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Monat: September 2026

Tag des alkoholgeschädigten Kindes

„Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben“

Schwerin – Jedes Jahr kommen in Deutschland Schätzungen zufolge bis zu 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wie der fetalen Alkoholspektrumstörung (FASD) zur Welt. Als Tag des alkoholgeschädigten Kindes macht der 09. September deshalb jährlich auf die Gefahren des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufmerksam und nutzt dafür das symbolische Datum, das an die neun Monate erinnern soll, die ein Kind im Bauch seiner Mutter verbringt. Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese betonte heute: „Während der Schwangerschaft gibt es kein sicheres Maß an Alkoholkonsum, denn das Baby trinkt mit.“

So erhält das ungeborene Kind während der Schwangerschaft die wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung der Mutter über die Nabelschnur. „Auf demselben Weg gelangt dann jedoch auch der Alkohol als Zellgift in den kindlichen Körper und kann dort die Entwicklung aller Organe und insbesondere des Gehirns beeinträchtigen“, erklärte Drese. Dies könne bei FASD etwa zu Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten, sowie Schäden von Augen, Gesicht, Herz, Nieren oder Knochen führen. Diese Folgen bleiben ein Leben lang, denn FASD ist nicht heilbar.

„Das bedeutet, dass FASD die häufigste, angeborene, nicht genetisch bedingte Behinderung in Deutschland ist. Ein konsequenter Alkoholverzicht schützt. Dennoch konsumieren laut Umfragen rund 20 Prozent der Frauen auch während der Schwangerschaft, knapp acht Prozent sogar so viel, dass die Alkoholmenge selbst für nichtschwangere Frauen als riskant gilt. Ob aus Unwissenheit über die Folgen des Konsums oder auch durch bestehende Abhängigkeitserkrankungen: Das sind Zahlen, die erschrecken“, so Drese.

Das Land habe daher zuletzt die Beratungs- und Unterstützungsangebote für FASD und Suchterkrankungen ausgebaut. „Ein gesunder Start ins Leben beginnt lange vor der Geburt. Deshalb ist Aufklärung über die Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft so wichtig“, unterstrich die Ministerin. So unterstütze das Land etwa die FASD-Fachstelle in Rostock, die Betroffene, Eltern, Pflege- und Adoptivfamilien oder auch Fachkräfte unterstützt, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen oder bei der Suche nach pädagogischer, therapeutischer oder medizinischer Hilfe.

„Zusätzlich haben wir mit KipsFam ein Hilfsnetz für Kinder aus sucht- oder psychisch belasteten Familien ins Leben gerufen. Regionalstellen in den Landkreisen und kreisfreien Städten helfen dabei, Familien frühzeitig Unterstützung anzubieten, sie eng zu begleiten und bei Bedarf in externe Hilfsangebote zu vermitteln“, erklärte Drese. Insgesamt stehen bis 2027 fünf Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) für das Projekt zur Verfügung.

„Wir müssen beides zusammen denken“, betonte Drese: „Jedes Kind verdient einen gesunden Start ins Leben. Deshalb wollen wir verhindern, dass Kinder durch Alkohol in der Schwangerschaft geschädigt werden. Und wir müssen für diejenigen da sein, die bereits mit den Folgen wie etwa FASD leben. Dafür braucht es Aufklärung, gezielte Beratung und verlässliche Unterstützung“, sagte sie.

Weitere Informationen zur FASD-Beratungsstelle finden Interessierte unter https://rostocker-stadtmission.de/fasd-beratungsstelle-m-v. Alle Informationen rund um KipsFam stehen unter https://blickauf-kipsfam.de/ zur Verfügung.

Backhaus übergibt Brotboxen an 180 Schulkinder

Mühlengeez – Wie sieht ein guter Start in den Schultag aus – und woher kommen eigentlich die Lebensmittel auf dem Frühstückstisch? Darüber spricht Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am 10. September ab 9 Uhr im Festzelt auf der MeLa in Mühlengeez mit rund 180 Schülerinnen und Schülern der ersten und zweiten Klassen. Beim gemeinsamen Bio-Frühstück im Festzelt kommen überwiegend regionale Bio-Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern auf den Tisch. Insgesamt werden rund 230 Kinder, Lehrkräfte, Unterstützer und Gäste erwartet.

„Wer morgens gut frühstückt, startet mit Energie und Konzentration in den Tag. Mir ist aber noch etwas anderes wichtig: Kinder sollen früh erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie sie erzeugt werden und wie viel Arbeit darin steckt. Genau dafür ist die Bio-Brotbox eine tolle Aktion. Sie verbindet gesunde Ernährung mit Wissen über Landwirtschaft und Lebensmittel – und das ganz praktisch am Frühstückstisch“, sagte Backhaus im Vorfeld.

Das Frühstück auf der MeLa bildet den öffentlichen Auftakt der Bio-Brotbox-Aktion 2026 in Mecklenburg-Vorpommern. Ende September erreicht die Aktion dann das ganze Land: An mehr als 100 Schulen sollen rund 6.000 Erstklässlerinnen und Erstklässler eine wiederverwendbare Bio-Brotbox erhalten. Am 29. September werden die Boxen und Lebensmittel an sechs dezentralen Packstationen zusammengestellt, am 30. September folgen die Übergabe und gemeinsame Frühstücksaktionen an den Schulen.

Die Bio-Brotbox soll dabei mehr sein als ein einmaliges Frühstück. Sie soll Kinder und Eltern im Alltag daran erinnern, auf ein ausgewogenes Schulfrühstück zu achten. Zugleich lernen die Kinder etwas über die Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln. Die Aktion verfolgt drei zentrale Ziele: Jedes Kind soll täglich frühstücken können, ein gesundes Frühstück erhalten und den Wert guter Lebensmittel schätzen lernen.

„Lebensmittel wachsen nicht im Supermarktregal. Hinter Milch, Brot, Käse, Äpfeln oder Möhren stehen Landwirtinnen und Landwirte, Bäcker, Molkereien und viele weitere Menschen. Gerade auf der MeLa können Kinder erleben, wie eng Landwirtschaft und Ernährung zusammengehören. Wer schon früh weiß, wo Lebensmittel herkommen, entwickelt auch ein anderes Bewusstsein für ihre Qualität und ihren Wert“, betonte Backhaus.

Beim Frühstück in Mühlengeez stehen unter anderem Brot und Brötchen, Milchprodukte, Wurst, Frucht- und Gemüseaufstrich, Äpfel, Kohlrabi, Salat und Möhren auf dem Tisch. Im Anschluss erhalten die Kinder ihre Bio-Brotbox mit gesunden Snacks und Informationsmaterialien.

Getragen wird die Bio-Brotbox-Aktion in Mecklenburg-Vorpommern von Bio in MV e. V. gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen. Sie stellen Lebensmittel bereit, unterstützen beim Packen und bei der Verteilung oder engagieren sich finanziell und organisatorisch. Das Landwirtschaftsministerium begleitet die Aktion seit Jahren und unterstützt 2026 unter anderem den Druck der begleitenden Informationsbroschüre mit rund 2.000 Euro.

„Dass wir 6.000 Kinder an mehr als 100 Schulen erreichen können, ist nur möglich, weil viele Unternehmen, Verbände und Ehrenamtliche gemeinsam anpacken. Dieses Engagement verdient großen Dank. Ich wünsche mir, dass wir die Bio-Brotbox weiter in die Fläche tragen. Denn jedes Kind, das lernt, wie wichtig ein gutes Frühstück ist und wo seine Lebensmittel herkommen, ist ein Gewinn“, so Backhaus.

Die Bio-Brotbox-Aktion wird in Mecklenburg-Vorpommern durch Sponsoring und ehrenamtliches Engagement getragen. In diesem Jahr findet der öffentliche Auftakt bereits zum dritten Mal im Rahmen der MeLa statt. Die Bio-Brotbox-Aktion verfolgt das Ziel, Kinder für ein tägliches und ausgewogenes Frühstück sowie für Herkunft, Erzeugung und Wert von Lebensmitteln zu sensibilisieren.

Zwei verletzte Polizeibeamte in zwei Tagen

Gewalt gegen Einsatzkräfte ist nicht hinnehmbar

Schwerin – Bei Einsätzen in den vergangenen Tagen wurden zwei Polizeibeamte verletzt. Am 7. September wurde ein Beamter in Garlitz bei einer Widerstandshandlung an der Hand verletzt. Am heutigen Tag wurde ein weiterer Polizist bei einem Einsatz in einer Erstaufnahmeeinrichtung am Handgelenk verletzt. Beide Polizisten waren anschließend nicht dienstfähig.

Innenminister Christian Pegel: „Dass Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte bei der Ausübung ihres Dienstes verletzt werden, darf uns nicht kaltlassen. Sie müssen darauf vertrauen können, dass Angriffe auf sie ernst genommen und konsequent verfolgt werden. Die beiden Fälle stehen für ein Problem, das über die Polizei hinausgeht. Auch Feuerwehr und Rettungsdienst sehen sich bei ihrer Arbeit zunehmend mit Aggression und Gewalt konfrontiert.

Dabei sind es gerade diese Menschen, die gerufen werden, wenn andere nicht mehr weiterwissen. Wir dürfen nicht akzeptieren, dass Gewalt zum Risiko des Helfens wird. Wer Einsatzkräfte angreift, erschwert nicht nur ihren konkreten Einsatz. Er trifft Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen. Der Staat muss hier eine klare Grenze ziehen. Den beiden verletzten Polizeibeamten wünschen ich eine schnelle und vollständige Genesung.“

Im Jahr 2025 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 540 Fälle von Widerstand gegen sowie 519 Fälle von tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichgestellte Personen erfasst. Beide Zahlen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. 96,4 Prozent aller Opfer von Widerstand und tätlichem Angriff waren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte.

Drese: „Die Pflegereform muss endlich die großen Probleme lösen“

Ministerin fordert Begrenzung der Eigenanteile, faire Finanzierung und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige

Rostock – Bei einer Podiumsdiskussion des Vereins „Zukunftsfeste Pflege“ im Rahmen der Pflegemesse Rostock hat Sozialministerin Stefanie Drese eine zügige und grundlegende Pflegereform gefordert. „Eine Pflegereform darf aber nicht darin bestehen, immer neue Belastungen auf Pflegebedürftige, Angehörige und Versicherte zu verteilen. Sie muss ihren Namen verdienen und die großen Probleme tatsächlich lösen“, betonte Drese.

Im Mittelpunkt müsse dabei die zukunftssichere Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung stehen. Drese formulierte drei zentrale Forderungen:

Erstens: Eigenanteile für Pflegeheimbewohner begrenzen.

„Wer pflegebedürftig wird und einen Pflegeplatz braucht, darf nicht vor der Frage stehen, wie er immer weiter steigende Eigenanteile bezahlen soll. Die pflegebedingten Eigenanteile müssen gedeckelt werden. Wir müssen die Kostenspirale stoppen und Pflegebedürftige finanziell besser schützen.“

Zweitens: Pflegeversicherung nachhaltig und solidarisch finanzieren.

„Versicherungsfremde Leistungen gehören aus Steuermitteln finanziert und dürfen nicht länger die Pflegeversicherung belasten. Gleichzeitig muss auch die Einnahmeseite in den Blick genommen werden. Der Bund sollte deshalb prüfen, ob Beamtinnen und Beamte in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen werden können. Wenn wir sagen, dass starke Schultern mehr tragen müssen, dann gilt das selbstverständlich auch für uns Politikerinnen und Politiker.“

Drittens: Pflegende Angehörige stärker unterstützen.

„Die meisten Menschen möchten auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu Hause bleiben. Wer Angehörige pflegt, braucht deshalb mehr Flexibilität, fachliche Unterstützung und unbürokratische Hilfe.“ Dazu gehörten eine stärkere Prävention, gezielte Beratung und Begleitung, Rehabilitationsangebote sowie ein Notfallbudget für Randzeiten. Entsprechende Vorschläge habe die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ bereits Ende 2025 vorgelegt.

„Wir dürfen Pflege nicht nur als Kostenproblem betrachten. In den vergangenen Jahren sind wichtige Fortschritte erreicht worden – auch bei der Qualität und bei der Bezahlung. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen inzwischen im Durchschnitt mehr als 4.000 Euro im Monat. Das ist angesichts der Verantwortung und der Anforderungen richtig und wichtig“, sagte Drese. Gleichzeitig müssten die finanziellen Herausforderungen jetzt gelöst werden, damit die Versorgung nicht gefährdet werde.

Auch Mecklenburg-Vorpommern handelt bereits. Im „Pakt für Pflege MV“ wurden unter anderem Empfehlungen zu Ausbildung, Fachkräftegewinnung, Digitalisierung, Bürokratieabbau und einer besseren Vernetzung der Beratungsangebote entwickelt. Der Landespflegeausschuss will im Sommer 2027 einen Abschlussbericht vorlegen. Mit dem Landesinvestitionsprogramm zur Förderung der Kurzzeitpflege und der Kofinanzierung von Modellprojekten unterstützt das Land zudem konkrete Verbesserungen vor Ort.

„Wir arbeiten in Mecklenburg-Vorpommern miteinander und nicht gegeneinander – auf Augenhöhe. Aber die entscheidenden Stellschrauben liegen beim Bund. Wir brauchen deshalb jetzt eine nachhaltige und generationengerechte Finanz- und Strukturreform. Ein bloßes Stopfen von Haushaltslöchern ist keine Pflegereform“, so Drese.

Land bündelt Kräfte für 82.000 Hektar Waldmoore

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern stellt den Schutz seiner Waldmoore breiter auf. Mit dem neuen Waldmoorzentrum bei der Landesforstanstalt nimmt das Land erstmals systematisch die Moore im gesamten Wald in den Blick – über die Flächen der Landesforst hinaus. Das Zentrum soll revitalisierbare Waldmoore identifizieren, aktiv auf private und kommunale Waldeigentümer zugehen, sie zu Maßnahmen und Fördermöglichkeiten beraten und Planungen zur Umsetzung von konkreten Wiedervernässungsprojekten auf den Weg bringen. Der Handlungsbedarf ist groß: Von den rund 300.000 Hektar Moorfläche in MV liegen etwa 82.000 Hektar im Wald. Nahezu alle Moore des Landes sind entwässert. Dadurch werden sie von Kohlenstoffspeichern zu Quellen klimaschädlicher Treibhausgase.

Landwirtschafts- und Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus erklärte zur Eröffnung des Waldmoorzentrums am 8. September im Friedrichsruher Wald: „Moorschutz ist in Mecklenburg-Vorpommern Klimaschutz in einer ganz besonderen Größenordnung. Entwässerte Moore sind inzwischen die größte CO₂-Quelle unseres Landes – noch vor Verkehr und Industrie. Rund 82.000 Hektar unserer Moore liegen im Wald. Deshalb müssen wir vom Wissen stärker ins Handeln kommen. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir eine zentrale Struktur, die Kompetenzen bündelt und konkrete Projekte in der Fläche voranbringt.“

Von Einzelprojekten zum systematischen Vorgehen

Zentrales Ziel des Waldmoorzentrums ist es, möglichst schnell alle noch revitalisierbaren Waldmoore im Gesamtwald zu identifizieren. Anschließend sollen gemeinsam mit den betroffenen Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung entwickelt und umgesetzt werden.

Zu den Kernaufgaben gehört daher die Entwicklung, Beratung und Umsetzung von Renaturierungsprojekten, Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aus- und Weiterbildung im Bereich Waldmoorschutz. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Aktuell stehen die Forstämter Lüttenhagen, Grevesmühlen und Schildfeld im Fokus.

Dabei beginnt das Land nicht bei null. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100 Moorrevitalisierungsprojekte bearbeitet und umfangreiche Erfahrungen bei Planung, Umsetzung und Unterhaltung entsprechender Maßnahmen gesammelt. Dieses Know-how wird nun im Waldmoorzentrum gebündelt.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern viel Erfahrung mit der Wiedervernässung von Mooren. Jetzt geht es darum, dieses Wissen systematisch für unsere Waldmoore zu nutzen und schneller in die Fläche zu bringen. Dabei gilt für uns: Moorschutz funktioniert nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb werden die Maßnahmen in enger Abstimmung mit den jeweiligen Flächeneigentümern entwickelt“, sagte Backhaus.

Das interdisziplinäre Waldmoorzentrum soll künftig nach einheitlichen Standards die organisatorischen, planerischen und gutachterlichen Leistungen für Moorschutzprojekte erbringen. Dabei soll ausdrücklich eigentumsübergreifend gearbeitet werden.

Waldmoore bis 2040 wiedervernässen

Grundlage für das weitere Vorgehen ist die Anfang 2025 vorgestellte Strategie zum Schutz und zur Nutzung der Moore. Für den Wald sieht sie unter anderem die Wiedervernässung der Waldmoore bis 2040, die Umwandlung standortfremder Gehölzbestände auf angrenzenden Flächen und eine an nasse Standortverhältnisse angepasste forstwirtschaftliche Nutzung vor.

Backhaus: „Intakte Waldmoore sind mehrfach wertvoll: Sie halten Wasser in der Landschaft, bieten spezialisierten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit dem Waldmoorzentrum schaffen wir die Voraussetzungen dafür, diese Potenziale künftig systematischer zu nutzen.“

Manfred Baum, Vorstand der Landesforstanstalt M-V, unterstreicht die Bündelung der vorhandenen Erfahrung: „Wir vereinen damit viele wichtige Kompetenzen in einer Hand. Es ist konsequent, diese künftig im Waldmoorzentrum zu bündeln.“

PISA 2025: Basiskompetenzen weiter stärken

Oldenburg: PISA bestätigt den eingeschlagenen Weg, Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Deutsch intensiver zu fördern

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg sieht die Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudie PISA 2025 als weiteren Beleg dafür, den in dieser Legislaturperiode eingeschlagenen Weg zur Stärkung der Basiskompetenzen und zur Verbesserung der Unterrichtsqualität weiter zu verfolgen. Deutschland erreicht im OECD-Bildungsvergleich in den Naturwissenschaften 486 Punkte, im Lesen 465 Punkte und in Mathematik 464 Punkte und liegt damit in allen drei Bereichen im OECD-Durchschnitt.

Die Studie zeigt, dass das Interesse an Naturwissenschaften zugenommen hat und international wieder im Durchschnitt liegt. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Jugendlichen mit unzureichenden Basiskompetenzen deutschlandweit erhöht. Auffällig ist, dass etwa ein Viertel der Jugendlichen besonders niedrige Kompetenzen aufweist. Zugleich erreicht aber auch rund ein Viertel der Jugendlichen besonders hohe Kompetenzstufen. Deutlich wird, dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg besonders verstärkt hat.

Die PISA-Ergebnisse sind für Mecklenburg-Vorpommern vor allem als internationaler Referenzrahmen und als Impuls für die Weiterentwicklung der Bildungspolitik von Bedeutung. Da in der Regel wenige Schulen je Bundesland an der internationalen Studie teilnehmen, lassen sich aus PISA keine länderspezifischen Aussagen ableiten. Für die Bewertung der Situation in Mecklenburg-Vorpommern sind insbesondere der IQB-Bildungstrend und weitere landesbezogene Erhebungen aussagekräftiger. Sie ermöglichen einen Vergleich der Länder und machen spezifische Stärken sowie Entwicklungsbedarfe sichtbar.

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Bildung bereits bei den ganz Kleinen beginnt und dass die geplanten Kürzungen im Kita-Startchancen- und Qualitätsgesetzt um die Hälfte in Höhe von sieben Milliarden Euro bis 2034 nicht umgesetzt werden dürfen. Die PISA-Ergebnisse sind keine Momentaufnahme, die sich auf einzelne Maßnahmen oder einige Schuljahre zurückführen lässt. Sie machen Entwicklungen sichtbar, die sich über viele Jahre aufgebaut haben.

Zugleich sind sie ein klarer Handlungsauftrag, die Maßnahmen zur Stärkung der Basiskompetenzen konsequent weiter umzusetzen. Deshalb müssen auch bildungspolitische Antworten langfristig angelegt sein. Wir brauchen mehr Zeit zum Lernen, Üben und Festigen und eine gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler. Und diesen Weg gehen wir in Mecklenburg-Vorpommern: Wir verbessern Deutsch und Mathematik, fördern mit dem Leseband frühzeitig die Lesekompetenz, bauen die Sprachbildung aus und schaffen mehr Möglichkeiten für individuelle Förderung. Dabei geht es auch darum, Bildungschancen, unabhängig von der sozialen Herkunft, zu verbessern.

Entscheidend ist, dass wir diesen Kurs langfristig und verlässlich fortsetzen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Um bildungspolitische Entscheidungen noch stärker auf Grundlage verlässlicher Daten treffen zu können und Schulen bei pädagogischen Maßnahmen noch besser unterstützen zu können, haben wir in diesem Schuljahr zudem ein Pilotprojekt zur datengestützten Schul- und Unterrichtsentwicklung gestartet. Durch eine gezielte Auswertung der Daten sollen der Unterricht und die individuelle Förderung von Kindern und Jugendlichen weiter verbessert werden.“

Folgende Maßnahmen hat das Land in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht und setzt damit bereits zentrale Empfehlungen des PISA-Teams um:

  • Veränderung der Stundentafel: Die Neugestaltung stärkt insbesondere Deutsch, Mathematik und die erste Fremdsprache. In der Grundschule stehen zusätzliche Stunden für Sprache, Lesen und Grundrechenfertigkeiten zur Verfügung. An Regionalen Schulen und integrierten Gesamtschulen werden zusätzliche Stunden für individuelle Förderung, Differenzierung und Lernzeiten geschaffen. Flexible Stundenkontingente ermöglichen es den Schulen, eigene Schwerpunkte zu setzen und gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler einzugehen.
  • Leseband an Grundschulen: An allen öffentlichen Grundschulen gibt es eine verbindliche tägliche Lesezeit von 20 Minuten in den Klassen 1 bis 4. Unterschiedliche Lesemethoden fördern Leseflüssigkeit, Wortschatz und Textverständnis.
  • Sprachbildung: Die landesweite Sprachbildungsstrategie wird schrittweise umgesetzt. Dazu gehören der Rahmenplan Sprachbildung, die Beteiligung am länderübergreifenden BiSS-Verbund sowie kontinuierliche Fort-, Aus- und Weiterbildungsangebote.
  • Naturwissenschaften und MINT: Mecklenburg-Vorpommern stärkt den naturwissenschaftlichen Unterricht durch die Wiedereinführung des Fachtags Naturwissenschaften, die Überarbeitung der Rahmenpläne und die Umsetzung der Landesstrategie „Mehr MINT wagen“. Zudem werden MINT-Profilschulen, Schulnetzwerke und außerschulische Lernorte unterstützt.
  • Mathematik: Mit der Beteiligung am KMK-Programm „QuaMath“, der Überarbeitung der Mathematik-Rahmenpläne und der Verankerung der Kompetenz „Mit Medien mathematisch arbeiten“ wird die Qualität des Mathematikunterrichts weiter gestärkt.
  • Hochbegabten- und Begabungsförderung: An vier Gymnasien werden Schülerinnen und Schüler in speziellen Hochbegabtenklassen gefördert. Ergänzend werden im Rahmen von „Leistung macht Schule“ (LemaS) wissenschaftlich fundierte Konzepte zur Begabungs- und Leistungsförderung in die Schulen übertragen.
  • Digitale Landesschule (DiLaS): Die Digitale Landesschule ermöglicht digitalen Vertretungsunterricht in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen. Das Angebot umfasst synchrone und asynchrone Unterrichtsformate und wird schrittweise erweitert.

 „Wir müssen beides im Blick behalten: Schülerinnen und Schüler, die besondere Unterstützung benötigen, und diejenigen, die ihre Begabungen weiterentwickeln sollen. Gute Bildung bedeutet, niemanden zurückzulassen und gleichzeitig Leistungsspitzen zu fördern. Deshalb verbinden wir die Stärkung der Basiskompetenzen mit einer gezielten Begabungs- und Leistungsförderung und einer kontinuierlichen Weiterentwicklung des Unterrichts“, so die Bildungsministerin.

„PISA zeigt uns, wo Deutschland insgesamt steht. Für Mecklenburg-Vorpommern schauen wir deshalb zusätzlich sehr genau auf unsere eigenen Daten, um zu erfahren, welche Maßnahmen besonders gut wirken oder wo wir nachsteuern müssen. Die Evaluation des Lesebands ist dafür ein gutes Beispiel: Sie zeigt eine positive Entwicklung der Lesekompetenz und gibt uns zugleich Hinweise darauf, wie wir die Förderung in unserem Bundesland weiter verbessern können.“

Auf Meistertour

Dr. Blank: „Unser Handwerk steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat am gestrigen Montag gemeinsam mit Vertretern der Hand­werkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern drei Handwerks­unternehmen in Vorpommern besucht. Stationen waren die HAB Hallen- und Anlagenbau GmbH in Wusterhusen, die Nordic Design Tischlerei GmbH in Hohendorf bei Wolgast sowie der Yachtausrüster Wendel & Rados GmbH & Co. KG in Greifswald.

„Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und steht für Unternehmergeist und regionale Wertschöpfung. Gerade im ländlichen Raum sind die Betriebe Stabilitätsanker und Chancengeber. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze und prägen das gesellschaftliche Leben vor Ort. Die Unter­nehmen, die wir heute besuchen, zeigen, wie modern und innovativ das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpom­mern waren Ende 2025 insgesamt 12.096 Betriebe registriert. Rund 85.000 Menschen sind im Handwerk beschäftigt. Bei den Betriebsbesuchen ging es unter anderem um Fachkräfte­gewinnung, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, Wissen­stransfer, Energiekosten sowie die bürokratische Belastung der Unternehmen.

Dr. Blank: „Mecklenburg-Vorpommern hat sich erfolgreich für eine fairere Verteilung der Netzentgelte eingesetzt. Davon profitieren heute auch unsere Handwerksbetriebe. Jetzt muss der Bund den nächsten Schritt gehen. Die Energiekosten sind für viele Betriebe noch immer eine große Belastung.“ 

Bei der Nachwuchsgewinnung gibt es positive Signale: Bis Ende Juli wurden landesweit 1.425 neue Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen. Im Bereich der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern lag die Zahl rund sieben Prozent über dem Vorjahresniveau.

„Das ist eine tolle Entwicklung. Das Handwerk bietet beste berufliche Perspektiven und spannende Zukunftschancen. Wir wollen dazu beitragen, dass noch mehr junge Menschen diese Chancen kennenlernen“, sagte Blank.

Dazu unterstützt das Land freiwillige Schülerpraktika im Hand­werk mit 120 Euro pro Praktikumswoche für maximal drei Wochen im Jahr. „Ein Praktikum ist der beste Weg, einen Beruf wirklich kennenzulernen. Deshalb unterstützen wir junge Menschen dabei, Handwerk praktisch auszuprobieren – und die Betriebe dabei, ihren Nachwuchs von morgen zu gewin­nen“, so Blank.

Förderbescheide für Dierkow und Toitenwinkel

Rostock – Landesbauminister Christian Pegel hat heute in Rostock zwei Fördermittelbescheide an die Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität, Dr. Ute Fischer-Gäde, überreicht.

Für die Aufwertung des Grünraumes in der Hartmut-Colden-Straße im Fördergebiet Dierkow werden 145.000 Euro aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land bereitgestellt. Die Anlage wurde in den 90er Jahren errichtet und wird durch die Anwohner intensiv genutzt. Mit der Neugestaltung wird die Aufwertung des öffentlichen Raums angestrebt, insbesondere sollen die Randbereiche gerodet, zwei Blumenwiesen angelegt sowie Frühblüher gepflanzt werden. Das bestehende Wegenetz bleibt erhalten, Bänke und Pergola werden instandgesetzt. Weiterhin werden fünf neue, insektenfreundliche Leuchten sowie Stahlpoller mit Schranke zum Schutz der Gehwege vor unerlaubtem Befahren eingebaut. Das vorhandene Klettergerüst bleibt bestehen.

Für die Modernisierung und Erweiterung der Sporthalle in der Pablo-Picasso-Straße in Toitenwinkel fließen 3,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Sporthalle wird bis auf Bodenplatte und Grundmauer entkernt und komplett erneuert. Die gesamte Anlagentechnik für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro wird entfernt und vollständig neu errichtet. Auf der nördlichen Seite kommt außerdem ein Funktionsanbau hinzu.

„Die Städtebauförderung ist ein wichtiges Instrument der Stadtentwicklung, von dem sowohl Kommunen als auch private Eigentümer und die gesamte Gesellschaft profitieren. Das zentrale Ziel ist, Städte an wirtschaftliche, ökologische und demografische Veränderungen anzupassen. Mit den Maßnahmen in Dierkow und Toitenwinkel werden sich die Verhältnisse vor Ort spürbar verbessern – wir schaffen eine neue Aufenthaltsqualität in Dierkow und unterstützen mit Hilfe der Europäischen Union den Sport mit einem faktischen Beinahe-Neubau der Sporthalle in Toitenwinkel. Ich bin davon überzeugt, dass damit ein Stück Lebensqualität in den Vierteln gewonnen wird“, so der Innenminister Christian Pegel.

„Viele wichtige Projekte der Stadtentwicklung könnten wir in Rostock ohne die Unterstützung von Land, Bund und Europäischer Union nicht oder zumindest nicht in diesem Umfang umsetzen. Deshalb sind wir für diese Förderung sehr dankbar“, unterstreicht Bausenatorin Dr. Ute Fischer-Gäde. „Die beiden Vorhaben zeigen sehr konkret, was mit dieser Unterstützung erreicht werden kann: In Dierkow entsteht ein attraktiverer öffentlicher Raum für die Menschen im Quartier, in Toitenwinkel wird die Sporthalle grundlegend modernisiert und fit für die Zukunft gemacht. Beides verbessert die Lebensbedingungen im Rostocker Nordosten sichtbar und spürbar.“