinnen und Besuchern unter anderem Mythen, Fabeln und Legenden rund um Bären in Europa und erläutert die heimische Fauna und Flora.

Bereits 2010 und 2011 hat die Landesregierung die Erweiterung des Bärenwaldes mit knapp 1,5 Millionen Euro unterstützt. Mit mehr als 90.000 Besuchern in 2016 zählt der Bärenwald zu den touristischen Magneten der Seenplatte. Das ist eine Steigerung um 19 % im Vergleich zu den Vorjahren. „Die Maßnahmen sollen die Qualität der Angebote für Besucher und Mitarbeiter weiter verbessern“, sagte Backhaus.

Seit 2006 bietet der Bärenwald als Tierschutzprojekt des Vereins „Vier Pfoten“ den mittlerweile 17 Braunbären einen Lebensraum, der ihren Bedürfnissen entspricht und sich sehr stark an den Bedingungen in freier Wildbahn orientiert. „Hier erhalten die Bären ein Zuhause, das eine echte Alternative gegenüber den schlechten Haltungsbedingungen ihrer ursprünglichen, meist viel zu kleinen Gehege bietet“, betonte der Minister im Vorfeld der Eröffnung.

Bären aus Gefangenschaft können nicht wieder ausgewildert werden. Sie sind zu abhängig vom Menschen und oftmals schwer verhaltensgestört. Im Bärenwald Müritz werden die Tiere individuell betreut, damit sich von ihren gesundheitlichen Leiden und stereotypen Verhaltensweise erholen können. Dabei wird der Kontakt zum Menschen auf ein Minimum reduziert, damit die Tiere die Möglichkeit haben, ihren Tagesablauf nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten und ihre Instinkte neu zu entdecken.

„Die Haltungsstandards im Bärenwald sind beeindruckend und für viele Zoos in Europa und weltweit ein Ansporn, die Haltungsbedingungen von Braunbären nachhaltig zu verbessern“, unterstrich Backhaus.

Der Bärenwald Müritz ist mit einer Größe von 16 Hektar das größte Bärenschutzzentrum Westeuropas.

MV gewinnt 6.650 ha Fläche für ökologischen Landbau in 2016

Schwerin – Aktuelle Auswertungen des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt und des Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei haben ergeben, Mecklenburg-Vorpommern 2016 rund 6.650 ha ökologische Anbaufläche hinzugewonnen hat.

Mit Stand vom 31.12.2016 sind hierzulande 1.099 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft entsprechend der EG-Ökoverordnung zertifiziert. 843 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften ca. 132.200 ha Landwirtschaftsfläche ökologisch – fast jeder fünfte Betrieb.

„Damit liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche hierzulande bei 9,85 %. Dies ist ein Spitzenwert im Vergleich zum Bundesdurchschnitt für das Jahr 2016 von ca. 7,0 %. Damit nimmt unser Land sowohl hinsichtlich der Wirtschaftskraft als auch im Rahmen der Behördenarbeit eine führende Rolle ein“, freut sich Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Ein weiterer Flächenzuwachs wird zudem in 2017 erwartet. Bereits in den ersten 4 Monaten sind weitere 2.000 ha im Kontrollverfahren von 19 Landwirtschaftsbetrieben angemeldet worden.

Ein wichtiger Faktor für erfolgreiches Wirtschaften sind Backhaus zufolge angemessene Erzeugerpreise. Das gelte trotz der flächenbezogenen Förderung auch für den ökologischen Landbau. „Wie überall in der Landwirtschaft bewegen sich die Öko-Betriebe in einem knallharten europäischen Wettbewerb. Das heißt, die quantitative Erhöhung muss mit einem nachhaltigen und marktgerechten Wachstum der Branche einher gehen“, betonte er. Sein Ziel sei, die Instrumente der Agrarpolitik auf die wachsenden Herausforderungen auszurichten, um den ökologischen Landbau als eine besondere Chance des Landes Mecklenburg-Vorpommern weiter auszubauen. .

Auch wies der Minister in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Antragsfrist für die Agrarförderung am 15.05.2017 endet. Besonders wichtig sei, dass alle Landwirte die Unterlagen zur Antragstellung für den Ökolandbau bzw. den anderen Agrarumweltmaßnahmen gründlich und präzise ausfüllen. Nur so könnten Abzüge und Sanktionen vermieden werden.

Dazu zwei Beispiele: Bis zum 15.05.2017 muss in Ökobetrieben, die neu im Kontrollverfahren sind, eine Erstkontrolle durch die Kontrollstelle erfolgen. Bei der Anlage von mehrjährige Blühstreifen oder -flächen für Bienen – Maßnahme zur Förderung von Strukturmaßnahmen – müssen Ökolandwirte neben Ökosaatgut auch gebietsheimisches Saatgut einsetzen.

Ökologisch wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe erhalten bei der Umstellung auf Ökolandbau für ihre besonders umwelt- und tierschutzgerechte Wirtschaftsweise einen Fördersatz von 260 €/ha Ackerland oder Grünland, 835 €/ha bei Gemüse und 1.150 ha bei Dauerkulturen. Im Rahmen des Landesprogramms „Ökokompetenz Mecklenburg-Vorpommern 2020“ wird im EU-Förderprogramm „Förderung von Beratungsleistungen im Bereich Landwirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ die Beratung der Ökobetriebe mit 90%, die Erstberatung sogar mit 100% Zuschuss unterstützt.

Hintergrund

Auch in 2016 entschieden sich wieder mehr Landwirte für eine Umstellung auf Bio. In den Jahren 2015 und 2016 wurden ca. 13.000 ha auf ökologische Wirtschaftsweise in MV umgestellt. Trotz bestehender Unsicherheit um die EU-Öko-Verordnung entfalteten verbesserte Rahmenbedingungen in vielen Bundesländern und stabile Bio-Erzeugerpreise in Krisenzeiten ihre Wirkung. Weitere Wachstumspotentiale für Mecklenburg-Vorpommerns Ökobetriebe werden insbesondere im Obst- und Gemüseanbau sowie der ökologischen Tierhaltung gesehen. 2016 kauften deutsche Haushalte für 9,48 Mrd. € Bio-Lebensmittel- und Getränke und gaben damit rund 10 % mehr für Bio-Produkte, als noch im Vorjahr, aus (Auswertungen des BÖLW, Februar 2017).

Quantitatives Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Fläche mittelfristig auf 150.000 ha auszuweiten. Bis 2020 ist ein jährlicher Zuwachs von ca.. 5.000 ha geplant. Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen sollen maßgeblich dazu beitragen, den ökologischen Landbau in Mecklenburg-Vorpommern zu konsolidieren, zu stabilisieren und als Markenzeichen des Landes weiter zu entwickeln.

Der ökologische Landbau genießt in der Agrarpolitik der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern einen hohen Stellenwert. Dieser Stellenwert ergibt sich insbesondere aus den hohen Tierschutz- und Umweltanforderungen der ökologischen Wirtschaftsweise. Aufgrund dieser Bedeutung soll der ökologische Landbau im Land Mecklenburg-Vorpommern weiter entwickelt werden.

Das Landesprogramm für den ökologischen Landbau verfolgt strategisch das Ziel, die Eigenschaft „Regionalität“ aus dem Gesundheits- und Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern deutlich mit der Eigenschaft „aus ökologischem Landbau und ökologischer Tierhaltung“ zu verbinden. Nicht zuletzt ist eine stärkere Verbraucherinformation zu den Leistungen der Landwirtschaft beim Produktkauf über entsprechende Marketingkonzepte erforderlich.

Deichschau in Boizenburg: Natur- und Hochwasserschutz zusammen denken

Boizenburg – Auf der heutigen Frühjahrdeichschau in Boizenburg betonte Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, wie wichtig es ist, dass Natur- und Hochwasserschutz beim Kampf gegen Überflutungen gemeinsam praktiziert werden. „Nachhaltiger Hochwasserschutz muss das gesamte Flusssystem in den Blick nehmen. Bäche und Flüsse müssen wieder mäandrieren können, Flusssohlen stabilisiert, die Fließgeschwindigkeit verlangsamt und Flächen entsiegelt werden“, so der Minister.

Als vorbildhaft bezeichnete er die Pläne über den Bau eines neuen Deiches zwischen dem Schöpfwerk Boizenburg und dem Ortsteil Gothmann, bei dem gleichzeitig 74 ha Fläche dem natürlichen Überflutungsregime der Elbe preisgegeben werden soll. Profitieren würden die Einwohner Boizenburgs, Flächenbewirtschafter entlang der Sude und im Winterpolder Boizenburg sowie der Naturschutz. Die Baumaßnahme wird vom StALU Westmecklenburg durchgeführt werden und vom Land mit 14,5 Mio. Euro finanziert.

Seit 1991 hat das Land rund 110 Mio. Euro für den Ausbau und die Unterhaltung der Hochwasserschutzanlagen an der Elbe und den Rückstaubereichen bereitgestellt. „Doch Hochwasserschutz bleibt eine Daueraufgabe“, betonte Minister Backhaus. Das habe das Hochwasserereignis vom Juni 2013 gezeigt, das Schäden von rund 5,2 Mrd. Euro verursacht hat

„Unsere Anlagen haben zwar gehalten, aber wir mussten feststellen, dass die gemessenen Wasserstände höher ausfielen, als zur Bemessung der Anlagen zugrunde gelegt. Am Pegel Boizenburg waren es 7,32 Meter, also 52 cm über dem Bemessungswasserstand. Bis zur Deichkrone bzw. Oberkante Hafenmauer waren es nur noch 48 cm. Dieser Abstand sollte jedoch mindestens 1m betragen“, erinnerte Backhaus.

Nicht zuletzt wegen dieses Extremereignisses haben die Elbeminister beschlossen, die Hochwasserwahrscheinlichkeitsstatistik der Elbe, deren Aufzeichnungen bis in das Jahr 1900 zurückreichen, überprüfen zu lassen. Berücksichtigt werden sollen darin künftig auch die Speicherkapazitäten der Talsperren in Tschechien, Sachsen und Thüringen. Dies sei bisher nicht der Fall gewesen. Der Abschluss dieser Überprüfung wird für September 2017 erwartet.

„Als Anlieger im Unterlauf der Elbe müssen wir dafür Sorge tragen, dass der Hochwasserabfluss möglichst schadlos das Land in Richtung Nordsee passieren kann. Auch das Vorland, also der Bereich zwischen Deich und Mittelwasserprofil muss für den Hochwasserabfluss passierbar sein“, erklärte der Minister. Dabei spiele auch der Bewuchs eine Rolle. Dieser habe sich seit Beginn der 90ziger Jahre ungezügelt entwickelt, was auf den Abfluss insbesondere bei Hochwasser nicht ohne Wirkung bleibt. Bereits 2002 wurde errechnet, dass der Aufstau durch die Verbuschung rund 45 cm am gemessenen Wasserstand betrug.

„Damit wir anderseits der natürlichen Entwicklung im Biosphärenreservat untere Elbe nicht im Wege stehen, müssen wir uns einzelne Bereiche genauer anschauen und dann entscheiden, wo Bewuchs zugelassen werden kann oder zurückgeschnitten werden muss, um Wasserstandsaufhöhungen zu vermeiden.

Um einen Kompromiss aus Schutz der Natur und Hochwasserschutz im Interesse der Kulturlandschaft zu finden, schreibt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt das Hochwasserschutzkonzept aus den 1990iger Jahren, fort. Ebenso arbeiten Wasserwirtschaft und Biosphärenreservatsverwaltung auch an einem Vorlandmanagementplan. Ziel ist es, Bereiche im Vorland zu identifizieren, in denen eine Auenwaldentwicklung zugelassen werden kann und Bereiche, die für den Hochwasserabfluss frei gehalten werden müssen.

Die Deichschau dient der Prüfung des ordnungsgemäßen Zustandes der Deiche einschließlich der anderen Hochwasserschutzbauwerke wie Schöpfwerke, Flutschleusen und Deichsiele in der Örtlichkeit.

Die Kommission wird im Rahmen der Schau den Unterhaltungszustand und die Funktionssicherheit der Hochwasserschutzanlagen für die bevorstehenden möglichen Hochwasser in Augenschein nehmen und analysieren.

Auf dem Kontrollprogramm stehen: u. a.: in Boizenburg der Hafendeich, die sanierte Thielsche Schleuse sowie die bevorstehende Sanierung Schöpfwerk Gothmann.

Im Schaubereich Dömitz wird am 24. Mai u. a. die bis dahin fertig gestellte Deich- und Hochwasserschutzwand Heiddorf in Augenschein genommen. Überprüft wird ebenfalls der Abarbeitungsstand der Festlegungen aus dem Protokoll der Herbstdeichschau 2016.

Erlebnispfad „De lütt Küst“ auf Hiddensee erklärt Küstendynamik

Insel Hiddensee – „Der erste Eindruck, den man von Hiddensee empfing, war der von Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit. Das gab ihm den grandiosen und furchtbaren Ernst unberührter Natur.“ (Gerhard Hauptmann)

„Heute ist die wirkliche Weltabgeschiedenheit und Verlassenheit im digitalen Zeitalter kaum mehr möglich – was aber auf der Insel geblieben ist, seit den Lebzeiten des Künstlers ist die unberührte Natur und ihre Wirkung auf den Menschen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Vitte anlässlich der Eröffnung des Küstenerlebnispfades „De lütt Küst“. Hier wächst die größte zusammenhängende Küstendünenheide im deutschen Ostseeraum. Markant ragt der eiszeitliche Inselkern aus der Landschaft, der Dornbusch mit seinem Steilufer, Trockenrasen, Gebüschen und Wäldern. Die Anlandungsgebiete und Landschaft sind in ständiger Bewegung, hier ist die Dynamik der Küste spürbar und sichtbar.

So kennzeichnen die typischen Salzwiesen den Übergang vom Land zu den flachen Boddengewässern. Dieser Mix seltener Lebensräume kommt hier in räumlich begrenztem Miteinander vor und ist auch erlebbar. In dem gut mit Wegen erschlossen Nationalpark ist die Beobachtung auch seltener Tiere und Pflanzen möglich. So können wir Seeadler, Kreuzotter, Regenbrachvogel, Steinwälzer, aber auch Sonnentau, Glockenheide, Sandstrohblume, Stranddistel beobachten und finden, die hier keine Seltenheit sind.

„Es ist also kein Wunder, dass sich zwischen der Rostocker Heide und der Insel Hiddensee ein Hot Spot der Biologischen Vielfalt befindet. Das Ziel im Nationalpark ist und bleibt: Natur Natur sein lassen und diese Dynamik erlebbar machen“, hob der Minister in seiner Rede hervor. Nirgendwo sonst im Nationalpark sind Natur, Schutzgebiet und Menschen so eng beieinander. Die Nutzung und der Schutz sind so eng verflochten, zum einen durch den Besucherdruck, zum anderen durch Bebauungsdruck, durch das Pflegemanagement auf den Flächen und einfach dadurch, dass auf einer relativ kleinen Insel alles begrenzt ist. „Die Wege von Mensch zu Mensch sind kürzer und Auseinandersetzungen bei Interessenkonflikten unausweichlich. Das macht ein gutes Miteinander und ein Mehr an offenen Worten erforderlich“, sagte Dr. Backhaus.

In Zusammenarbeit mit den Akteuren des Hotspotprojektes unter Federführung des NABU MV ist an dieser Stelle ein attraktives Angebot für die kleinen und auch großen Gäste der Insel entstanden – eine Küstenlandschaft zum Anfassen, Spielen und Lernen in Mitten der “echten“ Küsten-Naturlandschaft. Natur zum Anfassen, ist hier das Motto.

Der erste Erlebnispfad eröffnete im Mai 2006 auf dem angerenzenden Freigelände, nun soll der Erlebnispfad Lütt Küst den alten Erlebnispfad ablösen. „Der NABU Mecklenburg-Vorpommern schafft mit seiner Maßnahme Bau des Lehrpfads „De lütt Küst“ ein Bildungs- und Erlebnisangebot für Jung und Alt auf der Insel Hiddensee. Deshalb haben wir die Maßnahme bei Gesamtkosten von 6,7 Mio. € gerne mit 300.000 € unterstützt“, so der Umweltminister.

Der Erlebnispfad „De lütt Küst“ nimmt Bezug auf die Prozesse der Küstendynamik und ermöglicht Kindern und Erwachsenen, das Zusammenspiel von Wind, Wellen und Sand mit eigenen Händen zu erforschen. Das mit der Planung und Bauleitung des Küstenerlebnispfades beauftragte Büro lud die Junior Ranger der Insel Hiddensee, die Hiddenseer Hechte, zu Beginn des Planungsprozesses ein, um ihre Ideen für einen Lehrpfad mit Spielplatzcharakter auszutauschen. Die Vorschläge der Inselkinder wurden aufgenommen und weiter verfolgt, wie zum Beispiel die Seilbahn und Klettermöglichkeiten. Deshalb lag es nahe, dass die Junior Ranger das Ergebnis auch zuerst testen durften. „Test bestanden“ war das Urteil der Kinder – das Beste, das die Macher des Projektes bekommen können. Am besten kam natürlich die Seilbahn an. Das neue Erlebnisangebot ist somit auch von Kindern für Kinder gemacht. Es lädt zum Bewegen, Entdecken und Spielen, zum Matschen, Toben und Lärm machen ein.