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Polizeistation am Schweriner Marienplatz eröffnet

Dauerhafte Polizeipräsenz stärkt Sicherheit und Ordnung im Zentrum der Landeshauptstadt

Schwerin – Mit der heutigen Eröffnung der neuen Polizeistation am Schweriner Marienplatz setzt das Land Mecklenburg-Vorpommern ein sichtbares Zeichen für mehr Sicherheit, schnelle Ansprechbarkeit und eine dauerhaft starke Polizeipräsenz im Herzen der Landeshauptstadt.

Die neue Station in der Marienplatz-Galerie wird künftig zentraler Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger sowie ein moderner Einsatzstandort für die Polizei sein. Die polizeiliche Präsenz am Marienplatz bleibt weiterhin unverändert bestehen. Wie bisher werden die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten dort sichtbar und ansprechbar auch in den Abendstunden sowie an den Wochenenden im Einsatz sein und die neuen Räumlichkeiten als festen Anlaufort nutzen. Daneben werden die Öffnungszeiten des Anzeigedienstes deutlich ausgeweitet. Dieser ist künftig montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr erreichbar

Die neue Station ersetzt somit die bisherige mobile Übergangslösung und ist weiterhin Teil des umfassenden Sicherheitskonzepts für die Schweriner Innenstadt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: „Damit erfüllen wir den Wunsch vieler Schwerinerinnen und Schwerinern nach mehr Sicherheit auf dem Marienplatz. Jeden Tag überqueren 45.000 Menschen diesen Platz. Die meisten davon friedlich, aber leider nicht alle. Deshalb habe ich entschieden, dass hier wieder eine feste Polizeistation entsteht. Damit werden auch die Bedingungen für die Polizistinnen und Polizisten, die hier Dienst tun, verbessert. Die Beamtinnen und Beamten und die Tarifbeschäftigten unserer Polizei stehen oft unter hoher Belastung, treffen schwierige Entscheidungen in Sekundenbruchteilen und finden sich in Situationen, die sie körperlich wie seelisch fordern. Den Polizistinnen und Polizisten in unserem Land und ihrer Arbeit gilt meine ganze Anerkennung. Vielen Dank für Ihren Einsatz!“

Innenminister Christian Pegel betonte zur Eröffnung: „Der Marienplatz ist einer der am stärksten frequentierten Orte der Landeshauptstadt und stand in den vergangenen Jahren immer wieder im Fokus polizeilicher Einsätze. Die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt deutlich, dass sichtbare Präsenz wirkt. Mit der neuen Polizeistation schaffen wir deshalb genau dort eine dauerhafte Präsenz, wo diese für Sicherheit, schnelle Reaktionszeiten und direkte Erreichbarkeit besonders wichtig ist.“ Besonderen Dank richtete Pegel an die eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Monaten unter anspruchsvollen Bedingungen mit hohem Engagement Präsenz gezeigt und Verantwortung übernommen. Dieses konsequente Handeln hat wesentlich dazu beigetragen, den Marienplatz wieder sicherer zu machen.“

Der Inspekteur der Polizei Lutz Müller knüpft an: „Die neue Polizeistation ist eine wichtige Investition in die Sicherheit vor Ort und bietet gute Rahmenbedingungen für professionelle Polizeiarbeit. Damit verstetigen wir unsere bisherige Sichtbarkeit und bleiben so weiter ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger sowie unsere zahlreichen Partner im Bereich Sicherheit.“

Die neue Polizeistation verfügt über moderne Arbeitsräume sowie kurze Einsatzwege im gesamten Innenstadtbereich. Gemeinsam mit der modernisierten Videoüberwachung und verstärkten Streifenmaßnahmen bildet sie einen wesentlichen Bestandteil der Sicherheitsstrategie für den Marienplatz. Auch die vier Kontaktbereichsbeamtinnen und -beamten für die Stadtteile Altstadt, Paulsstadt, Feldstadt, Werdervorstadt, Schelfstadt, Weststadt, Ostorf, Neumühle und Schelfwerder werden in der neuen Polizeistation ihre festen Arbeitsplätze finden. Die Landesregierung wird die Entwicklung der Sicherheitslage weiterhin eng begleiten und die sichtbare Polizeipräsenz im Zentrum Schwerins konsequent fortführen.

Der Schweriner Marienplatz ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Landeshauptstadt und war in den vergangenen Jahren wiederholt Schauplatz von Gewalt-, Drogen- und Eigentumsdelikten. Als Reaktion darauf hat die Landespolizei ihre Präsenz deutlich verstärkt, eine mobile Polizeiwache eingerichtet und die bestehende Videoüberwachung technisch erneuert sowie erweitert.

Neuer Leitfaden stärkt Qualität von Gedenkstättenbesuchen

Bildungsministerium unterstützt Lehrkräfte bei Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Gedenkstättenfahrten

Schwerin – Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern hat einen neuen Leitfaden für Gedenkstättenbesuche mit Schulklassen veröffentlicht. Die kompakte Handreichung unterstützt Lehrkräfte dabei, Besuche pädagogisch fundiert vorzubereiten, erfolgreich durchzuführen und umfassend im Unterricht nachzubereiten. Ziel ist es, die historisch-politische Bildung an Schulen weiter zu stärken und die Bildungswirkung von Gedenkstättenfahrten zu erhöhen.

„Im Rahmen meiner Präsidentschaft der Bildungsministerkonferenz habe ich im vergangenen Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf die historisch-politische Bildung gelegt. In zahlreichen Gesprächen mit Gedenkstätten aus der gesamten Bundesrepublik wurde deutlich, dass die Einrichtungen eine höhere Qualität schulischer Gedenkstättenbesuche anstreben. Dazu gehören längere und intensivere Formate ebenso wie eine gezielte Vor- und Nachbereitung im Unterricht“, erklärte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Mit dem neuen Leitfaden geben wir Lehrkräften praxisnahe Unterstützung und mehr Handlungssicherheit.“

Der Leitfaden entstand in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Gedenkstätten des Landes, der Fachstelle Gedenkstättenarbeit der Landeszentrale für politische Bildung sowie dem Rostocker Geschichtsdidaktiker Prof. Dr. Oliver Plessow. Die Handreichung bündelt konkrete Empfehlungen für die Planung und Durchführung von Gedenkstättenfahrten.

Im Mittelpunkt stehen zwei zentrale Aspekte: Zum einen unterstützt der Leitfaden Lehrkräfte dabei, realistische Erwartungen an Gedenkstättenbesuche zu entwickeln sowie passende Lernziele und Methoden auszuwählen. Er verdeutlicht, dass Gedenkstätten als authentische Orte historischer Gewaltverbrechen besondere Lernorte sind, die sich grundlegend von Museen unterscheiden. Zum anderen enthält die Handreichung zahlreiche praktische Hinweise für eine gelingende Durchführung – von organisatorischen Fragen über Verhaltensregeln bis hin zu einer ausführlichen Checkliste für Lehrkräfte.

Die Handreichung wurde bewusst kurz und praxisnah gestaltet, um Lehrkräften einen schnellen Zugang zu ermöglichen. Ergänzend enthält sie Literaturhinweise, digitale Unterrichtsmaterialien sowie Informationen zu Fördermöglichkeiten für Gedenkstättenfahrten. Veröffentlicht ist die Handreichung auf dem Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern.

Das Land stärkt die Gedenkstättenfahrten als wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft, Antisemitismus und Extremismus. Seit diesem Jahr können Schulen höhere Zuschüsse für Gedenkstättenfahrten erhalten; zugleich wurde das Antragsverfahren vereinfacht.

Darüber hinaus widmen sich ab dem Schuljahr 2026/2027 alle weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust intensiv, jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend der Erinnerungsarbeit. Die Verpflichtung zum Gedenk- und Projekttag bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit der NS-Gewaltherrschaft ausschließlich an diesem Tag stattfinden müssen. Ziel ist vielmehr, den 27. Januar sinnvoll in bestehende Unterrichtskonzepte einzubinden. Grundschulen werden ermutigt, sich ebenfalls zu beteiligen.

1. Hitzeschutzsymposium für Mecklenburg-Vorpommern

Ministerin Drese wirbt für stärkeren gesundheitlichen Hitzeschutz

Schwerin – Mit etwa 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Land, Kommunen, Gesundheitsämtern, Verbänden sowie aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und Wissenschaft findet heute in Schwerin das erste landesweite Hitzeschutzsymposium statt. Gesundheitsministerin Stefanie Drese hob zum Start des Symposiums die wachsende Bedeutung des gesundheitlichen Hitzeschutzes gerade hervor.

„Der Hitzeschutz ist längst auch in Mecklenburg-Vorpommern und im gesamten Norden Deutschlands zu einem gesellschaftlich relevanten Thema geworden. Der Klimawandel zeigt sich zunehmend durch längere Hitzeperioden, tropische Nächte, Temperaturen von über 30 Grad in Gebäuden, aber auch durch mehr Starkregenereignisse und milde Winter“, erklärte Drese.

Bereits über Pfingsten habe es in diesem Jahr erste spürbare Hitzebelastungen gegeben. Mit Blick auf die aktuellen extremen Hitzeperioden in Frankreich und Großbritannien werde deutlich, worauf sich auch Deutschland künftig einstellen müsse.

Während bei klimawandelbedingten Extremwetterlagen häufig an Landwirtschaft, Hochwasser oder Waldbrände gedacht werde, seien die Auswirkungen auf die Gesundheit bislang noch nicht ausreichend im öffentlichen Bewusstsein verankert, so die Ministerin. „Dabei sind die gesundheitlichen Folgen gravierend.“

Wesentliche Ziele des Symposiums seien deshalb, Aufmerksamkeit auf ein immer wichtiger werdendes Thema zu lenken, Fachakteure zu vernetzen und voneinander zu lernen. Viele der Teilnehmenden seien wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die das Thema Hitzeschutz in ihre Einrichtungen, Kommunen und Organisationen tragen können, so die Ministerin.

Drese betonte, dass besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, Kinder, aber auch Beschäftigte unter hohen körperlichen Belastungen betroffen sind. „Vor allem diese Gruppen brauchen unsere Unterstützung für einen wirksamen Hitzeschutz“, sagte Drese.

Neben den direkten Auswirkungen von Hitze verwies Drese auch auf neue gesundheitliche Risiken infolge des Klimawandels. So nähmen Infektionskrankheiten wie das West-Nil-Virus oder die durch Zecken übertragene FSME zu. Auch Allergien durch verlängerte Pollenflugsaisons sowie höhere UV-Belastungen für Haut und Augen stellten zusätzliche Herausforderungen dar. Darüber hinaus könnten hohe Temperaturen die Wirkweise bestimmter Medikamente beeinträchtigen.

Die Ministerin betonte, dass bereits zahlreiche Maßnahmen angestoßen worden seien. „Wir brauchen hitzeresiliente Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, mehr schattenspendende Grünflächen in unseren Städten sowie eine stärkere Verankerung von Klimawissen in der medizinischen Ausbildung“, so Drese. Ebenso wichtig seien präventive Gesundheitskonzepte und klare Notfallpläne für extreme Wetterlagen.

Vor etwa einem Jahr habe das Gesundheitsministerium den „Gesundheitsbezogenen Hitzeschutzplan Mecklenburg-Vorpommern“ veröffentlicht. Dieser diene als praxisnahe Handreichung zum Schutz der Bevölkerung und enthalte konkrete Empfehlungen sowie Best-Practice-Beispiele aus anderen Bundesländern und Institutionen mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Hitzeereignissen.

„Mit dem Hitzeschutzplan haben wir bewusst einen langfristigen Austauschprozess mit möglichst vielen Akteurinnen und Akteuren angestoßen. Das heutige Symposium hebt diesen Austausch auf ein neues Niveau und ist ein weiterer wichtiger Baustein für einen nachhaltigen gesundheitlichen Hitzeschutz in Mecklenburg-Vorpommern“, erklärte Drese.

Milchwirtschaft M-V: wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung

Rostock – Zum bevorstehenden Tag der Milch am 1. Juni wird Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am Montag ab 9 Uhr die zentrale Veranstaltung für Mecklenburg-Vorpommern auf dem Neuen Markt in Rostock eröffnen.

Für diesen Tag hat die AG Milch Schulen aus Rostock eingeladen. Die Molkereien des Landes, der Rinderzuchtverband und der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern werden mit Informationsständen vertreten sein. Besucherinnen und Besucher können sich auf Verkostungen regionaler Milchprodukte, Informationen rund um die Milchviehhaltung sowie einen Traktor-Parcours freuen.

„Milch entsteht nicht im Supermarkt, sondern auf unseren Höfen. Hinter jedem Liter Milch stehen Menschen, die an 365 Tagen im Jahr Verantwortung für ihre Tiere übernehmen. Der Tag der Milch ist deshalb auch ein Tag der Wertschätzung für unsere Milchbäuerinnen und Milchbauern“, sagt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Milchwirtschaft zählt zu den wichtigsten Bereichen der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell werden im Land rund 145.100 Milchkühe in 594 Milchviehbetrieben gehalten. Sie erzeugen jährlich weit über eine Milliarde Kilogramm Milch und sichern Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze weit über die Landwirtschaft hinaus – in Molkereien, im Transportgewerbe, in der Futtermittelwirtschaft, im Handwerk, in der Landtechnik und in der Verarbeitung.

„Milchwirtschaft hat für Mecklenburg-Vorpommern enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Sie steht für regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und lebendige ländliche Räume. Deshalb sage ich ganz klar: Ein Mecklenburg-Vorpommern ohne Tierhaltung wäre ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich ein Fehler“, betont Backhaus.

Gleichzeitig beobachtet der Minister die Entwicklung der Tierhaltung mit Sorge. 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 443.900 Rinder gehalten – rund zehn Prozent weniger als noch 2019. Besonders deutlich wird der Rückgang bei den Milchkühen: Ihre Zahl sank von 161.900 Tieren im Jahr 2019 auf aktuell 145.100 Tiere.

Hinzu kommt die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Die Auszahlungspreise für Milch sind zuletzt deutlich gesunken. Gleichzeitig haben sich wichtige Betriebskosten erheblich erhöht. Besonders die Preise für Energie, Kraftstoffe und Betriebsmittel belasten die Unternehmen. Der Dieselpreis stieg innerhalb kurzer Zeit von rund 1,33 Euro auf zeitweise etwa zwei Euro je Liter.

„Wer hohe Standards beim Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz fordert, muss auch über deren Finanzierung sprechen. Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif. Stallmodernisierungen, Klimaanpassung und moderne Technik kosten Geld. Deshalb brauchen unsere Betriebe Planungssicherheit und verlässliche politische Rahmenbedingungen“, so der Minister.

Einen wichtigen Beitrag leistet das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP). Nachdem die Förderobergrenze von zwei auf 2,5 Millionen Euro angehoben wurde, konnten deutlich mehr Investitionen unterstützt werden. Die Zahl der geförderten Projekte stieg von 36 im Jahr 2023 auf 89 im Jahr 2025. Das Fördervolumen erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 5,8 auf 12,2 Millionen Euro. Dadurch wurden Gesamtinvestitionen von rund 40 Millionen Euro ermöglicht.

Mit Sorge blickt Backhaus zudem auf die Diskussionen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) nach 2028. Nach ersten Berechnungen könnten mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern von geplanten Kürzungen durch Kappung und Degression betroffen sein.

„Die Einkommensstützung der GAP ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Landwirtschaft unter europäischen Standards wirtschaftlich bestehen kann. Wer Versorgungssicherheit, regionale Lebensmittel und starke ländliche Räume will, muss auch die wirtschaftlichen Grundlagen dafür sichern. Dafür werde ich mich persönlich einsetzen“, erklärt Backhaus.

Abschließend dankt der Minister der AG Milch, den Molkereien des Landes, dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Rinderzuchtverband sowie allen beteiligten Unternehmen, Lehrerinnen und Lehrern, Ehrenamtlichen und Helferinnen und Helfern.

„Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Landwirtschaft sichtbar zu machen. Gerade junge Menschen sollen erleben können, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Solche Begegnungen brauchen wir dringender denn je.“

Arbeitsmarkt im Mai 2026 – Weiter keine Trendwende in Sicht

Nürnberg – „Trotz eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai: -58.000 auf 2.950.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +31.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: -0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Die Arbeitslosigkeit ist im Mai 2026 um 58.000 auf 2.950.000 gesunken Saisonbereinigt ist sie gegenüber dem Vormonat um 12.000 niedriger. Dies dürfte jedoch hauptsächlich auf einen Gegeneffekt zum schwachen April zurückzuführen sein. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Verglichen mit dem Mai des letzten Jahres liegt die Arbeitslosenzahl um 31.000 höher; die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte. Die vom Statistischen Bundesamt nach dem ILO-Erwerbskonzept ermittelte Erwerbslosenquote belief sich im April auf 3,9 Prozent.

Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im Mai gegenüber dem Vormonat um 8.000 gesunken. Mit 3.628.000 war sie um 15.000 höher als vor einem Jahr.

Vor Beginn von Kurzarbeit müssen Betriebe eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 25. Mai für 26.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis März 2026 zur Verfügung. In diesem Monat wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten für 151.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 1.000 weniger als im Vormonat und 113.000 weniger als vor einem Jahr.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen (nach dem Inlandskonzept) im April 2026 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 5.000 gesunken. Mit 45,75 Millionen Personen ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 189.000 geringer. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist von Februar auf März 2026 nach Hochrechnungen der BA saisonbereinigt um 9.000 gestiegen.

Im Vergleich zum Vorjahr lag sie mit 34,81 Millionen Beschäftigten um 75.000 niedriger. 7,51 Millionen Personen hatten im März 2026 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, 40.000 weniger als im Vorjahresmonat. Davon waren 4,03 Millionen ausschließlich und 3,48 Millionen im Nebenjob geringfügig entlohnt beschäftigt.

Die Arbeitskräftenachfrage hat sich insgesamt auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im Mai waren 643.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 8.000 mehr als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex (BA‑X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Personal in Deutschland, der neben dem Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auch den Zugang berücksichtigt – stieg im Mai 2026 um 1 Punkt auf 103 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der BA-X um 3 Punkte höher aus.

1.073.000 Personen erhielten nach Hochrechnung der BA im Mai 2026 Arbeitslosengeld, 113.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten belief sich hochgerechnet im Mai auf 3.830.000. Gegenüber Mai 2025 war dies ein Rückgang um 103.000 Personen. 7,1 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren damit hilfebedürftig.

Seit Oktober 2025 haben sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 382.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildungsstelle gemeldet, 2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 199.000 hatten bis zum Mai 2026 weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden. Die Statistik weist gleichzeitig 396.000 gemeldete Ausbildungsstellen aus.

Aufgrund von prozessualen Umstellungen wird die Zahl der Ausbildungsstellen in der Statistik derzeit unvollständig abgebildet. Die Stellenmeldungen liegen nach Schätzungen für den April 2026 mit -5 Prozent immer noch deutlich unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Vermittlung auf bei den Agenturen für Arbeit erfasste, aber statistisch nicht abgebildete Ausbildungsstellen ist nicht betroffen. Im Mai ist der Ausbildungsmarkt noch stark in Bewegung. Deshalb erlauben die aktuellen Daten nur eine vorläufige Einschätzung der Entwicklung im Beratungsjahr 2025/26.

Schwesig: Sie befinden sich in einem Land des Handwerks

Schwerin – Auf der Jahrestagung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Bedeutung des Handwerks für Mecklenburg-Vorpommern hervorgehoben.

„In Mecklenburg-Vorpommern hat das Handwerk eine größere wirtschaftliche Bedeutung als in anderen deutschen Ländern. Es gibt über 19.000 Handwerksbetriebe mit fast 93.000 Mitarbeitenden. Zum Landesinnungsverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke in Mecklenburg-Vorpommern gehören rund 450 Betriebe mit einem Umsatzvolumen von etwa 300 Millionen Euro.

Gerade in unserem Flächenland trägt das Handwerk Wachstum, Beschäftigung, Infrastruktur und Versorgung im ländlichen Raum. Mit 75,5 Handwerksbetrieben auf 10.000 Einwohner ist die sogenannte Handwerksdichte in Mecklenburg-Vorpommern höher als im deutschen Durchschnitt. Sie befinden sich in einem Land des Handwerks.“, sagte Schwesig zu den Delegierten aus ganz Deutschland.

Das Elektro- und Informationstechnische Gewerbe spüre die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland. Es werde aber für die Zukunft gebraucht, zum Beispiel für die Energiewende.

„Das Elektrohandwerk ist bei der Energiewende ein unverzichtbarer Partner. Ob in der Photovoltaik, bei Wärmepumpen, in der E-Mobilität oder im Smart Home-jeden Tag werden Solarmodule installiert, Windräder aufgestellt, Gebäude gedämmt und Heizungen ausgetauscht. Ladesäulen werden aufgestellt, Elektroautos repariert“, betonte Schwesig. „Erneuerbare Energien sind für unser Land ein Standortfaktor. Wir wollen die Chancen der Energiewende nutzen.“

M-V hilft Zukunft des Bundesmelkwettbewerbs zu sichern

Schwerin – Der traditionsreiche Bundesmelkwettbewerb stand vor dem Aus – nun wurde er mit einem grundlegend modernisierten Konzept erfolgreich fortgeführt. Maßgeblich daran beteiligt waren Fachleute aus Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig kommt auch die neue Bundessiegerin erneut aus dem Norden: Ingrid Vogt aus Langenfelde gewann den Wettbewerb bereits zum zweiten Mal.

„Der Bundesmelkwettbewerb ist weit mehr als ein Traditionsformat. Er steht für berufliche Exzellenz, Tierwohl, moderne Landwirtschaft und Leidenschaft für die Arbeit mit Milchkühen. Deshalb war es wichtig, diesen Wettbewerb nicht sterben zu lassen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Der Wettbewerb wird seit 1951 durchgeführt und zählt zu den ältesten bundesweiten Berufswettbewerben der Landwirtschaft. Nachdem die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ihre organisatorische Unterstützung nicht fortführen wollte, drohte das Ende der traditionsreichen Veranstaltung.

Insbesondere Steffen Schildt als langjähriger Preisrichter beim Wettbewerb sowie Dr. Anke Römer von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern setzten sich gemeinsam mit Fachleuten aus mehreren Bundesländern für den Erhalt ein. Ergebnis war ein umfassend modernisiertes Wettbewerbsformat, das aktuelle Anforderungen der Milchviehhaltung stärker berücksichtigt.

„Dank des Engagements der Fachkommission konnte der Wettbewerb nicht nur erhalten, sondern zukunftsfähig weiterentwickelt werden. Das ist ein wichtiges Signal für die Fachkräftesicherung, die Wertschätzung landwirtschaftlicher Berufe und die Zukunft der Milchviehhaltung in Deutschland“, sagte Backhaus.

Künftig stehen nicht mehr Geschwindigkeit und Routine im Vordergrund, sondern Qualität, Tierwohl, Fachwissen und moderne Verfahren. Das bisherige „Melken auf Zeit“ wurde abgeschafft. Stattdessen werden neue Disziplinen eingeführt – darunter automatische Melkverfahren mit Melkrobotern, Tierwohlbewertungen direkt am Tier, die korrekte Probenahme für bakteriologische Milchuntersuchungen sowie die Beurteilung der Eutergesundheit anhand von Milchkontrolldaten.

Darüber hinaus wird der Wettbewerb künftig stärker ganzheitliches Wissen rund um die moderne Milchviehhaltung abbilden – von Gesundheitsmonitoring und Sensortechnik bis hin zu Fragen der Kälberaufzucht und Klauengesundheit.

„Moderne Milchviehhaltung bedeutet heute weit mehr als nur Melken. Es geht um Tiergesundheit, digitale Verfahren, Hygiene, Tierwohl und verantwortungsvolle Bestandsführung. Genau das muss sich auch in einem zeitgemäßen Berufswettbewerb widerspiegeln“, so Backhaus.

Der Minister betonte zugleich die hohe Bedeutung des Wettbewerbs für den landwirtschaftlichen Nachwuchs: „Der Wettbewerb motiviert junge Tierwirtinnen und Tierwirte, macht Spitzenleistungen sichtbar und stärkt das gesellschaftliche Bewusstsein für die Professionalität moderner Milchproduktion. Wer täglich Verantwortung für Tiere übernimmt, verdient Anerkennung und Respekt.“

Ende April fand an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf in Bayern ein erster Testlauf des neuen Formats mit neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland statt.

Besonders erfolgreich verlief der Wettbewerb erneut für Mecklenburg-Vorpommern: Ingrid Vogt aus Langenfelde verteidigte ihren Bundessieg erfolgreich. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Landwirtschaftsbetrieb Griepentrog in Steinhagen, heute arbeitet sie im elterlichen Betrieb.

„Der erneute Bundessieg zeigt eindrucksvoll die hohe Qualität der Ausbildung und der praktischen Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gratuliere ich Frau Vogt ganz herzlich“, sagte Backhaus.

Das neue Wettbewerbsformat soll dauerhaft etabliert und in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Der nächste Wettbewerb ist bereits für 2028 im baden-württembergischen Aulendorf geplant. Ziel bleibt es, moderne Milchviehhaltung praxisnah abzubilden, junge Fachkräfte bundesweit zu vernetzen und die Freude an der Arbeit mit Nutztieren zu stärken.

Zukunftsplan bringt mehr Qualitätsverbesserungen

Oldenburg: Kleinere Gruppen – größere Förderung

Schwerin – „Nach intensiven und konstruktiven Beratungen hat die Landesregierung, den gemeinsamen ‚Zukunftsplan Kita‘ mit den kommunalen Spitzenverbänden, den Trägern, mit der GEW, mit Verdi und dem Landeselternrat-Kita zu verabschieden“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich sehr über diesen Durchbruch. Mit diesem finanziellen Kraftakt werden in einem ersten Schritt die Gruppen in Krippe und Hort bereits ab dem kommenden Jahr kleiner. Das bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für die Förderung, Betreuung und Bildung der Kinder haben. Mit unserem Zukunftsplan bieten wir den Kindern, Eltern sowie den Erzieherinnen und Erzieher verlässliche Perspektiven.“

Der „Zukunftsplan Kita“ sieht ab 2027 eine schrittweise Reduzierung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses und damit spürbare Entlastungen für das pädagogische Fachpersonal vor:

Ab dem 1. Januar 2027 wird das Fachkraft-Kind-Verhältnis in der Krippe von 1 zu 6 auf 1 zu 5 gesenkt. Zum 1. August 2027 wird zudem die Gruppengröße im Hort von 1 zu 22 auf 1 zu 21 reduziert. Für beide Verbesserungen bringt die Regierungskoalition aus SPD und Die Linke noch im Juli einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes in den Landtag ein.

  • Ab dem 1. Januar 2028 folgt eine Absenkung der Gruppengröße im Kindergarten auf 1 zu 13.
  • Ab dem 1. Januar 2029 wird der Personalschlüssel im Hort auf 1 zu 20 weiter reduziert.
  • Ab 2030 werden mit allen Beteiligten weitere Verbesserungen beraten.

Die Qualitätssteigerungen haben keine finanziellen Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte. Sondern sie werden aus zusätzlichen finanziellen Mitteln des Bundes aus dem Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetz (AAÜG) für ehemalige DDR-Staatsbedienstete finanziert.

„Unser Ziel ist eine weitere Qualitätssteigerung in der pädagogischen Arbeit durch die Absenkung der Fachkraft-Kind-Relation. Wir geben den Erzieherinnen und Erziehern Beschäftigungsperspektiven in der Kindertagesförderung, aber auch beispielsweise in Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe, durch Fortbildungsangebote“, so die Bildungsministerin. „Dafür beginnen bereits im Juni regionale ‚Runde Tische‘ unter Federführung der Kommunen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Hier sprechen wir konkret mit allen Beteiligten standortgenau über die Zukunft der Kindertagesförderung in den jeweiligen Regionen.“

Diese Verbesserungen des Zukunftsplans folgen auf umfassende Maßnahmen für Kinder, Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher, die die Landesregierung in dieser Wahlperiode bereits umgesetzt hat:

Über 1.200 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher konnten durch mehr Landesgeld eingestellt werden, um den Mindestpersonalschlüssel in den Kitas umzusetzen.

  • Abschluss des Landesrahmenvertrages.
  • Übernahme der Sprachkitas in die Landesförderung.
  • Schrittweise Senkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses von 1:18 auf 1:14.
  • Beitragsfreiheit für alle Kinder in Krippe, Kita, Kindertagespflege, Hort und Ferienhort entlastet die Familien. Eltern sparen je Kind bis zu 18.000 Euro an Betreuungskosten.
  • Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird für Grundschulkinder der Rechtsanspruch auf einen Hortplatz schrittweise eingeführt. Dieser gilt unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern.
  • Kitas in MV haben die längsten Öffnungszeiten bundesweit und bieten den Eltern eine hohe Verlässlichkeit durch wenige Schließtage im Jahr.