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Kategorie: Veranstaltungen / Termine

Frau des Jahres in M-V

Integrationsbeauftragte dankt Hanka Gatter für ihr herausragendes Engagement für Geflüchtete

Parchim – Die Parchimer Lehrerin Hanka Gatter ist Mecklenburg-Vorpommerns Frau des Jahres 2023. Sie erhielt die Auszeichnung am Dienstag, 7. März, im Rahmen eines Festaktes im Mecklenburgischen Staatstheater, bei dem auch die Integrationsbeauftragte des Landes, Jana Michael, zu Gast war.

Michael dankte Hanka Gatter für ihr herausragendes Engagement in der Geflüchtetenhilfe: „Frau Gatter ist eine besondere Persönlichkeit. Seit Jahren hilft sie mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit Menschen, die hier in Mecklenburg-Vorpommern Zuflucht suchen. Diese Unterstützung ist für die Geflüchteten von großem Wert und leistet einen wichtigen Beitrag für die Integration. Dafür können wir als Land sehr dankbar sein.“

Im Jahr 2015 gründete Hanka Gatter den Verein „Netzwerk für Flüchtlinge, Demokratie und Toleranz“ mit dem sie sich als Vorsitzende für einen Dialog mit Einheimischen einsetzt und Geflüchteten bei alltäglichen Herausforderungen zur Seite steht. Oft seien es scheinbar einfache Angelegenheiten, wie das Vereinbaren eines Termins bei einer Behörde oder ein Arztbesuch, die für geflüchtete Menschen große Hürden darstellten, erklärt Michael. „Genau hier hilft Hanka Gatter und trägt dazu bei, bestmögliche Voraussetzungen für die Menschen und ihr Leben hier in Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen,“ so Michael weiter.

Darüber hinaus dankte Michael Hanka Gatter für ihre nicht weniger beeindruckende hauptamtliche Tätigkeit als Lehrerin an der Freien Schule in Güstrow: „Auch als Lehrerin bewirkt Hanka Gatter, dass die Jugendlichen sich intensiv mit der Geschichte auseinandersetzen und sich selbst mit Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung stellen.“ Sie habe es mit ihrem kontinuierlichen Einsatz für ihre Schülerinnen und Schüler, für Geflüchtete und für mehr Toleranz in der Gesellschaft laut Michael daher absolut verdient, diese bedeutende Ehrung des Landes entgegenzunehmen.

Die Auszeichnung zur Frau des Jahres wird seit 2019 in Mecklenburg-Vorpommern verliehen.

Babygeschrei aus den neuen Kreißsälen

Erweiterungsbau soll Ende 2023 in Betrieb gehen

Demmin – Die Reform der Krankenhauslandschaft für eine moderne und bedarfsgerechte Patientenversorgung ist in aller Munde. Dabei sollen vor allem auch kleinere Häuser in ländlich geprägten Regionen gestärkt werden. Jetzt hat Gesundheitsministerin Stefanie Drese das Kreiskrankenhaus Demmin besucht, um aktuelle Herausforderungen und Zielstellungen im Reformprozess zu diskutieren.

Anschließend wurde gemeinsam mit dem Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, Heiko Kärger, der neue Erweiterungsbau besichtigt, der Ende des Jahres in Betrieb gehen soll.

„Trotz aller Widrigkeiten mit der Pandemie, Inflation und Energiekrise sowie notwendig gewordenen Neuausschreibungen für einzelne Bereiche liegen wir mit unserem Anbau weitestgehend im Zeitplan“, betonte Klinikgeschäftsführer Kai Firneisen. „Allerdings ist es für alle Kolleginnen und Kollegen sehr herausfordernd, bei laufendem Betrieb zu erweitern und auf allen Etagen den Altbau mit dem Neubau zu verbinden. Aber wir freuen uns schon auf die ersten Babys noch in diesem Jahr aus den nagelneuen Kreißsälen.“

Gesundheitsministerin Stefanie Drese würdigte bei ihrem Arbeitsbesuch das außergewöhnliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der aufwändigen Bauphase. „Der Einsatz wird sich jedoch lohnen, da sich mit dem Um- und Neubau die Bedingungen für die Beschäftigten und die Patientinnen und Patienten deutlich verbessern werden. Das Kreiskrankenhaus Demmin hat eine hohe Bedeutung für die Region.

Mit den Investitionsförderungen des Landes wollen wir den Klinikstandort für die Zukunft optimal aufstellen“, so die Ministerin. Besonders hob Drese die Verbesserungen in der Geburtshilfe und das Engagement des Kreiskrankenhauses Demmin in der sektorenübergreifenden Versorgung durch den Bau des ambulanten Gesundheitshauses hervor.

In dem vom Land geförderten dreigeschossigen Neubau mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 35,6 Millionen Euro sollen mehrere Stationen, unter anderem eine moderne Infektionsstation mit geschleusten Zimmern, drei neue Kreißsäle, ein weiterer, vierter Operationssaal, diverse Funktionsbereiche sowie die erweiterte Intensivstation mit zukünftig dann 16 Betten untergebracht werden.

Gegenwärtig läuft im Neubau der Innenausbau. 80 Prozent der Bodenarbeiten sind abgeschlossen, so dass jetzt die Sanitäranlagen eingebaut werden können. Die Heizungssysteme arbeiten bereits, die Lüftungsanlagen werden gerade installiert. Die zwei Fahrstühle gehen in Kürze in den Probebetrieb. In Vorbereitung sind die Durchbrüche mit den Übergängen vom Altbau zum Neubau. Abschließend erfolgt die Einrichtung mit Möbeln und Medizingeräten.

Eines der Hauptthemen des Besuches der Gesundheitsministerin war die aktuell diskutierte Krankenhausreform mit der geplanten Einstufung der Kliniken nach unterschiedlichen Versorgungsstufen. Ziel der Reform ist es, eine qualitativ hochwertige, flächendeckende, wohnortnahe und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung in Deutschland sicherzustellen.

„Wir sind sehr dankbar, dass unsere Erfahrungen und Einschätzungen in diesem sehr intensiv geführten Meinungsbildungsprozess auch gefragt sind“, betonte der Geschäftsführer. „Unsere Erwartungen sind sehr groß; viele Punkte sind noch offen. Die Krankenhausreform muss zwingend ein Befreiungsschlag für nicht refinanzierten Kostensteigerungen werden, denn die Probleme werden immer erdrückender und erschweren unseren Klinikalltag erheblich.

Wir wollen für unsere Patientinnen und Patienten da sein und sehen eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser sowohl in Metropol- als auch in ländlichen Regionen als wichtigsten und auch existenziellen Lösungsansatz“, unterstrich Firneisen.

Im Sockelgeschoß des neuen Funktionstraktes werden die Technik, Belüftung, Heizung und Lager untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich künftig die von zehn auf 16 Betten erweiterte Intensivstation, der vierte OP-Saal sowie die drei neuen Kreißsäle.

Im ersten Obergeschoss sind die Funktionsbereiche mit direktem Zugang zur darunterliegenden Intensivstation angesiedelt. Im zweiten Obergeschoss wird eine neue Station mit 20 Patientenbetten eingerichtet.

Das dritte Obergeschoss bietet ebenfalls Platz für eine neue Station, eine Infektionsstation mit 20 Betten und Türschleusen, auf der mit einem eigenen Diagnostik- und Umkleidebereich autark gearbeitet werden kann. Diese Station ist für alle ansteckenden Krankheiten wie Corona, MRSA, Tuberkulose oder auch Noroviren gedacht.

Mecklenburg-Vorpommern auf der ITB Berlin

Rückenwind: MV bleibt laut Reiseanalyse 2023 zweitbeliebtestes Reiseland der Deutschen – Ausblick 2023: Landestourismusverband rückt 2023 Thema Radreisen in den Fokus – Vorausschau 2024: 250. Geburtstag Caspar David Friedrich

Berlin – Nach drei Jahren pandemiebedingter Präsenzpause ist Mecklenburg-Vorpommern vom 07. bis 09. März 2023 wieder auf der weltgrößten Reisemesse, der ITB Berlin, vertreten. Anders als in der Vor-Pandemie-Ära präsentiert sich das Urlaubsland in diesem Jahr am Stand der Deutschen Zentrale für Tourismus. Mit dabei sind auch vier Partner aus dem Land, darunter die Usedomer Tourismus GmbH, die A-ROSA Flussschiff GmbH aus Rostock, das Jubiläumsbüro Caspar David Friedrich aus Greifswald sowie das Netzwerk der Gesundheitswirtschaft, die BioCon Valley GmbH. Die ITB Berlin setzt nach ihrem coronabedingten Aussetzen in den vergangenen Jahren mit ihrem neuen Konzept ausschließlich auf Fachpublikum. Die Kooperation mit der Deutschen Zentrale für Tourismus bietet eine kosteneffiziente und für alle Geschäftstermine zugleich inhaltlich günstige Situation, besonders mit Blick auf das langfristige und durch die Krisen beeinträchtigte Ziel, die Internationalisierung des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern im Schulterschluss voranzutreiben.

Dazu Reinhard Meyer, Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit: „Mecklenburg-Vorpommern zeigt wieder Flagge auf der weltgrößten Reisemesse. Wir haben eine Menge vor. Wer touristisch erfolgreich sein will, muss intensiv auf seine Vorzüge aufmerksam machen. Wir wollen für unser Bundesland weiter als eine der beliebtesten Urlaubs- und Reiseregionen in Deutschland werben. Hier geht es vor allem um neue, spannende und vielfältige Angebote, um im harten Wettbewerb für mehr Gäste weiter vorn mithalten zu können. Es muss gelingen, neue Besuchergruppen für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen, die Infrastruktur qualitativ auszubauen, die Nebensaison zu stärken und auch mehr ausländische Gäste für einen Urlaub bei uns im Land zu begeistern.“

Alexander Winter, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „In Berlin wollen wir – immer unter der Prämisse ‚Nachhaltigkeit ist unser Weg zur Qualität‘ – mit vielen Neuigkeiten im Gepäck punkten. Von Attraktionen wie der im Bau befindlichen längsten Seebrücke in Prerow über den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, der Ende des Jahres als offizieller Sternenpark ausgewiesen werden soll, bis hin zum Radfernweg Berlin-Kopenhagen, der 2023 in den Mittelpunkt gerückt werden soll, hat das Urlaubsland viel zu bieten. Auch den 250. Geburtstag des Malers, Zeichners und Grafikers Caspar David Friedrich wollen wir in das Schaufenster der Reisewelt stellen und zudem eine Reihe von Kooperationen und Kontakten anbahnen. Wir sind froh, dass es nach drei Jahren Corona-Pause wieder fachlichen Austausch auf der ITB geben kann.“

Mit Blick auf die Nachfrage nach Urlaub in Deutschland beziehungsweise Mecklenburg-Vorpommern gab es bereits im Vorfeld der ITB Berlin positive Nachrichten. Insgesamt rechnen viele Experten mit weiteren Erholungseffekten für den Tourismus: Unter anderem zeigte die 39. Deutsche Tourismusanalyse der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, dass auch in diesem Jahr ein Großteil der Bundesbürger (28 Prozent) beabsichtigt, ihren Urlaub im eigenen Land zu verbringen. Damit ist Deutschland erneut das mit großem Abstand beliebteste Reiseziel der Deutschen, wenngleich der Anteil im letzten Jahr mit 31 Prozent noch etwas höher lag und internationale Reiseziele wieder an Bedeutung zunehmen.

Dass die Bundesrepublik und vor allem der Nordosten weiterhin im Trend liegen, bestätigt auch die TUI, Deutschlands führender Reiseveranstalter. Rund 30 Prozent aller Deutschlandurlauber der TUI verbringen ihre Ferien in Mecklenburg-Vorpommern. Damit bleibt das Bundesland die favorisierte Urlaubsregion innerhalb Deutschlands bei den TUI-Gästen. Die Buchungsentwicklung für Mecklenburg-Vorpommern sei insgesamt gut und der Konzern erwarte einen starken Sommer für Reisen im eigenen Land, hieß es.

Im Vorfeld der ITB Berlin ist auch die Reiseanalyse 2023 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vorgestellt worden. Demnach kann Mecklenburg-Vorpommern seinen Platz als zweitbeliebtestes Reiseland der Deutschen behaupten. Der Nordosten verzeichnet einen Marktanteil von 4,8 Prozent an allen 2022 angetretenen Urlaubsreisen der Deutschen (ab fünf Tagen Dauer) und liegt damit 0,5 Prozentpunkte hinter Bayern an der Spitze der beliebtesten Reiseziele. Zudem hält Mecklenburg-Vorpommern den Abstand zu den Küstenländern Schleswig-Holstein (3,8 Prozent) und Niedersachsen (3,5 Prozent). Auch im Vergleich mit den internationalen Reisezielen behauptet sich Mecklenburg-Vorpommern gut: Das Urlaubsland landete vor Österreich (4,2 Prozent) auf Platz fünf. Spitzenreiter bleiben Spanien (12,9 Prozent) und Italien (8,3 Prozent), gefolgt von der Türkei (8,0 Prozent) und Bayern (5,3 Prozent). „Es ist toll, dass das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern seine Position im Spitzenfeld weiter festigen konnte. Gleichzeitig ist das Ergebnis Antrieb, um weiter besser zu werden. Daher ist es wichtig, mit frischen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Angeboten die Urlauber ins Land zu locken. Auch das Landesinnere muss beispielsweise weiter gestärkt werden. Hier besteht Potenzial für mehr Gäste“, erläuterte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf der ITB Berlin.

Diese Themen stehen in Berlin im Fokus
Landestourismusverband rückt Radreiseland MV und insbesondere den Radfernweg Berlin-Kopenhagen 2023 in den Fokus

Mecklenburg-Vorpommern will sich 2023 und darüber hinaus als Radreiseland empfehlen. Aus diesem Grund stellt der Landestourismusverband in Kampagnen touristische Radrouten und insbesondere den Radfernweg Berlin-Kopenhagen in den Fokus. Unter www.auf-nach-mv.de/radwandern können sich Interessierte jetzt schon inspirieren lassen. Bis 2030 soll der Weg zu einem so genannten Leitprodukt entwickelt werden. Bereits zur Saison 2023 ist die mit öffentlichen Geldern auf den Weg gebrachte durchgängige Beschilderung entlang der Strecke fertig. Rund 50 „Bett+Bike“-Betriebe säumen den Weg. Internationale Gäste können sich auf der Internetseite www.bike-berlin-copenhagen.com informieren.

MV setzt zum kulturellen Dreisprung an

In diesem Jahr soll im Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zum kulturellen Dreisprung angesetzt werden: Die Rostocker Kunsthalle, der einzige Kunstmuseumsneubau in der DDR, eröffnet im Frühjahr 2023 nach drei Jahren umfangreicher Sanierung wieder neu. Am 06. und 07. Mai wird von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr zum Tag der offenen Tür in das erstmals barrierefrei zugängliche Gebäude eingeladen, dem größten zeitgenössischen Kunstmuseum des Nordens. Gäste haben freien Eintritt. Tags darauf findet die feierliche Wiedereröffnung unter Teilnahme von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und der Rostocker Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger statt. Im Eröffnungsjahr ist zudem vom 19. November 2023 bis 11. Februar 2024 die Review Ostsee-Biennale unter dem Titel „Der demokratische Raum“ geplant. Nach der letzten, fast dreißig Jahre zurückliegenden Ostsee-Biennale von 1996 soll die Ausstellungsreihe einen neuen Auftakt finden.

2024 wird in der Hansestadt Greifswald der 250. Geburtstag des Malers, Grafikers und Zeichners Caspar David Friedrich gefeiert. Hier ist eine Reihe von Höhepunkten geplant, darunter die zwei Sonderausstellungen „Zeichenstunde“ und „Geburtstagsgäste“ im Pommerschen Landesmuseum, die liturgische Einweihung des Kirchenfensters im Dom St. Nikolai, ein Jubiläumskonzert in Uraufführung im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und ein Konzert mit dem Pianisten und Produzenten Martin Kohlstedt in der von Friedrich gezeichneten Klosterruine Eldena. Die feierliche Eröffnung des Jubiläumsjahres ist für den 20. Januar 2024 im Dom St. Nikolai angesetzt.

Nicht zuletzt soll 2025 das Staatliche Museum Schwerin, ebenfalls nach umfangreicher Sanierung, seine Türen für Besucher öffnen.

Insel Rügen lockt mit neuem Angebot

Mecklenburg-Vorpommern freut sich zudem auf die Eröffnung eines imposanten Bauwerkes: Ende April dieses Jahres wird der Skywalk Königsstuhl auf der Insel Rügen eröffnet. „Auf dem schwebenden Rundweg wird die einmalige Aussicht vom Königsstuhl weiter ermöglicht und vor allem auch erlebbar gemacht. Das sind Anziehungspunkte, die das Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern weiter aufwerten werden“, betonte Tourismusminister Reinhard Meyer weiter. „Der weitere Ausbau des Qualitätstourismus hat große Bedeutung genauso wie die Schaffung nachhaltiger touristischer Angebote und Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern. Das ist die Grundlage für die Steigerung der Wertschöpfung und für die zukünftige touristische Entwicklung des Landes. Die Landesregierung gestaltet die Rahmenbedingungen und unterstützt, um die Herausforderungen bestmöglich gemeinsam zu lösen und die Krisen zu überwinden“, sagte Minister Meyer.

Bilanz des Tourismusjahres 2022 in Zahlen – zweitbestes Tourismusjahr seit der Wende

Von Januar bis Dezember 2022 wurden rund 7,4 Millionen Gäste (+34,7 Prozent) an das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern gemeldet, die etwa 31,8 Millionen Übernachtungen (+19,6 Prozent) im Urlaubsland verbracht haben. Die Zahlen belegen die Erholung des Reisemarktes und bewegen sich inzwischen fast auf Vor-Corona-Niveau (zum Vergleich 2019: rund 8,4 Millionen Ankünfte, rund 34 Millionen Übernachtungen). Bundesweit sind die Übernachtungszahlen im Jahr 2022 allerdings um 45,3 Prozent gestiegen; gegenüber 2019 jedoch um 9,1 Prozent zurückgegangen. In Mecklenburg-Vorpommern fällt der Rückgang bei den Übernachtungszahlen in Höhe von -6,9 Prozent im Vergleich zu 2019 dabei geringer aus als im Bundesdurchschnitt.

„Wir bewegen uns insgesamt wieder in Richtung Vorkrisenniveau. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet das zweitbeste Ergebnis nach den Rekordwerten vor der Pandemie im Jahr 2019. Die Übernachtungen im Land haben im Gesamtjahr 2022 weiter deutlich zugenommen. Das ist gut so und spricht für das Interesse an Urlaub im Land. Dennoch haben wir ein hartes Stück Arbeit vor uns. Es macht sich bemerkbar, dass viele Menschen aufgrund der insgesamt verunsicherten Lage eher sparen. Es wird weniger in einen Urlaub investiert. Die Inflation trägt ihr Übriges bei. Darüber hinaus wird kurzfristiger gebucht, was Hoteliers und Gastronomen vor allem auch wegen der Planbarkeit zu schaffen macht. Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist eine der größten Herausforderungen der Branche. Wir müssen denjenigen, die Urlaub bei uns machen wollen, darüber hinaus gute Gründe liefern und für einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern begeistern“, machte Tourismusminister Reinhard Meyer deutlich.

Ein Blick auf die Reiseregionen zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Mecklenburgische Ostseeküste (+28,7 Prozent) das stärkste Übernachtungswachstum verzeichnete. Für die anderen Regionen sah die Entwicklung wie folgt aus: Fischland-Darß-Zingst (+14,2 Prozent), Usedom (+17,2 Prozent), das Vorpommersche Festland (+15,9 Prozent), Rügen/Hiddensee (+17,2 Prozent), Mecklenburgische Seenplatte/Schweiz (+16,3 Prozent) und Westmecklenburg (+13,3 Prozent). Ein Vergleich mit 2019 zeigt, dass besonders Fischland-Darß-Zingst und die Mecklenburgische Ostseeküste (-1,5 Prozent bzw. -2,5 Prozent ggü. 2019) schon fast wieder auf Vor-Corona-Niveau angekommen sind.

Ein Blick auf die Städte des Landes zeigt, dass es auch hier überall Zuwächse gab; davon die meisten in Rostock (+44,4 Prozent). Folgende Ergebnisse liegen für die größeren Städte vor: Schwerin (+37,8 Prozent), Greifswald (+35,4 Prozent) Wismar (+24,2 Prozent) und Stralsund (+24,2 Prozent).

Erholung zeigt sich auch beim internationalen Reisegeschäft, das bekanntlich später Fahrt aufgenommen hat als der Inlandstourismus: Für 2022 wurden rund 285.000 (+86,6 Prozent) Ankünfte und rund 770.000 Übernachtungen (+72,8 Prozent) gemeldet. Auch alle internationalen Hauptquellmärkte verzeichneten Zuwächse: Schweden (+145,1 Prozent), Niederlande (+89,5 Prozent), Österreich (+74,1 Prozent), Dänemark (+73,8 Prozent) und die Schweiz (+66,6 Prozent). Besonders positiv ist dabei die Entwicklung aus dem niederländischen Quellmarkt. Hier liegen die Übernachtungszahlen 2022 nur noch 9,8 Prozent unter denen aus dem Jahr 2019.

„Die Pandemie durchkreuzte unsere Pläne und Vorstöße in Richtung Internationalisierung des Urlaubslandes. Touristische Geschäftsbeziehungen leben von persönlichen Kontakten, insofern konnten die Alternativformate nicht das abbilden, was wir vor Ort erlebbar machen und zeigen wollten, nämlich ein weltoffenes MV mit Perlen wie Backstein und Bäderarchitektur, Schlössern und Seen, Meer und Mehrdimensionalem. Besonders international wollen wir mit Hilfe der ITB Anlauf nehmen, das durchaus vorhandene Potenzial zu nutzen“, so Alexander Winter.

Tourismusbranche nachhaltig aufstellen

Minister Reinhard Meyer machte abschließend deutlich, dass es wichtig sei, die Branche in Mecklenburg-Vorpommern zukunftssicher und nachhaltig aufzustellen und zu stabilisieren. „Wir haben bereits eine Reihe von Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern gestartet. Diese müssen jetzt mit Leben gefüllt werden. Mit der Änderung der Kommunalgesetzgebung und des Kurortegesetzes sind bereits die ersten Schritte umgesetzt worden. Zentrale Zukunftsprojekte der Landesregierung sind die Realisierung eines Tourismusgesetzes, das Aufsetzen einer tragfähigen Tourismusfinanzierung und der Aufbau einer Tourismusakademie, um Fachkräfte im Land zu sichern und zu gewinnen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhard Meyer abschließend.

Heute ist der Equal Pay Day

Schwesig: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen

Schwerin – Anlässlich des Equal Pay Days hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig an die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen erinnert. „Der Equal Pay Day ist kein Tag zum Feiern. Denn er zeigt uns: Frauen bekommen noch immer weniger Lohn als Männer – ganze 18 Prozent im Durchschnitt. Auch deswegen hissen wir heute vor der Staatskanzlei und den Ministerien eine Flagge. Wir wollen auf die Unterschiede aufmerksam machen.“

Grund für die Lohnunterschiede sei, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen arbeiten, öfter in Teilzeit beschäftigt seien und noch immer einen Großteil der Sorgearbeit zu Hause leisteten.

„Aber auch für die gleichen Tätigkeiten bekommen Frauen vielfach noch deutlich weniger Gehalt als Männer. Das hat große Auswirkungen, beispielsweise auf die Rente“, sagte die Ministerpräsidentin.

Zwar seien wir in den vergangenen Jahren weiter vorangekommen, unter anderem durch das Lohntransparenzgesetz. „Und auch unser Einsatz für Tariflöhne zielt auf Gleichstellung ab: Denn der Tariflohn unterscheidet nicht nach dem Geschlecht“, betonte Schwesig.

Dennoch gehöre Deutschland bei den Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern noch immer zu den Schlusslichtern Europas. „Unser Ziel muss weiter sein: gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit für Frauen und Männer. Das muss in die Köpfe, das muss in die Strukturen und Systeme der Bewertung von Arbeit – und das muss endlich auf den Gehaltszettel.“

Kinderschutz weiter stärken

Schwerin – Im Rahmen des Fachtags für einen unterstützungsorientierten Kinderschutz als regionale Netzwerkstrategie am 06. März 2023 hat Sozialministerin Stefanie Drese die 2019 eingerichtete Kontaktstelle Kinderschutz als wichtiges zusätzliches Angebot für Betroffene von Kindeswohlgefährdungen gewürdigt. Die Ministerin kündigte zudem für diese Legislaturperiode zwei große Gesetzesvorhaben der Landesregierung für ein besseres Aufwachsen von jungen Menschen an.

In ihrem Grußwort zum Auftakt der Fachtagung in Schwerin verdeutlichte Drese, dass vor allem Kinder und Jugendliche, die als Verletzte von Straftaten gegen das Kindeswohl besonders schutzbedürftig sind, durch die vom Sozialministerium geförderte Kontaktstelle des Landesverbandes des Kinderschutzbundes Hilfen und individuelle Unterstützung im geschützten Rahmen erhalten. Ebenso könnten sich aber auch Angehörige oder Bekannte der Betroffenen an die Anlaufstelle wenden.

„Wir wollen die interdisziplinäre Kooperation im Kinderschutz weiter ausbauen“, betonte Drese. „Denn Personen, die in Ausübung ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen kommen sowie Einrichtungen und Institutionen, in denen Kinder und Jugendliche leben und sich aufhalten, sind wichtige Akteure im Kinderschutz.“

Es gehe dabei vor allem um die Klärung der Grundfrage, wer wann wie welche Verantwortung übernimmt, so die Ministerin. „Das bedeutet, alle Akteure im Kinderschutz müssen sich aufeinander zubewegen und sich abstimmen. Ziel ist es, dass aus dem Nebeneinander ein Miteinander und letztlich auch ein Füreinander zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen wird“, sagte Drese.

„Vor diesem Hintergrund haben wir uns auch auf Landesebene einiges vorgenommen“, sagte Drese. „Mit einem Kinder- und Jugendbeteiligungsgesetz wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, sich aktiver in die Gesellschaft einzubringen und ihre Interessen verbindlicher zu vertreten. Darüber hinaus stellen wir intensiv die Weichen für ein Landeskinderschutzgesetz, dass die Bedingungen für ein gutes und sicheres Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig verbessern soll.“

Die Ministerin führte in ihrem Grußwort auf, dass die Jugendämter der Landkreise und kreisfreien Städte im Jahr 2021 rund 4.600 Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung durchgeführt haben. Das sei die höchste Quote, die seit 2012 gemessen wurde.

Allerdings, so Drese weiter, bestätige nicht jedes eingeleitete Verfahren den Verdacht einer Kindeswohlgefährdung. So wurde in knapp 30 Prozent der Fälle eine akute oder latente Gefährdung durch das Jugendamt festgestellt. Diese Quote bewege sich im Vergleich zu den Vorjahren auf relativ gleichbleibendem Niveau. In gut 40 Prozent lag nach Angaben von Drese ein erzieherischer Hilfebedarf vor und in etwa 30 Prozent endeten die Verfahren ohne Feststellung einer Kindeswohlgefährdung oder eines Hilfebedarfs.

Drese: „Diese Zahlen zeigen, wie notwendig es ist, die fachübergreifende Zusammenarbeit im Kinderschutz weiter zu stärken.“

Bestenehrung für IHK-Absolventen

Schwerin – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat am Montag in Schwerin Zeugnisse an die besten Absolventen der IHK-Winterprüfungen 2022 überreicht. Insgesamt hatten sich rund 450 Auszubildende den Facharbeiterprüfungen gestellt; 32 Absolventen aus 18 Ausbildungsberufen erhielten eine Ehrung.

„Für die 32 Nachwuchskräfte ist der Karrierestart gelungen. Sie haben gute Perspektiven in Mecklenburg-Vorpommern. Fähige und engagierte Mitarbeitende sind die Grundlage für erfolgreich am Markt agierende Betriebe und Unternehmen. Die wichtigste Aufgabe ist jetzt die Sicherung eines qualifizierten Fachkräftenachwuchses.

Es ist wichtig, dass die Unternehmen frühzeitig ihre Auszubildenden an sich binden und ihnen eine Berufsperspektive bieten. Dazu gehören attraktive Rahmenbedingungen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf, guter Lohn und zukünftige Karrierechancen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer vor Ort.

Die Absolventen (elf Frauen, 21 Männer) kommen aus den Ausbildungsberufen Chemielaborant, Elektroniker Betriebstechnik, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker für Systemintegration, Fachkraft im Fahrbetrieb, Fachkraft für Systemintegration, Fachlagerist, Industriekaufmann, Industriemechaniker, Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann für Dialogmarketing, Kaufmann im Einzelhandel, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Maschinen- und Anlagenführer, Veranstaltungskaufmann, Verkäufer, Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker.

„Die Wirtschaft bietet Chancen für gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Die Absolventinnen und Absolventen haben mit ihren herausragenden Leistungen ideale Voraussetzungen, um durch Weiterbildung beruflich voran zu kommen und sich eine Karriere in Mecklenburg-Vorpommern aufzubauen. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Lernwilligen bei weiteren Qualifikationen“, sagte Meyer.

Für berufliche Weiterbildungen stellt das Land Unterstützungen bereit, beispielsweise in Form von Bildungsschecks aus der Qualifizierungsrichtlinie. Unternehmen fast aller Branchen können für branchenübergreifende und branchenspezifische Fortbildungsmaßnahmen ihrer Beschäftigten mit Bildungsschecks gefördert werden.

Zudem gibt es Landesprogramme wie beispielsweise das „Meister-Extra“ – danach erhält jeder Absolvent 2.000 Euro nach erfolgreichem Meisterabschluss plus 3.000 Euro für jede Beste oder jeden Besten ihres Gewerkes.

Betriebstour bei Unternehmen

Meyer: Risikokapitalfonds bieten wichtige Hilfen

Greifswald – Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hat sich am Donnerstag in Greifswald bei drei technologieorientierten Unternehmen über aktuelle Vorhaben informiert. Auf dem Tourplan standen die NIPOKA GmbH, die COLDPLASMATECH GmbH und die Litec-LLL GmbH. Die drei Unternehmen wurden durch Beteiligungen unterstützt, unter anderem mit den Finanzinstrumenten „innoSTART“ und „innoSTARTup“, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert werden.

„Die Beteiligungen sind für junge Unternehmen eine wichtige Hilfe, um finanzielle Unsicherheiten besser abzufedern. So kann beispielsweise ein unternehmerisches Risiko bei Investitionen in Forschung und Entwicklung aufgefangen werden. Die Fonds erleichtern zudem den Zugang zu Eigenkapital, wodurch ein zentrales Innovationshemmnis beseitigt und zusätzliche Innovationsprozesse angestoßen werden. Die Greifswalder Unternehmen haben die Chancen der Risikokapitalfonds genutzt und so in ihre unternehmerische Entwicklung investiert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

Erste Station der Tour war die NIPOKA GmbH, die im Jahr 2019 als Spin-off der Universitätsmedizin Greifswald gegründet wurde. Das Unternehmen mit fünf Mitarbeitenden bietet Dienstleistungen zur Analyse innerer Organe über bildgebende Verfahren an; insbesondere zur Erforschung von Nieren und zur Diagnostik von Nierenerkrankungen.

Das Wirtschaftsministerium hatte die Errichtung der Betriebsstätte aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund 119.000 Euro unterstützt; die Gesamtinvestition rund betrug 330.000 Euro. „Die NIPOKA GmbH ist ein gutes Beispiel für die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Nach erfolgreicher Forschung ist die entwickelte Diagnostik in ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen übergeleitet worden“, sagte Meyer.

Das Unternehmen ging 2017 als Ausgründung aus dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung e.V. Greifswald hervor. COLDPLASMATECH hat mit seinen 15 Mitarbeitenden eine Wundauflage (CPT®patch) zur Behandlung chronischer Wunden mittels kaltem, physikalischem Plasma entwickelt.

„Aus einer innovativen Idee – der Entwicklung von Plasmatechnologien für medizinische Anwendungen – ist ein etabliertes Unternehmen geworden, das sich nach intensiver anwendungsorientierter Forschung einen guten Ruf erarbeitet hat“, sagte Meyer.

Das Unternehmen Litec-LLL GmbH aus Greifswald wurde im Jahr 2002 gegründet. Der Geschäftsgegenstand der Litec-LLL GmbH ist die Produktion und der Vertrieb von Leuchtstoffen und Leuchtstoffprodukten, Forschung und Entwicklung zu Leuchtstoffen und Leuchtstofflampen, Produktion und Vertrieb lichttechnischer Produkte, insbesondere für LED-Anwendungen.

Heute sind 20 Mitarbeitende in Greifswald tätig. Das Wirtschaftsministerium unterstützt derzeit die Erweiterung der Betriebsstätte aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Höhe von rund einer Million Euro. Die Gesamtinvestition des Unternehmens beträgt über drei Millionen Euro.

„Die Litec-LLL GmbH wächst weiter, schafft neue Räumlichkeiten und erweitert ihr Produktportfolio. So stellt sich das Unternehmen mit innovativen Ideen zukunftssicher auf“, sagte Meyer.

Die Betriebstour wurde von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) organisiert. Wirtschaftsminister Meyer wird von den Mitgliedern der MBMV-Geschäftsführung Dr. Thomas Drews und Carsten Krull begleitet.

Die Risikokapitalinstrumente BFIMV I („innoStart“) und BFIMV II („innoSTARTup“) unterstützen seit 2014 Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründungen. Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBMV) engagiert sich als Fondsmanager mittels stiller und offener Beteiligungen in einer maximal 15 Jahre dauernden Laufzeit.

Der BFIMV I startete mit einem Fondsvolumen von 9,4 Millionen Euro und wurde 2017 aufgrund der hohen Nachfrage um weitere drei Millionen Euro aufgestockt und ist seitdem 34 Engagements an 29 unterschiedlichen Unternehmen eingegangen. Das vom Land Mecklenburg-Vorpommern initiierte und aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) gespeiste Fondsvolumen von etwa zwölf Millionen Euro wurde im Jahr 2018 erfolgreich ausplatziert.

Im Jahr 2018 wurde ein weiterer Beteiligungsfonds aufgelegt – MBMV innoSTARTup. Mit dem Fondsvolumen von knapp 15 Millionen Euro aus dem EFRE können bewährte Finanzierungen von Innovationen im Bereich der Forschung und Entwicklung weitergeführt werden.

Gefördert werden kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und auch Existenzgründungen. Neu ist, dass neben den Fördermöglichkeiten für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben jetzt auch Beteiligungen für digitale Geschäftsmodelle vergeben werden können. Bisher wurden insgesamt 26 Unternehmen durch den EFRE-Fonds innoSTARTup unterstützt.

Tierhaltung für die Kreislauf­wirtschaft notwendig

Linstow – Auf dem VR-Landwirtschaftstag in Linstow machte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus erneut deutlich, dass die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern unter enormen Druck steht:

„Schweine können schon seit drei Jahren nicht mehr rentabel gehalten werden. Jedes Jahr steigen rund 10 Prozent aller Halter aus und die Unsicherheiten durch die misslungene Tierhaltungskennzeichnung oder die fehlenden Aussagen des Bundeslandwirtschaftsministerium zu einer möglichen Investitionsförderung verschlimmern die Situation.

Ähnliches droht jetzt auch bei der Putenhaltung, wenn der Bund ohne vorherige Abstimmung auf europäischer Ebene Alleingänge umsetzen will und vorschlägt, die Menge der gehaltenen Tiere um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum jetzigen Standard zu senken. Das ist eine Benachteiligung der heimischen Erzeugung und unter solchen Bedingungen kann in Deutschland nicht mehr rentabel produziert werden. Die Folge: Es wird auch in Zukunft noch Putenhaltung in der EU geben und Fleisch auf deutschen Ladentheken, nur kommt es dann nicht mehr aus Deutschland.

Dabei brauchen wir die Tierhaltung für die Kreislaufwirtschaft. Nutztiere liefern organischen Dünger wie Mist und Gülle, halten Landschaften offen und sind außerdem wichtiger wirtschaftlicher Faktor für viele Menschen. Statt immer neuer Einschnitte brauchen wir deshalb Planungssicherheit für die Erzeugerinnen und Erzeuger. Dazu gehören aus meiner Sicht klare rechtliche Rahmenbedingungen und Auslegungen im Baurecht, die Beschleunigung bei Genehmigungsverfahren und die finanzielle Förderung des Umbaus der Tierhaltung, wie von der Borchert- Kommission angedacht. Die Überarbeitung der Tierwohl-Standards ist zudem ein wichtiges Anliegen, das angepackt werden muss.

Mit den bisher vorgelegten Eckpunktepapieren und Gesetzentwürfen der Bundesregierung bin ich nicht einverstanden. Anstatt den auf einem breiten Konsens von Experten und unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessenvertretungen fußenden Borchert-Plan komplett umzusetzen, wird durch das BMEL nur ein Teil des ursprünglichen Konzeptes angegangen. So wird ein Ansatz, der viel Zuspruch erfahren hat, wirkungslos. Er erzeugt keinerlei Aufbruchsstimmung, sondern eher das Gegenteil – Frust und Perspektivlosigkeit bei den Tierhaltern. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat Ergebnisse bei der Tierhaltungskennzeichnung und den Umbau der Tierhaltung als wichtigstes Ziel für das Jahr 2022 deklariert. Das Jahr 2022 ist längst beendet, die Bilanz mager“, führte der Minister aus.

Er betonte, dass sich vor allem der Rückgang der Schweinehaltung in Deutschland rasant beschleunige. Im Jahr 2022 sei die Zahl der schweinhaltenden Betriebe in Deutschland um 1.900 auf 16.900 zurückgegangen. Gleichzeitig finde eine Verlagerung der Produktion ins Ausland statt. Inzwischen habe Spanien der Bundesrepublik den Rang als Schweineproduzent Nr. 1 abgelaufen.

Auch Mecklenburg-Vorpommern, die viehärmste Region Deutschlands, verliere weiter massiv in diesem Bereich, sagte er weiter. Die Auszahlungspreise für Schlachtschweine seien mit 2,02 Euro/kg zwar besser als in den Vorjahren, die höheren Auszahlungspreise werden aber durch den starken Anstieg aller Kostenpositionen bei den Vorleistungen nicht gedeckt. Benötigt würden 2,49 Euro/kg, um alle Kosten abzudecken.

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 und die Coronapandemie haben diese Entwicklung zusätzlich verstärkt.

„Erfreulich ist jedoch, dass die Krisen der vergangenen Jahre dazu geführt haben, dass die Leistungen der Landwirtschaft stärker anerkannt und die tägliche Versorgung mit Nahrungsmitteln höher wertgeschätzt werden. Gleichzeitig werden umfassende gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft gestellt, zum Beispiel, was den Schutz unserer natürlichen Ressourcen anbetrifft. Damit die Branche diese Verantwortung vollumfänglich wahrnehmen kann, ist es unabdingbar, dass diesen Aufgaben entsprechende Entlohnungssätze gegenüberstehen“, sagte Backhaus.

Positive Effekte auf die Landwirtschaft insgesamt und die Tierhaltung und das Tierwohl im Speziellen verspricht sich Minister Backhaus von der fortschreitenden Digitalisierung, die es schon heute ermöglicht, präzise zu düngen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder Arzneimittel bedarfsgerecht zu verabreichen.