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Monat: September 2026

Weitere 38 Gerätehäuser – Landesregierung stärkt Feuerwehren in MV

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Innenminister Christian Pegel geben den Startschuss für die Förderungen aus dem Große-Feuerwehrhaus-Programm.

Insgesamt stehen 45 Millionen Euro für Förderungen zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem von Land, Kommunen, Wirtschaft und Gewerkschaften gemeinsam erarbeiteten MV-Plan 2035, der die Verteilung der Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern regelt. Insgesamt 38 Städte und Gemeinden werden von diesem Programm profitieren.

„Die Feuerwehren in unserem Land leisten hervorragende Arbeit. Sie sind für uns alle da, wenn wir Hilfe brauchen. Bei Bränden und in vielen anderen Gefahrensituationen. Die Feuerwehren stehen für hervorragende Jugendarbeit. Und sie bereichern mit ihren Festen und Tagen der offenen Tür das Leben in den Städten und Dörfern und stärken den sozialen Zusammenhalt.

Die Landesregierung investiert seit Jahren in die Feuerwehren: in moderne Fahrzeuge und gut ausgestattete Gerätehäuser. Wir haben im Frühjahr bekanntgegeben, welche 90 Gemeinden vom 50-Millionen-Programm für Feuerwehrgerätehäuser profitieren. Und wir haben damals bereits angekündigt, dass weitere 45 Millionen in größere Feuerwehrgerätehäuser investiert werden sollen. Heute können wir mitteilen, welche Städte und Gemeinden davon profitieren“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

„Wir haben mit unserem Musterfeuerwehrgerätehaus mit zwei Stellplätzen bundesweit Maßstäbe gesetzt. Die Musterfeuerwehrgerätehäuser wenden sich vor allem an Freiwillige Feuerwehren in kleinen und kleinsten Gemeinden unseres Landes. Wir wussten aber, dass auch bei Feuerwehren in großen und mittelgroßen Städten dringender Investitions- und Hilfebedarf besteht.

Deswegen haben wir uns gemeinsam mit den kommunalen Vertretern auf das Förderprogramm für große Feuerwehrgerätehäuser verständigt. Die Qualität und die Zahl der Anträge zeigt, dass diese Entscheidung richtig ist“, erläuterte Innenminister Christian Pegel. Pegel bedankte sich bei den Städten und Gemeinden, die teilweise innerhalb kürzester Zeit die Planung aufgestellt und die erforderlichen Antragsunterlagen zusammengestellt haben: „Wir wollten die Mittel des Sondervermögens auch bei diesen großen Spezialbauten schnell umsetzen. Das ist uns gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden, den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern und den Fachleuten in den kommunalen Verwaltungen gelungen. Das war großartige Arbeit!“

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nimmt am Wochenende am Tag der Offenen Tür der Feuerwehr Groß Klein teil. Innenminister Christian Pegel wird am Samstag am „Tag der offenen Wiese“ der Feuerwehr Greifswald teilnehmen.

35 Jahre HTG Ingenieurbüro für Bauwesen GmbH

Ines Jesse: „Mit leistungsfähigen, regionalen Unternehmen stärken wir die Infrastruktur in unserem Land“

Schwerin – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute beim Empfang zum 35-jährigen Bestehen des Ingenieurbüros HTG in Schwe­rin die Bedeutung des Unternehmens für die Infrastruktur­entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt. HTG wurde 1991 in Bad Kleinen gegründet und beschäftigt heute mehr als 100 Mitarbeitende an den Standorten Schwerin, Wismar, Greifswald, Magdeburg,  Berlin, und Leipzig.

„Ob Schiene, Straße, ÖPNV oder Hochbau: Seit 35 Jahren bringt HTG wichtige Infrastrukturprojekte in Mecklenburg-Vor­pommern voran. Mit großer Erfahrung und umfassendem know-how ist sie ein verlässlicher Partner für unser Land und die Kommunen. Dafür danke ich dem gesamten Team“, so Staatssekretärin Jesse.

HTG war in den vergangenen Jahren mit der Planung zahl­reicher bedeutender Projekte Mecklenburg-Vorpommern betraut, unter anderem mit der Verlängerung der Bahnstrecke Pasewalk-Ueckermünde bis in den Stadthafen, dem Neubau der Eisenbahnbrücke Poeler Straße in Wismar, der Straßen­unterführung am Bahnhof in Greifswald und in der Wallstraße in Schwerin sowie dem Neubau der Eisenbahnwerkstatt in Putbus.  Zudem entwickelte HTG einen Bahnsteig aus Glas­faserkunststoff in Graal-Müritz West, der mit Landesmitteln realisiert wurde.

„Auch in Zukunft wird es in Mecklenburg-Vorpommern viel zu tun geben. Allein mit dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes werden Land und Kommunen in den kommenden Jahren rund 1,92 Milliarden Euro investieren. Davon profitieren die Menschen und Unternehmen in unserem Land ganz konkret“ betonte Staatssekretärin Jesse. „Gleich­zeitig investieren wir konsequent weiter in unseren Verkehrs­bereich – in moderne Bahnhöfe, leistungsfähige Schienen­wege sowie sichere Straßen und Brücken. Allein in diesem Jahr stehen rund 263 Millionen Euro für die Planung und den Bau von Bundes- und Landesstraßen und Radwegen zur Ver­fügung. Dafür brauchen wir starke Partner aus der Region – wie die HTG.“

Land Mecklenburg-Vorpommern ist Mitglied im Zweckverband eGo-MV

Schwerin – Der Zweckverband eGo-MV hat in einer außerordentlichen Verbandsversammlung am 2. September in Rostock über den Beitritt des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgestimmt – mit klarem Ergebnis: Die Mitglieder gaben grünes Licht. Mecklenburg-Vorpommern zieht damit als vollwertiges Verbandsmitglied gleichberechtigt in die Reihen des eGo-MV ein. Den Grundstein hatte das Land bereits im Juli mit der Übergabe seiner Beitrittserklärung gelegt; mit der heutigen Entscheidung der Verbandsversammlung ist der Beitritt formal abgeschlossen.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue erklärte zum Beitritt: „Ich freue mich, dass das Land Mecklenburg-Vorpommern nun als gleichberechtigtes Mitglied im eGo-MV mitwirken kann. Das ist ein starkes Signal für eine engere, verbindlichere Zusammenarbeit von Land und Kommunen – und ein weiterer Schritt hin zu einer schnelleren, digital souveränen Verwaltung in unserem Land.“

Verbandsvorsteher Christian Schulenburg begrüßte den Beitritt des Landes: „Der Beitritt des Landes ermöglicht es uns, gemeinsame Landeslösungen deutlich konsequenter zu verfolgen. Wenn Land und Kommunen ihre Digitalisierung abgestimmt vorantreiben, profitieren alle Beteiligten und wir erreichen eine höhere Verbindlichkeit in der Umsetzung.“

Insbesondere kleinere Ämter und Gemeinden, die personell und finanziell oft an ihre Grenzen stoßen, sollen von der neuen Konstellation profitieren: Ihnen stehen künftig mehr Beratung und Unterstützung aus dem Zweckverband zur Verfügung. Auch bei zentralen Vorhaben wie der Registermodernisierung, der flächendeckenden OZG-Umsetzung und der Umsetzung des Informationssicherheitsgesetzes lässt sich künftig enger und mit weniger Abstimmungsaufwand zusammenarbeiten.

Der Beitritt öffnet dabei Türen in beide Richtungen: Kommunen können landeseigene Angebote wie KIPITZ (KI) oder die MVCloud künftig ohne eigenes Vergabeverfahren nutzen. Im Gegenzug steht dem Land der Weg offen, Leistungen des eGo-MV – etwa den Gemeinsamen Datenschutz an Schulen – per Inhouse-Auftrag in Anspruch zu nehmen. So rücken gemeinsame digitale Angebote von Land und Kommunen spürbar näher zusammen.

Das Land wird künftig durch CIO Marco Anschütz ständig in der Verbandsversammlung vertreten sein. Damit ist sichergestellt, dass Landesverwaltung und kommunale Ebene digitale Vorhaben direkt miteinander abstimmen, statt Entscheidungen über Umwege abzugleichen.

Hintergrund: Der Zweckverband eGo-MV ist seit 2006 zentraler Ansprechpartner für eGovernment, IT-Lösungen und Digitalisierungsfragen der kommunalen Verwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern. Ihm gehören 121 Mitglieder an, vor allem Kommunalverwaltungen, aber auch weitere öffentlich-rechtliche Institutionen. Nach dem Prinzip „Einer für alle“ entwickelt und betreibt der Zweckverband gemeinsame IT-Verfahren, Softwarelösungen und Infrastrukturen für seine Mitglieder.

Land fördert neuen Ostseeküstenradweg

Dr. Wolfgang Blank: „Moderner Tourismus braucht attraktive Infrastruktur“

Zingst – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute in Zingst einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 1,16 Millionen Euro für den Neubau des Ostseeküstenradwegs übergeben. Die Gesamtausgaben betragen rund 1,28 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Der Ostseeküstenradweg ist ein wichtiger Baustein für die touristische Entwicklung des Ostseeheilbads und der gesam­ten Region. Mit gezielter Förderung schaffen wir moderne Infrastruktur, stärken den nachhaltigen Tourismus in unserem Land und verbessern zugleich die Rahmenbedingungen wir die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort“, so Minister Dr. Blank.

Das Vorhaben umfasst den Neubau des Ostseeküstenrad­weges auf einer Strecke von rund zwei Kilometern im Bereich der Gemeinde Zingst. Der Radweg entsteht im Zuge des Bau­vorhabens zur Verstärkung des Riegeldeiches Zingst West. Die neue Verbindung verbessert die touristische Erschließung der Region und schafft zusätzliche Möglichkeiten für eine klimafreundliche und naturnahe Form des Reisens.

„Ob lange Küsten, tiefe Wälder oder weite Felder: Mecklen­burg-Vorpommern besticht durch seine einzigartige Natur­landschaft und lädt auch zum Radfahren ein. Mit dem neuen Ostseeküstenradweg verbinden wir Naturerlebnis und nach­haltige Mobilität. Er verbindet Sehenswürdigkeiten und macht die Ostseeküste für Einheimische und Gäste noch attraktiver“, so Minister Dr. Blank.

Land fördert neuen Wasserwanderplatz

Dr. Wolfgang Blank: „Wir stärken den Wassertourismus und damit die Wirtschaftskraft der gesamten Region“

Wieck am Darß – Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Wolfgang Blank hat in Wieck am Darß einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund zwei Millionen Euro für den Ausbau des Wasser­wanderplatzes überreicht. Die Gesamtausgaben betragen rund 2,4 Millionen Euro und beinhalten eine neue Steganlage, eine Trailerbahn und ein neues Sanitärgebäude sowie ergän­zende Maßnahmen. Mit der Förderung unterstützt das Land den Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur und stärkt damit die touristische Entwicklung und regionale Wert­schöpfung.

„Mit dem neuen Wasserwanderplatz schaffen wir weit mehr als eine moderne Anlegemöglichkeit. Wir stärken damit den maritimen Tourismus, verbessern die Verbindungen auf dem Wasser und schaffen neue Möglichkeiten für Ausflüge und Rundfahrten. Davon profitieren die Gäste ebenso wie die touristischen und gewerblichen Unternehmen vor Ort“, so Minister Dr. Blank.

Der Wasserwanderplatz mit Schiffsanlegestelle für die Fahr­gastschifffahrt wurde im Jahr 1993 errichtet. Aufgrund des irreparablen Bauwerkverfalls ist die bestehende Steganlage inzwischen gesperrt. Mit der Förderung wird der Standort nun grundlegend erneuert. Vorgesehen sind unter anderem der Rückbau der bestehenden Anlagen, eine Nassbaggerung im Hafenbereich sowie der Neubau einer Steganlage, einer Ufer­sicherung, einer Trailerbahn sowie eines Wellenbrechers. Darüber hinaus entsteht ein neues Sanitärgebäude. Die Maß­nahme wird zudem durch landschaftspflegerische Ausgleichs­maßnahmen ergänzt.

Mit dem Ausbau soll auch die Grundlage für die Wiederauf­nahme von Fährverbindungen zwischen Wieck und Worten wie Bodtstedt, Born und dem Ostseebad Prerow geschaffen werden. Der Einsatz einer nachhaltigen Solar-/Elektrofähre wird derzeit vorbereitet. Dadurch können neue Ausflugs- und Rundfahrangebote entstehen und die touristische Nutzung der Wasserwege weiter ausgebaut werden.

„Wir stärken den Tourismus in unserem Land. Deshalb in­vestieren wir gezielt in die Infrastruktur, die unsere Orte und Regionen für Gäste attraktiv macht und gleichzeitig auch die Bedingungen für die Unternehmen vor Ort weiter verbessert. Diese Investition in Wieck als staatlich anerkannten Erho­lungsort zeigt, wie moderne und nachhaltige Tourismus­infrastruktur regionale Wertschöpfung langfristig stärken kann“, betone Minister Dr. Blank.

Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) nach der Infrastrukturrichtline des Landes Mecklenburg-Vor­pommern.

Schwesig: Neuer Schulcampus schafft beste Lernbedingungen

Anklam – In Anklam ist heute der neue Schulcampus feierlich eröffnet worden. Er besteht aus dem sanierten denkmalgeschützten Altbau der Regionalschule Käthe-Kollwitz und dem Neubau der Grundschule „Villa Kunterbunt“.

Schülerinnen und Schüler aus Anklam und Umgebung können somit von der ersten bis zur zehnten Klasse denselben Schulcampus besuchen. Neu gestaltet wurden auch die Außenanlagen. Seit 2019 sind in den Schulcampus rund 34 Millionen Euro geflossen. Knapp 25 Millionen davon waren Landesmittel.

„Das ist ein wirklich schöner, moderner Schulstandort. Mir gefällt die Kombination aus dem schönen ehrwürdigen Schulgebäude und dem Neubau besonders gut. Hier lernen Grundschüler der Villa Kunterbunt und die „Großen“ der Regionalschule Käthe Kollwitz zusammen in einem großen Komplex, aber alle haben ihren eigenen Bereich und was für sie wichtig ist“, erklärte die Ministerpräsidentin. Mit dem modernen Schulcampus sei das zweite Projekt des Anklamer Dreiklangs aus Schwimmbad, Schulcampus und Ikareum abgeschlossen.

Bildung sei ein Schwerpunkt der Landesregierung in den vergangenen Jahren gewesen. „Wir haben über 4.300 neue Lehrkräfte eingestellt, den Übergang von der Kita in die Grundschule besser gestaltet und an der Grundschule den Unterricht in Deutsch, Mathematik und Lesen ausgeweitet. Außerdem haben wir seit meinem Amtsantritt mehr als eine Milliarde Euro für die Modernisierung von Schulen bewilligt.

“ Mit dem Sondervermögen Infrastruktur bestehe die Möglichkeit, weitere 600 Millionen Euro in die Modernisierung von Schulen im ganzen Land zu investieren. „Wir wollen noch viele Schulen in unserem Land modernisieren. Alle Kinder in Mecklenburg-Vorpommern sollen gut lernen können.“

M-V und Schleswig-Holstein nutzen KI und stärken die digitale Souveränität

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bauen ihre Zusammenarbeit bei der digitalen Souveränität weiter aus. Rund ein Jahr nach Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Ländern ziehen die Minister Bilanz und wollen die gemeinsame Entwicklung und Nutzung digitaler Lösungen weiter vorantreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei Dateninfrastrukturen, IT-Resilienz, Open Source, der sichere Datenaustausch über Verwaltungsgrenzen hinweg sowie der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung.

„Digitale Souveränität entsteht nicht im Alleingang. Dazu müssen Länder ihre Erfahrungen teilen, gemeinsam Lösungen entwickeln und gute Anwendungen auch gemeinsam nutzen. Genau das tun Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Finanzen und Digitalisierung, Dr. Heiko Geue. „Wir wollen keine digitalen Insellösungen, sondern leistungsfähige und sichere Strukturen, die von möglichst vielen Verwaltungen genutzt und weiterentwickelt werden können. Das gilt gerade auch für die Integration des Kollegen KI, mit dem wir in unseren OpenSource-Arbeitsumgebungen wie Nextcloud und in den Finanzämtern arbeiten wollen.“

Auch Schleswig-Holstein setzt auf gemeinsame Standards und den länderübergreifenden Austausch. „Der Wechsel zu modernen, offene Lösungen ist zwingend erforderlich, damit wir die Sicherheit, Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit des Staates nachhaltig gewährleisten können. Wir schaffen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern digitale Souveränität durch den Einsatz von Open-Source-Lösungen und verbinden dies mit dem Einsatz modernster KI-Technologien. Damit stärken wir zugleich den Digitalstandort Deutschland“, sagte Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. „Im Norden sind wir vorangegangen. Die gelebte Kooperation zwischen unseren Ländern ist dafür das beste Beispiel. Wir laden alle ein, diesem Beispiel zu folgen und uns auf dem Weg in die digitale Souveränität zu begleiten.“

Beide Länder arbeiten daran, KI nicht als isolierte Einzelanwendung, sondern als Bestandteil der täglichen Verwaltungsarbeit nutzbar zu machen.

Ein konkretes Beispiel ist die KI-Integration in die Kollaborationsplattform Nextcloud, die in beiden Ländern genutzt wird. Beschäftigte können damit unter anderem direkt in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung mit KI chatten, Recherchen durchführen sowie Texte erstellen, umformulieren, korrigieren und zusammenfassen. Auch die Erstellung von Textdokumenten, Tabellen und Präsentationen aus einer Beschreibung soll möglich werden.

Die angebundenen Sprachmodelle werden digital souverän betrieben und die KI-Anfragen vollständig in Deutschland verarbeitet. In Mecklenburg-Vorpommern wird dies über IONOS bereitgestellt, Schleswig-Holstein betreibt die Infrastruktur bei dataport. Die Daten der Landesbediensteten werden zudem nicht zum Training externer KI-Systeme verwendet.

Darüber hinaus plant Mecklenburg-Vorpommern den Einsatz eines von der hessischen Steuerverwaltung entwickelten und eingesetzten KI-Chatbots für die Arbeit der Finanzämter. Der TaxBot Maxi wird im Auftrag des Landes Hessen bei der STACKIT der Schwarz-Gruppe betrieben. Er unterstützt die Beschäftigten insbesondere bei der fachspezifischen Analyse, Recherche und Erstellung von Dokumenteninhalten. Auch Übersetzungen gehören zu den vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten.

Digitale Souveränität bedeutet auch, millionenfach erprobte, sichere und praxistaugliche Open Source Anwendungen zu nutzen, statt alles jeweils selbst zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation zwischen den beiden Bundesländern ist die Frage, wie Verwaltungen Daten künftig besser für Entscheidungen nutzen können. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben hierzu regelmäßig sogenannte Datentage durchgeführt. Dabei stellten die Länder ihre jeweiligen Ansätze, Werkzeuge und Erfahrungen vor.

Auf dieser Grundlage soll nun die gemeinsame Weiterentwicklung einer Data Fabric beziehungsweise eines Datenpools vorangetrieben werden. Ziel ist eine leistungsfähige Dateninfrastruktur, die unterschiedliche Datenbestände zusammenführt und umfassende Analysemöglichkeiten eröffnet. Damit sollen Entscheidungen in der Verwaltung stärker auf belastbaren Daten und Analysen beruhen können.

Ein weiterer Baustein der Kooperation ist die Resilienz der IT-Infrastruktur. Beide Länder verfolgen ähnliche Konzepte, gehen dabei aber arbeitsteilig vor. Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich insbesondere auf die resiliente Bereitstellung von IT-Infrastrukturen durch kleine, ultramobile Rechenzentren. Schleswig-Holstein arbeitet schwerpunktmäßig an der Bereitstellung von Notfallarbeitsplätzen. Perspektivisch sollen gemeinsame Architekturen und Standards dazu beitragen, IT-Infrastrukturen und Arbeitsmöglichkeiten auch unter außergewöhnlichen Bedingungen schnell und möglichst ortsunabhängig bereitstellen zu können. Damit wird digitale Souveränität auch zu einer Frage der staatlichen Krisenvorsorge: Eine moderne Verwaltung muss nicht nur digital arbeiten können, sondern auch dann handlungsfähig bleiben, wenn zentrale Infrastrukturen ausfallen.

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist außerdem der Aufbau einer länderübergreifenden Community für Open Source und digitale Souveränität. Fachreferate, IT-Verantwortliche und die CIO-Ebene tauschen sich regelmäßig über Projekte und Erfahrungen aus. Dabei geht es um mehr als Software. Digitale Souveränität bedeutet auch Wahlfreiheit bei Schnittstellen, Austauschformaten, technischen Komponenten, Netzen und Diensten. Offene und nachvollziehbare Lösungen können Abhängigkeiten reduzieren und ermöglichen es Verwaltungen, digitale Anwendungen an ihre eigenen Anforderungen anzupassen.

Schwesig: Ansiedlung von EKATO stärkt den Wirtschaftsstandort Stralsund

Stralsund – In Stralsund ist heute die neue Produktionsstätte der Firma Ekato Nord GmbH im maritimen Industrie- und Gewerbepark auf dem Gelände der früheren Volkswerft eröffnet worden. Dort soll künftig vorrangig die Montage von Großrührwerken zum weltweiten Export erfolgen. Großrührwerke werden beispielsweise in der Pharmazie, der Biotechnologie, der Lebensmitteltechnologie, in der Kosmetikindustrie und bei der Herstellung von Biokraftstoffen benötigt.

„Der maritime Industrie- und Gewerbepark Volkswerft in Stralsund überzeugt durch sehr gute Anschlussmöglichkeiten zu Land und Wasser. Hier sind Unternehmen wie Ostseestaal oder die Fassmer-Gruppe ansässig. Ich freue mich sehr, dass mit EKATO ein neuer starker Partner dazustößt“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrem Besuch in Stralsund.

„Ich freue mich, dass unsere Standortvorteile Sie überzeugt haben. Ausschlaggebend für die Ansiedlung war vor allem die Infrastruktur. Der Standort bietet viel Platz. Hier können LKWs einfach beladen werden, Transporte per Bahn sind möglich und der Seeweg kann für den Transport der Großrührwerke genutzt werden“, sagte Schwesig. EKATO habe fast 10 Millionen Euro in sein neues Werk investiert. Das Land habe die Ansiedlung mit 1,3 Millionen Euro unterstützt.

„Mit der Ansiedlung von EKATO setzt Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen der Standortoffensive seine erfolgreiche Strategie zur Ansiedlung wachstumsstarker mittelständischer Betriebe fort. Denn genau solche mittelständischen Unternehmen prägen unsere Wirtschaft und unser Land“, stellte die Ministerpräsidentin fest.