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21. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eröffnet

Dr. Wolfgang Blank: „Die Gesundheitswirtschaft ist Innovationsmotor, Beschäftigungsgarant und Resilienzfaktor für Mecklenburg-Vorpommern.“

Rostock – Mit rund 600 Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist heute in Rostock die 21. Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft gestartet. Die zweitägige Veranstaltung steht unter dem Motto „#Gesundheit2026“ und gilt als wichtigste Plattform für den Austausch über Zukunftsthemen der Gesundheitswirtschaft in Deutschland. Partnerland der diesjährigen Konferenz ist Lettland.

Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank betonte zum Auftakt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche für Mecklenburg-Vorpommern: „Die Gesundheitswirtschaft gehört zu den stärksten und dynamischsten Wirtschaftsbranchen unseres Landes. Sie verbindet Innovation, Wertschöpfung und gesellschaftlichen Nutzen auf einzigartige Weise. Mit über 150.000 Beschäftigten arbeitet inzwischen etwa jeder fünfte Erwerbstätige in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Bereich. Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein zentraler Wachstumsmotor, ein wichtiger Arbeitgeber und zugleich ein wichtiger Faktor für die Resilienz unseres Landes.“

Die Konferenz bietet in zahlreichen Fachforen und Diskussionsrunden Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Branche zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen Themen wie innovative Medizintechnik, Künstliche Intelligenz, digitale Gesundheitslösungen, Start-up-Förderung, Prävention sowie der Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Fitness. „Resilienz entsteht lange vor der Krise – durch Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Genau dafür steht diese Konferenz. Sie bringt die relevanten Akteure zusammen und schafft Raum für neue Ideen, starke Kooperationen und zukunftsgerichtete Investitionen“, sagte Minister Dr. Blank.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem diesjährigen Partnerland Lettland. Unter Leitung des lettischen Gesundheitsministers Hosams Abu Meri nimmt eine knapp 30-köpfige hochrangige Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik an der diesjährigen Konferenz teil. Die Zusammenarbeit zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Lettland wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und umfasst insbesondere die Bereiche Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung und Forschung.

„Der Ostseeraum bietet beste Voraussetzungen für gemeinsame Innovationen in der gesamten Gesundheitswirtschaft, insbesondere in Life Sciences und Medizintechnik. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der gesamten Region. Die Kooperation mit Lettland zeigt beispielhaft, welches Potenzial in grenzüberschreitender Zusammenarbeit steckt“, erklärte Minister Dr. Blank.

Die Nationale Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft wird im Auftrag des Landes Mecklenburg-Vorpommern von der BioCon Valley GmbH organisiert. Sie gilt als das zentrale Schaufenster der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns und trägt wesentlich dazu bei, den Gesundheitsstandort national und international sichtbar zu machen. Nach aktuellen Berechnungen erwirtschaftete die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt eine Bruttowertschöpfung von rund 8 Milliarden Euro und steht für mehr als 14 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Damit zählt sie zu den wichtigsten Leitbranchen Mecklenburg-Vorpommerns.

Verfassungsschutzbericht 2025

Innenminister Christian Pegel: „Hybride Bedrohungen wollen das Vertrauen in unseren Staat zerstören“

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat heute gemeinsam mit Thomas Krense, Leiter der Verfassungsschutzabteilung den Verfassungsschutzbericht 2025 für Mecklenburg-Vorpommern in der Landespressekonferenz vorgestellt. Der Bericht zeigt, welchen extremistischen und sicherheitsrelevanten Herausforderungen Mecklenburg-Vorpommern aktuell gegenübersteht – verständlich, transparent und mit Blick auf die Sicherheit der Menschen im Land.

Im Jahr des 35-jährigen Bestehens des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern wird deutlich: Die Bedrohungslage ist weiterhin angespannt und vielfältig. Neben den bekannten Formen des Extremismus gewinnen neue Gefahren zunehmend an Bedeutung – vor allem hybride Bedrohungen und Radikalisierung im Internet.

„Hybride Bedrohungen richten sich nicht nur gegen einzelne Einrichtungen. Sie greifen das Vertrauen der Bevölkerung in Staat, Demokratie und Institutionen an. Dazu zählen Desinformation, Spionage, Cyberangriffe und Sabotage. Mecklenburg-Vorpommern ist davon ebenfalls intensiv betroffen – unter anderem auch wegen seiner Ostseelage, der Häfen, der Energieversorgung, der maritimen Wirtschaft sowie wichtiger Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen“, betonte Innenminister Christian Pegel bei der Vorstellung und fügte hinzu:

„Der Bericht dokumentiert nicht nur Entwicklungen, sondern ist auch eine Grundlage für Prävention, Aufklärung und politische Entscheidungen. Wer unsere Demokratie schützen will, muss Gefahren früh erkennen und entschlossen handeln. Dazu gehört, extremistische Strukturen ebenso im Blick zu behalten wie verdeckte Einflussnahme fremder Staaten. Dafür braucht es einen handlungsfähigen Verfassungsschutz, der Entwicklungen rechtzeitig analysiert und die freiheitliche demokratische Grundordnung wirksam schützt.“

Hybride Bedrohungen nehmen weiter zu

Hybride Bedrohungen – also die gezielte Kombination aus Spionage, Cyberangriffen, Desinformation und politischer Einflussnahme – stellen weiterhin eine ernste Gefahr dar. Auch 2025 war Deutschland, und damit auch Mecklenburg-Vorpommern, Ziel solcher Aktivitäten. Besonders im Fokus standen russische Nachrichtendienste im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Der Verfassungsschutz MV hat seine Fähigkeiten deshalb weiter ausgebaut und fungiert inzwischen als zentrale Anlaufstelle für den Umgang mit hybriden Bedrohungen. Der Austausch mit Behörden, Kommunen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurde intensiviert, insbesondere in sensiblen Bereichen wie maritimer Wirtschaft, kritischer Infrastruktur und Maschinenbau.

Radikalisierung verlagert sich zunehmend ins Internet

Radikalisierung findet heute immer häufiger im Internet statt. Das betrifft alle Formen des Extremismus. Über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste, Musik, kurze Videos, Memes oder geschlossene Chats versuchen extremistische Gruppen gezielt, vor allem junge Menschen zu erreichen und an ihre Ideologien heranzuführen.

Besonders gefährlich ist dabei die Mischung aus dem Gefühl, dazuzugehören, bewussten Provokationen, einfachen Feindbildern und der Verherrlichung von Gewalt. Gerade junge Menschen werden so emotional angesprochen, in Gruppen eingebunden und Schritt für Schritt an extremistische Denkweisen herangeführt.

„Extremisten nutzen die digitalen Räume sehr geschickt. Deshalb dürfen wir das Internet nicht sich selbst überlassen, sondern müssen dort klar Haltung zeigen. Unser Ziel ist es, junge Menschen stark zu machen – damit sie Manipulation, Hass und Gewalt erkennen und sich bewusst dagegen entscheiden können. Wer früh versteht, wie extremistische Propaganda funktioniert, ist besser geschützt. Prävention im digitalen Raum ist heute ein zentraler Bestandteil unserer Sicherheitsarbeit“, verdeutlichte der Minister.

Rechtsextremismus bleibt größte Gefahr

Auch 2025 bleibt Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die Demokratie im Nordosten. Erstmals zählen die Sicherheitsbehörden mehr als 2.000 Personen zur rechtsextremen Szene – konkret sind es 2.030. Besonders auffällig ist, dass immer mehr junge Menschen dazukommen. Viele von ihnen stammen aus einem bislang locker organisierten Umfeld und rutschen schrittweise in extremistische Strukturen ab.

Große Sorgen bereitet vor allem die zunehmende Radikalisierung im Internet, die bis in den Schulalltag hineinwirkt. Dadurch stehen Lehrkräfte und Schulen vor immer größeren Herausforderungen, wenn es darum geht, extremistischen Tendenzen frühzeitig zu begegnen.

Um Jugendliche zu erreichen, nutzt die Szene zudem moderne Musikstile wie Rap oder partyähnliche Formate, die auf den ersten Blick harmlos wirken, aber extremistische Botschaften transportieren. Zudem zeigt sich eine engere Verbindung zwischen Rechtsextremismus, Kampfsport und der Hooligan-Szene. Kampfsport wird gezielt genutzt, um Gewaltbereitschaft und Zusammenhalt zu fördern.

„Rechtsextremisten versuchen, junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich täglich aufhalten: im Netz, in der Musik und im Freizeitbereich. Dem müssen wir als Gesellschaft entschieden entgegentreten – mit klarer Haltung, Aufklärung und einem starken demokratischen Miteinander“, sagte der Minister mit Blick auf diese Entwicklung.

„Reichsbürger“: kleine Gruppen, große Probleme

Die Zahl der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ im Nordosten ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Während der Verfassungsschutz zuvor von etwa 690 Personen ausging, lag das Personenpotenzial zuletzt bei rund 800, wobei der Anstieg vor allem Einzelpersonen ohne feste organisatorische Anbindung betrifft. Nur etwa 27 Prozent der Szene sind in Gruppen oder Zusammenschlüssen organisiert.

Den Sicherheitsbehörden zufolge gelten rund 19 Prozent der Reichsbürger- und Selbstverwalterszene als gewaltorientiert. Etwa sieben Prozent von ihnen werden zugleich dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet. Die Szene fiel erneut durch Beleidigungen, Körperverletzungen, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie massive Störungen von Verwaltungsabläufen auf.

„Diese Szene stellt unsere staatlichen Strukturen bewusst infrage und scheut dabei auch nicht vor Gewalt zurück. Umso wichtiger ist es, dass unsere Behörden handlungssicher, gut vernetzt und konsequent auftreten“, betonte Innenminister Christian Pegel.

Um Behörden besser zu schützen, veranstaltete der Verfassungsschutz im Februar 2026 das Symposium „Souverän im Amt“ mit rund 500 Teilnehmenden aus Verwaltung, Polizei, Justiz und Politik.

Linksextremismus: Jugendgruppen mit klarer Ideologie

Das linksextremistische Personenpotenzial blieb mit etwa 450 Personen stabil. An Bedeutung gewonnen haben jedoch ideologisch gefestigte, kommunistisch geprägte Jugendgruppen wie die Rote Jugend Rostock. Diese Gruppen sprechen gezielt junge Menschen an und vermitteln ein starkes Wir-Gefühl sowie revolutionäre Ideen.

„Extremistische Gruppen versuchen gezielt, junge Menschen mit einfachen Antworten und einem starken Wir-Gefühl für ihre Ideologie zu gewinnen. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, frühzeitig aufzuklären und demokratische Alternativen sichtbar zu machen“, erklärte Christian Pegel.

Die Zahl der gewaltbereiten Linksextremisten blieb etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Islamismus und auslandsbezogener Extremismus

Das islamistische Personenpotenzial in Mecklenburg-Vorpommern lag im Jahr 2025 bei rund 200 Personen und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Mehrheit dieser Personen, rund 190, lässt sich dem Salafismus zuordnen. Der Fokus der Sicherheitsbehörden lag vor allem auf islamistisch motivierten Einzelpersonen und digitalen Radikalisierungsprozessen. Auch 2025 blieben digitale Radikalisierungsprozesse in diesem Phänomenbereich relevant.

Das Personenpotenzial im Bereich des nicht-islamistischen, auslandsbezogenen Extremismus belief sich im Jahr 2025 auf rund 330 Personen. Der Schwerpunkt blieb die „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK), der im Land rund 290 Personen zugerechnet wurden. Trotz des im Jahr 2025 fortgesetzten Annäherungs- und Friedensprozesses zwischen dem türkischen Staat und der PKK nutzt Letztgenannte Deutschland weiterhin als Rückzugsraum zur Finanzierung, Propagandaunterstützung und Mobilisierung.

Trotz erklärter Auflösung und Gewaltverzichts setzte die Organisation ihre Aktivitäten in Deutschland fort, etwa durch Spenden- und Rekrutierungsmaßnahmen.

Moderner Rechtsrahmen für mehr Sicherheit im Land

Angesichts wachsender und vielfältiger Bedrohungen für unsere Demokratie wurde auch der rechtliche Rahmen weiterentwickelt. Mit der Überarbeitung des Landesverfassungsschutzgesetzes sorgt Mecklenburg-Vorpommern dafür, dass Sicherheit und Freiheit gemeinsam gedacht werden. Das Ziel besteht darin, den Schutz der Grundrechte zu stärken, handlungsfähig zu bleiben und eine wirksame parlamentarische Kontrolle sicherzustellen – und das angepasst an die Herausforderungen unserer Zeit.

„Der Verfassungsschutzbericht 2025 macht deutlich: Unsere Demokratie steht unter Druck – durch unterschiedliche Akteure und auf ganz verschiedenen Wegen, ob offen oder im Verborgenen, im Alltag oder im digitalen Raum. Mecklenburg-Vorpommern begegnet diesen Herausforderungen mit Aufmerksamkeit, Sachlichkeit und Verantwortung. Eine starke Demokratie braucht Wissen, Zusammenhalt und einen handlungsfähigen Rechtsstaat. Nur gemeinsam können wir unsere freiheitliche demokratische Grundordnung auch in Zukunft schützen und stärken“, sagte Innenminister Christian Pegel abschließend.

Schwesig: Gesundheitswirtschaft im Land hat sich gut entwickelt

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft eine positive Bilanz der Entwicklung in der Branche gezogen. „Dank BioCon Valley verfügen wir über Zahlen zum ökonomischen Fußabdruck der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach entstehen 14,3 Prozent unserer Bruttowertschöpfung in diesem Bereich. Jeder und jede fünfte Erwerbstätige in unserem Land arbeitet in der Gesundheitswirtschaft. Insgesamt sind es 151.900 Menschen.

Die Wertschöpfung ist in den letzten Jahren fast kontinuierlich gewachsen. Sie beträgt nach den neuesten Zahlen 7,8 Milliarden Euro – gegenüber 6,5 Milliarden im Jahr 2021“, erklärte die Ministerpräsidentin.

„Es war richtig, die Gesundheitswirtschaft zum strategischen Thema für unser Land zu machen. Dafür bin ich dem früheren Ministerpräsidenten Harald Ringstorff ebenso dankbar wie Professor Horst Klinkmann, der schon früh den Impuls gegeben hat, die gute Voraussetzungen unseres Landes für die Gesundheitswirtschaft zu nutzen. Wir haben diese Schwerpunktsetzung in den letzten Jahren weiter vorangetrieben“, bilanzierte Schwesig.

Neue Unternehmen seien ins Land gekommen, andere würden ihre Produktionskapazitäten erweitern. „Das irische Unternehmen Amnexis hat sich in Greifswald angesiedelt. Miltenyi investiert in Teterow 10 Millionen Euro in den Neubau einer modernen Produktionshalle. Das Unternehmen ist vor 20 Jahren nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen und seitdem kontinuierlich gewachsen. Gleiches gilt für das Schweizer Unternehmen Ypsomed, das mit großen Investitionen seine Produktion in Schwerin verdoppelt.“

Mit dem BioCon-Valley-Netzwerk und dem im Kuratorium Gesundheitswirtschaft erarbeiteten Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030 sei die Branche auch für die kommenden Jahre gut aufgestellt. „Wir brauchen Stabilität und Verlässlichkeit. Und strategische Schwerpunkte, die wir auf lange Sicht verfolgen wie die Gesundheitswirtschaft. Ich danke allen, die sich im Netzwerk BioCon Valley und an der Nationalen Branchenkonferenz als wichtiger Plattform der deutschen Gesundheitswirtschaft beteiligen.“ Partnerland der Branchenkonferenz ist in diesem Jahr Lettland. „Wir freuen uns auf neue Impulse, gerade im Bereich der Digitalisierung unseres Gesundheitswesens.“

Zuwendungsbescheid für den Landeszootag am 10. Juli

Rostock – Für die Finanzierung des „Landeszootag 2026“ übergibt Zoominister Dr. Till Backhaus heute einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 190.000 Euro an die Direktorin des Rostocker Zoos und neue Vorsitzende des Landeszooverbandes MV (LZV), Antje Angeli. Zum Landeszootag am 10. Juli haben Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr freien Eintritt in allen 18 im LZV zusammengeschlossenen Zoos und tiergärtnerischen Einrichtungen.

„Unsere Zoos und Tiergärten bieten auf 560 Hektar naturnahe Erholung. Sie locken jährlich rund drei Millionen Besucher und sind Oasen im Alltag. Hier sind alle Interessierten eingeladen, zu entdecken, zu erforschen und auch mal die Zeit zu vergessen. Seit 2020 investiert das Land rund 29 Millionen Euro in die Tiergärten und Zoos des Landes. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Zu nennen sind hier die Erhaltungszuchtprogramme, die Wildtierauffangstationen und die Wiederansiedlungsprojekte. Mit ihren neun Zooschulen leisten die Mitglieder des Landeszooverbandes aktiven Natur- und Artenschutzunterricht vor Ort. Im vergangenen Jahr haben ca. 60.000 Kita- und Schulkinder an den umfangreichen Bildungsangeboten teilgenommen. Damit haben sich Tiergärten zu anerkannten Kompetenzzentren für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung entwickelt. Sie sind eine unverzichtbare, attraktive und lebensnahe Bereicherung für alle Generationen“, sagt Backhaus.

Erstmals hat der Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern mit Frau Angeli eine Vorsitzende. Sie trat Ende 2025 die Nachfolge von Dr. Tim Schikora an, der den Schweriner Zoo leitet. Vorher war Angeli rund 20 Jahre als Kuratorin im Zoo Rostock tätig.

Zum Landeszootag 2026 bieten die Einrichtungen ein buntes Programm mit Fütterungen, Schauvorführungen, Tierpfleger-Sprechstunden und Mitmachaktionen. Landesweit werden bis zu 20.000 Gäste erwartet.

Backhaus: Arten brauchen Daten

Güstrow – Anlässlich des fünften Naturschutzsymposiums des Landes MV in Güstrow erläutert Umwelt- und Agrarminister Dr. Till Backhaus die Bedeutung belastbarer Daten für die Biodiversität: „Wir können nur schützen, was wir kennen. Wir können Bestandsrückgänge nur erkennen, wenn wir sie erfassen. Wir können Lebensräume nur entwickeln, wenn wir ihren Zustand kennen. Und wir können die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nur beurteilen, wenn wir über belastbare Daten verfügen. Naturschutz braucht deshalb nicht nur Engagement, Fachwissen und politische Unterstützung. Naturschutz braucht vor allem eine solide Wissensgrundlage“, so Backhaus, der ergänzt:

„In MV verfügen wir über eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt. Von den Küsten- und Meereslebensräumen über Moore, Fließgewässer und Seen bis hin zu großen Waldgebieten und Offenlandschaften unserer Kulturlandschaft reicht ein Naturerbe, das weit über die Landesgrenzen hinaus Bedeutung besitzt. Diese Vielfalt zu erhalten ist eine Dauer­aufgabe. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen. Der Klimawandel verändert Lebensräume und Artenzusammen­setzungen. Nutzungsansprüche an Flächen nehmen zu. Die Umsetzung der europäischen Biodiversitätsziele und der Wiederherstellungsverordnung stellt neue Anforderungen an die Erfassung und Bewertung unserer Naturgüter. Gerade deshalb gewinnen aktuelle und belastbare Daten immer stärker an Bedeutung.

In behördlichen Artendatenbank MVs sind inzwischen rund 2,3 Mio. Artenbeobachtungen gespeichert. So liegen zum Beispiel 1,16 Mio. Artbeobachtungen zu Vögeln vor, davon ca. 917.400 allein aus den letzten 10 Jahren. Top 1 der häufigsten Beob­achtungen ist der Kranich mit rund 75.300 Beobachtungen. Zum Seeadler gibt es rund 12.000 Datenbankeinträge. Aber zum Beispiel auch Amphibien werden erfasst: Der streng geschützte Moorfrosch – 3005 Einträge, Rotbauchunke – 3203 Einträge, Kammmolch – 2958 Einträge – um nur einige zu nennen.

Diese Daten bilden die Grundlage für naturschutzfachliche Bewertungen, Managementpläne, Genehmigungsverfahren, Schutzgebietsmanagement und zahlreiche Berichtspflichten gegenüber Bund und Europäischer Union. Sie sind damit längst nicht mehr nur wissenschaftliche Informationen. Sie sind eine zentrale Arbeitsgrundlage für Verwaltung, Planung und Politik. Gleichzeitig erleben wir einen deutlichen Wandel der Rahmenbedingungen. Durch Beschleunigungs- und Omnibusverfahren werden ökologische Erfassungen in Genehmigungsprozessen teilweise reduziert oder entfallen ganz. Andererseits steigen die Anforderungen an die Datenbasis kontinuierlich. Die europäische Wiederherstellungsverordnung verlangt künftig deutlich umfassendere Kenntnisse über den Zustand von Lebensräumen und Arten.

Bis 2030 müssen für mindestens 90 % der Lebensraumtypflächen belastbare Zustandsinformationen vorliegen. Bis 2040 soll dies für sämtliche Flächen erreicht werden. Auch bei Biotopen und Ökosystemen steigen die Anforderungen erheblich. Diese Ziele zeigen deutlich: Bedarf an Daten wächst, Anforderungen wachsen, Ressourcen hingegen wachsen leider nicht im gleichen Maße.

Allein für das FFH-Monitoring werden jährlich rund 1,6 Mio. EUR Landesmittel benötigt. Hinzu kommen Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Auch das Monitoring nach Vogelschutzrichtlinie erfordert erhebliche finanzielle Anstrengungen. Diese Mittel sind keine Nebensache. Sie sind Voraussetzung dafür, dass wir unsere gesetzlichen Verpflichtungen erfüllen und zugleich fundierte Entscheidungen für den Naturschutz treffen können. Deshalb werden wir uns auch künftig dafür einsetzen, die erforderlichen Monitoring­programme und Datenstrukturen abzusichern.

Die gute Nachricht lautet: MV ruht sich nicht auf dem Erreichten aus. Das LUNG arbeitet kontinuierlich daran, Datenerhebung, Datenhaltung und Datenverfügbarkeit weiterzuentwickeln. Dazu gehören neue Monitoringansätze wie das landesweite Horchboxen-Monitoring ebenso wie innovative eDNA-Verfahren für verschiedene Tiergruppen. Auch die Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten.

Die Weiterentwicklung der Artendatenbank, die Optimierung von Multibase CS, das geplante Natura-2000-Maßnahmenkataster sowie die Moor-Projektdatenbank sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer modernen und leistungsfähigen Naturschutz­verwaltung. Besonders hervorheben möchte ich dabei die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftseinrichtungen und Fach­verbänden.

Ein weiterer wichtiger Ansatz liegt aus meiner Sicht darin, vorhandene Datenbestände im Land künftig noch besser zusammenzuführen und nutzbar zu machen. Wir verfügen in vielen Behörden, Institutionen und öffentlichen Einrichtungen bereits über wertvolle naturschutzrelevante Informationen. Diese Daten entstehen im Rahmen von Monitoringprogrammen, Fachplanungen, Infrastrukturvorhaben, Ausgleichsmaßnahmen oder wissenschaftlichen Untersuchungen.

Zu oft verbleiben sie jedoch in einzelnen Fachsystemen oder werden nur begrenzt weitergegeben. Mein Ziel ist es deshalb, die Zusammenarbeit bei der Datennutzung weiter zu stärken und die Datenflüsse zwischen den beteiligten Stellen zu verbessern. Dort, wo öffentliche Mittel für Kartierungen, Gutachten oder Erfassungen eingesetzt werden, sollten die gewonnenen Erkenntnisse grundsätzlich auch der zentralen Naturschutzdatenhaltung des Landes zur Verfügung stehen. Damit schaffen wir mehrfachen Nutzen: vermeiden Doppelarbeit, erhöhen Aktualität unserer Datengrundlagen, beschleunigen Verfahren und setzen öffentliche Mittel effizienter ein.

Gleichzeitig stärken wir die fachliche Qualität naturschutzfachlicher Bewertungen und schaffen mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten. Deshalb werde ich prüfen lassen, wie wir die Datenübermittlung an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie künftig noch verbindlicher ausgestalten können. Denkbar sind dabei auch landeseinheitliche Regelungen oder entsprechende Erlasse, die eine bessere Nutzung öffentlich finanzierter Daten für Aufgaben des Naturschutzes ermöglichen.

Bei allen technischen Möglichkeiten dürfen wir eines nicht vergessen: Der größte Schatz unseres Naturschutzes sitzt nicht in den Datenbanken. Es sind die vielen Ehrenamtlichen, die seit Jahrzehnten Arten erfassen, Vogelzählungen durchführen, Fledermäuse kartieren, Pflanzenbestände dokumentieren oder ihre Beobachtungen in Datenbanken einpflegen. Ohne dieses Engagement wäre der Naturschutz in MV in seiner heutigen Qualität nicht denkbar. Dafür möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich danken.“

Allianz Deutsche Häfen: „Tag der Häfen“ in Berlin

Jochen Schulte: „Unsere Häfen erfüllen zentrale nationale Aufgaben – und müssen entsprechend finanziert werden“

Berlin – Beim „Tag der Häfen“ hat Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsstaatsekretär Jochen Schulte gestern (Mittwoch) in Berlin auf die wachsende Bedeutung der deutschen Seehäfen für die wirtschaftliche Entwicklung, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Sicherheit Deutschlands verwiesen. „Unsere Häfen werden jeden Tag wichtiger und erfüllen längst zentrale nationale Aufgaben. Sie sind weit mehr als reine Umschlagplätze für Waren. Sie sind Energiedrehscheiben, logistische Knotenpunkte und Teil der sicherheitsrelevanten Infrastruktur Deutschlands“, sagte Schulte am Mittwochabend in der Landesvertretung Hamburgs in Berlin.

Schulte, der zugleich Maritimer Koordinator der Landesregierung ist, begrüßte, dass die nationale Bedeutung der Häfen für Energieversorgung, Resilienz und Verteidigungsfähigkeit auf Bundesebene zunehmend anerkannt wird: „Die Erkenntnis ist da, jetzt müssen die richtigen Konsequenzen folgen. Die Finanzierung muss auf stabile und zukunftsfeste Beine gestellt werden. Ich freue mich über die positiven Signale von Herrn Dr. Ploß, der seit kurzem anerkennt, dass die deutschen Häfen viel stärker als bisher vom Bund unterstützt werden müssen.“ Dr. Christoph Ploß ist der Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus.

Die Häfen stehen vor erheblichen Investitionen, etwa in die Modernisierung ihrer Infrastruktur sowie in Maßnahmen zur Stärkung von Resilienz und Sicherheit. Jochen Schulte: „Wer von den Häfen erwartet, dass sie zentrale Aufgaben für die Energieversorgung, die Versorgungssicherheit sowie die Landes- und Bündnisverteidigung übernehmen, muss sie auch als nationale Infrastruktur behandeln – und entsprechend in ihre Zukunftsfähigkeit investieren. Deutschland braucht leistungsfähige Häfen – für die Wirtschaft, für die Energiewende und für unsere Sicherheit.“

Unter dem Titel: „Wo Resilienz beginnt: Zwischen Energiekrise und Verteidigungspolitik – Die deutschen Häfen als tragende Säulen einer nachhaltigen Infrastruktur der Zukunft“ hat die Allianz Deutsche Häfen am 10. Juni 2026 in die Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg in Berlin eingeladen. Die Allianz Deutsche Häfen ist ein Zusammenschluss von acht führenden See- und Binnenhäfen. Zu ihren Mitgliedern zählt auch der Überseehafen Rostock.

Hitzeaktionstag: Neue Wege für besseren Schutz vulnerabler Gruppen

Schwerin – Anlässlich des heutigen bundesweiten Hitzeaktionstages hat Gesundheits- und Sozialministerin Stefanie Drese die Bedeutung eines wirksamen Hitzeschutzes für die Bevölkerung hervorgehoben. „Der Klimawandel ist längst auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Längere Hitzeperioden, zunehmende Extremwetterereignisse und neue Infektionskrankheiten wirken sich immer stärker auch auf die Gesundheit der Menschen hier im Land aus. Darauf müssen wir uns gemeinsam einstellen“, erklärte Drese.

Die Ministerin betonte, dass Hitzewellen insbesondere für vulnerable Gruppen wie ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte, die schwer körperlich arbeiten, eine hohe gesundheitliche Belastung darstellen. „Bei älteren Menschen etwa, die kaum mehr ein Durstgefühl haben, können langanhaltend warme Tage verhältnismäßig schnell zu einer gefährlichen Dehydrierung führen. Die Medikamente von chronisch Kranken können die Wärmeregulierung des Körpers verändern und kleine Kinder oder Pflegebedürftige reagieren häufig empfindlicher auf hohe Raumtemperaturen. Deshalb ist Hitzeschutz für uns vor allem Gesundheitsschutz“, sagte Drese.

Mecklenburg-Vorpommern verfolge daher seit mehreren Jahren einen gesundheitsbezogenen Hitzeschutzansatz, der auf Prävention, Vernetzung, konkrete Hilfsangebote und Best Practices setzt. „Wir wollen das Thema außerdem stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken, Akteure miteinander vernetzen und vor allem die Lebens- und Lernumfelder vulnerabler Gruppen hitzeresilienter machen: von Pflegeeinrichtungen über Krankenhäuser bis hin zu Kitas und Schulen“, betonte die Ministerin

Ein wichtiger Baustein ist dabei der landesweite „Gesundheitsbezogene Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“, den das Sozialministerium vor rund einem Jahr veröffentlicht hat. Dieser bündelt Informationen zu gesundheitlichen Risiken extremer Hitze und enthält zahlreiche Empfehlungen für Einrichtungen und Verantwortliche vor Ort. MV ist dabei nur eines von fünf Bundesländern, das einen solchen Plan bereits erarbeitet hat. „Uns war es wichtig, damit eine praxisnahe Grundlage zu schaffen mit strategischen Ansätzen für die Zukunft aber eben auch mit einfachen und kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen“, so Drese.

Dazu gehören zum Beispiel auch spezielle Aufkleber, die bei einer Raumtemperatur von 28 Grad Celsius ihre Farbe verändern und bei den Gesundheitsämtern im Land erhältlich sind. „Das ist ein Beispiel für eine niedrigschwellige Möglichkeit, auf kritische Innentemperaturen aufmerksam zu machen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, etwa bei Pflegebedürftigen“, erklärte sie.

MV habe zudem zuletzt auch rechtliche Änderungen angestoßen, um vulnerable Gruppen besser zu schützen. Durch eine Änderung des Landeskrankenhausgesetzes können Krankenhäuser Investitionsmittel nun auch gezielt für Maßnahmen im Bereich Hitzeschutz einsetzen. Für Pflegeeinrichtungen sind Schutzkonzepte außerdem inzwischen verpflichtend.

„Ganz wichtig ist mir aber auch zu betonen, dass jede und jeder etwas tun kann, um vulnerable Gruppen zu schützen. Bieten Sie älteren Nachbarn an, an besonders heißen Tagen die Erledigungen zu übernehmen. Rufen Sie bei pflegebedürftigen Personen einmal mehr an und erkundigen Sie sich, ob alles in Ordnung ist. Und helfen Sie vielleicht schon im Vorfeld dabei zu klären, ob verordnete Medikamente bei Hitze anders dosiert werden müssen“, so die Ministerin.

Gut leben auf dem Land: Dabelow nimmt die Zukunft selbst in die Hand

Dabelow – Füreinander da sein, gemeinsam Energie nutzen und den Kirchplatz der Buttelkirche als Ort der Begegnung weiter aufwerten – engagierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Dabelow haben große Ideen für ihr Dorf. Am vergangenen Dienstag fand die dritte und abschließende Veranstaltung der Workshop-Reihe Dorfklima.Werkstatt. statt. Herausgekommen sind drei sogenannte Dorfklima.Pläne mit klaren Zuständigkeiten und nächsten Schritten wie es weitergehen kann – erarbeitet von den Einwohnerinnen und Einwohnern selbst.

In Dabelow stellen sich die Menschen eine einfache, aber grundlegende Frage: Wie wollen wir hier leben? Gut versorgt mit Energie, füreinander da, wenn jemand Hilfe braucht, mit Orten, an denen man sich begegnen kann – also ganz konkrete Lebensqualität im ländlichen Raum. Die Dorfklima.Werkstatt. hat den Rahmen gegeben, diese Frage gemeinsam strukturiert anzugehen – egal ob frisch zugezogen oder alteingesessen. „Uns beschäftigt schon lange, was wir noch mehr für unser Dorf tun können – und für die Menschen, die hier leben. Jetzt packen wir es gemeinsam an“, so Franz Foltz, der im Dabelower Dorfverein „De Dör“ aktiv ist.

Das Herzstück der drei Pläne ist vielleicht das unscheinbarste: Unter dem Titel „Komm mit“ wollen Dabelower und Dabelowerinnen herausfinden, wo Menschen im Dorf Unterstützung brauchen – ob bei der Mobilität oder im Alltag. Denn Fürsorge füreinander braucht vor allem aufmerksame Nachbarinnen und Nachbarn. Wie das konkret aussehen soll, erarbeitet die Gruppe gemeinsam – nah an den Menschen, die im Dorf leben.

Auch beim Thema Energie denkt Dabelow gemeinschaftlich: Eine Arbeitsgruppe informiert sich über die Möglichkeiten einer Energiegenossenschaft – also darüber, wie sich das Dorf einer bestehenden Struktur anschließen könnte, um günstiger und unabhängiger mit Strom versorgt zu werden: „Wir wollen, dass alle im Dorf von günstiger, sauberer Energie profitieren. Und wir möchten gern teilautark werden,“ so Kerstin Nolte, die im Dorf lebt und als Physikerin ein besonderes Interesse an diesen Fragen mitbringt.

Die dritte Arbeitsgruppe nimmt sich den Kirchplatz der Buttelkirche vor: Er soll als Ort der Begegnung aufgewertet werden – ein schöner Rastplatz für Radfahrende und Wanderer, aber auch ein Treffpunkt für die Dabelower selbst. Wie genau, das klärt die Dorfgemeinschaft gerade in Ruhe miteinander.

„Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen in Dabelow etwas bewegen wollen. Jetzt geht es darum, das offen ins Dorf zu tragen – damit alle wissen, was hier entsteht, und alle mitmachen können, die Lust haben,“ so Dirk Nolte.

Dabelow ist eine von zehn Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, die an der Dorfklima.Werkstatt. teilnehmen. Was das Format auszeichnet: Alle Projekte werden von den Einwohnerinnen und Einwohnern selbst entwickelt und für alle Vorhaben wird direkt benannt, wer wofür verantwortlich ist. So gehen die Pläne schnell und verlässlich in die Umsetzung. Die nächsten Schritte sind bereits im vollen Gang.

Hintergrund: Dorfklima.Werkstatt. – Ein Format, um das Dorf gemeinsam voranzubringen

Das Format Dorfklima.Werkstatt ist ein Angebot des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Dörfer, die direkt vor Ort etwas für den Klimaschutz oder die Anpassung an die Folgen des Klimawandels tun möchten. In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe werden mit Unterstützung professioneller Moderatoren neue Ideen für eine zukunftssichere Gemeinde entwickelt oder bestehende Ideen vertieft. Ziel ist es, einen konkreten Plan und machbare nächste Schritte auf den Weg zu bringen.

MV tut was. Klimaschutz vor Ort

Die Dorfklima.Werkstatt. ist Teil des Landesprogramms MV tut was. Klimaschutz vor Ort. Das Programm versteht Klimaschutz als Chance für Beteiligung, für Zusammenhalt und für regionale Entwicklung der Kommunen im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns. Ziel des zweijährigen Programms von März 2025 bis Februar 2027 ist es, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen, den Nutzen von Klimaschutz konkret vor Ort sichtbar zu machen und gemeinsam mit Bürgern, Unternehmen, Kommunen sowie jungen Menschen Klimaschutzprojekte anzustoßen.

Das Programm MV tut was Klimaschutz vor Ort. wird ermöglicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und umgesetzt durch ein regionales Partnerkonsortium in Kooperation mit der Initiative Zukunftshandeln MV.

Weitere Informationen unter www.zukunftshandeln-mv.de/mv-tut-was