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Monat: Mai 2026

Jugendgruppen üben für den Ernstfall

Drese besucht Länderjugendlager des Technischen Hilfswerkes

Stralsund – Einmal im Jahr treffen sich die Jugendgruppen des Technischen Hilfswerks (THW) der Nordländer abwechselnd in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zum traditionellen Länderjugendlager. Gemeinsam gestalten sie das kommende Wochenende in Stralsund mit verschiedenen Ausflügen und Workshops, etwa zur Ersten Hilfe oder zum richtigen Retten aus Höhen und Tiefen.

Sozialministerin Stefanie Drese besuchte die Teilnehmenden heute am ersten Tag des Jugendlagers und hob die große Bedeutung des Ehrenamtes für den Bevölkerungsschutz hervor. „Das THW zeigt eindrucksvoll, wie wichtig engagierte Menschen für unsere Gesellschaft sind. Gerade junge Menschen übernehmen hier früh Verantwortung, lernen Teamgeist und Hilfsbereitschaft. Das stärkt nicht nur den Katastrophenschutz, sondern auch den solidarischen Zusammenhalt“, erklärte sie.

Besonders beeindruckt zeigte sich die Ministerin vom Engagement der Jugendlichen und Betreuenden, die ihre Freizeit investieren, um sich auf Einsätze und Notlagen vorzubereiten. „Statt eines freien Pfingstwochenendes stehen hier die Grundsätze der Ersten Hilfe und verschiedene Rettungsmethoden auf dem Plan. Ganz praxisnah werden die Teilnehmenden also zu echten Lebensretterinnen und Lebensrettern, stärken aber auch ihr Selbstvertrauen und das eigene Verantwortungsbewusstsein“, so Drese.

Damit würden die Teilnehmenden wichtige Fähigkeiten erwerben, die auch fernab der Veranstaltung in den mittlerweile 18 Jugendgruppen (Ortsgruppen) des THW in Mecklenburg-Vorpommern vermittelt werden. Das Eintrittsalter liegt dabei in der Regel bei 10 Jahren. „Manche Ortsgruppen bieten aber auch sogenannte Minigruppen für Interessierte Kinder ab sechs Jahren an“, hob die Ministerin hervor.

Sie hoffe, dass die länderübergreifenden Jugendlager dazu beitragen, die Mitgliedschaft im THW noch attraktiver zu machen. „Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Herausforderungen brauchen junge Menschen Orte, an denen sie Gemeinschaft erleben, sich bewegen, sich weiterentwickeln und aktiv einbringen können“, erklärte Drese und dankte allen, die an der Organisation mitgewirkt haben.

Backhaus wirbt für Balance zwischen Küstenfischerei und Naturschutz

Insel Rügen – Anlässlich des Reusenfestes in Baabe beteiligt sich Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Dr. Till Backhaus, am Freitag, den 22. Mai 2026, am sogenannten „Reusentalk“ zur Zukunft der Küstenfischerei. Die Gesprächsrunde beginnt gegen 16.30 Uhr im Rahmen des traditionellen Festprogramms am Hafen von Baabe.

Gemeinsam mit Fischern, Vertretern der Gemeinde, des Tourismus sowie weiteren Akteuren will der Minister über die aktuelle Situation der Küstenfischerei, den Naturschutz und die Zukunft der Küstenregionen sprechen.

„Die Küstenfischerei gehört zu Mecklenburg-Vorpommern wie die Ostsee selbst. Sie ist Teil unserer kulturellen Identität, sichert regionale Wertschöpfung und prägt seit Generationen das Leben an unseren Küstenorten. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für den Schutz unserer Meere und ihrer empfindlichen Ökosysteme. Beides gegeneinander auszuspielen, führt nicht weiter“, sagte Backhaus im Vorfeld der Veranstaltung.

Die Branche steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Stark gesunkene Fangquoten bei Dorsch und Hering, steigende Betriebskosten, Umweltauflagen sowie Konflikte mit Prädatoren wie Kegelrobben und Kormoranen belasten viele Betriebe existenziell. Während in Mecklenburg-Vorpommern 2017 noch bis zu [] über (genau 15.663 t) 15.000 Tonnen Fisch angelandet wurden, lag der Gesamtfang 2024 nur noch bei rund 2.400 Tonnen.

Das Land unterstützt die Küstenfischerei deshalb seit Jahren mit umfangreichen Hilfen. Allein für zeitweilige Stilllegungen zum Schutz von Dorsch und Hering flossen seit 2017 rund 23 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln nach Mecklenburg-Vorpommern. Hinzu kommen Investitionshilfen, Unterstützung bei der Direktvermarktung sowie Entschädigungen für Schäden durch Kegelrobben.

Gleichzeitig investiert Mecklenburg-Vorpommern massiv in den Meeresschutz. Knapp 50 Prozent des Küstenmeeres stehen bereits heute als Natura-2000-Gebiete unter europäischem Schutz. Hinzu kommen Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturschutzgebiete, die sich vielfach mit den europäischen Schutzkategorien überlagern. Aktuell ist keine Ausweisung neuer Schutzgebiete im Küstenmeer geplant.

Dazu gehören Renaturierungsprojekte an der Ostseeküste, Schutzgebietsbetreuungen, Monitoringprogramme sowie das mit rund 12 Millionen Euro geförderte Projekt „MV Seagrass for Climate“ zur Wiederansiedlung von Seegraswiesen als natürliche Kohlenstoffspeicher und Lebensräume vieler Arten.

Auch die Ereignisse rund um den gestrandeten Buckelwal vor Poel hätten gezeigt, wie sensibel die Ostsee als Lebensraum sei und wie wichtig klare Regeln und abgestimmte Verfahren für den Schutz mariner Arten künftig sein werden.

„Der Wal hat viele Menschen bewegt und deutlich gemacht, wie sensibel unsere Meeresökosysteme sind. Umso wichtiger ist es, Naturschutz, Fischerei, Tourismus und Küstenentwicklung gemeinsam zu denken“, sagte Backhaus.

Die Landesregierung setze bei Nutzungskonflikten bewusst auf Dialog, wissenschaftliche Grundlagen und möglichst tragfähige Lösungen gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Die Ostsee sei ein vergleichsweise kleines und intensiv genutztes Meer mit vielfältigen Interessen von Fischerei, Naturschutz, Tourismus, Wassersport, Schifffahrt und Energiewirtschaft.

„Wir brauchen einen fairen Ausgleich zwischen Natur-, Arten- und Meeresschutz auf der einen Seite und einer wirtschaftlich tragfähigen Fischerei auf der anderen Seite. Die Menschen an der Küste erwarten zurecht, dass ihre Interessen gehört werden“, betonte der Minister.

Das Reusenfest in Baabe verbindet maritime Tradition, regionale Kultur und aktuelle Diskussionen rund um die Zukunft der Fischerei. Neben dem Reusentalk stehen unter anderem das traditionelle Aufziehen einer Reuse, maritime Musik sowie Gespräche mit Fischern und Gästen auf dem Programm.

Mecklenburg-Vorpommern stärkt Brand- und Katastrophenschutz

Bericht nach Kabinettbefassung an den Landtag übergeben

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat den Brand- und Katastrophenschutz in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und diese Entwicklung nun in einem umfassenden Bericht zusammengeführt. Nach der Befassung im Kabinett wurde der Bericht an den Landtages Mecklenburg-Vorpommern übergeben.

Innenminister Christian Pegel: „Die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren beruht auf Menschen, die Verantwortung übernehmen. Über 27.000 Feuerwehrmänner und -frauen engagieren sich in Mecklenburg-Vorpommern haupt- und ehrenamtlich in 957 Freiwilligen Feuerwehren und sechs Berufsfeuerwehren. Sie sind gerade in den kleinen Kommunen oft das Rückgrat des Gemeindelebens. Diese Leistung braucht verlässliche Unterstützung und klare politische Priorität.“

Die Landesregierung hat den Brand- und Katastrophenschutz in mehreren Bereichen gleichzeitig gestärkt. Bei der technischen Ausstattung der Feuerwehren, der Infrastruktur der Standorte, der finanziellen Unterstützung der Kommunen sowie bei den rechtlichen Grundlagen. Ziel war es, die Einsatzfähigkeit der Gefahrenabwehr im Land langfristig zu sichern und weiter zu stabilisieren.

Ein wichtiger Baustein waren und sind die drei Sonderprogramme „Zukunftsfähige Feuerwehr“, „Musterfeuerwehrhaus“ und die Förderung großer Feuerwehrgerätehäuser, für die 145 Millionen Euro zur Verfügung wurden bzw. werden. Über mehrere Jahre hinweg wurde damit die Fahrzeugausstattung der Feuerwehren modernisiert.

Viele ältere Fahrzeuge konnten ersetzt werden, insbesondere im ländlichen Raum hat sich die Einsatzfähigkeit dadurch spürbar verbessert. Mit dem Sondervermögen in Höhe von 50 Mio. Euro wurden insgesamt 310 Fahrzeuge für die Feuerwehren beschafft. Das Programm konnte 2025 abgeschlossen werden. Durch das Programm „Zukunftsfähige Feuerwehr“ konnten folgende Fahrzeuge durch die Kommunen beschafft werden:

  • 265 Tragkraftspritzenfahrzeuge-Wasser (TSF-W)
  • 11 Tanklöschfahrzeuge-Waldbrand (TLF-W)
  • 15 Löschgruppenfahrzeuge 20 (LF 20)
  • 17 Tanklöschfahrzeuge 3000 (TLF 3000)
  • 2 Löschgruppenfahrzeuge 20 Katastrophenschutz
    (Landesfahrzeuge LF-KatS).

„Mit dem Programm ‚Zukunftsfähige Feuerwehren‘ haben wir einen großen Schritt bei der Modernisierung der Fahrzeugflotte der Feuerwehren im Land erreicht. Die 310 neuen Fahrzeuge stehen für mehr Einsatzsicherheit und eine verlässliche Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren.“ so der Innenminister

Auch bei der Infrastruktur der Feuerwehren wurden neue Ansätze verfolgt. Mit dem bundesweit einzigartigem Musterfeuerwehrhäuserprogramm unterstützt das Land die Kommunen beim Bau moderner Gerätehäuser. Standardisierte Verfahren vereinfachen Abläufe und berücksichtigen gleichzeitig aktuelle Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität. Hierzu wurden bereits im Jahr 2023 ein Feuerwehrgerätehausprogramm im Umfang von 50 Mio. Euro aufgelegt: 35 Mio. Euro für das Musterfeuerwehrgerätehausprogramm und 15 Mio. Euro wurden für An-, Um- und Neubauten sowie Sanierungen. Insgesamt fördert das Land fördert die Errichtung mit insgesamt 40,5 Mio. Euro, davon 5,5 Mio. Euro aus zusätzlichen SBZ-Mitteln.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt. Die Freiwilligen Feuerwehren bilden die Grundlage des Brand- und Katastrophenschutzes in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hat in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung, zur Ausstattung sowie zur Anerkennung des Engagements unterstützt.

Innenminister Pegel betont: „Ohne das Engagement der vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte wäre ein flächendeckender Brand- und Katastrophenschutz nicht möglich. Aufgabe des Landes ist es, dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Mit dem Katastrophenschutz-Ehrenzeichen erhalten die Helferinnen und Helfer nunmehr die schon lange überfällige gesellschaftliche Anerkennung ihres Wirkens.“

Mit der Änderung des Brandschutz-Ehrenzeichen-Gesetzes wird erstmalig ein Ehrenzeichen 50 Jahre ausgegeben. Damit wird dem Lebenswerk „Feuerwehr“ der Feuerwehrkameradinnen und Kameraden gedacht. Eine weitere Regelung betrifft die Auszeichnung des Brandschutz-Ehrenzeichen am Bande in Bronze im Jahr 2027, welches die Ehrenspange ablöst. Damit findet ein schon länger geforderter Wunsch der Feuerwehren Berücksichtigung.

Mit der Novellierung des Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetzes wurde zudem der rechtliche Rahmen modernisiert. Die Regelungen stärken die kommunale Ebene und schaffen mehr Klarheit für die praktische Arbeit der Feuerwehren und Aufgabenträger. Die Entscheidungen der vergangenen Jahre bilden damit die Grundlage für einen leistungsfähigen und stabil aufgestellten Brand- und Katastrophenschutz in Mecklenburg-Vorpommern.

Innenminister Christian Pegel: „Unser Ziel ist ein System, das im Alltag funktioniert und im Ernstfall trägt. Daran haben wir in den vergangenen Jahren konsequent gearbeitet.“

M-V hält Kurs beim Moor- und Klimaschutz

Schwerin – Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hält unverändert an ihren ambitionierten Klimaschutzzielen fest. Weder das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 noch die festgelegten Sektorziele wurden abgeschwächt. Auch die Bedeutung des Moorschutzes für den Klimaschutz bleibt ausdrücklich anerkannt und gesetzlich verankert. Darauf weist Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion um das Klimaverträglichkeitsgesetz hin.

„Mecklenburg-Vorpommern bleibt Vorreiter beim Moorschutz. Unsere Ziele stehen fest: Klimaneutralität bis 2045, konsequente Klimaanpassung und ein wirksamer Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Daran gibt es keinerlei Abstriche“, erklärte Backhaus.

Der Minister betonte zugleich, dass erfolgreicher Klimaschutz dauerhaft nur gemeinsam mit den Eigentümerinnen und Eigentümern sowie den Bewirtschaftern der Flächen gelingen könne.

„Gerade beim Moorschutz brauchen wir Akzeptanz, Vertrauen und praktikable Lösungen. Deshalb setzt Mecklenburg-Vorpommern weiterhin auf Kooperation, Beratung und attraktive Förderangebote statt auf starre Verbotsregelungen. Das Land hält am eingeschlagenen Kurs fest: Die Reduzierung der Moorentwässerung bleibt ein zentraler Baustein der Klimaschutzstrategie Mecklenburg-Vorpommerns“, so Backhaus weiter.

Die Landesregierung verweist darauf, dass die Moorentwässerung weiterhin als „überragendes öffentliches Interesse“ anerkannt bleibt. Gleichzeitig werde das Prinzip der Freiwilligkeit regelmäßig überprüft. Für das Jahr 2035 ist eine externe Evaluierung vorgesehen, um festzustellen, ob die gesetzten Klimaziele auf diesem Weg erreicht werden können.

Mecklenburg-Vorpommern gehört bundesweit zu den Ländern mit den größten Moorflächen und trägt damit eine besondere Verantwortung für den Klimaschutz. Moore zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern Europas. Entwässerte Moore verursachen dagegen erhebliche Treibhausgasemissionen.

„Es ist nicht sinnvoll, die Augen vor den Folgen der Entwässerung zu verschließen. Langfristig verlieren entwässerte Moorböden ihre landwirtschaftliche Tragfähigkeit. Deshalb unterstützen wir Betriebe dabei, neue Perspektiven und Nutzungsformen zu entwickeln“, erklärte Backhaus.

Hierfür stehen bereits umfangreiche Beratungs- und Förderprogramme zur Verfügung – unter anderem über die Paludikultur-Richtlinie. Ziel ist es, gemeinsam mit der Landwirtschaft tragfähige Lösungen für Klimaschutz, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Wertschöpfung zu schaffen.

Mecklenburg-Vorpommern baut seine Vorreiterrolle beim natürlichen Klimaschutz zugleich weiter aus. Mit dem neuen Institut zur Ausbildung von Moorspezialistinnen und Moorspezialisten am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie werden gezielt Fachkräfte für Moorrenaturierung, Wassermanagement und natürlichen Klimaschutz ausgebildet. Damit schafft das Land die Voraussetzungen, um Moor- und Klimaschutzmaßnahmen langfristig fachlich abzusichern und praktisch umzusetzen.

Backhaus hob hervor, dass Transparenz und Beteiligung während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens eine zentrale Rolle gespielt hätten. Neben wissenschaftlichen Gutachten und einer externen Sektorstudie habe es zahlreiche Beteiligungsformate mit Öffentlichkeit, Fachverbänden und Expertinnen und Experten gegeben.

„Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Mecklenburg-Vorpommern setzt deshalb auf Verlässlichkeit, Dialog und einen realistischen Weg, der ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbindet“, sagte Backhaus abschließend.

Ehemaliger Pferdestall wird modernes Bürogebäude

Gülzow-Prüzen – Ein Leuchtturm-Projekt für energetische Sanierungen historischer Gebäude mit modernster Ausstattung ist in Gülzow-Prüzen umgesetzt worden. Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus eröffnet dort heute ein neues Bürogebäude für die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), für das ein 250 Jahre alter und unter Denkmalschutz stehender einstiger Pferdestall umgebaut wurde.

Der Minister würdigt die gelungene Sanierung des betagten Fachwerkbaus, der zum Gutsensemble Gülzow gehört. „Das Projekt verbindet im Sinne der Nachhaltigkeit die Erhaltung historischer Bausubstanz mit zeitgemäßer Nutzung. Die Sanierung durch die Landgesellschaft MV, von meinem Haus mit 3,1 Millionen Euro unterstützt, war dringend notwendig. Das zuletzt unter anderem als Lagerstätte genutzte Bauwerk wies massive Schäden an der Fachwerkkonstruktion der Innen- und Außenwände auf. Der Fachwerkbau hat sich nun in ein modernes Gebäude mit neun Büros für 22 Mitarbeitende verwandelt“, sagte er.

Für die Umgestaltung kamen überwiegend nachwachsende Rohstoffe und ein intelligentes Energiekonzept zum Einsatz. Dazu zählen etwa Hanfdämmung und Lehmputz der Wände,  Hanfbauplatten für die Unterkonstruktion des Deckenputzes, Holzfaserdämmung des Fußbodens und auf Naturmaterialien basierendes Linoleum als Fußbodenbelag.

„Dadurch wurde CO2 eingespart und ein Schritt in Richtung CO2-neutrales Bauen gegangen. Zudem ist ein Mehrwert an Nachhaltigkeit gegeben. Ferner schafft man so ein angenehmes und gesünderes Raumklima. Dass gleichzeitig das Klima und die Umwelt geschützt werden, ist für mich als Klimaschutzminister von besonderer Bedeutung. Ich hoffe auf viele Nachahmer in unserem Land und auch in anderen Regionen. Ich danke der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH als Bauherrin sowie allen am Bau beteiligten Gewerken, den Handwerkern und ausführenden Firmen für ihre hervorragende Arbeit“, sagte er abschließend.

Die FNR ist ein Projektträger des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Sie wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte zu nachwachsenden Rohstoffen und anderen biogenen Ressourcen zu koordinieren.

Minister Backhaus: „Wir sind wirklich froh, dass die Fachagentur ihren Sitz in unserem Bundesland hat. Denn damit ist 1993 ein überaus wichtiges Fachthema zu uns ins Land gekommen. Ein Thema, das in Zeiten des Klimawandels noch einmal massiv an Bedeutung gewonnen hat. Es geht um nicht weniger, als Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Klimaneutralität umzusteuern. Ich bin sicher, dass angesichts dieser großen Herausforderungen der Energiewende, des Umwelt- und des Klimaschutzes die Bedeutung der FNR weiter steigen wird. Aber nicht nur das: Die Entscheidung, die FNR in Gülzow zu errichten, war eine Entscheidung für den ländlichen Raum. Das ist für unser Bundesland enorm wichtig.“

Die FNR startete 1993 mit 22 Mitarbeitenden. Heute sind hier mehr als 200 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig.

Die FNR hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums und des Bundesumweltministeriums seit 1993 knapp 5.600 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe bzw. Nachhaltige erneuerbare Ressourcen koordiniert und dafür Fördermittel in Höhe von 1,56 Milliarden Euro ausgereicht. Weitere 500 Vorhaben wurden seit 2013 mit 185 Millionen Euro aus dem Waldklimafonds gefördert. Daraus ergibt sich für den Zeitraum seit 1993 für die FNR die Gesamtzahl von rund 6.100 Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einer Förderhöhe von insgesamt 1,75 Milliarden Euro.

Darüber hinaus reichte die FNR während der Laufzeit der Bundeswaldprämie zwischen November 2020 und Oktober 2021 an 113.700 förderberechtigte Antragsteller insgesamt 400 Millionen Euro aus.

Am aktuellen Förderprogramm für ein Klimaangepasstes Waldmanagement nehmen bislang 8.600 Waldbesitzer teil, die insgesamt 1,7 Millionen Hektar Wald bewirtschaften. Seit Inkrafttreten der Förderrichtlinie des BMLEH und BMUKN im Jahr 2022 zahlte die FNR im Auftrag beider Ministerien für den Erhalt, die Entwicklung und Bewirtschaftung klimaangepasster Waldbestände insgesamt mehr als 525 Millionen Euro aus.

Baustart für die neue Brücke über den Peenestrom

Insel Usedom – Wichtiger Meilenstein für die neue Ortsumgehung Wolgast im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Mit den ersten Arbeiten für die Brückenpfeiler hat heute (21. Mai 2026) der Bau der neuen Brücke über den Peenestrom begonnen.

Geplant ist eine sogenannte Zügelgurtbrücke: Bei dieser besonderen Konstruktion werden die vorgesehenen Stahlhohlkästen nicht im Boden verankert, sondern direkt mit dem Fahrbahnträger verbunden. Mit einer Gesamtlänge von rund 1,4 Kilometern, einer lichten Höhe von 42 Metern über dem Peenestrom und etwa 70 Meter hohen Pylonen wird sie die größte Brücke ihrer Art in Europa sein.

In den vergangenen Monaten wurden bereits wichtige Vorarbeiten abgeschlossen. Dazu gehörten unter anderem die Kampfmittelsondierung, die Baufeldfreimachung, die Herstellung von Arbeitsebenen für die Festlandspfeiler sowie die Errichtung der Baustraßen.

„Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in Wolgast und auf der Insel Usedom. Bisher fließt der Verkehr über eine Klappbrücke, die mehrmals am Tag für den Schiffsverkehr geöffnet und demzufolge für den Autoverkehr gesperrt wird. Mit der neuen Brücke werden die Menschen in Wolgast vom Straßenverkehr und von Staus entlastet. Die Usedomer kommen schneller aufs Festland und unsere Urlaubsgäste zügiger an den Strand von Usedom“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Veranstaltung in Wolgast. „Ich bin dem Bundeskanzler und dem Bundesfinanzminister sehr dankbar, dass die Bundesregierung zusätzliche Mittel für den Bau der Brücke bereitstellt. Dafür habe ich mich persönlich eingesetzt.“

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, sagte: „Der Bund sorgt dafür, dass der Bau der Peenebrücke für die Ortsumgehung Wolgast endlich losgeht! Die Menschen haben lange darauf gewartet. Es ist wichtig, dieses Projekt zu vollenden. Davon wird die gesamte Region profitieren. Ich freue mich sehr, dass wir für die in der Projektplanung entstandenen Mehrkosten Lösungen gefunden haben. Es ist genauso wichtig, den neu gesteckten und vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen zu realisieren.“

Die neue Brücke ist Teil der insgesamt 6,8 Kilometer langen Ortsumgehung Wolgast. Diese wird den Verkehr der Bundesstraße 111 künftig südöstlich um die Stadt herumführen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der A 20, der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast nachhaltig zu verbessern und die Stadt spürbar vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Das neue Bauwerk erhält eine acht Meter breite, zwei-spurige Fahrbahn. Durch die lichte Höhe von 42 Metern können Schiffe den Peenestrom künftig ohne Brückenöffnungen passieren. Bisher muss die Brücke in der Ortsdurchfahrt Wolgast dafür bis zu fünfmal täglich geöffnet werden. Die neue Verbindung soll den Verkehrsfluss auf der B 111 deutlich verbessern.

Die Auftragssumme für das Brückenbauwerk beträgt allein 421 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt Ortsumgehung Wolgast stehen Bundesinvestitionen von etwa 500 Millionen Euro bereit.

Nach aktuellem Stand kann die Ortsumgehung Wolgast Ende 2029 für den Verkehr freigegeben werden.

Energieministerkonferenz 2026

Minister Dr. Blank: „M-V steht für einen Ausbau der Erneuerbaren – Hand in Hand mit den Menschen“

Norderney – Zum Auftakt der Energieministerkonferenz (ENMK) auf Norderney hat Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Dr. Wolfgang Blank, die energiepolitischen Schwerpunkte des Landes bekräftigt. Mecklenburg-Vorpommern setzt auf einen klug ausgesteuerten Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Wertschöpfung vor Ort, und eine hohe Resilienz und Sicherheit der Energieversorgung.

Mecklenburg-Vorpommern schlägt „Resilienzcluster“ vor – Unterstützung durch E.DIS und WEMAG

Mecklenburg-Vorpommern setzt sich im Rahmen der ENMK für mehr Resilienz und Versorgungssicherheit ein. „Die Energieversorgung muss auch in Krisenlagen verlässlich funktionieren. Deshalb setzen wir uns für den Aufbau sogenannter Resilienzcluster ein. Sie sollen dazu beitragen, die Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Energie auch in Ausnahmesituationen sicherzustellen“, so Blank weiter.

Innerhalb dieser Resilienzcluster sollen Netzersatzanlagen, wichtiges Material für Reparaturen sowie geschulte Einsatzteams zentral gebündelt werden: „Statt, dass jeder Netzbetreiber individuelle Redundanzen schafft, werden die Kapazitäten effizient in Clustern gebündelt. Ich freue mich über die klare Unterstützung unserer Idee von E.DIS und WEMAG, die Energieversorgung mit Resilienzclustern abzusichern.“

Patrick Wittenberg, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG, erklärt dazu: „Das Thema Resilienz ist uns sehr wichtig. Schon heute gehört gegenseitige, freiwillige Hilfe zur gelebten Praxis unter den Netzbetreibern. Die E.DIS befürwortet, Fachwissen, Ressourcen und Handlungsfähigkeit verschiedener Akteure noch stärker zusammen zu denken. Am Ende gilt es, die Resilienz des gesamten Energiesystems möglichst effizient zu stärken.“

Thomas Murche, Vorstandsmitglied WEMAG: „Die sichere Energieversorgung für Wirtschaft und Bevölkerung hat für uns oberste Priorität. Den Vorschlag aus Mecklenburg-Vorpommern zur Stärkung der Resilienz unterstützen wir ausdrücklich – insbesondere den Ansatz gemeinsamer Resilienzcluster, die Ressourcen bündeln und im Krisenfall schnelle Hilfe ermöglichen. Die WEMAG kann sich gut vorstellen, als Modellregion einen aktiven Beitrag zu leisten und praktische Erfahrungen in den weiteren Ausbau solcher Strukturen einzubringen.“

M-V setzt sich zudem dafür ein, dass die Standorte Rostock und Lubmin bei der Kraftwerkstrategie des Bundes gesetzt werden. Diese Standorte sind aufgrund der bestehenden Infrastruktur, ihrer Netzanbindung sowie ihrer Perspektive im Wasserstoffsystem in besonderer Weise geeignet. Der Nordosten muss ausreichend berücksichtigt werden, um die Versorgungssicherheit jederzeit zu gewährleisten.

„Mecklenburg-Vorpommern steht für ein Zusammenspiel der Stromnetze und des erneuerbaren Energieausbaus. Wir setzen auf mehr regionale Wertschöpfung und auf hohe Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger“, sagte Blank zum Start der Konferenz.

Rechenzentren und andere große Stromverbraucher sollen entstehen, wo es strategisch sinnvoll ist

Mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes verwies Minister Dr. Blank auf die besonderen Standortvorteile Mecklenburg-Vorpommerns: „Mit viel erneuerbarem Strom und einer geografisch günstigen Lage im Ostseeraum bietet Mecklenburg-Vorpommern hervorragende Voraussetzungen für die Ansiedlung stromintensiver Unternehmen – etwa von Rechenzentren.

Solche Ansiedlungen sollen dort entstehen, wo sie strategisch sinnvoll sind. Wie Batteriespeicher und andere große Stromverbraucher können auch Rechenzentren einen Beitrag zu einem flexibleren und effizienteren Energiesystem leisten. Dazu gehört, dass die erzeugte Abwärme gezielt in Wärmenetze oder industrielle Anwendungen vor Ort fließt.“ Wichtig für Mecklenburg-Vorpommern ist außerdem, dass die Länder ausreichend „Beinfreiheit behalten“, um Neuansiedlungen strategisch zu steuern und regionale Potenziale nutzen zu können.

Baden, Planschen, Schwimmen

Badesaison startet in Mecklenburg-Vorpommern mit ausgezeichneter Wasserqualität

Schwerin – Auch wenn die Sonne noch etwas fehlt, beginnt am 20. Mai offiziell die Badesaison, so auch in Mecklenburg-Vorpommern. 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in diesem Jahr das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut“. Das ist ein nochmaliger leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (96,6 Prozent).

„Damit ist also klar: Unsere Badegewässer sind fast überall von hoher Qualität. Einem gelungenen Sommer an unseren Seen oder am Meer steht nichts im Wege“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese bei der heutigen Vorstellung der Zahlen am Kiessee in Krugsdorf (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Die Ministerin betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern damit weiterhin ein besonders attraktiver Urlaubs- und Lebensort bleibe mit vielen tollen Bademöglichkeiten und klarem Wasser. „Davon profitieren Einheimische und Touristinnen und Touristen gleichermaßen“, so die Ministerin.

Drese dankte zum Start der Badesaison den Mitarbeitenden der Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte, die während der gesamten Badewassersaison, also noch bis zum 10. September, alle vier Wochen neue Proben an den überwachten Badestellen entnehmen.

„Das ist ein enormer Arbeitsaufwand, den die Gesundheitsämter aber auch unsere Mitarbeitenden im Labor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales erbringen, damit jede und jeder mit gutem Gewissen die warme Jahreszeit genießen kann“, erklärte auch Dr. Heiko Will, Erster Direktor des LAGuS. Denn im dortigen Labor werden die Proben hinsichtlich mikrobiologischer Belastungen, etwa durch Darmbakterien Escherichia coli und Intestinale Enterokokken, untersucht, die als Indikatoren auf eine Verunreinigung des Wassers hinweisen.

Bisher seien im ersten Probendurchgang 2026 keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Dennoch musste ein Badegewässer als mangelhaft eingestuft werden (2025: 2, 2024: 6, 2023: 7). Am Schwandter See wurden mehrfach Grenzwertüberschreitungen der mikrobiologischen Parameter festgestellt, die zu einem Badeverbot in der Saison 2026 geführt haben. Das ist auch bereits der Badewasserkarte MV zu entnehmen, die Nutzerinnen und Nutzern in detaillierten Profilen die Testergebnisse aller beprobten Badestellen aufzeigt.

„Über mögliche Badewarnungen hinaus finden Interessierte auf unserer Badewasserkarte, egal ob im Web und per App, aber auch Informationen zu Park- und Verpflegungsangeboten vor Ort, zu barrierefreien Zugängen oder zum Vorhandensein von sanitären Anlagen an der Badestelle. Das erleichtert die Ausflugsplanung und die Suche nach der persönlichen, neuen Lieblingsbadestelle“, verdeutlichte Drese.

Insgesamt sei die Badewasserqualität in Mecklenburg-Vorpommern enorm hoch und die Entwicklung sehr erfreulich, so Drese und Will. Waren 2023 noch 432 Badestellen als ausgezeichnet eingestuft, so sind es 2026 bereits 444. Liefen 2023 noch 12 Stellen unter dem Prädikat ausreichend, so habe sich dies auf nunmehr sechs halbiert.

Jede und jeder könne dazu beitragen, dass das so bleibt, erklärte Drese. „Dazu gehören gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch das Mitnehmen bzw. die richtige Entsorgung von Müll, um den Eintrag in die Badestellen zu vermeiden“, betonte Drese.

Die Ministerin wies zudem noch auf die Informationsangebote des Ministeriums zum sicheren Baden hin. „Damit der Badespaß besonders für die jüngeren Wasserratten ein sicheres Vergnügen bleibt, bieten wir zum Beispiel einen Flyer an, in dem die beiden Bademeister Max und Vivi kindgerecht und mehrsprachig die gängigen Baderegeln erklären“, hob Drese hervor.

Zusätzliche Flyer gibt es zudem zum Thema „Baden im See“ und „Baden im Meer“, die für Erwachsene konzipiert sind. Neben Baderegeln gehen diese auch auf Aspekte wie Vibrionen und Zerkarien oder Nesselquallen ein. Alle Flyer stehen digital zum Download bereit.