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Landesplan Pflege vorgestellt

Gute Versorgung sichern, Demenzkompetenz stärken, Pflege zukunftsfest gestalten / Drese: „MV ist bei der Pflegeplanung und Demenzversorgung bundesweit Vorreiter“

Schwerin – Auf der heutigen Landespressekonferenz haben Sozialministerin Stefanie Drese und Professor Dr. Thomas Klie den neuen Landesplan Pflege Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt. Der Plan analysiert die aktuelle Pflegesituation im Land und gibt Empfehlungen für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgungsstrukturen.

„Die zukunftsfeste Gestaltung der Pflege gehört zu den wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Mit dem Landesplan Pflege verfügen wir über eine fundierte Planungsgrundlage, der wichtige Impulse zur flächendeckenden und bedarfsdeckenden Infrastrukturentwicklung und Personalgewinnung gibt“, verdeutlichte Drese.

Der Landesplan zeigt, dass Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Jahren einen sehr hohen Anteil an Pflegebedürftigen im Bundesvergleich hat. Gleichzeitig fällt der künftig erwartete Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen deutlich moderater aus als in früheren Prognosen angenommen.

„Die aktuellen Berechnungen zeigen: Es droht kein Pflege-Tsunami. Die Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen steht auf der Agenda. Die demographische Entwicklung ist deutlich beherrschbarer als vielfach angenommen“, sagte Prof. Klie.

So werden in Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 86 Prozent der Pflegebedürftigen überdurchschnittlich viele Menschen zu Hause vor allem durch Angehörige versorgt. Zugleich verfügt das Land über ein flächendeckendes Netz ambulanter und stationärer Pflegeangebote. „Die Landkarte der pflegerischen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern hat so gut wie keine weißen Flecken. Herausforderungen bestehen vor allem dort, wo Personalengpässe die verfügbaren Angebote begrenzen“, betonte Drese.

Ein Schwerpunkt des Landesplans ist deshalb die Fachkräftegewinnung und -sicherung. „Pflege ist durch verschiedene Maßnahmen wie die Tariforientierung vollständige Schulgeldfreiheit ein attraktiver Beruf und der in MV häufigste gewählte Ausbildungsberuf“, betone Drese. Darauf gelte es aufzubauen, um die Arbeitsbedingungen für die in der Pflege beruflich Tätigen weiter zu verbessern.

Drese: „Dann werden wir in der Lage sein, die in die Rente gehenden Pflegekräfte überwiegend durch eigene Ausbildungen zu kompensieren. Ein Aufwuchs der Anzahl von Pflegekräften ist jedoch nur über die Gewinnung von ausländischen Pflegekräften möglich.“

Der Landesplan hebt zudem die besondere Rolle Mecklenburg-Vorpommerns im Bereich Demenz hervor. Mit dem im Landesplan Pflege angelegten Demenzmonitoring ist Mecklenburg-Vorpommern Vorreiter in Deutschland. Zugleich ist das Land mit seinen Forschungsstandorten in Rostock und Greifswald ein ausgewiesener Kompetenz-Hotspot in Sachen Demenz.

Als zentrales Zukunftsthema benennt der Landesplan die Weiterentwicklung einer flächendeckenden pflegefachlichen Beratung und Begleitung. Diese soll Pflegebedürftige und Angehörige unterstützen, Hilfen besser koordinieren und dazu beitragen, eine selbstständige Lebensführung möglichst lange zu erhalten.

„Leicht zugängliche Beratung und Begleitung muss zu einem Kernelement der zukünftigen Pflege-Versorgungsstrukturen werden, bei denen unsere Pflegestützpunkte eine wichtige Rolle spielen. Deshalb setzen wir uns auf Bundesebene für die notwendigen gesetzlichen Grundlagen ein und werden deren Umsetzung in Mecklenburg-Vorpommern zügig vorantreiben“, so Drese.

Prof. Klie: „Mecklenburg-Vorpommern übernimmt eine Pionierfunktion in der Pflegepolitik. Die besondere Herausforderung besteht in MV darin, die pflegerische und gesundheitliche Versorgung in den großen Flächenkreisen zu gewährleisten. Gute Planung und Innovationsbereitschaft aber auch Offenheit für Pflegekräfte mit Migrationsgeschichte sind wesentliche Bausteine die Zukunft.“

Der Landesplan Pflege MV wurde im Auftrag des Sozialministeriums von Prof. Dr. Klie agp Sozialforschung Freiburg und Prof. Dr. Isfort, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. Köln erstellt. Die Erkenntnisse des Landesplans werden nun in die Arbeit des Pakts für Pflege Mecklenburg-Vorpommern, die Weiterentwicklung des Landespflegegesetzes sowie die Erarbeitung des Demenzplans des Landes einfließen.

Der Landesplan Pflege ist auf der Website des Sozialministeriums zu finden.

Bund und M-V schließen Vereinbarung zur Verwaltungsdigitalisierung

Kooperation soll Bürokratieabbau, Digitalisirung der Verwaltung und Modernisierung der Rechtssetzung beschleunigen

Schwerin – Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern haben heute im Schweriner Schloss eine Vereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit bei der Verwaltungsmodernisierung unterzeichnet. Ziel ist es, Verwaltungsleistungen schneller zu digitalisieren, bürokratische Belastungen abzubauen, die Qualität der Rechtsetzung zu verbessern und die Serviceorientierung der öffentlichen Verwaltung weiter zu stärken.

Unterzeichnet wurde die Vereinbarung vom Parlamentarischen Staatssekretär des BMDS, Philipp Amthor, und vom Finanz- und Digitalisierungsminister Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Heiko Geue.

Die Vereinbarung setzt konkrete Schwerpunkte bei der Digitalisierung von Verwaltungsverfahren. So planen die Partner, bis Ende März 2027 fünf Verwaltungsleistungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und seiner Kommunen flächendeckend digital bereitzustellen. Dabei handelt es sich um die häufig nachgefragten Leistungen Ummeldung, Baugenehmigung, Unterhaltsvorschuss, Wohngeld und Grundsicherung im Alter.

Der kommunale Zweckverband eGo-MV wird als sogenannter „Generalunternehmer“ des Landes die notwendigen Strukturen aufbauen, um die flächendeckende Anbindung der notwendigen Onlinedienste in den vielen kommunalen Ämtern zu unterstützen. Diese fünf Leistungen sollen somit nur der erste Schritt sein, um dann auch weitere kommunale Leistungen flächendeckend bereitstellen zu können. Damit werden alle Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen – egal wo sie wohnen – von einfacheren, schnelleren und medienbruchfreien Verwaltungsprozessen profitieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung der Rechtsetzung. Mecklenburg-Vorpommern wird einen digitalen Gesetzgebungskreislauf entwickeln, erproben und evaluieren. Darüber hinaus soll die Transformation und Pflege von Rechtslogiken in maschinenlesbarem Code mithilfe künstlicher Intelligenz vorangetrieben werden. Ziel ist es, gesetzliche Regelungen künftig digitaler, verständlicher und effizienter umsetzbar zu gestalten.

Auch beim Bürokratieabbau wollen das BMDS und Mecklenburg-Vorpommern ihre Zusammenarbeit vertiefen. Auf Basis des in Mecklenburg-Vorpommern bereits eingeführten Bürokratiechecks sollen bürokratische Hürden frühzeitig erkannt und möglichst vermieden werden. Dabei wird auch berücksichtigt, dass Entlastungen an einer Stelle nicht zu zusätzlichen Belastungen an anderer Stelle führen dürfen. Gesetze und Verwaltungsverfahren sollen dadurch einfacher, praxistauglicher und besser für die digitale Umsetzung gestaltet werden.

Die Partner vereinbarten außerdem einen kontinuierlichen fachlichen Austausch zur Erprobung und Weiterentwicklung des Ansatzes „Law as Code“. Hierfür wird ein strukturierter Austauschprozess auf Fachebene etabliert, um Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Standards weiterzuentwickeln.

Das BMDS wird darüber hinaus sein zentrales Schulungsangebot zur besseren Rechtsetzung für eine landesseitige Nachnutzung öffnen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf digitalen Werkzeugen für die Rechtsetzung, die künftig gemeinsam weiterentwickelt und eingesetzt werden sollen.

Parlamentarischer Staatssekretär Philipp Amthor: „Die Wirksamkeit der Digitalisierung der staatlichen Verwaltung wird für die Bürgerinnen und Bürger vor allem vor Ort erlebbar – in den Ländern und in ihren Kommunen. Eine gute Abstimmung von Bund und Ländern ist deshalb eine Gelingensbedingung für erfolgreiche Staatsmodernisierung. Dass Mecklenburg-Vorpommern die Verwaltungsdigitalisierung nun im Miteinander mit der Bundesregierung noch stärker vorantreibt und eine verstärkte politische Zusammenarbeit mit dem Bund vereinbart hat, liegt insoweit nicht nur im Interesse des Landes, sondern auch im Bundesinteresse. Gemeinsam beschleunigen Bund und Länder die Verwaltungsmodernisierung und machen Deutschland einfacher, digitaler und leistungsfähiger.“

Minister Dr. Heiko Geue: „Unser Ziel ist es, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen weniger Zeit mit Anträgen, Formularen und Bürokratie verbringen und Verwaltungsleistungen schneller, einfacher und vollständig digital nutzen können. Genau darum geht es in der heutigen Vereinbarung mit dem Bund: Wir wollen Verwaltungsleistungen schneller und flächendeckend digital verfügbar machen, Bürokratie abbauen und neue Wege in der Rechtsetzung gehen. Die Entwicklung eines digitalen Gesetzgebungskreislaufs und die Erprobung von ‚Law as Code‘ bieten die Chance, Gesetze künftig verständlicher, effizienter und digital umsetzbar zu gestalten. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die den Menschen das Leben einfacher macht und Unternehmen von unnötigen Belastungen entlastet.“

Mecklenburg-Vorpommern tritt Allianz gegen Einsamkeit bei

Kabinett beschließt Erstunterzeichnung

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern wird Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gegen Einsamkeit. Das Landeskabinett hat heute (am Dienstag) dem Beitritt zugestimmt. Sozialministerin Stefanie Drese begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritt im gemeinsamen Engagement gegen Einsamkeit und für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt.

„Einsamkeit stellt eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung dar, die Menschen aller Altersgruppen und Lebenslagen betrifft und unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer hat“, erklärte Drese nach der Kabinettssitzung. Sie könne erhebliche negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit, die gesellschaftliche Teilhabe sowie das Vertrauen in demokratische Institutionen haben.

In Mecklenburg-Vorpommern bestehen nach Angabe von Drese aufgrund struktureller Besonderheiten besondere Herausforderungen: eine geringe Bevölkerungsdichte, ein überdurchschnittlich hoher Anteil älterer Menschen sowie ein hoher Anteil alleinlebender Personen erhöhen das Risiko sozialer Isolation.

„Deshalb haben wir frühzeitig das Thema Einsamkeit in den Fokus gerückt und einen ‚Runden Tisch gegen Einsamkeit im Alter‘ eingerichtet“, sagte Drese. Unter breiter Beteiligung von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden umfassende Analysen durchgeführt und konkrete Handlungsempfehlungen zur Prävention und Linderung von Einsamkeit erarbeitet.

„Mit der frühzeitigen Beteiligung des Landes als Erstunterzeichner der bundesweiten Allianz gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt“, betonte die Ministerin. Damit werde eine aktive Mitwirkung an der Ausgestaltung der bundesweiten Aktivitäten ermöglicht sowie eine sichtbare Positionierung des Landes im Themenfeld Einsamkeit.

Mit der Mitgliedschaft erhält das Land Zugang zu einem bundesweiten Netzwerk aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Gleichzeitig können eigene Aktivitäten im Bereich der Einsamkeitsprävention eingebracht, weiterentwickelt und öffentlich sichtbar gemacht werden.

Die Allianz gegen Einsamkeit wurde auf Initiative des Bundes ins Leben gerufen. Sie bringt Länder, Kommunen, Verbände, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und weitere Akteure zusammen, um Kräfte gegen Einsamkeit zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und wirksame Maßnahmen weiterzuentwickeln. Grundlage bildet die Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit, die seit 2023 umgesetzt wird. Ziel der Allianz ist es, das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, Präventionsangebote auszubauen und bestehende Hilfs- und Unterstützungsstrukturen besser zu vernetzen.

„Von zentraler Bedeutung sind dabei wohnortnahe Begegnungsangebote und eine starke Zivilgesellschaft. Gerade in unserem Flächenland sind soziale Netzwerke, Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliches Engagement unverzichtbar. Mehrgenerationenhäuser, Familienzentren, Bürgertreffs, Vereine und viele weitere Begegnungsorte schaffen Räume für Gemeinschaft und wirken Einsamkeit aktiv entgegen“, so die Ministerin.

Drese kündigte an, das Thema auch weiterhin öffentlich sichtbar zu machen. „Mit unserem Fachtag ‚Gemeinsam statt einsam – für soziale Teilhabe‘ am 19. Juni im Landtag werden wir weitere Erkenntnisse gewinnen und den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vertiefen.“

Die Ministerin unterstrich abschließend: „Einsamkeit hat viele Ursachen. Deshalb gibt es auch nicht die eine Lösung. Entscheidend ist ein breites Bündel an Maßnahmen, die Begegnungen ermöglichen, Teilhabe fördern und Menschen miteinander verbinden. Daran arbeiten wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits heute an vielen Stellen – und dieses Engagement werden wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern weiter ausbauen.“

Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt wird umgesetzt

Das Kabinett beschloss die Landesstrategie: „Maßnahmen umfassen alle Lebensbereiche“, so Gleichstellungsministerin Bernhardt

Schwerin – Das Landeskabinett hat die Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention (IK) beschlossen. Damit wurde der dritte Landesaktionsplan gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in M-V fortgeschrieben. Gleichzeitig erfüllt Mecklenburg-Vorpommern die Verpflichtung aus Artikel 10 Absatz 1 Satz 1 des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Wir stärken den Schutz gegen sexualisierte und häusliche Gewalt weiter. Mit der Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention schaffen wir Transparenz durch die Darstellung von über 100 etablierten und neuen Maßnahmen aller zuständigen Ressorts zum Gewaltschutz vor häuslicher und sexualisierter Gewalt. Durch die Bündelung konkreter Maßnahmen, Zielsetzungen und Zuständigkeiten erhöhen wir die Verbindlichkeit und Wirksamkeit staatlichen Handelns“, erklärt Ministerin Jacqueline Bernhardt nach der Kabinettssitzung.

„Die Landesstrategie ist ein Dreiklang aus Prävention, Unterstützung in Intervention. Die Maßnahmen reichen von der Weiterentwicklung präventiver Angebote in Kindertagesstätten und Grundschulen bis hin zur Stärkung des Kinderschutzes im Rahmen des neuen Landeskinderschutzgesetzes. Unterstützung wird der erleichterte Zugang zur psychosozialen Prozessbegleitung für minderjährige Gewaltopfer geben. Interventionen erfolgen z.B. durch die Polizei, die künftig gewaltausübende Person mittels elektronischer Aufenthaltsüberwachung, der sogenannten ‚Fußfessel‘, beobachten kann“, zählt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt auf.

Die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser: „Die Landesstrategie zur Umsetzung der Istanbul-Konvention vereint auch zentrale aktuelle Gesetze der Landesregierung. Hervorzuheben wäre hierbei das Gesetz zur Stärkung des Kinderschutzes. Es sieht unter anderem Gewaltschutzkonzepte in Vereinen, etwa Sportclubs vor, die Angebote für Kinder und Jugendliche vorhalten. Mit dem Wohnformen- und Teilhabegesetz M-V werden etwa Gewaltschutzkonzepte in der Pflege sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung eingeführt.

Auch die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes ist ein wichtiger Baustein der Strategie. Die Umsetzungsstrategie ist, begleitet durch die IK-Koordinierungsstelle des Landes, in einem umfassenden Beteiligungsprozess vorbereitet worden. Ein ausdrücklicher Dank geht an die beteiligten Ministerien und die Vertretenden der Zivilgesellschaft“, so die Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung Monique Tannhäuser.

„Mit der Verabschiedung der IK-Landesstrategie ist gleichzeitig der Auftrag verbunden, die geplanten Maßnahmen aktiv zu begleiten. Die Strategie ist dynamisch. Sie wird evaluiert und kontinuierlich weiterentwickelt, um aktuellen Herausforderungen und Bedarfen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention in Mecklenburg-Vorpommern gerecht zu werden. Der bestehende Landesrat zur Umsetzung der IK-Landesstrategie soll den Prozess weiter begleiten.

Mit Blick auf die Wirksamkeit und Überprüfbarkeit dieser Landesstrategie über die aktuelle Wahlperiode hinaus ist eine stufenweise Evaluierung der Strategie vorgesehen. Die erste Evaluierung soll zwei Jahre nach Inkrafttreten der IK-Landesstrategie und anschließend alle fünf Jahre erfolgen. Denn der Schutz vor sexualisierter oder häuslicher Gewalt kann gar nicht umfassend genug sein“, stellt Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt klar.

M-V schafft klare Regelungen für schnelles Handeln nach Wolfsrissen

Schwerin – Mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Bund neue Möglichkeiten geschaffen, um nach Wolfsrissen schneller und zielgerichteter reagieren zu können. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern hat die zuständigen Behörden und beteiligten Institutionen über die Umsetzung der neuen Regelungen informiert. Zur Unterstützung der Akteure vor Ort wurden „Hinweise zur Umsetzung Wolf im Jagdrecht“ herausgegeben.

Ziel ist es, Nutztiere wirksam zu schützen und gleichzeitig den günstigen Erhaltungszustand des Wolfes zu sichern.

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Der Wolf gehört inzwischen dauerhaft zur Natur in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig tragen unsere Weide­tierhalter täglich Verantwortung für ihre Tiere und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaften. Artenschutz und Weidetierhaltung dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Kern der Hinweise ist eine klare und praxisnahe Vorgehensweise für den Fall, dass nachweislich ein Wolf trotz ausreichender Schutzmaßnahmen Schäden in Nutztierbeständen verursacht. Voraussetzung bleibt eine fachliche Begutachtung des Vorfalls. Dabei muss festgestellt werden, dass tatsächlich ein Wolf für den Schaden verantwortlich war und die betroffenen Tiere durch zumutbare Herdenschutzmaßnahmen geschützt waren.

Liegen beide Voraussetzungen vor, können Maßnahmen künftig unmittelbar nach der Begutachtung eingeleitet werden. So sollen weitere Schäden verhindert und gleichzeitig sichergestellt werden, dass Eingriffe gezielt und verhältnismäßig erfolgen.

„Wer seine Tiere schützt und dennoch von Wolfsschäden betroffen ist, erwartet zu Recht, dass der Staat handlungsfähig ist. Die neuen Regelungen schaffen dafür zusätzliche Möglich­keiten und mehr Rechtssicherheit für alle Beteiligten“, so Backhaus.

Der Minister betont zugleich, dass ein ausreichender Herden­schutz weiterhin die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Schäden bleibt. Wirksame Zäune und weitere Schutzmaßnahmen bilden auch künftig die Grundlage einer nachhaltigen Koexistenz von Weidetierhaltung und Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern.

Parallel arbeitet das Land gemeinsam mit Fachbehörden, Wissen­schaftlern, Landnutzern, Jagd- und Naturschutzverbänden an einem landesweiten Wolfsmanagementplan. Dieser soll künftig einen einheitlichen Rahmen für den Umgang mit dem Wolf in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. Mit der jüngsten Entschei­dung des Landtages zur Änderung des Landesjagdgesetzes wurden dafür weitere wichtige rechtliche Voraussetzungen geschaffen.

„Unser Ziel ist ein transparentes, verlässliches und praxisnahes Wolfsmanagement. Die Menschen im ländlichen Raum müssen darauf vertrauen können, dass Probleme erkannt und gelöst werden. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung für den Erhalt einer geschützten Wildtierart. Beides gehört zusammen“, betont Backhaus.

Am 2. April 2026 trat das geänderte Bundesjagdgesetz in Kraft. Es ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine schnellere Reaktion auf Wolfsrisse. Voraussetzung sind der Nachweis eines Wolfsrisses durch einen fachkundigen Gutachter sowie das Vorhandensein angemessener Herdenschutzmaßnahmen. Mecklenburg-Vorpommern setzt die neuen bundesrechtlichen Vorgaben um und hat mit der Landtagsentscheidung zur Änderung des Landesjagdgesetzes bereits weitere wichtige Weichen für ein rechtssicheres Wolfsmanagement gestellt.

M-V baut Brücken von der Kita bis zur Berufsausbildung

Oldenburg: Jedes Kind soll die Unterstützung erhalten, die es braucht, um seinen Bildungsweg erfolgreich gehen zu können

Schwerin – Mit einer umfassenden Strategie für mehr Bildungsgerechtigkeit hat Mecklenburg-Vorpommern neue und gezielte Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche entlang der gesamten Bildungsbiografie geschaffen. Ziel ist es, jedem Kind den Bildungsweg zu ermöglichen, der zu seinen Talenten, Interessen und Fähigkeiten passt – unabhängig vom Einkommen und Bildungsstand der Eltern. „Wir wollen ein Bildungssystem, das stärkt und nicht ausgrenzt“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Jedes Kind soll die Unterstützung erhalten, die es braucht, um seinen Bildungsweg erfolgreich gehen zu können. Daran haben wir in dieser Wahlperiode intensiv gearbeitet und viele neue Angebote aufgelegt.“

Die Strategie „Brückenbauen von der Kita bis zur Berufsausbildung“ bündelt Maßnahmen, die die Übergänge im Bildungssystem stärken und Brüche vermeiden. Dabei setzt das Land auf individuelle Förderung, längeres gemeinsames Lernen, multiprofessionelle Unterstützung und gezielte Hilfen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. „Jedes Kind startet mit einem anderen Rucksack ins Leben – ob groß oder klein, leicht oder schwer. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass daraus keine Bildungsbarrieren entstehen“, sagte Oldenburg. „Wir wollen Bildungswege eröffnen, nicht verbauen.“

Ein zentraler Ansatz der Strategie besteht darin, Kinder frühzeitig entsprechend ihren Fähigkeiten zu fördern. Bereits in der Kita werden sprachliche, mathematische, soziale und emotionale Kompetenzen systematisch gestärkt. „Die beitragsfreie Kita ist eine entscheidende Grundlage für echte Bildungsgerechtigkeit“, erklärte Oldenburg. „Sie ist der größte sozialpolitische Erfolg, weil wir Familien pro Kind um 18.000 Euro von der Krippe bis zum Hort entlasten. Frühe Förderung darf keine Frage des Einkommens sein“, so die Ministerin.

In Perspektivkindergärten, also Einrichtungen in sozial herausfordernden Lagen, und Sprach-Kitas gibt es zusätzliche personelle Unterstützung. Das Projekt „Lesereise MV“ begeistert frühzeitig für Sprache und Bücher. Das geplante Startchancen-Programm für Kitas mit Mitteln vom Bund ist bereits enthalten.

Gleichzeitig werden Eltern stärker einbezogen und Übergänge zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Grundschule verbessert, Kinder und Jugendliche werden gezielt begleitet.

Auch in den Schulen steht die individuelle Förderung im Mittelpunkt. Zusätzliche Unterrichtsstunden in Deutsch, Mathematik und Englisch, individuelle Lernzeiten, flexible Bildungswege und multiprofessionelle Teams sollen sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Stärken lernen können. In multiprofessionellen Teams arbeiten Personen verschiedener Berufsgruppen, die sich unterstützen. Hierzu zählen Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen.

„Nicht jedes Kind lernt gleich schnell und geht denselben Weg“, so Oldenburg. „Deshalb machen wir Angebote, die den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Besonders wichtig ist dabei, junge Menschen nicht frühzeitig aus dem Bildungssystem zu verlieren.“ Frühwarnsysteme, flexible Abschlussmöglichkeiten und neue Wege in der Beruflichen Orientierung mit vielen Praxisanteilen sollen mehr Jugendlichen einen bundesweit anerkannten Schulabschluss führen und ihnen den Einstieg in den Beruf erleichtern.

So richtet sich das Freiwillige 10. Schuljahr an Schülerinnen und Schüler, die mehr Zeit zum Lernen brauchen. Sie haben damit die Chance mit der Berufsreife einen bundesweit anerkannten Abschluss zu erlangen. Der neue Bildungsgang „Ausbildungsvorbereitung dual“ (AVdual) startet im Schuljahr 2026/2027 mit dem Ziel, die Ausbildungschancen und die Anschlussvermittlung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern, die den ersten Einstieg in die Berufsausbildung noch nicht geschafft haben. Das Produktive Lernen und die Berufsreife dual verknüpfen Schule und Arbeitsleben. Sie werden im kommenden Schuljahr zur Praxisorientierten Berufsreife zusammengeführt.

Die Strategie für mehr Bildungsgerechtigkeit – Brückenbauen von der Kindertagesförderung bis zur Berufsbildung führt alle Angebote und Programme auf und ist online abrufbar.

Schwesig: Grundschule am Mueßer Berg bekommt neues Hortgebäude

Schwerin – In Schwerin ist heute der Grundstein für das neue Hortgebäude „Future Kids“ der Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin gelegt worden.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig betonte in ihrer Rede, dass seit 1992 insgesamt rund 41 Millionen Euro in den Schulbau in den Stadtteilen Neu-Zippendorf und Mueßer Holz investiert worden seien. „Wir haben den Campus am Turm saniert und umgebaut. Im Zentrum von Neu Zippendorf entsteht das neue Regionale Berufliche Bildungszentrum für Gesundheit und Sozialwesen.

Die Sporthalle der Grundschule am Mueßer Berg ist saniert, die Schulsportanlage auf dem Außengelände ist völlig neu gestaltet worden. Hier beim Hort stecken Bund und Land weitere 8,45 Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung in den Neubau“, erläuterte Schwesig. Insgesamt werde mit Baukosten von 9,5 Millionen Euro gerechnet. Die Schule profitiere zudem vom Startchancen-Programm des Bundes und der Länder.

Der Bau des neuen Hortgebäudes sei von besonderer Bedeutung. „Mecklenburg-Vorpommern erfüllt bereits heute den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Wir gehen sogar über die Vorgaben des Bundes hinaus und ermöglichen eine Betreuung von bis zu 50 Stunden“, sagte die Ministerpräsidentin. „Und wir wollen die Hortbetreuung weiter verbessern.

Schon in der ersten Stufe des Zukunftsplans, auf den wir uns mit Kommunen, Trägern, Gewerkschaften und dem Landeselternrat im Mai geeinigt haben, sinkt das Fachkraft-Kind-Verhältnis im Hort ab August 2027 auf 1:21“, kündigte Schwesig an. Dies solle noch in dieser Wahlperiode gesetzlich festgeschrieben werden.

Grundsteinlegung auf dem Schulcampus Grevesmühlen

Oldenburg: moderne Grundschule verbindet gute Lernbedingungen, Inklusion und Nachhaltigkeit

Grevesmühlen – In Grevesmühlen ist heute der Grundstein für den Neubau der Grundschule auf dem Schulcampus gelegt worden. Der Neubau stärkt den Bildungsstandort, an dem künftig rund 900 Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen werden. Als nächster Entwicklungsschritt ist ein Zentralgebäude geplant, das den Campus als Ort für Lernen, Begegnung und Gemeinschaft ergänzen wird. Bund, Land und Europäische Union fördern das Gesamtvorhaben mit mehr als 22 Millionen Euro.

„Mit der heutigen Grundsteinlegung wird sichtbar, wie konsequent Grevesmühlen in die Bildungszukunft der Kinder und Jugendlichen investiert“, so Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Hier entsteht eine moderne Grundschule, die gute Lernbedingungen, Inklusion und Nachhaltigkeit miteinander verbindet. Gleichzeitig wächst ein Schulcampus, der Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten bietet, die Gemeinschaft fördert und Grenzen überwindet.“

Auf dem Schulcampus Grevesmühlen sind mit der Regionalen Schule und der Mosaikschule, einer staatlich anerkannten Ersatzschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, bereits zwei moderne Schulgebäude entstanden. Mit der neuen Grundschule und dem geplanten Zentralgebäude wird die Entwicklung des Standortes fortgesetzt. Künftig lernen hier Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Voraussetzungen an einem gemeinsamen Campus. Sowohl die neue Grundschule als auch die Regionale Schule werden als Schulen mit spezifischer Kompetenz geführt.

Bei dem Neubau der Grundschule werden neben modernen pädagogischen Anforderungen auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. So sind unter anderem ökologische Baustoffe, Photovoltaikanlagen und begrünte Dachflächen geplant. Das spätere Zentralgebäude bildet das Herzstück des Campus und wird Räume für Unterricht, Begegnung, Bewegung und kulturelle Angebote enthalten. Barrierefreie Außenanlagen ergänzen das Konzept.

Dem Projekt ist ein langjähriger Beteiligungs- und Planungsprozess vorausgegangen. Bereits frühzeitig hatte die Stadt Grevesmühlen eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Schulen, Elternschaft, Diakonie und weiteren Einrichtungen gemeinsam die Zukunft des Schulstandortes entwickelt haben. Wissenschaftlich begleitet wurde der Prozess durch die Universität Rostock.

„Grevesmühlen zeigt beispielhaft, wie Schulentwicklung gelingen kann, wenn alle Beteiligten frühzeitig eingebunden werden und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Die Stadt hat mit Weitblick und Ausdauer einen Schulcampus entwickelt, der den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht wird und weit über die Stadtgrenzen hinaus Strahlkraft besitzt“, sagt Simone Oldenburg und dankt allen Beteiligten, die das Projekt über viele Jahre begleitet und vorbereitet haben.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Schulträger weiterhin bei Investitionen in eine moderne Bildungsinfrastruktur. Über das Sondervermögen des Bundes stehen im Rahmen des „MV-Plans 2035“ in den kommenden zwölf Jahren weitere 600 Millionen Euro für Schulbauinvestitionen zur Verfügung. „Gute Schulen sind eine gemeinsame Aufgabe von Land und Kommunen. Deshalb schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Schülerinnen und Schüler überall im Land moderne Lernbedingungen vorfinden. Investitionen in Schulen sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes“, betont die Bildungsministerin.