Gesang, Geschichten und Gedichte wecken Neugier auf Weihnachten im Nordosten

Schwerin – Am Ende eines stimmungsvollen Abends stimmte sogar das Publikum in den Refrain ein: Mit weihnachtlichen Melodien, Geschichten und Gedichten zur Adventszeit aus Mecklenburg-Vorpommern lockte die Landesvertretung die Gäste in die Berliner Ministergärten. Zu dem weihnachtlichen Kulturabend am 13. Dezember 2017, kamen auf Einladung der Bevollmächtigten des Landes beim Bund, Staatssekretärin Bettina Martin, rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in die Vertretung des Landes beim Bund. Gestaltet wurde das Programm „Ding Dong! Merrily on high“ von den Macherinnen und Machern des vorpommerschen Opernfestivals OPERNALE.

Die Gäste des Abends erwartete eine von Lisa Henningsohn, Stralsund (Sopran), Claudia Roick, Greifswald/Berlin (Sopran), Ferdinand Keller, Berlin (Tenor) und Alexandru Constantinescu, Stralsund (Bariton) vorgetragene stimmgewaltige musikalische Winterreise vom titelgebenden Chorsatz Charles Woods´ über „Hänsel und Gretel“ in der Opernfassung von Engelbert Humperdinck bis zu traditionellem Liedgut wie der „fröhlichen Weihnacht“. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger von Kerstin Simon, Stralsund, am Klavier. Die Künstlerische Leiterin der OPERNALE, Henriette Sehmsdorf aus Sundhagen führt durch den Abend. Ihre Lesung von Hans Falladas „Lütt Wiehnachten“ über das Christfest für die Tiere ließ manche Augen glänzen. Vom Rugklas, Kinnjes und Schimmelrieder bis zum Julklapp aus dem schwedischen Einfluss beleuchtete Sehmsdorf traditionelle Weihnachtsbräuche zwischen Elbufer und Boddenküste.

Die Bevollmächtigte des Landes Bettina Martin: „Ich freue mich, mit der OPERNALE ein wirklich außergewöhnliches Kulturprojekt aus Vorpommern im vorweihnachtlichem Berlin vorstellen zu können. Das seit dem Jahr 2010 stattfindende Festival hat sich längst über die Landesgrenzen hinaus eine große Fangemeinde erschlossen. Dabei gelingt es den Künstlerinnen und Künstlern auf hervorragender Weise, regionale Tradition mit zeitgenössischer Inszenierung zu verbinden. Ich bin mir sicher, dass der heutige Abend bei unseren Gästen Lust auf noch mehr Kulturgenuss aus und in Vorpommern geweckt hat.“

Das Kulturfestival OPERNALE findet an Orten im ländlichen Raum von Vorpommern statt, die aus denkmalpflegerischer und kunsthistorischer Sicht von großem Interesse sind, sich aber bislang noch keiner überregionalen Bekanntheit erfreuen. Hierbei ist es dem Verein ein Anliegen, den Ort nicht nur vorrübergehend zu beleben, sondern die Arbeit der lokalen Kulturakteure nachhaltig zu unterstützen. Getragen wird das Festival vom gemeinnützigen Verein OPERNALE e.V. und ist ein im bundesweiten Wettbewerb „ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ sowie Bundessieger der Kategorie „Innovation querfeldein – ländliche Räume neu gedacht“, Träger des Kulturförderpreises MV und „Neulandgewinner“ des gleichnamigen Förderprogramms der Robert Bosch Stiftung.

Vierte Hochschulkonferenz des Landes

Ministerin Hesse: Bund muss sich an Grundfinanzierung der Hochschulen beteiligen

Greifswald – Unter dem Titel „Der Bund muss mit ins Boot – Gemeinsam die Hochschulen voranbringen“ trafen sich heute knapp 150 Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen des Landes an der Universität Greifswald zur Vierten Hochschulpolitischen Konferenz.

Wissenschaftsministerin Birgit Hesse betonte, die neue Bundesregierung werde bei der Hochschulfinanzierung für die Zeit nach dem Auslaufen des Hochschulpaktes im Jahr 2020 eine Lösung finden müssen. Aus ihrer Sicht stehe der Bund vor dem Hintergrund des neugefassten Artikels 91b im Grundgesetz in der Verantwortung, sich auch an der Grundfinanzierung der Hochschulen zu beteiligen.

„Daran, die Forschung und Lehre hier weiterzuentwickeln und auch Digitalisierung und Internationalisierung voranzutreiben, hängen nicht zuletzt die Erfolgsaussichten im Wettbewerb um gutes Personal“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. Zudem lässt nur eine ausreichende finanzielle Ausstattung ein vielfältiges und gutes Lehrangebot zu. Und das alles ist kein Selbstzweck, um den Kosmos der Hochschulen möglichst komfortabel zu gestalten. Vielmehr geht es darum, die Kapazität und Qualität vorzuhalten, um junge Menschen für die Arbeit in Wirtschaft und Wissenschaft zu qualifizieren und umgekehrt deren Bedarf an Fachpersonal zu decken“, so Hesse.

Beides habe in jedem Fall die „überregionale Bedeutung“, die im Grundgesetz das Kriterium dafür ist, dass Bund und Länder bei der Förderung von Wissenschaft, Lehre und Forschung zusammenarbeiten können. Diese Teilaufhebung des so genannten Kooperationsverbotes mache aus ihrer Sicht eine tragfähige Folgelösung möglich für die Zeit nach dem Hochschulpakt.

Ministerin Hesse erneuerte die Forderungen aus dem gemeinsamen Papier der ostdeutschen Wissenschaftsministerinnen und -minister zur künftigen Hochschulfinanzierung: eine Verstetigung der Bundesmittel in einer Hochschulfinanzierungsvereinbarung, eine langfristige Beteiligung des Bundes an Hochschulbau und wissenschaftlicher Infrastruktur und eine Forschungsfinanzierung, die die Bedingungen in West und Ost auf ein Niveau hebt und die Balance wahrt zwischen hochschulischer und außerhochschulischer Forschung.

Den Hochschulpakt bezeichnete die Ministerin als großen Erfolg. Dennoch müsse ein anderer Ansatz her: „Anschubfinanzierung für Neues und anteilige Kostendeckung wachsender Studierendenzahlen schließen keine Lücken, sondern schaffen auf Dauer neue. Denn die Folgekosten müssen wir über kurz oder lang wieder allein schultern.“

Der Artikel 91b des Grundgesetzes regelt die gemeinsame Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre verfassungsrechtlich. Bund und Länder können demnach in Fällen überregionaler Bedeutung gemeinsam fördern, wie z. B. beim Hochschulpakt oder bei der Exzellenzstrategie. Diese Kooperationsmöglichkeiten sind seit der Novellierung des Artikels von 2015 deutlich weiter gefasst. Seither kann der Bund Hochschulen, Institute oder Institutsverbünde auch langfristig fördern. Mecklenburg-Vorpommern hat den Hochschulen in diesem Jahr knapp 514 Millionen Euro für den laufenden Betrieb und Investitionen zur Verfügung gestellt.

Umweltminister Backhaus verleiht Preis auf Fotofestival in Bad Doberan

Bad Doberan – Zum dritten Mal fand vom 19.11.2017 bis zum 09.12.2017 im Saal des Kornhauses Bad Doberan das Fotofestival „Grenzgänger – Zwischen Wildnis und Menschenwerk“ statt. Am Samstag, den 09.12.2017 verlieh Umweltminister Dr. Till Backhaus als Schirmherr der Veranstaltung erstmals den mit 300 € dotierten Sonderpreis zum „Goldenen Turmfalken“.

„Die Auswahl aus 20 nominierten Bildern ist mir nicht leicht gefallen, da alle einen besonderen Moment eingefangen haben und die Kräfte der Natur, die des Menschen, das Miteinander und Gegeneinander sowie die Hindernisse, die die Menschen der Natur durch Bauwerke schaffen, verdeutlichen. Alle Fotografen sind zu Grenzgängern zwischen Wildnis und Menschenwerk geworden“, so Dr. Till Backhaus.

Gewinner des Sonderpreises des Umweltministers ist Andreas Hermann mit dem Foto „Vergänglichkeit“. Dieses stellt einen Strandabschnitt mit Buhnen und einem Steinwall dar. „Es ist Sinnbild für unsere einzigartige Natur und Landschaft, zeigt die Vergänglichkeit des Menschenwerks und die sich verändernde Landschaft, von der unsere Küste stark geprägt ist. Diese unterliegt einem ständigen Wandel. Deshalb steht das Bild auch für den Küstenschutz in unserem Bundesland. Zudem hat der Fotograf einen Moment mit besonderem Licht eingefangen. Das hat mich beeindruckt und ich gratuliere dem verdienten Gewinner recht herzlich“, betonte der Minister.

In diesem Jahr wurden 363 Bilder aus ganz Deutschland eingereicht. Im Gründungsjahr 2015 waren es noch ca. 200. „Ich freue mich, dass sich das Festival wachsender Beliebtheit erfreut. Eine Entwicklung, die zeigt, dass das Thema der Gesellschaft wichtig ist. Dass die Besucher während der Ausstellung mit abstimmen und ihrem Favoriten den Publikumspreis verleihen konnten, verleiht dem Fotofestival eine besondere Atmosphäre“ so Backhaus. Erstmals wird in diesem Jahr ein Schülerpreis vergeben. „Damit wird bereits die jüngere Generation auf die aktuelle Situation der Natur hingewiesen und ihr die Augen für die Umwelt geöffnet“, unterstrich Dr. Till Backhaus.

Weihnachten im Forstamt: Weihnachtsmarkt, Wild und Tannenbäume

Bad Doberan – Im Forstamt Bad Doberan fand am 09.12.2017 nun schon zum dritten Mal ein Weihnachtsmarkt der besonderen Art statt. Neben Basteln von Weihnachtsschmuck aus Naturmaterialien und Geschicklichkeitsspielen, wurden lebensgroße Tiere aus Holz im Forstamtsgarten ausgestellt und Führungen durch das historische Forstamt geboten. Zudem gab es Wildbretwurst, Bratapfel, Glühwein und Knüppelkuchen am Lagerfeuer.

„Für alle, die sich die Weihnachtszeit mit schmackhaftem Wild zu etwas Besonderem machen wollen, steht der Hofladen „Wild vom Förster“ offen“, betonte der Minister Dr. Till Backhaus. Diesen gibt es seit dem Jahr 2015 und wird gerne und regelmäßig besucht.

„Die Vorzüge von Wildbret aus der Region liegen auf der Hand“, sagte Dr. Backhaus. Es ist natürlich und bekömmlich. Wildtiere haben überwiegend Muskelfleisch. Deshalb ist Wildbret von Natur aus mager, eiweißreich, leicht verdaulich, cholesterin- und kalorienarm. Außerdem ist Wildbret aus der Region frisch. Kurze Wege zu den Bezugsquellen in der Region, wie dem Hofladen im Forstamt machen lange Lagerzeiten und Transportwege überflüssig. „Ich möchte betonen, dass bei der Jagd zudem strenge Regeln der Wildbrethygiene im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch die Begutachtung des Wildes sowie die umgehende Kühlung“, so Backhaus.

Im Forstamt Bad Doberan befinden sich auf 7,2 ha Weihnachtsbaumplantagen in den Revieren Neukloster, Ivendorf, Höltingsdorf und Diedrichshagen. Für den Weihnachtsmarkt stammen die Bäume in diesem Jahr aus den Plantagen in Höltingsdorf und Hundehagen. Es werden ca. 60 bis 80 Bäume verkauft. In der gesamtem Landesforst waren es im letzten Jahr knapp 20.600 Weihnachtsbäume. Deutschlandweit waren es nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie 29,5 Mio. Weihnachtsbäume. Der häufigste verkaufte Weihnachtsbaum der Landesforstanstalt ist die Nordmanntanne. Ein Weihnachtsbaum bis zu einer Größe von 2 Metern kostet 30 €. „Ich freue mich, dass ich in diesem Jahr den ersten von mir frisch geschlagenen Weihnachtsbaum aus Hundehagen verlosen darf“, betonte der Minister.

„Mit einem Weihnachtsbaum vom Förster kann man sich sicher sein, dass man einen Baum erhält, der natürlich wächst, ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und zusätzlichem Dünger, was in gewerblichen Plantagen eingesetzt wird, um schnelles Wachstum zu garantieren. Außerdem ist er wirklich frisch. Lange Transporte quer durch Europa werden so vermieden“, unterstrich Backhaus. Ein Weihnachtsbaum wird dabei ungefähr 10 bis 15 Jahre alt. „Das lässt sich selbst für den Laien ganz einfach herausfinden. Jeder Quirl steht für ein Jahr“, sagte Backhaus.

Auf den Weihnachtsbaumplantagen des Forstamtes Bad Doberan wird es am 16.12.2017 einen Weihnachtsbaumverkauf mit Glühwein- und Bratwurstverkauf geben. Dort kann jeder das Erlebnis seinen eigenen Weihnachtsbaum im Wald zu schlagen genießen.

Erbsen-Bohnen-Seminar in Dummerstorf

Dummerstorf – Der Anbau von Leguminosen hat sich in Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren positiv entwickelt. Wurden im Jahr 2010 noch knapp 6.200 Hektar Hülsenfrüchte angebaut, waren es 2017 schon 19.900 Hektar. „Eine unglaubliche Entwicklung, die zeigt, dass unsere Bemühungen Früchte tragen“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt.

Bereits 2013 hat Dr. Till Backhaus die Entwicklung eines Modell- und Demonstrationsnetzwerkes zum Lupinenanbau auf den Weg gebracht. Neben dem Lupinen-Netzwerk, ist die Landesforschungsanstalt Verbundpartner des Demonstrationsnetzwerks Erbse und Bohne, eines im Jahr 2016 gestarteten Netzwerks, das ebenfalls aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter der Projektträgerschaft der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird. „Ich fordere den Bund auf dieses Programm auch in Zukunft weiterzuführen. Die Entwicklung zeigt, dass es die richtige Strategie ist“, betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Auch über das Europäische Innovationspartnerschaftsprogramm läuft ein Projekt „Leguminosen zum Humusaufbau“. Dieses dient der Erarbeitung von Anbauempfehlungen kleinkörniger Leguminosen auf trockenen Sandböden.

Der Anbau und die Verwertung von Körnerleguminosen wie Erbsen, Bohnen oder Lupinen werden in vielerlei Hinsicht diskutiert. Zum einen bestehen viele Bemühungen, die Fütterung der Nutztiere gentechnikfrei zu gestalten, zum anderen greifen Verbraucher vermehrt zu pflanzlichen Produkten, die mit Bestandteilen heimischer Hülsenfrüchte hergestellt wurden. Aber nicht zuletzt muss der Anbau solcher Früchte im landwirtschaftlichen Betrieb ein dienliches Glied in der Fruchtfolge und für ökologische als auch konventionelle Landwirtschaft umsetzbar sein. „Es gibt viele neue Ansätze in der Verwertung und im Anbau von Leguminosen, über die sich die Praxis austauschen muss“, sagte Backhaus.

„Ich freue mich sehr, dass vor diesem Hintergrund eine Seminarveranstaltung mit wichtigen Schwerpunkten rund um Körnerfuttererbsen und Ackerbohnen durch die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei ins Leben gerufen wird“, so Minister Dr. Till Backhaus. Organisiert durch die Projektstelle im Rahmen des deutschlandweiten Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne in der Landesforschungsanstalt findet am 12. Dezember 2017 in Dummerstorf das Erbsen-Bohnen-Seminar MV „Vom Saatgut bis in den Trog, ökologisch & konventionell“ statt. „Mit dem Seminarprogramm haben die Mitarbeiter der Landesforschungsanstalt eine Veranstaltung für unser Land Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet, die den Nerv der Zeit trifft und Antworten auf wichtige Fragen geben wird“, äußerte Minister Dr. Backhaus in Anbetracht der großen Anzahl von Anmeldungen.

Pegel übergibt Zuwendungsbescheid an WOGEWA Waren (Müritz)

Waren(Müritz) – Bauminister Christian Pegel übergibt am Montag (11.12.2017) einen Zuwendungsbescheid an die WOGEWA Wohnungsbaugesellschaft Waren mbH (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte). Das Land unterstützt die Modernisierungsmaßnahme an der Carl-Moltmann-Straße 14 bis 16 gemäß Modernisierungsrichtlinie mit einem Darlehen zur Modernisierung und Instandsetzung von Miet- und Genossenschaftswohnungen in Höhe von 104.000 Euro.

Die WOGEWA modernisiert in dem fünfgeschossigen Wohngebäude mit drei Aufgängen und 30 Wohnungen aus dem Jahr 1972 die Heizungsanlage. Die komplette Heizung soll von Einrohr- auf Zweirohrsystem gestellt werden.

BUND-Forderungspapier zum SPD-Bundesparteitag

Gerechtigkeit gibt es nur mit Umweltschutz

Berlin – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute zu Beginn des SPD-Bundeparteitags den Delegierten und der SPD-Parteispitze ein zehn Punkte umfassendes Forderungspapier übergeben. Darin fordert der Umweltverband die SPD auf, ihr Engagement für das Thema Umwelt- und Naturschutz weiter auszubauen. Dazu erklärte Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Die SPD will nach dem Ausgang der Bundestagswahl an der Neuaufstellung der Partei arbeiten und Orientierung und klare Antworten auf die Fragen unserer Zeit geben. Dann kommt sie an den Themen Umwelt- und Naturschutz nicht vorbei – sind dies doch die drängenden Zukunftsfragen. Die SPD sollte ihr Profil in diesem Bereich weiter schärfen und den Weg zu einer nachhaltigen Republik mutig beschreiten. Sauberes Trinkwasser, gesunde Lebensmittel, gute Luft und eine intakte Natur für jede und jeden sind elementare Bestandteile von Gerechtigkeit. Es gilt den Umbau der Tierhaltung hin zu tiergerechten Haltungsverfahren einzuleiten und hierfür – als erste Maßnahme – die Tierhaltungskennzeichnung zeitnah zu beschließen. Durch nationale Restriktionen und Verbote bei der Verwendung von Glyphosat und durch die Verabschiedung eines Bienenaktionsplans, sollte die SPD sich dem Schutz der Artenvielfalt verpflichten.

Die Klimakrise und der Verlust der biologischen Vielfalt bedrohen die Menschen hier und in fernen Ländern. Wenn das Ruder in der nächsten Legislaturperiode nicht rumgerissen wird, werden sich die Auswirkungen der Erderhitzung noch verschärfen. Die Folgekosten des Klimawandels werden die Kosten für den Klimaschutz um ein Vielfaches übersteigen. Die SPD muss sich für die Erreichung des von ihr mit beschlossenen Klimaziels 2020 und damit einhergehend für die rasche Abschaltung der dreckigsten Kohlekraftwerke einsetzen.

Umwelt- und Klimaschutz sind unverzichtbare Bausteine für die Bewältigung politischer Aufgaben – sei es für die zunehmenden Migrationsbewegungen oder bei der Schaffung von Arbeitsplätzen mit Zukunftsperspektive. Teile der Wirtschaft haben dies bereits erkannt und fordern klare Rahmenbedingungen, wie es in den nächsten Jahren wirtschafts- und umweltpolitisch weiter gehen soll. Deshalb ist es das Gebot der Stunde jetzt zu handeln.

Der BUND fordert die SPD auf, den nachhaltigen Umbau unserer Gesellschaft ambitioniert voranzutreiben.“

Kita in Liepgarten übergeben

Liepgarten – Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann hat an der Übergabe der sanierten Kita „Uns Kinnerhus“ in Liepgarten teilgenommen. „Ich habe diese Kita schon mehrfach besucht und bin immer wieder begeistert, welch engagierte Arbeit die Leitung und die Erzieherinnen und Erzieher hier leisten. Ab heute können sie das in einem frisch sanierten Gebäude tun. Ein schöneres Geschenk kann es für eine Kita zum Nikolaustag wohl kaum geben“, sagte der Staatssekretär in seinem Grußwort.

„Die Kitas sind ein absoluter Schwerpunkt der Landesregierung. Wir brauchen gute Kitas, damit Eltern Familie und Beruf unter einen Hut bringen können und damit die Kinder in unserem Land von Anfang an beste Chancen haben“, betonte Dahlemann. Die Sanierung der Kita in einem denkmalgeschützten Gebäude wurde mit 145.000 Euro aus ELER-Mitteln und 18.000 Euro aus dem Innenministerium unterstützt. „Ich freue mich, dass ich meinen Kollegen bei unserer nächsten Kabinettssitzung sagen kann, dass die Sanierung der Kita in Liepgarten dank dieser Unterstützung erfolgreich abgeschlossen wurde.“

Zum Schwerpunkt Kita gehöre auch, die Eltern bei den Beiträgen für Kita-Plätze zu entlasten. „Die versprochene Entlastung kommt. Wir werden ab dem 1. Januar die Eltern über einen Zuschuss zu den Kita-Beiträgen um 50 Euro pro Monat entlasten. Das gilt für die Krippe und den Kindergarten, mit Ausnahme des letzten Kindergartenjahres, in dem es eine solche Entlastung schon gibt. Das sind 600 Euro im Jahr, das hilft den Familien in unserem Land weiter“, erklärte der Staatssekretär.

Arbeits- und Sozialminister/innen tagen in Potsdam

Potsdam – Ein umfangreiches Programm haben die Arbeits- und Sozialminister/innen des Bundes und der Länder (ASMK) auf ihrer zweitägigen Konferenz in der brandenburgischen Landeshauptstadt zu bewältigen. Insgesamt stehen 69 Anträge sowie mehrere Berichte auf der Tagesordnungsliste.

Für Sozialministerin Stefanie Drese sind vier Themen von besonderer Bedeutung:

Gleiche Mindestentgelte Ost und West in der Pflege

Auf Grundlage der Empfehlungen der Dritten Pflegekommission des Bundes ist ein unterschiedlicher Mindestlohn in der Pflege bis 2020 verankert (West 2020: 11,35 €/ Ost 2020: 10,85 €). „Ich halte diese Festschreibung für inakzeptabel und habe deshalb den Antrag für die ASMK gestellt. Es gibt keine sachliche Rechtfertigung mehr für eine regionale Differenzierung. Und das ist 30 Jahre nach der Einheit den Menschen im Osten einfach nicht mehr vermittelbar“, begründet Drese ihre Initiative.

Einführung einer bundesweiten Wohnungslosen-/ Wohnungslosennotfallstatistik

In Bund und Ländern gibt es keine belastbaren Daten und keine amtliche statistische Berichtspflicht zu Wohnungsnotfällen. Das will Mecklenburg-Vorpommern ändern und hat einen Antrag zur ASMK eingebracht. Drese: „Die Thematik ist sozialpolitisch von großer Bedeutung, um konkrete Hilfemaßnahmen für die Betroffenen einleiten zu können. Ich verspreche mir von einer Wohnungslosenstatistik eine bessere Verhinderung und Bekämpfung der Wohnungslosigkeit und der damit einhergehenden sozialen Problemlagen.“

Bekämpfung von Abrechnungsbetrug in der Pflege

Bei dieser von Mecklenburg-Vorpommern mit eingebrachten Initiative geht es um ein Recht zu anlassbezogenen, unangekündigten Prüfungen von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Wirksamkeit der Leistungen für die Landkreise und kreisfreien Städte als überörtliche Träger der Sozialhilfe. „Zur Ergänzung bereits bestehender Vorschriften sollen diese Prüf- und Informationsaustauschrechte im Bereich der Pflege gesetzlich verankert werden“, verdeutlicht Drese die Zielrichtung des Antrages für die ASMK.

Transparenz gemeinnütziger Organisationen

Ziel der von Mecklenburg-Vorpommern mit eingebrachten Initiative ist die Einsetzung einer temporären Arbeitsgruppe, die ein länderübergreifendes Konzept von grundsätzlichen Standards zur Transparenz sowie zu rechnungslegungs- und Publizitätspflichten gemeinnütziger Organisationen erarbeiten soll. Drese: „Wir brauchen eine größere Transparenz über die Verwendung öffentlicher Mittel bei den Wohlfahrtsverbänden. Ich erachte deshalb bundeseinheitliche Standards als sehr sinnvoll und hilfreich. Mit der für eine öffentliche Förderung vorgesehenen Unterzeichnung solcher Standards für Transparenz signalisieren gemeinnützige Träger ihre öffentliche Auskunftsbereitschaft und ihre Haltung zu offener Kommunikation.“

Künstlerstipendien 2018: Land hat Ausschreibung gestartet

Ministerin Hesse: Künstler können ihrer kreativen Arbeit uneingeschränkt nachgehen

Schwerin – Das Land vergibt im kommenden Jahr wieder Aufenthalts-, Arbeits- und Reisestipendien in den Bereichen Bildende Kunst/Fotografie, Darstellende Kunst/Tanzperformance, Musik/Komposition, Literatur und spartenübergreifende Vorhaben. Bewerbungen müssen bis zum 15. Januar 2018 (Poststempel) im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schwerin eingehen. Im kommenden Jahr stehen insgesamt 60.000 Euro für die Künstlerstipendien bereit.

„Wunderschöne Natur, Ruhe, Freiraum für eigene Ideen und eine finanzielle Unterstützung. Genau das wird bei einem Aufenthalt im Künstlerhaus möglich und macht die Stipendien so begehrt“, erläuterte Kulturministerin Birgit Hesse. „Künstlerinnen und Künstler freuen sich, wenn ihnen das Land einen Aufenthalt im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, im Schloss Wiepersdorf oder im Landesatelier des Schleswig-Holstein-Hauses in Rostock ermöglicht. In dieser Zeit können sie ihrer kreativen Arbeit uneingeschränkt nachgehen. Die Stipendien sind eine besondere Form der Einzelkünstlerförderung“, betonte Hesse.

Die Stipendien werden in einem geregelten Bewerbungsverfahren vergeben. Die Auswahl erfolgt durch eine Kunstkommission. Voraussetzung für eine Bewerbung ist, dass die Künstlerinnen und Künstler ihren Sitz und Wirkungskreis in Mecklenburg-Vorpommern haben. Bei einem Aufenthaltsstipendium können sie eine monatliche Unterstützung von 1.000 Euro erhalten, bei einem Arbeitsstipendium sind es max. 5.000 Euro. Bei einem Reisestipendium handelt es sich um Zuschüsse in Höhe von max. 3.000 Euro je Projekt.

Die aktuelle Ausschreibung für die Stipendien ist auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht. Im Jahr 2017 hat das Land 18 Stipendien an Künstlerinnen und Künstler vergeben.

Fördermittel für Kita-Neubau und neuen Bahnhofsvorplatz

Wismar – Am Mittwoch (06.12.2017) übergibt Infrastrukturminister Christian Pegel eine Förderzusage für den Neubau der Kita „Bunte Stifte“ und einen Zustimmungsbescheid für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes in Wismar an den Bürgermeister der Hansestadt, Thomas Beyer.

Rund 1,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel fließen in den Neubau der integrativen Kita im Sanierungsgebiet „Altstadt“. 84 Kinder werden dort betreut, davon 24 im Krippenbereich und 60 im Kindergarten. Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau in Massivbauweise zwischen der Dr.-Leber-Straße und der Turmstraße. Das Gebäude ist barrierefrei und behindertengerecht geplant und schafft Voraussetzungen für eine integrative bzw. inklusiv-pädagogische Ausrichtung der Kindertagesstätte. Bestandteil der Förderung sind auch die Außenanlagen. Der Haupteingangsbereich wird als atriumartiger Innenhof mit Sandspielfläche, Klettergeräten und Rutschen gestaltet. Mit dem Bauvorhaben soll im ersten Quartal 2018 begonnen werden.

Einen Zuwendungsbescheid gibt es für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes vor dem Restaurant „Gleisbett“, Bahnhofstraße 12. Der Zuschuss des Energieministeriums für diese Maßnahme beträgt 646.676,44 Euro (Fördersatz 75 Prozent). Die Förderung erfolgt nach der Förderrichtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Investitionen und Maßnahmen im öffentlichen Personennahverkehr aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Für die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes werden unter anderem eine neue Straße mit Wendeschleife, Gehwege und eine gepflasterte Fläche entstehen. Das Bauvorhaben dient der Erschließung einer geplanten Park&Ride-Anlage am Bahnhof. Zudem werden 111 überdachte Fahrradständer aufgestellt.

Internationaler Tag des Ehrenamtes

Drese würdigt das herausragende Engagement der Bürgerinnen und Bürger im Land

Schwerin – Anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes am 5.12. hebt Sozialministerin Stefanie Drese die Leistungen der Bürgerinnen und Bürger hervor, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Organisationen, Initiativen, Vereinen, Verbänden, Unternehmen oder Stiftungen engagieren.

„Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich durch eine besonders große Bereitschaft zum bürgerschaftlichen Engagement aus. Gut 40 Prozent der über 14-Jährigen in unserem Land sind freiwillig engagiert. Diese Quote ist in den vergangenen 15 Jahren stark gestiegen und damit sind wir in Ostdeutschland Spitze“, betonte Drese heute in Schwerin.

Drese: „Das bürgerschaftliche Engagement des Einzelnen ist gerade in der heutigen Zeit enorm wichtig für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft – angefangen bei der Freiwilligen Feuerwehr, über die Kinder-, Jugend-, Seniorenarbeit, den Sport, die Kultur, den Umweltschutz bis hin zur Nachbarschaftshilfe.“

Die Ministerin versicherte, dass für die Landesregierung die Schaffung guter Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung ist, um das Ehrenamt weiter zu stärken und eine Kultur der Anerkennung und Wertschätzung in allen Bereichen und auf allen Ebenen zu etablieren.

„Die Gründung der Ehrenamtsstiftung durch das Land bietet insbesondere kleinen Initiativen, Gruppen und Vereinen, die nicht in festen Strukturen eingebunden sind, Hilfen und Möglichkeiten der Projektförderung und der Weiterbildung. Wir werden die Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern weiter aktiv unterstützen. Hinzu kommen die Ehrenamtsmessen, der Tag des Ehrenamtes, das Ehrenamts-Diplom sowie ein verbesserter Versicherungsschutz“, so Drese.

Zu den guten Rahmenbedingungen gehöre aber auch eine bedarfsgerechte Infrastruktur, wie z.B. Nachbarschafts- und Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser, Freizeittreffs ebenso, wie hauptamtliche Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen in den Verwaltungen, in den Vereinen, Verbänden und Organisationen, so Drese.

Als nächster wichtiger Baustein soll in Zukunft nach Aussage der Ministerin eine landesweit gültige Ehrenamtskarte eingeführt werden, die der Landtag in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

„Wir werden nun zunächst ein Arbeitsgremium installieren, in dem z.B. die Ehrenamtsstiftung, der Landkreistag und der Städte- und Gemeindetag vertreten sind. Gemeinsam werden wir die Ziele, Inhalte und Schwerpunkte einer landesweiten Ehrenamtskarte erarbeiten“, verdeutlichte Drese.

Schulkongress 2017: Qualitätsverbesserung durch Evaluation in der Schule

Ministerin Hesse: Jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand stellen

Rostock – Bildungsministerin Birgit Hesse hat nach dem Schulkongress am Wochenende in Rostock ein positives Fazit gezogen. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter haben über die Evaluation und Weiterentwicklung in der Schule beraten. Der Kongress, der vom Institut für Qualitätsentwicklung (IQ M-V) organisiert wurde, stand unter der Überschrift „Zwischen Qualitätsoffensive und Analysewahn“.

„Über den eigenen Unterricht und über die Atmosphäre, die in den Klassen herrscht, zu reflektieren und dabei jahrelang Bewährtes auch einmal auf den Prüfstand zu stellen, bedeutet nicht, dass man über die bislang geleistete Arbeit richtet“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Aber es ist ein Zeichen von pädagogischer Souveränität, von Stärke und von der Bereitschaft zu Teamwork, wenn man seinen Klassenraum nicht hermetisch verschließt, sondern die Tür demonstrativ öffnet. Wie das gehen kann, haben einige Schulen beim Schulkongress eindrucksvoll gezeigt. Ich danke allen, die sich an dieser Präsentation beteiligt haben“, betonte Hesse.

Prof. Dr. Wolfgang Beywl von der Fachhochschule Nordschweiz ging in seinem Gastvortrag darauf ein, wie Evaluationen in der Schule, vor allem aber auch im Unterricht sinnvoll gestaltet werden können und welche Chancen sich daraus für das Lehrerkollegium ergeben können. Der Aufwand für interne Evaluationen sei dann gerechtfertigt, wenn diese zu Verbesserungen bis auf die Unterrichtsebene führten und die Ergebnisse für Außenstehende glaubwürdig seien, so Beywl. Um den Aufwand für Lehrkräfte gering zu halten, hat das Land die interne und die externe Evaluation praxis- und alltagstauglich geregelt und konzipiert.

„Ein Beispiel für diese Neuausrichtung ist das seit einiger Zeit durchgeführte Verfahren der eintägigen Evaluation“, erläuterte Bildungsministerin Hesse. „Ziel ist es, dass ein umfassendes typisches Bild der Schule und damit auch ein typisches Bild der Arbeit erkennbar werden. Auch die Sichtweise von Schülerinnen und Schülern, von Eltern, des Kollegiums sowie der Schulleitung fließt in die Evaluation ein. Ich wünsche mir, dass sich künftig weitere Lehrerinnen und Lehrer an der Evaluation beteiligen und danke allen, die am ersten Adventswochenende nach Rostock gekommen waren, um über dieses Thema so aufgeschlossen zu diskutieren“, lobte Hesse.