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Kategorie: KiTa / Bildung / Schule / Uni / Ausbildung

Hindernisfreie Wege für alle

Belegungsstärkstes Schullandheim in MV baut Barrieren ab

Schwerin – Mehr als 8000 Kinder und Jugendliche besuchen jährlich das vom Caritasverband betriebene Schloss Dreilützow (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Als gemeinnütziges Schullandheim aber auch als Bildungs- und Begegnungszentrum bietet es Raum für Klassenfahrten, für das Entfalten sozialer Kompetenzen und für vielfältige Angebote der Erlebnispädagogik. Bisher jedoch waren die die Wege, das Gutshaus und der Schlossgarten nicht barrierefrei und damit nicht für alle zugänglich. „Mit einer Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro wollen wir das nun ändern“, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese, die den entsprechenden Zuwendungsbescheid persönlich übergab.

Die vorhandene Wegestruktur sei zuletzt zu einem immer größeren Hindernis geworden, erklärte die Ministerin. „Wassergebundene, unbefestigte Wege sind immer weiter zugewachsen und ließen sich bei Regen kaum noch sicher begehen. Schon mal gar nicht von Menschen, die auf Gehhilfen oder einen Rollstuhl angewiesen sind“, schilderte Drese das Problem. Eine Aufarbeitung und Verfestigung der Wegestruktur soll deshalb langfristig Abhilfe schaffen.

Begleitet wird das Projekt durch Jugendliche des Hauses, die Interesse an den Umbauarbeiten gezeigt haben und eigene Erfahrungen sammeln wollen. „Das zeigt aus meiner Sicht exemplarisch, wie wichtig Einrichtungen wie das Schloss Dreilützow sind, um auch jungen Menschen Raum zu geben, sich zu entfalten und auszuprobieren“, unterstrich Drese.

Aber auch Erwachsene profitieren von der besseren Infrastruktur. So bietet das Schloss regelmäßig gemeinnützige Veranstaltungen an und ermöglicht mit seinem integrierten Bildungs- und Begegnungszentrum ehrenamtlich Tätigen, Gruppen aus dem kulturellen oder sozialen Bereich und Menschen aus dem Ort die Möglichkeit, zusammenzukommen. „Dass das künftig nicht mehr an körperlichen Einschränkungen scheitert, ist ein enormer Gewinn für die Teilhabe und das gesellschaftliche Leben vor Ort“, zeigte sich die Ministerin sicher.

964 Millionen Euro für die Kindertagesförderung

Land und Kommunen wenden so viele Mittel für frühkindliche Bildung, Betreuung und Förderung auf wie nie zuvor

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern steuern Land und Kommunen bei den Ausgaben für die Kindertagesförderung auf einen neuen Rekord zu. Nach vorläufiger Berechnung auf Grundlage der Abschlagszahlungen finanzieren Land und Kommunen die Kindertagesförderung in diesem Jahr mit 964 Millionen Euro. Im Jahr 2024 waren es insgesamt 936 Millionen Euro. „Land und Kommunen wenden in diesem Jahr so viele Mittel für die frühkindliche Bildung, Betreuung und Förderung auf wie nie zuvor“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Bei uns gibt es keine Wartelisten, jedes Kind erhält einen Platz. Die Kitas bieten eine hohe Verlässlichkeit und längere Öffnungszeiten als anderswo. Das ist für Eltern von großer Bedeutung, weil ihre Kinder gut betreut und gefördert werden. Dennoch werden wir weitere Anstrengungen unternehmen, um in die Gruppengrößen zu investieren“, so Oldenburg.

Der Anteil des Landes bei der Kindertagesförderung ist in diesem Jahr auf 55,2 Prozent gestiegen, so ist es im Kindertagesförderungsgesetz vorgesehen. Das sind knapp 533 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr lag der Landesanteil bei 54,5 Prozent. Die Kommunen stellen in diesem Jahr voraussichtlich 432 Millionen Euro bereit. Im bundesweiten Vergleich ist Mecklenburg-Vorpommern damit das Bundesland, in dem die Landesregierung im Vergleich zu den Kommunen den höchsten Anteil der öffentlichen Ausgaben für die Kindertagesförderung trägt.

„Allein für die Beitragsfreiheit, die ausschließlich vom Land finanziert wird, wendet die Landesregierung über 230 Millionen Euro pro Jahr auf“, erläuterte die Bildungsministerin weiter. „Seit sechs Jahren sind Krippe, Kindertagespflege, Kita und Hort für Eltern gebührenfrei. Das ist der größte sozialpolitische Erfolg und ein echter Beitrag zur Chancengleichheit. Wir haben den Familien das Versprechen gegeben, dass Kita und Hort beitragsfrei bleiben. Darauf können sich Eltern verlassen.“

Mit den höheren Ausgaben finanzieren Land und Kommunen den Betrieb der Einrichtungen und Qualitätsmaßnahmen. „Hierzu zählen die neue Fachkraft-Kind-Relation von 1:14 und der Mindestpersonalschlüssel. Außerdem ist die Beschäftigung von 1.200 zusätzlichen Fachkräften möglich, die zum Teil schon eingestellt worden sind“, erläuterte Oldenburg. „Auszubildende zur staatlich anerkannten Erzieherin bzw. zum staatlich anerkannten Erzieher für 0- bis 10-Jährige erhalten eine höhere Vergütung. Außerdem sind durch unsere Fachkräfteoffensive die Rechte der Assistenzkräfte gestärkt worden. So können zum Beispiel Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, die über eine mindestens dreijährige Praxiserfahrung verfügen, kleinere Gruppen eigenständig leiten und damit auch die Randzeitenbetreuung übernehmen“, so die Ministerin weiter.

Im Forum „Gute Kita 2030“ beraten die Landesregierung, die öffentlichen und freien Kita-Träger, Gewerkschaften, Verbände und der Kita-Landeselternrat, wie bei sinkenden Geburtenzahlen, bei schwierigen Haushaltslagen in Kommunen und im Land die Kindertagesförderung gesichert und weiter qualitativ verbessert werden kann. Bis zum Sommer des kommenden Jahres sollen erste Ergebnisse vorgelegt werden. „Die Kindertagesförderung hat viele Partnerinnen und Partner. Unser gemeinsames Ziel ist es, auch in Zukunft kindgerechte, familienfreundliche und pädagogisch starke Kitas mit einer hohen Qualität zu gestalten.“

In Mecklenburg-Vorpommern besuchen in diesem Jahr 114.067 Kinder eine Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflegestelle. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Kinder in der Tagesbetreuung um 2,2 Prozent gesunken und die Zahl der Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen um 9,3 Prozent. Aktuell besuchen 112.302 Kinder eine Kindertageseinrichtung, 1.765 Kinder werden bei Kindertagespflegepersonen betreut und gefördert.

An den Schulen wird keine einzige Stelle gestrichen

Oldenburg: Durch mehr Personal vor Ort ermöglichen wir mehr Unterricht

Schwerin – Bei den von den Gewerkschaften kritisierten künftig wegfallenden Stellen im Schulbereich handelt es sich um rein haushaltstechnische Anpassungen. „Auf den Unterrichtsalltag hat das keinerlei Auswirkungen, weil wir keine einzige Stelle, keine einzige Minute Unterricht streichen. Im Gegenteil: Nach den Einstellungserfolgen der letzten Jahre arbeitet das Bildungsministerium nach wie vor mit ganzer Kraft an der Gewinnung von Lehrkräften“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Das Ziel ist es, durch mehr Personal vor Ort mehr Unterricht zu ermöglichen und die Lehrerinnen und Lehrer durch eine Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern schrittweise zu entlasten.“

Die Regierungspartner haben sich im Koalitionsvertrag auf das Programm „Schule in MV – Aufbruch 2030: 1.000 Stellen besetzen, sichern, erweitern“ verständigt. Mit dem Doppelhaushalt 2024/2025 stehen diese Stellen vollständig bereit. Sie sind für Lehrkräfte, Vertretungslehrkräfte, externe Vertretungskräfte, für eine bessere personelle Ausstattung an beruflichen Schulen, Personal für die Digitale Landesschule, unterstützende pädagogische Fachkräfte, für die Qualifizierung von Lehrkräften im Seiteneinstieg, Alltagshilfen und Verwaltungskräfte an Schulen eingerichtet worden. Insbesondere die Einstellung von Alltagshilfen und Verwaltungskräften führt dazu, dass Lehrkräfte entlastet werden und sich mehr auf ihre pädagogischen Kernaufgaben konzentrieren können. Damit wurde nicht nur das Versprechen der Landesregierung eingelöst, sondern es wurden sogar noch mehr Personen eingestellt als verabredet.

Auf dem Karriereportal für den Schuldienst www.lehrer-in-mv.de werden ganzjährig freie Stellen ausgeschrieben. So kann täglich Personal eingestellt werden. Um offene Stellen zügiger besetzen zu können, hat das Land gemeinsam mit den Mitgliedern des Bildungspaktes das Bewerbungsverfahren gestrafft. Vom Bewerbungseingang bis zur Aushändigung des Arbeitsvertrags vergehen nur noch sechs Wochen. Bewerberinnen und Bewerber, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen, können zudem auch an einer anderen Schule direkt eingestellt werden, ohne sich erneut bewerben zu müssen.

Neu eingestellte Lehrkräfte an Regionalen Schulen und Gesamtschulen im ländlichen Raum sowie an beruflichen Gymnasien können Zuschläge zu ihren Bezügen erhalten, wenn sie sich auf Stellen mit den Bedarfsfächern Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie, Physik sowie Arbeit-Wirtschaft-Technik und Geographie bewerben (Personalgewinnungszuschlag).

Zum Start ins Schuljahr 2025/2026 wurden 675 Lehrkräfte neu eingestellt, was einem Anstieg von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (631 Lehrkräfte) entspricht. Dies ist zugleich die zweithöchste Einstellungszahl zum Schuljahresbeginn in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Zusätzlich absolvieren 674 Referendarinnen und Referendare ihren Vorbereitungsdienst an den Schulen des Landes. Oldenburg betont: „Wir setzen alles daran, trotz des Lehrkräftemangels, den Unterricht abzusichern und die Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Dafür benötigen wir heute mehr Vielfalt in den Schulen. Dazu gehören ausgebildete Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und unterstützendes Personal.“

Mit einem Übernahmeverfahren stellen wir sicher, dass Referendarinnen und Referendare nach ihrem Vorbereitungsdienst direkt in den Schuldienst des Landes einsteigen können. Zudem können Referendarinnen und Referendare, die ihren Vorbereitungsdienst an einer Schule im ländlichen Raum absolvieren, einen Verdienstzuschlag in Höhe von 40 Prozent des monatlichen Anwärterbetrages erhalten. Bisher war der Zuschlag an die Bedingung geknüpft, dass die Absolventinnen und Absolventen nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats drei weitere Jahre als Lehrkraft an ihrer Ausbildungsschule unterrichten. „Das haben wir nun geändert. Nach dem Referendariat können sich die Absolventinnen und Absolventen auf eine Stelle in ganz Mecklenburg-Vorpommern bewerben. Damit ermöglichen wir den Lehrkräften mehr Flexibilität“, so die Ministerin.

Bis 2030 müssen weit über 3.300 Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern eingestellt werden, von denen das Land 2.300 selbst ausbildet. „Das bedeutet, dass wir in den kommenden fünf Jahren mehr als 1.000 Fachkräfte einstellen müssen, die kein grundständiges Lehramtsstudium im Land absolviert haben“, erklärt Simone Oldenburg. „Um diese Lücke schließen zu können, bieten wir in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit regelmäßig Informationsveranstaltungen für Fachkräfte an, die sich für einen Seiteneinstieg an unseren Schulen interessieren.“

Kleine Kinder für Niederdeutsch begeistern

Die Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Heimat

Schwerin – Niederdeutsch wird von vielen Frauen und Männern in Mecklenburg-Vorpommern immer noch gern gesprochen. Damit die Regionalsprache nicht in Vergessenheit gerät, hat die Landesregierung viele neue Projekte – auch für unsere Lütten – ins Leben gerufen. So lernen die Jüngsten das Plattsnacken unter anderem in den „Niederdeutsch-Kitas MV“.

„Die niederdeutsche Sprache ist ein wichtiger Schatz unserer gemeinsamen Kultur. Damit er auch zukünftig erhalten bleibt, ist es wichtig, dass wir bereits die Dierns und Jungens an das Plattsnacken heranführen. Ich freue mich sehr, dass sich viele Fachkräfte in den Niederdeutsch-Kitas engagieren und den Kleinsten dadurch ganz neue Welten eröffnen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Für die Niederdeutsch-Kitas stellt das Land jährlich bis zu 15.000 Euro zur Verfügung. Mit dabei ist unter anderem die Kita „Apfelstübchen“ in Baumgarten. Dort haben die Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit den Kindern das eigene Projekt „Vertell mi mol“ ins Leben gerufen, bei dem sie beispielsweise das Heimatmuseum in Bützow besuchen und niederdeutsche Begrüßungen oder Lieder in den Kita-Alltag integrieren. In der Kindervilla „Schatzkiste“ in Stralsund, die ebenfalls vom Land gefördert wird, besuchen die Kinder unter anderem den Zoo, um die niederdeutschen Wörter für die Tiere und Pflanzen zu lernen.

Um die Niederdeutsch-Angebote noch bekannter zu machen und das kulturelle Erbe zu pflegen, hat die Landesregierung bereits die Schülerin Jette Bolz als Botschafterin für die Regionalsprache ernannt. Darüber hinaus sollen Schulen mit besonderen Niederdeutsch-Angeboten zertifiziert werden. Neu ins Leben gerufen hat das Land den Fachtag Niederdeutsch, bei dem sich am 6. November Fachkräfte austauschen und das „Niederdeutsche Schülerwort des Jahres“ gewählt wird.

Fördermittel für Friedensschule

Land unterstützt Schulhofgestaltung mit rund 1,3 Millionen Euro

Schwerin – Für die Neugestaltung des Schulhofes der denkmalgeschützten Friedensschule in der Schweriner Paulsstadt erhält die Landeshauptstadt Städtebaufördermittel in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro. Den entsprechenden Zuwendungsbescheid hat Bauminister Christian Pegel heute an Schwerins Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier übergeben.

„Mit der Förderung der Hofgestaltung der Friedensschule investieren wir gezielt in eine nachhaltige und inklusive Bildungsinfrastruktur. Schulhöfe sind wichtige Lebens- und Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche – sie sollen funktional, ökologisch und für alle zugänglich sein“, sagte Bauminister Christian Pegel bei der Übergabe.

„Mit der Sanierung dieser ebenso traditionsreichen wie beliebten Grundschule in der Innenstadt setzen wir den systematischen Ausbau unserer Bildungslandschaft in Schwerin fort. Kinder lernen am besten, wenn sie sich in ihrer Lernumgebung wohl und geborgen fühlen. Deshalb bin ich froh, dass es in unserer Stadt bisher stets politische Mehrheiten dafür gab, dass Investitionen in Schulen, Kitas und Horte gute Zukunftsinvestitionen für Schwerin sind“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier.

Die Förderung erfolgt im Rahmen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Paulsstadt“ und betrifft die Einzelmaßnahme „Außenanlagen Friedensschule – Hofgestaltung“. Insgesamt belaufen sich die zuwendungsfähigen Ausgaben auf rund 1,55 Millionen Euro, davon werden 1,3 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln finanziert.

Mit den zusätzlich zur Verfügung gestellten Mitteln sollen der Schulhof, die Sportfläche, der Hortspielplatz und der Vorplatz an der Friedensstraße grundlegend neugestaltet werden. Dabei wird ein neues Entwässerungskonzept umgesetzt, das im Sinne des von LH Schwerin verfolgten Schwammstadtprinzips auf weitestgehende Entsiegelung und Regenwassermanagement zur Versickerung im Gelände setzt. Der alte Baumbestand wird wo möglich erhalten und durch reichliche Nachpflanzungen ergänzt, die zur Verbesserung des Mikroklimas und der Aufenthaltsqualität beitragen. Bereits vorhandene Masten, Fahrradbügel, Spielgeräte und Pflastersteine werden wiederverwendet, was Ressourcen schont und die Nachhaltigkeit des Projekts stärkt.

„Besonders wichtig ist mir, dass der neue Schulhof auch für geh- und sehbehinderte Menschen nutzbar sein wird. Barrierefreiheit und Inklusion sind zentrale Leitlinien der Städtebauförderung – gerade dort, wo junge Menschen lernen und aufwachsen“, so Christian Pegel weiter.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Grundschule in der Paulsstadt wird seit 2023 durch das Zentrale Gebäudemanagement der Landeshauptstadt für mehr als 15 Millionen Euro vom Keller bis zum Dach saniert, 8,5 Millionen Euro stammen aus Städtebaufördermitteln von Bund, Land und Kommune. Mit der nun geförderten Hofgestaltung leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung der Paulsstadt. Im Sommer 2026 sollen die Arbeiten in der Friedensschule abgeschlossen sein. Zum dann beginnenden Schuljahr 2026/2027 können die Schülerinnen und Schüler, die vorübergehend die alte John-Brinckman-Schule und die Kita Gänseblümchen nutzen, ihr Gebäude dann wieder in Besitz nehmen.

Landesschülerrat wählt neuen Vorstand

Oldenburg: Die Stimme der Schülerinnen und Schüler ist wichtig, denn Schule wird für sie gemacht

Schwerin – Bildungsministerin Simone Oldenburg hat dem neu gewählten Vorstand des Landesschülerrates zu seiner Wahl gratuliert. Als Landesvorsitzender wurde Felix Wizowsky vom Kreisschülerrat Vorpommern-Rügen im Amt bestätigt. Die Stellvertretung übernehmen Emma Funke (Kreisschülerrat Mecklenburgische Seenplatte) und Markus Jefimov (Kreisschülerrat Vorpommern-Rügen). Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Alma Schmidt vom Stadtschülerrat Rostock und Arne Schmidt vom Kreisschülerrat Vorpommern-Rügen.

 „Ich wünsche dem neuen Vorstand des Landesschülerrats auch in dieser Wahlperiode viel Erfolg“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich auf die weitere kooperative Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Wir stehen in einem intensiven Austausch. Bei den regelmäßigen Treffen mit dem Landesschülerrat, den Kreis- und Stadtschülerräten mehrmals im Jahr sprechen wir über ihre Anliegen und Ideen. Die Empfehlungen zur Nutzung digitaler Geräte an Schulen ist ein gutes Beispiel, wie der Austausch funktionieren kann. Die Stimme der Schülerinnen und Schüler ist wichtig, denn Schule wird für sie gemacht.“

 Der Landesschülerrat vertritt die Interessen der Schülerinnen und Schüler der Schulen in öffentlicher Trägerschaft und der Schulen in freier Trägerschaft. Aus seiner Mitte wählt der Landesschülerrat einen Vorstand. Das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung informiert den Landesschülerrat über alle wichtigen allgemeinen Angelegenheiten des Schulwesens und erteilt ihm die Auskünfte, die für seine Arbeit erforderlich sind. Zudem nimmt der Landesschülerrat an den regelmäßigen Sitzungen des Bildungsrates teil und wird vor dem Erlassen von Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften, die die schulischen Interessen der Schülerinnen und Schüler berühren, angehört.

Schulen stärken, Qualität weiter verbessern

Oldenburg: Bildungspolitik braucht einen langen Atem, Kompetenz und Praxiserfahrung

Schwerin – Mit einer klaren Schwerpunktsetzung und einer Vielzahl wirksamer Maßnahmen arbeitet die Landesregierung weiter intensiv daran, die Qualität der Bildung in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken und die Situation an den Schulen zu verbessern. Bildungsministerin Simone Oldenburg betonte im Landtag, dass die Landesregierung diesen Kurs weiterführen werde. „Wir haben so viele Lehrkräfte und unterstützende pädagogische Fachkräfte eingestellt wie noch nie“, sagte Oldenburg. „Bei uns arbeiten heute 1.000 Lehrkräfte mehr als noch vor fünf Jahren. Dennoch sind weitere umfassende Anstrengungen notwendig, um weitere, dringend notwendige Einstellungen vorzunehmen.“

Möglich wurde dies unter anderem, weil das Land die Bewerbungsverfahren beschleunigt und vereinfacht hat. „Von der Bewerbung bis zur Vorlage des Arbeitsvertrages vergehen heute nur noch sechs Wochen“, so die Ministerin. Allein zum Beginn des laufenden Schuljahres hatte das Land 675 neue Lehrkräfte gewonnen. Darüber hinaus beschäftigt das Land heute 195 Alltagshilfen an den Schulen, die Lehrkräfte entlasten und Schülerinnen und Schüler im Schulalltag begleiten – ein Angebot das es vorher nicht gab.

Bei der Gewinnung des Lehrkräftenachwuchses hat Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls Fortschritte erzielt: „Unsere Reform des Referendariats zeigt deutliche Wirkung“, erklärte Oldenburg. „So beschäftigen wir seit 2020 so viele Referendarinnen und Referendare an den Schulen wie seit Langem nicht mehr – 160 mehr als vor 10 Jahren. Hier setzen wir alles daran, uns weiter um zukünftige Lehrerinnen und Lehrer zu bemühen, die an unseren Schulen bleiben.“

Zentrale Elemente der Reform sind:

  • mehr begleiteter Unterricht
  • weniger aufwendige Unterrichtsentwürfe
  • bessere Begleitung und Beratung
  • Abschaffung der Hausarbeit zugunsten einer erweiterten Lehrprobe

Das Land hat auch die Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern völlig neu strukturiert: Statt einer fünfwöchigen Einführung gibt es nun eine dreimonatige Vorqualifizierung und eine vierjährige berufsbegleitende Qualifizierung. „Wir qualifizieren diese Lehrkräfte so gut wie nie zuvor“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Zur Entlastung und Attraktivitätssteigerung des Lehrerberufs hat das Land eine Reihe weiterer Maßnahmen umgesetzt:

  • Erhöhung der Vergütung für Mehrarbeit
  • Einführung von Arbeitszeitkonten,
  • keine Kürzung, sondern frühere und deutlich höhere Gewährung von Altersanrechnungsstunden
  • Sicherung der Möglichkeit zur Teilzeit, auch in Zeiten des Lehrkräftemangels

All diese Punkte verbessern schrittweise die Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen ist das Land vorangekommen. Die Abbrecherquote bei Auszubildenden wurde um mehr als drei Prozent gesenkt. Mit einem neuen Konzept zur Beruflichen Orientierung und vielen Praxisangeboten verfolgt das Land das Ziel, Ausbildungsabbrüche weiter zu reduzieren. Zudem hat die Landesregierung die Zahl der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen einschließlich mobiler Teams von 25 auf 61 Stellen mehr als verdoppelt. „Das ist eine wichtige Unterstützung für unsere Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an den Schulen. Auch hier setzen wir alles daran, weitere Fachkräfte zu gewinnen“, so Oldenburg.

Besonderen Wert legt die Landesregierung auf die Stärkung der Grundkompetenzen: „Mehr Deutsch und mehr Mathematik – bis zu 16 Stunden zusätzlich im Laufe der Schulzeit – das ist unser Weg, um die Basiskompetenzen von Kindern nachhaltig zu stärken“, sagte die Bildungsministerin.

„Die Landesregierung lässt in ihren Anstrengungen – trotz der angespannten Haushaltslage – kein bisschen nach. Wir führen Begonnenes fort und bringen weitere Verbesserungen auf den Weg. Bildungspolitik braucht einen langen Atem, Kompetenz und Praxiserfahrung. Wir wissen, wovon wir reden – und wir handeln“, so Oldenburg.

Weitere Hortplätze im Land entstehen

66,2 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel stehen für den Hortausbau bereit

Schwerin – Der Ausbau von Hortplätzen kommt in Mecklenburg-Vorpommern weiter voran. Über 1.100 Plätze sollen entstehen, rund 900 bestehende Hortplätze werden erhalten. Das sind also rund 2.000 Hortplätze, die über das Investitionsprogramm Ganztagsausbau von Bund und Land gesichert sind. „Wir machen beim Hortausbau deutliche Fortschritte“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Jeder neue und jeder gesicherte Platz ist ein Gewinn für Familien und ein wichtiger Schritt, um verlässliche Ganztagsangebote zu schaffen.“

Um den Ausbau weiter zu unterstützen, verlängern Bund und Land das Investitionsprogramm bis 2029. Es läuft damit zwei Jahre länger als ursprünglich geplant. Landkreise, kreisfreie Städte und freie Träger von Horten erhalten damit Planungssicherheit für umfangreiche Bau-, Sanierungs- oder Erweiterungsmaßnahmen. „Bauvorhaben brauchen Zeit. Deshalb verlängern wir die Fristen und sorgen dafür, dass die Kommunen und freien Träger ihre Projekte realistisch und verlässlich umsetzen können“, so die Bildungsministerin weiter.

Mecklenburg-Vorpommern erhält über das Investitionsprogramm 54,5 Millionen Euro Bundesmittel und stellt zusätzlich 11,7 Millionen Euro Landesmittel bereit. Die Träger der Horte bringen mindestens denselben Betrag als Eigenanteil ein (Bund: 70 Prozent, Land: 15 Prozent, Eigenanteil: 15 Prozent). Bislang wurden 42,1 Millionen Euro bewilligt. Gefördert werden der Erwerb von Gebäuden und Grundstücken, der Neubau, Umbau, Erweiterungen und Sanierungen – einschließlich energetischer Maßnahmen – sowie die Ausstattung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote.

Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschulkinder einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Der Rechtsanspruch gilt zunächst für Grundschulkinder der Jahrgangsstufe 1 und wird in den folgenden Schuljahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat vom Beginn des Schuljahres 2029/2030 an jedes Grundschulkind der Jahrgangsstufen 1 bis 4 einen Anspruch auf ganztägige Betreuung. In Mecklenburg-Vorpommern wird sie überwiegend durch den Hort übernommen. In Mecklenburg-Vorpommern stehen 50.852 Hortplätze zur Verfügung. Davon sind 48.384 Plätze belegt. Die Betreuung umfasst eine Förderung von acht Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche. Die Unterrichtszeit wird auf diesen Anspruch angerechnet.