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Kategorie: Landtag und Regierung MV

Neubau der Edith-Stein-Schule

Schwesig: Neubau der Edith-Stein-Schule ist ein Tag der Freude für Ludwigslust

Ludwigslust – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute feierlich den Neubau der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust übergeben. „170 Jahre nach der Gründung der katholischen Schule in Ludwigslust eröffnen wir heute das neue Schulgebäude. Dabei war der Bau schwieriger als gedacht – auch wegen Corona. Dass wir heute hier stehen, verdanken wir vielen engagierten Helfern. Es ist ein Tag der Freude für Ludwigslust“, sagte die Regierungschefin.

Gemeinsam hätten Eltern, Schülerinnen und Schüler für ihre Schule gekämpft, beim Umzug geholfen und in schwierigen Jahren die Treue gehalten. Auch Sponsoren und Unterstützer hätten Zeit und Geld für die Schule aufgewendet. Schwesig: „Und ich danke der Stadt Ludwigslust, die das Gebäude zum Schlüsselprojekt ihrer Stadtentwicklung erklärt hat. So konnten wir als Land 4,3 Millionen Euro aus EU-Fördermitteln bereitstellen.“

Eine besondere Rolle beim Neubau spielte die Rektorin Marion Löning, sagte Schwesig. „Frau Löning hat sich für die Edith-Stein-Schule eingesetzt, als deren Zukunft ungewiss war und sogar die Schließung drohte. Sie hat den Neubau unter einem neuen Träger der Diakonie angepackt. Als später die Kosten stiegen und sich die Bauzeit verzögerte, organsierte sie persönlich Unterstützerinnen und Unterstützer. Der Neubau ist auch das Werk von Frau Löning.“

Die Edith-Stein-Schule zeige, wie wichtig die insgesamt 119 freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern seien. Sie bereicherten mit ihrer Vielfalt die Bildung in unserem Land, betonte die Ministerpräsidentin. „Liebe Frau Löning, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Schülerinnen und Schuler: herzlichen Glückwunsch zu Eurer neuen tollen Schule.“

Vorreiterrolle in Windenergieverfahren

Justiz in M-V soll Vorreiterrolle in Windenergieverfahren einnehmen

Schwerin – „Die Haushaltsgespräche waren aus Sicht des Ministeriums für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz sehr erfolgreich. Der Entwurf für den Doppelhaushalt 2024/2025, der dem Landtag vorgelegt wird, wird die Justiz unseres Landes zum einen in eine Vorreiterposition bringen, zum anderen sind Investitionen in die Zukunft für die Justiz, den Opferschutz und auch den Verbraucherschutz enthalten“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt nach der Kabinettsitzung am Dienstag.

„Die Digitalisierung ist ein Schwerpunkt des beschlossenen Haushaltsentwurfs. Die Einführung der elektronischen Akte wird mit zusätzlichen 2,5 Millionen Euro unterstützt. Darüber hinaus wollen wir die Verwaltungsgerichtsbarkeit verstärken, in dem Stellen verstetigt werden. Zudem kann aufgrund einer entsprechenden Ermächtigung im Haushaltsgesetz bei einem Anstieg der Windenergieverfahren schnell reagiert und das Oberverwaltungsgericht personell verstärkt werden.

Vor allem soll wie in Asylverfahren auch für Verfahren zum Thema Ausbau der Windenergie eine richterliche Assistenz ermöglicht werden. Wir schaffen somit die Voraussetzungen, dass bei der Energiewende zügig Rechtssicherheit herrschen kann. Damit hätte Mecklenburg-Vorpommern bundesweit eine Vorreiterrolle. Weiterhin stärken wir die Ausbildung und planen, dass junge Menschen, die Justizfachangestellte werden wollen, künftig verbeamtet werden. Dazu bedarf einer neue Ausbildungsform, die die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege übernehmen soll. Wichtig ist auch, dass für die Verpflegung der Gefangenen mehr Geld zur Verfügung steht. Wegen gestiegener Preise für Lebensmittel und Energie wird der tägliche Verpflegungssatz von 3,80 Euro auf 4,84 Euro angehoben“, so Justizministerin Bernhardt.

„Der Opferschutz wird im Land gestärkt. Für die vereinbarte Umsetzung der Istanbul-Konvention wird eine Koordinierungsstelle geschaffen. Damit setzen wir zum einen eine EU-Vorgabe, aber auch den Koalitionsvertrag um. Weiterhin wollen wir das Beratungs- und Hilfenetz für Betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt ab nächstem Jahr mit zusätzlich 140.000 Euro und einer dynamisierten Steigerung unterstützen. Auch die institutionelle Förderung der Verbraucherzentrale soll auf nunmehr 575.000 Euro aufgestockt werden.

Künftig soll die Verbraucherzentrale auch drei Viertel ihrer Mehrerträge einbehalten dürfen. Dadurch soll es der Verbraucherzentrale ermöglicht werden, ihr Beratungsangebot auszubauen, was uns als rot-rote Landesregierung sehr wichtig ist“, sagt Gleichstellungs- und Verbraucherschutzministerin Jacqueline Bernhardt nach dem Beschluss im Kabinett zum Entwurf des Doppelhaushaltes 2024/25. Nun entscheidet der Landtag.

Doppelhaushalts 2024/2025

Schwerin – In ihrer heutigen Kabinettssitzung hat die Landesregierung den Entwurf des Doppelhaushalts 2024/2025 beschlossen. Das Haushaltsvolumen soll in 2024 11,1 Mrd. Euro und in 2025 11,5 Mrd. Euro betragen.

Gleichzeitig soll der MV-Schutzfonds im Haushaltsjahr 2025 aufgelöst werden. Bereits im Jahr 2024 ist eine Sondertilgung von 270 Mio. Euro vorgesehen, ab 2025 folgen zwanzig Jahre lang jährlich Tilgungen von geplant 129 Mio. Euro.

„Wir präsentieren den Entwurf für einen Haushalt in schwierigen Zeiten. Die finanziellen Spielräume sind enger geworden. Das Land führt auch in schwierigen Zeiten seine solide Finanzpolitik fort. Und wir setzen klare Schwerpunkte in den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsplätze, Infrastruktur, Kita und Schulen, Klimaschutz und beim sozialen Zusammenhalt. Im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes“, erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfes auf der Landespressekonferenz.

„Wir haben einen Doppelhaushalt vorgelegt, mit dem wir auf notwendige Aufgaben reagieren, die auch die Unterrichts-, Betreuungs- und Förderbedingungen der Kinder und Jugendlichen deutlich verbessern“, hob die stellvertretende Ministerpräsidentin Simone Oldenburg hervor.

„Beim Klimaschutz und bei Maßnahmen zur Bewältigung der Energiewende setzen wir mit dem Haushaltsentwurf 2024/2025 klare Prioritäten. Die Vorreiterrolle Mecklenburg-Vorpommerns als Energieproduzent Erneuerbarer Energien ist eine Jahrhundertchance für das Land. Diese wollen wir nutzen, um mehr Wohlstand für alle zu schaffen. Gleichzeitig planen wir, Schulden abzubauen. Das ist ein Kraftakt. Unser Ziel bleibt ein wirtschaftlich starkes, sozial gerechtes und nachhaltiges Land Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Die Investitionsquote liegt im Haushaltsentwurf bei 15 Prozent bzw. 15,5 Prozent und ist damit weiter hoch. „Der wichtigste Schwerpunkt ist für mich nach wie vor die Stärkung der Wirtschaftskraft. Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass Arbeitsplätze gesichert und neu geschaffen werden. Deshalb investieren wir in die Zukunft des Landes“, sagte die Ministerpräsidentin.

So enthält der Entwurf für den Doppelhaushalt – inklusive der mittelfristigen Finanzplanung – Investitionen von über 800 Mio. Euro in die Energiewende. Schwerpunkt dabei sind der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. „Für den Aufbau einer klimaneutralen Wasserstoffwirtschaft werden rund 162 Mio. Euro zur Finanzierung der sogenannten IPCEI-Projekte veranschlagt. Damit können Projekte im Umfang von ca. 560 Mio. Euro umgesetzt werden. Das ist ein enormer Investitionshebel.

Für die dreiteilige Forschungsfabrik Wasserstoff MV, bestehend aus dem Leibniz-Institut für Katalyse, dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und dem Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik, sollen insgesamt rund 52 Mio. Euro eingesetzt werden. Aus dem Sonderprogramm GRW zur wirtschaftlichen Transformation zugunsten ostdeutscher Raffineriestandorte und Häfen erhält Mecklenburg-Vorpommern rund 94 Mio. Euro, die durch Landesgeld verdoppelt werden. Darüber hinaus sollen rund 17 Mio. Euro in die Förderung von Transformationsprozessen, Geothermie oder Landstromanlagen investiert werden“, erläuterte der Finanzminister.

Weiter verbessert werden soll die digitale Infrastruktur. Die Landesregierung will auch in Zukunft die notwendigen Kofinanzierungsmittel für den Ausbau des schnellen Internets bereitstellen. Weitere Verbesserungen sind auch beim öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen. So enthält der Haushaltsentwurf die Mittel für das Deutschlandticket (jeweils 40,8 Mio. Euro pro Jahr aus Bundes- und Landesmitteln) sowie die vergünstigten Azubi- und Seniorentickets (rund 7 Mio. Euro pro Jahr). Außerdem sieht der Haushaltsentwurf 10 bzw. 10,3 Mio. Euro für Verbesserungen im landesweiten Busnetz sowie 13,9 bzw. 14.5 Mio. Euro für den Aufbau eines Rufbussystems vor.

Ein weiterer Schwerpunkt im Haushaltsentwurf sind Kitas und Schulen. Die Mittel des Landes für die Kitas steigen auf rund 530 Mio. Euro im Jahr 2024 und 566 Mio. Euro im Jahr 2025. Für die Eltern im Land bleibt es bei der beitragsfreien Kita und beim kostenfreien Ferienhort. „Nach der beitragsfreien Kita sind uns in diesem Bereich weitere Qualitätsverbesserungen wichtig. Dazu zählen die Fachkräfteoffensive, zusätzliche Stellen für unterstützende pädagogische Fachkräfte, die Senkung des Fachkraft-Kind-Schlüssels von 1:15 auf 1:14 im Kindergarten, die Einführung eines landeseinheitlichen Mindestpersonalschlüssels sowie die Umsetzung des Bundesinvestitionsprogramms ‚Ganztagsausbau für Grundschulkinder‛ und die landeseigene Förderung der Sprach-Kitas“, erklärte die Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung.

Für die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft plant die Landesregierung Ausgaben von 1,18 Mrd. Euro im Jahr 2024 bzw. 1,22 Mrd. Euro im Jahr 2025. „Ob mehr Mathematik- und Deutschunterricht von der Grundschule bis zum Abitur oder zusätzliche Stellen für Lehrkräfte, die finanzielle Stärkung der Berufsorientierung, die Finanzierung der verbesserten Seiteneinstiegsqualifikation, die erhöhte personelle Ausstattung an beruflichen Schulen um 150 Stellen, 125 Stellen für unterstützendes pädagogisches Fachpersonal an den Schulen und natürlich die Umsetzung des DigitalPakts Schule: Bildung hat in der Landesregierung Priorität“, so Oldenburg weiter.

Der Schwerpunkt „Klimaschutz“ sieht die Einrichtung und Finanzierung eines neuen Klimaschutzfonds vor. Dazu wird die Zwecksetzung des Sondervermögens Landwirtschaft um den natürlichen Klimaschutz (v.a. Wiedervernässung von Flächen, Förderung klimaangepasster Dauerwälder) erweitert und ein Startkapital von ca. 15 Mio. Euro bereitgestellt. Außerdem werden einige Maßnahmen neu veranschlagt und jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 3,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Dazu zählen bspw. die Überwachung der Moorstandorte und die Moorschutzkampagne sowie Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaanpassungs- und des Energieeffizienzgesetzes auf Bundesebene. „Unser Ziel ist es, unser Land in eine sichere Zukunft zu führen und nachhaltig erfolgreich zu gestalten“, sagte Finanzminister Dr. Heiko Geue.

„Wir leben in Zeiten einer wachsenden gesellschaftlichen Polarisierung. Das muss uns allen Sorgen machen. Wir wollen mit diesem Haushalt diejenigen unterstützen, die für einen starken sozialen Zusammenhalt sorgen“, erklärte die Ministerpräsidentin. Auf das 50 Mio. Euro-Programm für neue Feuerwehrfahrzeuge folge deshalb mit dem Doppelhaushalt ein weiteres 50 Mio. Euro-Programm für die Feuerwehren. Dieses Mal geht es um den Bau von Gerätehäusern. Die Sportfördermittel sollen weiter auf 12,8 Mio. Euro erhöht werden. Dauerhaft abgesichert werden sollen die Fördermittel für die Ehrenamtsstiftung in Höhe von 1 Mio. Euro sowie die Finanzierung der Ehrenamtskarte.

„Das Land wird auch in den kommenden Jahren für finanzielle Sicherheiten auf Seiten der Kommunen sorgen, damit auf kommunaler Ebene weiterhin wichtige Investitionen angestoßen werden können. „Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern können sich auch in den nächsten Jahren auf sehr weitreichende Erstattungsregelungen durch das Flüchtlingsaufnahmegesetz Mecklenburg-Vorpommern verlassen. Mecklenburg-Vorpommern wird weiterhin die notwendigen Kosten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vollständig erstatten. Gleiches gilt für die Kosten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Dies spiegelt sich auch im vorliegenden Haushaltsentwurf wider“, erläuterte Finanzminister Dr. Heiko Geue.

Der Haushaltsentwurf wird im September in den Landtag eingebracht werden.

Verbundenheit des Landes mit der Marine

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf dem Empfang der Fregatte Mecklenburg-Vorpommern die Bedeutung der Marine für das Land gewürdigt.

„Die Fregatte steuert mit dem Namen und dem Wappen unseres Landes Häfen in aller Welt an. Sie ist eine ganz besondere Botschafterin für Mecklenburg-Vorpommern und hat schon überall auf der Welt für unser schönes Land geworben. Wir sind stolz auf unser Patenschiff und die Marine bei uns im Land. Sie hat hier eine lange Tradition. Seit über einhundert Jahren gibt es Marineeinheiten in unserem Land. Wir freuen uns sehr, dass diese Tradition auch nach der Wende durch die Stationierung wichtiger Einheiten und Verbände fortgesetzt worden ist.“

Seit 2012 sei Mecklenburg-Vorpommern Sitz des Marinekommandos und des Inspekteurs der Marine. Das Marine-Führungszentrum ist nach Rostock gekommen. Auch das Marinearsenal „Warnowwerft“ ist seit Anfang des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern zu Hause. Auf dem ehemaligen Werftgelände in Rostock werden Schiffe der Marine gewartet und repariert. Schwesig: „Damit ist die Marine stärker als bisher auch Teil unserer maritimen Wirtschaft, unserer Industrie.“

Seit der Taufe der Fregatte vor mehr als 25 Jahren seien viele enge Kontakte entstanden, die über die Jahre weitergewachsen sind und von den Besatzungen der Mecklenburg-Vorpommern gepflegt würden. Ein ganz besonderes Engagement verbindet Schiff und Besatzung mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft MV. Die DRK-Kita „Südlichter“ aus Güstrow konnte sich erst kürzlich über Spenden der Besatzung freuen. „Für dieses besondere Engagement für und in unserem Bundesland danke ich der Besatzung der Mecklenburg-Vorpommern sehr herzlich.“

Der Dienst in der Marine sei eine berufliche und persönliche Entscheidung, „die höchsten Respekt und Wertschätzung verdient. Sie tragen dazu bei, unsere Freiheit, unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie zu sichern“, so die Regierungschefin.

Statuskonferenz Nationale Hafenstrategie

Meyer: Die nationale Bedeutung der Seehäfen muss sich in der Mitfinanzierung des Bundes widerspiegeln

Schwerin – Anlässlich der Zwischenbilanz auf dem Weg zu einer neuen Nationalen Hafenstrategie wies Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auf die Bedeutung des Bundes bei der Mitfinanzierung der Seehäfeninfrastruktur hin.

„Die hohe Bedeutung der Seehäfen etwa für die Energiesicherheit Deutschlands und seiner Nachbarländer ist in den letzten Monaten deutlich geworden. Es ist wichtig, dass sich der Bundesbeitrag für die Seehäfen in der Bedeutung und den tatsächlichen Bedarfen widerspiegelt, so dass eine zukunftsfähige Ausrichtung der Seehäfen möglich ist. Unsere Seehäfen sind außerdem das Nadelöhr für den Ex- und Import und somit von höchster wirtschaftlicher Bedeutung“, hob Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hervor.

Der gesetzlich festgelegte Beitrag des Bundes an der Seehäfenfinanzierung ist seit 2005 unverändert. Die Küstenländer haben deshalb die Baukostensteigerungen seit 2005 berechnet und kommen alleine auf dieser Basis zu einem jährlichen benötigten Beitrag in Höhe von 330 Millionen Euro. Unter Einbeziehung der kostenintensiven Herausforderungen bei der Digitalisierung und dem Klimaschutz halten die Küstenländer jedoch einen Bundesbeitrag von 400 Millionen Euro für angemessen.

„Es besteht unter allen Beteiligten Konsens, dass der aktuelle jährliche Beitrag von 38 Millionen Euro in keiner Weise ausreicht, um die Herausforderungen der Häfen als Knotenpunkte der Energiewende zu bewältigen – und dies alles im internationalen Wettbewerb“, stellte Wirtschaftsminister Meyer weiter heraus.

90 Prozent der deutschen Exporte werden über die Kaikante umgeschlagen. Damit nimmt der Hafenbetrieb eine bedeutende Rolle in der deutschen Volkswirtschaft ein. Die aktuellen Krisen sind auch in den Häfen der Bundesrepublik deutlich zu spüren. Gleichzeitig müssen sich die Häfen den Herausforderungen im Zeichen von Digitalisierung und Klimaschutz stellen. Wie dieser Transformationsprozess gelingen kann, wird auf der Statuskonferenz zur Nationalen Hafenstrategie am 03. Juli in Berlin diskutiert.

„Tag der Geodäsie“ am 6. Juli

Einblicke in die Wissenschaft von der Vermessung und Aufteilung der Erde – und Berufe mit Zukunft

Schwerin – Den Schweriner Marktplatz mit einer Drohne vermessen, 3D-Drucke anfertigen oder die Größe des eigenen Körpers messen, ohne ihn zu berühren – all‘ das geht beim landesweiten „Tag der Geodäsie“ am 6. Juli. Expertinnen und Experten des amtlichen Vermessungs- und Geoinformationswesens in unserem Bundesland bieten beim Aktionstag unter dem Motto „Vermessung & Geoinformation – Anschauen, ausprobieren und begeistert sein“ viele Veranstaltungen an.

„In der Geodäsie steckt vieles, was für unser tägliches Leben wichtig ist. Wir kennen alle die Vermessungstrupps, die am Straßenrand Baustellen und Bauwerke mit Hightech-Geräten abmessen. Aber auch in vielen anderen Bereichen ist die Geodäsie im Hintergrund ein zentraler Baustein: Wir brauchen sie beim Benutzen von Google, in der Landwirtschaft, bei der Kartierung unserer Wälder, der Beobachtung der Erde aus dem Weltraum, der Messung von Meeresspiegel und Gletscherschmelze oder in Zukunft beim autonomen Fahren“, nennt Christian Pegel Beispiele für die vielseitigen Anwendungsbereiche und wirbt:

„Hinter der Geodäsie verbirgt sich eine große Bandbreite spannender Tätigkeiten. Beim Aktionstag am Donnerstag erhalten vor allem Schülerinnen und Schüler Einblicke in einen modernen, vielseitigen, technisch orientierten Beruf. Wieviel Spaß er macht, zeigen unsere Kolleginnen und Kollegen, indem sie etwa ihre Hightech-Geräte und virtuellen Welten vorstellen. Kommen Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern oder Ihren Kindern vorbei. Das ist eine hervorragende Gelegenheit, ihr Interesse zu wecken für einen tollen Beruf, der sonst nicht so im Rampenlicht steht.“

In Rostock auf dem Universitätsplatz, in Schwerin auf dem Alten Markt und im Rathaus sowie in Stralsund auf dem Alten Markt werden von 10 bis 16 Uhr verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsfeld vorgestellt. Neubrandenburg begeht den Tag der Geodäsie einen Tag später, am 7. Juli, während des Tags der Technik an der Hochschule Neubrandenburg.

Je nach Standort werden unterschiedliche Einblicke in die Welt des Vermessungswesens gegeben. Mehr Informationen zu den Berufen: www.geo-karriere-in-mv.de

Der Tag der Geodäsie wird seit 2016 jährlich von der deutschen Geodätischen Kommission (DGK) ausgerufen. Er soll die Öffentlichkeit über die Aufgaben und die Berufsfelder der Geodäsie und Geoinformatik informieren, die Aufmerksamkeit erhöhen und vor allem Interesse bei Schülerinnen und Schülern wecken.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Tag der Geodäsie erstmalig 2021 in Schwerin begangen. Seitdem können sich Schülerinnen und Schüler aus allen Landesteilen über den Arbeitsplatz Erde informieren.

Mathematik-Abi: Noten einen Punkt angehoben

Oldenburg: Ergebnisse der schriftlichen Mathematik-Prüfungen nicht akzeptabel

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern werden die Noten im diesjährigen Mathematik-Abitur um einen Punkt angehoben. Die Ergebnisse der schriftlichen Prüfungen liegen auf einem Niveau, das nicht zufriedenstellend ist. Dies betrifft, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß, sowohl die Grund- als auch die Leistungskurse in den Prüfungen mit CAS (Computeralgebrasystem) sowie mit WTR (wissenschaftlichem Taschenrechner). Die größte Abweichung weist mit einer Differenz von 1,6 Notenpunkten zum Vorjahr der Grundkurs mit WTR auf, für den ein Durchschnitt von 4,0 Notenpunkten ermittelt wurde.

„Die Ergebnisse der diesjährigen schriftlichen Mathematik-Prüfungen sind nicht akzeptabel. Nach intensiven Beratungen mit der Vereinigung der Schulleiter an Gymnasien, dem Philologenverband, dem Landesschülerrat und dem Landeselternrat haben wir uns dazu entschlossen, die Noten im schriftlichen Mathematik-Abitur um einen Punkt anzuheben und den Abiturientinnen und Abiturienten einen Nachteilsausgleich zu gewähren“, erklärte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Als Ursachen für das schlechte Abschneiden führte die Bildungsministerin die Corona-Schutzmaßnahmen an. „Der diesjährige Abiturjahrgang konnte in Folge der Schulschließungen nur in einem deutlich geringeren Umfang als der vorherige in Präsenz unterrichtet werden und ist damit die im Vergleich am wenigsten privilegierte Gruppe. Da den Lehrkräften die erforderliche Zeit fehlte, um die Schülerinnen und Schüler mit hinreichender Intensität angemessen auf die komplexen Aufgabenstellungen des Mathematik-Abiturs vorzubereiten, ist der Nachteilsausgleich durch Punkteanhebung geboten und gerecht“, betonte Oldenburg.

„Wir haben eine Arbeitsgruppe mit Mathematik-Lehrkräften des Landes gebildet, um die Prüfungsaufgaben umfangreich zu analysieren und auszuwerten. In dieser Arbeitsgruppe muss auch eine differenzierte Aufgabenkritik erfolgen. Vom Ergebnis dieser Analyse wird es abhängen, ob perspektivisch auch eine Modifizierung von Aufgabenstellungen und -formaten erfolgen muss. Wir werden zukünftig unsere Anstrengungen noch weiter intensivieren, da erwiesener Maßen bereits im Kindergartenalter mathematische Defizite festgestellt werden können. Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern den Zugang zu Mathematik zu erleichtern“, so die Ministerin.

Mathematik gilt nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern seit vielen Jahren als Problemfach, zu dem eine nicht beträchtliche Zahl an Schülerinnen und Schülern nur schwer Zugang findet. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz präferiert in ihrem Gutachten angesichts der Ergebnisse des IQB-Bildungstrends für den Unterricht in der Grundschule ausdrücklich die Konzentration auf basale sprachliche und mathematische Kompetenzen. Ab dem Schuljahr 2024/2025 erhöht das Land die Wochenstunden in den Fächern Deutsch und Mathematik in der Grundschule, um die basalen Kompetenzen zu stärken.

„Wir werden die Fortbildungen für Mathematik-Lehrkräfte intensivieren und die Anzahl der Mathematikstunden erhöhen, um systematisch und nachhaltig einen erfolgreicheren Zugang zu mathematischem Denken zu gewährleisten. Dazu zählt auch der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe. Hier wird es im Grundkurs Mathematik eine Erweiterung um eine Wochenstunde geben“, erläuterte Oldenburg.

Neues Digitales Innovationszentrum (DIZ)

Neubrandenburg – Im Rahmen des diesjährigen Mecklenburg-Vorpommern-Tags eröffnete Digitalisierungsminister Christian Pegel heute den neuen Standort des Digitalen Innovationszentrums (DIZ) Neubrandenburg und übergab drei Zuwendungsbescheide über insgesamt knapp zwei Millionen Euro.

„Mit dem Gebäude bekommt das DIZ ein neues Zuhause, gut erreichbar am Rande der Innenstadt. Zuvor standen ihm lediglich zwei Räume in einem Mehrzweckgebäude an der Gerstenstraße zur Verfügung. Für die jetzt fünf Mitarbeiter – zwei Standortkoordinatoren, ein Coach für technische Anwendungen, einer für digitale Geschäftsmodelle und Öffentlichkeitsarbeiterin – und die Angebote des DIZ war das zu wenig Platz. Jetzt sind es 255 Quadratmeter einschließlich Event-Bereich und Snack-Point“, sagte der Minister bei der Schlüsselübergabe heute.

Bei dieser Gelegenheit übergab er auch drei Förderbescheide des Wirtschaftsministeriums: Einen über gut 680.000 Euro für seine Arbeit ab jetzt bis zum Sommer 2025 an das DIZ Neubrandenburg, einen über knapp 920.000 Euro an das DIZ Schwerin für 2022 bis 2025 und einen über knapp 185.000 Euro an das „Zukunftszentrum in Ludwigslust-Parchim“ Devel up. Das Geld stammt zu 90 Prozent aus dem Europäischen Sozialfonds, zu zehn Prozent aus dem Landeshaushalt.

Das DIZ in der Vier-Tore-Stadt ist eines von sechs, die die Landesregierung an den Hochschulstandorten des Landes Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg und in der Landeshauptstadt Schwerin aufgebaut hat.

„Allein in diesem Jahr haben dort bereits mehr als 200 Veranstaltungen und Beratungen mit insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattgefunden. Dazu zählen der Healthcare Hackathon zum Gesundheitswesen in Greifswald, die Fokuswoche Smart Industry in Wismar, die Reihe Meet Discuss Create an wechselnden Standorten, mittwochs die SnackIT-Reihe in Schwerin, das Beratungsprojekt MeTime zur beruflichen Weiterentwicklung für die digitale Arbeitswelt mit der Arbeitsagentur in Rostock oder die Vernetzungs- und Recruiting-Veranstaltung mITsummer in Stralsund. Diese Aufzählung gibt einen kleinen Einblick in das Angebotsspektrum unserer Innovationszentren“, sagt der Minister und fasst zusammen:

„Sie beraten und vernetzen Start-ups, bringen Digitalisierungsexperten mit -neulingen zusammen, organisieren Veranstaltungen von kleineren Zusammenkünften bis hin zu Riesenkonferenzen zu aktuellen und speziellen Digitalisierungsthemen. Sie sind eine tragende Säule unseres digitalen MV, das Akteure der Digitalisierung in ganz MV, aber auch von außerhalb zusammen bringt. Sie tragen dazu bei, dass die Community im Land wächst und es spricht sich herum, dass man in MV nicht nur gut Urlaub machen, sondern auch gut leben und arbeiten kann.“

Christian Pegel verweist in diesem Zusammenhang auf die gerade erschienene aktuelle Ausgabe des Deutschland-Index der Digitalisierung 2023: „Die Autoren vom Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme bescheinigen unserem Bundesland einen Zuwachs an IT-Gründungen von 33 Prozent seit 2019. Unser Plan, eine Alternative zu den Start-up-Szenen in den pulsierenden Metropolen zu bieten, geht auf: Sind alle infrastrukturellen Voraussetzungen vorhanden, bleiben viele Gründer gern in unserem wunderschönen Bundesland – oder kommen von außerhalb her, auch in unsere idyllischen Kleinstädte und Dörfer“, so der Minister.

Die sechs Digitalen Innovationszentren erhielten von Frühjahr bis Sommer 2019 ihre ersten Zuwendungsbescheide und nahmen daraufhin ihre Arbeit auf. Pro Zentrum gibt es fünf Vollzeitstellen. Sie machen den größten Teil der jährlichen Ausgaben von knapp 300.000 Euro pro DIZ aus. Insgesamt stehen für alle Zentren zusammen in der aktuellen, zweiten Förderperiode für die Jahre 2021 bis 2027 rund 16,5 Millionen Euro zur Verfügung. 90 Prozent davon sind Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds. Die übrigen zehn Prozent bezahlt das Land.