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Autor: Rügenbote

Backhaus: Rinderhaltung bleibt Schlüssel für Ernährungssicherheit

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den leistungsstärksten Milchregionen Deutschlands. Rund 145.000 Milchkühe werden im Land gehalten. Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von etwa 10.500 bis 10.800 Kilogramm pro Kuh und Jahr liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus betonte heute anlässlich des 35. Milchrindtages Mecklenburg-Vorpommern in Woldegk die Bedeutung der Rinderhaltung für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und ländliche Räume.

„Die Tierhaltung – und damit auch die Rinderhaltung – ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Landwirtschaft“, sagte Backhaus. „Sie sichert Einkommen für landwirtschaftliche Betriebe, schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und sorgt dafür, dass hochwertige Lebensmittel aus der Region produziert werden.“

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern wurden im November 2025 im Land 443.861 Rinder gehalten, darunter 145.072 Milchkühe. Damit blieb der Bestand im Vergleich zum Frühjahr weitgehend stabil. Im Mai 2025 waren es 443.699 Rinder und 145.577 Milchkühe. „Diese Zahlen zeigen, wie leistungsfähig unsere Milchviehbetriebe sind. Die Milchmenge, die in Mecklenburg-Vorpommern ermolken wird, ist seit Jahren konstant. Im selben Umfang, wie die Zahl der Tiere sinkt, steigt die Leistung je Tier“, sagte Backhaus. „Mecklenburg-Vorpommern ist ein Gunststandort für die Milchproduktion.“

Gleichzeitig sieht der Minister die Tierhaltung insgesamt unter Druck. „Zahlreiche Betriebe sehen offenbar in der Milchviehhaltung keine Zukunft und geben auf – etwa wenn ein personeller Wechsel an der Spitze eines Unternehmens stattfindet. Und: Wenn ein Standort erst einmal aufgegeben wird, entsteht dort in der Regel kein neuer mehr“, betonte Backhaus. „Deshalb ist jeder Betrieb wichtig und verdient politische Unterstützung. Ich möchte den Negativtrend stoppen.“

Ein zentrales Thema für die Betriebe bleibt die Entwicklung am Milchmarkt. Im November 2025 wurden in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt 43,8 Cent pro Kilogramm Milch gezahlt, während der bundesweite Durchschnitt bei 46,4 Cent pro Kilogramm lag.

Die Rentabilität der Milchproduktion hat sich im Jahr 2025 zunächst deutlich verbessert. Viele Betriebe konnten wirtschaftlich arbeiten, die erfolgreichsten Betriebe erzielten sogar mehr als 10 Cent Gewinn pro Kilogramm Milch. Seit einigen Monaten hat sich die Marktlage jedoch stark eingetrübt.

Im Dezember befanden sich die Milchmengen in Deutschland weiterhin auf einem für diese Jahreszeit hohen Niveau. Für das Gesamtjahr 2025 wurde eine Mehrmenge von 1,2 Prozent gegenüber 2024 registriert. Das umfangreiche Rohstoffangebot setzte die Preise über den Jahreswechsel unter Druck. Besonders deutlich zeigte sich der Preiskampf im Buttermarkt, wo hohe Angebotsmengen zu sinkenden Preisen führten.

Im Januar 2026 sind die Milcherzeugerpreise in Deutschland durchschnittlich um 3,87 Cent pro Kilogramm gegenüber dem Vormonat gesunken. Für Februar wird ebenfalls ein leichter weiterer Rückgang erwartet. „Wenn die Preise über längere Zeit gut sind, steigt selbstverständlich die produzierte Menge. Im selben Umfang geraten die Preise unter Druck. Das ist ein normaler Zyklus in der Marktwirtschaft, wenngleich die momentane Situation auch für mich schwer zu ertragen ist. Die Landwirtinnen und Landwirte arbeiten hart, aber können mit solchen Preisen wie jetzt gerade nicht existieren“, erklärte Backhaus.

Mit Sorge blickt der Minister zudem auf die aktuellen Reformvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP). Nach ersten Berechnungen könnten die Direktzahlungen für Mecklenburg-Vorpommern von derzeit rund 314 Millionen Euro auf etwa 151 Millionen Euro sinken – ein Rückgang um mehr als 50 Prozent. Hintergrund sind unter anderem geplante Kappungs- und Degressionsregelungen bei den Direktzahlungen. Nach ersten Berechnungen wären über 1.400 landwirtschaftliche Betriebe im Land von Kürzungen betroffen, mehr als 1.000 Betriebe sogar von einer Kappung der Zahlungen.

„Diese Vorschläge würden unsere Agrarstrukturen massiv benachteiligen. Weniger Förderung bedeutet weniger Investitionen, weniger Arbeitsplätze und letztlich weniger Landwirtschaft im ländlichen Raum“, warnte Backhaus. Der Minister verwies darauf, dass jeder Arbeitsplatz in der Landwirtschaft zahlreiche weitere Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette sichert. „An einem landwirtschaftlichen Arbeitsplatz hängen rund sieben weitere Jobs – etwa in der Landtechnik, im Maschinenbau, in der Saatgut- und Düngemittelproduktion, in der Lebensmittelverarbeitung oder im Handel.“

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern erhalten und stärken. Sie ist ein zentraler Baustein für regionale Wertschöpfung, Ernährungssicherheit und lebendige ländliche Räume.“

Abschluss der großen Bauwerksinspektion am Sperrwerk Greifswald-Wieck

Greifswald – Am 27. April 2016 wurde von Landwirtschaftsminister Till Backhaus nach fünfjähriger Bauzeit das Kernstück des Sturmflutschutzsystems für die Universitäts- und Hansestadt Greifswald, das Sperrwerk Greifswald in Betrieb genommen. Bauherr war das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern.

Das Sperrwerk hat in der Bundeswasserstraße Ryck eine Hauptöffnung mit einer Breite von 21 m und einer Sohltiefe von ‑3,95 m NHN. Sie ist mit einem Drehsegmentverschluss (Gewicht ca. 100 to) ausgerüstet, der in einer Mulde der Sohlplatte liegt und im abgesenkten Zustand eine unbegrenzte Durchfahrtshöhe ermöglicht. Der Verschluss der Wiecker und Eldenaer Promenade erfolgt mit jeweils ca. 17 m breiten Schiebetoren (Gewicht ca. 25,5 to), welche in den anschließenden Deichen in Kammern untergebracht sind und auf Gleisen herausgefahren werden können.

Das Sperrwerk wird bei einer drohenden Sturmflut durchgehend von zwei Mitarbeitern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern bedient. Wenn die Vorhersage Wasserstände über +1,15 m NHN ankündigt, wird das Sperrwerk bei Erreichen des Wasserstandes von ca. +0,75 m NHN geschlossen. Die Differenz von 0,40 m ist notwendig, um den Abfluss aus dem Einzugsgebiet des Ryck während der Sturmflut zu speichern. Starke Vereisungsgefahr oder Eisgang können längere Schließzeiten erforderlich machen, als es der Verlauf der Wasserstände am Pegel bedingen würde. Dann kann der Ryck durch Umläufe abfließen, welche beidseitig der Hauptöffnung angeordnet sind.

 Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist fand im November/Dezember 2019 die erste große Bauwerkinspektion mit Trockenlegung des Hauptverschlusses statt.

 Für die in sechsjährigem Abstand vorgeschriebene große Bauwerksinspektion wurde im Zeitraum vom 20.11.2025 bis 06.03.2026 der Ryck gesperrt. Neben der eigentlichen Inspektion wurde die Trockenlegung genutzt, um planmäßige Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an sonst unzugänglichen, d.h. unter Wasser liegenden Bereichen vorzunehmen. Insbesondere wurden dabei Kunststoffdichtungen und andere Verschleißbauteile getauscht, sowie Ausbesserungs­arbeiten am Korrosions­schutz des stählernen Hauptverschlusses vorgenommen.

Leider kam es zu Lieferverzögerungen bei den benötigten Kunststoffdichtungen. Des Weiteren wurden einige Bauteile in mangelhafter Qualität geliefert, so dass diese vom Hersteller überarbeitet werden mussten. Zudem wurde ein größerer Umfang an austauschbedürftigen Teilen vorgefunden, als angenommen. Letztlich behinderte ein langanhaltender Kälteeinbruch die Durchführung der Korrosionsschutzarbeiten.

237 Maßnahmen zur Staatsmodernisierung

Schwerin – Die Landesregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung den Startschuss zur Umsetzung von 237 Maßnahmen zur Staatsmodernisierung in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Grundlage ist die Föderale Modernisierungsagenda, die im Dezember 2025 von Bund und Ländern gemeinsam vereinbart wurde.

Der Kabinettsbeschluss sieht vor, Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, unnötige Berichtspflichten abzubauen, digitale und medienbruchfreie Abläufe zum Standard zu machen und Doppelarbeit in der Verwaltung zu reduzieren. Damit sollen Anträge einfacher gestellt werden können, Entscheidungen schneller fallen und die Verwaltung ihre Zeit stärker für Beratung und Lösungen statt für formale Prüfungen nutzen.

„Staatsmodernisierung ist ein Demokratieprojekt. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die bürgernäher und wirtschaftsfreundlicher ihre Aufgaben erledigt. Wenn der dazu notwendige Kulturwandel gelingt, kann auch die Zustimmung zur Demokratie insgesamt gestärkt werden“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue. „Wir müssen entschlossen auf Modernisierung, Bürokratieabbau und Digitalisierung setzen. Das wollen wir gemeinsam mit der kommunalen Ebene machen.“

Die Föderale Modernisierungsagenda bildet erstmals einen gemeinsamen, verbindlichen Rahmen von Bund und Ländern für die Modernisierung staatlichen Handelns. Dabei setzt die Agenda ausdrücklich auf arbeitsteilige Umsetzung, Nachnutzung bestehender Lösungen und klare Verantwortlichkeiten im Föderalverbund.

In Mecklenburg-Vorpommern wird die bundesweit vereinbarte Agenda durch landesspezifische Maßnahmen ergänzt. Damit trägt die Landesregierung den besonderen strukturellen und demografischen Herausforderungen des Landes Rechnung. Die Maßnahmen bündeln sich dabei in vier zentralen Vorhaben:

  • Weniger Bürokratie: Abbau unnötiger Nachweis- und Berichtspflichten und Vereinfachung von Genehmigungs- und Förderverfahren,
  • Schnellere Entscheidungen: klare Zuständigkeiten, verbindliche Fristen und gebündelte rechtliche Anpassungen in einem ressortübergreifenden Artikelgesetz,
  • Mehr Digitalisierung: Ausbau digitaler, durchgängiger Verfahren, stärkere Standardisierung und konsequente Nachnutzung digitaler Lösungen,
  • Effizientere Verwaltungsabläufe: Einsatz digitaler Werkzeuge, einschließlich Künstlicher Intelligenz, zur Unterstützung bei Routineaufgaben und zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Verwaltung.

Damit die Maßnahmen zügig greifen, setzt die Landesregierung auf eine verbindliche Umsetzung. Die Koordination übernimmt das Ministerium für Finanzen und Digitalisierung. Erste rechtliche und organisatorische Änderungen sollen bereits kurzfristig auf den Weg gebracht werden.

Geplant ist unter anderem ein ressortübergreifendes Artikelgesetz, in dem kurzfristig umsetzbare rechtliche Anpassungen gebündelt werden sollen. Ziel sind spürbare Entlastungen, schnellere Verfahren und medienbruchfreie Abläufe.

So wird beispielsweise in zahlreichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen die Pflicht, beglaubigte Kopien oder Originalurkunden einzureichen entfallen. Künftig reichen in der Regel einfache Kopien. Ebenso wird in vielen Gesetzen die bisher erforderliche Schriftform (mit eigen-händiger Unterschrift) durch die elektronische Form ersetzt – also z. B. E-Mail oder Online-Formular.

Die in der Föderalen Modernisierungsagenda vorgesehen Erleichterungen im Vergaberecht wurden in Mecklenburg-Vorpommern bereits teilweise umgesetzt. So wurden zur schnelleren Umsetzung die Wertgrenzen unter anderem für Dienstleistungsaufträge von 5.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben und es werden mehr Eigenerklärungen statt Nachweise verlangt.

Ebenso sieht die Föderale Modernisierungsagenda vor, dass auf die Vorlage von Registerauskünften verzichtet wird. Diese sollen künftig elektronisch durch die Behörden abrufbar sein.„Wir müssen Verwaltung konsequent vom Bürger her denken“, so Geue weiter. „Dazu brauchen wir Beschleunigungsgesetze vom Bund und eine enge Zusammenarbeit bei digitalen Lösungen mit Bund und den Ländern.“

Verkehrsunfallbilanz M-V 2025

Unfallzahlen steigen leicht – deutliche Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer

Schwerin – Innenminister Christian Pegel hat heute die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025 vorgestellt. Insgesamt wurden 55.282 Verkehrsunfälle registriert, ein leichter Anstieg um 0,3 Prozent. Die 5.175 Unfälle mit Personenschaden bedeuten ein Plus von 5,7 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten liegt mit 94 Menschen einen Fall über dem Vorjahr.

Der Minister machte deutlich, dass selbst vermeintlich kleine Veränderungen schwer wiegen: „Der Anstieg der Verkehrstoten bereitet uns weiterhin große Sorgen. Statistisch verlieren wir alle vier Tage einen Menschen bei einem Verkehrsunfall. Hinter jeder Zahl steht ein Schicksal.“ Auffällig ist die Entwicklung bei Fußgängerinnen und Fußgängern: 18 Menschen starben 2025 – mehr als doppelt so viele wie 2024 (8 Todesfälle). „Fußgänger gehören zu den schutzlosesten Verkehrsteilnehmern. Der deutliche Anstieg ist ein ernstes Warnsignal. Mehr Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und gezielte Sicherheitsmaßnahmen sind zwingend notwendig“, so Innenminister Pegel weiter.

13,8 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer waren ohne Sicherheitsgurt unterwegs. Der Minister sprach von einer Entwicklung, die ihn „fassungslos und entschlossen zugleich“ macht: „Ein Sicherheitsgurt ist eine der einfachsten und wirksamsten Schutzmaßnahmen, die wir haben. Wer ohne Gurt fährt, bringt sich selbst in Lebensgefahr. Und wir werden dieses Verhalten noch konsequenter kontrollieren müssen.“

Die Unfälle mit verunglückten Radfahrerinnen und Radfahrern – einschließlich Pedelec‑Nutzenden – nahmen um 7 Prozent zu (von 1.541 auf 1.649 Fälle). Auch die Unfälle mit verunglückten motorisierten Zweirädern stiegen um 4,7 Prozent (von 718 auf 752). Dazu kommt die weiter zunehmende Unfallbelastung durch E‑Scooter und andere Elektrokleinstfahrzeuge, vor allem in städtischen Räumen. Hier ist ein Zuwachs +37 Prozent zu verzeichnen.

Der Minister warnte eindringlich: „Wer zu Fuß, auf dem Rad, dem Pedelec oder mit dem E‑Scooter unterwegs ist, hat keinen Airbag. Diese Menschen tragen das höchste Risiko – und sie verdienen den höchsten Schutz. Ein Helm kann schwere Kopfverletzungen verhindern. Mehr Rücksicht, mehr Vorsicht und eine klarere Wahrnehmung dieser Gefährdung sind dringend notwendig.“

Weiterhin bleibt das Risiko der Baumunfälle hoch: 27 Menschen starben bei Kollisionen mit Bäumen. Trotz eines Rückgangs auf 323 Unfälle mit Personenschaden bleibt dieses Szenario eines der gefährlichsten im Land.

2025 konnten weniger Wildunfälle in unserem Land gezählt werden. Die Zahl der Schwerverletzten sank auf 1.061, während die der Leichtverletzten auf 5.501 Personen anstieg. Wildunfälle bleiben mit 16.943 registrierten Fällen ein erheblicher Faktor des Unfallgeschehens – rund 31 Prozent aller Unfälle sind mit Wildbeteiligung. Zwei Menschen starben dabei.

Die Gesamtzahl der Unfallfluchten bleib nahezu unverändert. Zugenommen haben + 7 Prozent jedoch die Unfallfluchten mit Personenschaden.

Innenminister Cristian Pegel: „Wer flieht, lässt unter Umständen verletzte Menschen zurück. Das ist nicht nur strafbar, das ist mehr als verantwortungslos. Dieses Verhalten wird konsequent verfolgt.“

Die Ursachenanalyse aller Unfälle zeigt bekannte Schwerpunkte: fehlender Sicherheitsabstand, nicht angepasste Geschwindigkeit, Vorfahrtfehler und riskante Überholmanöver. Besonders der zu geringe Sicherheitsabstand bleibt mit 743 Unfällen mit Personenschaden eine der dominierenden Ursachen. Vorfahrtverstöße (738 Fälle, -0.9 Prozent) verzeichneten einen leichten Rückgang, während die Unfälle mit Personenschaden aufgrund überhöhter Geschwindigkeit (710 Fälle, +9,2 Prozent) zunahmen.

Der Minister sagte dazu: „Abstand und Geschwindigkeit entscheiden darüber, ob ein Unfall passiert und ob Menschen dabei überleben. Verantwortung hinter dem Lenkrad ist keine Option, sondern Pflicht.“

Auffällig bleiben steigende Unfallzahlen bei Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen:  Unfälle durch unter 18‑Jährige nahmen um 14,4 Prozent zu, bei den über 75‑Jährigen um 7,9 Prozent. Auch junge Erwachsene verzeichneten leichte Anstiege. Die Gruppe der 35- bis 45-Jährigen umfasst insgesamt 830 der Gesamtunfallverursacher. Das ist ein Anstieg um 103 Fälle bzw. 14,2 Prozent. Bei den 18- bis unter 25-Jährigen ist ein Anstieg um 29 Fälle auf 629 zu verzeichnen.

Bei den Verunglückten nehmen die 15 bis unter 25 Jahre alten Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer leider ebenfalls einen großen Anteil gemessen an deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ein. Beide Gruppen umfassen insgesamt 18,6 Prozent der Verunglückten.“

Zum Abschluss formulierte Innenminister Christian Pegel einen eindringlichen Appell: „Sichere Straßen entstehen nur, wenn wir gemeinsam dafür einstehen. Wir werden weiter investieren. In Prävention, in Kontrollen und in eine sichere Infrastruktur. Aber Sicherheit entsteht vor allem im Kopf, nämlich in dem Moment, in dem jemand entscheidet, langsamer zu fahren, Abstand zu halten oder den Helm aufzusetzen. Jeder Unfall, den wir verhindern, und jeder Mensch, den wir schützen können, zählt.“

Reihenuntersuchungen in 4. und 8. Klassen

Wismar – Lieber früh, als zu spät: Um mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen rechtzeitig zu erkennen, führt das Gesundheitsamt des Landkreises Nordwestmecklenburg mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres in den 4. und 8. Klassen des Landkreises wieder die gesetzlich vorgeschriebenen schulärztlichen Reihenuntersuchungen durch. Insgesamt werden circa 2400 Mädchen und Jungen in diesem Zusammenhang untersucht.

Ziel der Untersuchungen an den allgemeinbildenden Schulen ist es, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen. Im Rahmen eines kurzen Screenings werden unter anderem Körpergröße und Gewicht, der Blutdruck sowie Hör- und Sehvermögen überprüft. Außerdem werden die Impfunterlagen eingesehen. Bei Bedarf erfolgt eine kurze Beratung. Sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, werden die Eltern selbstverständlich informiert.

Die Ergebnisse werden ausschließlich anonym ausgewertet, um allgemeine gesundheitliche Entwicklungen zu erkennen und Präventionsmaßnahmen planen zu können.

Vor der Untersuchung erhalten Sorgeberechtigte über die Schule ein Informationsschreiben mit Fragebogen. Die Angaben sind freiwillig und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Fragen oder Beratungswünsche können dort ebenfalls vermerkt werden.

Die Untersuchungstermine werden rechtzeitig bekannt gegeben. Sorgeberechtigte können auf Wunsch teilnehmen.

Eine Karte für alle Ausstellungen

Kulturforum und Stiftung Mecklenburg führen gemeinsame Jahreskarte ein

Schwerin – Kunst- und Kulturliebhaber können das im Schleswig-Holstein-Haus beheimatete städtische Kulturforum und die Stiftung Mecklenburg künftig mit einer einzigen Jahreskarte für sämtliche Ausstellungen besuchen. Das Ticket zum Preis von 25 Euro ist ab sofort erhältlich. Aktuell ermöglicht es zum Beispiel auch den Besuch der wöchentlichen Lesungen in der gerade eröffneten Foto-Ausstellung „Arbeiter des Meeres“.

„Zu einem absolut fairen Preis bieten Stadt und Stiftung den Bürgerinnen und Bürgern mit dieser Jahreskarte die Möglichkeit, alle im Schleswig-Holstein-Haus stattfindenden Sonder- und Dauerausstellungen so oft sie es wollen zu besuchen. Die beiden Kulturpartner sichern damit kulturelle Teilhabe und sorgen sicherlich auch für wachsende Besucherzahlen in beiden Einrichtungen“, begrüßt Kulturdezernent Silvio Horn das neue Angebot.

Das Kulturforum der Landeshauptstadt Schwerin zeigt im Schleswig-Holstein-Haus im Laufe eines Jahres rund zehn Ausstellungen zu Positionen zeitgenössischer Kunst oder historischen Themen. Die Stiftung Mecklenburg, ebenfalls im Schleswig-Holstein-Haus beheimatet, präsentiert neben ihrer Dauerausstellung ebenfalls mehrere Sonderausstellungen im Jahr zu Themen der mecklenburgischen Kunst- und Kulturgeschichte.

„Nach nur wenigen Besuchen in unserem Haus hat sich der Preis der Jahreskarte schon rentiert und bietet ein Jahr lang unbegrenzten Zugang zu allen Ausstellungen, das ist top“, freut sich der Geschäftsführer der Stiftung Mecklenburg, Dr. Florian Ostrop. Und die Leiterin des Kulturforums Dörte Ahrens ergänzt: „Unser gemeinsames Jahresticket macht Lust auf mehr – auf Mehrfachbesuche von Ausstellungen, die einem besonders gefallen haben und auf Neuentdeckungen.“

Stadtwerke Stralsund warnen vor Haustürgeschäften

So schützen Sie sich vor unerwünschten Vertragsabschlüssen

Stralsund – In Stralsund sind aktuell wieder Personen unterwegs, die an Haustüren klingeln und Energieverträge anbieten. Teilweise geben sie sich als Mitarbeitende der Stadtwerke oder als beauftragte Partner aus. Ziel ist es häufig, Bewohnerinnen und Bewohner zu einer schnellen Unterschrift zu bewegen. Die Stadtwerke Stralsund stellen klar: Vertragsabschlüsse an der Haustür erfolgen nicht unter Zeitdruck. Wer unangekündigten Besuch erhält, sollte daher besonders aufmerksam sein.

Die Vorgehensweise ist oft ähnlich: Die Personen treten selbstbewusst auf, wirken offiziell und erzeugen gezielt den Eindruck, sofort handeln zu müssen.

Beispiel 1:
Es wird behauptet, der Strom- oder Gaszähler sei gewechselt worden. Es fehle lediglich noch eine „Bestätigung“, die Unterschrift sei reine Formsache. Tatsächlich kann sich dahinter jedoch ein neuer Vertrag oder sogar ein Anbieterwechsel verbergen.

Beispiel 2:
Mitunter wird erklärt, die Energiepreise seien gesenkt worden. Nur mit einer schnellen Unterschrift könne man von dieser Preisanpassung profitieren. Häufig handelt es sich dabei nicht um eine bloße Tarifinformation, sondern um ein Vertragsangebot mit neuer Laufzeit.

Grundsätzlich gilt: Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht in Ruhe geprüft haben – auch keine vermeintlichen „Besuchsbestätigungen“.

Um Kundinnen und Kunden vor ungewollten Vertragsabschlüssen und unseriösen Angeboten zu schützen, möchten die Stadtwerke Stralsund über Vorsichtsmaßnahmen informieren:

  • Fühlen Sie sich nicht gedrängt, sofort einen Vertrag zu unterschreiben. Es ist Ihr Recht, Unterlagen in Ruhe zu prüfen.
  • Verlangen Sie bei Besuchen einen Mitarbeiterausweis und prüfen Sie diesen sorgfältig.
  • Geben Sie keine sensiblen Daten wie Abrechnungs- oder Zählernummern heraus.
  • Nehmen Sie im Zweifel direkt Kontakt mit Ihren Stadtwerken auf.

Das Service-Team ist per E-Mail unter service@stadtwerke-stralsund.de sowie telefonisch unter 03831 241-0 erreichbar.

Bei Verdacht auf unseriöses Verhalten besteht zudem die Möglichkeit, sich an die Bundesnetzagentur zu wenden und dort Beschwerde einzureichen. Allgemeine Informationen bietet außerdem die Verbraucherzentrale.

Maßnahmen bei versehentlichem Vertragsabschluss

Für Haustür- und Telefonverträge gilt in der Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen. Innerhalb dieser Frist kann der Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Wurde keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erteilt, verlängert sich die Frist entsprechend.

Es wird empfohlen, den Widerruf schriftlich einzureichen – vorzugsweise per Einschreiben –, um einen fristgerechten Eingang nachweisen zu können. Bei Fragen oder Unsicherheiten steht das Service-Team der Stadtwerke Stralsund gern beratend zur Verfügung.

Quelle: Stadtwerke Stralsund

Gingster Schüler besuchen Fertighausbauer

Schule Gingst und ScanHaus Marlow starten Kooperation in der Berufsorientierung

Insel Rügen – „Die Schüler staunten nicht schlecht“, sagt Klassenleiter Marc Burmeister, der mit über 40 Jugendlichen die deutschlandweit agierenden Fertighausbauer von ScanHaus Marlow besuchte. „Die Firma gestaltete für uns einen Tag der offenen Tür und zeigte den 8-Klässlern alle Bereiche des Unternehmens.“ Sie durften das Werk besichtigen, in dem jährlich bis zu 700 Häuser vorgefertigt werden. An verschiedenen Stationen schauten sie sich Planung und Produktion der 70 verschiedenen Haustypen an. Außerdem zeigten die Jungen und Mädchen spielerisch eigene Fähigkeiten und beschäftigten sich mit Fragen aus Werkzeuglehre und Materialkunde.

„Ich möchte zwar nicht Hausbauer werden“, meint Wyatt Scheer in der anschließenden Auswertung des Projekttages. „Aber ich interessiere mich schon dafür, wie so ein Holzhaus entsteht. Ich baue selbst gern mit meinem Opa.“ Ähnlich ging es seinen Klassenkameraden, die das Erlebte in einer Extrastunde aus- und bewerteten. Sie wiederholten ausgewählte Prozesse, Berufsbilder und Aufgaben oder sprachen über Fachbegriffe und Fragestellungen. In Marlow nahmen sie nämlich ganz unterschiedliche Ausbildungsberufe, wie beispielsweise Bauzeichner, Zimmermann oder Kaufmann für Büromanagement, unter die Lupe. „Cool war, dass wir auch verschiedene Werkzeuge ausprobieren konnten“, erinnert sich Wyatt.

Bildtext: Werkzeugkunde in Marlow. Gingster Schüler besichtigten das Bauunternehmen ScanHaus, in dem gut 500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Foto: Marc Burmeister
Bildtext: Werkzeugkunde in Marlow. Gingster Schüler besichtigten das Bauunternehmen ScanHaus, in dem gut 500 Mitarbeiter beschäftigt sind. Foto: Marc Burmeister

Anja Einenkel, Personalleiterin beim ScanHaus, möchte die Gingster Schule in das Netzwerk aufnehmen, mit dem das Unternehmen Angebote der Berufsorientierung ausbaut. „Wir können uns einen regelmäßigen Besuch bei uns vorstellen“, erklärt sie am Rande des Projekts. Denkbar wäre zudem eine Teilnahme an der schuleigenen Berufsmesse. Neben informativen Messeständen gestalten dort interessierte Betriebe aus der Region immer auch Fachvorträge und Workshops für Schüler der Jahrgänge 8 bis 10. Das unterstützt Marc Burmeister, der als verantwortlicher Lehrer für Berufsorientierung die Praktika der Schüler und seit diesem Jahr auch den Praxislerntag der 9. Klassen erfolgreich betreut.

„Wir haben ein gemeinsames Anliegen“, findet Schulleiter André Farin, der das Projekt gern in das Schulprogramm aufnimmt. „Betriebe und wir sind daran interessiert, dass Schüler Einblicke in die Berufswelt bekommen und eine gute Ausbildung finden.“ Dafür seien Kooperationen wie die mit dem ScanHaus Marlow eine gute Grundlage.