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Autor: Rügenbote

Gesundheitskommission MV zieht Bilanz

Gemeinsam für eine Gesundheitsversorgung entlang der Lebensphasen

Schwerin – Die Gesundheitskommission zieht nach knapp vier Jahren Arbeit eine positive Bilanz. Das Expertengremium hat seit seiner Einrichtung zentrale Fragen der Gesundheitsversorgung beraten und konkrete Konzepte für eine zukunftsfeste Versorgung im Land entwickelt. Die beiden Vorsitzenden der Kommission, Ministerin Stefanie Drese und Professor Dr. Steffen Fleßa Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement der Universität Greifswald, stellten im Rahmen der (heutigen) Landespressekonferenz wesentliche Ergebnisse vor.

Im Mittelpunkt standen vier Arbeitsaufträge: ein guter Start ins Leben, Gesundheitsförderung und Prävention, eine gut vernetzte Versorgung unabhängig vom Wohnort sowie ein möglichst selbstbestimmtes und gesundes Älterwerden.

„Gesundheitspolitik darf nicht erst beginnen, wenn Menschen krank sind. Wir müssen Gesundheit über den gesamten Lebensverlauf hinweg erhalten, fördern und schützen“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. „Die Gesundheitskommission hat dafür einen wichtigen Perspektivwechsel vollzogen: Wir haben nicht in Zuständigkeiten gedacht, sondern danach gefragt, was die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern tatsächlich brauchen. Aus Empfehlungen sind konkrete Zielbilder, Strategien und neue Strukturen entstanden. Diese gemeinsame Arbeit wollen wir fortsetzen“, so Drese.

Die Gesundheitskommission wurde als Konsequenz aus den Empfehlungen der Landtags-Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“ eingerichtet. Sie bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Ärzteschaft, Krankenhäusern, Krankenkassen, Kommunen, Wissenschaft, Praxis und Patientenvertretungen sowie Politik und Verwaltung zusammen. Damit schafft sie nach Einschätzung von Prof. Fleßa ein Forum, in dem unterschiedliche Perspektiven gebündelt und gemeinsame Lösungen entwickelt werden können.

Guter Start ins Leben

Mit dem Zielbild „Geburtshilfe und Pädiatrie 2030“ hat die Gesundheitskommission Leitlinien für eine wohnortnahe, vernetzte, sektorenübergreifende und familienorientierte Versorgung entwickelt. Die Umsetzung wird unter anderem durch das Koordinierungsgremium und das Netzwerk „Rund um die Geburt“ begleitet. Auch innovative Versorgungsmodelle wie Tandempraxen werden erprobt.

Gesundheit erhalten

Die Gesundheitskommission hat außerdem die Landesstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention auf den Weg gebracht. Schwerpunkte sind Bewegungsförderung, psychische Gesundheit, Suchtprävention und Gesundheitskompetenz. Gesundheit soll dabei noch stärker dort gefördert werden, wo Menschen leben, lernen und arbeiten. Für die Umsetzung stehen im Doppelhaushalt 2026/2027 insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung. Die Strategie wurde im Oktober 2025 beschlossen.

Gut versorgt – unabhängig vom Wohnort

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung. Ziel ist, dass alle Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern miteinander Telekonsile durchführen können. Medizinische Expertise soll dadurch schneller und unabhängig vom Standort verfügbar werden. Gemeinsam mit Schleswig-Holstein werden entsprechende länderübergreifende Strukturen vorbereitet.

Neuer Geriatrieplan als Grundlage für gute Versorgung im Alter

Einen besonderen Schwerpunkt bildet der neue Geriatrieplan MV. Die Gesundheitskommission hat den Plan im April 2026 beschlossen. Er enthält konkrete Handlungsempfehlungen sowie strategische Ziele für die geriatrische Versorgung bis 2040.

„Älter zu werden ist keine Krankheit. Unser Ziel muss vielmehr sein, dass Menschen möglichst lange selbstständig, gesund und mitten in der Gesellschaft leben können“, sagte Drese. „Der neue Geriatrieplan stellt deshalb nicht die einzelne Diagnose, sondern den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Prävention, ambulante Versorgung, Krankenhaus, Rehabilitation, Pflege sowie Hospiz- und Palliativversorgung müssen besser zusammenspielen. Der Grundsatz lautet dabei klar: ambulant vor stationär und Rehabilitation vor Pflege.“

Der Geriatrieplan berücksichtigt die besonderen demografischen Herausforderungen Mecklenburg-Vorpommerns. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung hat sich zwischen 2000 und 2024 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei 28 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter.

Prof. Dr. Fleßa sieht in dem neuen Plan eine wichtige Grundlage für die kommenden Jahre: „Wir müssen die geriatrische Versorgung als Gesamtsystem betrachten und stärker vernetzen. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern reicht es nicht aus, einzelne Angebote auszubauen. Entscheidend sind funktionierende Übergänge zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, Rehabilitation, Pflege und sozialen Unterstützungsangeboten. Der Geriatrieplan beschreibt dafür konkrete Ziele und gibt den Akteuren im Land eine gemeinsame Orientierung bis 2040.“

Gesundheitskommission soll weiterarbeiten

In ihrer vorerst letzten Sitzung im Juni 2026 sprachen sich die Mitglieder der Gesundheitskommission einstimmig dafür aus, die Zusammenarbeit im bewährten Format fortzusetzen. „Gerade in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen im Gesundheitswesen brauchen wir Orte des Austauschs, des Vertrauens und der gemeinsamen Verantwortung. Die Gesundheitskommission hat gezeigt, dass ein solcher Ort im Land gebraucht wird und funktioniert. Wir wollen deshalb auf dieser Zusammenarbeit aufbauen und die entwickelten Konzepte gemeinsam weiter in die Umsetzung bringen“, betonte Fleßa.

„Gute Gesundheitspolitik fragt nicht zuerst: Wer ist zuständig? Sie fragt: Was brauchen die Menschen?“, so Drese. „Genau diesen Ansatz wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern weiterverfolgen – vom guten Start ins Leben bis zu einem selbstbestimmten Leben im Alter.“

Land hat bislang 690 Lehrkräfte eingestellt

Oldenburg: Ich freue mich über jede Lehrkraft, die sich für eine Schule bei uns im Land entscheidet

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat trotz der angespannten Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt seit Jahresbeginn 690 unbefristete und befristete Lehrkräfte eingestellt. „Die Einstellungszahlen bewegen sich damit auf hohem Vorjahresniveau. Allerdings dürfen sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch in den kommenden Jahren einen Mangel an Lehrkräften zu verzeichnen haben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Wir stellen das ganze Jahr über Lehrkräfte ein, um freie Stellen möglichst schnell zu besetzen.“ Derzeit sind weitere 51 Stellen im Karriereportal für den Schuldienst unter www.lehrer-in-mv.de öffentlich ausgeschrieben.

Zum neuen Schuljahr beginnen 500 Lehrerinnen und Lehrer ihren Schuldienst. Darunter sind vier Personen, die über das Lehrkräfteaustauschverfahren nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen sind. 136 Referendarinnen und Referendare sind nach ihrem Vorbereitungsdienst direkt in den Schuldienst übernommen worden. „Die Übernahmegarantie ist ein Erfolg, weil wir ausgebildeten Lehrkräften einen nahtlosen Berufseinstieg ermöglichen und eine verlässliche Perspektive bieten. Eine erneute Bewerbung ist nicht notwendig, weil sie nach ihrer Ausbildung an ihrer Schule weiterbeschäftigt werden. Ich freue mich über jede Lehrkraft, die sich für eine Schule bei uns im Land entscheidet und wünsche allen Lehrerinnen und Lehrern einen guten Start ins neue Schuljahr“, so die Bildungsministerin weiter.

173 der neu eingestellten Personen im August 2026 sind Lehrkräfte im Seiteneinstieg. Die Quote hat sich zum zweiten Mal in Folge leicht verringert und liegt zum Start des Schuljahres bei 34,6 Prozent. Im Schuljahr 2025/2026 waren es zum gleichen Zeitpunkt 36 Prozent. „Wir stellen wieder mehr grundständig ausgebildete Lehrkräfte ein. Das ist ein gutes Zeichen. Dennoch brauchen wir dringend Lehrkräfte im Seiteneinstieg, weil es bundesweit zu wenige Lehramtsabsolventinnen und Lehramtsabsolventen gibt“, sagte Oldenburg. „Wichtig ist, dass wir Lehrkräfte im Seiteneinstieg weiterhin umfassend qualifizieren und in der Schule gut begleiten.“

In Mecklenburg-Vorpommern absolvieren Lehrkräfte im Seiteneinstieg eine dreimonatige Vorqualifizierung, bevor sie das erste Mal unterrichten. Vor drei Jahren hat das Land die Ausbildung von Lehrkräften im Seiteneinstieg neu aufgestellt. Als Bestandteil einer insgesamt 15-monatigen Grundlegenden Pädagogischen Qualifizierung (GPQ) enthält die Vorqualifizierung sowohl theoriegeleitete als auch schulpraktische Ausbildungsteile. Daran schließt sich eine dreijährige Modularisierte Qualifizierungsreihe (MQR) an, die mit einer Prüfung endet. Die Ausbildung dauert insgesamt über vier Jahre.

Allein in den kommenden fünf Jahren müssen rechnerisch etwa 3.600 Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt werden. Von diesen 3.600 Lehrkräften, die für die Absicherung des Unterrichts notwendig sind, bildet das Land ca. 2.700 selbst aus. Das bedeutet, dass Mecklenburg-Vorpommern ca. 900 Personen einstellen muss, die die Qualifizierung für Lehrkräfte im Seiteneistieg absolvieren. „Geändert werden kann die Situation nur, wenn wieder mehr Lehramtsstudierende die Hochschulen mit einem Abschluss verlassen. Es ist gut, dass die Landesregierung in dieser Wahlperiode umgesteuert hat“, sagte Oldenburg.

Die Landesregierung hat zudem viele Maßnahmen ergriffen, um den Schuldienst attraktiver zu gestalten und Lehrkräfte schneller einzustellen. „Wir haben die Bewerbungsverfahren gestrafft, sodass vom Zeitpunkt der Bewerbung bis zur Aushändigung des Arbeitsvertrages in der Regel nur sechs Wochen vergehen. Mit der Übernahmegarantie sorgen wir dafür, dass Referendarinnen und Referendare nach ihrer praktischen Ausbildung direkt in den Schuldienst einsteigen können. Referendarinnen und Referendare erhalten Zuschläge, wenn sie ihren Vorbereitungsdienst an einer Schule im ländlichen Raum absolvieren.“

Neben den Lehrkräften beschäftigt das Land 817 unterstützende pädagogische Fachkräfte (upF), 29 multiprofessionelle Fachkräfte, 48 Verwaltungsfachkräfte und 231 Alltagshilfen, die bei organisatorischen Tätigkeiten unterstützen. „An unseren Schulen arbeitet heute viel mehr Personal als noch vor einigen Jahren. Wir setzen dabei verstärkt auf multiprofessionelle Teams. Schritt für Schritt bauen wir diese Teams weiter aus. Damit reagieren wir auf gestiegene Anforderungen, die über den eigentlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag hinausgehen. Multiprofessionelle Teams tragen dazu bei, dass sich Lehrkräfte auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können“, sagte die Bildungsministerin.

Das Schuljahr 2026/2027 beginnt mit weiteren Neuerungen und Verbesserungen, auf die sich die Schulen seit Längerem vorbereitet haben.

  •  Lebenspraxis an Grundschulen vermitteln

Zum neuen Schuljahr startet an den Grundschulen das Unterrichtsangebot „Lebenspraxis“. Mädchen und Jungen lernen praxisnah den Umgang mit alltäglichen Dingen. In dem neuen Angebot sollen Fragen aufgegriffen werden, wie zum Beispiel „Warum wackeln meine Zähne?“ oder „Welche Zutaten brauche ich, um einen Geburtstagskuchen zu backen?“. Im Themenbereich „Ohne Moos nichts los” geht es um den richtigen Umgang mit Geld. Projekte im Umgang mit Gefühlen wie Wut und Trauer und Übungen zur Stressbewältigung gehören ebenfalls dazu. Das Unterrichtsangebot kann zwei- bis dreimal im Schuljahr im regulären Unterricht integriert werden. Möglich sind auch Projekttage oder Schulwanderungen.

  •  Mit Schule und Betrieb zum Schulabschluss

An 32 Regionalen Schulen und Gesamtschulen gibt es das neue Bildungsangebot „Praxisorientierte Berufsreife“. Das Land hat damit das „Produktive Lernen“ und die „Berufsreife dual“ zusammengeführt. Die „Praxisorientierte Berufsreife“ ist ein zweijähriges Bildungsangebot der flexiblen Schulausgangsphase. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die praxisbezogen besser lernen. Das Angebot verbindet schulisches Lernen mit Erfahrungen aus der Arbeitswelt und motiviert Jugendliche auf diese Weise. Im neuen Schuljahr besuchen 350 Schülerinnen und Schüler das Angebot der „Praxisorientierten Berufsreife“.

  •  Bessere Rahmenbedingungen für Ganztagsangebote

Außerschulische Kooperationspartner, die Angebote an Ganztagsschulen im ländlichen Raum gestalten, können einen Fahrtkostenzuschuss erhalten. Weite Wege und dadurch hohe Fahrtkosten erschweren es ganztägig arbeitenden Schulen im ländlichen Raum, Kooperationspartner zu finden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, zahlt das Land außerschulischen Kooperationspartnern ab dem 15. Entfernungskilometer einer einfachen Fahrt einen Zuschuss von fünf Euro je durchgeführtem Angebot. Ab dem 50. Entfernungskilometer beträgt der Zuschuss zehn Euro je Angebot.

  •  Ausbildungschancen für Jugendliche weiter verbessern

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist in Mecklenburg-Vorpommern das neue Bildungsangebot „Ausbildungsvorbereitung dual“ (AVdual) gestartet. An zunächst 11 beruflichen Schulen erhalten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich gezielt auf eine Berufsausbildung vorzubereiten. Voraussichtlich 640 Jugendliche werden dieses Angebot wahrnehmen. AVdual richtet sich an berufsschulpflichtige Jugendliche mit oder ohne Schulabschluss, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Der einjährige Bildungsgang verbindet Unterricht mit intensiver betrieblicher Praxis. Das Land führt den neuen Bildungsgang zunächst modellhaft ein und will ihn schrittweise ausbauen.

Tausende junge Aale erobern die Recknitz

Landesanglerverband und WEMAG setzen sich für Erhalt bedrohter Tierart ein

Marlow – Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (LAV) und der Energieversorger WEMAG engagieren sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam für den Schutz und den Bestand des europäischen Aals. Dazu traf sich LAV-Vizepräsident Rüdiger Schülke mit WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart und WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann in Marlow, einer Kleinstadt im Westen des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Dort entließen sie rund 120 Kilogramm Jungaale in die Warnow. Die angefütterten Aale wiegen jeweils rund 10 Gramm und sind 15 bis 20 Zentimeter lang. Jetzt tummeln sich etwa 15.500 Jungaale vor allem im Schilfbereich des Flusses. Die Recknitz mündet bei Ribnitz-Damgarten in den Saaler Bodden, einem Nebengewässer der Ostsee.

Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer
Insgesamt 120 kg vorgestreckte Aale sind mit Unterstützung der WEMAG bei Marlow in die Recknitz eingesetzt worden. Foto: WEMAG/Stephan Rudolph-Kramer

Im Vorfeld hatte das kommunale Energieunternehmen wieder Aalaktien des LAV im Wert von 5.000 Euro erworben. Mit ihrem Engagement unterstützt die WEMAG die Aktion des Landesanglerverbandes „Rettet den europäischen Aal“, die den Erhalt und Bestandsaufbau der bedrohten Tierart zum Ziel hat.

„Die Aalaktie gehört seit mehreren Jahren zu unseren ökologischen Projekten, mit denen wir den Natur- und Umweltschutz in der Region fördern. Wir wollen dazu beitragen, das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren und die Artenvielfalt zu erhalten“, erklärte WEMAG-Vorstand Caspar Baumgart. „Für jede Kundin und jeden Kunden, die sich für unser Erdgasprodukt entscheiden, investieren wir zehn Euro, um diese Projekte zu unterstützen.

Dazu gehören neben der Waldaktie und den Moor Futures-Zertifikaten auch die Wildtierhilfe MV sowie die Erhaltung, Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die zu den artenreichsten Biotopen Europas gehören“, ergänzte WEMAG-Vertriebsleiter Michael Hillmann und kündigte eine Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation mit dem Landesanglerverband an, um den europäischen Aal nachhaltig zu schützen und den natürlichen Lebensraum Wasser weiter zu sichern.

Am 22. Oktober 2018 hatten der LAV und die WEMAG eine Vereinbarung unterzeichnetet, nach der das kommunale Energieunternehmen jährlich 3.500 Euro für den Aalbesatz zur Verfügung stellte. Es folgte eine weitere Vereinbarung, nach der die WEMAG ab 2020 jährlich 5.000 Euro in den Aalbesatz investiert.

„Die kontinuierliche und gute Zusammenarbeit mit der WEMAG ist für uns inzwischen eine verlässliche Größe im jährlichen Besatzprogramm des LAV. Zur Arterhaltung und Unterstützung des gefährdeten europäischen Aals bringen wir seit nunmehr rund 3 Jahrzehnten Jungaale im Wert von jährlich mehr als einhunderttausend Euro in unsere Gewässer ein. Der Erfolg ist bereits sichtbar“, sagte Rüdiger Schülke, Vizepräsident des Landesanglerverbandes.

Der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. organisiert 49.000 Mitglieder in über 600 Vereinen. Er ist in M-V der größte Naturschutzverband. Mit rund einer viertel Million ehrenamtlicher Arbeitsstunden im Jahr leisten Anglerinnen und Angler umfangreiche Fischhege-, Gewässerpflege- und Umweltschutzarbeiten. Zu den wahrgenommenen Aufgaben gehört eben auch der Artenschutz. Seit drei Jahrzehnten besetzt der LAV jährlich Aale, inzwischen im Wert von mehr als 100.000 Euro.

Ein Teil der Gesamtsumme wird über EU-Mittel im Rahmen des EMFAF und das Land M-V finanziert. Der LAV bietet Vereinen, Regionalverbänden wie auch Privatpersonen oder Geschäftskunden die Möglichkeit, Aalaktien zu erwerben. Diese werden in ihrer finanziellen Aufwendung zu 100 % in den Kauf von Jungtieren eingebracht. Die vorgestreckten Aale aus dem Spendenerlös wiegen etwa sieben Gramm bei 10 bis 15 Zentimeter Länge, sind kräftig, stabil und munter. In großen Bassins werden sie zu geeigneten Seen gefahren und dort eingesetzt. Dort verbringen sie ihr Aal-Leben mit meist guten zehn bis sogar dreißig Jahren.

Der Weg der Aale: Mit dem Golfstrom gelangen winzige Glasaale, leichter als ein Gramm, aus der Sargassosee an die Atlantikküste Europas. Vor Spanien, Frankreich und England werden sie gefischt und dann in Holland auf Aalfarmen aufgezogen. Über den Handelsweg gelangen sie nach Deutschland, werden hier eingekauft und in hiesige Gewässer eingesetzt. Diese weiten Wege schaffen diese Tiere ohne Hilfe nur sehr schwer und in geringer Population.

Deshalb werden sie seit 3 Jahrzehnten durch LAV-Besatzaktionen unterstützt. So bleibt diese Art in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und hat ein breites Spektrum an Gewässern europaweit zur Verfügung. Selbst wenn Havarien oder Naturgewalten in einigen Gebieten für sie lebensbedrohlich werden, können sie in anderen weiter existieren – das ist Artenschutz in höchster Form.

Schwesig: Der Vergabemindestlohn steigt auf 15,27 Euro

Schwerin – Der Vergabemindestlohn wird zum 1. Oktober von 14,68 Euro auf 15,27 Euro erhöht. Er gilt immer dann, wenn bei einer öffentlichen Auftragsvergabe des Landes oder der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern kein einschlägiger Tarifvertrag vorliegt. Die Höhe des Vergabemindestlohns ist an die Lohnentwicklung gekoppelt. Er wird jährlich zum 1. Oktober angepasst. Die jetzt anstehende Erhöhung erfolgt aufgrund der Lohnentwicklung von Frühjahr 2025 bis Frühjahr 2026.

„Die Landesregierung steht dafür, dass für gute Arbeit auch faire Löhne gezahlt werden. Das muss insbesondere bei öffentlichen Aufträgen gelten, die aus Steuergeld finanziert werden. Deshalb haben wir die Vergabe öffentlicher Aufträge in dieser Wahlperiode daran gekoppelt, dass bei ihrer Erfüllung Tariflohn oder tarifgleicher Lohn gezahlt werden muss.

Wo es keinen Tarifvertrag gibt, gilt der Vergabemindestlohn. Kommunen und Land zahlen für diese Aufträge den höheren Vergabemindestlohn oder den geltenden Tariflohn.  Damit setzen wir ein Signal für höhere Löhne. Und wir schützen die vielen Unternehmen im Land, die ihren Beschäftigten schon heute gute Löhne zahlen“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig heute im Anschluss an die Kabinettssitzung.

Förderung des PSV Rostock

Drese beim PSV Rostock: „Starke Vereine brauchen starke Strukturen“

Rostock – Sportministerin Stefanie Drese hat am Montag dem Polizeisportverein Rostock e.V. einen Zuwendungsbescheid über 48.000 Euro aus Mitteln des Bürgerfonds des Landes übergeben. Mit dem Geld wird das Vorhaben „Nähe schafft Stärke – Umbau zur effektiveren Förderung von Sportlern und Ehrenamtlichen“ unterstützt.

„Der PSV Rostock ist der größte Kinder- und Breitensportverein in Mecklenburg-Vorpommern mit mannigfaltigen Angeboten für Klein und Groß. Er bringt Menschen zusammen, schafft Gemeinschaft und fördert Gesundheit und Bewegung“, sagte Drese bei ihrem Besuch in Reutershagen. „Das funktioniert nur durch das große Engagement vieler Ehrenamtlicher. Deshalb unterstützen wir den PSV dabei, seine Strukturen weiterzuentwickeln und bessere Rahmenbedingungen für Sportlerinnen und Sportler sowie für die ehrenamtlich Engagierten zu schaffen“, so die Sportministerin.

Kern des Vorhabens ist die räumliche Zusammenführung von Geschäftsstelle und Trainingsstätte. In einem ersten Schritt werden bestehende Umkleidekabinen umgebaut und geeignete Räumlichkeiten für die Sportlerinnen und Sportler geschaffen. Dadurch sollen die Betreuung und die Zusammenarbeit im Verein effizienter organisiert werden.

Die Maßnahme schafft zugleich einen zentralen Anlaufpunkt für Vereinsverwaltung, Training und Ehrenamt. „Kurze Wege und mehr Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit stärken nicht nur den Verein selbst, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl und den sozialen Zusammenhalt“, so die Sportministerin.

Justiz schöpft über 14 Mio. Euro an Vermögen ab

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Wir müssen die Praxis der Vermögensabschöpfung stetig optimieren.“

Schwerin – Die vier Staatsanwaltschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2025 insgesamt rund 14,1 Millionen Euro aus Straftaten abgeschöpft. Fast die Hälfte davon, rund 6,8 Millionen Euro, wurden an geschädigte Privatpersonen, weitere ca. 3,7 Millionen Euro an geschädigte staatliche Institutionen ausgekehrt.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Kriminalität darf sich nicht lohnen. Das gilt gerade dort, wo mit Straftaten erhebliche Vermögen aufgebaut und deren Herkunft professionell verschleiert wird. Auf der letzten Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister haben wir deshalb darauf hingewiesen, dass die geltenden Grenzen für die Offenbarung und Verwertung steuerlicher Informationen in bestimmten Fällen die Beweisführung bei der selbständigen erweiterten Einziehung erschweren können. Das Steuergeheimnis ist ein hohes Gut und darf nicht leichtfertig aufgeweicht werden.

Zugleich müssen wir prüfen, ob es eng begrenzte Fälle gibt, in denen vorhandene steuerliche Erkenntnisse für eine wirksame Vermögensabschöpfung genutzt werden können. Deshalb haben wir die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz gebeten zu prüfen, ob und unter welchen rechtsstaatlichen und verhältnismäßigen Voraussetzungen eine solche Nutzung möglich ist. Wer Vermögen aus Straftaten erlangt hat, soll sich nicht hinter staatlichen Zuständigkeitsgrenzen verstecken können“, so Justizministerin Jacqueline Bernhardt.

Generalstaatsanwältin Christine Busse: „Die Vermögensabschöpfung bleibt ein wichtiges Instrument der Kriminalitätsbekämpfung. Die von den rechtskräftigen Einziehungsanordnungen betroffenen Vermögenswerte sind weiterhin auf einem hohen Stand und zeigen erneut die Wirksamkeit der Vermögensabschöpfung, um deliktisch erlangte Vermögenswerte zu entziehen.“

Deutschlands erstes öffentliches AED-Flächennetz soll in M-V entstehen

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern soll das erste öffentliche AED-Flächennetz Deutschlands bekommen. Den Auftakt bildet die Initiative „Schwerin zeigt Herz“ von NOFIAS e. V. mit Unterstützung von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, öffentlich zugängliche automatisierte externe Defibrillatoren (AED) systematisch im Land zu verbreiten und damit die Chancen auf schnelle Hilfe bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu erhöhen.

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand können bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss irreversible Schäden am Gehirn entstehen. Bis der Rettungsdienst eintrifft, vergehen im Durchschnitt acht Minuten oder länger. Damit kommt der unmittelbaren Hilfe durch Menschen vor Ort eine entscheidende Bedeutung zu. Eine sofort begonnene Herzdruckmassage und der möglichst schnelle Einsatz eines AED können die Überlebenschancen deutlich verbessern.

„Unsere Landesbeteiligungen tragen Verantwortung für Mecklenburg-Vorpommern und können wichtige gesellschaftliche Impulse setzen. Die Unterstützung der AED-Initiative ist dafür ein sehr konkretes Beispiel. Allein in diesem Jahr sollen mit Unterstützung von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern mindestens 20 AED sowie 75 Witterungskästen beschafft werden. Damit schaffen wir gemeinsam wichtige Voraussetzungen für schnelle Hilfe im Notfall und gehen einen ersten Schritt auf dem Weg zum ersten landesweiten öffentlichen AED-Netz in Deutschland“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese betont: „Auch der schnellste Rettungswagen ist nicht sofort vor Ort – deshalb sind Menschen, die sich trauen, im Notfall zu helfen, und öffentlich zugängliche AED so wichtig. Mit dem heutigen Startschuss für den Aufbau des bundesweit ersten öffentlichen AED-Flächennetzes machen wir in Mecklenburg-Vorpommern einen wichtigen Schritt und knüpfen zugleich an Kommunen an, die beim Thema Erste Hilfe bereits vorbildlich vorangehen.

Mein Dank gilt daher dem Verein NOFiAS e. V., allen Institutionen, die AED öffentlich zugänglich machen, und LOTTO Mecklenburg-Vorpommern für die finanzielle Unterstützung. Entscheidend ist aber auch, dass wir alle den Mut haben, im Notfall zu handeln: Jede Hilfe ist besser als keine Hilfe – und jeder zusätzliche AED erhöht die Chance, einen Menschen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erfolgreich wiederzubeleben.“

Elisabeth Aßmann, Geschäftsführerin von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern, erläutert: „Ein Herzstillstand kann jeden treffen – jederzeit und überall. In solchen Momenten zählt buchstäblich jede Minute. Genau deshalb finden wir die Initiative von NOFiAS e. V. so wichtig. Der Verein hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Mecklenburg-Vorpommern soll das erste Bundesland mit einem flächendeckenden Netz öffentlich zugänglicher AED-Geräte werden.

Wir von LOTTO Mecklenburg-Vorpommern wollen dazu beitragen, dass aus dieser Idee eine Bewegung wird und unsere Unterstützung der Initiative für einen entscheidenden Anschub sorgt, um viele weitere Unternehmen, Kommunen und Einrichtungen zu gewinnen. Als staatliches Lotterieunternehmen haben wir nicht nur einen wirtschaftlichen Auftrag, wir tragen auch eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Denn am Ende geht es nicht um die Sichtbarkeit eines Logos, es geht um etwas sehr viel Wichtigeres: im entscheidenden Moment ein AED zu erreichen – und damit die Chance zu erhöhen, ein Menschenleben zu retten.“

„Mit unserer Initiative ‚MV zeigt Herz‘ wollen wir die Herzgesundheit in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig stärken und die Chancen auf schnelle Hilfe im Notfall verbessern. Unsere Vision ist dabei ebenso einfach wie ambitioniert: Jedes Dorf ein Defi. AED sollen überall im Land als stille Wächter für das Leben erreichbar sein, denn im entscheidenden Moment können sie den Unterschied machen. Und wir möchten die Menschen nicht nur für dieses Thema sensibilisieren, sondern sie auch zum Mitmachen bewegen. Deshalb laden wir alle herzlich ein, am 2. September in Schwerin Teil unseres Weltrekordversuchs zu werden und gemeinsam ein starkes Zeichen für Wiederbelebung und Erste Hilfe zu setzen“, sagt Frederik Schlichting, 1. Vorsitzender von NOFIAS e. V.

Für den Aufbau des Netzes unterstützt LOTTO Mecklenburg-Vorpommern die Anschaffung von mindestens 20 AED in Verbindung mit 75 Witterungsschutzkästen.

Der Start erfolgt in Schwerin. Der Fachdienst 37 der Landeshauptstadt hat bereits rund 150 öffentliche Liegenschaften erfasst, um den Aufbau eines ersten systematischen AED-Netzes zu planen. Darüber hinaus sollen weitere Regionen im Land als Leuchtturmprojekte hinzukommen, aus denen Schritt für Schritt ein öffentliches AED-Flächennetz für das gesamte Land entsteht.

Zum Auftakt wurden heute symbolisch zwei AED an Vertreter des Stadtsportbundes Schwerin und der Stadtfeuerwehr Schwerin übergeben.

Am 2. September 2026 soll die Initiative mit einem besonderen Zeichen für Wiederbelebung fortgesetzt werden: In Schwerin ist ein Weltrekordversuch geplant. Unter offizieller Beobachtung des Rekord-Instituts für Deutschland sollen Ersthelfende in einer Staffel 80 Stunden lang an einer Reanimationspuppe reanimieren.

Internationaler Spitzensport auf der Insel Rügen

Schwesig: Der SailGP zeigt: MV ist Heimat für internationalen Spitzensport

Insel Rügen – Zum zweiten Mal gastiert mit der SailGP die „Formel 1 des Segelns“ in Sassnitz. „Die schnellsten Segelboote der Welt vor der malerischen Kulisse unserer Kreideküste“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei ihrem Besuch. „Wir zeigen damit: Mecklenburg-Vorpommern ist Heimat für  internationalen Spitzensport.“

Mit dem SailGP komme nicht nur der Sport, sondern auch Wertschöpfung nach MV. „Nach Angaben des Veranstalters führte die Premiere im vergangenen Jahr zu direkten wirtschaftlichen Effekten in Höhe von rund zehn Millionen Euro, insbesondere in Hotellerie und Gastronomie“, sagte Schwesig. Gleichzeitig stärke die Landesregierung mit Investitionen in Infrastruktur, Veranstaltungslogistik und maritime Einrichtungen die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt und der Region.

Mecklenburg-Vorpommern positioniere sich damit nicht nur als attraktiver Gastgeber für internationale Sportformate, sondern ebenso als zukunftsorientierter Wirtschafts- und Tourismusstandort – auch mit Blick auf die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland.

Schwesig: „Gemeinsam mit Rostock bewerben wir uns um die olympischen und paralympischen Segelwettbewerbe in Warnemünde. Wir sind überzeugt: Warnemünde ist Deutschlands bestes Segelrevier für Olympia – mit hervorragender Infrastruktur für Athletinnen und Athleten sowie Gäste.“