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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Land stellt multiprofessionelle Fachkräfte ein

Oldenburg: Multiprofessionelle Fachkräfte stärken die pädagogische Arbeit an Regionalen Schulen und Gesamtschulen

Schwerin – Zum 1. Januar 2026 stellt das Land weitere 29 multiprofessionelle Fachkräfte (mpF) ein. Die Ausschreibung für die ersten Schulen läuft bis zum 24. Oktober 2025. Multiprofessionelle Fachkräfte arbeiten innerhalb ihrer Tätigkeit als Lehrkraft sowie gleichzeitig als unterstützende pädagogische Fachkraft und sollen insbesondere in „Flexiblen Lerngruppen“, ein weiteres Angebot für Kinder und Jugendliche, denen die Bewältigung des Schullalltags schwerfällt, eingesetzt werden.

„Mit den multiprofessionellen Fachkräften stärken wir die pädagogische Arbeit an unseren Regionalen Schulen und Gesamtschulen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Weil die Klassen heterogener geworden sind, erweitern wir die pädagogischen Ressourcen. Mit dem Einsatz der multiprofessionellen Fachkräfte setzen wir auch weiterhin die Inklusionsstrategie des Landes um“, so Oldenburg.

In „Flexible Lerngruppen“ erhalten psychisch sowie sozial und emotional belastete und beeinträchtigte Schülerinnen und Schülern individuelle Lern- und Förderangebote in kleinen, altersübergreifenden Gruppen. Bei ihrem Einsatz in „Flexiblen Lerngruppen“ nehmen multiprofessionelle Fachkräfte unter anderem folgende Aufgaben wahr:

  • Mitwirkung bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von pädagogischen, sonderpädagogischen und sozialpädagogischen Maßnahmen,
  • eigenverantwortliche Durchführung von Einzel- und Gruppenförderung von Schülerinnen und Schülern in Abstimmung mit der zuständigen Lehrkraft,
  • Mitgestaltung von Unterrichtsinhalten und Projekten unter Anleitung der verantwortlichen Lehrkraft,
  • eigenständige Vorbereitung und Dokumentation der Tätigkeit,
  • Mitwirkung bei der Beratung der Erziehungsberechtigten,
  • Mitwirkung bei der Erstellung von Berichten, Beurteilungen, Förderplänen und Zeugnissen,
  • Mitwirkung bei der Planung, Vorbereitung, Durchführung und Auswertung unterrichtsbegleitender Maßnahmen und anderen schulische Veranstaltungen,
  • Mitwirkung bei der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen schulischen, sozialen und medizinischen Trägern sowie anderen Einrichtungen.

Das Lehrerbildungsgesetz ermöglicht Modellversuche mit Qualifizierungsangeboten für Lehrkräfte im Seiteneinstieg, die zu einer höheren Unterrichtsabsicherung führen. Zum 1. Januar 2025 stellte das Land erstmals multiprofessionelle Fachkräfte ein. Die Ausbildung der multiprofessionellen Fachkräfte ist in die bereits bestehende Seiteneinstiegsqualifizierung integriert. Auf die Tätigkeit als mpF werden die Fachkräfte in der berufsbegleitenden Qualifizierung intensiv vorbereitet.

Sie durchlaufen die Grundlegende Pädagogische Qualifizierung (GPQ) und die Modularisierte Qualifizierungsreihe (MQR). Die Ausbildung erstreckt sich über vier Jahre. Nach Abschluss der Qualifizierung und dem Nachweis der hauptberuflichen Lehrtätigkeit erhalten multiprofessionelle Fachkräfte eine Lehrbefähigung.

Bewerben können sich Personen, die laut Kindertagesförderungsgesetz (§ 2 Absatz 7 Nummer 1 bis 10) eine Qualifikation als pädagogische Fachkraft vorweisen können. Darüber hinaus können sich Fachkräfte mit mindestens einem staatlich anerkannten Abschluss bewerben, wenn die pädagogische Eignung durch einschlägige Berufstätigkeit oder anderweitige Qualifikationen nachgewiesen werden kann.

Weitere Informationen und Bewerbung: www.lehrer-in-mv.de/paedagogisches-personal/mpf

Leistungen der Schülerinnen und Schüler über Bundesdurchschnitt

Oldenburg: Weiter die Kernkompetenzen der Kinder und Jugendlichen stärken

Schwerin – Der IQB-Bildungstrend verzeichnet einen deutlichen Rückgang in den erreichten mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen in allen Bundesländern. Getestet wurden im vergangenen Jahr Jugendliche der 9. Klassen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik an allgemein bildenden Schulen in den 16 Bundesländern.

„Zwar liegen die Kompetenzmittelwerte der Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern über dem bundesweiten Durchschnitt, aber die Gesamtanalyse darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kompetenzen der Jugendlichen insgesamt sinken. Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, um diese Fächer zu stärken und die Kompetenzen der Schülerinnen und Schülern zu erhöhen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Mecklenburg-Vorpommern setzt auf die Stärkung der Kernkompetenzen. „Wir legen das Fundament durch neue Stundentafeln, also mehr Deutsch- und Mathematikunterricht, sowie frühzeitige Leseförderung mit dem Leseband. Gleichzeitig investieren wir in digitale Bildung und eine zeitgemäße naturwissenschaftliche Bildung, damit unsere Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet sind -auf Berufsausbildung und weitere Bildungswege“, so Oldenburg.

Die Maßnahmen des Landes zielen darauf ab, langfristig Kernkompetenzen zu stärken und Lernwege transparent zu gestalten:

  • Mehr Zeit für Kernfächer: Mecklenburg-Vorpommern stärkt die grundlegenden Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache.
  • Früherer Chemieunterricht: Der Unterricht im Fach Chemie beginnt bereits ab der siebten Klasse.
  • Leseband eingeführt: Maßnahme zur frühen Leseförderung und Lesekompetenz in der Grundschule.
  • Überarbeitung der Rahmenpläne und Fortbildungen: Zur Verbesserung der Bildung in Mathematik und Naturwissenschaften wurden Rahmenpläne überarbeitet und umfangreiche Lehrkräftefortbildungen wurden angeboten.
  • Begleitung der Übergänge: LEO.MV – Die Untersuchungen zur Lernausgangslage für die Jahrgangsstufen 5 und 7 in Mathematik, Deutsch und Englisch unterstützen Übergänge und individuelle Lernwege.

Der IQB-Bildungstrend 2024 wird durch das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Auftrag der Kultusministerkonferenz erstellt und wurde in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Bundesbildungsministerin Karin Prien sprach sich dort für die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe aus.

Bereits im Dezember wird ein Fahrplan zum weiteren Vorgehen auf Bundesebene veröffentlicht. Die Bildungsministerin und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz Simone Oldenburg sagte dazu: „Hier müssen die Ursachen gründlich analysiert werden. Fakt ist aber auch, dass eingeleitete Maßnahmen auch Zeit brauchen zu wirken.“

Globale Verantwortung im Unterricht

Kultusministerkonferenz und Bundesentwicklungsministerium legen neuen Orientierungsrahmen Bildung für nachhaltige Entwicklung vor

Schwerin – Die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben im Rahmen der 5. Bildungsministerkonferenz gemeinsam den neuen „Orientierungsrahmen Globale Entwicklung – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gymnasialen Oberstufe“ veröffentlicht. Als Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie bietet das rund 800 Seiten starke Standardwerk eine umfassende Grundlage, um Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) systematisch in der weiterführenden Schule und insbesondere in der Sekundarstufe II zu verankern.

Der „Orientierungsrahmen Globale Entwicklung – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der gymnasialen Oberstufe“ verbindet konzeptionelle Grundlagen mit konkreten Umsetzungshilfen für den Unterricht, die Lehrkräftebildung und die Schulentwicklung. Die Fachkapitel – von Deutsch über Biologie bis Informatik – enthalten jeweils didaktische Konzepte, Beispielthemen und Unterrichtsskizzen, die sich an den Bildungsstandards und Prüfungsanforderungen der KMK für die gymnasiale Oberstufe orientieren. Ergänzt wird der Orientierungsrahmen unter anderem durch Kapitel zur Digitalisierung, zur Lehrkräftebildung und zum gesamtschulischen Ansatz (Whole School Approach).

Der Orientierungsrahmen bezieht sich auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung mit den vier Zieldimensionen, die es in Einklang zu bringen gilt: soziale Gerechtigkeit, ökologische Verträglichkeit, demokratische Politikgestaltung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Dabei soll sich das Handeln an den nicht zu überschreitenden planetaren Grenzen und an den grundlegenden Bedürfnissen aller Menschen orientieren.

Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern: „Bildung für nachhaltige Entwicklung ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für Teilhabe und Zukunftsfähigkeit. Der neue Orientierungsrahmen zeigt, wie wir jungen Menschen in der gymnasialen Oberstufe die Kompetenzen vermitteln können, die sie brauchen, um sich in einer komplexen Welt zu orientieren und Verantwortung zu übernehmen. Gerade in Zeiten globaler Krisen brauchen wir eine Schule, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern Haltung stärkt – und das geht nur gemeinsam, mit klaren Konzepten und konkreten Beispielen.“

Reem Alabali Radovan, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Die Schule ist der ideale Mikrokosmos, um nachhaltige Werte und demokratische Prinzipien zu fördern. Damit Bildung für nachhaltige Entwicklung noch viel mehr Lernende und Lehrende erreicht, hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz den Orientierungsrahmen für Globale Entwicklung entwickelt. Dabei geht es nicht alleine darum, Wissen, Werte und Kompetenzen zu vermitteln. Der Orientierungsrahmen bietet auch einen Überblick über konzeptionelle, theoretische und didaktische Grundlagen von nachhaltiger Bildungsarbeit mit globaler Perspektive.“

Der Schwerpunkt des Orientierungsrahmens liegt auf der Frage, wie zukunftsorientierte Bildung mit globaler Perspektive als grundlegendes Unterrichtsprinzip sowohl im Fachunterricht wie auch fachübergreifend in allen schulischen Bereichen integriert werden kann. Dabei geht es um Partizipation, lösungsorientiertes Denken und Handeln in einer demokratieförderlichen Lernkultur. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eng verknüpft mit politischer Bildung und berücksichtigt die Lebenswelt junger Menschen, macht sie resilient gegenüber Zukunftsängsten und Falschinformationen. Zudem trägt sie zum Aufbau positiver Selbstkonzepte bei.

Richtfest für Gingster Schulneubau

Schüler freuen sich schon jetzt auf den Einzug in moderne Klassen- und Fachräume

Insel Rügen –  Mit einem zünftigen Richtfest haben Gemeinde und Schule Gingst den nächsten Schritt ihrer Jahrhundertbaustelle begangen. Vertreter der beteiligten Firmen, aus der Gemeindevertretung und der Amtsverwaltung West-Rügen gehörten zu den über 70 Gästen des Vormittags. Axel Bersekow, der zuständige Polier auf der Baustelle, verlas nach ersten Grußworten den traditionellen Richtspruch. Diesen hatte er bewusst auf den Neubau einer Schule bezogen und allen Beteiligten mit gereimten Zeilen aus der Seele gesprochen.

Bürgermeister Nico Last bedankte sich bei den Planern und Bauleuten für einen zügigen Bau und lobte, dass alle Absprachen und Arbeiten im vorher geplanten Zeitrahmen ablaufen. Bauzeiten auch am Samstag ermöglichen das Einhalten von entsprechenden Fristen. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit allen Bürgern diese Investition getätigt haben“, sagt er in seinem Grußwort. Die Ausgaben in Höhe von 16 Millionen Euro seien gut in die Zukunft der Gingster Kinder investiert, weil Bildung nach wie vor ein wichtiges Gut sei.

Polier Axel Bersekow (rechts) hält den zünftigen Richtspruch in Anwesenheit von Bürgermeister Nico Last und Schulleiter André Farin (v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel
Polier Axel Bersekow (rechts) hält den zünftigen Richtspruch in Anwesenheit von Bürgermeister Nico Last und Schulleiter André Farin (v. l. n. r.) Foto: Martina Zabel

Auf ein modernes Lernen freuen sich die teilnehmenden Klassensprecher, die ganz neugierig die Zeremonie verfolgten. Emilia Friedrich, die neugewählte Schülersprecherin, bedankte sich im Namen der 450 Jungen und Mädchen, dass sie schon nach weniger als einem Jahr Bauzeit das Richtfest erleben. „Wir können täglich verfolgen, wie unsere neue Schule entsteht“, erzählt sie in ihrer Rede. Alle freuen sich auf einen Umzug in zeitgemäße Klassen- und Fachräume. Schon jetzt sind sie und ihre Mitschüler darauf gespannt, in einer Führung die künftigen Räume im Rohbau zu sehen.

„Am Berufsmessetag werden erste Schülergruppen die Baustelle besichtigen“, erklärt Schulleiter André Farin. Zusammen mit dem Planungsbüro psh Greifswald und Bauleiter Jan Barnewitz werden Mini-Führungen für interessierte Schüler durchgeführt, die einen Blick auf die Bauzeichnungen und den Rohbau werfen werden. „Das ist ein guter Baustein für Berufsorientierung vor Ort“, meint André Farin, der zusammen mit dem Messeteam die Rundgänge organisieren und begleiten wird.

Spatenstich für den Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums

Dr. Wolfgang Blank: „Moderne Berufsbildung ist der Schlüssel für die Fachkräftesicherung und den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes“

Greifswald – Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Greifswald den ersten Spatenstich für den Neubau des Regionalen Beruflichen Bildungszentrums (RBB) gesetzt. Das Land unterstützt das Bauvorhaben aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit einem Zuschuss in Höhe von rund 44,3 Millionen Euro.

„Mit dem heutigen Spatenstich beginnt eines der wichtigsten Bildungsbauprojekte in Vorpommern“, sagte Minister Dr. Blank. „Moderne Berufsbildung ist der Schlüssel für Fachkräftesicherung und wirtschaftlichen Erfolg. Mit dem Neubau setzen wir Maßstäbe gemeinsam neue Maßstäbe für eine moderne, zukunftsorientierte und praxisnahe Ausbildung. Davon profitieren junge Menschen, Unternehmen und die gesamte Region.“

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald errichtet auf einem rund 19.800 Quadratmeter großen Grundstück in der Siemensallee einen neuen Bildungscampus, der künftig die bisherigen Schulstandorte in der Siemensallee und der Hans-Beimler-Straße zusammenführt. Der viergeschossige Neubau bietet Platz für rund 1.800 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte. Das Gebäude wird Unterrichts- und Fachräume, Werkstätten, eine Aula, eine Cafeteria sowie Verwaltungsbereiche umfassen.

Ergänzend ist eine Einfeldsporthalle und eine Reservefläche für ein späteres Internat vorgesehen. Die Gesamtausgaben betragen rund 55,4 Millionen Euro. „Die Zusammenführung der Standorte in einem modernen, barrierefreien und energieeffizienten Neubau schafft beste Voraussetzungen für eine zeitgemäße Ausbildung. Hier setzen wir sein starkes Signal dafür, junge Fachkräfte in unserem Land auszubilden und auch halten zu wollen“, betonte Minister Dr. Blank.

Das Schulgebäude entsteht in klassischer Massivbauweise und wird über das städtische Fernwärmenetz versorgt. Eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine hochwertige Gebäudehülle und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgen für einen energieeffizienten Betrieb. Bereits in Torgelow wird derzeit eine neue Lehrwerkstatt für Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker mit Unterstützung aus GRW-Mitteln errichtet.

„In den vergangenen fünf Jahren hat das Wirtschaftsministerium rund 85 Millionen Euro für Bauvorhaben an beruflichen Schulen im Land bewilligt und damit Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 150 Millionen Euro ermöglicht“, sagte Minister Dr. Blank. „Damit setzen wir ein klares Zeichen: Wir wollen jungen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern beste Lernbedingungen bieten. Denn moderne berufliche Bildung ist nicht nur Bildungspolitik – sie ist auch Standortpolitik.“

Der Minister dankte dem Landkreis für die zügige und zielgerichtete Umsetzung. „Von der ersten Idee bis zum heutigen Spatenstich sind gerade einmal fünf Jahre vergangen – das zeigt, mit welchem Engagement und welcher Verlässlichkeit hier gearbeitet wird. Ich wünsche allen Beteiligten einen erfolgreichen und unfallfreien Bauverlauf und gutes Gelingen.“

Zwischen TikTok und Schulordnung

Wie Schulen mit Social Media und Smartphone-Nutzung umgehen sollen

Schwerin – Im Rahmen der 5. Bildungsministerkonferenz trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Bildungsministerkonferenz (BMK), der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), der Bundesärztekammer (BÄK) sowie des GKV-Spitzenverbands (Gesetzliche Krankenversicherung) zu einem länderoffenen Gespräch über den Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen. Im Fokus standen die Herausforderungen durch Social Media und die Nutzung von Smartphones im Schulalltag – und die Frage, wie Schule und Gesundheit gemeinsam Verantwortung übernehmen können.

Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern: „Bildung muss dort beginnen, wo Kinder stehen – unabhängig von Herkunft oder Wohnort. Medienkompetenz ist kein Luxus, sondern Teil unseres Bildungsauftrags. Wir brauchen klare Regeln, aber vor allem pädagogische Konzepte, die Kinder stark machen. Schule ist der Ort, an dem Prävention beginnt.“

Christine Streichert-Clivot, A-Länderkoordinatorin und Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes: „Kinder und Jugendliche unterscheiden heute nicht mehr zwischen digitalen und analogen Welten. Die Grenzen sind für sie fließend und sie bewegen sich in diesen sehr selbstverständlich – mit all den Chancen und Herausforderungen, die damit verbunden sind. Oft sind diese digitalen Räume von für uns nicht einsehbaren Regeln, das heißt nicht kontrollierbaren Algorithmen geprägt.

Dort, wo diese zu menschenverachtenden Inhalten führen, werden sie eindeutig zu einem Problem für unsere Gesellschaft und das solidarische Miteinander. Daher brauchen wir ein Bildungssystem, das Teilhabe und Mitbestimmung, Medienkompetenz, Gesundheit und Demokratiebildung miteinander verbindet. Schule ist ein Lebensort, an dem Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen – digital wie analog. Wir müssen sie darin begleiten, kritisch zu reflektieren, selbst zu regulieren und die Chancen digitaler Medien zu nutzen, ohne ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu gefährden. Gemeinsam können wir Schulen zu Orten der Zukunft machen, an denen Kinder stark, selbstbewusst und kompetent aufwachsen.“

Dorothee Feller, B-Länderkoordinatorin und Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Unsere Schulen stehen vor großen Herausforderungen – vom Lehrkräftemangel bis zur digitalen Transformation. Medienkompetenz gehört heute zur Grundbildung. Deshalb fangen wir bereits in den Grundschulen damit an. Wir setzen auf klare Rahmenvorgaben, Peer-Konzepte und eine Schulkultur, die Kinder schützt und stärkt. Wichtig ist zudem, dass wir den interdisziplinären Austausch pflegen und dieses wichtige Thema von allen Seiten betrachten.“

Die Gesprächsteilnehmenden waren sich einig, dass die Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram oder Snapchat Schulen vor neue pädagogische und gesundheitliche Herausforderungen stellt. Dabei geht es nicht nur um Verbote, sondern um die Förderung von Selbstregulation, kritischer Reflexion und altersgerechter Medienkompetenz. Schulen entscheiden eigenverantwortlich – in Abstimmung mit ihren Gremien – über die Nutzung von Smartphones im Unterricht und in Pausen. Die Gesprächsteilnehmenden betonten die Notwendigkeit, zwischen privater Nutzung und pädagogisch angeleiteter Medienarbeit zu unterscheiden.

Im Gespräch wurden entwicklungspsychologische Aspekte wie Empathiefähigkeit, Selbstregulation und Peer-Einfluss als zentrale Faktoren für die Medienbildung hervorgehoben. Die Risiken suchtartiger Nutzung sozialer Netzwerke und digitaler Endgeräte wurden ebenso thematisiert wie die Rolle von Lehrkräften bei der Vermittlung reflexionsfördernder Ansätze – etwa durch Feedbackkultur, Journale oder Gruppendiskussionen. Auch die Bedeutung eines evidenzbasierten Wissenstransfers aus der medizinischen Forschung in die schulische Praxis wurde betont.

Als politischer Ausblick wurde auf die geplante Fachkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt hingewiesen, die unter Federführung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) bis Ende 2026 Empfehlungen vorlegen soll.

Darüber hinaus wurde deutlich, dass eine Verstetigung erfolgreicher Präventionsmaßnahmen dringend erforderlich ist – ebenso wie eine dauerhafte Finanzierung. Die Länder arbeiten fortlaufend an rechtssicheren und pädagogisch fundierten Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Medien und KI im Schulbereich.

Bereits 2016 hat die Bildungsministerkonferenz mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ die Bedeutung von Medienkompetenz betont. Die aktuelle Initiative greift neue Herausforderungen auf – darunter Internetsucht, KI-gestützte Mediennutzung und die Frage, wie Schule und Elternhaus gemeinsam Verantwortung übernehmen können. Die Empfehlungen der Bildungsministerkonferenz eröffnen den Schulen bewusst Gestaltungsspielräume, um zeitgemäße Inhalte und Maßnahmen bedarfsgerecht umzusetzen.

Digitale Führung durch Auschwitz-Birkenau

Bildungsministerkonferenz ruft Länder zur bundesweiten Umsetzung auf

Schwerin – Im Rahmen der 5. Bildungsministerkonferenz stellt die Konferenz heute ein innovatives Bildungsprojekt vor, das Erinnerungskultur neu zugänglich macht: „Auschwitz. In front of your eyes“, eine digitale Live-Führung durch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Nach dem Motto: Vergessen ist keine Option, sind die Länder aufgerufen, das Angebot in ihre Curricula zu integrieren und durch Förderprogramme sowie technische Unterstützung bundesweit verfügbar zu machen.

„Niemals, niemals dürfen die Gräueltaten des Nationalsozialismus verdrängt oder gar vergessen werden“, betont Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern. „Die digitale Führung ist enorm wichtig, um jungen Menschen den Holocaust eindringlich zu vermitteln – gerade dann, wenn ein Besuch vor Ort nicht möglich ist. Erinnerungskultur ist das Fundament unserer Demokratie – sie schützt vor Geschichtsverfälschung und vor dem Wiedererstarken menschenverachtender Ideologien.“

Auch Christine Streichert-Clivot, Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes und Koordinatorin der A-Länder, unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung: „Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Angriffe auf Menschen und rechtsextreme Ideologien wieder zunehmen, dürfen wir nicht müde werden, Erinnerung lebendig zu halten. Das Projekt zeigt, wie moderne Bildung Erinnerungskultur neu denken kann – digital, interaktiv und zugleich tief berührend.

Es ermöglicht jungen Menschen, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, auch wenn eine Reise nach Auschwitz nicht möglich ist. Entscheidend ist, dass sie verstehen, was damals geschehen ist – und was das für unser Zusammenleben heute bedeutet. Bildung trägt hier eine besondere Verantwortung: Sie muss deutlich machen, wohin Ausgrenzung, Hass und Gleichgültigkeit führen. Nur wenn wir uns der Vergangenheit stellen, können wir unsere Demokratie und unsere Menschlichkeit im Hier und Jetzt stärken.“

Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und Koordinatorin der B-Länder, verweist auf die positiven Erfahrungen aus der Pilotphase: „Das Angebot einer digitalen Führung, von deren Eindrücklichkeit ich mich bereits gemeinsam mit Neunt- und Zehntklässlern aus Jüchen beziehungsweise Münster überzeugen konnte, ermöglicht Schulen, den Erinnerungsort gleichsam ins Klassenzimmer zu holen.

Es ist eine Ergänzung zu den bestehenden Gedenkstättenfahrten und kann den Unterricht vertiefen. Die Erfahrung der digitalen Führung berührt und bildet zugleich. Sie macht deutlich, dass auch Erinnerung, die im besonderen Maße an einen Ort gebunden ist, überall stattfinden kann. Gerade für Schulen, die keine Fahrt nach Auschwitz organisieren können, ist dieses Angebot eine zusätzliche Möglichkeit, sich mit der historischen Verantwortung für ein ‚Nie wieder‘ auseinanderzusetzen.“

Mit dem Projekt „Auschwitz. In front of your eyes“ eröffnet die Stiftung Auschwitz-Birkenau neue Wege der historischen Bildung. Die rund 105-minütige Live-Führung wird von speziell geschulten Guides durchgeführt und kombiniert Kamerabilder vom Gelände mit Archivmaterial, Zeitzeugen-Videos und interaktiven Elementen. Sie ist in sieben Sprachen verfügbar und kann über visit.auschwitz.org gebucht werden. Das Angebot ist didaktisch fundiert, interaktiv und niedrigschwellig. Es ersetzt keinen realen Besuch, sondern ergänzt die schulische Vermittlung historisch-politischer Bildung.

Die Idee für das Projekt entstand während der Corona-Pandemie, als die Gedenkstätte für Besucher geschlossen war. Heute ist es eine Antwort auf schwindende Zeitzeugenschaft und wachsende gesellschaftliche Herausforderungen. Antisemitismus und Geschichtsverzerrung nehmen weltweit zu – umso wichtiger ist eine klare und breit angelegte Bildungsstrategie. Die Bildungsministerkonferenz sieht darin einen Auftrag an alle Länder: Erinnerung zugänglich, persönlich erfahrbar und zukunftsfähig zu machen.

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Lager zur Zeit des Nationalsozialismus. Bis zur Befreiung am 27. Januar 1945 wurden dort etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, darunter eine Million jüdische Menschen. Auschwitz ist weltweit zum Symbol des Holocaust geworden – ein Erbe, das nicht in Vergessenheit geraten darf.

Mehr Transparenz stärkt Kindertagesförderung

Oldenburg: Geld, das für die Kita-Kinder zur Verfügung steht, muss auch bei den Kindern ankommen

Schwerin – Das Land steigert die Ausgaben für die Kindertagesförderung. Gemeinsam mit den Kommunen sind es fast eine Milliarde Euro pro Jahr, die für Bildung und Förderung der Kleinsten investiert werden. Gleichzeitig stärkt das Land mit den geplanten Neuerungen seine Prüfkompetenzen.

„Wir brauchen mehr Transparenz in der Finanzierung der Kindertagesförderung“, sagte Simone Oldenburg heute in Schwerin. „Geld, das für die Kita-Kinder zur Verfügung steht, muss auch bei den Kindern ankommen. Geld, das für Erzieherinnen und Erzieher zur Verfügung steht, soll auch bei ihnen ankommen.“

 Die Ministerin betonte, dass selbstverständlich alle Kinder weiterhin einen Kita-Platz bekommen – ohne Einschränkung und ohne Wartezeit. „Die Kita bleibt für die Eltern mit all ihren Angeboten beitragsfrei. Ein Ganztagsplatz umfasst weiter 10 Stunden und ein Teilzeitplatz 6 Stunden – ohne Einschränkungen und ohne Vorgabe der Arbeitszeit der Eltern.“

 Gute Bedingungen für die Kinder – das bleibt auch weiter so

  • Bis zu zehn Stunden tägliche Betreuung, Förderung und Bildung in Krippe, Tagespflege und Kindergarten sowie bis zu sechs Stunden Betreuung im Hort bleiben erhalten.
  • Eine hohe Anzahl von qualifizierten Fachkräften arbeitet in den Einrichtungen. 95 Prozent des Personals sind ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher.
  • Kitas in MV haben die längsten Öffnungszeiten bundesweit.
  • Über 1.200 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher konnten durch mehr Landesgeld eingestellt werden.
  • Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz, der unabhängig von der Erwerbstätigkeit ihrer Eltern gilt.

 Entlastung für die Eltern

  • Die Beitragsfreiheit für alle Kinder in Krippe, Kita, Tagespflege, Hort und Ferienhort bleibt erhalten.
  • Eltern sparen je Kind bis zu 18.000 Euro an Betreuungskosten.
  • Die Kita in MV bietet den Eltern eine hohe Verlässlichkeit durch wenige Schließtage.

 Mehr Geld für die Kindertagesförderung

  • Fast eine Milliarde Euro investieren Land und Kommunen jährlich in gute Kitas.
  • Die Ausgaben des Landes wurden von 254 Mio. Euro im Jahr 2018 auf 539 Mio. Euro im Jahr 2025 gesteigert.

 Beste Betreuungszeiten

  • Alle pädagogischen Angebote der Einrichtungen werden weiterhin finanziert und stehen allen Kindern beitragsfrei zur Verfügung.
  • Keine Veränderungen bei den Betreuungsansprüchen für Ganztags- und Teilzeitplätze.

Im intensiven Austausch mit den Kommunen, Gewerkschaften, LIGA und dem Elternrat wurde sich u. a. auf folgende Inhalte geeinigt:

  • Die Entgeltverhandlungen der Träger gelten weiterhin für 12 Monate.
  • Die Verhandlungsergebnisse werden für alle Eltern in der Kita sichtbar ausgehängt.

Die avisierten Anpassungen zum Haushaltsbegleitgesetz werden durch Änderungsanträge im Landtag eingebracht. Die Änderungen an der 5. KiföG-Novelle werden den Verbänden im Rahmen der zweiten Verbandsanhörung übermittelt.

„Wir wollen den Austausch deutlich verbessern. Deshalb laden wir die Vertreterinnen und Vertreter der LIGA, des Elternrats, der Gewerkschaften und die kommunalen Vertretungen dazu ein, zum ersten Forum ‚Gute Kita 2030‘ am 30. Oktober ihre Ideen austauschen, um die Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern zukunftsfähig auszugestalten und weitere Qualitätsverbesserungen gemeinsam zu verabreden.“