25. Hausärztetag Mecklenburg-Vorpommern

Rostock – In Rostock hat am Sonnabend der 25. Hausärztetag stattgefunden. „Die Hausärzte nehmen im Gesundheitswesen eine besonders wichtige Funktion wahr. Sie sind regelmäßig der erste Ansprechpartner der Patienten. Ihnen kommt neben der Behandlung der Patienten die Rolle eines Lotsen zu, der den Patienten durch Überweisungen zu Fachärzten oder Kliniken den aus medizinischer Sicht geeigneten Weg durch das Gesundheitssystem weist. Die klassische Hausarztpraxis ist das Rückgrat der ambulanten ärztlichen Versorgung“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Der Minister danke den Ärztinnen und Ärzten sowie ihren Teams für Ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Patienten bei uns im Land.

„Uns alle verbindet das Ziel, die flächendeckende ärztliche ambulante Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern. Das relativ hohe Alter der jetzt tätigen Hausärzte und der Bedarf an Nachrückern machen sich beispielsweise auch im ländlichen Raum bemerkbar. Sowohl das Land als auch die Kassenärztliche Vereinigung des Landes haben den vergangenen Jahren vielfältige Aktivitäten unternommen, um insbesondere Hausärzte für das Land zu gewinnen“, so Glawe. Etwa 240 Hausärzte werden in den kommenden fünf Jahren über 65 Jahre alt sein. (Quelle: Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern gemäß der Beschlussfassung des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Mecklenburg-Vorpommern zum Stand der ambulanten Versorgung vom 14. März 2018).

Insbesondere für die Aufwertung der Allgemeinmedizin wird viel im Land getan. „Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Lehrstühle an den Universitäten Rostock und Greifswald für Allgemeinmedizin eingerichtet. Es wird ein Stipendienprogramm an Medizinstudierende ausgereicht, die sich verpflichten, nach ihrer Weiterbildung in Mecklenburg-Vorpommern ärztlich tätig zu werden. Ein Kompetenzzentrum für Allgemeinmedizin und Medizin wurde geschaffen und es werden Sicherstellungs- und Investitionszuschüsse für niederlassungswillige Ärzte bezahlt. Daneben besteht die Möglichkeit der Errichtung von Zweigpraxis und Gesundheitshäusern“, so Glawe weiter.

„Die Rahmenbedingungen insbesondere für Mediziner, die in der Allgemeinmedizin tätig werden möchten, sind deutlich verbessert worden“, sagte Gesundheitsminister Glawe. Als Beispiele nannte der Minister auch die Aufhebung der Residenzpflicht sowie der Altersgrenzen für Ärzte bis zur Möglichkeit einer Tätigkeit in einem medizinischen Versorgungszentrum oder in einer Gemeindepraxis. Mittlerweile gibt es über 230 Weiterbildungsassistenten im Bereich der Allgemeinmedizin.

„Es muss unser Ziel sein, möglichst viele der Weiterbildungsassistenten in der Allgemeinmedizin dafür zu gewinnen, ihre spätere Tätigkeit als Hausarzt auch tatsächlich in Mecklenburg-Vorpommern aufzunehmen“, forderte Glawe. „Zudem ist es wichtig, insbesondere im ländlichen Raum tätigen Ärzten, Weiterbildungsermächtigungen zu erteilen. „Gerade in den Bereichen, in denen Weiterbildungsermächtigungen vorliegen, gibt es gute Chancen, die weitergebildeten Ärzte als Nachfolger für die Hausärzte in Praxen zu gewinnen“. Weiterbildungsassistenten sind Ärzte, die nach Erteilung der Approbation im Rahmen einer Weiterbildung einen Facharzt erwerben.

Die telemedizinische Versorgung der Bevölkerung wird gerade auch in einem Flächenland immer wichtiger werden. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe verwies auf eine Vielzahl von Projekten, die in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Unter anderem wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald ein mehrjähriges Projekt entwickelt, dass Lösungen für konkrete Versorgungsprobleme in ländlichen Regionen entwirft und anschließend in Modellregionen erprobt. Schwerpunktmäßig geht es um die Themen Pädiatrie, Geriatrie und Palliativversorgung einschließlich der Implementierung innovativer Versorgungskonzepte. Übergreifende Themen wie beispielsweise der Fachkräftebedarf, die Fachkräftesicherung und telemedizinische Unterstützung werden jeweils in die Überlegungen mit einbezogen. Das Projekt ist auf insgesamt fünf Jahre angelegt.

Zugleich sprach Glawe sich für einen verstärkten Einsatz von Telemedizin in ländlichen Räumen aus. „Wir werden mögliche Ansätze prüfen, um die vorhandenen Ressourcen der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern noch besser miteinander zu vernetzen. Ziel ist es immer, Patienten bestmöglich unter Beachtung der regionalen Gegebenheiten zu behandeln. Um das zu gewährleisten, nutzen wir verstärkt telemedizinische und digitale Möglichkeiten zum Wohle der Patienten“, betonte Glawe. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Mecklenburg-Vorpommern 1.166 Hausärzte tätig. Davon sind 744 Fachärzte für Allgemeinmedizin, 296 Hausärztlich tätige Fachärzte für Innere Medizin und 126 Praktische Ärzte.

Medizintechnikfirma feiert 20-jähriges Jubiläum

Warnemünde – Die CORTRONIK GmbH aus Warnemünde hat am Freitag ihr 20-jähriges Jubiläum in Rostock gefeiert. „Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren wahre Pionierarbeit insbesondere auf dem Gebiet der Entwicklung von Stents (Gefäßstützen) geleistet. Es wurden nach und nach Produktionsprozesse entwickelt, Kapazitäten geschaffen sowie der Standort kontinuierlich ausgebaut, um Forschung und Entwicklung weiter voranzutreiben. CORTRONIK hat sich zu einem international führenden Spezialisten für medizinische Gefäßstützen für das Herz-Kreislaufsystem entwickelt“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Die Gründung des Unternehmens erfolgte im Jahr 1998. „Mit drei Mitarbeitern gestartet, sind heute rund 350 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. CORTRONIK hat beständig seine Position als Entwicklungs- und Produktionsunternehmen für Stents ausgebaut“, so Glawe weiter. Der Standort wurde zum Kompetenzzentrum für metallische Technologien innerhalb des BIOTRONIK-Verbundes ausgestaltet. Die Hauptgeschäftsfelder sind die Stentproduktion, -entwicklung und -qualitätssicherung. Als Komplettprodukte, sog. Stentsysteme, werden diese dann über die BIOTRONIK AG in der Schweiz weltweit vertrieben.

Die Entwicklung der Stent-Technologie ist rasant. „CORTRONIK hat diese Entwicklung nicht nur mitgemacht, sondern auch selber vorangetrieben. Die Technologien für das Lasern, die Beschichtung und die Auflösung der Stents sind mittlerweile fest etabliert. Auch die Werkstofftechnik, die Halbzeugherstellung sowie die Verarbeitung von Magnesium sind in Rostock verankert. Jetzt wird auf dem Gebiet der Herzklappen geforscht und entwickelt. Das ist ein großer Schritt, der hier gewagt wird“, betonte Glawe.

Wirtschaftsminister Glawe dankte anlässlich des Jubiläums abschließend allen Mitarbeitern. „Die Beschäftigten sind der Motor, der mit der Forschung und Entwicklung im Ergebnis zu innovativen Produkten bei CORTRONIK führt. Sie sind der Puls für den Erfolg des Unternehmens. Mit dem Institut für Implantattechnologie und Biomaterialien e. V. und der Universitätsmedizin in Rostock weiß das Unternehmen in zahlreichen Projekten äußerst kompetente und verlässliche Partner an seiner Seite“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend.

Richtfest bei BM Bioscience Technology GmbH

Medizintechnikunternehmen sind Taktgeber für Forschung und Entwicklung

Laage – In Laage (Landkreis Rostock) ist feierlich das Richtfest für die Produktionsstätte der Firma BM Bioscience Technology GmbH begangen worden. „Nach Fertigstellung wird hier vor Ort hochwertige Medizintechnik hergestellt. Das ist doppelt gut, denn diese Produkte werden nicht nur den internationalen Markt erobern sondern auch zahlreichen Patienten auf der Welt ein Weiterleben ermöglichen. Der Produktionsstart der Komplett-Filtersysteme ist für Anfang 2019 vorgesehen. Im ersten Ausbauschritt sollen ca. 35 Dauerarbeitsplätze entstehen“, sagte der Staatssekretär im Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph vor Ort.

Das 2017 gegründete Unternehmen ist ein Joint Venture zwischen der deutschen MedTec Holding GmbH und der chinesischen Firma Biolight Healthcare GmbH. Das Investitionsvolumen beträgt rund zehn Millionen Euro. Grundsätzlich wird in dem neu gegründeten Unternehmen die Produktion von Komplett-Filtersystemen stattfinden, welche z. B. bei Autoimmunkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Herzmuskelerkrankungen, Sepsis oder auch bei Nieren- und Lebererkrankungen angewendet werden. „Begonnen wird zunächst mit der Produktion sogenannter Dialysatoren, wie sie in Deutschland bzw. weltweit bei der Dialyse zum Einsatz kommen. Die durch Dialysatoren durchgeführte Blutreinigung ist zu einer unerlässlichen Behandlungsmethode erwachsen, welche vornehmlich bei Nierenschwäche bzw. vollständigem Nierenversagen als Nierenersatz zum Einsatz kommt und jährlich zahlreichen Patienten ein Weiterleben ermöglicht“, so Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph weiter.

Die Gesundheitswirtschaft im Land ist ein Markt mit enormem Wachstumspotential. „Die Branche der Medizinprodukte und Medizintechnik hat eine herausgehobene Rolle, da sie in Mecklenburg-Vorpommern von einem überdurchschnittlichen Wachstum geprägt ist. Seit 2006 verzeichnet dieser Bereich ein Wachstum von durchschnittlich 4,7 Prozent jährlich. Damit liegen wir fast doppelt so hoch wie der Bundesschnitt“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph (Bund 2,6 Prozent, Quelle: WifOR, Aktualisierung des bestehenden Branchenmonitorings 2017).

„Mecklenburg-Vorpommern ist ein innovativer Wirtschaftsstandort und das Zuhause für großartige Medizintechnik-Unternehmen. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für die Weiterentwicklung der heimischen Wirtschaft. Medizintechnikunternehmen sind Taktgeber für Forschung und Entwicklung bei uns im Land“, betonte Rudolph. Im Zeitraum von 2014 bis zum Oktober 2018 wurden im Rahmen der Forschungs-, Entwicklungs- und Innovations-Richtlinie bereits Zuschüsse von insgesamt 136,9 Millionen Euro für 407 Vorhaben bewilligt. „Der Großteil der Mittel ging in den Bereich Biotechnologie und Medizintechnik (39 Prozent) und Maschinenbau (24 Prozent) sowie in den Bereich der Mobilität (11 Prozent). Circa 10 Prozent flossen in den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Derzeit sind ca. 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. „Das betrifft fast 20 Prozent (Bund 16,5 Prozent) des Arbeitsmarktes. Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet in dieser Branche – damit ist Mecklenburg-Vorpommern absoluter Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigungsanteil. In den vergangenen 10 Jahren wurden rund 25.000 neue Arbeitsplätze in der landesweiten Gesundheitswirtschaft geschaffen“, betonte Rudolph.

China ist Mecklenburg-Vorpommerns achtwichtigster Außenhandelspartner. Im Jahr 2017 wurden Waren im Wert von 549 Millionen Euro ausgetauscht. Der Anteil am gesamten Außenhandel von M-V betrug 4 Prozent. Der Warenexport nach China betrug im vergangenen Jahr 233 Millionen Euro, was Platz 10 sowie einen Anstieg von +2 Prozent im Vergleich zu 2016 bedeutet. Wichtigste Exportgüter nach China 2017 waren Eisen-, Blech- und Metallwaren sowie Fahrgestelle/Motoren. 2017 betrug der Warenimport von China 306 Millionen Euro (Platz 6). Im Vergleich zum Vorjahr wurde eine Steigerung um +10 Prozent erreicht. Zu den wichtigsten Importgütern aus China zählten im vergangenen Jahr elektrotechnische Erzeugnisse sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung.

Krankenhaustag in Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin – Am Freitag hat in Schwerin der Krankenhaustag der Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern (AKMV) stattgefunden. „Die Krankenhäuser sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesundheitslandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Gesundheitsversorgung wird sich fortlaufend auf die veränderten und auch in einigen medizinischen Bereichen wachsenden Bedarfe einstellen müssen. Wir brauchen eine gute Versorgungsqualität. Diese ist nur mit ausreichendem Personal zu gewährleisten. Das ist eine große Herausforderung, gerade auch in einem Flächenland wie wir es haben“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Glawe begrüßte Maßnahmen zur Verbesserung der Personalsituation in den Krankenhäusern. Hierzu zählen das Hygieneförderprogramm, der Pflegezuschlag sowie der Einstieg in die generalistische und die hochschulische Pflegeausbildung. „Die vorgezogene Schulgeldfreiheit für die Pflegeausbildung in unserem Land ab 2019 wird ebenso zur Verbesserung der Personalsituation in den Krankenhäusern beitragen: Eine gute Ausbildung ist der Grundstein für eine qualifizierte Fachkraft“, so Glawe. Die Schulgeldfreiheit ab Sommer 2019 betrifft ca. 880 Pflegeschüler aller drei Ausbildungsjahre. Bis zu 1,4 Millionen Euro werden voraussichtlich für die Umsetzung der Schulgeldfreiheit benötigt. Im Rahmen der so genannten generalistischen Ausbildung wird beispielsweise eine Vergütung zwischen 1.000 und 1.150 Euro je nach Lehrjahr gezahlt.

Mit dem Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten – Artikel 8b – wurde im SGB V der § 137i „Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen in Krankenhäusern“ eingeführt. „Es ist notwendig, dass zur Sicherstellung der Qualität in der Krankenhausversorgung geeignete Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen unter Einbeziehung von Intensivstationen und der Besetzung im Nachtdienst verbindlich festgelegt werden. So bekommen auch die Krankenhäuser mehr Planungssicherheit“, betonte Gesundheitsminister Glawe. Im kommenden Jahr gelten für die Krankenhausbereiche Intensivmedizin, Geriatrie, Unfallchirurgie und Kardiologie, die als „pflegesensitive“ Bereiche festgelegt wurden, Personaluntergrenzen. Folgen werden die Neurologie und die Herzchirurgie. Ausnahmen von den Vorgaben sind nur zugelassen bei „kurzfristig unverschuldeten und unvorhersehbaren Personalausfällen“, bei Epidemien sowie Katastrophenfällen.

Mit der Einführung des Pflege-Stärkungsgesetzes soll der Alltag von Pflegekräften in Krankenhäusern und Altenpflegeheimen verbessert werden. Ab Januar 2019 sollen bundesweit 13.000 Pflegekräfte in stationären Pflegeeinrichtungen neu eingestellt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, enthält das Gesetz folgende Maßnahmen: Das Pflegestellen-Förderprogramm gilt über 2018 hinaus mit der Änderung, dass jetzt jede zusätzliche Pflegestelle am Bett vollständig finanziert wird. Die in 2018 eingeführte lineare und strukturelle Tarifsteigerung für die Pflegekräfte wird ebenso von den Kostenträgern vollständig refinanziert. Es ist eine Förderung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf enthalten. Die Finanzierung der Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser wird umgestellt. Die Pflege im Krankenhaus wird gesondert über ein sogenanntes Pflegebudget erfolgen.

„Damit soll sichergestellt werden, dass das Geld auch wirklich bei der Pflege ankommt. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber mit den genannten Regelungen u.a. den Grundstein für eine bessere Personalausstattung gelegt. Die Auswirkungen der neuen Gesetze und Verordnungen, wie Personaluntergrenzen, Pflege-Personalstärkungsgesetz, Pflegeberufegesetz werden in den kommenden Jahren spürbar sein“, sagte Glawe.

Die Gesundheitsversorgung wird sich fortlaufend auf die veränderten und auch in einigen medizinischen Bereichen wachsenden Bedarfe einstellen müssen. „Zu den Herausforderungen in unserem Bundesland zählen die flächendeckende Erreichbarkeit einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung, das Thema Fachkräftegewinnung, die Digitalisierung sowie der Schutz und die lebensbegleitende umfassende Förderung der Gesundheit der Menschen. Wichtig ist es, die Akteure vor allem vor Ort mit einzubeziehen, damit die Lösungen auch zu den regionalen Bedarfen passen und in den Kommunen Unterstützung finden. Hierfür ist es notwendig, dass wir alle an einem Strang ziehen, denn Gesundheit betrifft uns alle“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe abschließend.

In den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen waren in 2015 insgesamt 16.723 Pflegefachpersonen (Gesundheits- und Krankenpflege: 9.969, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege: 1.253, Altenpflege: 5.501) tätig. Davon arbeiteten 9.531 Pflegefachpersonen in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen sowie 7.192 Pflegefachpersonen in den Krankenhäusern.

Drese zum Jugendbeteiligungsfonds: Wir setzen auf attraktive digitale Angebote

Güstrow – „Die Jugend von heute ist weder politisch desinteressiert noch gesellschaftlich unengagiert. Aber viele Beteiligungsangebote sind für junge Menschen nicht attraktiv. Deshalb wollen wir neue, digitale Wege für mehr Mitwirkung gehen, die mit Offline-Angeboten verknüpft werden.“ Sozialministerin Stefanie Drese stelle heute in Güstrow Grundzüge des neuen Jugendbeteiligungsfonds vor.

Mit dem Fonds in Höhe von 100.000 Euro jährlich sollen bessere Beteiligungsmöglichkeiten für junge Leute im gesamten Land geschaffen werden. „Gerade Jugendliche im ländlichen Raum sind allein schon räumlich häufig abgehängt. Wir setzen deshalb vor allem auf attraktive digitale Angebote, um Jugendliche zu ermuntern, sich für ihre Belange zu engagieren und selbst aktiv zu werden“, betonte Drese bei der Auftaktveranstaltung zum Jugendbeteiligungsfonds.

Als erster Schritt wird derzeit eine sogenannte Landing-Page, als Plattform für digitale Partizipationsmöglichkeiten erstellt. Auf dieser werden nicht nur digitale Tools zur Verfügung gestellt, sondern auch bedarfsgerechte, MV-spezifische Anwendungen erarbeitet.

Drese: „Darüber hinaus wird derzeit eine Beteiligungslandkarte durch den Landesjugendring gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt. Diese soll Heranwachsende dabei unterstützen, Informationen und Beteiligungsangebote zu erhalten. Dabei geht es etwa um Möglichkeiten, wo man sich engagieren kann oder auch die Chance, sich mit eigenen Interessen und Ideen in der Gesellschaft einzubringen.“

Auch eine Online-Weiterbildung für alle Fachkräfte und Interessierten zum Thema digitale Jugendbeteiligung wird ab Anfang kommenden Jahres angeboten. „Sie wird Fachkräfte aus allen Bereichen der Jugendbeteiligung unterstützen auch digitale Methoden und Tools zielgerichtet für Beteiligungsverfahren einsetzen zu können“, sagte Drese.

Bundesweiter Vorlesetag

Backhaus als „Waldbotschafter“ in Vellahn

Vellahn – Können Bäume sprechen? Wovor haben Bäume Angst? Wie hält sich ein Baum fest? Was machen Bäume nachts? – Diese und weitere Fragen stellt und beantwortet das Buch „Hörst Du, wie die Bäume sprechen?“, aus dem der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus am Freitag, dem 16. November 2018, ab 8.45 Uhr, für Kindern der 1. bis 4. Klasse der Dr.-Friedrich-Chrysander-Schule Vellahn liest.

Anlass gibt der 15. bundesweite Vorlesetag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Natur und Umwelt“ steht.

„Als Umweltminister freue ich mich ganz besonders über das diesjährige Motto und bin gerne bei der Aktion dabei. Bücher können uns auf wunderbare Reisen mitnehmen. Lesen beflügelt die Phantasie und erweitert den Horizont. Zudem ist Vorlesen ein verbindendes Gemeinschaftserlebnis. Wenn ich als Forstminister, den Kinder dabei auch noch Lust auf den Wald und Abenteuer in der Natur machen kann, dann ist das eine gute Sache“, betonte der Minister.

Grabower Grundschule bekommt 2.150 Euro für neuen Schulgarten

Grabow – Am Freitag, dem 16. November 2018, um 11.30 Uhr, übergibt der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 2.150 Euro an die Grabower Grundschule „Eldekinder“ für die Gestaltung eines Schulgartens. Mit dem Geld sollen ein Teich und eine Kräuterspirale angelegt werden, sowie neue Gießkannen und Spaten angeschafft werden.

„Jeder Cent, den wir hier investieren, ist eine nachhaltige Investition in die Zukunft unserer Kinder. Denn im Schulgartenunterricht geht es längst nicht nur ums Gärtnern. Natur- und Umweltbildung, gesunde Ernährung, Wertschätzung für Lebensmittel, aber auch körperliche Betätigung und handwerkliche Arbeit – für all diese Themen ist der Schulgarten ein hervorragender Lernort“, betont Backhaus im Vorfeld der Förderbescheidübergabe.

Bereits 2016 hatte der Minister einen Schulgartenwettbewerb ausgelobt und war begeistert von dem Ansturm der insgesamt 150 Schulen und Kitas: „Im Ergebnis haben wir eine Förderrichtlinie aufgelegt, die es uns ermöglicht, bis 2021 weitere Schulen zu unterstürzen. Dafür stehen insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung“, erläutert er.

Die Schule beteiligt sich zudem an der „GemüseAckerdemie“, einem mehrfach ausgezeichneten, bundesweitem Bildungsprogramm in Trägerschaft des Potsdamer Vereins „Ackerdemia“. Dem Verein geht es darum, dass möglichst jede Schule einen Lernort in der Natur hat, an dem Kinder und Jugendliche erleben, lernen und erfahren, wo Lebensmittel herkommen und wie diese angebaut werden.

„Das ist ungemein wichtig, denn in der heutigen Zeit haben nur noch wenige Kinder und Jugendliche einen wirklichen Bezug zur Natur und zur Landwirtschaft“, weiß der Minister.

Im Rahmen der Förderung des ländlichen Raums das Backhaus-Ressort seit 2007 allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim fast 12.000 Fördervorhaben mit rund 276 Millionen Euro unterstützt. Darunter sind unter anderem 542 Förderprojekte an Schulen, Kitas und Dorfgemeinschaftshäuser, die mit knapp 89 Millionen Euro gefördert wurden.

Davon haben auch die Stadt und das Amt Grabow profitiert. Hier wurden 23 Fördervorhaben (ILERL und LEADER) mit insgesamt rund 4,2 Millionen Euro unterstützt. Damit konnten Investitionen in Höhe von rund 8,7 Millionen Euro realisiert werden.

„Investitionen wie diese und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort stärken den gemeinschaftlichen Zusammenhalt und bilden damit das Fundament für die Zukunft des ländlichen Raumes“, so Backhaus abschließend.

KREATOPIA – Motor Kreativwirtschaft

Landesbranchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft MV am 19. November in Rostock

Rostock – Am 19. November laden das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, das Landesnetzwerk der Kultur- und Kreativwirtschaft Kreative MV und die IHK zu Rostock zur Landesbranchenkonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft nach Rostock ein. In einem unkonventionellen Konferenzformat werden von 10 bis 16 Uhr Vielfalt, Kreativität und das Innovationspotential der Kultur- und Kreativwirtschaft erlebbar. Kreativschaffende stellen ihre aktuellen Projekte vor, kreative Hotspots bieten interaktive Gestaltungsräume und laden zur Vernetzung mit anderen Unternehmen und kommunalen Partnern ein.

„Wir wollen den Fokus in diesem Jahr auf die drei Eckpfeiler einer zu entwickelnden Landesstrategie für unsere vielfältige Branche legen“, sagt Veronika Schubring von der Kreative MV. „Ziel ist es, die Kreativwirtschaft im städtischen und ländlichen Raum gezielt als Motor für die Digitalisierung, die Raumentwicklung und die innovative Wirtschaftsentwicklung zu nutzen.“ Wirtschaftsminister Harry Glawe wird sich in einem lockeren Teegespräch mit Kreativen und Akteuren aus Wirtschaft und Verwaltung zu den drei Eckpfeilern austauschen.

„Die Landesbranchenkonferenz ist ein wichtiges Treffen der Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Hier kommen die Unternehmen, Selbstständigen und Freiberufler zusammen, um sich über aktuelle Projekte, Ideen und mögliche Kooperationen auszutauschen. Ich sehe vor allem in der Zusammenarbeit mit dem kreativen innovativen Potential in Mecklenburg-Vorpommern erhebliche Chancen und Wachstumsmöglichkeiten für andere Wirtschaftszweige und Gewerke. Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann ein innovativer Impulsgeber für Unternehmen sein, die beispielsweise neue Digitalisierungsstrategien anwenden“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe im Vorfeld.

Drei konkrete Perspektiven auf die drei Bereiche Digitalisierung, Raumentwicklung und innovative Wirtschaftsentwicklung werden Experten bzw. Erfahrungsträger in Impulsvorträgen vorstellen. „Diese sollen wichtige Entwicklungsschritte vermitteln, die in einer Landesstrategie nicht fehlen dürfen und damit konkrete Handlungsempfehlungen darstellen“, so Veronika Schubring. So wird Steffen Himstedt, Geschäftsführer des Schweriner Software-Unternehmens Trebing&Himstedt, über die Kreativwirtschaft als Motor der Digitalisierung sprechen. Anschließend wird Architektin und Stadtplanerin Claudia Muntschick über die Potentiale der Kreativwirtschaft für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region bzw. eines Ortes sprechen.

Michael Sack, Landrat des Kreises Vorpommern-Greifswald, wird einen Impuls zu Möglichkeiten der Raumentwicklung durch kreative Nutzungen geben. „Aktuelle Studien aus MV und bundesweit zeigen, welche Wertschöpfungsketten und Impulse für andere Branchen wie den Tourismus gerade auch in dünn besiedelten Räumen von den Kreativen ausgehen“, sagt Corinna Hesse von der Kreative MV, die aktuell den vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Wettbewerb „Kreative für MV – MV für Kreative“ zu sozialen Innovationen im ländlichen Raum begleitet und durchführt.

„Insofern sind es vor allem auch die Kreativschaffenden im Land selbst, die einen Input zu den Impulsen und den Fragestellungen einer landesweiten Strategie der Branche liefern können“, so Corinna Hesse weiter.

Dementsprechend ist auch der zweite Teil der Konferenz am Nachmittag durch die Themen und Fragenstellungen gekennzeichnet, welche die Kreativschaffenden selbst mitbringen. In zwei Workshoprunden, die thematisch am Konferenztag anhand der Teilnehmerwünsche eingeteilt werden, bringt dann jeder Teilnehmende unter dem Motto „Kollegial genial“ sein Wissen ein, um anderen Akteuren mit ihren Fragestellungen zu helfen. „Dieser kollegiale Beratungsschwerpunkt dient vor allem der intensiven Vernetzung und Beratung der Kreativschaffenden untereinander“, so Veronika Schubring.

Die Jahresbranchenkonferenz findet im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit statt und wird von der Kreative MV – dem Landesnetzwerk für Kultur- und Kreativwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern – durchgeführt und von der IHK zu Rostock unterstützt.

Integrationsbeauftragte der Länder fordern umfassendes Einwanderungsgesetz

Die Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder auf der Jahreskonferenz in Erfurt.

Die Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder auf der Jahreskonferenz in Erfurt.

Erfurt – Die Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder haben auf ihrer Jahreskonferenz in Erfurt eine Resolution für ein umfassendes Einwanderungsgesetz sowie eine Erklärung zur Achtung und Wahrung der Würde der Menschen verabschiedet.

„Wir begrüßen die Initiative der Bundesregierung für ein Fachkräftezuwanderungsgesetz. Wir fordern aber auch mehr Mut hin zu einem umfassenden Einwanderungsgesetz“, sagte die Integrationsbeauftragte der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern, Dagmar Kaselitz, nach Abschluss der Konferenz.

So müssen nach Ansicht der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Länder auch widersprüchliche und intransparente gesetzliche Regelungen für bereits Zugewanderte auf den Prüfstand gestellt werden.

Kaselitz: „Gut integrierten geduldeten Menschen, die einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen, muss der Wechsel in einen Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit ermöglicht werden. Zudem fordern wir, die Ausbildungsduldung in eine Aufenthaltserlaubnis umzuwandeln und damit großzügiger zu gestalten.“

Die Resolution wurde durch folgende Bundesländer beschlossen: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Bayern hat nicht zugestimmt. Die weiteren Bundesländer waren durch nicht stimmberechtigte Gesandte vertreten.

Mit der „Erfurter Erklärung“ bringen die Beauftragten ihre Sorge zum Ausdruck, Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Diskurs zu Sündenböcken für gesellschaftliche Missstände zu machen. „Wir setzen uns entschieden dafür ein, in allen zuwanderungs- und integrationspolitischen Fragen, Debatten und Entscheidungen die Würde des Menschen zu achten und zu wahren“, betonte Kaselitz. „In der politischen Debatte müssen wir allen Versuchen, einzelnen ihre Menschenwürde abzusprechen und Vielfalt als Bedrohung darzustellen, mit einer klaren Haltung entgegentreten. Es geht um Menschen und ein gleichwertiges Miteinander. Das dürfen wir sowohl sprachlich als auch inhaltlich nie aus dem Auge verlieren. Und dies ist die Grundvoraussetzung dafür, die Einwanderungsgesellschaft, in der wir leben, gut zu gestalten“, so Kaselitz.

Die „Erfurter Erklärung“ wurde einstimmig von allen stimmberechtigten Bundesländer beschlossen.

Die „Resolution für ein umfassendes Einwanderungsgesetz“, die „Erfurter Erklärung“ zur Achtung und Wahrung der Würde der Menschen sowie ein Foto sind in der Anlage beigefügt.

Auftakt zur Antigewaltwoche

Gewalt an Frauen und Kinder thematisieren und Hilfsangebote zur Verfügung stellen

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese ruft anlässlich der morgigen Auftaktveranstaltung der Landesregierung zur internationalen Woche gegen Gewalt dazu auf, jeder Form von Diskriminierung sowie häuslicher und sexualisierter Gewalt entschieden entgegenzutreten.

„Wir dürfen nicht nachlassen, die Gewaltproblematik in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Wir müssen aufrütteln und sensibilisieren. Und wir müssen Gewalt insbesondere gegen Frauen und Kinder klar als gesamtgesellschaftliches Problem benennen sowie Hilfe und Unterstützung anbieten“, benannte Drese wesentliche Ziele der Antigewaltwoche.

Ministerin Drese betonte, es sei ein zentrales Anliegen der Landesregierung, Betroffenen von häuslicher und sexualisierter Gewalt zu helfen und sie zu unterstützen. Drese: „Deshalb gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Einrichtungen mit fachkundigen Beratungs-, Hilfe- und Schutzangeboten. Neben Frauenhäusern gehörten dazu Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher oder sexualisierter Gewalt sowie Opfer- und Traumaambulanzen, die psychologische Betreuung und Behandlung anbieten.“

Im Rahmen der Internationalen Antigewaltwoche finden im November in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche Veranstaltungen, Konzerte und Aktionen zum Thema Gewalt an Frauen und Mädchen statt. Mit der diesjährigen Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Güstrow wird das Thema „Selbstbestimmung“ in den Mittelpunkt gerückt. Drese: „Ziel ist es vor allem, Frauen zu ermächtigen, die eigenen Interessen selbst- und nicht fremdbestimmt zu vertreten, sei es für Frauen mit Behinderungen am Arbeitsplatz in Werkstätten oder privat im Umgang mit sexualisierten Angriffen durch digitale Medien.“

Gesundheitswirtschaftsmesse in Düsseldorf

Wirtschaftsminister Glawe besucht weltgrößte Gesundheitswirtschaftsmesse in Düsseldorf

Düsseldorf – Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe besucht von Dienstag bis Donnerstag die weltweit größte Gesundheitswirtschaftsmesse MEDICA in Düsseldorf. „Die Messe ist die internationale Bühne für die Vermarktung und das Kennenlernen der Branche. Umso wichtiger ist es, dass heimische Unternehmen vor Ort sind, um mit ihrem Potential, ihrem Know-how und ihren Produkten auf sich aufmerksam zu machen. Das verbessert auch die eigene Wettbewerbsposition, sichert und schafft Arbeitsplätze bei uns im Land“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Dienstag.

Insgesamt 21 Medizintechnikunternehmen aus M-V stellen ihre Produkte und Innovationen einem Fachpublikum vor; davon stehen 13 Unternehmen auf dem Gemeinschaftsstand des Landes. Für die Organisation und Durchführung sind die BioCon Valley GmbH und Rostock Business verantwortlich. „Wir verzeichnen wachsendes Interesse bei den Ausstellern. Es ist uns gelungen, noch mehr Unternehmen zu gewinnen, die sich auf der internationalen Fachmesse in Düsseldorf präsentieren“, so Glawe weiter.

„Die Gesundheitswirtschaft im Land boomt. Dennoch: Ziel muss es sein, dass wir uns noch stärker überregional ausrichten. Das ´Auf sich aufmerksam machen´ darf nicht am Ortsausgangsschild enden“, mahnte Wirtschaftsminister Glawe. „Gerade im überregionalen Geschäft braucht es einen langen Atem. Der erste Schritt zum Erfolg ist oft ein Messebesuch. Die überregionale Wahrnehmbarkeit der heimischen wettbewerbsfähigen Produkte muss intensiviert werden. Hier liegt noch enormes Potential“, forderte Glawe.

Der Exportanteil der Gesundheitswirtschaft an der Gesamtwirtschaft des Landes beträgt rund 5 Prozent. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi); Gesundheitswirtschaftliche Gesamtrechnung (GGR), Ausgabe 2017; Berechnungen: WifOR). Mittlerweile sind ca. 150.000 Menschen in der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt. Jeder fünfte Erwerbstätige (20 Prozent) arbeitet in dieser Branche.

„Damit ist Mecklenburg-Vorpommern Spitzenreiter in Deutschland. In keinem anderen Bundesland gibt es einen derart hohen Beschäftigtenanteil“, sagte Glawe. Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft von 15,3 Prozent (Bund 12 Prozent) hat sich die Gesundheitswirtschaft zudem als Motor der Wirtschaft erwiesen. Jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtschaft.

Die Landesregierung unterstützt Unternehmen dabei, ihre Produkte international zu vermarkten und dem Exportgeschäft einen höheren Stellenwert zu verleihen. „Wir haben wirksame Instrumente, wie zum Beispiel die finanzielle Unterstützung von Firmengemeinschaftsständen, Messeförderung, Förderung von Konzepten zur Markterschließung oder Unternehmensdelegationsreisen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe. Darüber hinaus werden bei Unternehmensdelegationsreisen Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern bei der Erschließung neuer Absatzmärkte und dem Ausbau internationaler Aktivitäten durch politische Flankierung unterstützt.

Drese fordert Kostenbegrenzung des Eigenanteils in der Pflege

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese spricht sich für eine breite politische Debatte und eine ehrliche Diskussion über die Finanzierung und Bezahlbarkeit der Pflege in Deutschland aus. „Wir müssen davon wegkommen, dass Pflegebedürftige, ihre Angehörigen oder letztlich die Sozialhilfe die finanziellen Lasten allein zu tragen haben, die durch die demografische Entwicklung und steigende Pflegekosten anfallen“, sagte Drese auf dem AOK-Pflegeforum am (gestrigen) Montagabend in Schwerin.

Gegenwärtig treffen Kostenerhöhungen wegen der gedeckelten Leistungsbeträge der Pflegeversicherungen unmittelbar und ausschließlich die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen, die so neben dem Pflegealltag auch noch ein erhebliches und oft unkalkulierbares Kostenrisiko schultern müssen.

„Die dringend notwendigen eingeleiteten Maßnahmen für eine Pflegeoffensive etwa für eine bessere Bezahlung, zur Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes und auch zur stetigen Qualitätsverbesserung im Rahmen der Versorgung sind jedoch zwangsläufig mit Kostensteigerungen verbunden“, betonte Drese.

Für eine zukunftsfeste und qualitativ gute Pflege müssen nach Ansicht Dreses die Kosten gesellschaftlich breiter aufgeteilt werden. „Diskussionswürdige Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch: Ausbau der Pflegeversicherung zur Vollversicherung, Verbreiterung der Finanzierungsbasis, höhere Versicherungsbeiträge oder Bundeszuschuss für eine gute Pflege“, verdeutlichte die Ministerin.

Es sei gut, wenn über Wege zum Ziel und die Gestaltung der Pflege ein gesamtgesellschaftlicher Diskussionsprozess geführt wird. Drese: „Ich bin fest davon überzeugt, der Umgang mit unseren Seniorinnen und Senioren, die immer älter und immer zahlreicher werden, gehört zu den wichtigsten politischen Themen der kommenden Jahre in Deutschland. Und ich bin überzeugt, dass viele Menschen bereit sind, mehr Geld für die Pflege auszugeben, wenn es gerecht dabei zu geht. Die zusätzlichen Einnahmen müssen zu einer Kostenbegrenzung des Eigenanteils führen und tatsächlich den Pflegebeschäftigten und der Infrastruktur zu Gute kommen.“

100 Jahre Frauenwahlrecht

Kampf für die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern muss weitergehen

Schwerin – Der 12. November 1918 gilt als die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts und der Beginn der parlamentarischen Demokratie. „Die Errungenschaft des von vielen mutigen Frauenrechtlerinnen erkämpften Wahlrechts legte vor 100 Jahren einen wesentlichen Grundstein für die gesetzliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern“, betonten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gleichstellungsministerin Stefanie Drese heute in Schwerin.

„Vieles ist seither in Sachen Gleichstellung erreicht worden, doch auch nach 100 Jahren muss der Kampf für die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern weitergehen. So verdienen Frauen immer noch weniger als Männer und sind noch viel zu selten in Spitzenpositionen vertreten. Auch von einer paritätischen Besetzung in den Parlamenten sind wir noch meilenweit entfernt und müssen in den letzten Jahren sogar rückläufige Quoten erleben“, sagte Schwesig.

Auch für Gleichstellungsministerin Stefanie Drese ist das Ziel einer vollständigen Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch nicht erreicht. „Viele Schritte und konkrete Maßnahmen führen zu mehr Gleichberechtigung und gesellschaftliche Emanzipation. Sie sind aber nichts Selbstverständliches und müssen gegen manche Männerbünde durchgesetzt werden“, so Drese.

Als wichtigen Faktor führt Ministerin Drese hierbei die vier Mentoringprogramme des Landes für mehr Führungsfrauen in allen gesellschaftlichen Bereichen an: „Für eine gelebte Gleichberechtigung, etwa bei der Aufteilung von familiärer Arbeit und beruflichen Verpflichtungen müssen wir zudem die Köpfe und Herzen von Frauen und Männer, von Wirtschaft und Gesellschaft erreichen. Auch in dieser Schaffung des entsprechenden Bewusstseins besteht noch Nachholbedarf.“

Ministerpräsidentin Schwesig sieht im heutigen Datum, einen guten Grund, die mutigen Vorkämpferinnen von vor 100 Jahren zu würdigen. „Gleichzeitig rufe ich alle Akteurinnen und Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu auf, bei ihrem Einsatz für Akzeptanz, Chancengleichheit und gerechte Teilhabe aller Menschen nicht nachzulassen und diese wichtigen demokratischen Grundwerte zu verteidigen und weiterzuentwickeln“, so Schwesig.

Anklamer Rettungsschwimmer fliegen zur WM

Anklam – Kurz vor dem Abflug zur Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer nach Adelaide (Australien) überreichte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann heute einen Zuwendungsbescheid an das SWIM&RESCUE Team der DLRG-Ortsgruppe aus Anklam.

Die Zuwendung in Höhe von 23.400 Euro kommt zu gleichen Teilen aus Mittel des Wirtschaftsministeriums und aus dem Vorpommern-Fonds und unterstützt die Rettungsschwimmer bei den Reisekosten.

„Wir freuen uns, dass die Anklamer Rettungsschwimmer es durch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft schon soweit geschafft haben. Das steht für die Ausdauer, Qualität, Leistung und auch Einsatzbereitschaft des gesamten Teams vor Ort. Wir drücken allen Beteiligten die Daumen. Allein die Teilnahme an den Wettkämpfen ist schon ein Riesenerfolg der Rettungsschwimmer aus Vorpommern. Sie sind sportliche Botschafter für unser Land und im Besonderen für Vorpommern“, betonte Wirtschaftsminister Glawe.

„Wir wünschen den Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmern aus Vorpommern bei den Wettkämpfen in Australien viel Glück und drücken die Daumen. Wir sind sehr stolz darauf, dass die Qualifikation zur WM gelungen ist und unterstützen dieses Vorhaben sehr gern. Vertreten Sie unser Mecklenburg-Vorpommern in der Welt und bringen Sie tolle Eindrücke mit nach Hause“, gab Dahlemann den Wettkämpferinnen und Wettkämpfern mit auf den Weg.

Auch bei den Trainingsbedingungen hilft die Landesregierung dem Schwimmverein und der Hansestadt Anklam.

Dahlemann: „Die Förderung des Schwimmhallen Ersatzneubaus im Rahmen des Anklamer Dreiklang ist eine gute Botschaft für Schwimmfreunde. Das stärkt die Vereinsarbeit und schafft hochmoderne und effiziente Bedingungen.“

Drese fordert mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung

Schwerin – Sozialministerin Stefanie Drese fordert mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. „Viele sind gut ausgebildet und leistungsfähig. Sie wären ein Gewinn für Unternehmen und haben eine Chance verdient“, sagte Drese auf dem Landesverbandstag des Sozialverbands VdK M-V am Sonnabend in Schwerin.

Die Ministerin kritisierte, dass vor allem in den privaten Betrieben und Unternehmen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt immer noch viel zu viele Pflichtarbeitsplätze unbesetzt seien. „Wir müssen insbesondere die rund 750 privaten Arbeitgeber im Land ab 20 Beschäftigten davon überzeugen, dass nicht die Zahlung der Ausgleichsabgabe, sondern die Einstellung eines motivierten Arbeitslosen mit Behinderung eine Investition in die Zukunft ist“, sagte Drese.

In Mecklenburg-Vorpommern leben etwa 215.000 schwerbehinderte Menschen. Das entspricht gut 13 Prozent der Gesamtbevölkerung. Gleichzeitig wird bis zum Jahr 2030 in MV die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren um 25 Prozent zurückgehen. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung ist überdurchschnittlich hoch. „Allein deshalb sollten Arbeitgeber viel stärker als bisher die Ressourcen und Talente erkennen, die Menschen mit Behinderung besitzen“, verdeutlichte Drese.

Bereits jetzt schon werden zahlreiche Programme und Maßnahmen im Land teilweise in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit gezielt zur Verbesserung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben umgesetzt.

Drese: „So gibt es etwa finanzielle Förderungen zur Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze für schwerbehinderte Menschen sowie Zuschüsse zur behinderungsgerechten Einrichtung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, für technische Arbeitshilfen im Betrieb oder zur Abgeltung außergewöhnlicher Belastungen die mit der Beschäftigung eines schwerbehinderten Menschen verbunden sind.“ In Mecklenburg-Vorpommern steht das Integrationsamt des Landesamtes für Gesundheit und Soziales mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ministerin Drese bezeichnete den VdK, der in MV knapp 7.000 Mitglieder hat, als wichtigen Ansprechpartner für die Landespolitik. „Der VdK ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf für soziale Gerechtigkeit für mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung und für Gleichstellung. Dabei ist er als Interessenvertretung seiner Mitglieder nicht immer bequem. Aber das soll der VdK auch gar nicht sein“, so Drese auf dem Landesverbandstag.